Termine des Graduiertenzentrums

KURS I Vortrag: Wie bedroht ist das Saterfriesische?


Riga, 401

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Wie bedroht ist das Saterfriesische? Kognitive Belastung beim Sprachgebrauch als Indikator für die Vitalität des Saterfriesischen und New Speakers als Ressource für seine Revitalisierung

Janna Sanders, Heike Schoormann & Jörg Peters

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg 

Saterfriesisch ist eine der am stärksten bedrohten Minderheitensprachen Europas. Vorgestellt wird ein DFG-Projekt, das das Ziel verfolgt, die Vitalität der Minderheitensprache innerhalb lokaler multilingualer Sprachgemeinschaften im Saterland zu untersuchen. Die Datenerhebung erfolgt mittels einer systematischen Erschließung von Familienverbänden einschließlich der kommunikativen Netzwerke, die durch Interaktionen zwischen den Netzwerkmitgliedern in den drei autochthonen Sprachen des Saterlandes, Saterfriesisch, Niederdeutsch und Hochdeutsch, konstituiert werden. Die über diese Erhebung gewonnenen Sprachgebrauchs- und Sprachkompetenzdaten der Sprecher*innen werden anschließend mit dem Faktor der kognitiven Belastung korreliert, welcher über akustische Indikatoren wie Stimmqualität und Redeflüssigkeit in Produktionsexperimenten operationalisiert wird. Aus­gehend von der Annahme, dass Sprachkompetenz allein nicht ausreicht, um die intergene­rationelle Weitergabe zu sichern, wird damit der Frage nachgegangen, welche Rolle die kognitive Belastung bei der Etablierung des Saterfriesischen als Familiensprache spielt.

Im zweiten Teil des Vortrags wird die prospektive Vitalität des Saterfriesischen über die New Speakers fokussiert. Das vorgestellte Dissertationsvorhaben beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern New Speakers des Saterfriesischen tatsächlich zur Revitalisierung der Minder­heitensprache beitragen können. Es wird untersucht, welchen Grad der Sprachbeherrschung New Speakers anhand objektiver Indikatoren der Redeflüssigkeit erreichen und wie flüssig sie sprechen müssen, um als aktive Mitglieder der Sprachgemeinschaft akzeptiert zu werden. Hierzu werden die Projektdaten mit weiteren akustischen Analysen sowie perzeptiven Akzeptabilitätsbewertungen kombiniert. 

Die Ergebnisse tragen zum Verständnis sowohl der kognitiven Belastung beim Sprachgebrauch als auch der sozialen Akzeptanz­prozesse innerhalb lokaler Sprachgemein­schaften bei. Beide Dimensionen stellen zentrale Faktoren für die Einschätzung des Gefährdungsgrades und die Revitalisierung bedrohter Minderheitensprachen dar.

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Riga, 401

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Zentrum KURS