Handreichung: Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung. Wie gelingt das? HandreichungHandreichung Inklusiv-digitale Inklusiv-digitale Schul- und UnterrichtsentwicklungSchul- und Unterrichtsentwicklung Wie gelingt das?Wie gelingt das? Handreichung Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung Wie gelingt das? Autor*innen: Claudia Obermeier, Daniela Hill, Johanna Profft, Julia Hartung, Ni-Autor*innen: Claudia Obermeier, Daniela Hill, Johanna Profft, Julia Hartung, Ni- cole Viereggcole Vieregg Wissenschaftliche Leitung:Wissenschaftliche Leitung: Christian Filk, Heike Schaumburg, Michael Wahl, Raphael ZenderChristian Filk, Heike Schaumburg, Michael Wahl, Raphael Zender 1. Auflage 20221. Auflage 2022 Verbundprojekt “Digitalisierung und Inklusion – Grundsatzfragen und Gelin-Verbundprojekt “Digitalisierung und Inklusion – Grundsatzfragen und Gelin- gensbedingungen einer inklusiven digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung” gensbedingungen einer inklusiven digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung” (Dig*In) (Dig*In) Europa-Universität Flensburg und Humboldt-Universität zu BerlinEuropa-Universität Flensburg und Humboldt-Universität zu Berlin Internetadresse Dig*In: Internetadresse Dig*In: https://www.uni-flensburg.de/medienbildung/projekte/https://www.uni-flensburg.de/medienbildung/projekte/ digitalisierung-und-inklusion-digindigitalisierung-und-inklusion-digin Meta-Vorhaben “Digitalisierung im Bildungsbereich”Meta-Vorhaben “Digitalisierung im Bildungsbereich” Das diesem Bericht zugrunde liegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bun-Das diesem Bericht zugrunde liegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bun- desministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen Fkz desministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen Fkz 01JD1819A/B gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung 01JD1819A/B gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei der Autorin/beim Autor.liegt bei der Autorin/beim Autor. Handreichung - Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung - Wie gelingt Handreichung - Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung - Wie gelingt das?© 2022 by Claudia Obermeier, Daniela Hill, Julia Hartung, Johanna Profft, das?© 2022 by Claudia Obermeier, Daniela Hill, Julia Hartung, Johanna Profft, Nicole Vieregg is licensed under Nicole Vieregg is licensed under CC BY-NC-ND 4.0CC BY-NC-ND 4.0 https://www.uni-flensburg.de/medienbildung/projekte/digitalisierung-und-inklusion-digin https://www.uni-flensburg.de/medienbildung/projekte/digitalisierung-und-inklusion-digin http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/?ref=chooser-v1 Verbundprojekt Dig*In - Digitalisierung und Inklusion – Grundsatzfragen und Gelingensbedingungen einer inklusiven digitalen Schul- und Unter- richtsentwicklung Europa-Universität FlensburgEuropa-Universität Flensburg Auf dem Campus 1Auf dem Campus 1 24943 Flensburg24943 Flensburg +49 461 805 2614+49 461 805 2614 christian.filk@uni-flensburg.dechristian.filk@uni-flensburg.de undund Humboldt-Universität zu BerlinHumboldt-Universität zu Berlin Unter den Linden 6Unter den Linden 6 10099 Berlin10099 Berlin +49 (0)30/2093-66854+49 (0)30/2093-66854 heike.schaumburg@hu-berlin.deheike.schaumburg@hu-berlin.de Layout | SatzLayout | Satz Julia HartungJulia Hartung Deckblatt | KapiteltrennerDeckblatt | Kapiteltrenner Daniela HillDaniela Hill BildnachweisBildnachweis Die Abbildungen sind im Rahmen des Verbundprojekts Dig*In von den Autor*in-Die Abbildungen sind im Rahmen des Verbundprojekts Dig*In von den Autor*in- nen selbst erstellt worden. Icons (außer explizit genannt) wurde aus dem frei nen selbst erstellt worden. Icons (außer explizit genannt) wurde aus dem frei verfügbaren Microsoft Powerpoint Icon-Katalog entnommen.verfügbaren Microsoft Powerpoint Icon-Katalog entnommen. LektoratLektorat Claudia Obermeier, Daniela Hill, Heike Schaumburg, Anna GarciaClaudia Obermeier, Daniela Hill, Heike Schaumburg, Anna Garcia KorrektoratKorrektorat Nicole Vieregg Nicole Vieregg 1. Auflage 20221. Auflage 2022 Das Verbundprojekt “Digitalisierung und Inklusion – Grundsatzfragen und Gelin-Das Verbundprojekt “Digitalisierung und Inklusion – Grundsatzfragen und Gelin- gensbedingungen einer inklusiven digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung” gensbedingungen einer inklusiven digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung” hatte eine Laufzeit vom 01. Januar 2019 bis 30. Juni 2022 und wurde gefördert hatte eine Laufzeit vom 01. Januar 2019 bis 30. Juni 2022 und wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Im Rahmen des Metavorhaben “Digitalisierung im Bildungsbereich” gefördert Im Rahmen des Metavorhaben “Digitalisierung im Bildungsbereich” gefördert durch durch Projektmitglieder Claudia Obermeier, Dr. Fachrichtung Soziologie Fachrichtung Soziologie Europa-Universität Flensburg, Institut für Erziehungswissenschaften, Seminar für Europa-Universität Flensburg, Institut für Erziehungswissenschaften, Seminar für MedienbildungMedienbildung Zu meinen Forschungsschwerpunkten gehören neben mediensoziologischen Fra-Zu meinen Forschungsschwerpunkten gehören neben mediensoziologischen Fra- gestellungen mit einer Perspektive auf Mensch-Maschine-Interaktionen die The-gestellungen mit einer Perspektive auf Mensch-Maschine-Interaktionen die The- men der Digitalisierung in Bildungskontexten und Organisationsentwicklung. men der Digitalisierung in Bildungskontexten und Organisationsentwicklung. Daniela Hill, M.Ed. Fachrichtung BildungsforschungFachrichtung Bildungsforschung Europa-Universität Flensburg, Institut für Erziehungswissenschaften, Seminar für Europa-Universität Flensburg, Institut für Erziehungswissenschaften, Seminar für MedienbildungMedienbildung Zu meinen Forschungsschwerpunkten gehören inklusiv-digitale Bildung und Zu meinen Forschungsschwerpunkten gehören inklusiv-digitale Bildung und Schulkultur, sprachliche Bildung und ‘Deutsch als Zweitsprache’. Dies verknüpfe Schulkultur, sprachliche Bildung und ‘Deutsch als Zweitsprache’. Dies verknüpfe ich mit meiner Profession als Lehrkraft für die Fächer Deutsch, Mathematik und ich mit meiner Profession als Lehrkraft für die Fächer Deutsch, Mathematik und Deutsch als Zweitsprache.Deutsch als Zweitsprache. Johanna Profft, M.Ed. Fachbereich ErziehungswissenschaftenFachbereich Erziehungswissenschaften Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Erziehungswissenschaften, Arbeitsbe-Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Erziehungswissenschaften, Arbeitsbe- reich Systematische Didaktik/Empirische Schul- und Unterrichtsforschungreich Systematische Didaktik/Empirische Schul- und Unterrichtsforschung Meine Forschungsschwerpunkte umfassen inklusive Medienbildung sowie Me-Meine Forschungsschwerpunkte umfassen inklusive Medienbildung sowie Me- dienintegration und Inklusion auf Organisationsebene, im Speziellen derzeit mit dienintegration und Inklusion auf Organisationsebene, im Speziellen derzeit mit einem Fokus auf die Rolle von Schulleitung in diesen Organisationsentwicklungs-einem Fokus auf die Rolle von Schulleitung in diesen Organisationsentwicklungs- prozessen. prozessen. Julia Hartung, M.A. Fachrichtung RehabilitationswissenschaftenFachrichtung Rehabilitationswissenschaften Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Rehabilitationswissenschaften, Abtei-Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Rehabilitationswissenschaften, Abtei- lung Rehabilitationstechnik und Neue Medienlung Rehabilitationstechnik und Neue Medien Zu meinen Forschungsschwerpunkten gehört die Betrachtung des Einsatzes digi-Zu meinen Forschungsschwerpunkten gehört die Betrachtung des Einsatzes digi- taler Medien im gesamten Altersspektrum (Digitale Medien in der Schule, Serious taler Medien im gesamten Altersspektrum (Digitale Medien in der Schule, Serious Games im Alter) und bezogen auf das lebenslange Lernen aus rehabilitationspäd-Games im Alter) und bezogen auf das lebenslange Lernen aus rehabilitationspäd- agogischer Perspektive.agogischer Perspektive. Nicole Vieregg, M.Sc. Fachrichtung InformatikFachrichtung Informatik Europa-Universität Flensburg, Institut für Sonderpädagogik, Abteilung Sonderpä-Europa-Universität Flensburg, Institut für Sonderpädagogik, Abteilung Sonderpä- dagogik des Lernens; ehemals Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Infor-dagogik des Lernens; ehemals Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Infor- matik, Lehrstuhl Didaktik in der Informatik/Informatik und Gesellschaftmatik, Lehrstuhl Didaktik in der Informatik/Informatik und Gesellschaft Meine Forschungsinteressen beinhalten inklusives Softwaredesign, inklusive Medi-Meine Forschungsinteressen beinhalten inklusives Softwaredesign, inklusive Medi- enbildung, inklusive und kollaborative Lerntechniken sowie Software Engineering.enbildung, inklusive und kollaborative Lerntechniken sowie Software Engineering. Christian Filk, Univ.-Prof. Dr. Fachrichtung Medienpädagogik und interdisziplinäre MedienforschungFachrichtung Medienpädagogik und interdisziplinäre Medienforschung Europa-Universität Flensburg, Institut für Erziehungswissenschaften, Seminar für Europa-Universität Flensburg, Institut für Erziehungswissenschaften, Seminar für MedienbildungMedienbildung Forschungsschwerpunkte: sozialwissenschaftliche Transformationsforschung der Forschungsschwerpunkte: sozialwissenschaftliche Transformationsforschung der Digitalität und Künstlichen Intelligenz, integrale Kommunikations- und partizipati-Digitalität und Künstlichen Intelligenz, integrale Kommunikations- und partizipati- ve Handlungsforschung sowie inklusiv-digitale Bildung und Schulkultur. ve Handlungsforschung sowie inklusiv-digitale Bildung und Schulkultur. Heike Schaumburg, Dr. Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Erziehungswissenschaften, Arbeitsbe-Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Erziehungswissenschaften, Arbeitsbe- reich Systematische Didaktik/Empirische Schul- und Unterrichtsforschungreich Systematische Didaktik/Empirische Schul- und Unterrichtsforschung Forschungsschwerpunkte: Empirische Lehr-Lernforschung (qualitative und quanti-Forschungsschwerpunkte: Empirische Lehr-Lernforschung (qualitative und quanti- tative Methoden). Speziell: Lehren und Lernen mit digitalen Medien, insbesondere tative Methoden). Speziell: Lehren und Lernen mit digitalen Medien, insbesondere mit mobilen Computern, Schulorganisatorische Faktoren der Medienintegration, mit mobilen Computern, Schulorganisatorische Faktoren der Medienintegration, Vermittlung computer- und Informationsbezogener Kompetenzen, Digitalisierung Vermittlung computer- und Informationsbezogener Kompetenzen, Digitalisierung und Inklusion.und Inklusion. Michael Wahl, Univ.-Prof. Dr. Fachrichtung RehabilitationswissenschaftenFachrichtung Rehabilitationswissenschaften Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Rehabilitationswissenschaften, Abtei-Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Rehabilitationswissenschaften, Abtei- lung Rehabilitationstechnik und Neue Medienlung Rehabilitationstechnik und Neue Medien Forschungsschwerpunkte: ‚Neue Medien‘ und Technologien in der Rehabilitation Forschungsschwerpunkte: ‚Neue Medien‘ und Technologien in der Rehabilitation und Unterstützte Kommunikation.und Unterstützte Kommunikation. Raphael Zender, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Fachrichtung InformatikFachrichtung Informatik Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Informatik, Vertretungsprofessur “Di-Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Informatik, Vertretungsprofessur “Di- daktik der Informatik | Informatik und Gesellschaft” für Prof. Dr. Niels Pinkwartdaktik der Informatik | Informatik und Gesellschaft” für Prof. Dr. Niels Pinkwart Zu meinen Forschungsinteressen und -schwerpunkten gehören Softwarearchitek-Zu meinen Forschungsinteressen und -schwerpunkten gehören Softwarearchitek- turen für digitale Bildungssysteme, derzeit mit Fokus auf Virtual Reality (VR) und turen für digitale Bildungssysteme, derzeit mit Fokus auf Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR).Augmented Reality (AR). Inhaltsverzeichnis Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? Danksagung 9 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In 9 1.1 Intention der Handreichung 101.1 Intention der Handreichung 10 1.2 Struktur des Verbundprojektes 111.2 Struktur des Verbundprojektes 11 1.3 Forschungsdesign der Teilprojekte 131.3 Forschungsdesign der Teilprojekte 13 1.3.1 Teilprojekt I: Auf dem Weg zum Modell 1.3.1 Teilprojekt I: Auf dem Weg zum Modell 1313 1.3.2 Teilprojekt II: Fokus auf die Schulentwicklung 1.3.2 Teilprojekt II: Fokus auf die Schulentwicklung 1616 1.3.3 Teilprojekt III: Eine Perspektive auf die Unterrichtsentwicklung 1.3.3 Teilprojekt III: Eine Perspektive auf die Unterrichtsentwicklung 1717 1.3.4 Teilprojekt IV: Erstellen der Lernplattform LAYA 1.3.4 Teilprojekt IV: Erstellen der Lernplattform LAYA 1818 1.4 Modellgenese 201.4 Modellgenese 20 1.5 Das Modell im Überblick 231.5 Das Modell im Überblick 23 1.6 Aufbau und Verwendung der Handreichung 251.6 Aufbau und Verwendung der Handreichung 25 1.7 Literaturverzeichnis 281.7 Literaturverzeichnis 28 2 Baustein Schulkultur 33 2.1 Schulkultur - Vorbemerkungen 332.1 Schulkultur - Vorbemerkungen 33 2.2 Die acht Bestandteile der Schulkultur 332.2 Die acht Bestandteile der Schulkultur 33 2.3 Partizipationskultur 342.3 Partizipationskultur 34 2.4 Unterstützungskultur 442.4 Unterstützungskultur 44 2.5 Kooperations- und Kollaborationskultur 542.5 Kooperations- und Kollaborationskultur 54 2.6 Reflexionskultur 612.6 Reflexionskultur 61 2.7 Kultur des Ausprobierens 632.7 Kultur des Ausprobierens 63 2.8 Lernkultur 652.8 Lernkultur 65 2.9 Innovationskultur 662.9 Innovationskultur 66 2.10 Kapitelzusammenfassung 732.10 Kapitelzusammenfassung 73 2.11 Literaturverzeichnis 742.11 Literaturverzeichnis 74 3 Baustein Mitglieder in Schule 79 3.1 Wer wirkt in Schule? 793.1 Wer wirkt in Schule? 79 3.2 Auf die Menschen kommt es an 813.2 Auf die Menschen kommt es an 81 3.3 Die Mitglieder in Schule 823.3 Die Mitglieder in Schule 82 3.4 Haltung macht Schule 853.4 Haltung macht Schule 85 Inhaltsverzeichnis Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 3.5 Haltungen werden zu Handlungen 933.5 Haltungen werden zu Handlungen 93 3.6 Kapitelzusammenfassung 1013.6 Kapitelzusammenfassung 101 3.7 Literaturverzeichnis 1023.7 Literaturverzeichnis 102 4 Baustein Strukturen und Prozesse 105 4.1 Strukturen schaffen und Prozesse etablieren 1054.1 Strukturen schaffen und Prozesse etablieren 105 4.1.1 Strukturen – eine Einordnung 4.1.1 Strukturen – eine Einordnung 106106 4.1.2 Strukturen schaffen – Prozesse gestalten 4.1.2 Strukturen schaffen – Prozesse gestalten 107107 4.2 Relevante Bausteine für die Implementation von Strukturen und 4.2 Relevante Bausteine für die Implementation von Strukturen und die Gestaltung von Prozessen 111die Gestaltung von Prozessen 111 4.2.1 Ressourcen verwalten 4.2.1 Ressourcen verwalten 113113 4.2.2 Schulalltag gestalten 4.2.2 Schulalltag gestalten 118118 4.2.3 Prozesse steuern 4.2.3 Prozesse steuern 121121 4.2.4 Weitere Einflussgrößen berücksichtigen 4.2.4 Weitere Einflussgrößen berücksichtigen 126126 4.3 Kapitelzusammenfassung 1314.3 Kapitelzusammenfassung 131 4.4 Literaturverzeichnis 1334.4 Literaturverzeichnis 133 5 Baustein Unterricht 136 5.1 Die sieben Bestandteile der Unterrichtsebene 1365.1 Die sieben Bestandteile der Unterrichtsebene 136 5.2 Lernsettings 1375.2 Lernsettings 137 5.2.1 Partizipatives Lernen 5.2.1 Partizipatives Lernen 141141 5.2.2 Lernlandschaften 5.2.2 Lernlandschaften 144144 5.2.3 Vielfältige Lernorte 5.2.3 Vielfältige Lernorte 145145 5.2.4 Projektorientiertes Arbeiten 5.2.4 Projektorientiertes Arbeiten 146146 5.2.5 Hybride Lernformate 5.2.5 Hybride Lernformate 147147 5.2.6 Sich veränderndes Rollenverständnis 5.2.6 Sich veränderndes Rollenverständnis 149149 5.3 Barrierefreiheit 1495.3 Barrierefreiheit 149 5.3.1 Architektur 5.3.1 Architektur 151151 5.3.2 Material, Informationen 5.3.2 Material, Informationen 151151 5.4 Binnendifferenzierung 1515.4 Binnendifferenzierung 151 5.4.1 Individualisierung/Personalisierung 5.4.1 Individualisierung/Personalisierung 152152 5.4.2 Selbstdifferenzierung im Rahmen von 5.4.2 Selbstdifferenzierung im Rahmen von Individualisierung/Personalisierung Individualisierung/Personalisierung 154154 Inhaltsverzeichnis Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 5.5 Kooperation und Kollaboration 1565.5 Kooperation und Kollaboration 156 5.6 Inklusiv-digitale Medien(-Bildung) 1575.6 Inklusiv-digitale Medien(-Bildung) 157 5.6.1 Lerninhalt 5.6.1 Lerninhalt 159159 5.6.2 Werkzeug 5.6.2 Werkzeug 161161 5.6.3 Konzept 5.6.3 Konzept 164164 5.7 Professionalisierung 1675.7 Professionalisierung 167 5.7.1 Kompetenzausbau: Inklusion und Medienbildung 5.7.1 Kompetenzausbau: Inklusion und Medienbildung 168168 5.7.2 Kompetenzausbau: Verzahnung von Inklusion und Medienbildung 5.7.2 Kompetenzausbau: Verzahnung von Inklusion und Medienbildung 169169 5.7.3 Sich veränderndes Rollenverständnis 5.7.3 Sich veränderndes Rollenverständnis 169169 5.8 Reflexion, Feedback, Evaluation 1715.8 Reflexion, Feedback, Evaluation 171 5.8.1 Selbstreflexion 5.8.1 Selbstreflexion 172172 5.8.2 Interaktion 5.8.2 Interaktion 174174 5.8.3 Unterrichtsgestaltung 5.8.3 Unterrichtsgestaltung 176176 5.9 Durchgängige Sprachbildung 1805.9 Durchgängige Sprachbildung 180 5.9.1 Bildungs- und Fachsprache 5.9.1 Bildungs- und Fachsprache 180180 5.9.2 Einbezug sprachlicher Vielfalt 5.9.2 Einbezug sprachlicher Vielfalt 182182 5.9.3 Konzept 5.9.3 Konzept 184184 5.10 Kapitelzusammenfassung 1855.10 Kapitelzusammenfassung 185 5.11 Literaturverzeichnis 1865.11 Literaturverzeichnis 186 6 Zusammenfassung 191 7 Praxishappen 197 7.1 Zwei Schulen, unterschiedliche Schwerpunkte: auf dem 7.1 Zwei Schulen, unterschiedliche Schwerpunkte: auf dem individuellen Weg zur inklusiv-digitalen Schule 197individuellen Weg zur inklusiv-digitalen Schule 197 7.1.1. Schulportrait 1: Monika-Hartmann-Schule 7.1.1. Schulportrait 1: Monika-Hartmann-Schule 197197 7.1.2 Schulportrait 2: Gabriele-Baader-Grundschule 7.1.2 Schulportrait 2: Gabriele-Baader-Grundschule 200200 7.2 Anwendungsbeispiele von digitalen Medien im inklusiven Unterricht 2057.2 Anwendungsbeispiele von digitalen Medien im inklusiven Unterricht 205 7.2.1 Für das Fach Mathematik 7.2.1 Für das Fach Mathematik 205205 7.2.2 Für das Fach Deutsch 7.2.2 Für das Fach Deutsch 207207 7.2.3 Fächerübergreifender Einsatz 7.2.3 Fächerübergreifender Einsatz 211211 7.3 Tool-Übersicht für den Unterricht 2157.3 Tool-Übersicht für den Unterricht 215 7.4 Literatur zum Stöbern 2207.4 Literatur zum Stöbern 220 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 9 Danksagung So ein Forschungsvorhaben wie das des interdisziplinären, BMBF-geförderten Ver-So ein Forschungsvorhaben wie das des interdisziplinären, BMBF-geförderten Ver- bundprojekts Dig*In (kurz für: Digitalisierung und Inklusion – Grundsatzfragen bundprojekts Dig*In (kurz für: Digitalisierung und Inklusion – Grundsatzfragen und Gelingensbedingungen einer inklusiven digitalen Schul- und Unterrichtsent-und Gelingensbedingungen einer inklusiven digitalen Schul- und Unterrichtsent- wicklung) wird getragen von einer Vielzahl von engagierten Persönlichkeiten. wicklung) wird getragen von einer Vielzahl von engagierten Persönlichkeiten. Einige dieser Persönlichkeiten waren die gesamte Projektlaufzeit hindurch Teil des Einige dieser Persönlichkeiten waren die gesamte Projektlaufzeit hindurch Teil des Teams, andere haben das Projekt für ein Stück des Weges begleitet. An dieser Teams, andere haben das Projekt für ein Stück des Weges begleitet. An dieser Stelle soll den ehemaligen Kolleg*innen Dr. Ann-Kathrin Stoltenhoff, Sebastian Stelle soll den ehemaligen Kolleg*innen Dr. Ann-Kathrin Stoltenhoff, Sebastian Claus und Dr. Marcel Kabaum ein großes Dankeschön zuteilwerden. Euer Einsatz Claus und Dr. Marcel Kabaum ein großes Dankeschön zuteilwerden. Euer Einsatz hat das Projekt mitgestaltet, es reifen lassen und vorangebracht. hat das Projekt mitgestaltet, es reifen lassen und vorangebracht. Neben den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen gehören die studentischen und Neben den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen gehören die studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte zum Rückgrat dieses Projekts. Danke sagen möch-wissenschaftlichen Hilfskräfte zum Rückgrat dieses Projekts. Danke sagen möch- ten wir Fynn Schröder, Elsa Zschoch, Celina Teller, Paula Cvjetkovic, Anna García ten wir Fynn Schröder, Elsa Zschoch, Celina Teller, Paula Cvjetkovic, Anna García und Magdalena Lehmann für die trefflichen Recherchen und Textreviews, für den und Magdalena Lehmann für die trefflichen Recherchen und Textreviews, für den unermüdlichen Einsatz bei der Erstellung von Fragebögen und der Konstruktion unermüdlichen Einsatz bei der Erstellung von Fragebögen und der Konstruktion von Abbildungen, bei Transkriptionen, der Unterstützung bei der Datenerhebung von Abbildungen, bei Transkriptionen, der Unterstützung bei der Datenerhebung und dem Datenauswertungsprozess, der Beteiligung an Publikationen und Tagun-und dem Datenauswertungsprozess, der Beteiligung an Publikationen und Tagun- gen und vielem mehr. Pascal Jochmann und Constantin Mauf-Clausen sagen wir gen und vielem mehr. Pascal Jochmann und Constantin Mauf-Clausen sagen wir danke für die Unterstützung bei der Implementierung von LAYA. danke für die Unterstützung bei der Implementierung von LAYA. Vielen Dank für euer aller Einsatz – Ihr wart eine unverzichtbare Stütze und wert-Vielen Dank für euer aller Einsatz – Ihr wart eine unverzichtbare Stütze und wert- voller Teil in diesem Projekt. voller Teil in diesem Projekt. 