Projektleitung

Mitarbeitende

Projektpartner

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)

in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Institutionen der EUF

Weitere Kooperationen

Finanzierung

Das IN FORM-Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

ALPHItEB

Spielend implizit Lesen und Schreiben lernen durch Ernährungsbildung und Bewegungsförderung - Alphabetisierung und Integration durch Ernährungsbildung und Bewegungsförderung (ALPHItEB)

Essen, Trinken und Bewegen sind Themen mit denen sich jeder Mensch identifizieren kann. Gerade deshalb eignen sich diese alltagsnahen Themen besonders gut, um Menschen in ihrem Alltag abzuholen und ihre Sprach-, Lese- und Schreibfähigkeiten zu verbessern.

Laufzeit

01.07.2016 – 30.06.2020

Schlüsselbegriffe

Food & Move Literacy, geringe Literalität, lebensweltorientierte Lehr- und Lernmaterialien, gesellschaftliche und gesundheitliche Teilhabe

Herausforderungen

Im Jahr 2015 kamen ungefähr eine Millionen Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund nach Deutschland. Hinzu kommt, dass in Deutschland 6,2 Millionen Menschen mit geringer Literalität leben (LEO). Diese Menschen haben entweder Schwierigkeiten sich zu verständigen oder stehen bereits beim Schreiben einer Einkaufsliste sowie dem Lesen eines Kursplanes vor großen Herausforderungen. Die Aufgabe, damals wie heute, besteht darin, diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Zusätzlich sollen Informationen und Kompetenzen zu den alltagsnahen Themen wie Essen, Trinken und Bewegen weitergegeben werden, damit eine gesundheitsförderliche und interkulturelle Teilhabe für diese Menschen möglich werden kann.

Beschreibung

In dem Projekt "ALPHItEB" wurde das Erlernen der deutschen Sprache mit den gesundheitsförderlichen Themen Food & Move Literacy verknüpft. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM finanziell gefördert und von der Europa-Universität Flensburg (EUF) in Kooperation mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) durchgeführt. Ziel der Kooperation war es, (1) die vorhandenen Konzepte zu Food & Move Literacy weiterzuentwickeln, (2) diese in Lehr- und Lernmaterialien zu überführen und (3) bundesweit zu verbreiten (vgl. Heft 1).

Durch das Projekt konnte eine wichtige Lücke innerhalb der Schnittstelle Gesundheits-, Erwachsenenbildungs- und Sozialsystem geschlossen werden. Denn die Lernenden erwerben neben der Lese- und Schriftsprachkompetenz implizit alltagsrelevantes Wissen für eine ausgewogene Ernährung und Bewegung. Weitere Informationen zum Projekt sowie Potenziale der Materialien finden Sie unter den folgenden Überschriften zum aufklappen.

Das kooperative und partizipative Vorgehen im Projekt

Im Rahmen des Projektes wurden ein Kompetenzmodell sowie die Kompetenzraster Food & Move Literacy wissenschaftlich hergeleitet sowie durch Expert*innen-Interviews überprüft (vgl. Johannsen, Schlapkohl & Kaiser, 2019). Das entwickelte Kompetenzmodell und die Kompetenzraster dienten als didaktische Fundierung, um die Lehr- und Lernmaterialien der drei Handlungsfelder zu entwickeln und zu evaluieren.

Basierend auf dem Food & Move Literacy-Ansatz wurde für die Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien eng mit den Multiplikator*innen, wie z. B. Dozent*innen an Einrichtungen der Erwachsenenbildung für Deutsch als Erstsprache und für Deutsch als Zweitsprache sowie Lehrer*innen an Schulen, zusammengearbeitet. Auf diese Weise konnte sichergestellt werden, dass die neu entwickelten Materialien den Bedarfen und Bedürfnissen der Zielgruppen entsprechen und im Setting neben dem sprachsensiblen Unterricht implizit Kompetenzen aus dem Bereich Food & Move Literacy fördern.

