Projektleitung

Laufzeit

01.11.2020 bis 31.12.2023

Mitarbeitende

Projektpartner

Landesvereinigung f. Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein e.V.  (LVGFSH)

Equippers Flensburg e.V.

Finanzierung

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

KlimaFood

Lebensweltorientierte klimafreundliche und gesundheitsfördernde Ernährungsbildung vulnerabler Bevölkerungsgruppen

im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung mit dem Ziel, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Deutschland nachhaltig zu verbessern.

Neues Forschungsprojekt startet: KlimaFood

Symbolischer Startschuss mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und zugeschaltet Prof. Dr. Ulrike Johannsen. (Foto: BMEL)
Symbolischer Startschuss mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und zugeschaltet Prof. Dr. Ulrike Johannsen (Foto: BMEL).

Europa-Universität Flensburg erhält 1,6 Millionen Euro für Konzept zur gesunden & nachhaltigen Ernährung vulnerabler Bevölkerungsgruppen.

Mit gut 1,6 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Forschungsprojekt "Lebensweltorientierte klimafreundliche & gesundheitsfördernde Ernährungsbildung vulnerabler Bevölkerungsgruppen". Die Förderurkunde hat der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel heute (11.12.) im Rahmen einer Videokonferenz an Projektleiterin Prof. Dr. Ulrike Johannsen, Professorin für Ernährung, Gesundheit und Konsum an der Europa-Universität Flensburg (EUF), symbolisch übergeben. Das Vorhaben hat zum Ziel, Lösungen für die Frage zu erarbeiten, wie vulnerable und bildungsferne Bevölkerungsschichten mit gezielter Ernährungsbildung zu einer gesunden und nachhaltigen Ernährung aktiviert werden können.

"Zwei Ziele stehen im Mittelpunkt dieses Projekts", erklärt Ulrike Johannsen, "die Förderung eines klimafreundlichen und nachhaltigen Ernährungs(bildungs)systems sowie die Stärkung der Gesundheit vulnerabler und bildungsferner Bevölkerungsgruppen."

Ernährungsbildungssystem und Gesundheit im Blick

Beide Ziele gehören zusammen: Denn die Lebensmittelproduktion zählt zu den bedeutendsten Verursachern von Treibhausgasemissionen und des Verlusts biologischer Vielfalt und verursacht 70 % der Frischwassernutzung. Die Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit einer gesunden Ernährung aus nachhaltiger Lebensmittelproduktion stellt daher eine immense Herausforderung dar. Expert*innen der Bereiche Gesundheit, Landwirtschaft, Politikwissenschaft und Umweltverträglichkeit aus 16 Ländern haben in der Eat-Lancet-Kommission Anfang 2019 unter der Bezeichnung Planetary Health Diet einen Speiseplan erstellt, der die Gesundheit des Menschen und der Erde gleichermaßen schützen soll. Danach soll der Konsum von Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen verdoppelt, der Verzehr von Fleisch und Zucker dagegen halbiert werden.

Heterogene Bevölkerungsgruppen erreichen

"Zur Umsetzung dieser Ziele fordert die Kommission aktuell einen radikalen gesellschaftspolitischen Transformationsprozess. Dazu, wie dieser innerhalb der Alltags-, Lebens- und Konsumwelten zu gestalten sei, gibt die Kommission zahlreiche Hinweise, doch auf die Frage, wie heterogene Bevölkerungsgruppen diesbezüglich erreicht und zu einem entsprechenden Handeln aktiviert und motiviert werden können, gibt es bisher kaum Antworten", sagt Ulrike Johannsen. "Diese Antworten suchen und entwickeln wir. Wir wissen, dass sozio-demographische Faktoren das Essverhalten und die Gesundheit beeinflussen. Ein niedriger sozioökonomischer Status geht häufiger mit Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Adipositas und Depressionen einher. Insofern adressieren wir in diesem Projekt in einer Sektor übergreifenden, interdisziplinären Zusammenarbeit die Themen Klimaschutz, Ernährung, Bildung und soziale Lebenswelten."

Modellraum Schleswig-Holstein

Mittels niedrigschwelliger sowie formeller und informeller Lernangebote soll eine Struktur geschaffen werden, die bestehende Hilfesysteme, vorhandene Angebote sowie primär außerschulische Bildungssysteme miteinander verschränkt. Schleswig-Holstein fungiert hier zunächst als Modellraum. Anschließend erfolgt der bundesweite Transfer. Als Projektpartner sind u.a. Landesvereinigungen für Gesundheitsförderung und die TAFEL Deutschland e.V. mit ihren bundesweiten Netzwerken eingebunden.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft  im Rahmen des Aktionsplans "IN FORM– Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten gefördert. Bei der Überreichung der Urkunde erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel: "Ziel unserer Ernährungspolitik ist es, eine gesunde und nachhaltige Ernährung für alle in Deutschland lebenden Menschen möglich zu machen. Dafür müssen wir ganzheitlich und konsequent auf verschiedenen Ebenen aktiv werden. Vor allem wollen wir sicherstellen, Ernährungswissen gezielt so zu vermitteln, dass alle Bevölkerungsgruppen von klein auf, in ihrer unmittelbaren Umgebung mit Basiskompetenz im Bereich Ernährung ausgestattet sind. Denn Ernährungskompetenz schafft Lebensqualität."

Text: Kathrin Fischer

Über IN FORM:

IN FORM ist Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und Bewegung. Sie wurde 2008 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und vom Bundes-ministerium für Gesundheit (BMG) initiiert und ist seitdem bundesweit mit Projektpartnern in allen Lebensbereichen aktiv. Ziel ist, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Menschen dauerhaft zu verbessern.

Weitere Informationen unter: www.in-form.de