Solidarität mit Prof. Dr. Christina Brüning
Wir, das Präsidium sowie die drei profilgebenden Forschungszentren ZeBUSS, ICES und CREST, der Europa-Universität Flensburg, sehen mit großer Besorgnis, dass Prof. Dr. Christina Brüning (Professorin für Didaktik der Geschichte an der Universität Marburg) seit Monaten massiven extrem rechten Mord- und Gewaltphantasien, sexistischen und antisemitischen Bedrohungen ausgesetzt ist. Nachdem sie sich lange im Rahmen ihrer Möglichkeiten um Veränderungen bemüht hat, ist sie jetzt mit ihren Erfahrungen und ihrer Empörung über fehlende ausreichende Unterstützung an die Öffentlichkeit gegangen. Wir bewerten diese Drohungen als Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit und die wissenschaftliche Gemeinschaft.
Prof. Dr. Christina Brüning ist als Verbundleitung des Projekts „Rechtsextremismus in Wissenschaft und an Hochschulen begegnen (Rex-WiHo)“ eine geschätzte Kooperationspartnerin der Europa-Universität Flensburg. Sie ist Teil des Organisationsteams der gleichnamigen Tagung, die vom 02.09.2026 bis 03.09.2026 bei uns in Flensburg stattfinden wird. Wir sind froh, dass wir diese Tagung gemeinsam mit Prof. Dr. Christina Brüning und ihrem Team ausrichten können.
Die Dringlichkeit dieses Forschungsfeldes zeigt sich auch bei uns. Wir beobachten auch an unserer Universität, wie Rechtsextremismus in Lehrveranstaltungen durch Studierende relativiert und Rechtsextremismusforschung durch falsche Tatsachenbehauptungen delegitimiert wird. Wir sehen, wie ein bundesweites Netzwerk von extrem rechten Burschenschaftlern und Mitgliedern der Generation Deutschland (Jugendorganisation der AfD) auch in Schleswig-Holstein an Bedeutung gewinnt und extrem rechte Professoren tätig sind. Wir wissen um die Diskriminierungen, die auch an unserer Universität im akademischen Alltag erfahren werden. Für uns ist damit klar, dass extrem rechte Angriffe auf Wissenschaftler*innen keine Einzelfälle sind. Aus diesem Grund solidarisieren wir uns mit Prof. Dr. Christina Brüning. Aus dieser Solidarität erwächst für uns die Verantwortung, auch für weitere Betroffene einzustehen. Hierfür erarbeiten wir aktuell Maßnahmen zum Schutz von Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftler*innen.