Nach der Erprobung der neuentwickelten Materialien im Modellraum Schleswig-Holstein erfolgte der bundesweite Transfer mit der Erstellung der Materialien sowie der Durchführung bundesweiter Fortbildungen durch das BZfE.

Die drei Handlungsfelder der Food & Move Literacy und ihre unterschiedlichen Zielgruppen.
Vorgehensweise der Materialentwicklung am Beispiel „Buchstäblich fit“.

Die Lehr- und Lernmaterialien

Das Projektteam der EUF sichtet die entwickelten Materialien.

Im Rahmen des Projektes sind drei sprachsensible, handlungs- und lebensweltorientierte Lehr- und Lernmaterialien für den Alphabetisierungs- und Grundbildungsbereich entstanden:

  1. "Buchstäblich fit - besser lesen und schreiben lernen mit den Themen Ernährung und Bewegung" (BLE 2017)
  2. "Häppchenweise Deutsch - Deutsch lernen mit den Themen Ernährung und Bewegung" (BLE 2019)
  3. "Aufgetischt! Spielend Deutsch lernen mit den Themen Ernährung und Bewegung" (BLE 2018)

Ergebnisse der Evaluation

Durch die projektbegleitende Evaluation der EUF wurden die Potenziale und der Nutzen der Materialien "Buchstäblich fit" und "Häppchenweise Deutsch" sowie von deren Fortbildungen, welche vom Kooperationspartner BZfE bundesweit durchgeführt wurden, aufzeigt.

Weiterführende Informationen über die Evaluation sowie die ausführlichen Ergebnisse finden Sie hier zum Download. Alles über die Evaluation der Spielebox "Aufgetischt!" können Sie hier nachlesen.

Bis zum 29.02.2020 wurden insgesamt 1.089 Multiplikator*innen aus den verschiedenen Settings (Volkshochschule, Institutionen der Flüchtlingshilfe, Einrichtungen der Berufsförderung usw.) durch das BZfE in den Fortbildungen weiterqualifiziert. 70 % der geschulten Personen gaben an, das Material im Kursalltag einsetzen zu wollen. Eine theoretische Hochrechnung aus diesen Angaben ergibt, dass im Projektzeitraum 10.606 Lernende in den verschiedenen Settings durch "Buchstäblich fit" und "Häppchenweise Deutsch" erreicht wurden.

Befragungen von Personen, welche das Material bereits eingesetzt haben, zeigt neben der hohen Zufriedenheit der Multiplikator*innen zahlreiche Potenziale, die gesellschaftliche und gesundheitliche Teilhabe der Zielgruppen im Setting zu fördern:

  • Das Thema Gesundheit kann ohne erhobenen Zeigefinger in den Kursalltag integriert werden.
  • Die Lernenden identifizieren sich mit den alltagsnahen Themen.
  • Der hohe Praxisbezug ermöglicht, dass die Lernenden sich stärker beteiligen z. B. eigene Materialien in den Kurs mitbringen (Kassenbon, Restaurantrechnung, Kursplan etc.) oder Rezepte mit anderen Teilnehmer*innen teilen.
  • Dadurch wird den Multiplikator*innen der Zugang zu gering literalisierten Erwachsenen sowie Menschen mit Migrationshintergrund erleichtert und es entstehen angeregte Gespräche und Schreibanlässe untereinander.
  • Die Inhalte der Materialien sind für verschiedene Lernniveaus bzw. Alpha-Level aufbereitet, sodass die Multiplikator*innen auch mit heterogenen Gruppen gemeinsam an einem Thema gearbeiteten können.
  • Darüber hinaus ist das Arbeitsmaterial übersichtlich und verständlich gestaltet, weshalb das Layout von vielen Multiplikator*innen positiv bewertet wurde. Zusätzlich ist eine individuelle Anpassung für die eigene Zielgruppe möglich.

Über IN FORM:

IN FORM ist Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und Bewegung. Sie wurde 2008 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) initiiert und ist seitdem bundesweit mit Projektpartnern in allen Lebensbereichen aktiv. Ziel ist, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Menschen dauerhaft zu verbessern.

Weitere Informationen unter: www.in-form.de