Tagungsprogramm

Wir freuen uns, Ihnen die Keynotes und Keynotespeaker*innen vorstellen zu können:

In Zeiten der Faschisierung. Bewegt sich die Erziehungswissenschaft? Wohin? (Prof. Dr. Paul Mecheril, Universität Bielefeld)

Wir befinden uns gesellschaftlich in einer Situation, in der der Ausdruck Migration politisch und medial sehr eng mit Themen wie Bedrohung, Illegitimität und Problemlagen assoziiert wird, so dass Migration fast zu einer Chiffre für das gesellschaftlich Unerwünschte geworden ist. Wir befinden uns in einer Zeit der Faschisierung gesellschaftlicher Verhältnisse, welche unter anderem mit der Verabsolutierung des Vorrangs einer partikularen sozialen Einheit („Volk“) einhergeht. In meinem Vortrag will ich erstens die Diagnose der Faschisierung gesellschaftlicher Verhältnisse erläutern und zweitens fragen, in welchem Verhältnis die deutschsprachige Erziehungswissenschaft dazu steht.

Zum Versagen von Bewegung (Prof.in Dr.in Natascha Khakpour, Pädagogische Hochschule Wien)

In meinem Vortrag interessiere ich mich für Formen und Bedingungen des Versagens von Bewegung. Versagen wird dabei dreifach gewendet: als Scheitern, als Nicht-Gestattet-Werden und als Selbstentsagung. Mit diesem kleinen Fächer des Versagens möchte ich dem Verhältnis von konjunkturellen Verschiebungen und der Verschärfung rassistischer Ordnungen nachgehen und fragen, wie sich diese in die (Un)Möglichkeit politischer und subjektiver Bewegung einschreiben. Es geht mir zudem darum zu diskutieren, dass gesellschaftliche Krisen nicht nur Bewegungen hervorbringen, sondern ebenso Formen der Erschöpfung, des Rückzugs und der Unbeweglichkeit. Abschließend frage ich, wie solche Erfahrungen gesellschaftsanalytisch einbezogen werden können, ohne sie als bloße Niederlage zu lesen.