Neuigkeiten aus der Forschungsstelle
Voller Saal bei Vortrag über die Finanzbehörden in Schleswig-Holstein im Nationalsozialismus
1933 begann mit der „Arisierung“ die Entrechtung und Enteignung von Menschen, die laut nationalsozialistischer Doktrin nicht zum deutschen Volk gehörten. Dazu zählten insbesondere Jüdinnen und Juden, aber auch Sinti und Roma und andere Opfergruppen. Im besonderen Maße beteiligten sich Finanzbehörden und die in ihnen tätigen Beamte an diesen Verbrechen – auch in Schleswig-Holstein.
Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat deshalb 2023 die Landesregierung beauftragt, die Rolle der Finanzbehörden in Schleswig-Holstein bei der Entrechtung, Ausbeutung und Deportation von Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma zur Zeit des Nationalsozialismus anhand eines Forschungsprojektes wissenschaftlich aufzuarbeiten und die Ergebnisse öffentlich zugänglich zu machen. Die nun vorliegende Studie zeigt, wie sich damalige Beamte der Finanzbehörden in Schleswig-Holstein im Nationalsozialismus an der Verdrängung von Minderheiten aus dem Wirtschaftsleben und ihrer finanziellen Vernichtung mitschuldig gemacht haben.
Dr. Hanno Balz, der die Untersuchung im Auftrag der Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History der Europa-Universität Flensburg durchgeführt hat, stellte die zentralen Forschungsergebnisse vor und diskutierte mit dem Publikum.
Die Veranstaltung fand in Kooperation zwischen dem Finanzministerium und dem Landesbeauftragten für politische Bildung des Landes Schleswig-Holstein statt. Wir danken Dr. Silke Schneider und Dr. Christian Meyer-Heidemann für den gelungenen Abend!
Links
- Mehr Informationen zum Forschungsprojekt finden sie in der Pressemitteilung der EUF.
- Die Studie selbst kann auf der Webseite des Landesfinanzministeriums heruntergeladen werden.
- Außerdem berichtete die Landesfinanzministerin über die Veranstaltung über Social-Media (facebook und instagram)