News der Transformationsstudien
Degrowth und Umweltgeschichte neu zusammengedacht
Im wissenschaftlichen Forum „Degrowth and Environmental History: Toward Critical Encounters“ in der Zeitschrift Environmental History geben Matthias Schmelzer und Andy Bruno (Indiana University Bloomington) einen systematischen Überblick über Schnittstellen zwischen Degrowth-Debatten und umwelthistorischer Forschung. Das Forum, das die beiden herausgegeben haben, zielt darauf, wachstumskritische Perspektiven stärker mit historischer Analyse ökologischer Krisen, Arbeitsverhältnisse und gesellschaftlicher Stoffwechselprozesse zu verbinden. Und es erscheint in der wichtigsten internationalen Zeitschrift für Umweltgeschichte, die von The American Society for Environmental History and the Forest History Society herausgegeben wird.
Neben dem einleitenden Beitrag von Andy Bruno und Matthias Schmelzer versammelt das Forum internationale Beiträge, die Degrowth aus unterschiedlichen regionalen und thematischen Perspektiven beleuchten. Dazu zählen Aufsätze von Venus Bivar (University of Rochester) zur politischen Ökonomie des Wachstums, Joan Martínez-Alier (Universitat Autònoma de Barcelona) zu Degrowth-Praxen im Globalen Süden sowie Julia Adeney Thomas (University of Notre Dame) zu Redundanz und planetarer Destabilisierung in Japan.
Weitere Beiträge analysieren historische Arbeits- und Produktionsverhältnisse im Kontext der Großen Beschleunigung (Stefania Barca, Universidade de Coimbra), den Wachstumsimperativ im sowjetischen Sozialismus (Andy Bruno, Indiana University Bloomington) sowie Reparatur, Instandhaltung und materielle Sorge als historische Alternativen zum Wachstumsparadigma (Carl Wennerlind und Fredrik Albritton Jonsson, Barnard College / Harvard University). Das Forum leistet damit einen wichtigen Beitrag zur historisch fundierten Weiterentwicklung wachstumskritischer Transformationsforschung.