Kalender des Seminars für Geschichte und Geschichtsdidaktik

Vortrag über die Anerkennung des NS-Völkermords an den Sinti und Roma in der Bundesrepublik bis 1990

Zum Internationalen Holocaust Gedenktag der Sinti und Roma:
Vortrag über die Anerkennung des NS-Völkermords an den Sinti und Roma in der Bundesrepublik bis 1990

In seinem Vortrag untersucht Dr. Sebastian Lotto-Kusche die diskursiven Kämpfe um die Anerkennung des NS-Völkermords an Sinti und Roma in der Bundesrepublik bis 1990. Dabei wird unter Anerkennung zweierlei verstanden: die Akzeptanz der Verbände der Sinti und Roma als legitime Gesprächspartner der Bundesregierung sowie die Bewertung der „NS-Zigeunerverfolgung‟ als „rassisch‟ motiviertes Verbrechen in Politik und Wissenschaft. Auf der Grundlage umfassenden Quellenmaterials von Bundesbehörden und politischen wie zivilgesellschaftlichen Akteuren entsteht eine Diskursgeschichte dieses langwierigen Anerkennungsprozesses. Sie zeigt, dass bis tief in die 1960er Jahre hinein ein durch und durch rassistisches Bild der nationalsozialistischen Politik gegen Sinti und Roma vorherrschte. Dieser Denkstil geriet in den 1970er Jahren mit der Rezeption von internationalen Forschungsarbeiten immer stärker unter Druck. Doch erst in den 1980er Jahren begann mit der Anerkennung der Sinti und Roma als Gesprächspartner durch Bundeskanzler Helmut Schmidt auch die Erforschung des NS-Massenverbrechens.

Veranstaltungsort

Name
Zellentrakt Gedenkstätte
Ort
Herford
Homepage
https://www.zellentrakt.de/veranstaltung/internationaler-holocaust-gedenktag-der-sinti-und-roma