Virtuelle Forschungsumgebung zur Vernetzung aller Teilprojekte
Zusammenfassung
Die Ergebnisse der DFG-Forschungsgruppe werden über eine multimodale Datenbank integriert, die der wissenschaftlichen Öffentlichkeit auf Dauer zur Verfügung steht.
Das Teilprojekt 1 baut eine multimodale Datenbank als technische Infrastruktur der Forschungsgruppe in der Ereignisse, Werke und Personen strukturiert abgelegt und verknüpft werden können. Neben einer grundlegenden Kartierung und Auswertung antiziganistischer
Bilder vom Gemälde bis zur Bildreklame enthält die digitale Forschungsumgebung als multimodale Datenbank auch Bewegtbilder, Audiodaten und Textquellen zur systematischen Verknüpfung mit den einschlägigen flankierenden Materialien und Diskursen aller
beteiligten Disziplinen. Entsprechend der inhaltlichen Aufgaben sollen innerhalb der Forschungsumgebung Rezeptionswege und Reproduktionsverhältnisse durch teilautomatische Analyse mit bildverarbeitendden Algorithmen sichtbar werden (z.B. CNN und
Transformernetzwerke), so dass Ordnungen des Materials aus der multimodalen Datenbank heraus visualisiert werden können. Um die Tradierungswege auch räumlich nachzuverfolgen, werden Georeferenzierungen verwendet.
Forschungsfragen
1. Wie lässt sich eine offen zugängliche Forschungsumgebung aufsetzen, die nicht Stereotype affirmiert und kritische Quellen reproduziert?
2. Wie lassen sich betroffene Communities in den Aufbau der Forschungsumgebung ein beziehen?
3. In welchem Umfang lassen sich sensible Daten darstellen und wo stehen CARE und FAIR Prinzipien in direktem Widerspruch?
Workshop „Forschungsdaten und Wissensordnungen“
Der von dem Teilprojekt 1 ausgerichtete Workshop “Forschungsdaten und Wissensordnungen”, vom 4. - 5. September 2025, an der Philipps-Universität Marburg diskutierte die Möglichkeiten multimodaler Forschungsumgebungen auf Basis relationaler und multimodaler Datenbanken. Dabei wurden insbesondere der Grad der Vernetzung von Quellendaten sowie die Entwicklung gemeinsamer Metadatenstandards thematisiert. Die Teilprojekte stimmten sich über die gemeinsame Nutzung von Forschungsdaten ab und bezogen Perspektiven von Sinti*zze und Rom*nja ein, um marginalisierende Formen der Datenrepräsentation zu vermeiden. Zudem wurden Fragen der praktischen Umsetzung der CARE-Prinzipien sowie Chancen und Herausforderungen von Sichtbarkeit und Langzeitarchivierung behandelt.
Ziel des Workshops war die Konzeption einer gemeinsamen virtuellen Forschungsumgebung, in der Quellen systematisch erfasst, verknüpft und für kollaborative Forschung nutzbar gemacht werden. Dabei wurde von Beginn an die Berücksichtigung ethischer Anforderungen, insbesondere im Umgang mit sensiblen und diskriminierenden Inhalten, hervorgehoben.