Workshop „Interdisziplinärer Transfer und Synergien“ 2026
4. - 9. Oktober 2026 | Europa-Universität Flensburg
Die Workshopwoche der DFG-Forschungsgruppe „Antiziganismus und Ambivalenz in Europa (1850–1950)“ widmet sich dem wissenschaftlichen Austausch, der Weiterentwicklung der Forschungsvorhaben und der Stärkung interdisziplinärer Synergien innerhalb der Forschungsgruppe. In verschiedenen Arbeits- und Diskussionsformaten werden aktuelle Projekte gemeinsam reflektiert, methodische und begriffliche Fragen diskutiert sowie Möglichkeiten für die Zusammenarbeit und den Transfer zwischen den Teilprojekten ausgelotet.
Das Programm umfasst ein Doktorand*innenkolloquium im Ko-Referatverfahren unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal, einen Peer-Review im Ringtausch zur Vorbereitung des ersten Tagungsbandes sowie einen Workshop zu Antiziganismus und seinen intersektionalen Bezügen zu Antisemitismus und (Kolonial-)Rassismus. Eine Forschungsbörse mit externen Gästen, der Austausch zur virtuellen Forschungsumgebung und ein Workshop zur Wissenschaftskommunikation ergänzen die gemeinsamen Arbeitsphasen.
Zwei besondere Programmpunkte öffnen die Workshopwoche zugleich für weitere Perspektiven und den öffentlichen Austausch: Am 7. Oktober stellt Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal bei KUNST&CO e.V. sein Buch über die vergessene Schauspielerin und Malerin Tela Tchaï vor, das im Jahr 2027 veröffentlicht wird (s.u.). Am 8. Oktober gibt Nataliia Tomenko mit ihrem Vortrag „The ARCA Oral History Project“ Einblicke in die Dokumentation von Zeitzeugnissen von Überlebenden des Genozids an den Roma in der Ukraine anhand des internationalen Oral-History-Projekts.
Workshop „Interdisziplinärer Transfer und Synergien“ Programm
Buchvorstellung von Klaus-Michael Bogdal
„Hi mangé leidȇmen pal mor mȇnnchȇnde“ - Ich sehne mich nach meinen Leuten.
Die vergessene Schauspielerin und Malerin Tela Tchaï
7. Oktober 2026, 18 Uhr | KUNST&CO e.V., Flensburg
Im Jahr 2027 zur Leipziger Buchmesse erscheint im Neofelis Verlag das neue Buch des Literaturwissenschaftlers Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal über die Sintizza Tela Tchaï.
Das Leben und Wirken Tela Tchaïs ist beeindruckend: In den 1930er Jahren feierte sie als Schauspielerin Erfolge, später widmete sie sich der Malerei. Ihre künstlerische Biografie geriet jedoch weitgehend in Vergessenheit. Bogdal hat sich auf die Suche nach den Spuren dieser außergewöhnlichen Frau gemacht und rekonstruiert ihr Leben und Wirken im Kontext der europäischen Verfolgungsgeschichte der Sinti*zze und Rom*nja.
Bei der Buchvorstellung spricht Klaus-Michael Bogdal (Universität Bielefeld) mit der Film- und Literaturwissenschaftlerin Dr. Radmila Mladenova (Critical Film and Image Hub, Universität Heidelberg) über seine Recherche, die überraschende Entdeckung von Materialien zu Tela Tchaïs Leben und künstlerischem Schaffen und die Entstehung des Buches. Dabei geht es auch um die Frage, wie vergessene Biografien von Künstler*innen aus der Minderheit wieder sichtbar werden und ihren Platz in der Kunstgeschichte und Erinnerungskultur finden können.
Die Veranstaltung wird organisiert von der DFG-Forschungsgruppe „Antiziganismus und Ambivalenz in Europa (1850–1950)“ und findet in Kooperation mit KUNST&CO e.V. , dem Critical Film and Image (Forschungsstelle Antiziganismus) und den bundesweiten „Upre Kethane! – Aktionswochen Sinti Roma“ statt.
Die vergessene Schauspielerin und Malerin Tela Tchaï - Europa-Universität Flensburg (EUF)