Workshops und Fortbildungen
Nachwuchs-Workshop für die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen der DFG- Forschungsgruppe „Antiziganismus und Ambivalenz in Europa (1850-1950)“
26.03.2025 | Europa-Universität Flensburg
Als Auftakt der DFG-Forschungsgruppe fand am 26. März 2026 der erste Workshop für die Nachwuchswissenschaftler*innen der DFG-Forschungsgruppe statt. Neun Nachwuchswissenschaftler*innen forschen im Rahmen des vierjährigen Projektes an der Universität Heidelberg, Justus-Liebig-Universität Gießen, Philipps-Universität Marburg und Europa-Universität Flensburg vor allem mit zwei Zielrichtungen: Zum einen werden Ausgrenzung, Vorurteile und Stereotype, die zwischen 1850 und 1950 vorherrschten, betrachtet und hinterfragt. Zum anderen wird erforscht, wie Sinti*zze und Rom*nja in dieser Zeit eigene Handlungsmöglichkeiten entwickelten und nutzten.
Der Workshop umfasste die Präsentation und Diskussion der geplanten Forschungsvorhaben sowie einen Austausch zu den kommenden Tagungen. Zudem wurden Angebote zur akademischen Karriereplanung an der Europa-Universität Flensburg vorgestellt, darunter das Interdisciplinary Centre for European Studies (ICES) und das Graduiertenzentrum (GraZ). Abschließend wurden individuelle Karriereentwicklungspläne diskutiert.
Winter School "Antigypsyism and Critical Whiteness"
5–7. Dezember 2025 | Europa-Universität Flensburg
Die Winter School zielte darauf ab, sich auf ethische Weise mit kritischen Fragen von Agency und Reparation von Sinti*zze und Rom*nja auseinanderzusetzen, einschließlich Selbstrepräsentation, Selbstartikulation und Emanzipation, die häufig strukturellem Antiziganismus in Wissenschaft und öffentlicher Wahrnehmung begegneten. Dieses transhistorische und transnationale Phänomen äußerte sich in strukturellem Rassismus, kultureller Aneignung sowie in der wissenschaftlichen Negierung der Lebensrealitäten, Wissensproduktion und kollektiven Erinnerungen von Sinti und Roma.
Im Rahmen der Winter School lernten die Teilnehmenden von international anerkannten Wissenschaftler*innen aus Europa und den USA über Themen wie Eugenik, Rassismus, Orientalismus, Gypsyology sowie über Theorien zu Whiteness, Intersektionalität und queerem Feminismus. Durch die Überbrückung zeitlicher und epistemischer Lücken verfolgte die Winter School einen interdisziplinären Ansatz, der Geschichte, Soziologie, Anthropologie, Pädagogik und Kulturwissenschaften einbezog.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Untersuchung von Repräsentationen von Sinti*zze und Rom*nja wobei dominante kulturelle Narrative, die schädliche Stereotype reproduzierten, kritisch hinterfragt wurden. Dabei diente Critical Whiteness als analytische Perspektive, um zu untersuchen, wie eurozentrische Sichtweisen und nicht reflektierte Privilegien historisches Wissen, soziale Hierarchien und öffentliche Wahrnehmung prägten.
Indem die Winter School die Agency und die gelebten Erfahrungen von Sinti*zze und Rom*nja in den Mittelpunkt stellte, trug sie dazu bei, verdrängte Erinnerungen, vernachlässigte historische Ereignisse und emanzipatorische Handlungen sichtbar zu machen, die einen integralen Bestandteil des europäischen kulturellen Erbes, der Werte und des kollektiven Gedächtnisses darstellten.
„Ethik der Wissensproduktion“: Workshop für Doktorand*innen und Postdocs
22.–27. Februar 2026 | Europa-Universität Flensburg
Die Workshopwoche an der Europa-Universität Flensburg bot den Nachwuchswissenschaftler*innen der DFG-Forschungsgruppe „Antiziganismus und Ambivalenz in Europa (1850-1950)“ Raum für konzentrierte Schreibphasen, eigenständiges Arbeiten sowie intensive Diskussionen zu aktuellen Projektständen und Problemstellungen. Teil des von Nele Feuring (Teilprojekt 3, EUF) organisierten,vielseitigen Programms waren u.a. eine Präsentation von Dr. Sebastian Lotto-Kusche(EUF) der Studie „Aufarbeitung der Geschichte der deutschen Sinti und Roma in Schleswig-Holstein“ mit anschließendem Austausch sowie ein gemeinsamer Besuch des Theaterstücks „Herbert“ in der Pilkentafel Flensburg mit anschließendem Gespräch.
Darüber hinaus fand eine intensive Diskussion zur virtuellen Forschungsumgebung der Forschungsgruppe statt, insbesondere mit Blick auf Analysekategorien und Schlüsselbegriffe sowie zu Fragen des kollaborativen Arbeitens zwischen den Teilprojekten.
Die Qualitätssicherung der Nachwuchsförderung ist ein wichtiger Bestandteil im Verbundprojekt und stärkt sowohl die individuelle Projektarbeit als auch den internen wissenschaftlichen Austausch und die interdisziplinäre Vernetzung innerhalb der DFG-Forschungsgruppe.