Lorenz KeyßerDoktorand

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Institutionen

Name
Norbert Elias Center for Transformation Design & Research
Funktion
Doktorand
Name
Universität Lausanne
Funktion
Doktorand

Forschungsschwerpunkte

Postwachstum, Degrowth, Ökologische Ökonomik, Wachstumszwänge, Wachstumsabhängigkeiten, Anarchismus

seit September 2022Promotion an der Universität Lausanne, Schweiz, mit Prof. Julia Steinberger und Prof. Matthias Schmelzer (Europa-Universität Flensburg) zu wirtschaftlichen Wachstumszwängen- und abhängigkeiten
2019 - 2022 Masterstudium «Umweltnaturwissenschaften» an der ETH Zürich, Schweiz, mit Fokus auf Umweltsysteme und Politikanalyse
2019Forschungspraktikum an der Universität Sydney, Australien, mit Prof. Manfred Lenzen und Fokus auf Degrowth-Klimamodellierung
2018Auslandssemester an der Universität Leeds, Großbritannien
2015 - 2019 Bachelorstudium «Umweltnaturwissenschaften» an der ETH Zürich, Schweiz, mit Fokus auf Atmosphäre und Klima
  • Floyd, J., Alexander, S., Lenzen, M., Moriarty, P., Palmer, G., Chandra-Shekeran, S., Foran, B., & Keyßer, L. (2020). Energy descent as a post-carbon transition scenario : How ‘knowledge humility’ reshapes energy futures for post-normal times. Futures, 122, 102565. https://doi.org/10.1016/j.futures.2020.102565
  • Fontana, G., & Keyßer, L. (2020). Ohne Flugzeug um die Welt : Klimabewusst unterwegs und glücklich (1. Aufl. 2020). Lübbe Life.
  • Hickel, J., Brockway, P., Kallis, G., Keyßer, L., Lenzen, M., Slameršak, A., Steinberger, J., & Ürge-Vorsatz, D. (2021). Urgent need for post-growth climate mitigation scenarios. Nature Energy, 1‑3. https://doi.org/10.1038/s41560-021-00884-9
  • Keyßer, L., Steinberger, J., & Schmelzer, M. (2025). Economic growth dependencies and imperatives : A review of key theories and their conflicts. Ecological Economics, 238, 108745. https://doi.org/10.1016/j.ecolecon.2025.108745
  • Keyßer, L. T., & Lenzen, M. (2021). 1.5 °C degrowth scenarios suggest the need for new mitigation pathways. Nature Communications, 12(1), Article 1. https://doi.org/10.1038/s41467-021-22884-9
  • Kikstra, J. S., Li, M., Brockway, P. E., Hickel, J., Keysser, L., Malik, A., Rogelj, J., van Ruijven, B., & Lenzen, M. (2024). Downscaling down under : Towards degrowth in integrated assessment models. Economic Systems Research, 0(0), 1‑31. https://doi.org/10.1080/09535314.2023.2301443
  • Lenzen, M., Keyβer, L., & Hickel, J. (2022). Degrowth scenarios for emissions neutrality. Nature Food, 1‑2. https://doi.org/10.1038/s43016-022-00516-9
  • Li, M., Keyßer, L., Kikstra, J. S., Hickel, J., Brockway, P. E., Dai, N., Malik, A., & Lenzen, M. (2023). Integrated assessment modelling of degrowth scenarios for Australia. Economic Systems Research, 0(0), 1‑31. https://doi.org/10.1080/09535314.2023.2245544
  • Wiedmann, T., Lenzen, M., Keyßer, L. T., & Steinberger, J. K. (2020). Scientists’ warning on affluence. Nature Communications, 11(1), Article 1. https://doi.org/10.1038/s41467-020-16941-y
  • Keyßer, L., Steinberger, J., & Schmelzer, M. (2025). Economic growth dependencies and imperatives : A review of key theories and their conflicts. Ecological Economics, 238, 108745. https://doi.org/10.1016/j.ecolecon.2025.108745 

Informationen zum Promotionsprojekt

Heutige Gesellschaften basieren auf dem Streben nach Wirtschaftswachstum: ein Mangel an Wachstum wird als gesellschaftlich schädliche Krise empfunden. Diese Gesellschaften unterliegen wirtschaftlichen Wachstumsabhängigkeiten und - zwängen (WAZ). Diese zu überwinden, ist das erklärte Ziel der Postwachstums/Degrowthbewegung. Über einen grundlegenden Konsens hinaus gibt es jedoch erhebliche Debatten, u.a. zu einer zentralen Frage: Woher kommen die WAZ unserer Gesellschaft und was muss folglich geändert werden, um sie zu überwinden? Diese Frage bildet folglich meine Hauptforschungsfrage und ich plane, sie in vier Publikationen zu beantworten. 

Zu Beginn sammelt eine vor kurzem in Ecological Economics publizierte systematische Literaturübersicht zu 248 Publikationen 112 verschiedene WAZ-Mechanismen in 21 Gruppen und sechs übergreifenden Themen (Keyßer et al., 2025). Konflikte zwischen Theorien resultieren primär aus widersprüchlichen Auffassungen über die Neutralität grundlegender sozialer Strukturen wie Geldwirtschaft, Marktwettbewerb, Privateigentum und Staat sowie den spezifischen Rollen von Ideologie, Wissen und Kultur. 

Das zweite Projekt erarbeitet eine neue WAZ-Theorie, die Stellung zu diesen Konflikten bezieht, auf Basis von anarchistischer und nicht-markt-sozialistischer Theorie. Diese Theorie stützt sich auf eine kritisch-realistische philosophische Grundlage und argumentiert detailliert, wie WAZ in den sozialen Strukturen des Staates, des Kapitals und der Geldwirtschaft verwurzelt sind. Die Publikation gibt darüber hinaus einige empirische Beispiele, welche durch die Theorie gut erklärt werden und skizziert darauf aufbauend eine Forschungsagenda. 

Drittens entwickelt das letzte Projekt die politischen sowie strategischen Implikationen der neuen WAZ-Theorie aus dem zweiten Projekt für die Überwindung von WAZ. Hierbei wird also eine spezifische, massen-anarchistische Perspektive auf Postwachstum/Degrowth entwickelt und die bestehende Postwachstum/Degrowth-Strategie kritisiert sowie Alternativen entwickelt. Hierbei stütze ich mich auf klassische sowie moderne anarchistische Literatur.