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Diese Handreichung stellt das Ergebnis der Forschungen im interdisziplinären Diese Handreichung stellt das Ergebnis der Forschungen im interdisziplinären BMBF-geförderten Verbundprojekt Dig*In dar, wobei Dig*In für die Verzahnung BMBF-geförderten Verbundprojekt Dig*In dar, wobei Dig*In für die Verzahnung von Digitalisierung und Inklusion steht. Die Forschungsvorhaben in dem Projekt von Digitalisierung und Inklusion steht. Die Forschungsvorhaben in dem Projekt mit dem Titel „Digitalisierung und Inklusion – Grundsatzfragen und Gelingensbe-mit dem Titel „Digitalisierung und Inklusion – Grundsatzfragen und Gelingensbe- dingungen einer inklusiven digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung“ wurden dingungen einer inklusiven digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung“ wurden in einer Kooperation zwischen der Europa-Universität Flensburg und der Hum-in einer Kooperation zwischen der Europa-Universität Flensburg und der Hum- boldt-Universität zu Berlin in der Zeit von Januar 2019 bis Juni 2022 umgesetzt. boldt-Universität zu Berlin in der Zeit von Januar 2019 bis Juni 2022 umgesetzt. Die gemeinsame Zielsetzung der Verbundforschung bestand darin, eine theore-Die gemeinsame Zielsetzung der Verbundforschung bestand darin, eine theore- tisch fundierte Analyse der medienbezogenen Schul- und Unterrichtsentwicklung tisch fundierte Analyse der medienbezogenen Schul- und Unterrichtsentwicklung unter den Vorzeichen der inklusiven Schule durchzuführen. Ein zentrales Anliegen unter den Vorzeichen der inklusiven Schule durchzuführen. Ein zentrales Anliegen der Projektforschung bestand darin, Überlegungen, die aus der Umsetzung von der Projektforschung bestand darin, Überlegungen, die aus der Umsetzung von Inklusion und Digitalisierung resultieren, systematisch aufeinander zu beziehen Inklusion und Digitalisierung resultieren, systematisch aufeinander zu beziehen und schlussendlich herauszuarbeiten, wie inklusive und digitale Schul- und Unter-und schlussendlich herauszuarbeiten, wie inklusive und digitale Schul- und Unter- richtsentwicklung synergetisch miteinander verbunden werden können. Damit richtsentwicklung synergetisch miteinander verbunden werden können. Damit sollen die bislang vielfach getrennt voneinander wahrgenommenen Herausforde-sollen die bislang vielfach getrennt voneinander wahrgenommenen Herausforde- rungen der Implementierung inklusiver Strukturen und Prozesse und der Etab-rungen der Implementierung inklusiver Strukturen und Prozesse und der Etab- lierung mediengestützten Lehrens und Lernens zusammengedacht werden, um lierung mediengestützten Lehrens und Lernens zusammengedacht werden, um durch die Verzahnung beider Aspekte eine wirksame Strategie für die Bewälti-durch die Verzahnung beider Aspekte eine wirksame Strategie für die Bewälti- gung der sich stellenden Anforderungen herauszubilden. gung der sich stellenden Anforderungen herauszubilden. Diese Strategie, Inklusion und Digitalisierung wirksam zusammenzudenken, be-Diese Strategie, Inklusion und Digitalisierung wirksam zusammenzudenken, be- deutet für die konkrete Umsetzung, das hat die Forschung in Dig*In deutlich her-deutet für die konkrete Umsetzung, das hat die Forschung in Dig*In deutlich her- 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 10 ausarbeiten können, dass Schule ein ausarbeiten können, dass Schule ein breites Inklusionsverständnisbreites Inklusionsverständnis in ihrer Kultur in ihrer Kultur verankern und in den ihr eigenen Strukturen und Prozessen etablieren muss. Ein verankern und in den ihr eigenen Strukturen und Prozessen etablieren muss. Ein breit gefasstes Verständnis von Inklusion folgt der Zielsetzung, eine Schule für breit gefasstes Verständnis von Inklusion folgt der Zielsetzung, eine Schule für alle gestalten zu wollen – und das unabhängig von verschiedenen Förderstatus alle gestalten zu wollen – und das unabhängig von verschiedenen Förderstatus oder anderen zugeschriebenen Attributen. oder anderen zugeschriebenen Attributen. Um dieses Unterfangen bewerkstelligen zu können, braucht es allem voran die Um dieses Unterfangen bewerkstelligen zu können, braucht es allem voran die Entschlossenheit der Akteur*innen in Schule und eine an inklusiven Werten und Entschlossenheit der Akteur*innen in Schule und eine an inklusiven Werten und Prinzipien orientierte Haltung. Die Grundpfeiler Partizipation, Kooperation und Prinzipien orientierte Haltung. Die Grundpfeiler Partizipation, Kooperation und Kollaboration, Reflexion u.a. einer inklusiv-digital gestalteten Schule können sich Kollaboration, Reflexion u.a. einer inklusiv-digital gestalteten Schule können sich nur dann nachhaltig und wirksam in Schule ausbilden, wenn die Akteur*innen nur dann nachhaltig und wirksam in Schule ausbilden, wenn die Akteur*innen dieser Entwicklung mit einem Mindset der Offenheit, Unterstützungs- und Koope-dieser Entwicklung mit einem Mindset der Offenheit, Unterstützungs- und Koope- rationsbereitschaft, Wertschätzung, Professionalität und Innovationsbereitschaft rationsbereitschaft, Wertschätzung, Professionalität und Innovationsbereitschaft begegnen. Diese Haltung ist jedoch nicht allein für die Etablierung inklusiver Wer-begegnen. Diese Haltung ist jedoch nicht allein für die Etablierung inklusiver Wer- te und Prinzipien in Schule bedeutsam – Sie ist auch dann relevant, wenn Schule te und Prinzipien in Schule bedeutsam – Sie ist auch dann relevant, wenn Schule den Anforderungen einer digitalisierten Gesellschaft begegnet. Schon jetzt wird den Anforderungen einer digitalisierten Gesellschaft begegnet. Schon jetzt wird deutlich, dass die Umsetzung beider Bemühungen mindestens ähnliche Gelin-deutlich, dass die Umsetzung beider Bemühungen mindestens ähnliche Gelin- gensbedingungen fordert. gensbedingungen fordert. Die Forschung im Projekt Dig*In hat ein Modell einer inklusiv-digitalen Schule Die Forschung im Projekt Dig*In hat ein Modell einer inklusiv-digitalen Schule hervorgebracht, das die wesentlichen Gelingensbedingungen für die Verzahnung hervorgebracht, das die wesentlichen Gelingensbedingungen für die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung umfasst. Dieses Modell stellt das Herzstück von Inklusion und Digitalisierung umfasst. Dieses Modell stellt das Herzstück dieser Handreichung dar. In den nachfolgenden Unterkapiteln werden Sie mehr dieser Handreichung dar. In den nachfolgenden Unterkapiteln werden Sie mehr darüber erfahren, wie das Forschungsdesign in Dig*In angelegt ist, wer den For-darüber erfahren, wie das Forschungsdesign in Dig*In angelegt ist, wer den For- schungsprozess mitgetragen und vorangebracht hat und wie das Modell einer in-schungsprozess mitgetragen und vorangebracht hat und wie das Modell einer in- klusiv-digitalen Schule generiert wurde. Sodann finden sich am Ende dieses ers-klusiv-digitalen Schule generiert wurde. Sodann finden sich am Ende dieses ers- ten Kapitels Informationen zum Aufbau der Handreichung sowie Hinweise zu ihrer ten Kapitels Informationen zum Aufbau der Handreichung sowie Hinweise zu ihrer Nutzung.Nutzung. 1.1 Intention der Handreichung Die Handreichung möchte den Akteur*innen in Schule eine Unterstützung auf Die Handreichung möchte den Akteur*innen in Schule eine Unterstützung auf dem Weg hin zu einer inklusiv-digital gestalteten schulischen Lern- und Lebens-dem Weg hin zu einer inklusiv-digital gestalteten schulischen Lern- und Lebens- welt sein. Im Zentrum steht das Modell einer inklusiv-digitalen Schule. Dieses welt sein. Im Zentrum steht das Modell einer inklusiv-digitalen Schule. Dieses Modell versteht sich als Antwort auf die Frage nach den Gelingensbedingungen, Modell versteht sich als Antwort auf die Frage nach den Gelingensbedingungen, die erfüllt sein müssen, damit Schulen Inklusion und Digitalisierung in einer Ver-die erfüllt sein müssen, damit Schulen Inklusion und Digitalisierung in einer Ver- zahnung weitergehend gestalten und leben können. zahnung weitergehend gestalten und leben können. Dafür setzt die Handreichung auf verschiedene Bestandteile: Zu finden sind kon-Dafür setzt die Handreichung auf verschiedene Bestandteile: Zu finden sind kon- zeptionelle Grundlagen genauso wie Einblicke in die gelebte Praxis der Dig*In-zeptionelle Grundlagen genauso wie Einblicke in die gelebte Praxis der Dig*In- Kooperationsschulen. Es werden Strategien und Impulse für ein gelingendes Kooperationsschulen. Es werden Strategien und Impulse für ein gelingendes Umsetzen präsentiert und Umsetzen präsentiert und PraxishappenPraxishappen für eine bessere Nachvollziehbarkeit aus- für eine bessere Nachvollziehbarkeit aus- gewählter Impulse aus der Praxis gereicht. gewählter Impulse aus der Praxis gereicht. Die Handreichung versteht sich als Impulsgeberin und möchte für die besonde-Die Handreichung versteht sich als Impulsgeberin und möchte für die besonde- ren Dynamiken sensibilisieren, die in diesem angestoßenen Entwicklungsprozess ren Dynamiken sensibilisieren, die in diesem angestoßenen Entwicklungsprozess hin zu einer inklusiv-digitalen Schule eine umfassende Berücksichtigung erhalten hin zu einer inklusiv-digitalen Schule eine umfassende Berücksichtigung erhalten sollten. Mitnichten erhebt das präsentierte Modell Anspruch darauf, eine Univer-sollten. Mitnichten erhebt das präsentierte Modell Anspruch darauf, eine Univer- sallösung für jede Einzelschule bieten zu können. So individuell wie die Einzel-sallösung für jede Einzelschule bieten zu können. So individuell wie die Einzel- schulen eben sind, so individuell sind die Entwicklungsprozesse, mit denen sie schulen eben sind, so individuell sind die Entwicklungsprozesse, mit denen sie 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 11 befasst sind. Demnach müssen sich auch die zu wählenden Strategien an dem befasst sind. Demnach müssen sich auch die zu wählenden Strategien an dem orientieren, was die Bedarfe der jeweiligen Schule sind. Die Handreichung ist so orientieren, was die Bedarfe der jeweiligen Schule sind. Die Handreichung ist so gestaltet, dass jede Schule da ansetzen kann, wo der Bedarf besteht und für sich gestaltet, dass jede Schule da ansetzen kann, wo der Bedarf besteht und für sich die passenden Themenimpulse heraussuchen kann. Das Modell kann keine Ant-die passenden Themenimpulse heraussuchen kann. Das Modell kann keine Ant- worten auf vertiefende methodisch-didaktische Fragestellungen liefern. Aber es worten auf vertiefende methodisch-didaktische Fragestellungen liefern. Aber es kann Impulse für eine an der Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung orien-kann Impulse für eine an der Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung orien- tierten Gestaltung von Schule bieten und Akzente für einen inklusiv-digital geleb-tierten Gestaltung von Schule bieten und Akzente für einen inklusiv-digital geleb- ten Unterricht setzen. ten Unterricht setzen. Entstanden ist das Modell mit der dazugehörigen Handreichung aus Einblicken, Entstanden ist das Modell mit der dazugehörigen Handreichung aus Einblicken, die die Kooperationsschulen den Forscher*innen im Verbundprojekt Dig*In ge-die die Kooperationsschulen den Forscher*innen im Verbundprojekt Dig*In ge- währt haben. So konnten mannigfaltige Erkenntnisse über die Gelingensbedin-währt haben. So konnten mannigfaltige Erkenntnisse über die Gelingensbedin- gungen, die geschaffen werden müssen, damit Schule inklusiv-digital werden gungen, die geschaffen werden müssen, damit Schule inklusiv-digital werden kann, gewonnen werden. Auf Grundlage dieser gesammelten Daten aus der schu-kann, gewonnen werden. Auf Grundlage dieser gesammelten Daten aus der schu- lischen Praxis konnten durch systematisierte Analysewege Erkenntnisse generiert lischen Praxis konnten durch systematisierte Analysewege Erkenntnisse generiert werden, die, unter Einbezug des aktuellen Forschungsstandes, in dieser Handrei-werden, die, unter Einbezug des aktuellen Forschungsstandes, in dieser Handrei- chung aufbereitet an die schulische Praxis zurückgegeben werden. chung aufbereitet an die schulische Praxis zurückgegeben werden. Die Forscher*innen der Europa-Universität Flensburg und der Humboldt-Universi-Die Forscher*innen der Europa-Universität Flensburg und der Humboldt-Universi- tät zu Berlin bedanken sich an dieser Stelle bei allen Kooperationsschulen für das tät zu Berlin bedanken sich an dieser Stelle bei allen Kooperationsschulen für das Engagement, die wertvolle Zusammenarbeit und den bereichernden Austausch. Engagement, die wertvolle Zusammenarbeit und den bereichernden Austausch. 1.2 Struktur des Verbundprojekts Die beteiligten Kooperationspartner*innen des Verbundprojekts Dig*In sind an Die beteiligten Kooperationspartner*innen des Verbundprojekts Dig*In sind an der Europa-Universität Flensburg und der Humboldt-Universität zu Berlin ver-der Europa-Universität Flensburg und der Humboldt-Universität zu Berlin ver- ortet. An der Forschung in Dig*In waren vier unterschiedliche Fachbereiche und ortet. An der Forschung in Dig*In waren vier unterschiedliche Fachbereiche und Disziplinen beteiligt. Dadurch ist es möglich geworden, einen interdisziplinär ge-Disziplinen beteiligt. Dadurch ist es möglich geworden, einen interdisziplinär ge- prägten Blick auf das Forschungsfeld zu werfen. Das Vorhaben, ein Modell einer prägten Blick auf das Forschungsfeld zu werfen. Das Vorhaben, ein Modell einer inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung zu erarbeiten, wurde durch inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung zu erarbeiten, wurde durch eine strukturelle Aufteilung in vier Teilprojekte mit unterschiedlichen Forschungs- eine strukturelle Aufteilung in vier Teilprojekte mit unterschiedlichen Forschungs- und Arbeitsschwerpunkten innerhalb des gemeinsamen Projektrahmens möglich. und Arbeitsschwerpunkten innerhalb des gemeinsamen Projektrahmens möglich. Die Abbildung 1 verschafft einen Überblick über die Struktur des Verbundpro-Die Abbildung 1 verschafft einen Überblick über die Struktur des Verbundpro- jektes. Das Teilprojekt I (TP I) unter der Leitung von Professor Dr. Christian Filk jektes. Das Teilprojekt I (TP I) unter der Leitung von Professor Dr. Christian Filk bildet die theoretisch-konzeptionelle Klammer der drei empirisch ausgerichteten bildet die theoretisch-konzeptionelle Klammer der drei empirisch ausgerichteten Teilprojekte II, III und IV (TP II, III, IV). In der Verbundforschung wurde dem Teilprojekte II, III und IV (TP II, III, IV). In der Verbundforschung wurde dem Flensburger Teilprojekt (TP I) die Aufgabe zuteil, eine systematische Aufarbeitung Flensburger Teilprojekt (TP I) die Aufgabe zuteil, eine systematische Aufarbeitung inklusiver und digitaler Schul- und Unterrichtsentwicklung zu bewerkstelligen. Die inklusiver und digitaler Schul- und Unterrichtsentwicklung zu bewerkstelligen. Die zentrale Bedeutung lag dabei in der Entwicklung eines Modells einer inklusiv-digi-zentrale Bedeutung lag dabei in der Entwicklung eines Modells einer inklusiv-digi- talen Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die Teilprojekte II, III und IV waren an talen Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die Teilprojekte II, III und IV waren an der Humboldt-Universität verortet.der Humboldt-Universität verortet. 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 12 Abbildung 1: Struktur des Verbundprojekts Dig*In. TP ITP I Entwicklung eines Modells für eine inklusive digitale Schul- und Unterrichtsent-Entwicklung eines Modells für eine inklusive digitale Schul- und Unterrichtsent- wicklungwicklung SystematischeSystematische Aufbereitung inklusiver und digitaler Schul- und Unter-Aufbereitung inklusiver und digitaler Schul- und Unter- richtsentwicklungrichtsentwicklung TP IITP II Digitalisierung und In-Digitalisierung und In- klsuion als integrale klsuion als integrale Handlungsfelder von Handlungsfelder von SchulentwicklungSchulentwicklung Verknüpfung der Per-Verknüpfung der Per- spektiven Medieninte-spektiven Medieninte- gration und Inklusion gration und Inklusion auf Organisationsebe-auf Organisationsebe- nene TP IIITP III Adaptivität und Personali-Adaptivität und Personali- sierbarkeit digitaler me-sierbarkeit digitaler me- dien im inklusiven Unter-dien im inklusiven Unter- richtricht Erforschung spezifi-Erforschung spezifi- scher Potenziale und scher Potenziale und Barrieren eines me-Barrieren eines me- diengestützten inklu-diengestützten inklu- siven Unterrichts (Me-siven Unterrichts (Me- dien allg.)dien allg.) TP IVTP IV Unterstützung kollabora-Unterstützung kollabora- tiver Lernarrangements tiver Lernarrangements im inklusiven Fachunter-im inklusiven Fachunter- richt durch den Einsatz richt durch den Einsatz digitaler Werkzeugedigitaler Werkzeuge Erforschung spezifi-Erforschung spezifi- scher Potenziale und scher Potenziale und Barrieren eines me-Barrieren eines me- diengestützten inklusi-diengestützten inklusi- ven Unterrichts (spez. ven Unterrichts (spez. Lernsoftware)Lernsoftware) Das Teilprojekt II, angesiedelt am Institut für Erziehungswissenschaften, stand Das Teilprojekt II, angesiedelt am Institut für Erziehungswissenschaften, stand unter der Leitung von Dr. Heike Schaumburg und befasste sich mit Digitalisierung unter der Leitung von Dr. Heike Schaumburg und befasste sich mit Digitalisierung und Inklusion als integrale Handlungsfelder von Schulentwicklung. In diesem For-und Inklusion als integrale Handlungsfelder von Schulentwicklung. In diesem For- schungsschwerpunkt ging es um eine Verknüpfung der Perspektiven Medieninteg-schungsschwerpunkt ging es um eine Verknüpfung der Perspektiven Medieninteg- ration und Inklusion auf Organisationsebene. ration und Inklusion auf Organisationsebene. Während das Teilprojekt II die Organisationsebene in Schule fokussierte, stand Während das Teilprojekt II die Organisationsebene in Schule fokussierte, stand für das Teilprojekt III die Erforschung spezifischer Potenziale und Barrieren eines für das Teilprojekt III die Erforschung spezifischer Potenziale und Barrieren eines mediengestützten inklusiven Unterrichts im Mittelpunkt des Forschungsinteres-mediengestützten inklusiven Unterrichts im Mittelpunkt des Forschungsinteres- ses. Es ging darum, die Adaptivität und Personalisierbarkeit digitaler Medien im ses. Es ging darum, die Adaptivität und Personalisierbarkeit digitaler Medien im inklusiven Unterricht zu beleuchten. Geleitet wurde dieses Forschungsvorhaben inklusiven Unterricht zu beleuchten. Geleitet wurde dieses Forschungsvorhaben von Professor Dr. Michael Wahl, Institut für Rehabilitationswissenschaften.von Professor Dr. Michael Wahl, Institut für Rehabilitationswissenschaften. Das Teilprojekt IV stand unter der Leitung von Professor Dr. Niels Pinkwart und Das Teilprojekt IV stand unter der Leitung von Professor Dr. Niels Pinkwart und der Weiterführung durch Professor Dr. Raphael Zender seit Oktober 2021 und war der Weiterführung durch Professor Dr. Raphael Zender seit Oktober 2021 und war angesiedelt am Institut für Informatik. Die Zielsetzung des Forschungsvorhabens angesiedelt am Institut für Informatik. Die Zielsetzung des Forschungsvorhabens 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 13 in Teilprojekt IV bestand darin, spezifische Potenziale und Barrieren eines medi-in Teilprojekt IV bestand darin, spezifische Potenziale und Barrieren eines medi- engestützten inklusiven Unterrichts zu ermitteln. Dabei lag der Fokus darauf, sich engestützten inklusiven Unterrichts zu ermitteln. Dabei lag der Fokus darauf, sich dem Thema der Unterstützung kollaborativer Lernarrangements im inklusiven dem Thema der Unterstützung kollaborativer Lernarrangements im inklusiven Fachunterricht durch den Einsatz digitaler Werkzeuge zu widmen. Fachunterricht durch den Einsatz digitaler Werkzeuge zu widmen. Die Forschung im Verbundprojekt Dig*In hatte Folgendes zum Ziel: Zum einen Die Forschung im Verbundprojekt Dig*In hatte Folgendes zum Ziel: Zum einen ging es darum, sich der Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung aus der ging es darum, sich der Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung aus der Perspektive verschiedener Forschungsdisziplinen zu nähern. Zum anderen soll-Perspektive verschiedener Forschungsdisziplinen zu nähern. Zum anderen soll- ten die gewonnenen Erkenntnisse, die unterschiedliche Ebenen der Schul- und ten die gewonnenen Erkenntnisse, die unterschiedliche Ebenen der Schul- und Unterrichtsentwicklung adressieren, selbst verzahnt werden, um ein Modell einer Unterrichtsentwicklung adressieren, selbst verzahnt werden, um ein Modell einer inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung hervorzubringen. In dem inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung hervorzubringen. In dem nachfolgenden Abschnitt werden die Forschungsschwerpunkte der vier Teilpro-nachfolgenden Abschnitt werden die Forschungsschwerpunkte der vier Teilpro- jekte skizziert und zudem wird aufgezeigt, welche Verortung die Erkenntnisse der jekte skizziert und zudem wird aufgezeigt, welche Verortung die Erkenntnisse der empirischen Forschung im Modell einnehmen. empirischen Forschung im Modell einnehmen. 1.3 Forschungsdesigns der Teilprojekte Das Design der Forschung im Verbundprojekt Dig*In ist so ausgerichtet, dass die Das Design der Forschung im Verbundprojekt Dig*In ist so ausgerichtet, dass die drei empirisch forschenden Teilprojekte der Humboldt-Universität zu Berlin durch drei empirisch forschenden Teilprojekte der Humboldt-Universität zu Berlin durch je eigene Fragestellungen spezifische Perspektiven in Bezug auf das Thema der je eigene Fragestellungen spezifische Perspektiven in Bezug auf das Thema der Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung in Schule einnehmen. In den sich Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung in Schule einnehmen. In den sich anschließenden Abschnitten werden die leitenden Erkenntnisinteressen, For-anschließenden Abschnitten werden die leitenden Erkenntnisinteressen, For- schungsdesigns und zentralen Ergebnisse der einzelnen Teilprojekte präsentiert. schungsdesigns und zentralen Ergebnisse der einzelnen Teilprojekte präsentiert. 