News der Transformationsstudien

Eröffnung der Transformation Dialogue an Leuphana Universität

Matthias Schmelzer im Gespräch mit Gretchen Bakke über das Verhältnis von Sprache, Wandel und politischem Aktivismus

Am 6. Mai 2026 startet an der Leuphana Universität Lüneburg die Versanstaltungsreihe „Transformation Dialogues“ mit einem Auftaktgespräch unter dem Titel „Language Change and Political Activism“. Matthias Schmelzer (Europa-Universität Flensburg) diskutiert gemeinsam mit Prof. Dr. Gretchen Bakke (Humboldt-Universität zu Berlin); die Moderation übernimmt Dr. Anke Gruendel vom Leuphana Transformation Lab.

Im Zentrum steht die Frage, ob Transformation ein leeres Etikett sei oder der Begriff tatsächliche Substanz trage. Schmelzer bringt als Wirtschaftshistoriker und Transformationsforscher Perspektiven aus den Debatten um Wachstumsparadigma, fossile Mentalitäten und Degrowth ein. Bakke nimmt aus anthropologischer Sicht in den Blick, wie morphologische Verschiebungen in Sprache neue Welten hervorbringen.

Der Dialog lotet das Spannungsverhältnis „between transforming words and transforming worlds" aus — also die Frage, wann begriffliche Innovationen wie Degrowth, Dekarbonisierung oder Rewilding gesellschaftlichen Wandel ermöglichen und wann sie ihn ersetzen. 

Der Ankündungstext heißt:Ist Transformation ein leeres Schlagwort oder hat der Begriff reale Substanz? Einerseits prägen Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen fortlaufend neue Begriffe wie Degrowth oder Energiewende, die problematische gesellschaftliche Zustände benennen und alternative, gerechtere und nachhaltigere Zukünfte entwerfen. Andererseits besteht die Gefahr, dass diese Konzepte selbst zum zentralen Ort von Transformation werden und materielle, politische und institutionelle Veränderungen in ein reines Sprachregister verschieben. Der Dialog untersucht dieses Spannungsverhältnis und fragt, wann begriffliche Innovation sozialen Wandel ermöglicht – und wann sie ihn ersetzt. Teilnehmende gewinnen ein vertieftes Verständnis dafür, wie Neologismen – etwa Dekarbonisierung, Pluriversum oder Rewilding – reale Veränderungen hervorbringen und politisches Handeln ermöglichen oder begrenzen.

Der Dialog wird von Dr. Anke Gruendel (Leuphana Transformation Lab) moderiert.

Die Transformation Dialogues bringen zwei Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Disziplinen ins Gespräch darüber, wie Transformation heute verhandelt wird. Der Begriff ist in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft allgegenwärtig, bleibt jedoch oft unbestimmt. Die Veranstaltungsreihe des Leuphana Transformation Lab schafft einen Raum für interdisziplinären Austausch, in dem unterschiedliche Forschungsperspektiven zu einer lebendigen Auseinandersetzung mit Transformation beitragen.

Leuphana University of Lüneburg I C40.256 

Mi., 6. Mai 2026, 16–18 Uhr

Hier geht es zum Programm.