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Standing for Freedom - Poser pour la liberté
Wie ist es eigentlich, als Wissenschaftler*in das eigene Land verlassen zu müssen? Wie werden Wissenschaftsfreiheit und das Wissenschaftsexil in Europa ausgestaltet? Mit 15 Portraitaufnahmen stellt die englisch- und französischsprachige Ausstellung „Standing for Freedom / Poser pour la liberté“ Wissenschaftler*innen in den Fokus, die im Exil leben und arbeiten.
Zwischen Dezember 2018 und September 2020 entstanden 55 Portraitaufnahmen in Zusammenarbeit zwischen Pascale Laborier, Professorin an der Universität Paris-Nanterre und am Institut für Sozialwissenschaften der Politik (ISP), dem Fotografen Pierre-Jérôme Adjedj und den abgebildeten Wissenschaftler*innen.
Mit Portraits Geschichten erzählen
In den Aufnahmen wird viel mit Transparenzen gearbeitet. Bilder aus den Herkunftsländern und Frankreich liegen mit den Portraitaufnahmen der Forschenden übereinander. Auch selbstgewählte Gegenstände werden auf die Forschenden projiziert. Die transparenten Darstellungen wurden dabei nicht auf dem Computer übereinandergelegt, sondern bei der Aufnahme mit Hilfe von Spiegeln und langen Belichtungszeiten aufgebaut.
So erzählt jedes Bild die Geschichte von Forschenden. Alle zusammen spannen einen weiten inhaltlichen Bogen auf: er reicht von der Geschichte des Wissenschaftsexils hinzu Forschenden in Lebensgefahr, Wissenschaft im Exil und aktiven Formen der Solidarität.
Ausstellung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst
Entstanden waren die Portraits in Zusammenarbeit mit dem PAUSE-Programm (Programme national d’accueil en urgence des scientifiques en exil), ein französisches Programm, das gefährdeten Wissenschaftler*innen Unterstützung anbietet. Die Ausstellung ist an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und Kunst entstanden: Ausgangspunkt war das Forschungs- und Kreativprojekt Blick auf das erzwungene wissenschaftliche Exil von gestern und heute (RESTRICA), das von Pascale Laborier und Pierre-Jérôme Adjedj entwickelt wurde.
Die Ausstellung zeigt nicht nur die exilierten Akademiker*innen, sondern auch ihre Gastgeber*innen. So steht nicht nur die Flucht ins Wissenschaftsexil im Fokus. Viel eher geht es darin die Forschenden im Rahmen ihrer Community darzustellen.
Nach Flensburg eingeladen hatte die Ausstellung das EUF-Zentrum CaNoFF (Campus Nord für Frankreich und Frankofonie) mit finanzieller Unterstützung des Institut français d’Allemagne (Berlin).
Bis zum 8. Mai 2026 bietet die Ausstellung im Foyer des HELSINKI-Gebäudes Einblicke in Wissenschaftsexil in Europa und Geschichten von Forschenden im Wissenschaftsexil.