Europatag für Grundschulkinder

Der Lernbereich Europabildung in der Grundschule präsentiert sich mit einem Europatag für Kinder.

Am 26. Juni 2026 stand die Europa-Universität Flensburg ganz im Zeichen der Europabildung: Rund 100 Grundschulkinder der Schule Weding sowie der Schule Adelby besuchten den Europatag, der von 30 Studierenden des Lernbereichs Europabildung vorbereitet und durchgeführt wurde. Der Lernbereich wird an der Europa-Universität Flensburg gemeinsam vom Institut für Sachunterricht und vom Institut für Germanistik verantwortet. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit eröffnet den Studierenden die Möglichkeit, Europa sowohl aus sachunterrichtlicher als auch aus sprachlich-literarischer Perspektive zu erschließen und beide Zugänge miteinander zu verbinden.

Im Rahmen des Seminars entwickelten die Studierenden vier handlungsorientierte Workshops, die Kindern der dritten und vierten Klassen vielfältige Zugänge zum Thema Europa eröffneten. Ziel war es, Europa altersgerecht, lebensnah und mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. Zwei Workshops wurden aus der Perspektive des Sachunterrichts gestaltet, zwei weitere verbanden Europabildung gezielt mit sprachlichen und literarischen Lernprozessen und knüpften damit an den Deutschunterricht an.

Nach der Begrüßung begann der Projekttag mit einer Kindervorlesung, die von Schülerinnen und Schülern der Goethe-Schule Flensburg gestaltet wurde. Die Goethe-Schule ist als erste Botschafterschule des Europäischen Parlaments in Schleswig-Holstein ausgezeichnet worden. Im Rahmen dieses europäischen Bildungsprogramms engagieren sich sogenannte Juniorbotschafterinnen und Juniorbotschafter gemeinsam mit ihren Lehrkräften als Seniorbotschafterinnen und Seniorbotschaftern, um europäische Themen im Schulalltag sichtbar zu machen, demokratische Teilhabe zu fördern und junge Menschen für Europa zu begeistern. Die Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler führten die Grundschulkinder auf anschauliche und altersgerechte Weise in das Thema Europa ein und gestalteten damit einen gelungenen Auftakt des Europatages.

Im Anschluss arbeiteten die Kinder in den vier Workshops.

In den beiden sachunterrichtlich ausgerichteten Workshops konnten die Kinder Europa aus unterschiedlichen Perspektiven entdecken. Ein Workshop war als Escape Room konzipiert. An mehreren Stationen beschäftigten sich die Kinder mit europäischen Flaggen, verschiedenen Sprachen, landestypischen Gerichten sowie der Landkarte Europas. Durch das Lösen der Aufgaben sammelten sie Hinweise, die schließlich den richtigen Zahlencode für eine Schatztruhe ergaben. Sachunterrichtliche Inhalte wurden dabei auf motivierende Weise mit Rätseln, Kooperation und entdeckendem Lernen verbunden.

Der zweite sachunterrichtliche Workshop widmete sich Festen und Bräuchen in Europa. Die Kinder lernten verschiedene europäische Traditionen kennen, die unter anderem in Volks- und Brauchtumsfeste, saisonale Feste sowie religiöse Feste eingeordnet wurden. An verschiedenen Stationen setzten sie sich mit Bräuchen aus Ländern wie Schweden, England und Italien auseinander und gestalteten dazu kreative Bastelarbeiten. Auf diese Weise erhielten sie einen handlungsorientierten Einblick in die kulturelle Vielfalt Europas und entwickelten ein Verständnis für Gemeinsamkeiten und Unterschiede europäischer Traditionen.

In den beiden deutschdidaktischen Workshops standen Sprache, Literatur und kreatives Arbeiten im Mittelpunkt. Im Workshop zum Kinderbuch Pinipas Abenteuer – Eine himmlische Pfannkuchensuche durch Europa lernten die Kinder Europa über Vorlesegespräche, kreative Schreibaufgaben und spielerische Rätsel kennen. Mithilfe einer Europakarte entdeckten sie verschiedene Länder und deren Bezeichnungen für Pfannkuchen, gestalteten Steckbriefe zur Hauptfigur Pinipa und verfassten eigene Postkarten. So wurden literarisches Lernen, geografische Orientierung und kreatives Schreiben auf abwechslungsreiche Weise miteinander verbunden.

Ein weiterer Workshop griff das Musik-Hörspiel Eule findet den Beat – Auf Europatour auf. An interaktiven Stationen erkundeten die Kinder die Türkei, Spanien und Frankreich. Sie entdeckten landestypische Gewürze in einem Riechmemory, gestalteten Postkarten und probierten Kastagnetten aus. Sprache, Musik, kulturelle Vielfalt und sinnliche Erfahrungen wurden dabei miteinander verknüpft und ermöglichten den Kindern einen lebendigen Zugang zu unterschiedlichen europäischen Kulturen.

Alle Workshops zeichneten sich durch einen hohen Anteil eigenaktiver Lernformen aus. Die Kinder konnten entdecken, gestalten, schreiben, rätseln, forschen und miteinander ins Gespräch kommen. Im Laufe des Vormittags nahmen alle Kinder an zwei Workshops teil und erhielten dadurch unterschiedliche fachliche und methodische Zugänge zum Thema Europa. Die Verbindung von Sachunterricht und Deutsch machte deutlich, wie vielfältig Europabildung bereits in der Grundschule gestaltet werden kann.

Zum Abschluss erhielten alle Kinder einen EUF-Beutel mit kleinen europabezogenen Materialien als Erinnerung an den Projekttag. Gegen Mittag traten die Schulklassen die Heimreise an.

Der Europatag zeigte eindrucksvoll, wie Europa bereits in der Grundschule handlungsorientiert, kreativ und lebensweltbezogen vermittelt werden kann. Gleichzeitig bot die Veranstaltung den Studierenden die Möglichkeit, die im Studium entwickelten Unterrichts- und Workshopkonzepte praktisch zu erproben und wertvolle Erfahrungen in der Planung und Durchführung außerschulischer Bildungsangebote zu sammeln.

Der Projekttag verdeutlichte damit in besonderer Weise die enge Verbindung von universitärer Lehre, schulischer Praxis und europäischer Bildung an der Europa-Universität Flensburg. Durch die Zusammenarbeit des Instituts für Sachunterricht, des Instituts für Germanistik, der beteiligten Schulen sowie der Goethe-Schule Flensburg als Botschafterschule des Europäischen Parlaments entstand ein vielfältiges Bildungsangebot, das Europa für Grundschulkinder auf anschauliche, kreative und nachhaltige Weise erlebbar machte.