Kerstin Hansen und Dr. Tobias Sohr in Griechenland

Kerstin Hansen (Institut für Mathematik) und Dr. Tobias Sohr (Institut für Mathematik) haben ein Blended Intensive Programme (BIP) an der Demokrit-Universität Thrakien in Alexandroupolis durchgeführt. 

Motivation für den Aufenthalt

„Praxiserfahrung“ ist wohl die meistgenannte Antwort, wenn Lehramtsstudierende gefragt werden, was sie sich im Studium wünschen. Fragt man wiederum ehemalige Studierende nach den prägendsten Momenten des Studiums, erzählen diese oft von Auslandsaufenthalten im Rahmen eines Erasmus+ Programmes und den dadurch gewonnenen Erfahrungen und internationalen Freundschaften.

Die Idee des einwöchigen Blended Intensive Programmes an der EMERGE-Partnerhochschule in Alexandroupolis (Griechenland) war insofern, beides zusammenzuwerfen: Teams aus je drei Studierenden der beteiligten Universitäten unterrichten in einer griechischen Schule gemeinsam eine 90-minütige Unterrichtseinheit. Nachdem mit den Projektpartnern aus Alexandroupolis (Griechenland), Prešov (Slowakei), Burgos & A Coruña (Spanien) bereits in den vergangenen Jahren Blended Intensive Programmes in Spanien, der Slowakei und Deutschland organisiert wurden, erklärte sich dieses Mal unsere griechische Kollegin bereit, uns im schönen Alexandroupolis willkommen zu heißen. 

Vorbereitung

Geplant wurde der Kurs gemeinsam mit Dozierenden der Universitäten Alexandroupolis, Burgos, Prešov und der EUF, sowohl während mehrerer Onlinemeetings als auch während eines gemeinsamen dreitägigen Aufenthaltes in Prešov im Februar 2026. Nachdem wir im Dezember 2025 bereits einige interessierte Studierende für das BIP gewinnen konnten, erhielten wir im Januar von unserer griechischen Kollegin die positive Rückmeldung, dass wir allen Interessierten auch einen Platz anbieten konnten. Das Ausfüllen aller nötigen Dokumente war dank der geduldigen Unterstützung durch die Kolleginnen im International Center sowohl für uns als auch die Studierenden gut zu bewältigen. Um die digitale Zusammenarbeit während des BIPs interaktiver gestalten zu können und alle Materialien datenschutzkonform bereitstellen zu können, nutzten wir die eTwinning-Plattform, um einen gemeinsamen Projektkurs anzulegen.

Aufenthalt

Die ersten Tage des Aufenthaltes in Alexandroupolis sowie zwei vor der Präsenzwoche stattfindende Online-Meetings bereiteten die an den Schulen durchgeführten Unterrichtseinheiten fachlich vor, dienten dazu, die anderen Studierenden kennenzulernen und befassten sich inhaltlich mit Modellen, um demokratische Teilhabe und selbstbestimmtes Lernen in den Schulalltag sowie den Fachunterricht zu integrieren.

Dadurch, dass unsere Studierenden während der Woche vor Ort in Alexandroupolis gemeinsam mit den Studierenden der anderen Universitäten an ihren Unterrichtseinheiten arbeiteten, lernten sie ganz konkret und praxisbezogen, wie unterschiedlich die Lehramtsausbildung, aber auch die Idee von Schule in den Partnerländern teilweise ist und wie sehr sich die Merkmale guten Unterrichts dann doch oft glichen.

Außerhalb der Kurse sorgten nicht nur die gastgebende Professorin aus Alexandroupolis, sondern auch die teilnehmenden Studierenden aus Griechenland als exzellente Gastgeber dafür, dass die Teilnehmenden im Rahmen von Workshops in einem Museum, einer Stadtführung, einem Besuch in einem Nationalpark und auch außerhalb des offiziellen Programmes Geschichte und Kultur der Stadt ganz im Nordosten Griechenlands kennenlernten.

Fazit

Gleichzeitig das Highlight und die größte Herausforderung war für die Studierenden, am zweitletzten Tag des BIPs tatsächlich zusammen mit ihren internationalen Partner*innen in einer griechischen Grundschulklasse zu stehen und ihre vorher geplante Einheit durchzuführen. Für unsere Studierenden war es (eine angehende Englisch-Lehrkraft ausgenommen) das erste Mal, dass sie auf Englisch unterrichteten und natürlich auch das erste Mal, dass sie außerhalb Deutschlands Unterricht gaben. Die Studierenden waren sich aber einig, dass sich der (große) Schritt heraus aus der Komfortzone absolut gelohnt hat. Die Schüler*innen in der Schule wollten die Studierenden gar nicht mehr gehen lassen, und trotz des kurzen Aufenthaltes ist die internationale Studierendengruppe miteinander so zusammengewachsen, dass direkt gegenseitige Besuche geplant wurden.

Auch auf Dozierendenebene war dieses BIP Teil einer kontinuierlichen, nachhaltigen Zusammenarbeit, sodass während des Aufenthalts gemeinsame Forschungsprojekte verfolgt wurden und bereits die Planung an einem weiteren, ähnlichen Austausch in Prešov begonnen wurde.