Studium an der Abteilung Darstellendes Spiel, Theater und Performance

Theater und Spiel sind kulturelle Praxen, die in ihren Ausdrucksformen vielfältiger kaum sein können, verbinden sie doch das Körperlich-Performative mit dem Visuell-Bildlichen und dem Akustischen und Sprachlichen. Vom klassischen Sprechtheater, das wir zumeist mit dem Schauspiel in der Guckkastenbühne verbinden, über vormoderne oder postdramatische Inszenierungen bis zu performativen Formaten im öffentlichen Raum (sites-specific, street games) liegt ein Spektrum an Möglichkeiten, das die zeitgenössische Praxis der Theaterpädagogik und des Darstellenden Spiels in ganzer Breite nutzt, um sie jungen Menschen in schulischen und außerschulischen Kontexten für eigene Ausdrucksweisen zugänglich und nutzbar zu machen. 

Das theaterpädagogische Studium an der EUF vermittelt fachtheoretisches, fachpraktisches sowie didaktisch-methodisches Wissen der Theaterpädagogik und der Theater- und Kulturwissenschaften, für die Umsetzung in schulischen und außerschulischen Situationen ästhetischer, künstlerischer und kultureller Bildung im Darstellenden Spiel.

Aktuelles Lehrangebot im FrSe 2020:

Modul 1: Theater und Spiel als kulturelle (Bildungs-)Praxis

Dramaturgien des Zusammenkommens - Einführung in die Theaterpädagogik (3 SWS)

Bei allen unterschiedlichen Auffassungen und Begriffen von Theater, Performance oder Darstellenden Spiel(en) und Künsten ist ein gemeinsames Moment zentral: Menschen kommen zusammen. Dabei sind diese Zusammenkünfte so gestaltet, dass neue, andere soziale und fiktionale Wirklichkeitsebenen entstehen.

Im Seminar werden wir uns theoretisch und praktisch mit unterschiedlichen historischen und zeitgenössischen Begriffen, Genres und Formaten theatraler und performativer Praxis auseinandersetzen und diese auch praktisch erproben. Ein Schwerpunkt wird dabei auf Fragen der Dramaturgie liegen, die über inhaltlich-narrative Aspekte hinaus vor allem räumliche und zeitliche Dimensionen anspricht. Neben der Lektüre von Texten sowie der Analyse von Inszenierungsbeispielen werden in praktischen Übungen eigene Ideen zur dramaturgischen Praxis des Zusammenkommens konzipiert und zur Eröffnung der Bühnenwerkstatt in der Schloßstraße am 19. Juni 2020 öffentlich – umgesetzt.

  • Leitung: Tania Meyer
  • Teilnehmende: 20
  • Gasthörer*innen: ja
  • Zeit: wöchentlich mittwochs 16.30 (s.t.) – 18.00 h sowie Block: 18./19. Juni (Vorbereitungszeit)
  • Beginn: 18. März 2020
  • Ort: Theaterwerkstatt der EUF (Schloßstr. 28)
  • Achtung: Kurzfristige Raumverschiebungen möglich!

Anthropologie des spielenden Menschen (1 SWS)

In diesem Seminar werden auf Basis von spieltheoretischen Texten die Tradition und die kulturelle Verankerung des Spiels rekonstruiert und in Relation zu eigenen Spielerfahrungen gesetzt. Textarbeit ist erforderlich. Texte werden über Moodle bereitgestellt.

Forschen in der Kunst? (2 SWS)

Eine Einführung in die Praxis szenischen Forschens – in Kooperation mit der Theaterwerkstatt Pilkentafel und flausen – young artists in residence

Seit einigen Jahren lässt sich ein Trend ausmachen: Immer mehr Theater- und Performancegruppen bezeichnen ihre Arbeit als Forschung. Sie experimentieren statt zu proben und Probebühnen werden zu Laboren. Doch was bedeutet Forschen in der Kunst? Was ist der Unterschied zum Forschungsbegriff im Feld der Wissenschaft? Inwiefern gibt es Verknüpfungen zwischen wissenschaftlicher Forschung mit künstlerischen und performativen Verfahren von Wissensproduktion? Anhand von praktischen Übungen und Beispielen von Künstler*innen werden wir unterschiedliche Methoden und Strategien einer forschenden künstlerischen Praxis erproben und diese im Hinblick auf schulische Kunstvermittlung reflektieren. Im Rahmen des Seminars findet eine Zusammenarbeit mit dem Künstler*innenkollektiv "undBorisundSteffi" geplant, die innerhalb des Programms "flausen – young artists in residence" für vier Wochen in der Theaterwerkstatt Pilkentafel gastieren.

