Projekte & Forschung
Fashion Studies
Fashion Studies
Fashion Studies (Perspektiven) – Kleidung als kulturelle Praxis
Die Perspektiven der Fashion Studies bilden einen zentralen Ausgangspunkt der Forschung der Abteilung.
Mode wird dabei nicht allein
- als ästhetisches Phänomen verstanden, sondern
- als gesellschaftliche Praxis,
- die kulturelle Bedeutungen hervorbringt und
- soziale, politische sowie wirtschaftliche Prozesse sichtbar macht.
Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Produktion, Konsum und Nutzung von Kleidung ebenso wie nach Körperbildern, Alltagspraktiken und den materiellen Dimensionen von Mode. Zugrunde liegt ein erweitertes Verständnis von Dress, das alle kulturellen Praktiken der Gestaltung und Inszenierung des Körpers umfasst. Damit werden neben Kleidung und Textilien auch Schmuck, Frisuren, Körperbemalungen, Kosmetik, Körpermodifikationen sowie Praktiken wie Fitness oder ästhetische Operationen in die Analysen einbezogen.
Die Forschung verbindet kulturwissenschaftliche, ethnografische und objektbezogene Perspektiven und untersucht Kleidung als Teil materieller Kultur.
Aktuelle Fragestellungen reichen von
- nachhaltigen Modepraktiken und
- digitalen Modekulturen bis hin zu
- Fragen von Differenz, sozialer Ungleichheit und
- gesellschaftlicher Transformation.
Fashion Studies eröffnen damit Zugänge zu den vielfältigen Verflechtungen von Kleidung, Alltag und Gesellschaft.
Ethnografisches Forschen
Ethnografisches Forschen – Textile Praktiken im Alltag
Ethnografisches Forschen ermöglicht Einblicke in die alltäglichen Bedeutungen und Praktiken rund um Kleidung, Textilien und Mode.
Im Mittelpunkt stehen die Fragen,
- wie Menschen mit textilen Objekten umgehen,
- welche Geschichten sie mit ihnen verbinden und
- welche Rolle sie in unterschiedlichen Lebenswelten spielen.
Die Abteilung nutzt ethnografische Methoden wie teilnehmende Beobachtung, Interviews, Feldforschung und visuelle Dokumentation, um textile Kulturen in ihrer Vielfalt zu untersuchen. Dabei werden sowohl gegenwärtige als auch historische Praktiken erforscht.
Ethnografisches Forschen versteht sich als reflexiver Zugang, der wissenschaftliche Analyse mit der Auseinandersetzung mit den Perspektiven und Erfahrungen der Beteiligten verbindet und neue Einsichten in die kulturellen Dimensionen des Textilen ermöglicht.
Materielle Kultur & Objektforschung
Materielle Kultur & Objektforschung – Zwischen Dingen, Praktiken und Bedeutungen
Wir verstehen Kleidung, Textilien und Alltagsobjekte als Teil materieller Kultur. Dinge werden dabei nicht nur als Gebrauchsgegenstände betrachtet, sondern als Träger von Bedeutungen, Erinnerungen, Wissen und sozialen Beziehungen.
Sie geben Auskunft über
- individuelle Lebensgeschichten ebenso wie über
- gesellschaftliche Werte,
- kulturelle Praktiken und
- historische Veränderungen.
Eine Objektanalyse, wie ein Kleiderschrankinterview, untersucht, wie Menschen mit Dingen leben, sie nutzen, gestalten, sammeln, reparieren oder weitergeben. Im Mittelpunkt stehen dabei die materiellen Eigenschaften von Objekten ebenso wie ihre sozialen, kulturellen und biografischen Dimensionen.
Durch die Analyse von Kleidung, Textilien, Lehrmitteln, Sammlungsobjekten oder Gegenständen des Alltags werden neue Perspektiven auf Kultur, Gesellschaft und Bildung eröffnet.
Sammlungen
Sammlungen – Dinge als Quelle
Die Abteilung Textil und Mode arbeitet mit verschiedenen Lehr- und Forschungssammlungen, die Einblicke in textile Alltagskulturen, Modepraktiken und die Geschichte der Vermittlung eröffnen. Die Sammlungen dienen als Grundlage für objektbezogene Forschung, Lehre und Ausstellungsprojekte und ermöglichen die Auseinandersetzung mit Textilien und Kleidung als materielle Zeugnisse gesellschaftlicher Entwicklungen.
