Wissenschaftliche Begleitung des Peer-Educationsprojektes ComMIT!ment

Die Workshopreihe comMIT!ment eröffnet männlichen Jugendlichen einen pädagogischen Raum, der sich als Bildungssphäre zwischen informellen und non-formalen Bildungsangeboten konstituiert. In die-sem Raum werden Bildungsprozesse angeregt, die einerseits von dem spezifischen Fachwissen und der pädagogischen Gestaltungskompetenz der Pädagog:innen, den (sozialpädagogischen oder im Rahmen des Ausbildungsprogramms selbst) ausgebildeten Workshopleiter:innen, initiiert werden, während sie sich andererseits insbesondere aus dem individuellen Erfahrungswissen der Nutzer selbst entfalten.

Kurzübersicht

Stichworte
Jungenpädagogik, Männlichkeit, non-formale Bildung, Bildungsforschung, Intersektionalität, Differenz, Ungleichheit
Laufzeit
01.08.22 - 30.07.25
Institution der EUF
Institut für Erziehungswissenschaften

Beschreibung

Die Workshopreihe comMIT!ment eröffnet männlichen Jugendlichen einen pädagogischen Raum,  der sich als Bildungssphäre zwischen informellen und non-formalen Bildungsangeboten konstituiert. In die-sem Raum werden Bildungsprozesse angeregt, die einerseits von dem spezifischen Fachwissen und der pädagogischen Gestaltungskompetenz der Pädagog:innen, den (sozialpädagogischen oder im Rahmen des Ausbildungsprogramms selbst) ausgebildeten Workshopleiter:innen, initiiert werden, während sie sich andererseits insbesondere aus dem individuellen Erfahrungswissen der Nutzer selbst entfalten.

Das non-formale Bildungsangebot comMIT!ment zielt nicht darauf ab, durch pädagogische Maß-nahmen ein konkretes (vorab normativ bestimmtes) Subjekt hervorzubringen, sondern reflexive Bildungs-prozesse zu fördern. Es geht um die Möglichkeiten, das Gemeinsame im Sozialen zu entdecken und zu erkunden; sowie, sich für die Gestaltung am Sozialen zu begeistern und zu engagieren. 

Für die Evaluation wurden im Rahmen einer qualitativen Erhebung sechs junge Menschen von comMIT!ment (zum Teil zu zwei verschiedenen Erhebungszeitpunkten) befragt, um die (Gelingens)Bedingungen und Grenzen pädagogischer Praxis in diesem Projektangebot herauszuarbeiten. 

Hierbei zeigte sich, dass überwiegend normative Selbst- und Fremdpositionierungsweisen aufgebrochen und von mehreren interviewten Teilnehmern alternative Denk- und Handlungsweisen erprobt und eingeübt werden konnten. Auszuschließen ist dennoch nicht, dass auch hegemoniale Positionierungsweisen durch das Bildungsangebot verfestigt wurden. Das deutet auf die spannungsreichen Verhältnisse hin, zwischen denen comMIT!ment sein Angebot unterbreitet: Es ist das Verhältnis zwischen Tradierung und Veränderung,  das jungen Menschen ein Ringen in und zugleich mit sozialen Ordnungen abverlangt, wie im Folgenden dargestellt wird.

Projektpublikationen:

Budde, J., & Theuerkauf, E. (2025). Subjektmilieus und Bildungssphären: Post-anthropozentristische Kritik als analytische Dezentrierung des männlich-bürgerlichen Subjektes am Beispiel non-formaler Jugendbildung. In P. Bettinger, D. Farrenberg, & M. Wunder (Eds.), Posthumanismus - Pädagogische Anschlüsse und kritisches Potenzial. Beltz Juventa.

Budde, J., Claus, C., & Theuerkauf, E. (2024). Intersektionale Perspektiven auf diskriminierungskritische non-formale Jugendbildung. Empirische Pädagogik, 38(2), 220–235.

Budde, J. & Theuerkauf, E. (2026) Professionalisierung als Relationierung: Zwischen alltagsweltlicher Männlichkeits(re)produktion und pädagogisch-induzierter Transformation von Geschlechterkonstruktion. In T.-V. Rieske (Ed.), Pädagogische Professionalität und Profession – eine Frage der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung. Barbara Budrich

Verantwortlich

Projektmitarbeitende

Partnerinnen und Partner

Finanzierung

Freie und Hansestadt Hamburg