  • Lehrende: Eliana Schüler und Ina Driemel
  • 15 Teilnehmende
  • Gasthörer*innen: Ja
  • Blockseminar plus Einzeltermine
  • Veranstaltungsort: Theaterwerkstatt der EUF (Schloßstraße 28) / Theaterwerkstatt Pilkentafel Achtung: Kurzfristige Raumverschiebungen möglich!
  • Anmeldung nur per e-mail an Ina.Driemel@uni-flensburg.de oder Eliana.Schueler@uni-flensburg.de

Block Einführungsveranstaltung: 

  • Fr., 20.3. / 14.00 – 18.00 Uhr
  • Sa., 21.3. / 11.00 – 15.00 Uhr

Weitere Termine in der Pilkentafel: 

  • Mi., 25.3. / Auftaktveranstaltung FLAUSEN – YOUNG ARTIST IN RESIDENCE / 20.00
  • Mo., 30.3. / Probenbesuch / 14.00 -16.00 
  • Mo., 06.4. / Probenbesuch / 14.00 -16.00 
  • Sa., 18.4. / Making of / 20.00 Uhr 
  • 2 weitere Termine für Probenbesuche nach Absprache
  • Mo., 20.4. / Nachbesprechung / 14.00 -16.00

Fest und flauschig. Einführung in die Performance-Art. (2 SWS)

"Performancearbeit ist Spiel zwischen Improvisation und Konzept, zwischen Regel und Regelüberschreitung". (Marie-Luise Lange)

In diesem Seminar findet eine Einführung in die Kunstform der Performance-Art statt, die – ebenso wie Happening oder Aktionskunst auf das Vollziehen von Handlungen (im "Hier und Jetzt") setzt, was die Erfahrungen von Körper, Raum und Zeit einschließt. Performance-Art steht für das Unabgeschlossene, Momenthafte, Mehrdimensionale, für eine Praxis, in der unterschiedliche Künste (Theater, Musik, Video-Art, bildende Kunst, Literatur etc.) in Dialog treten.

Anhand von praktischen Übungen und Beispielen von Performance-Künstler*innen werden Kenntnisse vom Aufbau und der Struktur von performativen (Handlungs)-Settings vermittelt. Wir bringen uns mit Fragen, Gewissheiten und Material ins Spiel und untersuchen die Möglichkeiten, mit Performance Kunst auch in der Unterrichtspraxis zu experimentieren. Aus dem Seminar entstehende Performances und Aktionen sollen im Rahmen der Eröffnung des Theaterraums in der Schloßstraße gezeigt und erlebt werden.

Termine:

  • Fr., 5.6. / 14.00 –18.00 Uhr
  • Sa., 6.6. / 10.00 – 18.00 Uhr
  • So., 7.6. / 11.00 – 17.00 Uhr
  • Fr., 19.6. / Fest zur Eröffnung der Theaterwerkstatt der EUF (Schloßstraße 28)

Szenisch- spielerischer Umgang mit Kinder-und Jugendbuchliteratur (2 SWS)

Kinder- und Jugendbuchliteratur wird vielfach szenisch aufgegriffen und interpretiert. Anhand eines Kindertheaterstücks zum Thema ‚Alphabet‘ (Besuch einer Vorstellung) werden wir uns zunächst mit dem Umgang mit Sprache in der Kinder- und Jugendbuchliteratur befassen. Im Weiteren werden anhand von Kinder- und Jugendbüchern eigene Zugänge zu einem szenisch-spielerischen Umgang erprobt.

Goethes Götz und die Epoche des Sturm und Drang - literarisch, szenisch, praktisch (2 SWS)

"Vor Ihrer Majestät hab‘ ich wie immer schuldigen Respekt! Er aber, sag’s ihm…" Götzens Wutausbruch ist bis heute legendär. Doch was macht die Epoche des Sturm und Drang so besonders? Welche Auswirkungen hat diese auf Literatur und Theater bis heute? Wie können Figurenkonstellationen analysiert und (dramaturgisch) interpretiert werden? Und schließlich: welche Aussagen kann ein solches Werk heute haben und wie kann es inszeniert werden? All diesen Fragen werden wir uns sowohl von Seiten der literarischen Vorlagen und inszenatorischen Beispielen als auch durch eigene praktische Übungen d.h. spielerisch nähern. Theatererfahrung ist nicht notwendig. Spaß am Ausprobieren sehr willkommen.

Modul 2: Theaterpädagogische Spielpraxis / Vermittlung und Transfer

In Zukunft… Recherche-Theaterprojekt in Kooperation mit dem Landestheater Schleswig-Holstein (4 SWS)

Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden. Sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen. (Joseph Beuys)

In Kooperation mit dem Mehrgenerationen-Club des Landestheaters SH wollen wir zum Thema Zukunft szenisch forschen: Wie wollen wir leben? Wie wünschen wir uns eigentlich die Welt? Star Trek als eine humanistische Utopie, stimmt das? Zurück in die Zukunft? Und wer kann uns Antworten auf unsere Fragen geben? Wir forschen, experimentieren mit dem Körper, mit der Kamera, auf der Straße, führen Interviews und stellen unsere Erkundungen spielend, erzählend oder tanzend vor.

