Empowerment-Workshops
„So tickt Wissenschaft – Spielregeln der Scientific Community“
Empowerment-Workshop für Studierende der Sinti* und Roma* im Rahmen der 2. Tagung der
DFG-geförderten Forschungsgruppe „Antiziganismus und Ambivalenz in Europa (1850–1950)“
11. November 2026, 9:00 – 12:00 Uhr, Internationales Wissenschaftsforum Heidelberg
Wie funktioniert Wissenschaft eigentlich – und welche Spielregeln gelten in der Scientific Community?
Welche formellen und informellen Strukturen prägen akademische Bildungs- und Karrierewege? Und wie
können Studierende und Nachwuchswissenschaftler*innen der Sinti* und Roma* diese Strukturen
selbstbewusst für den eigenen Weg nutzen?
Der Empowerment-Workshop „So tickt Wissenschaft – Spielregeln der Scientific Community“ bietet
Raum für Orientierung, Austausch und Vernetzung. Er richtet sich an Studierende der Sinti* und Roma*,
die sich für wissenschaftliches Arbeiten interessieren oder bereits erste Erfahrungen an Hochschule und
in der Forschung gesammelt haben. Ausgangspunkt des Workshops ist die aktuelle Studie
„Sinti* und Roma* in der deutschen Hochschullandschaft“, die von Radoslav Ganev, Mitglied des Beirats
der DFG-Forschungsgruppe, verfasst und von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gefördert wurde.
Im Rahmen des Workshops gibt Atide Jasarova (RomAnity e. V.) einen Einblick in die Situation von Sinti*
und Rom* im deutschen Hochschulsystem und eröffnet damit die gemeinsame Diskussion.
Im Mittelpunkt stehen Fragen, die für den eigenen akademischen Weg relevant sind: Welche Fördermöglichkeiten
gibt es für Studierende und Promovierende aus der Community? Wie lassen sich Netzwerke aufbauen und
Diskriminierungserfahrungen im Hochschulalltag einordnen und bewältigen? Und welche Strategien können
dabei helfen, die eigene wissenschaftliche Laufbahn aktiv zu gestalten? Neben der Vermittlung von
Orientierungswissen bietet der Workshop vor allem die Möglichkeit zum persönlichen Austausch mit
erfahrenen Wissenschaftler*innen, zur Reflexion eigener Erfahrungen und zur Vernetzung mit anderen
Studierenden und Nachwuchswissenschaftler*innen aus der Community. Dabei geht es nicht nur darum,
das Wissenschaftssystem kennenzulernen, sondern auch darum, eigene Handlungsspielräume zu erkennen und zu stärken.
Der Workshop findet im Rahmen der zweiten internationalen Tagung der DFG-Forschungsgruppe
„Antiziganismus und Ambivalenz in Europa (1850–1950)“ statt. Die Tagung widmet sich
vom 9. bis 11. November 2026 im Internationalen Wissenschaftsforum Heidelberg dem Thema
„Selbstartikulation und Europäische Verfolgungsgeschichte“.
Die Teilnehmer*innen des Workshops sind ausdrücklich eingeladen, bereits vor dem Workshop an den
wissenschaftlichen Panels und Diskussionen der Tagung teilzunehmen und so unmittelbare Einblicke
in aktuelle Forschungsdebatten zu gewinnen.
Termin: 11. November 2026, 9:00 – 12:00 Uhr
Ort: Internationales Wissenschaftsforum Heidelberg
Leitung: Atide Jasarova (RomAnity e.V.)
Für Studierende der Sinti* und Roma* werden die Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten übernommen.
Anmeldungen per Mail an s.taubert-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-
„Authorship as Power – Empowerment through Poetry and Spoken Word“
Im Vorfeld der Tagung “Wissenszirkulation und Ästhetik des Spektakulären” an der JLU Gießen
(28. - 29. Jan 2026) fand der erste von vier geplanten Empowerment-Workshops für Studierende
aus der deutschen und internationalen Sinti* und Roma*-Community statt. Die
Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, an dem zweisprachigen Workshop „Authorship as Power –
Empowerment through Poetry and Spoken Word“ unter der Leitung von Cat/Catalin Jugravu (MxCAT)–
Theaterregisseur*in, Schauspieler*in und Forscher*in aus Berlin – teilzunehmen.
Den inhaltlichen Auftakt bildete ein Vortrag von Francesco Arman, Beiratsmitglied der
Forschungsgruppe, und Kirsten von Hagen zum Thema „Carmen – Soziokulturelle und ästhetische
Aspekte und Aufführungen eines Textes im Wandel“, der zur kritischen Auseinandersetzung mit
ethischen Fragen der Repräsentation von Sinti*zze und Rom*nja in Kunst und Kultur einlud.
Die Workshop-Teilnehmer*innen waren zur Konferenz eingeladen und präsentierten am Abend des
ersten Konferenztages im Foyer des GCSC-International Graduate Centre for the Study of Culture
die öffentliche Performance „THE TEXTS WE KEEP — A Public Multilingual Poetry Reading“. Die
mehrsprachige Lyriklesung setzte ein eindrucksvolles Zeichen für Autor*innenschaft,
Selbstrepräsentation und künstlerische Agency. Sie unterstrich den Anspruch der
Forschungsgruppe, wissenschaftliche Analyse, Empowerment und künstlerische Praxis miteinander
in Dialog zu bringen.