Elizabeth Blicher
Curriculum Vitae
Elizabeth Blicher ist Doktorandin bei Prof. Dr. Anders Ehlers Dam an der Europa-Universität Flensburg. Ihre Dissertation befasst sich mit der Familie in der nordischen Literatur um 1900. Betreuerin ist Prof. Dr. Anna Bohlin von der Universität Bergen.
Sie schloss ihr Masterstudium der dänischen Literatur am Institut für Nordische Studien und Linguistik der Universität Kopenhagen im Jahr 2020 mit einer Preisarbeit abgeschlossen, die mit einer Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Diese Arbeit untersuchte die Bedeutung weiblicher Figuren für die Entwicklung der Hauptfiguren in drei großen dänischen Entwicklungsromanen: Meïr Aron Goldschmidts »Hjemløs« (1853–57), Henrik Pontoppidans »Lykke-Per« (1898–1904) und Jacob Paludans »Jørgen Stein« (1932–33).
Bei der Dänischen Gesellschaft für Sprache und Literatur (DSL) hat sie gemeinsam mit Professor emeritus Peer E. Sørensen und Jesper Gehlert Nielsen die textkritische Edition von Knut Hamsuns »Sult« (1890) erstellt und ist weiterhin an mehreren philologischen Publikationsprojekten aus dieser Zeit beteiligt.
Neben ihrer Forschungstätigkeit hält sie Vorträge und liefert Rezensionen für die dänische Tageszeitung Kristeligt Dagblad. Sie ist als Fachmanagerin für die Kategorien Hauptwerke, Literarische Institutionen und den Autor Henrik Pontoppidan an die dänische Nationalenzyklopädie Lex.dk angebunden.
Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen dänische und nordische Literatur, nordische Literaturgeschichte, Familiengeschichte und -theorie, Affekt- und Emotionstheorie sowie Editionsphilologie.
Projekt
Die Familie in der nordischen Literatur um 1900
Das Projekt untersucht die Darstellung der Familie in Werken bedeutender nordischer Autoren um 1900 (Knut Hamsun, Amalie Skram, Karin Michaëlis, Henrik Pontoppidan, Selma Lagerlöf und August Strindberg). Im Fokus stehen dabei die kulturhistorischen Vorstellungen von Familiengründung und Geschlecht. Ziel ist es, ein umfassendes und differenziertes Bild der Darstellung und Auseinandersetzung mit der Familie in der nordischen Literatur dieser Zeit zu zeichnen. Methoden und theoretische Ansätze umfassen Familien- und Kulturgeschichte sowie moderne Familientheorien. So soll die Bedeutung der Familie in den einzelnen Werken, im kollektiven Schrifttum und im Zusammenhang mit diesen mithilfe eines breiten hermeneutischen Verständnisses ergründet werden.