Banking Time: Beziehung stärken – Verhaltensprobleme reduzieren

Banking Time

Im Rahmen des Projektes werden 12 Lehrkräfte aus Schleswig-Holstein in den Techniken und Methoden der beziehungsförderlichen Intervention „Banking Time“ fortgebildet. Die erlernten Techniken setzen die Lehrkräfte anschließend mit einem Kind ein. Diese Interventionsphase wird wissenschaftlich begleitet.

Kurzübersicht

Stichworte
Banking Time, Lehrer*in-Schüler*in-Beziehung, Beziehungsförderliche Intervention, Lehrkräfteprofessionalisierung
Laufzeit
01.01.26 - 30.06.26
Institutionen der EUF
Institut für Sonderpädagogik, Abteilung Pädagogik im Schwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung

Beschreibung

Beziehung stärken – Verhaltensprobleme reduzieren

Die Gestaltung tragfähiger Lehrer*in-Schüler*in-Beziehungen (LSB) beschreibt eine Grundlage pädagogischen Handelns und ist eine Ressource und Voraussetzung für die Entwicklung von akademischen, kognitiven und emotional-sozialen Kompetenzen (Bolz et al., 2026). In besonderem Ausmaß gilt dies in der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung (ESE) (Bolz, 2021), denn Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf ESE und damit assoziierten emotionalen und Verhaltensproblemen erleben häufig von Konflikt und Abhängigkeit geprägte Beziehungen (Vösgen-Nordloh et al., 2023). Lehrkräfteprofessionalisierung muss demnach besondere Aufmerksamkeit auf die Qualifizierung für die Umsetzung beziehungsförderlicher Maßnahmen richten.

Die Banking Time (Pianta & Hamre, 2001) ist eine dyadische Intervention, d.h. eine beziehungsförderliche Maßnahme bezogen auf die Beziehung einer Schüler*in zu einer Lehrkraft, die gleichermaßen am Kind und der Lehrkraft ansetzt. Die Banking Time wird mit einem Kind durchgeführt, zu dem die Lehrkraft die Beziehung als besonders belastet erlebt. Das Ziel ist es, die Qualität der Interaktionen zwischen diesen beiden Personen durch die Anhäufung von sog. Beziehungskapital durch den intensiven 1:1-Kontakt zu verbessern. Eine Banking Time-Sequenz umfasst etwa 10-15 Minuten, die mit Aktivitäten gestaltet werden, die ausschließlich das Kind vorgibt (Williford et al., 2020).

Das Konzept der Banking Time wurde in den USA sowie in der Schweiz und in Nordrhein-Westfalen bereits vielversprechend evaluiert (LoCasale-Crouch et al., 2018; Neuhauser & Mohr, 2023;[PV1]  Vösgen-Nordloh et al., angenommen) und soll nun mit schleswig-holsteinischen Lehrkräften implementiert und evaluiert werden. Im Rahmen des Projekts werden 12 Lehrkräfte in zwei 2-tägigen Workshops in den Grundlagen der Banking Time qualifiziert und für die konkreten Techniken geschult. Im Rahmen einer Begleitevaluation schätzen die Lehrkräfte und Schüler*innen über den gesamten Durchführungszeitraum wiederholt verschiedene Dimensionen ein (z.B. Verhaltensprobleme, Qualität der LSB).

Das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse liegt auf folgenden Bereichen:

  • Verbesserung der Qualität der dyadischen Lehrer*in-Schüler*in-Beziehung aus Schüler*innen- und Lehrer*innen-Perspektive
  • Reduktion von Verhaltensproblemen bei den Schüler*innen
  • Veränderung des Selbstwirksamkeitserlebens und der Emotionen von Lehrkräften
  • Einsatz spezifischer Lehrer*innen-Handlungen in den Banking Time-Sequenzen
  • Beurteilung von Umsetzbarkeit und Nutzen aus Lehrer*innen-Perspektive.

Die Ergebnisse sollen für die weitere Lehrkräfteprofessionalisierung nutzbar gemacht und so ins Praxisfeld zurückgespielt werden.

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Projektpartner: 
Dr. Tijs Bolz, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Dr. Alex Neuhauser und Dr. Lars Mohr, HfH Zürich

Verantwortlich