Projektleitung

Mitarbeitende

Projektpartner

Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein e.V.  (LVGFSH)

Equippers Flensburg e.V.

Finanzierung

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

KlimaFood

Lebensweltorientierte klimafreundliche und gesundheitsfördernde Ernährungsbildung vulnerabler Bevölkerungsgruppen

Gesundheitsförderliche und klimafreundliche Ernährung alltagspraktisch zu vermitteln, sodass nicht nur Wissen gewonnen, sondern auch der Schritt zum Handeln gemacht werden kann – das ist das Ziel des KlimaFood-Projektes. Das Projekt will dabei vor allem die Menschen erreichen, die von Ernährungsbildung bisher zu selten profitieren: z. B. Jugendliche und junge Erwachsene aus bildungsfernen Familien, Menschen, die von Ernährungsarmut betroffen sind sowie Personen mit geringer Literalität, Migrations- oder Fluchthintergrund.

Laufzeit

01.11.2020 bis 31.12.2023

Schlüsselbegriffe

Food Literacy, Ernährung und Nachhaltigkeit, vulnerable Zielgruppen, Ernährungsbildung in Lebenswelten, innovative Lernarrangements, aufsuchende Ernährungsbildung in Komm-Strukturen, Service-Learning-Ansatz

Beschreibung

Die Ernährung hat sowohl auf die Gesundheit des Menschen als auch auf die Umwelt großen Einfluss. Die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, zubereiten, verzehren oder auch wegwerfen trägt zum Klimawandel bei und verstärkt seine negativen Folgen für das Leben auf der Erde (Berry et al. 2015; Willett et al. 2019).

Das dreijährige IN FORM-Projekt "KlimaFood" zielt deshalb darauf ab, Ernährungsbildungsangebote zu schaffen, welche zu einer gesundheitsförderlichen und klimafreundlichen Ernährungsweise aktivieren. Diese Angebote sollen Menschen in ihren Lebenswelten erreichen und sie bei der Gestaltung einer nachhaltigen Ernährung in ihrem Alltag unterstützen. "Zwei Ziele stehen im Mittelpunkt dieses Projektes", erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Ulrike Johannsen, Professorin für Ernährung, Gesundheit und Konsum an der Europa-Universität Flensburg (EUF), "die Förderung eines klimafreundlichen und nachhaltigen Ernährungs(bildungs)systems sowie die Stärkung der Gesundheit vulnerabler und bildungsferner Bevölkerungsgruppen." Denn vulnerable Bevölkerungsgruppen – wie Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien, Erwachsene und Senioren mit geringem Einkommen sowie Menschen mit Vorerkrankungen – weisen ein höheres Risiko für ernährungsmitbedingte Erkrankungen auf. Gleichzeitig ist die praktische Umsetzung einer gesundheitsförderlichen Ernährung für sie häufig eine Herausforderung, was unter anderem an den begrenzten Ressourcen liegt, die ihnen zur Verfügung stehen. Die Aufgabe von KlimaFood ist deshalb insbesondere neue Wege zu gehen und Methoden zu entwickeln, mit denen diese Zielgruppen erreicht und gefördert werden können.

Entwicklung in Schleswig-Holstein - Umsetzung in ganz Deutschland

Die Entwicklung von neuen Maßnahmen und Methoden, mit denen eine klimafreundliche und gesundheitsförderliche Ernährung in die Lebenswelten und den Alltag der Zielgruppen transportiert werden, steht zunächst im Vordergrund. Im nächsten Schritt findet eine Erprobung dieser neuen Bildungsangebote in verschiedenen Regionen in Schleswig-Holstein statt. Im weiteren Verlauf des Projektes werden die neuen Konzepte und Angebote in einem bundesweiten Roll-Out in andere Bundesländer übertragen und so in der Praxis etabliert.

Zusammen mit verschiedenen Praxispartner*innen geht KlimaFood dabei auf drei verschiedenen Wegen vor:

  • Komm-Struktur: Bildungsangebote zu klimafreundlicher und gesundheitsförderlicher Ernährung werden in bereits bestehenden Strukturen, wie z. B. Familienbildungsstätten, Stadtteiltreffs und Begegnungsstätten oder Angebote der TAFEL integriert. Sie orientieren sich alltagspraktisch an den Bedürfnissen der Menschen, die diese Strukturen nutzen. Dazu dient die Entwicklung von Bildungsmaterialien und spielepädagogischen Ansätzen, wie beispielsweise Escape-Spiele.
  • Geh-Struktur: Gemeinsam mit der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Schleswig-Holstein entwickelt die Europa-Universität Flensburg Methoden der Ernährungsbildung, die die Zielgruppen dort aufsuchen und antreffen, wo sie sich aufhalten – in ihren Lebenswelten. Geplant ist unter anderem die Gestaltung eines KlimaFood-Bikes, mit dem beispielsweise Jugend- und Familientreffs, Einkaufszentren oder Stadtteilfeste besucht werden können.
  • Service-Learning-Struktur: In diesen Konzepten engagieren sich Personen der Zielgruppe selbst, um ihrem Umfeld klimafreundliche Ernährung zu vermitteln. Dadurch tragen sie nicht nur Ernährungswissen in ihre Lebenswelten, sondern entwickeln selber neue Ernährungskompetenzen und werden darin gestärkt, ihre Ernährung eigenverantwortlich und verantwortungsbewusst zu gestalten. Modellhaft werden in Zusammenarbeit mit Equippers Flensburg e.V. Service-Learning-Strukturen, beispielweise im Rahmen einer Café-Arbeit und der Vermittlung über soziale Medien, in der Jugendarbeit aufgebaut und erprobt.

Über IN FORM:

IN FORM ist Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und Bewegung. Sie wurde 2008 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) initiiert und ist seitdem bundesweit mit Projektpartnern in allen Lebensbereichen aktiv. Ziel ist, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Menschen dauerhaft zu verbessern.

Weitere Informationen unter: www.in-form.de