News der Transformationsstudien

Postwachstum und Dekolonisation neu gedacht

Neue Veröffentlichung verbindet Postwachstum mit dekolonialen Perspektiven und globaler Gerechtigkeit.

Beim Konzeptwerk Neue Ökonomie ist ein Essay von Matthias Schmelzer und Tonny Nowshin veröffentlicht worden zur Verbindung von Postwachstum und Dekolonisation. Der Beitrag diskutiert, wie wachstumskritische Ansätze mit dekolonialen Perspektiven verschränkt werden können und welche blinden Flecken in bisherigen Postwachstumsdebatten bestehen. Dieser erscheint in der Reihe: Bausteine für Klimareparationen: Perspektiven aus dem Globalen Süden ins Zentrum rücken. 

Im Zentrum steht die Frage, wie globale Ungleichheiten, koloniale Kontinuitäten und Ressourcenverhältnisse stärker in wachstumskritische Analysen integriert werden können. Dabei wird deutlich, dass Postwachstum ohne eine grundlegende Auseinandersetzung mit kolonialen Machtverhältnissen unzureichend bleibt.

Der Ankündigungstext sagt: Ein wesentliches Element von Klimareparationen ist die Garantie der Nicht-Wiederholung: Es muss sichergestellt werden, dass die strukturellen Ursachen des Schadens nicht fortbestehen. Im Kontext von Klimagerechtigkeit wird „Wiederholung“ durch die fortlaufende Reproduktion von Ungleichheiten durch ein globales Wirtschaftssystem angetrieben. Ein Wirtschaftssystem, das auf der Extraktion von Ressourcen, Arbeit und Umwelt der Länder des Globalen Südens beruht. Die Garantie der Nicht-Wiederholung ernst zu nehmen, bedeutet daher, sich mit der wirtschaftlichen und politischen Ordnung auseinanderzusetzen, die diese Schäden hervorbringt. Es bedeutet eine Beendigung des wachstumsorientierten, extraktivistischen Modells, welches die derzeitige Weltwirtschaft stützt und die kontinuierliche Ausbeutung von Menschen und Umwelt ermöglicht. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, müssen Postwachstums-Perspektiven mit dekolonialen Ansätzen integriert werden. Gemeinsam bieten sie eine Vision – eine Welt nach dem Wachstum.

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