1.3.1 Teilprojekt I: Auf dem Weg zum Modell Teilprojekt I bildet in organisatorischer und konzeptioneller Hinsicht die Klam-Teilprojekt I bildet in organisatorischer und konzeptioneller Hinsicht die Klam- mer des Verbundprojekts Dig*In. Die Forschungsaktivitäten in diesem Teilprojekt mer des Verbundprojekts Dig*In. Die Forschungsaktivitäten in diesem Teilprojekt standen ganz im Zeichen der Herausbildung des Modells einer inklusiv-digitalen standen ganz im Zeichen der Herausbildung des Modells einer inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die Arbeit in Teilprojekt I konzentrierte sich Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die Arbeit in Teilprojekt I konzentrierte sich im Wesentlichen auf drei Aspekte:im Wesentlichen auf drei Aspekte: • • Die Konzeption eines Basismodells einer inklusiv-digitalen Schule auf Grundla-Die Konzeption eines Basismodells einer inklusiv-digitalen Schule auf Grundla- ge bisheriger Forschungserkenntnisse.ge bisheriger Forschungserkenntnisse. • • Die Anpassung des Basismodells durch den Einbezug der im Projekt eigens ge-Die Anpassung des Basismodells durch den Einbezug der im Projekt eigens ge- wonnenen Forschungsergebnisse mit dem Ergebnis der Genese eines Modells wonnenen Forschungsergebnisse mit dem Ergebnis der Genese eines Modells einer inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung.einer inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung. • • Der aktive Austausch mit den Akteur*innen in Schule zu dem Modell und die Der aktive Austausch mit den Akteur*innen in Schule zu dem Modell und die entsprechende Berücksichtigung der dort gewonnenen Ergebnisse in der Aus-entsprechende Berücksichtigung der dort gewonnenen Ergebnisse in der Aus- schärfung des Dig*In-Modells.schärfung des Dig*In-Modells. Eine genauere Darlegung der zuvor benannten Arbeitsinhalte im Teilprojekt I Eine genauere Darlegung der zuvor benannten Arbeitsinhalte im Teilprojekt I erfolgt in Kapitel erfolgt in Kapitel 1.5 Modellgenese1.5 Modellgenese, in dem es darum gehen soll, den Prozess der , in dem es darum gehen soll, den Prozess der Modellgenese zu skizzieren. Zunächst aber soll eine detaillierte Darstellung des Modellgenese zu skizzieren. Zunächst aber soll eine detaillierte Darstellung des Forschungsdesigns der drei empirisch arbeitenden Teilprojekte erfolgen. Dafür Forschungsdesigns der drei empirisch arbeitenden Teilprojekte erfolgen. Dafür finden Sie in Tabelle 1 die Eckdaten der Datenerhebung und Datenauswertung in finden Sie in Tabelle 1 die Eckdaten der Datenerhebung und Datenauswertung in 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 14 einem Methodensteckbrief aufbereitet. Im Anschluss daran nehmen die Teilpro-einem Methodensteckbrief aufbereitet. Im Anschluss daran nehmen die Teilpro- jekte II, III und IV eine weitere Verortung ihrer Forschung vor. jekte II, III und IV eine weitere Verortung ihrer Forschung vor. Tabelle 1: Methodensteckbrief. GrundgesamtheitGrundgesamtheit Teilweise wurden dieselben Lehrkräfte im Rahmen unter-Teilweise wurden dieselben Lehrkräfte im Rahmen unter- schiedlicher Teilprojekte befragt. Die Stichproben der ein-schiedlicher Teilprojekte befragt. Die Stichproben der ein- zelnen Teilprojekte setzen sich wie folgt zusammen:zelnen Teilprojekte setzen sich wie folgt zusammen: Anzahl teilnehmender Schulen:Anzahl teilnehmender Schulen: • • 7 Sekundarschulen7 Sekundarschulen • • 2 Grundschulen2 Grundschulen Anzahl teilnehmende Bundesländer:Anzahl teilnehmende Bundesländer: • • BerlinBerlin • • BrandenburgBrandenburg • • HamburgHamburg • • Schleswig-HolsteinSchleswig-Holstein • • NiedersachsenNiedersachsen Gesamtstichprobe:Gesamtstichprobe: • • 9 Schulleitungen (TP II)9 Schulleitungen (TP II) • • 32 Lehrkräfte (TP II: 15; TP III: 14; TP IV: 3)32 Lehrkräfte (TP II: 15; TP III: 14; TP IV: 3) • • 9 Medienbeauftragte Lehrkräfte (TP II: 8; TP IV: 1)9 Medienbeauftragte Lehrkräfte (TP II: 8; TP IV: 1) • • 8 Inklusionsbeauftragte Lehrkräfte (TP II: 7; TP IV: 1)8 Inklusionsbeauftragte Lehrkräfte (TP II: 7; TP IV: 1) • • 3 Fokusgruppeninterviews (TP II)3 Fokusgruppeninterviews (TP II) • • 143 Schüler*innen (TP III)143 Schüler*innen (TP III) Der Fokus bei der Stichprobenauswahl lag auf dem Fach-Der Fokus bei der Stichprobenauswahl lag auf dem Fach- unterricht Deutsch und Mathematik, da diese Fächer so-unterricht Deutsch und Mathematik, da diese Fächer so- wohl den größten Stundenanteil in Schule umfassen, als wohl den größten Stundenanteil in Schule umfassen, als auch Einblicke in zwei konträre Fachkulturen (mathema-auch Einblicke in zwei konträre Fachkulturen (mathema- tisch-naturwissenschaftlich und sprach-geisteswissen-tisch-naturwissenschaftlich und sprach-geisteswissen- schaftlich) liefern.schaftlich) liefern. Erhebungszeit-Erhebungszeit- raumraum Der gesamte Erhebungszeitraum, mit mehreren Erhe-Der gesamte Erhebungszeitraum, mit mehreren Erhe- bungszeitpunkten, erstreckte sich von Februar 2020 bis bungszeitpunkten, erstreckte sich von Februar 2020 bis Februar 2022.Februar 2022. 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 15 Erhebungs-Erhebungs- methodenmethoden Im Projekt kamen unterschiedliche Erhebungsmethoden Im Projekt kamen unterschiedliche Erhebungsmethoden zum Einsatz.zum Einsatz. TP II: TP II: Leitfadengestützte Interviews, Dokumentenanalyse, Fra-Leitfadengestützte Interviews, Dokumentenanalyse, Fra- gebogen zum Kontext der Schulegebogen zum Kontext der Schule TP III: TP III: Leitfadengestützte Lehrkräfteinterviews und Schüler*in-Leitfadengestützte Lehrkräfteinterviews und Schüler*in- nen-Gruppendiskussionen; standardisierte und selbst er-nen-Gruppendiskussionen; standardisierte und selbst er- stellte Fragebögen für Lehrkräfte und Schüler*innenstellte Fragebögen für Lehrkräfte und Schüler*innen TP IV: TP IV: Leitfadengestützte Lehrkräfteinterviews, zweiteiliger Leitfadengestützte Lehrkräfteinterviews, zweiteiliger WorkshopWorkshop Auswertungs-Auswertungs- methodenmethoden Im Projekt kamen unterschiedliche Auswertungsmethoden Im Projekt kamen unterschiedliche Auswertungsmethoden zum Einsatz.zum Einsatz. TP II: TP II: Interviews: themenbezogene qualitative Inhaltsanalyse Interviews: themenbezogene qualitative Inhaltsanalyse gem. Mayring und Kuckartz gem. Mayring und Kuckartz TP III:TP III: Interviews und Gruppendiskussionen: inhaltlich strukturie-Interviews und Gruppendiskussionen: inhaltlich strukturie- rende qualitative Inhaltsanalyse gem. Kuckartz (2018)rende qualitative Inhaltsanalyse gem. Kuckartz (2018) Fragebögen: deskriptive AuswertungFragebögen: deskriptive Auswertung TP IV: TP IV: Interviews und Workshops: qualitative Analyse mittels Interviews und Workshops: qualitative Analyse mittels Grounded Theory MethodeGrounded Theory Methode Stichproben-Stichproben- ziehungziehung Die Auswahl der Kooperationsschulen erfolgte kriterienge-Die Auswahl der Kooperationsschulen erfolgte kriterienge- leitet wie folgt:leitet wie folgt: • • Erstellung eines Kriterienkataloges unter Einbezug in-Erstellung eines Kriterienkataloges unter Einbezug in- klusiver und digitaler Aspekte im Projektteamklusiver und digitaler Aspekte im Projektteam • • Sichtung der Schul-Websites und öffentlich zugängli-Sichtung der Schul-Websites und öffentlich zugängli- chen Schuldokumentechen Schuldokumente • • Kategorisierung der Schulen anhand des Kriterienkata-Kategorisierung der Schulen anhand des Kriterienkata- loges (bspw. Die Schule erfüllt Aspekte einer inklusiven loges (bspw. Die Schule erfüllt Aspekte einer inklusiven Schule: sehr gut, gut, weniger gut.)Schule: sehr gut, gut, weniger gut.) • • Persönliche Kontaktaufnahme und Überprüfung/Rück-Persönliche Kontaktaufnahme und Überprüfung/Rück- versicherung der Kriterienversicherung der Kriterien 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 16 1.3.2 Teilprojekt II: Fokus auf die Schulentwicklung ErkenntnisinteresseErkenntnisinteresse Teilprojekt II beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Schulentwicklung. Es wird Teilprojekt II beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Schulentwicklung. Es wird zum einen der Frage nachgegangen, welche visionären und motivationalen As-zum einen der Frage nachgegangen, welche visionären und motivationalen As- pekte sich bei an Schulentwicklung beteiligten Personen identifizieren und be-pekte sich bei an Schulentwicklung beteiligten Personen identifizieren und be- schreiben lassen. Zum anderen stehen Arbeits- und Entscheidungsstrukturen schreiben lassen. Zum anderen stehen Arbeits- und Entscheidungsstrukturen sowie technische Infrastrukturen und sonstige Unterstützungsstrukturen im in-sowie technische Infrastrukturen und sonstige Unterstützungsstrukturen im in- klusiv-digitalen Schulentwicklungsprozess im Fokus der Untersuchung. Dabei wird klusiv-digitalen Schulentwicklungsprozess im Fokus der Untersuchung. Dabei wird der Prozesscharakter bei der Implementierung beider Innovationen im Hinblick der Prozesscharakter bei der Implementierung beider Innovationen im Hinblick auf die angewandten Strategien und Verfahren (z. B. durch Schulleitungshandeln) auf die angewandten Strategien und Verfahren (z. B. durch Schulleitungshandeln) stets mit in den Blick genommen. Dieser Rahmen ermöglicht die explorative Er-stets mit in den Blick genommen. Dieser Rahmen ermöglicht die explorative Er- fassung von neuartigen schulischen Prozessen und Strukturen der Entwicklungs-fassung von neuartigen schulischen Prozessen und Strukturen der Entwicklungs- felder Inklusion und Digitalisierung.felder Inklusion und Digitalisierung. Design DatenerhebungDesign Datenerhebung Den größten Raum in der Datenerhebung nahmen die leitfadengestützten Inter-Den größten Raum in der Datenerhebung nahmen die leitfadengestützten Inter- views (weitere Informationen dazu finden sich im Methodensteckbrief) ein. Darü-views (weitere Informationen dazu finden sich im Methodensteckbrief) ein. Darü- ber hinaus erhielten die Kooperationsschulen einen Fragebogen zum Kontext der ber hinaus erhielten die Kooperationsschulen einen Fragebogen zum Kontext der Schule (z. B. mit Fragen nach der Schüler*innen-Anzahl, Teilnahme an Schulent-Schule (z. B. mit Fragen nach der Schüler*innen-Anzahl, Teilnahme an Schulent- wicklungsprojekten, technisch-personelle Ausstattung usw.) zum Ausfüllen.wicklungsprojekten, technisch-personelle Ausstattung usw.) zum Ausfüllen. An drei Schulen wurden anderthalb Jahre nach der ersten Erhebungsphase Fo-An drei Schulen wurden anderthalb Jahre nach der ersten Erhebungsphase Fo- kusgruppeninterviews durchgeführt. Grundlage hierfür waren die Interviews der kusgruppeninterviews durchgeführt. Grundlage hierfür waren die Interviews der ersten Befragung sowie weitere Dokumente wie z. B. die Schul-Websites und das ersten Befragung sowie weitere Dokumente wie z. B. die Schul-Websites und das Schulprogramm der betreffenden Schule.Schulprogramm der betreffenden Schule. Dadurch konnten die Befragungsergebnisse der ersten Erhebungsphase stichpro-Dadurch konnten die Befragungsergebnisse der ersten Erhebungsphase stichpro- benartig validiert und ausgeschärft werden.benartig validiert und ausgeschärft werden. Design DatenauswertungDesign Datenauswertung Die Interviews wurden transkribiert und nach der Methode der qualitativen In-Die Interviews wurden transkribiert und nach der Methode der qualitativen In- haltsanalyse nach Mayring und Kuckartz ausgewertet. Die Auswertung erfolgte haltsanalyse nach Mayring und Kuckartz ausgewertet. Die Auswertung erfolgte themenbezogen und in einem deduktiven (theoriegeleitet) und induktiven (aus themenbezogen und in einem deduktiven (theoriegeleitet) und induktiven (aus dem Material heraus) Verfahren. Alle Interviews wurden doppelt codiert (d. h. dem Material heraus) Verfahren. Alle Interviews wurden doppelt codiert (d. h. alle relevanten Textstellen wurden von zwei Projektmitarbeiter*innen mit einem alle relevanten Textstellen wurden von zwei Projektmitarbeiter*innen mit einem thematischen Code versehen) und die codierten Textstellen im 4-Augen-Prinzip thematischen Code versehen) und die codierten Textstellen im 4-Augen-Prinzip miteinander abgeglichen. Die Angaben in den Bögen zum Schulkontext wurden miteinander abgeglichen. Die Angaben in den Bögen zum Schulkontext wurden im Rahmen der Schulportraits verwendet.im Rahmen der Schulportraits verwendet. Einordnung der Ergebnisse und Anbindung an ModellbausteineEinordnung der Ergebnisse und Anbindung an Modellbausteine Die Ergebnisse von Teilprojekt II sind vor allem auf der Mesoebene (Einzelschule/Die Ergebnisse von Teilprojekt II sind vor allem auf der Mesoebene (Einzelschule/ Schulorganisation) zu verorten und insbesondere an die Modellbausteine Schulorganisation) zu verorten und insbesondere an die Modellbausteine Schul-Schul- kulturkultur, , Mitglieder in SchuleMitglieder in Schule sowie sowie Strukturen und ProzesseStrukturen und Prozesse geknüpft. So ergeben geknüpft. So ergeben sich im Zusammenhang zum Modellbaustein Schulkultur Bezüge zur Partizipa-sich im Zusammenhang zum Modellbaustein Schulkultur Bezüge zur Partizipa- tionskultur, Kooperationskultur, Innovationskultur, Unterstützungskultur und der tionskultur, Kooperationskultur, Innovationskultur, Unterstützungskultur und der 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 17 Kultur des Ausprobierens. In Bezug auf den Modellbaustein Mitglieder in Schule Kultur des Ausprobierens. In Bezug auf den Modellbaustein Mitglieder in Schule wurden Erkenntnisse zur Bedeutung der Haltung und hinsichtlich spezifischer wurden Erkenntnisse zur Bedeutung der Haltung und hinsichtlich spezifischer Handlungen einzelner Akteur*innen (Schüler*innen, Lehrkräfte, Schulleitung, Handlungen einzelner Akteur*innen (Schüler*innen, Lehrkräfte, Schulleitung, Koordinator*innen) generiert. Weiterhin ergeben sich Anschlussstellen zu Fragen Koordinator*innen) generiert. Weiterhin ergeben sich Anschlussstellen zu Fragen der Ressourcenverwaltung, zur Gestaltung des Schulalltags, zur Steuerung von der Ressourcenverwaltung, zur Gestaltung des Schulalltags, zur Steuerung von Prozessen und politischen Rahmenbedingungen. Diese Erkenntnisse sind im Mo-Prozessen und politischen Rahmenbedingungen. Diese Erkenntnisse sind im Mo- dellbaustein Strukturen und Prozesse verortet. Im Kontext des Modellbausteins dellbaustein Strukturen und Prozesse verortet. Im Kontext des Modellbausteins Unterricht konnten punktuell Einblicke in die Thematiken Lernsettings (partizi-Unterricht konnten punktuell Einblicke in die Thematiken Lernsettings (partizi- patives Lernen, Lernlandschaften, projektorientiertes Arbeiten), Barrierefreiheit, patives Lernen, Lernlandschaften, projektorientiertes Arbeiten), Barrierefreiheit, Binnendifferenzierung und inklusiv-digitale Medienbildung gewährt werden.Binnendifferenzierung und inklusiv-digitale Medienbildung gewährt werden. 1.3.3 Teilprojekt III: Eine Perspektive auf die Unterrichtsentwicklung ErkenntnisinteresseErkenntnisinteresse Inklusion und Digitalisierung verbinden sich mit Blick auf die Unterrichtsentwick-Inklusion und Digitalisierung verbinden sich mit Blick auf die Unterrichtsentwick- lung in den didaktisch-methodischen Feldern der (Binnen-)Differenzierung und lung in den didaktisch-methodischen Feldern der (Binnen-)Differenzierung und Individualisierung. Somit können digitale Medien dazu beitragen, die Lernprozes-Individualisierung. Somit können digitale Medien dazu beitragen, die Lernprozes- se von Schüler*innen durch Adaption und Personalisierung zu unterstützen. Aus se von Schüler*innen durch Adaption und Personalisierung zu unterstützen. Aus diesem Grund betrachtet Teilprojekt III, neben den grundlegenden Einstellungs-diesem Grund betrachtet Teilprojekt III, neben den grundlegenden Einstellungs- dimensionen, die konkrete Anwendung digitaler Medien im inklusiven Unterrichts-dimensionen, die konkrete Anwendung digitaler Medien im inklusiven Unterrichts- setting und bezieht die Sicht von Lehrkräften und Schüler*innen mit ein.setting und bezieht die Sicht von Lehrkräften und Schüler*innen mit ein. Design der DatenerhebungDesign der Datenerhebung Im Rahmen der ersten Erhebungsphase (T0) wurde theoriegeleitet ein Leitfaden Im Rahmen der ersten Erhebungsphase (T0) wurde theoriegeleitet ein Leitfaden für die Lehrkräftebefragung erstellt. Mithilfe von 14 Hauptfragen konnten neben für die Lehrkräftebefragung erstellt. Mithilfe von 14 Hauptfragen konnten neben grundlegenden Einstellungsdimensionen zu Inklusion und digitalen Medien im grundlegenden Einstellungsdimensionen zu Inklusion und digitalen Medien im Unterricht auch die Wahrnehmung und Einschätzung zu den eigenen schulischen Unterricht auch die Wahrnehmung und Einschätzung zu den eigenen schulischen Rahmenbedingungen erfasst werden. Im Rahmen der zweiten Erhebungsphase Rahmenbedingungen erfasst werden. Im Rahmen der zweiten Erhebungsphase (T1) wurde ein neuer Leitfaden, aufbauend auf den Erkenntnissen aus T0, er-(T1) wurde ein neuer Leitfaden, aufbauend auf den Erkenntnissen aus T0, er- stellt. Die Fragen zielten auf eine tiefergehende Auseinandersetzung unter an-stellt. Die Fragen zielten auf eine tiefergehende Auseinandersetzung unter an- derem mit den Themenbereichen Herausforderungen, Potenziale und Bedarfe im derem mit den Themenbereichen Herausforderungen, Potenziale und Bedarfe im Einsatz digitaler Medien ab. Der in T0 und T1 genutzte Fragebogen, der aus stan-Einsatz digitaler Medien ab. Der in T0 und T1 genutzte Fragebogen, der aus stan- dardisierten und adaptierten Fragen besteht, ermöglichte eine quantitative Erhe-dardisierten und adaptierten Fragen besteht, ermöglichte eine quantitative Erhe- bung der Interviewthemen.bung der Interviewthemen. Um die subjektive Perspektive der Schüler*innen zu erfassen, wurden leitfaden-Um die subjektive Perspektive der Schüler*innen zu erfassen, wurden leitfaden- gestützte Gruppendiskussionen durchgeführt. Der Leitfaden bot Erzählanlässe zu gestützte Gruppendiskussionen durchgeführt. Der Leitfaden bot Erzählanlässe zu vier Themenschwerpunkten (Klassengemeinschaft; Nutzung digitaler Medien im vier Themenschwerpunkten (Klassengemeinschaft; Nutzung digitaler Medien im Unterricht; Einstellung gegenüber digitalen Medien; Schuleinstellung).Unterricht; Einstellung gegenüber digitalen Medien; Schuleinstellung). Der Schüler*innen-Fragebogen zu T1 wurde aufbauend auf den Ergebnissen aus Der Schüler*innen-Fragebogen zu T1 wurde aufbauend auf den Ergebnissen aus T0 erstellt. Hierbei wurden auch die Aussagen der Lehrkräfte zu Herausforderun-T0 erstellt. Hierbei wurden auch die Aussagen der Lehrkräfte zu Herausforderun- gen und Potenzialen im Einsatz digitaler Medien im inklusiven Unterricht einbezo-gen und Potenzialen im Einsatz digitaler Medien im inklusiven Unterricht einbezo- gen.gen. 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 18 Design der DatenauswertungDesign der Datenauswertung Die Interviews und Gruppendiskussionen wurden aufgezeichnet und transkribiert. Die Interviews und Gruppendiskussionen wurden aufgezeichnet und transkribiert. Die Auswertung erfolgte gemäß der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse Die Auswertung erfolgte gemäß der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018). Diese zeichnet sich durch die Erstellung deduktiver und in-nach Kuckartz (2018). Diese zeichnet sich durch die Erstellung deduktiver und in- duktiver Kategorien und einen mehrstufigen Codierprozess aus, welcher zu einem duktiver Kategorien und einen mehrstufigen Codierprozess aus, welcher zu einem sehr ausdifferenzierten Kategoriensystem führt (ebd.). Die Fragebögen der Lehr-sehr ausdifferenzierten Kategoriensystem führt (ebd.). Die Fragebögen der Lehr- kräfte (Paper-Pencil-Version) wurden digitalisiert, die Fragebögen der Schüler*in-kräfte (Paper-Pencil-Version) wurden digitalisiert, die Fragebögen der Schüler*in- nen lagen in digitaler Form vor. Die Auswertung der Fragebögen erfolgte rein nen lagen in digitaler Form vor. Die Auswertung der Fragebögen erfolgte rein deskriptiv.deskriptiv. Einordnung der Ergebnisse und Anbindung an ModellbausteineEinordnung der Ergebnisse und Anbindung an Modellbausteine Die gewonnenen Ergebnisse fokussieren größtenteils die Unterrichtsebene und Die gewonnenen Ergebnisse fokussieren größtenteils die Unterrichtsebene und liefern somit Erkenntnisse für den Modellbaustein liefern somit Erkenntnisse für den Modellbaustein UnterrichtUnterricht. Die Erfassung der . Die Erfassung der grundlegenden Einstellungen von Lehrkräften und Schüler*innen liefern Erkennt-grundlegenden Einstellungen von Lehrkräften und Schüler*innen liefern Erkennt- nisse für die Modellbausteine nisse für die Modellbausteine Mitglieder in SchuleMitglieder in Schule, , SchulkulturSchulkultur und und Strukturen Strukturen und Prozesseund Prozesse.. 1.3.4 Teilprojekt IV: Erstellen der Lernplattform LAYA ErkenntnisinteresseErkenntnisinteresse Teilprojekt IV widmet sich der Fragestellung, inwieweit kollaborativ im Unterricht Teilprojekt IV widmet sich der Fragestellung, inwieweit kollaborativ im Unterricht gearbeitet wird, kollaboratives Lernen gefördert und unterstützt werden und die gearbeitet wird, kollaboratives Lernen gefördert und unterstützt werden und die inklusive Lernplattform LAYA einen Platz an deutschen Schulen finden kann. Vor inklusive Lernplattform LAYA einen Platz an deutschen Schulen finden kann. Vor allem beschäftigt sich das Teilprojekt damit, wie inklusiv kollaborativ gearbeitet allem beschäftigt sich das Teilprojekt damit, wie inklusiv kollaborativ gearbeitet wird und dieses gegebenenfalls mit digitalen Werkzeugen unterstützt werden wird und dieses gegebenenfalls mit digitalen Werkzeugen unterstützt werden kann.kann. Hierfür soll die inklusive Lernplattform LAYA ausgebaut werden. LAYA wurde zu-Hierfür soll die inklusive Lernplattform LAYA ausgebaut werden. LAYA wurde zu- nächst seit 2017 für die Erwachsenenbildung durch das gemeinnützige Unter-nächst seit 2017 für die Erwachsenenbildung durch das gemeinnützige Unter- nehmen Kopf, Hand + Fuss gGmbH und die Humboldt-Universität zu Berlin entwi-nehmen Kopf, Hand + Fuss gGmbH und die Humboldt-Universität zu Berlin entwi- ckelt. Der bisherige Einsatz von LAYA sah nur vor, es in der Erwachsenenbildung ckelt. Der bisherige Einsatz von LAYA sah nur vor, es in der Erwachsenenbildung sowohl in Weiter- und Fortbildungsinstitutionen als auch in Universitäten einzu-sowohl in Weiter- und Fortbildungsinstitutionen als auch in Universitäten einzu- setzen. Dementsprechend wurde es für Erwachsene designt.setzen. Dementsprechend wurde es für Erwachsene designt. Die Kopf, Hand + Fuss gGmbH berät öffentliche Institutionen und gemein-Die Kopf, Hand + Fuss gGmbH berät öffentliche Institutionen und gemein- nützige Einrichtungen zum Thema Inklusion. Mehr über die Arbeit von nützige Einrichtungen zum Thema Inklusion. Mehr über die Arbeit von Kopf, Hand + Fuss erfahren Sie hier: Kopf, Hand + Fuss erfahren Sie hier: https://kopfhandundfuss.dehttps://kopfhandundfuss.de Im Rahmen des Dig*In Projekts wurde LAYA so weiterentwickelt und umgebaut, Im Rahmen des Dig*In Projekts wurde LAYA so weiterentwickelt und umgebaut, dass die Plattform in Zukunft im Unterricht an deutschen Schulen eingesetzt wer-dass die Plattform in Zukunft im Unterricht an deutschen Schulen eingesetzt wer- https://kopfhandundfuss.de 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 19 den kann. Dies soll im geeigneten Setting zur Entlastung, Unterstützung sowie den kann. Dies soll im geeigneten Setting zur Entlastung, Unterstützung sowie zur Auflockerung und Motivation der Mitglieder in Schule beitragen. Die inklusive zur Auflockerung und Motivation der Mitglieder in Schule beitragen. Die inklusive Lernplattform LAYA soll durch partizipative Softwareentwicklung erweitert werden Lernplattform LAYA soll durch partizipative Softwareentwicklung erweitert werden – Das heißt, die Nutzer*innengruppe wird direkt in die Entwicklung miteinbezo-– Das heißt, die Nutzer*innengruppe wird direkt in die Entwicklung miteinbezo- gen, sodass das Produkt am Ende dem entspricht, womit die Nutzer*innengruppe gen, sodass das Produkt am Ende dem entspricht, womit die Nutzer*innengruppe arbeiten und umgehen möchte. Partizipative Softwareentwicklung ist mit Blick auf arbeiten und umgehen möchte. Partizipative Softwareentwicklung ist mit Blick auf das Ziel inklusiv zu sein, ein notwendiger Schritt zur Erstellung eines guten und das Ziel inklusiv zu sein, ein notwendiger Schritt zur Erstellung eines guten und vor allem brauchbaren Produkts.vor allem brauchbaren Produkts. Durch die partizipative Softwareentwicklung