Neuigkeiten aus der Forschungsstelle

Selbstartikulation und Europäische Verfolgungsgeschichte

Prof. Dr. Marc Buggeln hält einen Vortrag zur Selbstartikulation von Sinti* und Roma* auf der 2. internationalen Tagung der DFG-Forschungsgruppe „Antiziganismus und Ambivalenz in Europa 1850-1950)“.

Vom 09. bis 11. November 2026 findet in Heidelberg die Tagung „Selbstartikulation und Europäische Verfolgungsgeschichte“ statt. Die Tagung beschäftigt sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen Selbstrepräsentationen von Sinti* und Roma* und den europäischen Verfolgungs- und Ausschlussmechanismen vom späten 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen publizistische, politische und kulturelle Formen der Selbstartikulation, Fragen nach Gegenwissen und Widerständigkeit sowie die Verflechtung antiziganistischer Wissensordnungen mit institutionellen Machtstrukturen. Die Tagung wird gemeinsam vom Teilprojekt 5 „Publizistik von Rom*nja in der Zwischenkriegszeit (1918–1939)“ an der Europa-Universität Flensburg und dem Teilprojekt 6 „Transformationen des polizeilichen antiziganistischen Diskurses“ an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg veranstaltet. 

Prof. Dr. Marc Buggeln ist mit einem Vortrag zum Thema Selbstartikulation von Sinti* und Roma* beteiligt. Im Zentrum stehen Aussagen in Entschädigungs- und Rückerstattungsakten, die im Rahmen der Studie zur „Aufarbeitung der Geschichte der deutschen Sinti* und Roma* in Schleswig-Holstein“ ausgewertet wurden. Die Studie wurde vom Schleswig-Holsteinischen Landtag in Auftrag gegeben und von Prof Dr. Marc Buggeln, Dr. Sebastian Lotto-Kusche und Melanie Richter-Oertel durchgeführt. Im Dezember 2026 erscheint das Buch zur Studie unter dem Titel „Die nationalsozialistische Verfolgung der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein und ihr Kampf um Entschädigung“.

Der Vortrag verbindet die Perspektive der europäischen Verfolgungsgeschichte mit der regionalen Forschung zur nationalsozialistischen Verfolgung von Sinti* und Roma* in Schleswig-Holstein. Er zeigt, wie Betroffene ihre Verfolgungserfahrungen in Verfahren um Entschädigung und Rückerstattung artikulierten und welche Bedeutung diesen Selbstaussagen für die historische Aufarbeitung zukommt.

Mehr Informationen zur und das Programm der Tagung finden Sie auf der Seite der Forschungsgruppe Antiziganismus.