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Vergabe des Dr.-Adolf-Rossen-Preis in der IHK Flensburg
Acht Master- und Bachelorarbeiten aus dem Jahr 2025 hat die Kommission von Hochschul- und IHK-Vertreterinnen und Vertretern dafür ausgewählt. Mit dem IHK-Sonderpreis wird zusätzlich eine wegweisende Aktivität mit Bedeutung für die berufliche Bildung ausgezeichnet.
Im Folgenden werden die Absolvent*innen der Europa-Universität vorgestellt, die in diesem Jahr geehrt werden:
In ihrer Bachelorarbeit beschäftigte sich Eva Abdawahed mit den Auswirkungen des US-China-Handelskonflikts auf globale Wertschöpfungsketten mit Fokus auf Vietnam. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die durch den Konflikt ausgelöste Umstrukturierung der Wertschöpfungsketten sowie die veränderten Handelsströme über Drittstaaten dazu führten, dass sich die Position des Landes entlang der Wertschöpfungsketten veränderte. Zudem wurde untersucht, ob diese Veränderung als Aufwertung der Rolle im Produktionsprozess zu verstehen ist. Mit der Arbeit schließt sie ihr Bachelorstudium im International Management ab.
Mit ihrer Masterarbeit im Fach Wirtschaft/Politik schreiben Pia und Miklas von Bergen über Schülerfirmen. Sie zeigen, welchen Einfluss diese auf die Entwicklung von unternehmerischem Denken und Handeln bei Schüler*innen hat. In ihrer quantitativen Untersuchung analysieren sie, inwiefern das praxisnahe Lernformat „Schülerfirma“ zentrale unternehmerische Kompetenzen – ökonomisches Verständnis, Eigenverantwortung, Selbstwirksamkeit und kooperative Problemlösefähigkeit – fördert. Die Ergebnisse zeigen, dass Schülerfirmen durch das Prinzip Learning by Doing einen signifikanten positiven Beitrag zur Entrepreneurship Education leisten und jungen Menschen ermöglichen, wirtschaftliche Zusammenhänge nicht nur theoretisch, sondern praktisch zu erleben und zu reflektieren.
Benjamin Heil hat mit seiner Masterarbeit den Studiengang International Management Studies – BWL abgeschlossen. In seiner Masterarbeit setzt er sich mit der Akzeptanz, Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz im Recruiting aus Bewerber*innenperspektive auseinander. Ausgehend von der Frage, wie Bewerber*innen den KI‑Einsatz im Bewerbungsprozess wahrnehmen, entwickelte er ein KI‑Akzeptanzmodell, das Fairness, Transparenz und Effizienz als zentrale Einflussgrößen einbezieht und den Recruiting-Prozess nach einzelnen HR-Teilaktivitäten differenziert betrachtet. Die Arbeit zeigt, dass alle drei Faktoren die Akzeptanz signifikant beeinflussen, wobei insbesondere Fairness den größten Einfluss hat. In einer quantitativen Befragung mit 219 Teilnehmenden werden diese Zusammenhänge empirisch bestätigt und differenziert analysiert. In seiner Arbeit schließt Benjamin Heil dann mit praxisnahen Empfehlungen.
Wie entwickelt sich ein entstehendes Ökosystem („nascent ecosystem“) rund um wasserstoffbetriebene Schwerlast-Lkw in Europa und welche Rolle spielen Initiativen von Fahrzeugherstellern dabei, die Komponenten und komplementäre Technologien bereitstellen? In seiner Masterarbeit untersucht Marcel Teske das „Henne-Ei-Problem“ zwischen fehlender Tankinfrastruktur und geringer Fahrzeugverfügbarkeit, dass die Marktdurchdringung der Fahrzeuge erheblich hemmt. Anhand zweier konkreter Fallstudien – der Brennstoffzellenentwicklung durch cellcentric (Joint Venture von Daimler Truck und Volvo, mittlerweile perspektivisch auch Toyota) sowie der gemeinsamen Entwicklung einer Flüssigwasserstoff-Betankungstechnologie durch Daimler Truck und Linde – analysiert die Arbeit, welche Ökosystemstrategien die beteiligten Akteure verfolgen und wie sie zur Überwindung von Marktbarrieren beitragen. Die Arbeit liefert wertvolle Erkenntnisse für die strategische Gestaltung von Innovationssystemen in der nachhaltigen Mobilität.