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Der Medienmogul und die Kultur: Vincent Bolloré, der Verlag Grasset und das Festival de Cannes
RIG 601 & online
Vortrag von Dr. Jan Rhein (Institut für Romanistik, EUF)
Das Frühjahr 2026 war in Frankreich geprägt von den Debatten rund um den (Medien-)Unternehmer Vincent Bolloré, der seit Jahren erheblichen Einfluss auf die Programmgestaltung und Personalpolitik französischer Zeitungsverlage, Radio- und Fernsehsender ausübt und schon 2022 den rechtsextremen Kandidaten Eric Zemmour im Präsidentschaftswahlkampf unterstützte.
In den vergangenen Monaten zeigte sich Bollorés Einfluss vor allem in der Kulturbranche: Nach der Entlassung des langjährigen Leiters des traditionsreichen Grasset-Verlags, der zur Bolloré-Gruppe gehört, kündigten mehr als 200 französische und zahlreiche internationale Autor*innen ihre Zusammenarbeit mit dem Verlag auf. Und während des Filmfestivals in Cannes drückten mehr als 600 Filmschaffende in einem offenen Brief ihre Sorge vor einem wachsenden Einfluss des Milliardärs auf die Filmbranche aus. Der Leiter des insbesondere für die Finanzierung von Kinofilmen wichtigen Fernsehsenders Canal+, zu 30% von Bolloré kontrolliert, kündigte daraufhin an, nicht mehr mit ihnen zusammenarbeiten zu wollen.
Diese in Deutschland trotz ihrer Tragweite für die französische Kulturlandschaft eher am Rande wahrgenommenen Vorgänge stehen im Zentrum des Vortrags, der das Medienimperium, die Netzwerke Bollorés und seine Eingriffe in die Verlags- und Filmbranche ebenso wie deren Folgen darstellen will.
Organisiert in Kooperation mit dem Campus Nord für Frankreich- und Frankophonie (CaNoFF) und dem Interdisciplinary Centre for European Studies (ICES).
Die Veranstaltung wird auch virtuell übertragen. Anmeldungen unter: canoff@uni-bremen.de
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