lassen sich so die direkten Wünsche Durch die partizipative Softwareentwicklung lassen sich so die direkten Wünsche der Lehrkräfte und Schüler*innen berücksichtigen. Da LAYA bereits eine grund-der Lehrkräfte und Schüler*innen berücksichtigen. Da LAYA bereits eine grund- legende Implementation hat, werden für unsere Schulversion vor allem sprachli-legende Implementation hat, werden für unsere Schulversion vor allem sprachli- che und designtechnische Anpassungen gemacht sowie neue Module hinzugefügt. che und designtechnische Anpassungen gemacht sowie neue Module hinzugefügt. LAYA ist modular aufgebaut, sodass jede Schule eine eigens angepasste Version LAYA ist modular aufgebaut, sodass jede Schule eine eigens angepasste Version von LAYA einsetzen kann. Damit soll sichergestellt werden, dass nur solche Funk-von LAYA einsetzen kann. Damit soll sichergestellt werden, dass nur solche Funk- tionen verfügbar sind, die die Schule oder Einrichtung tatsächlich benötigt. Des tionen verfügbar sind, die die Schule oder Einrichtung tatsächlich benötigt. Des Weiteren wird LAYA durch die einzelnen Anpassungen direkt an der Schule gehos-Weiteren wird LAYA durch die einzelnen Anpassungen direkt an der Schule gehos- tet. Dies sorgt für gesicherte und geschützte Daten der Schüler*innen und Lehr-tet. Dies sorgt für gesicherte und geschützte Daten der Schüler*innen und Lehr- kräfte. kräfte. LAYA befindet sich weiterhin in der Entwicklung und wird voraussichtlich im Laufe LAYA befindet sich weiterhin in der Entwicklung und wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2022 für Schulen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Mit Ende des Ver-des Jahres 2022 für Schulen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Mit Ende des Ver- bundprojekts wird die Entwicklung von LAYA im Rahmen des DAAD-geförderten bundprojekts wird die Entwicklung von LAYA im Rahmen des DAAD-geförderten Projekts “Special Educational Needs (in Regular Schools) - Teach the Teacher Projekts “Special Educational Needs (in Regular Schools) - Teach the Teacher Trainer” an der Europa-Universität Flensburg fortgesetzt und weiter für sogar Trainer” an der Europa-Universität Flensburg fortgesetzt und weiter für sogar internationale Schulen und Universitäten angepasst. Auch nach der ersten Ver-internationale Schulen und Universitäten angepasst. Auch nach der ersten Ver- öffentlichung von LAYA wird dieses stetig verbessert und weiterentwickelt durch öffentlichung von LAYA wird dieses stetig verbessert und weiterentwickelt durch Abschlussarbeiten, andere Forschungsvorhaben und der öffentlichen Coding-Abschlussarbeiten, andere Forschungsvorhaben und der öffentlichen Coding- Community auf Github.Community auf Github. Design der DatenerhebungDesign der Datenerhebung Die Ergebnisse aus leitfadengestützten Interviews bilden zunächst den Ist-Stand Die Ergebnisse aus leitfadengestützten Interviews bilden zunächst den Ist-Stand ab und zeigen, wie kollaborativer Unterricht aktuell gestaltet wird. Zudem wird ab und zeigen, wie kollaborativer Unterricht aktuell gestaltet wird. Zudem wird deutlich gemacht, inwiefern digitale Werkzeuge eine Rolle spielen. Dafür wurden deutlich gemacht, inwiefern digitale Werkzeuge eine Rolle spielen. Dafür wurden unter anderem Fragen zu gelungenen, aber auch nicht erfolgreichen kollaborati-unter anderem Fragen zu gelungenen, aber auch nicht erfolgreichen kollaborati- ven Unterrichtssituationen gestellt. Auch der Übergang in das digitale Lehren und ven Unterrichtssituationen gestellt. Auch der Übergang in das digitale Lehren und Lernen aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie wurde in späteren Interviews thema-Lernen aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie wurde in späteren Interviews thema- tisiert.tisiert. Auf der Grundlage der Interviews wurde ein zweiteiliger Workshop zur Entwick-Auf der Grundlage der Interviews wurde ein zweiteiliger Workshop zur Entwick- lung von LAYA entworfen. In dem ersten Teilworkshop wurden mit den interview-lung von LAYA entworfen. In dem ersten Teilworkshop wurden mit den interview- ten Lehrkräften Personas und User Stories erstellt. Personas sind fiktive Perso-ten Lehrkräften Personas und User Stories erstellt. Personas sind fiktive Perso- nen, die auf Attributen von realen Personen beruhen. Diese Personas mit ihren nen, die auf Attributen von realen Personen beruhen. Diese Personas mit ihren Attributen gelten dann als potenzielle Nutzer*innengruppe(n) für eine Software. Attributen gelten dann als potenzielle Nutzer*innengruppe(n) für eine Software. User Stories sind mögliche Einsatzszenarien für die Software und konkretisieren, User Stories sind mögliche Einsatzszenarien für die Software und konkretisieren, was die Software in diesen Szenarien an Funktionen mit sich bringen muss. Der was die Software in diesen Szenarien an Funktionen mit sich bringen muss. Der zweite Teilworkshop dient zur Einschätzung der umgesetzten Funktionen in LAYA. zweite Teilworkshop dient zur Einschätzung der umgesetzten Funktionen in LAYA. Hierzu ist ein kurzer Fragebogen angedacht.Hierzu ist ein kurzer Fragebogen angedacht. 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 20 DatenauswertungDatenauswertung Die leitfadengestützten Interviews sowie die Workshops wurden transkribiert und Die leitfadengestützten Interviews sowie die Workshops wurden transkribiert und mit dem Ansatz der Grounded Theory ausgewertet. Diese qualitative Forschungs-mit dem Ansatz der Grounded Theory ausgewertet. Diese qualitative Forschungs- methode ließ es zu, den Interviewleitfaden und Forschungsverlauf dynamisch methode ließ es zu, den Interviewleitfaden und Forschungsverlauf dynamisch anzupassen. Die Transkripte wurden anschließend codiert und Personas und User anzupassen. Die Transkripte wurden anschließend codiert und Personas und User Stories daraus abgeleitet und ausformuliert. Diese flossen nun in die Weiterent-Stories daraus abgeleitet und ausformuliert. Diese flossen nun in die Weiterent- wicklung von LAYA ein.wicklung von LAYA ein. Einordnung der Ergebnisse und Anbindung an ModellbausteineEinordnung der Ergebnisse und Anbindung an Modellbausteine Die Ergebnisse aus Teilprojekt IV konnten vor allem für den Modellbaustein Die Ergebnisse aus Teilprojekt IV konnten vor allem für den Modellbaustein Un-Un- terrichtterricht wertvolle Erkenntnisse zum kollaborativen Lernen und Unterrichten lie- wertvolle Erkenntnisse zum kollaborativen Lernen und Unterrichten lie- fern. Auch für die Modellbausteine fern. Auch für die Modellbausteine SchulkulturSchulkultur und und Strukturen und ProzesseStrukturen und Prozesse war war es Teilprojekt IV möglich, aus den geführten Interviews und Workshops Eindrücke es Teilprojekt IV möglich, aus den geführten Interviews und Workshops Eindrücke aus dem Schulalltag sowie Wünsche an digitale Werkzeuge zu liefern, wo es der-aus dem Schulalltag sowie Wünsche an digitale Werkzeuge zu liefern, wo es der- zeit an guten Lösungsansätzen mangelt.zeit an guten Lösungsansätzen mangelt. 1.4 Modellgenese Um das Projektziel der Modellierung einer inklusiv-digitalen Schule sowie die Ex-Um das Projektziel der Modellierung einer inklusiv-digitalen Schule sowie die Ex- plikation damit in Verbindung stehender Gelingensbedingungen und Grundsatz-plikation damit in Verbindung stehender Gelingensbedingungen und Grundsatz- fragen realisierbar zu gestalten, mussten Etappen auf dem Weg dorthin abge-fragen realisierbar zu gestalten, mussten Etappen auf dem Weg dorthin abge- steckt werden. steckt werden. Die Entwicklung des Dig*In-Modells verbindet drei theoretische und empirische Die Entwicklung des Dig*In-Modells verbindet drei theoretische und empirische Stränge: 1) Konzepte der Allgemeinen Schul- und Unterrichtsentwicklung, 2) Stränge: 1) Konzepte der Allgemeinen Schul- und Unterrichtsentwicklung, 2) Konzepte zur inklusiven und digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung und 3) Konzepte zur inklusiven und digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung und 3) Ergebnisse aus der empirischen Forschung in Dig*In. Ergebnisse aus der empirischen Forschung in Dig*In. Weil Inklusion und Digitalisierung sowohl in der schulischen Praxis als auch in der Weil Inklusion und Digitalisierung sowohl in der schulischen Praxis als auch in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung bislang nur zaghaft zusammengedacht wissenschaftlichen Auseinandersetzung bislang nur zaghaft zusammengedacht wurden, wurde eine Fokussierung auf drei Diskurse mit ihren jeweiligen Pers-wurden, wurde eine Fokussierung auf drei Diskurse mit ihren jeweiligen Pers- pektiven notwendig. Dadurch konnte elaboriert werden, welche grundständigen pektiven notwendig. Dadurch konnte elaboriert werden, welche grundständigen Elemente für eine gelingende Schul- und Unterrichtsentwicklung als relevant Elemente für eine gelingende Schul- und Unterrichtsentwicklung als relevant erachtet werden. In der untenstehenden Abbildung 2 ist zu erkennen, dass die erachtet werden. In der untenstehenden Abbildung 2 ist zu erkennen, dass die erste Etappe auf dem Weg hin zu dem Modell einer inklusiv-digitalen Schul- und erste Etappe auf dem Weg hin zu dem Modell einer inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung darin bestand, die Konzepte zur Allgemeinen Schul- und Unterrichtsentwicklung darin bestand, die Konzepte zur Allgemeinen Schul- und Unterrichtsentwicklung hinsichtlich tragender Elemente und wesentlicher Gelin-Unterrichtsentwicklung hinsichtlich tragender Elemente und wesentlicher Gelin- gensbedingungen zu analysieren. gensbedingungen zu analysieren. Das Modell einer inklusiv-digitalen Schule sollte in dessen Grundlagen alle rele-Das Modell einer inklusiv-digitalen Schule sollte in dessen Grundlagen alle rele- vanten Aspekte der aktuellen Forschungsstände und der einschlägigen Konzepte vanten Aspekte der aktuellen Forschungsstände und der einschlägigen Konzepte integrieren. Für die Frage danach, wie mit den vorliegenden Konzepten und For-integrieren. Für die Frage danach, wie mit den vorliegenden Konzepten und For- schungsergebnissen Dritter umgegangen werden sollte, fiel die Entscheidung auf schungsergebnissen Dritter umgegangen werden sollte, fiel die Entscheidung auf eine regelgeleitete, transparente und nachvollziehbar durchgeführte Analyse der eine regelgeleitete, transparente und nachvollziehbar durchgeführte Analyse der Textdaten. So konzentrierte sich die durch die Auswertungssoftware MAXQDA Textdaten. So konzentrierte sich die durch die Auswertungssoftware MAXQDA by VERBI Software GmbH (Versionen 2018, 2020) unterstützte zusammenfas-by VERBI Software GmbH (Versionen 2018, 2020) unterstützte zusammenfas- sende Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) zunächst auf die einschlägigen Kon-sende Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) zunächst auf die einschlägigen Kon- zepte der Allgemeinen Schul- und Unterrichtsentwicklung, deren Fokus auf dem zepte der Allgemeinen Schul- und Unterrichtsentwicklung, deren Fokus auf dem 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 21 Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozess an der Einzelschule liegt. Im Zuge der Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozess an der Einzelschule liegt. Im Zuge der systematischen Erkundung des Forschungsstandes hinsichtlich der als allgemein systematischen Erkundung des Forschungsstandes hinsichtlich der als allgemein bezeichneten Schulentwicklungskonzepte (u.a. Bohl et al. 2010, Dedering 2012) bezeichneten Schulentwicklungskonzepte (u.a. Bohl et al. 2010, Dedering 2012) wurde deutlich, dass sich Schulentwicklungsbemühungen vor den 1990er Jahren wurde deutlich, dass sich Schulentwicklungsbemühungen vor den 1990er Jahren vornehmlich mit administrativen Angelegenheiten bürokratischer Natur befass-vornehmlich mit administrativen Angelegenheiten bürokratischer Natur befass- ten. Erst ab den 1990er Jahren verlagerte sich die Verantwortung für Schul- und ten. Erst ab den 1990er Jahren verlagerte sich die Verantwortung für Schul- und Unterrichtsentwicklungsbemühungen auf die Einzelschule. Seit den 2000er Jah-Unterrichtsentwicklungsbemühungen auf die Einzelschule. Seit den 2000er Jah- ren nehmen zusätzlich Bestrebungen externer Steuerung durch Bund und Länder ren nehmen zusätzlich Bestrebungen externer Steuerung durch Bund und Länder Einfluss auf die Entwicklung in Einzelschule (ebd.).Einfluss auf die Entwicklung in Einzelschule (ebd.). Die im hiesigen Diskurs einschlägigen Konzepte zur allgemeinen Schul- und Un-Die im hiesigen Diskurs einschlägigen Konzepte zur allgemeinen Schul- und Un- terrichtsentwicklung der Einzelschule sind folgende und bilden eine zentrale Refe-terrichtsentwicklung der Einzelschule sind folgende und bilden eine zentrale Refe- renz für andere Arbeiten in diesem Forschungsfeld: renz für andere Arbeiten in diesem Forschungsfeld: • • das Institutionelle Schulentwicklungsprogramm bzw. der Institutionelle Schul-das Institutionelle Schulentwicklungsprogramm bzw. der Institutionelle Schul- entwicklungsprozess (ISP) (Dalin & Rolff 1990, Dalin et al. 1996)entwicklungsprozess (ISP) (Dalin & Rolff 1990, Dalin et al. 1996) • • die Pädagogische Schulentwicklung (PSE) (Klippert 2000, Bastian 1997, Rolff die Pädagogische Schulentwicklung (PSE) (Klippert 2000, Bastian 1997, Rolff et al. 1999)et al. 1999) • • das Konzept der Lernenden Schule (Rolff et al. 1999, Schley 1998, Schratz & das Konzept der Lernenden Schule (Rolff et al. 1999, Schley 1998, Schratz & Steiner-Löffler 1998, Krainz-Dürr 1999, Holtappels 2007)Steiner-Löffler 1998, Krainz-Dürr 1999, Holtappels 2007) • • und die Trias der Schulentwicklung nach Rolff (1993, 2013, 2018)und die Trias der Schulentwicklung nach Rolff (1993, 2013, 2018) An die Aufbereitung des Forschungsstandes zur allgemeinen Schul- und Unter-An die Aufbereitung des Forschungsstandes zur allgemeinen Schul- und Unter- richtsentwicklung schloss sich als zweiter Schritt die Exploration und Analyse der richtsentwicklung schloss sich als zweiter Schritt die Exploration und Analyse der Konzepte zur inklusiven und digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung an. Auch Konzepte zur inklusiven und digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung an. Auch in diesem Schritt ging es darum, die einschlägigen Konzepte zu identifizieren in diesem Schritt ging es darum, die einschlägigen Konzepte zu identifizieren und inhaltsanalytisch die zentralen Eckpfeiler sowie die Gelingensbedingungen zu und inhaltsanalytisch die zentralen Eckpfeiler sowie die Gelingensbedingungen zu extrahieren. Obwohl jede Form der Schulentwicklung an Einzelschule Einfluss auf extrahieren. Obwohl jede Form der Schulentwicklung an Einzelschule Einfluss auf die Unterrichtsentwicklung nimmt, wurden zusätzlich entsprechende didaktische die Unterrichtsentwicklung nimmt, wurden zusätzlich entsprechende didaktische Konzepte herangezogen, um das Feld der inklusiven und der digitalen Unter-Konzepte herangezogen, um das Feld der inklusiven und der digitalen Unter- richtsentwicklung intensiver zu beleuchten. Somit sind folgende Konzepte in die richtsentwicklung intensiver zu beleuchten. Somit sind folgende Konzepte in die Modellentwicklung einbezogen worden:Modellentwicklung einbezogen worden: • • Mediendidaktik (Kerres 2018, Mayrberger 2013, Tulodziecki et al. 2019)Mediendidaktik (Kerres 2018, Mayrberger 2013, Tulodziecki et al. 2019) • • Digitale/mediale Schulentwicklung (Anokhina & Heinen 2020, Schulz-Zander Digitale/mediale Schulentwicklung (Anokhina & Heinen 2020, Schulz-Zander 1999, Zylka 2018, Rolff & Thünken 2020, Schulz-Zander & Eickelmann 2008, 1999, Zylka 2018, Rolff & Thünken 2020, Schulz-Zander & Eickelmann 2008, Knaus 2018, Prasse 2012, Jörissen & Münte-Goussar 2015, Breiter et al. Knaus 2018, Prasse 2012, Jörissen & Münte-Goussar 2015, Breiter et al. 2015)2015) • • Inklusive Didaktik (Reich 2016, Stebler & Reusser 2017, Feuser 2018)Inklusive Didaktik (Reich 2016, Stebler & Reusser 2017, Feuser 2018) • • Inklusive Schulentwicklung (Heimlich 2003, Grasy 2004, Zenke 2019, Erbring Inklusive Schulentwicklung (Heimlich 2003, Grasy 2004, Zenke 2019, Erbring 2016, Werning 2017, Reich 2017, Booth & Ainscow 2003)2016, Werning 2017, Reich 2017, Booth & Ainscow 2003) Wenngleich bisher eine Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung in Schul- Wenngleich bisher eine Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung in Schul- und Unterrichtsentwicklung selten zusammengedacht wurde, so existieren erste und Unterrichtsentwicklung selten zusammengedacht wurde, so existieren erste Überlegungen in der Forschung, von denen folgende ebenfalls in die Modellent-Überlegungen in der Forschung, von denen folgende ebenfalls in die Modellent- wicklung einbezogen worden sind: wicklung einbezogen worden sind: 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 22 • • Inklusiv-digitale Didaktik (Schulz et al. 2019)Inklusiv-digitale Didaktik (Schulz et al. 2019) • • Inklusiv-digitale Schulentwicklung (Bosse 2019)Inklusiv-digitale Schulentwicklung (Bosse 2019) Basierend auf den grundlegenden Eckpfeilern einer allgemeinen Schul- und Basierend auf den grundlegenden Eckpfeilern einer allgemeinen Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie auf den Gelingensbedingungen einer inklusiven Unterrichtsentwicklung sowie auf den Gelingensbedingungen einer inklusiven und digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung, wurde ein Basismodell einer und digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung, wurde ein Basismodell einer inklusiv-digitalen Schule erstellt. In diesem Basismodell wurde die Verzahnung inklusiv-digitalen Schule erstellt. In diesem Basismodell wurde die Verzahnung der beiden schulpraktischen Maxime Inklusion und Digitalisierung konzeptionell der beiden schulpraktischen Maxime Inklusion und Digitalisierung konzeptionell grundgelegt. grundgelegt. Das Basismodell bildete in dem Modellierungsprozess die Grundsubstanz für die Das Basismodell bildete in dem Modellierungsprozess die Grundsubstanz für die weitere Anreicherung und Ausdifferenzierung durch die empirischen Ergebnisse weitere Anreicherung und Ausdifferenzierung durch die empirischen Ergebnisse der Forschung in Dig*In. In diesem Arbeits- und Analyseschritt erfolgte die Integ-der Forschung in Dig*In. In diesem Arbeits- und Analyseschritt erfolgte die Integ- ration der Ergebnisse der ersten Datenerhebungsphase aus den Jahren 2020 und ration der Ergebnisse der ersten Datenerhebungsphase aus den Jahren 2020 und 2021. Dazu wurden die Forschungsergebnisse der drei Teilprojekte mit dem Ba-2021. Dazu wurden die Forschungsergebnisse der drei Teilprojekte mit dem Ba- sismodell abgeglichen. Die Komponenten des Basismodells wurden vor dem Hin-sismodell abgeglichen. Die Komponenten des Basismodells wurden vor dem Hin- tergrund der Forschungsergebnisse auf ihre Relevanz überprüft, Zusammenhänge tergrund der Forschungsergebnisse auf ihre Relevanz überprüft, Zusammenhänge geschärft und eine Akzentuierung solcher Aspekte vorgenommen, die im Rahmen geschärft und eine Akzentuierung solcher Aspekte vorgenommen, die im Rahmen einer inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung besonders bedeutsam einer inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung besonders bedeutsam erschienen. In einem weiteren Schritt wurden die Ergebnisse der zweiten Daten-erschienen. In einem weiteren Schritt wurden die Ergebnisse der zweiten Daten- erhebungsphase aus den Jahren 2021 und 2022 aus den Teilprojekten des Ver-erhebungsphase aus den Jahren 2021 und 2022 aus den Teilprojekten des Ver- bundprojektes Dig*In zur Ausschärfung in dem Modell berücksichtigt. Generiert bundprojektes Dig*In zur Ausschärfung in dem Modell berücksichtigt. Generiert wurde das Dig*In-Modell einer inklusiv-digitalen Schule. wurde das Dig*In-Modell einer inklusiv-digitalen Schule. Weitergehende Ausdifferenzierungen und Überprüfungen der Gültigkeit, Plau-Weitergehende Ausdifferenzierungen und Überprüfungen der Gültigkeit, Plau- sibilität und Nachvollziehbarkeit des Modells fanden statt, indem dasselbe mit sibilität und Nachvollziehbarkeit des Modells fanden statt, indem dasselbe mit Schulvertreter*innen validiert wurde. Dazu wurde diesen Vertreter*innen aus der Schulvertreter*innen validiert wurde. Dazu wurde diesen Vertreter*innen aus der Schulpraxis das Modell in verschiedenen Settings vorgestellt und mit Ihnen hin-Schulpraxis das Modell in verschiedenen Settings vorgestellt und mit Ihnen hin- sichtlich seiner Verständlichkeit, Passung und Brauchbarkeit im schulischen Kon-sichtlich seiner Verständlichkeit, Passung und Brauchbarkeit im schulischen Kon- text diskutiert und reflektiert. text diskutiert und reflektiert. Die nachfolgende Abbildung 2 fasst den eben skizzierten Weg der Modellgenese Die nachfolgende Abbildung 2 fasst den eben skizzierten Weg der Modellgenese überblickshaft zusammen. Die einzelnen Etappen sind grafisch in den entspre-überblickshaft zusammen. Die einzelnen Etappen sind grafisch in den entspre- chenden Kästchen abgelegt und in einer Prozessdarstellung in ihrem Fortgang chenden Kästchen abgelegt und in einer Prozessdarstellung in ihrem Fortgang durch das Projekt expliziert. Zu erkennen ist, dass die ersten beiden Etappen zu-durch das Projekt expliziert. Zu erkennen ist, dass die ersten beiden Etappen zu- nächst die Exploration und Analyse verschiedener Konzepte zur Schul- und Unter-nächst die Exploration und Analyse verschiedener Konzepte zur Schul- und Unter- richtsentwicklung umfassen, woraus sich dann das Basismodell einer inklusiv-di-richtsentwicklung umfassen, woraus sich dann das Basismodell einer inklusiv-di- gitalen Schule ergibt. Auf dieses Basismodell werden die empirischen Ergebnisse gitalen Schule ergibt. Auf dieses Basismodell werden die empirischen Ergebnisse aus der Forschung in Dig*In bezogen und zur weitergehenden Ausdifferenzierung aus der Forschung in Dig*In bezogen und zur weitergehenden Ausdifferenzierung integriert. Davon ausgehend wird das Modell einer inklusiv-digitalen Schule aus-integriert. Davon ausgehend wird das Modell einer inklusiv-digitalen Schule aus- geschärft. Dieser Prozess wird von verschiedenen Strategien der Modellvalidie-geschärft. Dieser Prozess wird von verschiedenen Strategien der Modellvalidie- rung flankiert. Am Ende dieses Modell-Entwicklungsprozesses steht die Aufbe-rung flankiert. Am Ende dieses Modell-Entwicklungsprozesses steht die Aufbe- reitung der Ergebnisse für die schulische Praxis, was final in dieser vorliegenden reitung der Ergebnisse für die schulische Praxis, was final in dieser vorliegenden Handreichung mündet. Handreichung mündet. 