News der Fakultät I

Blended Intensive Program – Alternative Models of Education

„Praxiserfahrung“ ist wohl die meistgenannte Antwort, wenn Lehramtsstudierende gefragt werden, was sie sich im Studium wünschen. Fragt man wiederum ehemalige Studierende nach den prägendsten Momenten des Studiums, erzählen diese oft von Auslandsaufenthalten im Rahmen eines Erasmus+ Programmes und den dadurch gewonnenen Erfahrungen und internationalen Freundschaften.

Die Idee des einwöchigen Blended Intensive Programmes an der EMERGE-Partneruniversität in Alexandroupolis, Griechenland, war es, beide Aspekte zusammenzuwerfen: Teams aus je drei Studierenden der beteiligten Universitäten (Alexandroupolis (Griechenland), Prešov (Slowakei), Burgos & A Coruña (Spanien)) unterrichten in einer griechischen Schule gemeinsam eine 90-minütige Unterrichtseinheit. 

Die ersten Tage des Aufenthaltes in Alexandroupolis, sowie zwei vor der Präsenzwoche stattfindende online Meetings bereiteten die durchzuführenden Unterrichtseinheiten fachlich vor, dienten dazu, die anderen Studierenden kennenzulernen und befassten sich inhaltlich mit Modellen, demokratische Teilhabe und selbstbestimmtes Lernen in den Schulalltag als auch den Fachunterricht zu integrieren. Dabei gab es genügend Gelegenheiten, ganz konkret und praxisbezogen zu erfahren, wie unterschiedlich die Lehramtsausbildung, aber auch die Idee von Schule in den Partnerländern ist und wie sehr sich die Merkmale guten Unterrichts dann doch glichen.

Außerhalb der Kurse sorgten nicht nur die gastgebende Professorin aus Alexandroupolis, sondern auch die teilnehmenden Studierenden aus Griechenland als exzellente Gastgeber dafür, dass die Teilnehmenden außerhalb des offiziellen Programmes Geschichte und Kultur der Stadt ganz im Nordosten Griechenlands kennenlernten.

Für die Studierenden war das Highlight und die größte Herausforderung, am zweitletzten Tag des BIPs zusammen mit ihren internationalen Partner:innen in einer griechischen Grundschulklasse zu stehen und ihre vorher geplante Einheit durchzuführen. Für unsere Studierenden war es (eine angehende Englischlehrkraft ausgenommen), das erste Mal, dass sie auf Englisch unterrichteten und außerhalb Deutschlands Unterricht gaben. Die Studierenden waren sich aber einig, dass sich der (große) Schritt aus der Komfortzone heraus gelohnt hat. Die Schüler:innen in der Schule wollten die Studierenden gar nicht mehr gehen lassen und trotz des kurzen Aufenthaltes ist die internationale Studierendengruppe miteinander so zusammengewachsen, dass direkt gegenseitige Besuche geplant wurden.

Auch auf dozierenden Ebene war dieses BIP Teil einer kontinuierlichen, nachhaltigen Zusammenarbeit, sodass während des Aufenthalts gemeinsame Forschungsprojekte verfolgt wurden und bereits die Planung an einem weiteren, ähnlichen Austausch in Prešov begonnen wurde.