In der Theaterwerkstatt werden wir im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit dem Landestheater mit einer eigenen Recherche beginnen und in regelmäßigen Abständen mit dem Mehrgenerationen-Ensemble zusammenkommen. Ergebnisse der Recherche (Mini-Szenen, Performances und Aktionen…) sollen im Rahmen der Eröffnung des Theaterraums in der Schloßstraße gezeigt werden.

Der Produktionsprozess hat bereits im Januar 2020 begonnen – einzelne Teilnehmer*innen können nach Absprache noch aufgenommen werden.

  • Lehrende: Ina Driemel
  • Termine: montags 18.30h – 21.00 / Präsentation am 19.6. 2020
  • Beginn am 10. März 2020 
  • Ort: Landestheater SH
  • Anmeldung per email an Ina.Driemel@uni-flensburg.de

Spielpraxis am Lernort Schule (2 SWS)

In diesem Seminar werden die Praxen des theatralen Schaffens anhand verschiedener Theaterproduktionen erkundet. Seminartermine in der Universität und Theaterbesuche wechseln sich ab. Termine werden zu Vorlesungsbeginn gemeinsam besprochen.

Storms ‚Schimmelreiter‘: historisch - literarisch – szenisch (2 SWS)

Das Werk wird sowohl in seine historische Entstehungsgeschichte (Exkursion zum Theodor-Storm-Zentrum Husum) als auch in seiner literarischen Bedeutung untersucht ehe wir uns verschiedenen szenischen Adaptionen widmen. Höhepunkt ist die Begleitung (Probenbesuche, Gespräche mit Regie und Komponist) der Oper "Der Schimmelreiter" am Landestheater Schleswig-Holstein.

Theaterpraktikum & Begleitseminar (4 SWS)

Regie, Kostüm, Maske, Requisite, Bühne, Licht und Ton und nicht zuletzt die Dokumentation der Probenprozesse und Aufführungen – die vielfältigen Aufgaben am Theater kennenzulernen, bietet das begleitete Theaterpraktikum in Kooperation mit der Theaterschule Flensburg. Studierenden, die sich für die professionelle Praxis der Theaterpädagogik interessieren, bietet das Praktikum die ideale Möglichkeit, Einblicke in die Produktionsprozesse bis zur Aufführung zu erhalten und dabei auch gestaltend mitarbeiten zu können. Das Praktikum findet an wöchentlich festen Terminen (s. unten) in den Theaterklassen statt. Im Begleitseminar werden einführend Grundlagen theaterpädagogischer Produktionspraxis vermittelt sowie Beobachtungen aus der Arbeit im Produktionsprozess mit Kindern und Jugendlichen reflektiert.

Anmeldung bei Tania.Meyer-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@uni-flensburg.de (bitte geben Sie zur Anmeldung auch Wünsche (und Alternativ-Wünsche) für die Termine/Theaterklassen an der Theaterschule Flensburg an (siehe unten) 

  • Lehrende: Tania Meyer
  • Termine Begleitseminar: dienstags 18.00 h – 20.00 h und n.V.
  • Termine in der Theaterschule: siehe unten / Bei der Anmeldung bitte schon Terminwünsche angeben.
  • Beginn: 17. März 2020
  • Raum: Theaterwerkstatt (Schloßstr. 28)
  • Teilnehmer*innenzahl: 7
  • Gasthörer*innen: Ja

Termine (Praktikum) der einzelnen Theatergruppen an der Theaterschule Flensburg (Achtung: jeweils kann nur eine Klasse begleitet werden!)

  • montags 17-19 Uhr 13-14 Jährigen unter der Leitung von André Eckner - sie arbeiten an dem Stück "Das besondere Leben der Hilitje Jahns"
  • dienstags 15-17 Uhr, 10-12 Jährige unter der Leitung von Beatrix Nierade - sie erarbeiten eine Eigenproduktion; Aufführungen am 1. oder 2. Juniwochenende
  • mittwochs 15-17 Uhr, 10-12 Jährige unter der Leitung von Sameh Alkali - sie erarbeiten eine Eigenproduktion; Aufführungen am 20. und 21.06.
  • mittwochs 16.30-18.30 Uhr, 10-12 Jährige unter der Leitung von Beatrix Nierade - sie erarbeiten eine Eigenproduktion; Aufführungen am 1. oder 2. Juniwochenende
  • mittwochs 19-21 Uhr, Erwachsene unter der Leitung von André Eckner - sie erarbeiten eine Version von Hamlet: Hamlet 2.0; Aufführungen am 13. und 14.06.
  • donnerstags 16.30-19.30, Jugendliche ab 15 Jahren unter der Leitung von André Eckner - Alles Shakespeare oder was? Ein Versuch; Aufführungen am 06. und 07.06.
  • donnerstags 19.30-21.30 Uhr, Erwachsene unter der Leitung von André Eckner - Theaterparodien von Max Reinhardt; Aufführungen am 30. und 31.05.

Theater in Corona-Zeiten

Auch in Corona-Zeiten gibt es viele Möglichkeiten Theater zu schauen. 
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