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 23 Abbildung 2: Überblick Modellgenese Exploration und Analyse der Konzepte zur Allgemeinen Schul- und Unterrichtsentwicklung Exploration und Analyse der Konzepte zur inklusiven und digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung Basismodell einer inklusiv-digitalen Schule HandreichungModell einer inklusiv-digitalen Schule Empirische Ergebnisse aus Dig*In Modellvalidierung Den Dreh- und Angelpunkt dieser Handreichung bildet das Modell, das in unter-Den Dreh- und Angelpunkt dieser Handreichung bildet das Modell, das in unter- schiedlichen Ausdifferenzierungsgraden in Abbildungen überführt wurde. So schiedlichen Ausdifferenzierungsgraden in Abbildungen überführt wurde. So findet sich im nachfolgenden Unterkapitel eine überblickshafte Darstellung der findet sich im nachfolgenden Unterkapitel eine überblickshafte Darstellung der zentralen Elemente des Modells einer inklusiv-digitalen Schule. Den besagten Ele-zentralen Elemente des Modells einer inklusiv-digitalen Schule. Den besagten Ele- menten, gesprochen wird auch von menten, gesprochen wird auch von BausteinenBausteinen, werden im Fortgang dieser Hand-, werden im Fortgang dieser Hand- reichung je eigene Kapitel gewidmet, die sich detailliert mit den Bestandteilen reichung je eigene Kapitel gewidmet, die sich detailliert mit den Bestandteilen befassen, die sich wiederum hinter diesen Bausteinen verbergen. befassen, die sich wiederum hinter diesen Bausteinen verbergen. 1.5 Das Modell im Überblick Es wurden vier Bausteine herausgearbeitet, die die Gelingensbedingungen einer Es wurden vier Bausteine herausgearbeitet, die die Gelingensbedingungen einer inklusiv-digitalen Schule charakterisieren. Es handelt sich dabei um die Baustei-inklusiv-digitalen Schule charakterisieren. Es handelt sich dabei um die Baustei- ne: ne: SchulkulturSchulkultur, , Mitglieder in SchuleMitglieder in Schule, , Strukturen und ProzesseStrukturen und Prozesse und und UnterrichtUnterricht. . (Einzel-)Schule wird dabei als ein System verstanden, das durch eine gewisse (Einzel-)Schule wird dabei als ein System verstanden, das durch eine gewisse Eigenlogik und -dynamik sowie bestimmte Systematiken geprägt ist (Driescher & Eigenlogik und -dynamik sowie bestimmte Systematiken geprägt ist (Driescher & Gaus 2014, 17ff.). Gaus 2014, 17ff.). Die Abbildung 3 verschafft einen Überblick über das Modell mitsamt den zentra-Die Abbildung 3 verschafft einen Überblick über das Modell mitsamt den zentra- len Bausteinen und Ebenen. Das Modell enthält drei Ebenen, die durch ineinander len Bausteinen und Ebenen. Das Modell enthält drei Ebenen, die durch ineinander gelagerte Kreise symbolisiert werden. Der innere Kreis, also die zentrale Ebene, gelagerte Kreise symbolisiert werden. Der innere Kreis, also die zentrale Ebene, stellt die Einzelschule dar. Diese befindet sich in einer engen Anbindung an ihre stellt die Einzelschule dar. Diese befindet sich in einer engen Anbindung an ihre Mitwelt und ist in einem größeren Radius von der Umwelt umgeben. Die Umwelt Mitwelt und ist in einem größeren Radius von der Umwelt umgeben. Die Umwelt bildet die dritte Ebene und wird durch den äußeren Kreis symbolisiert. Auf der bildet die dritte Ebene und wird durch den äußeren Kreis symbolisiert. Auf der Ebene der Einzelschule sind die bereits benannten Bausteine Schulkultur, Mitglie-Ebene der Einzelschule sind die bereits benannten Bausteine Schulkultur, Mitglie- der in Schule, Strukturen und Prozesse und Unterricht verortet – Dieselben ste-der in Schule, Strukturen und Prozesse und Unterricht verortet – Dieselben ste- hen in enger Verbindung zueinander. Diese Bausteine markieren die Gelingens-hen in enger Verbindung zueinander. Diese Bausteine markieren die Gelingens- bedingungen auf der Ebene der innerschulischen Organisation für die Verzahnung bedingungen auf der Ebene der innerschulischen Organisation für die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung. von Inklusion und Digitalisierung. 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 24 Abbildung 3: Überblick Modell einer inklusiv-digitalen Schule. Die (Einzel-)Schule steht auch mit der sie umgebenden Mitwelt in Verbindung. Die (Einzel-)Schule steht auch mit der sie umgebenden Mitwelt in Verbindung. Zur Mitwelt gehören verschiedene, überaus bedeutsame Personen(-gruppen) und Zur Mitwelt gehören verschiedene, überaus bedeutsame Personen(-gruppen) und Institutionen, die für das unmittelbare Gelingen des schulischen Alltages wirksam Institutionen, die für das unmittelbare Gelingen des schulischen Alltages wirksam sind (Schütz & Luckmann 2017). So sind die Gruppen der Sorgeberechtigten und sind (Schütz & Luckmann 2017). So sind die Gruppen der Sorgeberechtigten und der Erziehungsbeteiligten (beide Gruppen zusammengefasst werden als Erzie-der Erziehungsbeteiligten (beide Gruppen zusammengefasst werden als Erzie- hungsinvolvierte bezeichnet) der Mitwelt zuzuordnen, weil sie nicht unmittelbar hungsinvolvierte bezeichnet) der Mitwelt zuzuordnen, weil sie nicht unmittelbar und formal den Schulalltag (mit-)gestalten. Jedoch kommt ihnen selbstverständ-und formal den Schulalltag (mit-)gestalten. Jedoch kommt ihnen selbstverständ- lich eine große Bedeutung zu – In einer inklusiv gestalteten Schule werden Sor-lich eine große Bedeutung zu – In einer inklusiv gestalteten Schule werden Sor- geberechtigte und Erziehungsbeteiligte entschieden mitgedacht und eingebun-geberechtigte und Erziehungsbeteiligte entschieden mitgedacht und eingebun- den. den. Mitwelt meint darüber hinaus eine regionale Bezugsgröße wie zum Beispiel den Mitwelt meint darüber hinaus eine regionale Bezugsgröße wie zum Beispiel den Standort der Schule mit der direkten Nachbarschaft, aber auch das Viertel, den Standort der Schule mit der direkten Nachbarschaft, aber auch das Viertel, den Stadtteil, die Stadt usw. in einem physisch, mit begrenztem Aufwand erlebbaren Stadtteil, die Stadt usw. in einem physisch, mit begrenztem Aufwand erlebbaren Radius. Zu der Mitwelt gehört die standortspezifische Infrastruktur mit all den Radius. Zu der Mitwelt gehört die standortspezifische Infrastruktur mit all den jeweiligen Begebenheiten – das sind die Menschen, die dort leben und arbeiten, jeweiligen Begebenheiten – das sind die Menschen, die dort leben und arbeiten, die Strukturen der Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und der Freizeitgestal-die Strukturen der Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und der Freizeitgestal- tung u.v.m. Zur Mitwelt einer Schule gehören beispielsweise solche Bezugspunkte tung u.v.m. Zur Mitwelt einer Schule gehören beispielsweise solche Bezugspunkte wie der Botanische Garten im anderen Stadtteil, das Planetarium in der nächsten wie der Botanische Garten im anderen Stadtteil, das Planetarium in der nächsten Großstadt, die Schreinerei um die Ecke, das Tierheim im nächsten Ort usw. Großstadt, die Schreinerei um die Ecke, das Tierheim im nächsten Ort usw. Weitere außerschulische Anbindungen gibt es an die Umwelt, in der ähnliche Be-Weitere außerschulische Anbindungen gibt es an die Umwelt, in der ähnliche Be- 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 25 gebenheiten wie in der Mitwelt vorzufinden sind: Auch hier agieren Menschen in gebenheiten wie in der Mitwelt vorzufinden sind: Auch hier agieren Menschen in Lebens-, Freizeit- und Arbeitskontexten. Jedoch bezieht sich die Beschreibung der Lebens-, Freizeit- und Arbeitskontexten. Jedoch bezieht sich die Beschreibung der Umwelt auf einen größeren Bezugsrahmen und meint hier eher eine regionale, Umwelt auf einen größeren Bezugsrahmen und meint hier eher eine regionale, nationale, internationale oder globale Perspektive. Der Radius, den die (Einzel-)nationale, internationale oder globale Perspektive. Der Radius, den die (Einzel-) Schule zieht, um mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten, ist weitaus größer und Schule zieht, um mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten, ist weitaus größer und die physische Erreichbarkeit durch einen verhältnismäßig großen Aufwand cha-die physische Erreichbarkeit durch einen verhältnismäßig großen Aufwand cha- rakterisiert. Ein solcher Aufwand ist beispielsweise dann gegeben, wenn eine rakterisiert. Ein solcher Aufwand ist beispielsweise dann gegeben, wenn eine Schule aus Ostfriesland mehr über den Dialekt in Franken erfahren möchte, oder Schule aus Ostfriesland mehr über den Dialekt in Franken erfahren möchte, oder wenn eine Ausstellung im norwegischen Oslo besucht werden soll, oder wenn wenn eine Ausstellung im norwegischen Oslo besucht werden soll, oder wenn man mit den Schüler*innen der Kooperationsschule in Riga zu einem bestimm-man mit den Schüler*innen der Kooperationsschule in Riga zu einem bestimm- ten Thema sprechen möchte. Um also den Kontakt zu solchen Kooperationspart-ten Thema sprechen möchte. Um also den Kontakt zu solchen Kooperationspart- ner*innen aufbauen zu können, die der Umwelt angehören, können digitale Medi-ner*innen aufbauen zu können, die der Umwelt angehören, können digitale Medi- en eingesetzt werden, um diese geografischen Distanzen zu überbrücken. Durch en eingesetzt werden, um diese geografischen Distanzen zu überbrücken. Durch den Einsatz digitaler Medien kann der Radius nahezu unbegrenzt vergrößert und den Einsatz digitaler Medien kann der Radius nahezu unbegrenzt vergrößert und vieles der Umwelt entdeckt werden. Darüber hinaus werden Kompetenzen zum vieles der Umwelt entdeckt werden. Darüber hinaus werden Kompetenzen zum Leben in Digitalität und digitalen Kulturen ausgeweitet. Leben in Digitalität und digitalen Kulturen ausgeweitet. Grundsätzlich können sich Kooperationen und Netzwerke des Austauschs also Grundsätzlich können sich Kooperationen und Netzwerke des Austauschs also sowohl in der unmittelbaren Nähe (nicht-mediale Kommunikation ist ohne grö-sowohl in der unmittelbaren Nähe (nicht-mediale Kommunikation ist ohne grö- ßeren Aufwand möglich), als auch in einer größeren Distanz (medienvermittelte ßeren Aufwand möglich), als auch in einer größeren Distanz (medienvermittelte Kommunikation ermöglicht den Austausch) herausbilden. Die Motivationen, die Kommunikation ermöglicht den Austausch) herausbilden. Die Motivationen, die die entsprechenden Kooperationen und den jeweiligen Austausch tragen, können die entsprechenden Kooperationen und den jeweiligen Austausch tragen, können ganz unterschiedlich sein: Erkunden eines bestimmten Themas gemeinsam mit ganz unterschiedlich sein: Erkunden eines bestimmten Themas gemeinsam mit anderen Schüler*innen, verschiedene Sprachen und Kulturen verstehen lernen, anderen Schüler*innen, verschiedene Sprachen und Kulturen verstehen lernen, Impulse für Lehr-Lernsettings sammeln, Weiterbildungen besuchen oder anbie-Impulse für Lehr-Lernsettings sammeln, Weiterbildungen besuchen oder anbie- ten, gegenseitige Unterstützung organisieren und viele weitere mehr. ten, gegenseitige Unterstützung organisieren und viele weitere mehr. Die Anbindung an andere gesellschaftliche Teilsysteme ist für die Gestaltung einer Die Anbindung an andere gesellschaftliche Teilsysteme ist für die Gestaltung einer inklusiv-digitalen Schule bedeutsam. In der folgenden Betrachtung der Modell-inklusiv-digitalen Schule bedeutsam. In der folgenden Betrachtung der Modell- bausteine wird jedoch vor allem der Fokus auf die (Einzel-)Schule gelegt, sodass bausteine wird jedoch vor allem der Fokus auf die (Einzel-)Schule gelegt, sodass die Ebenen Schulkultur, Mitglieder in Schule, Strukturen und Prozesse und Unter-die Ebenen Schulkultur, Mitglieder in Schule, Strukturen und Prozesse und Unter- richt im Mittelpunkt der Ausführungen stehen werden. richt im Mittelpunkt der Ausführungen stehen werden. 1.6 Aufbau und Verwendung der Handreichung Den Kern dieser Handreichung bildet das im Verbundprojekt Dig*In generierte Den Kern dieser Handreichung bildet das im Verbundprojekt Dig*In generierte Modell einer inklusiv-digital gestalteten Schule. Der Aufbau der Handreichung Modell einer inklusiv-digital gestalteten Schule. Der Aufbau der Handreichung folgt einer bestimmten Systematik, um die einzelnen Modellbausteine leicht nach-folgt einer bestimmten Systematik, um die einzelnen Modellbausteine leicht nach- vollziehbar präsentieren zu können. So werden die Modellbausteine vollziehbar präsentieren zu können. So werden die Modellbausteine SchulkulturSchulkultur, , Mitglieder in SchuleMitglieder in Schule, , Strukturen und ProzesseStrukturen und Prozesse und und UnterrichtUnterricht in jeweils eigenen in jeweils eigenen Kapiteln umfangreich ausgebreitet. Für jeden dieser vier Bausteine wird es grafi-Kapiteln umfangreich ausgebreitet. Für jeden dieser vier Bausteine wird es grafi- sche Darstellungen geben. Durch diese Abbildungen werden die betreffenden Tei-sche Darstellungen geben. Durch diese Abbildungen werden die betreffenden Tei- le des Modells ausdifferenziert dargestellt. Dieser Modellüberblick, den Sie bereits le des Modells ausdifferenziert dargestellt. Dieser Modellüberblick, den Sie bereits in Kapitel 1.6 kennengelernt haben, wird ausgeschärft, indem der übergeordnete in Kapitel 1.6 kennengelernt haben, wird ausgeschärft, indem der übergeordnete Baustein, beispielsweise Unterricht, in weitere Unterbausteine aufgefächert wird. Baustein, beispielsweise Unterricht, in weitere Unterbausteine aufgefächert wird. Damit soll ein Eindruck von den vielfältigen Ansatzpunkten und Gelingensbedin-Damit soll ein Eindruck von den vielfältigen Ansatzpunkten und Gelingensbedin- gungen, die sich für die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung im schul-gungen, die sich für die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung im schul- praktischen Feld als relevant erweisen, verschafft werden. praktischen Feld als relevant erweisen, verschafft werden. 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 26 In jedem Kapitel erwartet Sie zunächst eine eher theoretisch gehaltene Beschrei-In jedem Kapitel erwartet Sie zunächst eine eher theoretisch gehaltene Beschrei- bung und Darstellung dessen, was sich hinter dem jeweiligen Baustein verbirgt bung und Darstellung dessen, was sich hinter dem jeweiligen Baustein verbirgt und in welchem Kontext sich derselbe in dem Modell einer inklusiv-digitalen und in welchem Kontext sich derselbe in dem Modell einer inklusiv-digitalen Schule positioniert. Im Baustein Schulkultur wird beispielsweise in einem ersten Schule positioniert. Im Baustein Schulkultur wird beispielsweise in einem ersten Schritt ausgeführt, was unter Schulkultur in diesem Modellkontext verstanden Schritt ausgeführt, was unter Schulkultur in diesem Modellkontext verstanden werden soll und welche Rolle dieselbe für die Verzahnung von Inklusion und Di-werden soll und welche Rolle dieselbe für die Verzahnung von Inklusion und Di- gitalisierung spielt. Die dort dargelegten Erkenntnisse und Informationen gene-gitalisierung spielt. Die dort dargelegten Erkenntnisse und Informationen gene- rieren sich zu einem kleineren Teil aus Ergebnissen anderer Forschungsvorhaben rieren sich zu einem kleineren Teil aus Ergebnissen anderer Forschungsvorhaben und zu einem größeren Teil aus der Forschung in Dig*In.und zu einem größeren Teil aus der Forschung in Dig*In. Im weiteren Fortgang durch die kapitelweise Darstellung der einzelnen Baustei-Im weiteren Fortgang durch die kapitelweise Darstellung der einzelnen Baustei- ne verlassen wir die eher theoretisch gehaltenen Ausführungen und kommen zu ne verlassen wir die eher theoretisch gehaltenen Ausführungen und kommen zu den in Dig*In erarbeiteten Einblicken in die schulische Praxis. Auf dieser zweiten den in Dig*In erarbeiteten Einblicken in die schulische Praxis. Auf dieser zweiten Betrachtungsebene werden Ihnen also Strategien und Impulse präsentiert, die Betrachtungsebene werden Ihnen also Strategien und Impulse präsentiert, die bei der Schaffung der betreffenden Gelingensbedingung unterstützen möchten. bei der Schaffung der betreffenden Gelingensbedingung unterstützen möchten. Durch Zitate, die direkt aus den empirischen Erhebungen stammen, erhalten Durch Zitate, die direkt aus den empirischen Erhebungen stammen, erhalten Sie einen praxisnahen Eindruck davon, wie diese betreffenden Maßnahmen oder Sie einen praxisnahen Eindruck davon, wie diese betreffenden Maßnahmen oder Strategien wirken können. Zudem kann so eruiert werden, an welchen Stell-Strategien wirken können. Zudem kann so eruiert werden, an welchen Stell- schrauben im Besonderen gedreht werden kann, um Veränderungen anzustoßen. schrauben im Besonderen gedreht werden kann, um Veränderungen anzustoßen. Für die Kooperationsschulen selbst waren die gesammelten Eindrücke ebenfalls Für die Kooperationsschulen selbst waren die gesammelten Eindrücke ebenfalls sehr interessant, weil durch die Forschung in Dig*In ein Blick von außen auf die sehr interessant, weil durch die Forschung in Dig*In ein Blick von außen auf die Schule(n) möglich wurde. Anhand des nachfolgenden Zitats kann ein Eindruck Schule(n) möglich wurde. Anhand des nachfolgenden Zitats kann ein Eindruck entstehen, wie die Schulen selbst mit diesen im Projektverlauf zutage geförderten entstehen, wie die Schulen selbst mit diesen im Projektverlauf zutage geförderten Ergebnissen umgehen. Überdies ist dieses Zitat auch exemplarisch für die nach-Ergebnissen umgehen. Überdies ist dieses Zitat auch exemplarisch für die nach- folgenden Zitate von befragten Schulvertreter*innen, die Ihnen im Verlauf der folgenden Zitate von befragten Schulvertreter*innen, die Ihnen im Verlauf der Handreichung begegnen werden. Handreichung begegnen werden. Schulleitung: „Ich sage mal so, dieser wissenschaftliche oder unter-Schulleitung: „Ich sage mal so, dieser wissenschaftliche oder unter- suchende Blick von außen und der analysierende, das ist ja das, suchende Blick von außen und der analysierende, das ist ja das, was zum Beispiel in der Zeit der Digitalisierungsprozesse, als sie was zum Beispiel in der Zeit der Digitalisierungsprozesse, als sie angefangen haben, haben wir auch den Fehler gemacht, dass wir angefangen haben, haben wir auch den Fehler gemacht, dass wir nicht gleich bei [Universität in Ort] angerufen haben und gesagt nicht gleich bei [Universität in Ort] angerufen haben und gesagt haben: ‚Will nicht jemand Master, Bachelor, irgendwas machen? haben: ‚Will nicht jemand Master, Bachelor, irgendwas machen? Begleitet uns mal.‘ Das ist für mich ein Punkt geworden, der ist im Begleitet uns mal.‘ Das ist für mich ein Punkt geworden, der ist im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden. Dass man Wissenschaft Laufe der Jahre immer wichtiger geworden. Dass man Wissenschaft begleiten lässt und wirklich mal messen lässt und untersuchen begleiten lässt und wirklich mal messen lässt und untersuchen lässt. Oder aber auch tatsächlich in einem Riesenprojekt Dinge lässt. Oder aber auch tatsächlich in einem Riesenprojekt Dinge nach außen trägt und sammelt und sagt: Okay, das ist ein Ist-nach außen trägt und sammelt und sagt: Okay, das ist ein Ist- Stand und wir müssen möglicherweise einen anderen herstellen.“ Stand und wir müssen möglicherweise einen anderen herstellen.“ Neben diesen Einblicken in die Strategien zur Bewältigung der Herausforderungen Neben diesen Einblicken in die Strategien zur Bewältigung der Herausforderungen der Kooperationsschulen im Projekt Dig*In finden sich auf einigen Seiten Infokäs-der Kooperationsschulen im Projekt Dig*In finden sich auf einigen Seiten Infokäs- ten, die weiterführende Informationen wie etwa Links zu anderen interessanten ten, die weiterführende Informationen wie etwa Links zu anderen interessanten Forschungsprojekten oder aber zu Beispielen für die Umsetzung der thematisier-Forschungsprojekten oder aber zu Beispielen für die Umsetzung der thematisier- ten Strategien oder Impulse bereithalten. ten Strategien oder Impulse bereithalten. Am Ende der Handreichung angekommen, erwartet Sie dort zunächst eine Zu-Am Ende der Handreichung angekommen, erwartet Sie dort zunächst eine Zu- sammenfassung der inhaltlichen Darbietungen. Den Abschluss bilden verschiede-sammenfassung der inhaltlichen Darbietungen. Den Abschluss bilden verschiede- ne ne PraxishappenPraxishappen, die die Ergebnisse der Forschung in dem Projekt Dig*In weiter-, die die Ergebnisse der Forschung in dem Projekt Dig*In weiter- ““ 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 27 gehend für Ihre schulische Praxis aufbereiten. Darüber hinaus können Sie in den gehend für Ihre schulische Praxis aufbereiten. Darüber hinaus können Sie in den Praxishappen verschiedene Literaturtipps zum Stöbern und Weiterlesen finden. Praxishappen verschiedene Literaturtipps zum Stöbern und Weiterlesen finden. Bevor es nun so richtig losgehen kann mit der Vertiefung in die Bausteine des Bevor es nun so richtig losgehen kann mit der Vertiefung in die Bausteine des Modells, möchten wir Ihnen noch ein paar kleinere Hinweise für Ihre Lektüre der Modells, möchten wir Ihnen noch ein paar kleinere Hinweise für Ihre Lektüre der Handreichung mit auf den Weg geben. Handreichung mit auf den Weg geben. Ein blauer Strich auf der linken Seite und/oder die Überschrift Ein blauer Strich auf der linken Seite und/oder die Überschrift Einblick in die Einblick in die schulische Praxisschulische Praxis verdeutlicht, dass Ergebnisse aus den Kooperationsschulen verdeutlicht, dass Ergebnisse aus den Kooperationsschulen präsentiert werden. präsentiert werden. ““ Ein großes Anführungszeichen auf der linken Seite signalisiert, dass Ein großes Anführungszeichen auf der linken Seite signalisiert, dass ein direktes Zitat aus einem Interview oder einer Gruppendiskus-ein direktes Zitat aus einem Interview oder einer Gruppendiskus- sion präsentiert wird. sion präsentiert wird. Wörter und Satzteile, die Wörter und Satzteile, die dick und blaudick und blau hinterlegt sind, leiten Sie zu anderen hinterlegt sind, leiten Sie zu anderen Kapiteln der Handreichung weiter – so können Sie direkt zu themenverwandten Kapiteln der Handreichung weiter – so können Sie direkt zu themenverwandten Abschnitten springen.Abschnitten springen. Wörter und Satzteile, welche Wörter und Satzteile, welche unterstrichen und blauunterstrichen und blau hinterlegt sind, leiten Sie hinterlegt sind, leiten Sie zu externen Internetseiten weiter, welche zusätzliche Informationen enthalten zu externen Internetseiten weiter, welche zusätzliche Informationen enthalten (bspw. weiterführende Informationen zu einer barrierefreien Gestaltung von Web-(bspw. weiterführende Informationen zu einer barrierefreien Gestaltung von Web- sites oder Näheres zum Thema Medienscouts).sites oder Näheres zum Thema Medienscouts). Auf jeder Seite finden Sie oben rechts das links abgebildete Bild (In-Auf jeder Seite finden Sie oben rechts das links abgebildete Bild (In- haltsverzeichnis). Dies führt Sie zum Inhaltsverzeichnis zurück.haltsverzeichnis). Dies führt Sie zum Inhaltsverzeichnis zurück. Das links abgebildete Bild (Fahne) verweist auf ein abschließendes Kapi-Das links abgebildete Bild (Fahne) verweist auf ein abschließendes Kapi- telfazit.telfazit. Das links abgebildete Bild (Glühbirne) in Kombination mit dem Rahmen Das links abgebildete Bild (Glühbirne) in Kombination mit dem Rahmen verweist auf einen Infokasten, welcher weiterführende Literatur, Hinwei-verweist auf einen Infokasten, welcher weiterführende Literatur, Hinwei- se zu Internetseiten etc. beinhaltet.se zu Internetseiten etc. beinhaltet. Die gesamte Handreichung wurde so barrierearm wie möglich gestaltet. Schrift, Die gesamte Handreichung wurde so barrierearm wie möglich gestaltet. Schrift, Farbe etc. wurden entsprechend angepasst und Abbildungen mit einem Alterna-Farbe etc. wurden entsprechend angepasst und Abbildungen mit einem Alterna- tivtext versehen oder ausführlich im Fließtext beschrieben. Dies ermöglicht bspw. tivtext versehen oder ausführlich im Fließtext beschrieben. Dies ermöglicht bspw. auch ein verlustfreies Vorlesen der gesamten Handreichung mittels Screenreader.auch ein verlustfreies Vorlesen der gesamten Handreichung mittels Screenreader. Das gesamte Team des Verbundprojekts Dig*In wünscht Ihnen eine interessante Das gesamte Team des Verbundprojekts Dig*In wünscht Ihnen eine interessante Lektüre der Handreichung. Lektüre der Handreichung. http://unterstrichen und blau 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 28 1.7 Literaturverzeichnis Anokhina, Katja; Heinen, Richard. 