Offizielle Pressemitteilungen der Europa-Universität Flensburg (EUF)
Wenn es knistert und die Funken fliegen
Prof. Dr. Breno Arsioli Moura schaut sich die Bilder ganz genau an. Im Rahmen des Humboldt-Stipendium ist der als Gastwissenschaftler an das Institut für Physik und ihre Didaktik an die Europa-Universität Flensburg gekommen. Ein Jahr lang hat er hier zu Bildern der Elektrizitätslehre im 18. Jahrhundert geforscht. Untersucht hat er dabei, welche Bilder die Versuchsbeschreibungen ergänzen und wie Experimente und physikalische Phänomene dargestellt werden.
„Nachdem ich mir die Bilder des bekannten Drachen-Experiments von Benjamin Franklin angeschaut hatte und festgestellt habe, dass es davon keine korrekten Darstellungen gibt, habe ich mich gefragt, was man in Bildern anderer Epochen der Physikgeschichte entdecken würde“, erklärt Prof. Dr. Breno Arsioli Moura sein Interesse für die Illustrationen.
Gleich aus mehreren Perspektiven offenbaren die Grafiken interessante Beobachtungen. Prof. Dr. Breno Arsioli Moura beschreibt seinen Forschungsansatz so: „Die Geschichte der europäischen Elektrizitätslehre ist schon sehr gut untersucht. Was bisher noch wenig betrachtet wurde, sind die Grafiken, die diese Geschichte illustrieren. Hier gibt es noch einiges zu entdecken.“
Zirkulierende Ideen und Frauen in der Wissenschaft des 18. Jahrhunderts
Unter anderem in Kiel, München, Berlin und Paris besuchte Arsioli Moura Archive und verglich die unterschiedlichsten Darstellungen von physikalischen Experimenten und Phänomen. In ihnen zeigt sich: Wissenschaftliche Ansätze zirkulierten im 18. Jahrhundert in ganz Europa. Verschiedene Grafiken zeigen Szenen im gleichen Stil. Gleichzeitig ähneln sich die Illustrationen von Versuchsaufbauten in unterschiedlichen Ländern.
An den Variationen in den Darstellungen werden spannende Unterschiede deutlich. Während im deutschsprachigen Raum in den Illustrationen vornehmlich Männer zu sehen sind, zeigen Grafiken aus dem italienischen und französischen Raum auch Frauen.
Wenn die Funken fliegen
Auch technische Details offenbaren sich in den Kupferstichen und Illustrationen der naturwissenschaftlichen Experimente. Funken werden beispielsweise in verschiedenen Weisen dargestellt. So gibt es feuerähnliche Darstellungen, aber auch Darstellungen, die Funken als wurzelähnliche Strukturen zeigen oder eher flussähnlich.
Und dann ist da noch die Sache mit den Menschen hinter den Grafiken. „Nur wenige derjenigen, die die Grafiken erstellt haben, sind bekannt. Meist sind die Illustrationen anonym veröffentlicht worden. Vereinzelt finden sich Namen unter den Grafiken. Mit Finanzbüchern konnte ich diesem im Einzelfall dann verfolgen“, so Arsioli Moura. Eine solche Anerkennung der künstlerischen Leistung ist jedoch eher selten gewesen.
Humboldt-Forschungsstipendium ermöglicht Forschung in Europa
„Im vergangenen Jahr habe ich durch das Humboldt-Stipendium die Möglichkeit bekommen direkt in Europa zu den Darstellungen der europäischen Elektrizitätslehre zu forschen. Und es zeigt sich, dass es einige Aspekte an den Illustrationen gibt, die weitererforscht werden können.“, freut sich Prof. Dr. Breno Arsioli Moura. Nach dem Ende seines einjährigen Forschungsaufenthaltes geht er zurück nach Brasilien. Aus seinen Forschungserkenntnissen soll ein Buch entstehen.
Zur Person
Prof. Dr. Breno Arsioli Moura ist brasilianischer Wissenschaftler an der Federal University of ABC Brazil. Er beschäftigt sich mit der Physik und ihrer Didaktik. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf historischen Illustrationen von physikalischen Experimenten und Phänomenen, um ein tieferes Verständnis für die Geschichte physikalischer Entdeckungen und Forschung zu erhalten.
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