Fast Fashion Detectives
Die Sammlung „Fast Fashion Detectives“ dokumentiert aktuelle Kleidungspraktiken und globale Produktionszusammenhänge. Anhand von Kleidungsstücken, Gebrauchsspuren, Labels und begleitenden Materialien werden Fragen nach Herkunft, Wertschöpfung, Konsum und Nachhaltigkeit untersucht. Die Sammlung unterstützt forschendes Lernen und eröffnet Zugänge zu den komplexen Lebenswegen von Kleidung.
Sneaker im Alltag
Die Sammlung „Sneaker im Alltag“ widmet sich einem prägnanten Kleidungsobjekte der Gegenwart. Sie untersucht Sneaker als Alltagsobjekte, Sammlerstücke, Statussymbole und kulturelle Ausdrucksformen. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen Bedeutungen, Nutzungsweisen und Geschichten, die Menschen mit ihren Schuhen verbinden.
Nähkästchen
Die Sammlung „Nähkästchen“ versammelt Objekte des alltäglichen Reparierens, Aufbewahrens und Handarbeitens. Die unterschiedlichen Nähkästchen eröffnen Einblicke in biografische Erfahrungen, textile Wissensbestände und häusliche Praktiken. Sie dokumentieren, wie textile Kompetenzen über Generationen weitergegeben, verändert und neu interpretiert werden.
Historische Textildidaktik
Die Sammlung zur historischen Textildidaktik umfasst Lehrmaterialien, Schulbücher, Unterrichtsmodelle und textile Arbeitsproben aus unterschiedlichen Zeiten. Sie ermöglicht Einblicke in die Geschichte des Textilunterrichts und zeigt, wie sich Vorstellungen von Bildung, Handarbeit, Gestaltung und Geschlechterrollen im Laufe der letzten einhundert Jahre verändert haben.
Textiles & Nachhaltigkeit
Textiles & Nachhaltigkeit – Textilien in Transformationsprozessen
Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Transformation bilden einen übergreifenden Forschungsschwerpunkt der Abteilung. Im Fokus stehen die ökologischen, sozialen und kulturellen Herausforderungen der Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Frage, wie Alternativen entwickelt und praktisch erprobt werden können.
Wir beschäftigen uns aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven mit Themen wie Slow Fashion, Reparatur- und Wiederverwendungspraktiken, nachhaltigen Materialkreisläufen, pflanzenbasierten Färbeverfahren und Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Dabei werden Transformationsprozesse nicht nur auf der Ebene von Produktion und Konsum betrachtet, sondern auch als kulturelle und bildungsbezogene Herausforderungen verstanden. Ziel ist es, nachhaltige textile Praktiken sichtbar zu machen, kritisch zu refelktieren und neue Handlungsperspektiven für Bildung, Gestaltung und Gesellschaft zu eröffnen.
Museum & Vermittlung
Museumskooperationen – Objekte zwischen Forschung und Öffentlichkeit
Museen sind zentrale Partner der Abteilung Textil und Mode in Forschung, Lehre und Vermittlung. In enger Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum auf Schloss Gottorf sowie dem Museum Tuch + Technik in Neumünster entstehen Projekte, die objektbezogene Forschung und kulturelle Bildung miteinander verbinden.
Die Kooperationen ermöglichen Studierenden den direkten Zugang zu historischen und gegenwärtigen Sammlungsbeständen. Kleidung, Textilien und Objekte materieller Kultur werden im Original untersucht, dokumentiert und in ihren kulturellen, sozialen und historischen Zusammenhängen analysiert.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung innovativer Vermittlungsformate. Gemeinsam mit den Museen konzipieren Studierende Bildungsangebote, Workshops, Ausstellungsbeiträge und Forschungsprojekte für unterschiedliche Zielgruppen. Die Museumskooperationen schaffen damit praxisnahe Lernräume, in denen wissenschaftliche Fragestellungen, kulturelle Bildung und gesellschaftlicher Transfer zusammengeführt werden.