2020. Schnittstelle Software Studies und Anokhina, Katja; Heinen, Richard. 2020. 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Synergieeffekte in der Schulent- wicklung. wicklung. SCHULE inklusiv. Vielfalt nutzen - Bildungsgerechtigkeit schaffenSCHULE inklusiv. Vielfalt nutzen - Bildungsgerechtigkeit schaffen, 3 (4), , 3 (4), 4-9. 4-9. Breiter, Andreas; Stolpmann, Björn Eric; Zeising, Anja. 2015. Breiter, Andreas; Stolpmann, Björn Eric; Zeising, Anja. 2015. Szenarien lernför-Szenarien lernför- derlicher IT-Infrastrukturen in Schulenderlicher IT-Infrastrukturen in Schulen. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung. Ver-. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung. Ver- fügbar unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publika-fügbar unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publika- tion/did/szenarien-lernfoerderlicher-it-infrastrukturen-in-schulen/ (Zugegriffen: tion/did/szenarien-lernfoerderlicher-it-infrastrukturen-in-schulen/ (Zugegriffen: 03.06.22)03.06.22) Dalin, Per; Rolff, Hans-Günter. 1990. Dalin, Per; Rolff, Hans-Günter. 1990. 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In: Buhren, Claus G.; Rolff, Hans-Günter (Hg): G.; Rolff, Hans-Günter (Hg): Handbuch Schulentwicklung und Schulentwicklungs-Handbuch Schulentwicklung und Schulentwicklungs- beratungberatung. 2. neu ausgestattete Auflage, Weinheim/Basel: Beltz, 12-39.. 2. neu ausgestattete Auflage, Weinheim/Basel: Beltz, 12-39. Rolff, Hans-Günter; Buhren, Claus G.; Lindau-Bank, Detlev; Müller, Sabine. 1999. Rolff, Hans-Günter; Buhren, Claus G.; Lindau-Bank, Detlev; Müller, Sabine. 1999. Manual Schulentwicklung. Handlungskonzept zur pädagogischen Schulentwick-Manual Schulentwicklung. Handlungskonzept zur pädagogischen Schulentwick- lungsberatung (SchuB)lungsberatung (SchuB). 2. neu ausgestattete Auflage, Weinheim/Basel: Beltz.. 2. neu ausgestattete Auflage, Weinheim/Basel: Beltz. Rolff, Hans-Günter; Thünken, Ulrich. 2020. Rolff, Hans-Günter; Thünken, Ulrich. 2020. Digital gestütztes Lernen. Praxisbei-Digital gestütztes Lernen. 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Schulentwick- lung und Schulqualitätlung und Schulqualität. Kongressdokumentation 1. und 2. Oktober 1999. Dort-. Kongressdokumentation 1. und 2. Oktober 1999. Dort- mund: IFS-Verlag. mund: IFS-Verlag. Schulz-Zander, Renate; Eickelmann, Birgit. 2008. Zur Erfassung von Schulent-Schulz-Zander, Renate; Eickelmann, Birgit. 2008. Zur Erfassung von Schulent- wicklungsprozessen im Bereich digitaler Medien. Methodologische Konzeption wicklungsprozessen im Bereich digitaler Medien. Methodologische Konzeption einer Fallstudienuntersuchung als Folgeuntersuchung zur deutschen IEA-Studie einer Fallstudienuntersuchung als Folgeuntersuchung zur deutschen IEA-Studie SITES M2. SITES M2. MedienPädagogik. Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbil-MedienPädagogik. Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbil- dungdung, 14, 1-22. https://doi.org/10.21240/mpaed/14/2008.01.31.X , 14, 1-22. https://doi.org/10.21240/mpaed/14/2008.01.31.X Schulz, Lea; Krstoski, Igor; Lion, Nils; Neumann, Dirk. 2019. Digital-inklusiver Schulz, Lea; Krstoski, Igor; Lion, Nils; Neumann, Dirk. 2019. Digital-inklusiver Unterricht. Didaktische Integration digitaler Medien im gemeinsamen Unterricht. Unterricht. Didaktische Integration digitaler Medien im gemeinsamen Unterricht. Schule inklusiv. Vielfalt nutzen - Bildungsgerechtigkeit schaffenSchule inklusiv. Vielfalt nutzen - Bildungsgerechtigkeit schaffen, 3 (4), 10-15., 3 (4), 10-15. Stebler, Rita; Reusser, Kurt. 2017. Adaptiv unterrichten. Jedem Kind einen per-Stebler, Rita; Reusser, Kurt. 2017. Adaptiv unterrichten. Jedem Kind einen per- sönlichen Zugang zum Lernen ermöglichen. In: Lütje-Klose, Birgit; Miller, Susan-sönlichen Zugang zum Lernen ermöglichen. In: Lütje-Klose, Birgit; Miller, Susan- ne; Schwab, Susanne; Streese, Bettina (Hg): ne; Schwab, Susanne; Streese, Bettina (Hg): Inklusion: Profile für die Schul- und Inklusion: Profile für die Schul- und Unterrichtsentwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Theoretische Unterrichtsentwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Theoretische Grundlagen - Empirische Befunde - PraxisbeispieleGrundlagen - Empirische Befunde - Praxisbeispiele. Münster: Waxmann, 253-264.. Münster: Waxmann, 253-264. Schütz, Alfred; Luckmann, Thomas. 2017. Schütz, Alfred; Luckmann, Thomas. 2017. Strukturen der LebensweltStrukturen der Lebenswelt. 2. über-. 2. über- arbeitete Auflage, Konstanz und München: UVK Verlagsgesellschaft. arbeitete Auflage, Konstanz und München: UVK Verlagsgesellschaft. 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 31 Tulodziecki, Gerhard; Herzig, Bardo; Grafe, Silke. 2019. Tulodziecki, Gerhard; Herzig, Bardo; Grafe, Silke. 2019. Medienbildung in Schule Medienbildung in Schule und Unterricht. Grundlagen und Beispieleund Unterricht. Grundlagen und Beispiele. 2. vollständig überarbeitete und aktua-. 2. vollständig überarbeitete und aktua- lisierte Auflage, Bad Heilbrunn: Klinkhardt/UTB. lisierte Auflage, Bad Heilbrunn: Klinkhardt/UTB. Werning, Rolf. 2017. Aktuelle Trends inklusiver Schulentwicklung in Deutschland. Werning, Rolf. 2017. Aktuelle Trends inklusiver Schulentwicklung in Deutschland. Grundlagen, Rahmenbedingungen und Entwicklungsperspektiven. In: Lütje-Klose, Grundlagen, Rahmenbedingungen und Entwicklungsperspektiven. In: Lütje-Klose, Birgit; Miller, Susanne; Schwab, Susanne; Streese, Bettina (Hg): Birgit; Miller, Susanne; Schwab, Susanne; Streese, Bettina (Hg): Inklusion: Pro-Inklusion: Pro- file für die Schul- und Unterrichtsentwicklung in Deutschland, Österreich und der file für die Schul- und Unterrichtsentwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Theoretische Grundlagen - Empirische Befunde - PraxisbeispieleSchweiz. Theoretische Grundlagen - Empirische Befunde - Praxisbeispiele. Müns-. Müns- ter: Waxmann, 17-39. ter: Waxmann, 17-39. Zenke, Christian Timo. 2019. Raumbezogene Schulentwicklung in einer inklusiven Zenke, Christian Timo. 2019. Raumbezogene Schulentwicklung in einer inklusiven Schule. Zur Nutzungsgeschichte des Unterrichtsgroßraums der Laborschule Biele-Schule. Zur Nutzungsgeschichte des Unterrichtsgroßraums der Laborschule Biele- feld. feld. PraxisForschungLehrer*innenbildungPraxisForschungLehrer*innenbildung, 1 (1), 20-41. https://doi.org/10.4119/, 1 (1), 20-41. https://doi.org/10.4119/ pflb-3173pflb-3173 Zylka, Johannes. 2018. Zylka, Johannes. 2018. Digitale Schulentwicklung. Das Praxisbuch für Schullei-Digitale Schulentwicklung. Das Praxisbuch für Schullei- tung und Steuergruppentung und Steuergruppen. Weinheim/Basel: Beltz.. Weinheim/Basel: Beltz. 2 Baustein Schulkultur Schulkultur 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 33 2 Baustein Schulkultur 2.1 Schulkultur - Vorbemerkungen In dieser Handreichung wird der Baustein In dieser Handreichung wird der Baustein SchulkulturSchulkultur im Kontext der Verzahnung im Kontext der Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung verstanden. Folglich wird immerzu von einer von Inklusion und Digitalisierung verstanden. Folglich wird immerzu von einer inklusiv-digitalen Schulkulturinklusiv-digitalen Schulkultur gesprochen. Schließlich ist das erklärte Ziel, eine gesprochen. Schließlich ist das erklärte Ziel, eine Schule für alle unter den Vorzeichen gleichberechtigter Teilhabe (UN-Behinderten-Schule für alle unter den Vorzeichen gleichberechtigter Teilhabe (UN-Behinderten- rechtskonvention 2009; im Folgenden UN-BRK) zu schaffen, die den Anforderun-rechtskonvention 2009; im Folgenden UN-BRK) zu schaffen, die den Anforderun- gen einer digitalen Welt gerecht wird. gen einer digitalen Welt gerecht wird. Wenn in dem aus der Forschung in Dig*In entstandenen Modell von inklusiv-di-Wenn in dem aus der Forschung in Dig*In entstandenen Modell von inklusiv-di- gitaler Schulkultur gesprochen wird, dann ist damit die individuelle Schulkultur gitaler Schulkultur gesprochen wird, dann ist damit die individuelle Schulkultur einer jeden Schule gemeint. Sie umfasst die durch die Mitglieder in Schule geleb-einer jeden Schule gemeint. Sie umfasst die durch die Mitglieder in Schule geleb- ten und gemeinsam weiterentwickelten Werte sowie Prinzipien und gestaltet „den ten und gemeinsam weiterentwickelten Werte sowie Prinzipien und gestaltet „den Rahmen für das Handeln und Interagieren“ (Helsper 2000, 36) aller Mitglieder in Rahmen für das Handeln und Interagieren“ (Helsper 2000, 36) aller Mitglieder in Schule. Der Terminus ‚Mitglieder in Schule‘ soll zum Ausdruck bringen, dass alle Schule. Der Terminus ‚Mitglieder in Schule‘ soll zum Ausdruck bringen, dass alle Personen in Schule an deren Gestaltung mitwirken können sollen. Im Personen in Schule an deren Gestaltung mitwirken können sollen. Im Baustein Baustein Mitglieder in SchuleMitglieder in Schule wird dieser Aspekt ausführlicher aufgegriffen. wird dieser Aspekt ausführlicher aufgegriffen. Durch inklusive Werte und Prinzipien an Schule kann eine Kultur der Offenheit Durch inklusive Werte und Prinzipien an Schule kann eine Kultur der Offenheit und Wertschätzung geschaffen werden (Boban & Hinz 2009), die Offenheit ge-und Wertschätzung geschaffen werden (Boban & Hinz 2009), die Offenheit ge- genüber Heterogenität und Neuem lebt (Bosse et al. 2017). Darüber hinaus ist genüber Heterogenität und Neuem lebt (Bosse et al. 2017). Darüber hinaus ist „Bildung mit, über und durch Medien grundlegend für gesellschaftliche Zugehö-„Bildung mit, über und durch Medien grundlegend für gesellschaftliche Zugehö- rigkeit und Teilhabe“ (Zorn et al. 2019, 23) und sollte daher fest in diese Werte, rigkeit und Teilhabe“ (Zorn et al. 2019, 23) und sollte daher fest in diese Werte, Prinzipien, Handlungen und Interaktionen aller Mitglieder in Schule eingebunden Prinzipien, Handlungen und Interaktionen aller Mitglieder in Schule eingebunden sein und so Teil der Schulkultur werden. Das bedeutet nicht zuletzt, dass die hier sein und so Teil der Schulkultur werden. Das bedeutet nicht zuletzt, dass die hier vorgeschlagene Schulkultur eng verbunden ist mit einem zu fördernden inklu-vorgeschlagene Schulkultur eng verbunden ist mit einem zu fördernden inklu- siv-digitalen Mindset der Mitglieder in Schule. Schließlich sind sie diejenigen, die siv-digitalen Mindset der Mitglieder in Schule. Schließlich sind sie diejenigen, die aktiv an der Gestaltung und Entwicklung der Schulkultur ihrer Schule teilnehmen aktiv an der Gestaltung und Entwicklung der Schulkultur ihrer Schule teilnehmen können und auch sollten (Grasy 2004; Mayrberger 2013).können und auch sollten (Grasy 2004; Mayrberger 2013). 2.2 Die acht Bestandteile der Schulkultur Die im Modell anvisierte inklusiv-digitale Schulkultur schafft die Basis für alle in ihr eingebetteten Schul- und Unterrichtsentwicklungsunternehmungen. Sie kann von und mit allen Mitgliedern in Schule sowie der Mit- und Umwelt (dazu mehr im Baustein Mitglieder in Schule) in Schule weiterentwickelt werden und wird von einem inklusiv-digitalen Mindset getragen. Wertschätzung, Respekt, Offenheit und Toleranz haben als allgegenwärtige inklusive Maxime Bestand und prägen das Miteinander in Schule. Das bedeutet, dass die nachfolgend formulierten Fra- gen die schulischen Akteur*innen stets im schulischen Handeln begleiten: • • Wie kann die Teilhabe aller ermöglicht werden?Wie kann die Teilhabe aller ermöglicht werden? • • Wie können digitale Medien hierbei unterstützen?Wie können digitale Medien hierbei unterstützen? Die Bestandteile einer inklusiv-digitalen Schulkultur setzen sich zusammen aus Die Bestandteile einer inklusiv-digitalen Schulkultur setzen sich zusammen aus Partizipationskultur, Unterstützungskultur, Innovationsbereitschaft, Reflexionskul-Partizipationskultur, Unterstützungskultur, Innovationsbereitschaft, Reflexionskul- 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 34 tur, Kultur des Ausprobierens, Kooperationskultur, Kollaborationskultur sowie tur, Kultur des Ausprobierens, Kooperationskultur, Kollaborationskultur sowie Lernkultur und werden vorangetragen von einem inklusiv-digitalen Mindset. Diese Lernkultur und werden vorangetragen von einem inklusiv-digitalen Mindset. Diese Bestandteile sind in der nachfolgenden Abbildung 4 zu finden. Alle Bestandteile Bestandteile sind in der nachfolgenden Abbildung 4 zu finden. Alle Bestandteile zusammengenommen, aber auch für sich allein betrachtet, wirken auf die Schul-zusammengenommen, aber auch für sich allein betrachtet, wirken auf die Schul- kultur. Im Folgenden werden die einzelnen Bausteine einer inklusiv-digitalen kultur. Im Folgenden werden die einzelnen Bausteine einer inklusiv-digitalen Schulkultur nacheinander näher beleuchtet und es wird mithilfe konkreter Bei-Schulkultur nacheinander näher beleuchtet und es wird mithilfe konkreter Bei- spiele und Impulse aus dem schulpraktischen Feld veranschaulicht, wie es gelin-spiele und Impulse aus dem schulpraktischen Feld veranschaulicht, wie es gelin- gen kann, Schule inklusiv-digitaler zu gestalten.gen kann, Schule inklusiv-digitaler zu gestalten. Abbildung 4: Die Bestandteile der inklusiv-digitalen Schulkultur. inklusiv-digitales Mindset Kollaborations- kultur Kultur des Ausprobierens LernkulturUnterstützungs- kultur Partizipations kultur Kooperations- kultur Schulkultur Reflexions- kultur Innovations- kultur Hill/Obermeier 2022 2.3 Partizipationskultur Partizipation ist ein wesentlicher Bestandteil inklusiv-digitaler Schulkultur. Mehr Partizipation ist ein wesentlicher Bestandteil inklusiv-digitaler Schulkultur. Mehr noch: wenn es sich eine Schule zur Aufgabe macht, Inklusion als Grundsatz zu noch: wenn es sich eine Schule zur Aufgabe macht, Inklusion als Grundsatz zu leben und zu verankern, stellt der Bestandteil Partizipation ein entscheidendes leben und zu verankern, stellt der Bestandteil Partizipation ein entscheidendes Schlüsselmoment dar (Booth & Ainscow 2019, 124ff.). Denn wenn durch die KMK Schlüsselmoment dar (Booth & Ainscow 2019, 124ff.). Denn wenn durch die KMK eine gleichberechtigte Teilhabe und inklusive Bildung für alle gefordert wird (KMK eine gleichberechtigte Teilhabe und inklusive Bildung für alle gefordert wird (KMK 2015, 2), ist dieser Forderung eine Ausweitung partizipativer Praktiken inbegrif-2015, 2), ist dieser Forderung eine Ausweitung partizipativer Praktiken inbegrif- fen. fen. 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 35 In weiten Teilen der deutschen Bildungslandschaft wird ein eng geführtes Ver-In weiten Teilen der deutschen Bildungslandschaft wird ein eng geführtes Ver- ständnis von Inklusion aufrechterhalten, dessen Fokus auf Schüler*innen mit ständnis von Inklusion aufrechterhalten, dessen Fokus auf Schüler*innen mit spezifischen Förderbedarfen liegt. Dabei ist für eine ausgereifte Schaffung von spezifischen Förderbedarfen liegt. Dabei ist für eine ausgereifte Schaffung von Partizipationsräumen der Blick auf das Verständnis von Inklusion prägend. Denn: Partizipationsräumen der Blick auf das Verständnis von Inklusion prägend. Denn: In einem weiten Verständnis bedeutet Inklusion das Schaffen einer Schule für In einem weiten Verständnis bedeutet Inklusion das Schaffen einer Schule für alle. Damit ist gemeint, dass der Inklusionsgedanke neben der Kategorie Behin-alle. Damit ist gemeint, dass der Inklusionsgedanke neben der Kategorie Behin- derung eine Vielzahl erworbener oder zugeschriebener Differenzlinien einschließt, derung eine Vielzahl erworbener oder zugeschriebener Differenzlinien einschließt, wie Geschlecht, ethnische Herkunft, Religionszugehörigkeit, sozioökonomischer wie Geschlecht, ethnische Herkunft, Religionszugehörigkeit, sozioökonomischer Status der Herkunftsfamilie, körperliche und geistige Attribute uvm. Erklärtes Ziel Status der Herkunftsfamilie, körperliche und geistige Attribute uvm. Erklärtes Ziel muss die Anerkennung von Heterogenität und Diversität und der Abbau gesell-muss die Anerkennung von Heterogenität und Diversität und der Abbau gesell- schaftlicher Nachteile sein. Der Schlüssel zu einem Mehr an Inklusion führt über schaftlicher Nachteile sein. Der Schlüssel zu einem Mehr an Inklusion führt über Partizipation – und damit ist echte Mitbestimmung und Mitgestaltung gemeint. Partizipation – und damit ist echte Mitbestimmung und Mitgestaltung gemeint. Bisweilen steckt das Schaffen von Partizipationsräumen noch in den Anfängen, Bisweilen steckt das Schaffen von Partizipationsräumen noch in den Anfängen, was vor allem durch die nachfolgend ausgeführten Aspekte begründet ist: was vor allem durch die nachfolgend ausgeführten Aspekte begründet ist: • • In deutschen Schulen herrscht eher eine zum Zwecke des Lernens und der In deutschen Schulen herrscht eher eine zum Zwecke des Lernens und der Kompetenzaneignung ausgelegte Teilhabe vor.Kompetenzaneignung ausgelegte Teilhabe vor. • • Den Lehrpersonen und Schulleitungen obliegt die Deutungshoheit über das Den Lehrpersonen und Schulleitungen obliegt die Deutungshoheit über das Geschehen in Schule. Partizipation findet allenfalls auf der Ebene der Erwach-Geschehen in Schule. Partizipation findet allenfalls auf der Ebene der Erwach- senen statt, während die Schüler*innen auf ein Teilgeben vonseiten der Er-senen statt, während die Schüler*innen auf ein Teilgeben vonseiten der Er- wachsenen angewiesen sind (Reitz 2015, 3). wachsenen angewiesen sind (Reitz 2015, 3). • • In Schule hat eine Trennung zwischen Aktiven, das sind die Lehrpersonen und In Schule hat eine Trennung zwischen Aktiven, das sind die Lehrpersonen und Schulleitungen, und Passiven, das sind die Schüler*innen, Bestand. In diesem Schulleitungen, und Passiven, das sind die Schüler*innen, Bestand. In diesem Kontext kann eher von einem Teilgeben und Teilnehmen denn von Partizipation Kontext kann eher von einem Teilgeben und Teilnehmen denn von Partizipation gesprochen werden, denn: Partizipation bedeutet aktiv mitgestalten und eine gesprochen werden, denn: Partizipation bedeutet aktiv mitgestalten und eine Veränderung herbeiführen zu können (Baacke & Brücher 1982, 55ff.). Veränderung herbeiführen zu können (Baacke & Brücher 1982, 55ff.). Es kommt somit vor allem darauf an, reflektiert das Handeln in Schule zu be-Es kommt somit vor allem darauf an, reflektiert das Handeln in Schule zu be- leuchten und die bestehenden Routinen daraufhin zu überprüfen, wo ein Mehr an leuchten und die bestehenden Routinen daraufhin zu überprüfen, wo ein Mehr an Partizipation geschaffen werden kann.Partizipation geschaffen werden kann. Sensibilisieren für Deutungshoheiten und Verantwortlichkeiten Partizipation bedeutet einerseits Partizipation bedeutet einerseits MitbestimmungMitbestimmung. Damit ist eine Bezugnahme auf . Damit ist eine Bezugnahme auf die Referenzgruppe – das Außen, die Allgemeinheit – gemeint und andererseits die Referenzgruppe – das Außen, die Allgemeinheit – gemeint und andererseits SelbstbestimmungSelbstbestimmung, im Sinne eines Bezogenseins auf sich selbst und die eigenen , im Sinne eines Bezogenseins auf sich selbst und die eigenen Anliegen und Bedürfnisse (Wedekind & Schmitz 2007, 12). Wenngleich aufseiten Anliegen und Bedürfnisse (Wedekind & Schmitz 2007, 12). Wenngleich aufseiten der Akteur*innen in Schule (das sind in diesem Kontext vor allem Schulleitungen, der Akteur*innen in Schule (das sind in diesem Kontext vor allem Schulleitungen, Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen, also diejenigen Personen, die vor allem Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen, also diejenigen Personen, die vor allem qua formaler Befähigung in Schule wirken und agieren) das Verständnis für die qua formaler Befähigung in Schule wirken und agieren) das Verständnis für die Notwendigkeit von Selbstbestimmung und Mitbestimmung der Schüler*innen be-Notwendigkeit von Selbstbestimmung und Mitbestimmung der Schüler*innen be- steht, stößt die Umsetzung jedoch an Grenzen. Das liegt vor allem in der grund-steht, stößt die Umsetzung jedoch an Grenzen. Das liegt vor allem in der grund- ständigen Organisation und Systematik von Schule selbst begründet:ständigen Organisation und Systematik von Schule selbst begründet: „Ein erstes wichtiges Element für Partizipation ist die „Ein erstes wichtiges Element für Partizipation ist die FreiwilligkeitFreiwilligkeit: In : In dem Sinne bedeutet Partizipation dem Sinne bedeutet Partizipation nichtnicht ‚bewegt werden‘ [sic!], son- ‚bewegt werden‘ [sic!], son- dern vielmehr ‚sich bewegen‘ [sic!] und aktiv werden. Freiwillig aktiv dern vielmehr ‚sich bewegen‘ [sic!] und aktiv werden. Freiwillig aktiv 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 36 werden impliziert selbstbestimmtes Handeln. werden impliziert selbstbestimmtes Handeln. MitbestimmungMitbestimmung ist so- ist so- mit eng verbunden mit mit eng verbunden mit SelbstbestimmungSelbstbestimmung. Mit dieser Feststellung wird . Mit dieser Feststellung wird ein neuralgischer Bereich im gegenwärtigen Selbstverständnis der ein neuralgischer Bereich im gegenwärtigen Selbstverständnis der Institution Schule getroffen. Begriffe wie Schul-, Anwesenheits- und Institution Schule getroffen. Begriffe wie Schul-, Anwesenheits- und Aufsichtspflicht und so weiter zeigen mögliche Grenzen schulischer Aufsichtspflicht und so weiter zeigen mögliche Grenzen schulischer Partizipationsmöglichkeiten auf.“ (Wedekind & Schmitz 2007, 12). [An-Partizipationsmöglichkeiten auf.