Jahrestagung 2021 der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung in der DGfE


Corona und Krise

Perspektiven erziehungswissenschaftlicher Frauen- und Geschlechterforschung

online am 04. März 2021 ab 16:00 Uhr

Die Jahrestagung 2021 der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung in der DGfE widmet sich einer Analyse der gegenwärtigen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie aus der Perspektive einer kritischen feministischen Geschlechterforschung und im Blick auf erziehungswissenschaftliche Fragestellungen. Drei Panels greifen Schlagworte wie "Systemrelevanz", "Normalität" oder "Hybridunterricht" auf, die aktuell Konjunktur haben, und intervenieren in fachliche und gesellschaftliche Diskurse.

Grußwort der EUF-Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Digitalisierung Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut

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Systemrelevanz und Sorge

Diskussion mit Prof. Dr. Margrit Brückner (Frankfurt University of Applied Sciences, i. R.) und Dr. Anna Hartmann (Bergische Universität Wuppertal)

Moderation: Dr. Jeannette Windheuser (Bergische Universität Wuppertal)

Wird durch die Corona-Pandemie sichtbar, was die feministische Wissenschaft schon immer wusste - nämlich welchen gesellschaftlichen und ökonomischen Stellenwert Reproduktionsarbeit im Kapitalismus tatsächlich hat? Oder fällt die angenommene Systemrelevanz hinter Erkenntnisse der Frauen- und Geschlechterforschung zurück? Wir diskutieren mit Margit Brückner von Care.Macht.Mehr und Anna Hartmann, Autorin von "Entsorgung der Sorge", über die Rolle der Angewiesenheit in der Ökonomie und über die Bedeutung der Sorge für das Pädagogische in der Pandemie.

ab 18.00 Uhr  > Möglichkeit zum informellen Austausch <

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Im März folgen zwei weitere Veranstaltungen mit Kurzvorträgen, Gesprächen und Live-Diskussionen zu den Themen:

"Homeschooling", "Notbetreuung", "Hybridunterricht" – vergeschlechtlichte Bildungs- und Erziehungsarbeit zwischen Retraditionalisierung und Professionalisierung

Diskussion mit Prof. Dr. Meike Sophia Baader (Universität Hildesheim), Prof. Dr. Robert Baar (Universität Bremen), Prof. Dr. Elke Kleinau (Universität zu Köln)

Moderation: Florian Cristóbal Klenk (Technische Universität Darmstadt)

Im Zusammenhang von "Homeschooling", "Notbetreuung" oder "Hybridunterricht" werden pädagogische Tätigkeiten, die auch als professionelle Tätigkeiten als "weiblich" codiert sind, in der Krise in die Privatsphäre zurückdelegiert. Das wiederum führt zu neuen Aushandlungen um die Professionalität solcher Tätigkeiten (wahlweise im Sinne einer De-Professionalisierung oder im Sinne einer stärkeren Betonung der Professionalität bestimmter pädagogischer Tätigkeiten in Bildungsinstitutionen) und um eine Differenzierung von Sorge- und Bildungsaufgaben.

In diese Aushandlungen muss erziehungswissenschaftliche Frauen- und Geschlechterforschung aus verschiedenen disziplinären Perspektiven (hier: Schulpädagogik, Kindheits- und Familienforschung, historische Bildungsforschung) eingreifen, die Fragen von pädagogischer Professionalität und Geschlecht in unterschiedlichen pädagogischen Institutionen zum Gegenstand machen: Auf welchen – nach wie vor offenbar wenig hinterfragten und gut konservierten – Voraussetzungen beruhen die gegenwärtigen Retraditionalisierungsschübe? Welche Problematiken vergeschlechtlichter pädagogischer Professionalitäten werden darüber hinaus in der Krise sichtbarer als zuvor? Was ist der Beitrag erziehungswissenschaftlicher Geschlechterforschung zur Kritik daran?

Achtung: Der Mitschnitt der Statements und der Diskussion von Meike Sophia Baader, Robert Baar und Elke Kleinau ist ab 04.03.2021 für angemeldete Tagungsteilnehmer_innen auf der Tagungshomepage zugänglich.

Am 12.03.2021 um 14 Uhr  sind alle Tagungsteilnehmer_innen herzlich eingeladen, die Themen des Panels mit Meike Baader, Robert Baar und Elke Kleinau live zu diskutieren (Moderation: Florian Cristóbal Klenk). Dazu wurde ein WebEx-Meetingraum eingerichtet, den Sie über den passwortgeschützten Bereich erreichen.

ab 16 Uhr   > Forum für Wissenschaftler_innen in Qualifikationsphasen <

Zurück zu welcher Normalität?

Diskussion mit Dr. Mai-Anh Boger (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Bettina Kleiner (Goethe Universität Frankfurt am Main), Prof. Dr. Sandra Glammeier (Hochschule Nie­derrhein)

26.03.2021 |14:00 Uhr

Moderation: Frauke Grenz

In der Forderung nach einer Rückkehr zur alten oder nach einer Etablierung einer neuen Normalität wird der Normalität als solcher ein Wert zugeschrieben. Dabei wird übersehen, dass die bestehenden Normalitäten nicht nur dafür sorgen, dass verschiedenen Gruppen in unterschiedlichem Maße von der Krise betroffen sind. Es wird auch übersehen, dass diese Normalitäten selbst die Krise befeuern. In ihnen sind Geschlechternormen enthalten, die verschiedene Geschlechter unterschiedlich vulnerabel machen. Sie stützen ein System, in dem Sorge-, Erziehungs- und Bildungsarbeit nicht mit ausreichenden Ressourcen ausgestattet und schlecht geschützt sind, und das daher schnell kollabiert. Sie stützen auch ein System, in dem Frauen* in der Privatsphäre nicht geschützt, sondern intensivierter Gewalt ausgesetzt sind. In der Krise wird sichtbar, was als Normalität gilt und dass Normalität für verschiedene Menschen Unterschiedliches bedeutet und Ein- und Ausschlüsse produziert.

Achtung: Der Mitschnitt der Statements und der Diskussion von Mai-Anh Boger, Bettina Kleiner und Sandra Glammeier ist ab 04.03.2021 für angemeldete Tagungsteilnehmer_innen auf der Tagungshomepage zugänglich.

Auch zu diesem Panel laden wir herzlich zu einer Live-Diskussion am 26.03.2021 um 14 Uhr ein. Für den Austausch mit Mai-Anh-Boger, Sandra Glammeier und Bettina Kleiner (Moderation: Frauke Grenz) steht ein Meetingraum zur Verfügung, den Sie über den passwortgeschützten Bereich erreichen.

ab 16 Uhr > Abschluss der Tagung und Vorstellung von Publikationen aus der Sektion <

Programmübersicht

Programmübersicht

Datum:
24.02.2021
Datei:
118 KB (PDF)
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Flyer Jahrestagung 'Corona und Krise'

flyer-jahrestagung-entwur...

Datum:
26.02.2021
Datei:
539 KB (PDF)
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Veranstalter*innen

Arbeitsbereich Geschlechterforschung der Abteilung Erziehungswissenschaft in Kooperation mit dem ZeBUSS der Europa-Universität Flensburg sowie der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung der DGFE, dem Zentrum für Geschlechterstudien/Gender Studies der Universität Paderborn und dem Gender Netzwerk der EUF.