Ostsee-Beziehungen gestalten: Kulturelle Bildung als Zugang zum Meeresschutz

1. Jahreskonferenz des Partner-Netzwerks ostseeschutz.sh in Kiel: Arne Bockwoldt, Elisa Dettlof und Stephanie Stiegel waren mit dabei

Wie können Menschen für den Schutz der Ostsee gewonnen werden? Und welchen Beitrag kann kulturelle Bildung dazu leisten? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Stephanie Stiegel und Elisa Dettlof vom FALTER Lab in ihrem Workshop „Ostsee-Beziehungen gestalten: Mit transformativer Bildung Umweltprobleme (be)greifbar machen und Menschen aktivieren“ am 25. September 2026. Der Workshop fand im Rahmen der ersten Jahreskonferenz des Partner-Netzwerks ostseeschutz.sh in Kiel statt.

Unter dem Motto „Informieren – Austauschen – Gestalten“ brachte die Konferenz Akteur:innen e aus den Bereichen Bildung, Kultur, Landwirtschaft, Naturschutz, Politik, Tourismus, Verwaltung, Wassersport und Wissenschaft zusammen. Ziel des neuen Netzwerks ist es, bestehende Aktivitäten zum Schutz der Ostsee sichtbarer zu machen, Akteur:innen miteinander zu vernetzen und gemeinsame Projekte anzustoßen.

Persönliche Beziehungen zur Ostsee als Ausgangspunkt

Im Workshop stand die Frage im Mittelpunkt, wie Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen so vermittelt werden können, dass sie nicht abstrakt bleiben, sondern mit der eigenen Lebenswelt verbunden werden. Denn nachhaltiges Denken erfordert die Fähigkeit, Zusammenhänge herzustellen: zwischen unterschiedlichen Themen und Perspektiven, zwischen Mensch und Umwelt sowie zwischen gesellschaftlichen Herausforderungen und persönlichen Erfahrungen.

Die Teilnehmenden erkundeten zunächst anhand des Begriffs „Ufer“, welche unterschiedlichen Assoziationen, Erinnerungen und persönlichen Bedeutungen damit verbunden sein können. In einer anschließenden kreativen Übung wurden diese Verbindungen sichtbar gemacht und zum Ausgangspunkt eines gemeinsamen Austauschs. Dabei wurde deutlich, wie kulturelle Bildung dazu beitragen kann, neue und individuelle Zugänge zu Umwelt- und Meeresschutzthemen zu eröffnen.

Vier Zugänge kultureller Bildung praktisch erproben

Anschließend konnten die Teilnehmenden an einem „Markt der Möglichkeiten“ vier Zugänge kultureller Bildung kennenlernen und praktisch ausprobieren:

  • Verbindend: Persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Bedeutungen werden mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen verknüpft.
  • Kompetenzorientiert: Methoden wie ein eigens entwickeltes Kartenspiel („Transformative Warmups“) fördern transformative Kompetenzen, beispielsweise Perspektivwechsel, kreatives Denken und das Verlassen gewohnter Denkwege.
  • Erfahrungsorientiert: Durch unmittelbare sinnliche Naturerfahrungen, etwa beim Nature Journaling, können emotionale Zugänge zur Umwelt und eine vertiefte Beziehung zu Natur und Landschaft entstehen.
  • Gestaltungs- und prozessorientiert: Künstlerische Prozesse, beispielsweise in Theater, Tanz oder Bildender Kunst, eröffnen Möglichkeiten, eigene Perspektiven und Gefühle auszudrücken, neue Ideen zu entwickeln und Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.

Die praktische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Ansätzen machte deutlich, dass kulturelle Bildung mehr leisten kann als die Vermittlung von Wissen. Sie schafft Erfahrungs- und Gestaltungsräume, in denen Menschen eigene Zugänge zu komplexen Umweltfragen finden, unterschiedliche Perspektiven einnehmen und neue Handlungsideen entwickeln können.

Meeresschutzbildung gemeinsam weiterdenken

Der Workshop knüpfte damit an das Potenzial transformativer Bildung an: Menschen nicht nur über ökologische Herausforderungen zu informieren, sondern sie darin zu unterstützen, eigene Beziehungen zur Umwelt zu reflektieren, neue Perspektiven zu entwickeln und gesellschaftliche Veränderungsprozesse aktiv mitzugestalten.

Der abschließende Austausch richtete den Blick auf die Übertragbarkeit der erprobten Methoden in die jeweiligen Arbeitskontexte der Teilnehmenden. So bot der Workshop auch Gelegenheit, Impulse für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Bildung, Kultur und Naturschutz im Partner-Netzwerk ostseeschutz.sh mitzunehmen.

Weitere Informationen: Partner-Netzwerk ostseeschutz.sh