“ (Wedekind & Schmitz 2007, 12). [An- merkung: Hervorhebungen im Original]merkung: Hervorhebungen im Original] Die Beschaffenheit der strukturellen Organisation in Schule – und die damit in Die Beschaffenheit der strukturellen Organisation in Schule – und die damit in Verbindung stehenden Prozessgestaltungen sowie die sprachlichen Realitätskons-Verbindung stehenden Prozessgestaltungen sowie die sprachlichen Realitätskons- truktionen – bilden die zentralen Ansatzpunkte für die Ausgestaltung der Partizi-truktionen – bilden die zentralen Ansatzpunkte für die Ausgestaltung der Partizi- pation von Schüler*innen. pation von Schüler*innen. Schulleitungen und Lehrkräfte haben (bisher) eine formal und strukturell be-Schulleitungen und Lehrkräfte haben (bisher) eine formal und strukturell be- gründete und damit in gewisser Ausprägung vorliegende Handlungs- und Ent-gründete und damit in gewisser Ausprägung vorliegende Handlungs- und Ent- scheidungshoheit in Schule inne (ebd.). Sie bestimmen daher maßgeblich über scheidungshoheit in Schule inne (ebd.). Sie bestimmen daher maßgeblich über die Schaffung und Ausgestaltung von Partizipationsräumen. Die Schulleitung die Schaffung und Ausgestaltung von Partizipationsräumen. Die Schulleitung entscheidet beispielsweise über das tatsächliche Zustandekommen von Koopera-entscheidet beispielsweise über das tatsächliche Zustandekommen von Koopera- tionen mit regionalen Betrieben und Bildungsinstitutionen. Lehrkräfte entscheiden tionen mit regionalen Betrieben und Bildungsinstitutionen. Lehrkräfte entscheiden über weite Strecken die Gestaltung des Unterrichts, die Auswahl der Themen zu über weite Strecken die Gestaltung des Unterrichts, die Auswahl der Themen zu Lerninhalten sowie die Beurteilung und Bewertung von Schüler*innen. Sorgebe-Lerninhalten sowie die Beurteilung und Bewertung von Schüler*innen. Sorgebe- rechtigte und Erziehungsbeteiligte können in Schul- und Unterrichtsentwicklung rechtigte und Erziehungsbeteiligte können in Schul- und Unterrichtsentwicklung einbezogen werden oder eher außen vor bleiben – auch darüber entscheiden einbezogen werden oder eher außen vor bleiben – auch darüber entscheiden Schulleitung und Lehrkräfte. Wenn dadurch sie Zugänge zur Teilhabe nicht er-Schulleitung und Lehrkräfte. Wenn dadurch sie Zugänge zur Teilhabe nicht er- möglicht werden, bleibt den Schüler*innen die Möglichkeit der Beteiligung nach-möglicht werden, bleibt den Schüler*innen die Möglichkeit der Beteiligung nach- haltig verwehrt. Kurz: Ohne haltig verwehrt. Kurz: Ohne TeilgabeTeilgabe bleibt eine bleibt eine TeilnahmeTeilnahme unmöglich. unmöglich. Besonders deutlich wird dieser Umstand in dem nachfolgenden Zitat beschrieben: Besonders deutlich wird dieser Umstand in dem nachfolgenden Zitat beschrieben: „Folglich hängt Partizipation von der Bereitschaft der einen Seite ab, „Folglich hängt Partizipation von der Bereitschaft der einen Seite ab, Verantwortung für Entscheidungen bzw. Entscheidungsmacht abzugeben Verantwortung für Entscheidungen bzw. Entscheidungsmacht abzugeben und von der Bereitschaft und Kompetenz der anderen Seite, Verantwor-und von der Bereitschaft und Kompetenz der anderen Seite, Verantwor- tung für Entscheidungen zu übernehmen. Damit beschreibt Partizipation tung für Entscheidungen zu übernehmen. Damit beschreibt Partizipation allgemein das Verhältnis von Akteuren zueinander und die Machtvertei-allgemein das Verhältnis von Akteuren zueinander und die Machtvertei- lung zwischen ihnen.“ (Mayrberger 2013, 99).lung zwischen ihnen.“ (Mayrberger 2013, 99). Die Gruppe der Teilgebenden, die sich mehrheitlich aus den Schulleitungen und Die Gruppe der Teilgebenden, die sich mehrheitlich aus den Schulleitungen und Lehrkräften zusammensetzt, brauchen ein besonderes Verständnis von diesen Lehrkräften zusammensetzt, brauchen ein besonderes Verständnis von diesen Wirkmechanismen und eine ganz bestimmte Haltung, um – vor allem nachhal-Wirkmechanismen und eine ganz bestimmte Haltung, um – vor allem nachhal- tig – zu einer stärkeren Selbst- und Mitbestimmung der Schüler*innen kommen tig – zu einer stärkeren Selbst- und Mitbestimmung der Schüler*innen kommen zu können. Denn das Teilgeben impliziert auch ein Abgeben, Freigeben und ein zu können. Denn das Teilgeben impliziert auch ein Abgeben, Freigeben und ein Zulassen, das davon getragen werden muss. Darüber hinaus gilt, dass die Schü-Zulassen, das davon getragen werden muss. Darüber hinaus gilt, dass die Schü- ler*innenkompetenzen anerkannt werden. Die Mitbestimmung für alle wird als ler*innenkompetenzen anerkannt werden. Die Mitbestimmung für alle wird als möglich anerkannt – unabhängig von einer Klassenstufe – und die Gruppe der möglich anerkannt – unabhängig von einer Klassenstufe – und die Gruppe der (bislang) Teilgebenden gibt Verantwortung ab. Was dabei entsteht, ist ein in ho-(bislang) Teilgebenden gibt Verantwortung ab. Was dabei entsteht, ist ein in ho- hem Maße wechselseitiger Prozess, der jeweils (neue) Konsequenzen für beide hem Maße wechselseitiger Prozess, der jeweils (neue) Konsequenzen für beide Gruppen zutage fördert: Schüler*innen, aber auch – bzw. vor allem – Schullei-Gruppen zutage fördert: Schüler*innen, aber auch – bzw. vor allem – Schullei- tungen und Lehrkräfte werden im Zuge des Aufbrechens bestehender Deutungs-tungen und Lehrkräfte werden im Zuge des Aufbrechens bestehender Deutungs- hoheiten mit neuen und andersartigen Verantwortlichkeiten und damit auch He-hoheiten mit neuen und andersartigen Verantwortlichkeiten und damit auch He- rausforderungen konfrontiert (Wedekind & Schmitz 2007, 11). Dies verdeutlicht rausforderungen konfrontiert (Wedekind & Schmitz 2007, 11). Dies verdeutlicht die Notwendigkeit eines konsequent geführten Aushandlungsprozesses, der Kom-die Notwendigkeit eines konsequent geführten Aushandlungsprozesses, der Kom- 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 37 munikation auf Augenhöhe in den Mittelpunkt stellt.munikation auf Augenhöhe in den Mittelpunkt stellt. Ein Blick in die schulische Praxis Digitale Medien und Digitalität bieten in diesem Kontext die Möglichkeit, Digitale Medien und Digitalität bieten in diesem Kontext die Möglichkeit, gerade auch für Schüler*innen mehr Partizipation zu ermöglichen, wie das gerade auch für Schüler*innen mehr Partizipation zu ermöglichen, wie das folgende Zitat aus einer der in unserem Projekt untersuchten Schulen zeigt: folgende Zitat aus einer der in unserem Projekt untersuchten Schulen zeigt: Inklusions-/Medienbeauftragte Lehrkraft: „Ja, also generell bei Di-Inklusions-/Medienbeauftragte Lehrkraft: „Ja, also generell bei Di- gitalisierung sind wir auf unsere Schüler angewiesen, weil die ein-gitalisierung sind wir auf unsere Schüler angewiesen, weil die ein- fach auch ganz viele Ideen mit ´reinbringen, weil die teilweise auch fach auch ganz viele Ideen mit ´reinbringen, weil die teilweise auch einfach offener sind, was das angeht, weil die damit aufgewachsen einfach offener sind, was das angeht, weil die damit aufgewachsen sind jetzt und einfach auch viel mehr ausprobieren in ihrer Freizeit. sind jetzt und einfach auch viel mehr ausprobieren in ihrer Freizeit. Also ich habe auch [Fach] zum Beispiel, da werden mir dauernd Also ich habe auch [Fach] zum Beispiel, da werden mir dauernd von den Schülern neue Apps gezeigt, was die schon benutzt haben, von den Schülern neue Apps gezeigt, was die schon benutzt haben, was man stattdessen nehmen könnte.“was man stattdessen nehmen könnte.“ Zu bedenken gilt dabei stets: Eine Umgestaltung bestehender Prozesse Zu bedenken gilt dabei stets: Eine Umgestaltung bestehender Prozesse bringt auch Irritationen, Verunsicherungen und Widerstände auf den Plan bringt auch Irritationen, Verunsicherungen und Widerstände auf den Plan (Rolff & Thünken 2020). Möchte sich eine Schule durch ein Mehr an Parti-(Rolff & Thünken 2020). Möchte sich eine Schule durch ein Mehr an Parti- zipation – und damit auch Inklusion – auszeichnen, muss sensibel damit zipation – und damit auch Inklusion – auszeichnen, muss sensibel damit umgegangen werden, dass es sich um einen umspannenden Veränderungs-umgegangen werden, dass es sich um einen umspannenden Veränderungs- prozess handelt, der Personen herausfordert. Dieser Prozess macht es not-prozess handelt, der Personen herausfordert. Dieser Prozess macht es not- wendig, dass Zeit und Raum für Irritationen, Verunsicherungen und Wider-wendig, dass Zeit und Raum für Irritationen, Verunsicherungen und Wider- stände eingeplant werden und sich in der Veränderung und Umgestaltung stände eingeplant werden und sich in der Veränderung und Umgestaltung befindende Abläufe begleitet werden. Somit braucht es eine von der Mehr-befindende Abläufe begleitet werden. Somit braucht es eine von der Mehr- heit der Lehrpersonen und insbesondere von der Schulleitung getragene, heit der Lehrpersonen und insbesondere von der Schulleitung getragene, durch Offenheit, Professionalität, Kooperationsbereitschaft und Wertschät-durch Offenheit, Professionalität, Kooperationsbereitschaft und Wertschät- zung geprägte Bereitschaft, die Veränderung gemeinsam zu gestalten. zung geprägte Bereitschaft, die Veränderung gemeinsam zu gestalten. Digitale Medien und Digitalität bieten in diesem Kontext die Möglichkeit in Digitale Medien und Digitalität bieten in diesem Kontext die Möglichkeit in bestimmten Bereichen mehr Partizipation zu ermöglichen, indem beispiels-bestimmten Bereichen mehr Partizipation zu ermöglichen, indem beispiels- weise vielfältigere Zugänge geschaffen und neue Kommunikationswege er-weise vielfältigere Zugänge geschaffen und neue Kommunikationswege er- schlossen werden können. schlossen werden können. So wurde an den im Projekt beteiligten Schulen mehrfach die Implementie-So wurde an den im Projekt beteiligten Schulen mehrfach die Implementie- rung einer digitalen Kommunikations- und Austauschplattform, zu der die rung einer digitalen Kommunikations- und Austauschplattform, zu der die verschiedenen Beteiligten Zugang haben, als wichtiger Meilenstein für die verschiedenen Beteiligten Zugang haben, als wichtiger Meilenstein für die inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung benannt. Im folgenden inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung benannt. Im folgenden Interviewauszug beschreibt eine Schulleitung, dass eine solche Plattform Interviewauszug beschreibt eine Schulleitung, dass eine solche Plattform gleichermaßen zu einer größeren Bereitschaft für eine partizipative Unter-gleichermaßen zu einer größeren Bereitschaft für eine partizipative Unter- richtsentwicklung beigetragen und die Kommunikation zwischen Lehrkräften richtsentwicklung beigetragen und die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schüler*innen erleichtert hat: und Schüler*innen erleichtert hat: Schulleitung: „Und da parallel war eigentlich auch die Entwick-Schulleitung: „Und da parallel war eigentlich auch die Entwick- lung, wie arbeiten die Kollegen miteinander, also wie kriege ich das lung, wie arbeiten die Kollegen miteinander, also wie kriege ich das hin, dass die Kollegen Materialien wechselseitig bereitstellen, also hin, dass die Kollegen Materialien wechselseitig bereitstellen, also all das, was eigentlich so eine Kommunikationsplattform, welcher all das, was eigentlich so eine Kommunikationsplattform, welcher ““ ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 38 Form auch immer- wie kommunizieren die Schüler mit den Kolle-Form auch immer- wie kommunizieren die Schüler mit den Kolle- gen, mit einzelnen Schülern, also das ist so eine parallele Entwick-gen, mit einzelnen Schülern, also das ist so eine parallele Entwick- lung und wir hatten dann einen Kollegen, der in dem Bereich sehr lung und wir hatten dann einen Kollegen, der in dem Bereich sehr fit ist, der im Prinzip eine interne Plattform aufgebaut hat.“fit ist, der im Prinzip eine interne Plattform aufgebaut hat.“ Teil der Schul- und Unterrichtsentwicklungsbemühungen sollte es deshalb im Teil der Schul- und Unterrichtsentwicklungsbemühungen sollte es deshalb im ersten Schritt sein, die eigene Schule auf Partizipationsräume und Barrieren hin ersten Schritt sein, die eigene Schule auf Partizipationsräume und Barrieren hin zu überprüfen. Nachfolgend werden erste Impulse für möglicherweise bestehende zu überprüfen. Nachfolgend werden erste Impulse für möglicherweise bestehende Barrieren gesetzt. Außerdem werden potenzielle Antworten auf folgende Fragen Barrieren gesetzt. Außerdem werden potenzielle Antworten auf folgende Fragen gegeben: gegeben: • • Wodurch können Barrieren abgebaut werden?Wodurch können Barrieren abgebaut werden? • • Welche bereits in Schule bestehenden Partizipationsräume können gestärkt Welche bereits in Schule bestehenden Partizipationsräume können gestärkt werden?werden? • • Welche neuen Partizipationsräume können bei Bedarf in Schule geschaffen Welche neuen Partizipationsräume können bei Bedarf in Schule geschaffen werden?werden? Partizipationsräume stärken und schaffen Neben dem Abbau von Barrieren gilt es zusätzlich neue Partizipationsräume zu Neben dem Abbau von Barrieren gilt es zusätzlich neue Partizipationsräume zu schaffen bzw. bestehende Partizipationsräume zu stärken. Dies gelingt, indem schaffen bzw. bestehende Partizipationsräume zu stärken. Dies gelingt, indem dieselben strukturell verankert und regelmäßig evaluiert werden.dieselben strukturell verankert und regelmäßig evaluiert werden. Im Folgenden wird das Schaffen von Partizipationsräumen für zwei ausgewähl-Im Folgenden wird das Schaffen von Partizipationsräumen für zwei ausgewähl- te Mitgliedergruppen hervorgehoben: 1) Schüler*innen und 2) Sorgeberechtigte te Mitgliedergruppen hervorgehoben: 1) Schüler*innen und 2) Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte. Hilfreich ist u.a. dafür ein vertiefender Blick in die For-und Erziehungsbeteiligte. Hilfreich ist u.a. dafür ein vertiefender Blick in die For- schungsergebnisse. schungsergebnisse. Impuls: Partizipationsräume für Schüler*innenImpuls: Partizipationsräume für Schüler*innen Folgende Partizipationsräume für Schüler*innen existieren bereits an Schulen:Folgende Partizipationsräume für Schüler*innen existieren bereits an Schulen: • • KlassenratKlassenrat • • Schüler*innenvertretungSchüler*innenvertretung • • Schüler*innenparlamentSchüler*innenparlament • • bestimmte Arbeitsgruppen, die in der Regel vorrangig aus Lehrkräften gebildet bestimmte Arbeitsgruppen, die in der Regel vorrangig aus Lehrkräften gebildet werden, aber bewusst um die Repräsentanz der Schüler*innen erweitert wer-werden, aber bewusst um die Repräsentanz der Schüler*innen erweitert wer- den und echte Stimmrechte erteilen. den und echte Stimmrechte erteilen. • • Geben von Feedback zum Unterricht Geben von Feedback zum Unterricht Darüber hinaus können weitere Partizipationsräume geschaffen bzw. gestärkt Darüber hinaus können weitere Partizipationsräume geschaffen bzw. gestärkt werden, wie beispielsweise folgender:werden, wie beispielsweise folgender: Schüler*innen könnten beispielsweise in ein Projekt zur barrierearmen, Aktivitä-Schüler*innen könnten beispielsweise in ein Projekt zur barrierearmen, Aktivitä- ten fördernden und optisch verschönernden Schulhofgestaltung einbezogen wer-ten fördernden und optisch verschönernden Schulhofgestaltung einbezogen wer- den. Neben den Schüler*innen können Lehrkräfte, Sorgeberechtigte, Erziehungs-den. Neben den Schüler*innen können Lehrkräfte, Sorgeberechtigte, Erziehungs- 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 39 beteiligte und weitere Mitglieder in Schule, aber auch regionale Betriebe, Teil des beteiligte und weitere Mitglieder in Schule, aber auch regionale Betriebe, Teil des Vorhabens sein.Vorhabens sein. Bei der Planung und Umsetzung können einzelne Schüler*innen oder gar ganze Bei der Planung und Umsetzung können einzelne Schüler*innen oder gar ganze Klassen aktiv werden. Eine Verortung dieses Vorhabens könnte beispielsweise im Klassen aktiv werden. Eine Verortung dieses Vorhabens könnte beispielsweise im Rahmen von Projektwochen oder einem bereits im Stundenplan vorgesehenen Rahmen von Projektwochen oder einem bereits im Stundenplan vorgesehenen Projektunterricht erfolgen.Projektunterricht erfolgen. Ein Blick in die schulische Praxis Mit Blick auf den Einsatz digitaler Medien im Unterricht stellte sich im Rah-Mit Blick auf den Einsatz digitaler Medien im Unterricht stellte sich im Rah- men der empirischen Untersuchungen in unserem Projekt heraus, dass eine men der empirischen Untersuchungen in unserem Projekt heraus, dass eine Partizipation von Schüler*innen nur vereinzelt ermöglicht wird (siehe dazu Partizipation von Schüler*innen nur vereinzelt ermöglicht wird (siehe dazu die nachfolgende Abbildung 5).die nachfolgende Abbildung 5). Abbildung 5: Anzahl an gefundenen Textstellen zur Partizipation bei der Auswahl von digita- len Medien - aus den Gruppendiskussionen mit den Schüler*innen. 0 2 4 6 8 10 12 ja nein gelegentlich Partizipation bei der Auswahl von digitalen Medien Es zeigt sich auf quantitativer Ebene, dass eine Beteiligung an der Auswahl Es zeigt sich auf quantitativer Ebene, dass eine Beteiligung an der Auswahl nur in geringem Maße stattfindet (nur in geringem Maße stattfindet (NN=10). Die Schüler*innen berichten, dass =10). Die Schüler*innen berichten, dass sie bei der Bearbeitung von Aufgaben bspw. nicht zwischen ähnlichen An-sie bei der Bearbeitung von Aufgaben bspw. nicht zwischen ähnlichen An- wendungen wählen können, sondern die Lehrkräfte vorgeben, welches Pro-wendungen wählen können, sondern die Lehrkräfte vorgeben, welches Pro- gramm verwendet werden soll. Der nachfolgende Auszug aus einer Gruppen-gramm verwendet werden soll. Der nachfolgende Auszug aus einer Gruppen- diskussion verdeutlicht die Wahrnehmung der Schüler*innen einer speziellen diskussion verdeutlicht die Wahrnehmung der Schüler*innen einer speziellen Medienauswahl im Unterricht. Medienauswahl im Unterricht. Schüler*in 1: „Manchmal sollen wir auch Keynote benutzen, aber Schüler*in 1: „Manchmal sollen wir auch Keynote benutzen, aber damit kommen viele nicht klar.“damit kommen viele nicht klar.“ Schüler*in 2: „Weil sie vielleicht die Book Creator Variante haben Schüler*in 2: „Weil sie vielleicht die Book Creator Variante haben wollen.“wollen.“ Schüler*in 1: „Ja.“Schüler*in 1: „Ja.“ ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 40 Dig*In: „Und die dürfen dann aber auch sagen: ‚Ich komme damit Dig*In: „Und die dürfen dann aber auch sagen: ‚Ich komme damit nicht klar‘ und dürfen dann Book Creator nutzen oder müssen sie nicht klar‘ und dürfen dann Book Creator nutzen oder müssen sie dann mit Keynote arbeiten?“dann mit Keynote arbeiten?“ Schüler*in 1: „Sie müssen dann mit Keynote arbeiten.“ Schüler*in 1: „Sie müssen dann mit Keynote arbeiten.“ Dieses Festhalten an bestimmten Anwendungen variiert jedoch zwischen den Dieses Festhalten an bestimmten Anwendungen variiert jedoch zwischen den Lehrkräften und einige gehen hier flexibel auf die Wünsche der Schüler*in-Lehrkräften und einige gehen hier flexibel auf die Wünsche der Schüler*in- nen ein.nen ein. Auch ist die Funktion für einen eigenständigen Download von Apps auf eini-Auch ist die Funktion für einen eigenständigen Download von Apps auf eini- gen iPads der Schüler*innen deaktiviert. Wenn sie jedoch eine praktische, gen iPads der Schüler*innen deaktiviert. Wenn sie jedoch eine praktische, bedienungsfreundliche App kennen, können sie dies der IT-Werkstatt mit-bedienungsfreundliche App kennen, können sie dies der IT-Werkstatt mit- teilen, welche für das Einrichten der iPads verantwortlich ist. Die IT-Werk-teilen, welche für das Einrichten der iPads verantwortlich ist. Die IT-Werk- statt entscheidet dann, ob die App für die gesamte Klasse installiert wird. statt entscheidet dann, ob die App für die gesamte Klasse installiert wird. Eine Lehrkraft berichtet ebenfalls von solch einer Liste. Auf dieser wurden Eine Lehrkraft berichtet ebenfalls von solch einer Liste. Auf dieser wurden von mehreren Kolleg*innen die Wünsche der Schüler*innen und Lehrkräfte von mehreren Kolleg*innen die Wünsche der Schüler*innen und Lehrkräfte unterschiedlicher Jahrgänge gesammelt.unterschiedlicher Jahrgänge gesammelt. Dig*In: „Und Sie hatten vorhin erzählt von so einer Wunschlis-Dig*In: „Und Sie hatten vorhin erzählt von so einer Wunschlis- te von Apps, die angeschafft werden sollen. Wird diese auch von te von Apps, die angeschafft werden sollen. Wird diese auch von Schüler*innen geführt oder nur von Lehrkräften?“Schüler*innen geführt oder nur von Lehrkräften?“ Fachlehrkraft: „Sowohl als auch. Also die Schüler, die haben auch Fachlehrkraft: „Sowohl als auch. Also die Schüler, die haben auch manchmal echt super Ideen, die dann einfach zu Hause irgend-manchmal echt super Ideen, die dann einfach zu Hause irgend- etwas erfahren haben. Manchmal bringen die auch etwas aus der etwas erfahren haben. Manchmal bringen die auch etwas aus der Grundschule schon mit. Wenn die da in so kleinen Förderkursen Grundschule schon mit. Wenn die da in so kleinen Förderkursen waren, sagen auch: ‚Wir haben dann da und damit gearbeitet.‘ Also waren, sagen auch: ‚Wir haben dann da und damit gearbeitet.‘ Also wenn die da etwas haben, sind wir da auf jeden Fall offen für.“wenn die da etwas haben, sind wir da auf jeden Fall offen für.“ Einige Schüler*innen berichten auch, dass sie auf Nachfrage bestimmte Apps Einige Schüler*innen berichten auch, dass sie auf Nachfrage bestimmte Apps im Unterricht nutzen, während einer Lesephase Musik hören oder das Tablet im Unterricht nutzen, während einer Lesephase Musik hören oder das Tablet zum Recherchieren von unklaren Lerninhalten verwenden dürfen.zum Recherchieren von unklaren Lerninhalten verwenden dürfen. Lediglich zwei Aussagen konnten gefunden werden, aus denen hervorgeht, Lediglich zwei Aussagen konnten gefunden werden, aus denen hervorgeht, dass die Schüler*innen selbstständig eine Anwendung zur Bearbeitung von dass die Schüler*innen selbstständig eine Anwendung zur Bearbeitung von Aufgaben wählen können und auch, ob sie die Aufgabe digital auf dem iPad Aufgaben wählen können und auch, ob sie die Aufgabe digital auf dem iPad oder analog auf dem Papier bearbeiten möchten.oder analog auf dem Papier bearbeiten möchten. Ein weiteres interessantes Beispiel dazu, wie digitale Medien und die Partizi-Ein weiteres interessantes Beispiel dazu, wie digitale Medien und die Partizi- pation von Schüler*innen verbunden werden können, wurde an einer Schule pation von Schüler*innen verbunden werden können, wurde an einer Schule gefunden, in der die Schüler*innenvertretung es sich zur Aufgabe gemacht gefunden, in der die Schüler*innenvertretung es sich zur Aufgabe gemacht hat, sich regelmäßig nach dem technischen Zustand der Smartboards zu hat, sich regelmäßig nach dem technischen Zustand der Smartboards zu erkundigen und ggf. Probleme weiterzuleiten. Die Schüler*innenvertretung erkundigen und ggf. Probleme weiterzuleiten. Die Schüler*innenvertretung verfügt darüber hinaus über ein eigenes Instagram-Profil und steht für die verfügt darüber hinaus über ein eigenes Instagram-Profil und steht für die Bedürfnisse und Bedarfe der Schüler*innen ein, weswegen sie als „die Schul-Bedürfnisse und Bedarfe der Schüler*innen ein, weswegen sie als „die Schul- leitung für uns Kinder“ (Schüler*in einer 7. Klasse) bezeichnet wird.leitung für uns Kinder“ (Schüler*in einer 7. Klasse) bezeichnet wird. Eine Partizipation der Schüler*innen von Beginn an im Hinblick auf die inklu-Eine Partizipation der Schüler*innen von Beginn an im Hinblick auf die inklu- sive Gestaltung von Unterricht wird weder in den Interviews mit den Lehr-sive Gestaltung von Unterricht wird weder in den Interviews mit den Lehr- kräften noch in den Gruppendiskussionen mit den Schüler*innen deutlich. kräften noch in den Gruppendiskussionen mit den Schüler*innen deutlich. ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 41 Jedoch ist anzumerken, dass einige Lehrkräfte berichten, dass die Schü-Jedoch ist anzumerken, dass einige Lehrkräfte berichten, dass die Schü- ler*innen zwischen dem angebotenen und differenzierten Unterrichtsmaterial ler*innen zwischen dem angebotenen und differenzierten Unterrichtsmaterial frei nach ihren Fähigkeiten wählen dürfen. Häufig teilen jedoch die Lehrkräf-frei nach ihren Fähigkeiten wählen dürfen. Häufig teilen jedoch die Lehrkräf- te das differenzierte Material den Schüler*innen zu.te das differenzierte Material den Schüler*innen zu. Impuls: Partizipationsräume für Sorgeberechtigte und ErziehungsbeteiligteImpuls: Partizipationsräume für Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte sollten in Schul- und Unterrichtsent-Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte sollten in Schul- und Unterrichtsent- wicklungsprozesse einbezogen werden, indem Partizipationsräume für sie geöff-wicklungsprozesse einbezogen werden, indem Partizipationsräume für sie geöff- net werden. Dies wird bereits über Elternvertretungen realisiert. Doch kann wei-net werden. Dies wird bereits über Elternvertretungen realisiert. Doch kann wei- tergehend hinterfragt werden: tergehend hinterfragt werden: • • Wie könnten Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte noch mehr Teilhabe in Wie könnten Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte noch mehr Teilhabe in Schule erfahren?Schule erfahren? • • Wie kann man die Teilnahme der Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten Wie kann man die Teilnahme der Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten hinsichtlich schulischer Vorhaben intensivieren?hinsichtlich schulischer Vorhaben intensivieren? Andere Ideen für die Beteiligung von Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteilig-Andere Ideen für die Beteiligung von Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteilig- ten sind: ten sind: • • Umfragen zu Interessen und Wünschen im Hinblick auf die SchuleUmfragen zu Interessen und Wünschen im Hinblick auf die Schule • • Schulentwicklungswerkstätten (Tipp: Finden Sie einen attraktiven Namen, der Schulentwicklungswerkstätten (Tipp: Finden Sie einen attraktiven Namen, der neugierig macht oder zur Teilnahme anregt)neugierig macht oder zur Teilnahme anregt) • • Projektteams für konkrete Themen oder Anlässe (z.B. Anschaffung neuer Me-Projektteams für konkrete Themen oder Anlässe (z.B. Anschaffung neuer Me- dien, Umgestaltung einer Schulhofecke, Auswahl eines Kommunikationstools dien, Umgestaltung einer Schulhofecke, Auswahl eines Kommunikationstools für eine weitergehende Kollaboration usw.)für eine weitergehende Kollaboration usw.) • • Interkulturelles CaféInterkulturelles Café • • usw.usw. Eine Antwort auf die Frage, wie mehr Partizipation gelingen kann, kann nur ge-Eine Antwort auf die Frage, wie mehr Partizipation gelingen kann, kann nur ge- meinsam im Dialog mit den Sorgeberechtigten und den Erziehungsbeteiligten ge-meinsam im Dialog mit den Sorgeberechtigten und den Erziehungsbeteiligten ge- funden werden. Daher lautet an dieser Stelle die klare Botschaft: Kommunikation funden werden. Daher lautet an dieser Stelle die klare Botschaft: Kommunikation schafft Partizipation.schafft Partizipation. Ein Blick in die schulische Praxis Der Blick in die Praxis der Kooperationsschulen zeigt, dass Lehrkräfte indi-Der Blick in die Praxis der Kooperationsschulen zeigt, dass Lehrkräfte indi- viduelle Strategien suchen, um mit den Erziehungsbeteiligten, jenseits der viduelle Strategien suchen, um mit den Erziehungsbeteiligten, jenseits der klassischen Gremien, zu bestimmten Themen ins Gespräch zu kommen. Das klassischen Gremien, zu bestimmten Themen ins Gespräch zu kommen. Das folgende Zitat einer medienbeauftragten Lehrkraft zeigt die Dringlichkeit auf, folgende Zitat einer medienbeauftragten Lehrkraft zeigt die Dringlichkeit auf, den Austausch mit den Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten zu su-den Austausch mit den Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten zu su- chen, wenn es beispielsweise um das Thema Internetsucht geht.chen, wenn es beispielsweise um das Thema Internetsucht geht. Medienbeauftragte Lehrkraft: „Und dann auch sozusagen erziehe-Medienbeauftragte Lehrkraft: „Und dann auch sozusagen erziehe- rische Möglichkeiten für einen bewussten Medienumgang, das geht rische Möglichkeiten für einen bewussten Medienumgang, das geht ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 42 insofern auch in die Inklusionsschiene, als wir uns die Frage stel-insofern auch in die Inklusionsschiene, als wir uns die Frage stel- len: a) Wie viel Screentime ist gesund? Welchen bewussten Um-len: a) Wie viel Screentime ist gesund? Welchen bewussten Um- gang gibt es eigentlich, um quasi kein Suchtverhalten an den Tag gang gibt es eigentlich, um quasi kein Suchtverhalten an den Tag zu legen. Was um so wichtiger ist, wenn es um Schülerinnen mit zu legen. Was um so wichtiger ist, wenn es um Schülerinnen mit Förderbedarf geistige Entwicklung oder emotional-sozialer Entwick-Förderbedarf geistige Entwicklung oder emotional-sozialer Entwick- lung geht, weil manche dieser Schülerinnen und Schüler auch po-lung geht, weil manche dieser Schülerinnen und Schüler auch po- tenziell Suchtgefährdete sind, weil persönliche Impulskontrolle des tenziell Suchtgefährdete sind, weil persönliche Impulskontrolle des eigenen Verhaltens bei manchen ja, also das ist nicht zu generali-eigenen Verhaltens bei manchen ja, also das ist nicht zu generali- sieren, aber bei manchen nicht so ausgeprägt ist. Und dann eben sieren, aber bei manchen nicht so ausgeprägt ist. Und dann eben auch zu entwickeln: ‚Was wäre so eine Strategie, um mit Eltern und auch zu entwickeln: ‚Was wäre so eine Strategie, um mit Eltern und Schülern ins Gespräch zu kommen?‘, ‚Wie oft nutzt du denn eigent-Schülern ins Gespräch zu kommen?‘, ‚Wie oft nutzt du denn eigent- lich dein Tablet, oder darfst du überhaupt ein Tablet benutzen?‘“lich dein Tablet, oder darfst du überhaupt ein Tablet benutzen?‘“ Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte werden an unseren Kooperations-Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte werden an unseren Kooperations- schulen in vielfältiger Weise in schulische Entwicklungsprozesse einbezogen. schulen in vielfältiger Weise in schulische Entwicklungsprozesse einbezogen. So gibt es Beteiligungen an unterschiedlichen schulischen Gremien (z. B. So gibt es Beteiligungen an unterschiedlichen schulischen Gremien (z. B. Schulkonferenz, Elternrat), über die Partizipationsmöglichkeiten auch institu-Schulkonferenz, Elternrat), über die Partizipationsmöglichkeiten auch institu- tionell verankert sind. Der folgende Auszug beschreibt, wie Sorgeberechtigte tionell verankert sind. Der folgende Auszug beschreibt, wie Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte sich auf diesem Wege in schulische Prozesse ein-und Erziehungsbeteiligte sich auf diesem Wege in schulische Prozesse ein- bringen: bringen: Schulleitung: „Ja, also, unser Elternrat ist sehr aktiv, der ist in Schulleitung: „Ja, also, unser Elternrat ist sehr aktiv, der ist in jeder Lehrerkonferenz dabei. Der ist eben in solchen Gremien, wie jeder Lehrerkonferenz dabei. Der ist eben in solchen Gremien, wie dem Medienrat mittätig. Es ist wirklich ein Hand-in-Hand-Arbeiten.“dem Medienrat mittätig. Es ist wirklich ein Hand-in-Hand-Arbeiten.“ Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte engagieren sich an den Koopera-Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte engagieren sich an den Koopera- tionsschulen insbesondere im Bereich der Digitalisierung in vielfältiger Wei-tionsschulen insbesondere im Bereich der Digitalisierung in vielfältiger Wei- se. Sie bieten beispielsweise medientechnische Workshops für Schüler*innen se. Sie bieten beispielsweise medientechnische Workshops für Schüler*innen und Lehrkräfte an und sie beaufsichtigen die schulische Mediathek stunden-und Lehrkräfte an und sie beaufsichtigen die schulische Mediathek stunden- weise. Außerdem machen sie sich auf Bezirksebene für die digitale Ausstat-weise. Außerdem machen sie sich auf Bezirksebene für die digitale Ausstat- tung der Schulen stark. tung der Schulen stark. Bei allen Schwierigkeiten, die sich aufgrund unterschiedlicher Erwartungshal-Bei allen Schwierigkeiten, die sich aufgrund unterschiedlicher Erwartungshal- tungen und teilweise auch fehlendem Interesse der Sorgeberechtigten und tungen und teilweise auch fehlendem Interesse der Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten an der Schule ergeben, werden Kommunikationsange-Erziehungsbeteiligten an der Schule ergeben, werden Kommunikationsange- bote und eine offene und wertschätzende Grundhaltung als der Schlüssel für bote und eine offene und wertschätzende Grundhaltung als der Schlüssel für eine produktive Zusammenarbeit gesehen.eine produktive Zusammenarbeit gesehen. Das folgende Zitat einer Schulleitung macht die große Bedeutung deutlich, Das folgende Zitat einer Schulleitung macht die große Bedeutung deutlich, die den Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten bei der Einführung von die den Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten bei der Einführung von Digitalisierung und Inklusion zukommt. Zudem zeigt es auf, wie sie in das Digitalisierung und Inklusion zukommt. Zudem zeigt es auf, wie sie in das Schulleben einbezogen werden können: Schulleben einbezogen werden können: Schulleitung: „Da waren die Eltern immer intensiv mitbeteiligt, von Schulleitung: „Da waren die Eltern immer intensiv mitbeteiligt, von Anfang an. Weil die waren am Anfang sehr skeptisch und wir hat-Anfang an. Weil die waren am Anfang sehr skeptisch und wir hat- ten auch am Anfang … als wir anfingen damit, hatten wir wirklich ten auch am Anfang … als wir anfingen damit, hatten wir wirklich so ein, zwei, drei Jahre viel, viel mehr Jungs, die sich bei uns an so ein, zwei, drei Jahre viel, viel mehr Jungs, die sich bei uns an der Schule angemeldet haben, obwohl es nicht den Geburtenzahlen der Schule angemeldet haben, obwohl es nicht den Geburtenzahlen ““ ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 43 entsprach. Das hat sich aber total schnell umgewandelt, weil, ich entsprach. Das hat sich aber total schnell umgewandelt, weil, ich glaube, auch weil wir die Eltern früh mit ins Boot geholt haben, und glaube, auch weil wir die Eltern früh mit ins Boot geholt haben, und zwar über den Förderverein und über den Schulelternbeirat, sodass zwar über den Förderverein und über den Schulelternbeirat, sodass mittlerweile die Eltern sich selbst Fortbildungen organisieren zu Me-mittlerweile die Eltern sich selbst Fortbildungen organisieren zu Me- dienthemen, also die Eltern, unser Schulelternbeirat, die bestellen dienthemen, also die Eltern, unser Schulelternbeirat, die bestellen hier einmal im Jahr ein Webinar von Frau [Name], die praktisch die hier einmal im Jahr ein Webinar von Frau [Name], die praktisch die Eltern aufklärt über Rechte und Pflichten mit Handys, WhatsApp, Eltern aufklärt über Rechte und Pflichten mit Handys, WhatsApp, Mobbing etc. Das findet dann immer bei uns in der Aula statt, wir Mobbing etc. Das findet dann immer bei uns in der Aula statt, wir machen aber auch mittlerweile schon für die vierten Klassen, und machen aber auch mittlerweile schon für die vierten Klassen, und das organisieren auch unsere Eltern, machen wir auch schon so ein das organisieren auch unsere Eltern, machen wir auch schon so ein Webinar für Benutzung von WhatsApp und Ähnlichem, wir haben Webinar für Benutzung von WhatsApp und Ähnlichem, wir haben schon Medienlotsen hier gehabt für die Eltern, wir haben schon den schon Medienlotsen hier gehabt für die Eltern, wir haben schon den Kreisjugendring hier gehabt für die Eltern, also wir sehen eigentlich Kreisjugendring hier gehabt für die Eltern, also wir sehen eigentlich zu, dass wir zweimal im Jahr irgendwas anbieten für Eltern.“zu, dass wir zweimal im Jahr irgendwas anbieten für Eltern.“ Ein weiterer Weg, um die Partizipationsmöglichkeiten von Sorgeberechtigten Ein weiterer Weg, um die Partizipationsmöglichkeiten von Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten zu erweitern, ist die Nutzung von Lernplattformen und Erziehungsbeteiligten zu erweitern, ist die Nutzung von Lernplattformen und Lernapps, die ihnen Einblicke in den Unterricht und den Lernstand der und Lernapps, die ihnen Einblicke in den Unterricht und den Lernstand der Schüler*innen ermöglichen. So können Transparenz hergestellt und zusätzli-Schüler*innen ermöglichen. So können Transparenz hergestellt und zusätzli- che Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen werden, wie der folgende Inter-che Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen werden, wie der folgende Inter- viewauszug aus einem Dig*In-Workshop zeigt. viewauszug aus einem Dig*In-Workshop zeigt. Medien-/Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Genau. Und dass sie Medien-/Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Genau. Und dass sie die Möglichkeit haben, wenn sie eben fehlen, jetzt zum Beispiel die Möglichkeit haben, wenn sie eben fehlen, jetzt zum Beispiel zur Grippewelle, ist es ja sowieso immer mal, jetzt haben wir letz-zur Grippewelle, ist es ja sowieso immer mal, jetzt haben wir letz- te Woche vier von fünf Tagen gefehlt. Die haben natürlich einiges te Woche vier von fünf Tagen gefehlt. Die haben natürlich einiges verpasst. Klar, es wird wiederholt, aber dass man da eben auch die verpasst. Klar, es wird wiederholt, aber dass man da eben auch die Information, so eben gesagt mit diesen Notizen und dass die hin-Information, so eben gesagt mit diesen Notizen und dass die hin- terlegt werden, schon Tafelbilder hinterliegen und die passenden terlegt werden, schon Tafelbilder hinterliegen und die passenden Aufgaben dazu, die Hausaufgaben hinterliegen, dass es nicht mehr Aufgaben dazu, die Hausaufgaben hinterliegen, dass es nicht mehr in [der] Klasse sein muss, sondern das ist eben digital und auch in [der] Klasse sein muss, sondern das ist eben digital und auch von zu Hause greifbar [...], eventuell auch für Nachhilfe und Er-von zu Hause greifbar [...], eventuell auch für Nachhilfe und Er- ziehungsbeteiligte. Manchmal sind die auch in Wohngruppen. Oder ziehungsbeteiligte. Manchmal sind die auch in Wohngruppen. Oder eben haben Nachhilfe, privat oder auch in Instituten, dass die auch eben haben Nachhilfe, privat oder auch in Instituten, dass die auch darauf zugreifen können, wenn die denen das erlauben und sehen, darauf zugreifen können, wenn die denen das erlauben und sehen, wann was gemacht wurde, dass die noch mal individuell darauf wann was gemacht wurde, dass die noch mal individuell darauf zugehen, darauf eingehen können. […] Weil die einfach eben auch zugehen, darauf eingehen können. […] Weil die einfach eben auch manchmal unorganisiert sind. […] Also bei uns ist klar, dass die manchmal unorganisiert sind. […] Also bei uns ist klar, dass die E-Mail, die IServ Zugangsdaten, auch die Zugangsdaten der Eltern E-Mail, die IServ Zugangsdaten, auch die Zugangsdaten der Eltern sind. Also das, was die Schüler machen, ist dann eben auch, die sind. Also das, was die Schüler machen, ist dann eben auch, die Eltern haben die Pflicht, auch das nachzugucken, was die Schüler Eltern haben die Pflicht, auch das nachzugucken, was die Schüler machen. Die müssen Passwörter weitergeben.“machen. Die müssen Passwörter weitergeben.“ Eine gelungene Partizipationskultur umfasst somit folglich, dass die Mitglieder Eine gelungene Partizipationskultur umfasst somit folglich, dass die Mitglieder in Schule und Mitwelt bereit sind, teilzunehmen und teilzugeben. Es sollte ein in Schule und Mitwelt bereit sind, teilzunehmen und teilzugeben. Es sollte ein Bewusstsein darüber herrschen, dass bestimmte Mitgliedergruppen mehr Hand-Bewusstsein darüber herrschen, dass bestimmte Mitgliedergruppen mehr Hand- lungs- und Entscheidungshoheit haben als andere. Außerdem sollte Klarheit darü-lungs- und Entscheidungshoheit haben als andere. Außerdem sollte Klarheit darü- ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 44 ber herrschen, dass daraus die Verantwortung resultiert, gewissenhaft an der Ge-ber herrschen, dass daraus die Verantwortung resultiert, gewissenhaft an der Ge- staltung von Partizipationsräumen mitzuwirken. Das Schaffen von sinnvollen und staltung von Partizipationsräumen mitzuwirken. Das Schaffen von sinnvollen und produktiven Partizipationsräumen gelingt nur über die mitgliedergruppenüberg-produktiven Partizipationsräumen gelingt nur über die mitgliedergruppenüberg- reifende Kommunikation, die an sich schon ein Partizipationsmoment ausmacht.reifende Kommunikation, die an sich schon ein Partizipationsmoment ausmacht. Anregungen und konkrete Unterstützung auf dem Weg zu einer partizipa-Anregungen und konkrete Unterstützung auf dem Weg zu einer partizipa- tiven Schule finden Sie hier: tiven Schule finden Sie hier: https://schule-im-aufbruch.de/schule-im-aufbruch/ansatz/?_https://schule-im-aufbruch.de/schule-im-aufbruch/ansatz/?_ ga=2.267620622.1013619788.1621610428-300953471.1621610428ga=2.267620622.1013619788.1621610428-300953471.1621610428 2.4 Unterstützungskultur Die Unterstützungskultur in Schule lebt von der gegenseitigen und vor allem Die Unterstützungskultur in Schule lebt von der gegenseitigen und vor allem institutionalisierten Unterstützung aller. Sie wird getragen von Wertschätzung, institutionalisierten Unterstützung aller. Sie wird getragen von Wertschätzung, Respekt und Offenheit gegenüber neuen Ideen und Vorhaben – Aspekte, die glei-Respekt und Offenheit gegenüber neuen Ideen und Vorhaben – Aspekte, die glei- chermaßen Teil der Schulkultur sind (Booth & Ainscow 2003). Der Grundgedanke chermaßen Teil der Schulkultur sind (Booth & Ainscow 2003). Der Grundgedanke ist, dass die Vielfältigkeit in den Kompetenzen gewinnbringend und entlastend ist, dass die Vielfältigkeit in den Kompetenzen gewinnbringend und entlastend im Rahmen der Unterstützungskultur genutzt werden kann. Unterstützung kann im Rahmen der Unterstützungskultur genutzt werden kann. Unterstützung kann innerhalb von Mitgliedergruppen oder mitgliedergruppenübergreifend stattfinden. innerhalb von Mitgliedergruppen oder mitgliedergruppenübergreifend stattfinden. Auch Formate externer Unterstützung wie Supervision oder Beratungen zu The-Auch Formate externer Unterstützung wie Supervision oder Beratungen zu The- menschwerpunkten können hilfreich sein (siehe z.B. Boban & Hinz 2003; Reich menschwerpunkten können hilfreich sein (siehe z.B. Boban & Hinz 2003; Reich 2017). 2017). Wie wichtig das gemeinsame „Ziehen an einem Strang“ ist, das eine nachhaltige Wie wichtig das gemeinsame „Ziehen an einem Strang“ ist, das eine nachhaltige und kontinuierliche Schulentwicklung begünstigt, veranschaulicht das untenste-und kontinuierliche Schulentwicklung begünstigt, veranschaulicht das untenste- hende Zitat einer interviewten Fachlehrkraft.hende Zitat einer interviewten Fachlehrkraft. Fachlehrkraft: „Ja, ich mache sozusagen alles, was meine Schule Fachlehrkraft: „Ja, ich mache sozusagen alles, was meine Schule voranbringt, mache ich alles mit und unterstütze auch alle Kollegen voranbringt, mache ich alles mit und unterstütze auch alle Kollegen und das ist ja das Schöne an dieser Schule, [...] jeder macht das und das ist ja das Schöne an dieser Schule, [...] jeder macht das auf seine Art und Weise, aber gemeinsam machen wir trotzdem auf seine Art und Weise, aber gemeinsam machen wir trotzdem dann sozusagen das Gleiche. Und wenn einer von uns ausfällt, [...] dann sozusagen das Gleiche. Und wenn einer von uns ausfällt, [...] bricht das ganze System nicht zusammen. Das heißt, wir gehen bricht das ganze System nicht zusammen. Das heißt, wir gehen in und gucken in eine Richtung. Genauso ist es für mich an dieser in und gucken in eine Richtung. Genauso ist es für mich an dieser Schule wichtig und deswegen bin ich an dieser Schule seit so vielen Schule wichtig und deswegen bin ich an dieser Schule seit so vielen Jahren, weil wir das Gleiche möchten und ich hier auch.“Jahren, weil wir das Gleiche möchten und ich hier auch.“ Um eine evolvierte Unterstützungskultur zu entwickeln, gibt es verschiedene Ins-Um eine evolvierte Unterstützungskultur zu entwickeln, gibt es verschiedene Ins- trumente, die einer nachhaltigen Implementierung dienlich sind. Es folgt eine nä-trumente, die einer nachhaltigen Implementierung dienlich sind. Es folgt eine nä- here Erläuterung der unterschiedlichen Unterstützungsinstrumente und -formate.here Erläuterung der unterschiedlichen Unterstützungsinstrumente und -formate. ““ https://schule-im-aufbruch.de/schule-im-aufbruch/ansatz/?_ga=2.267620622.1013619788.1621610428-300953471.1621610428 https://schule-im-aufbruch.de/schule-im-aufbruch/ansatz/?_ga=2.267620622.1013619788.1621610428-300953471.1621610428 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 45 Crossfunktionale Teams Als maßgeblich entscheidend für einen inklusiv-digitalen Unterricht konnte die Als maßgeblich entscheidend für einen inklusiv-digitalen Unterricht konnte die Implementation von crossfunktionalen Teams identifiziert werden (Holtappels Implementation von crossfunktionalen Teams identifiziert werden (Holtappels 2014; Rolff & Thünken 2020). Ein crossfunktionales Team besteht aus mindes-2014; Rolff & Thünken 2020). Ein crossfunktionales Team besteht aus mindes- tens zwei (nach Möglichkeit jedoch mehr als zwei) Personen mit unterschiedlichen tens zwei (nach Möglichkeit jedoch mehr als zwei) Personen mit unterschiedlichen Expertisen. Die bekannteste Zusammensetzung dürfte jene aus einer Regelschul-Expertisen. Die bekannteste Zusammensetzung dürfte jene aus einer Regelschul- lehrkraft und einer Sonderschullehrkraft sein. Damit ein solches Team erfolgreich lehrkraft und einer Sonderschullehrkraft sein. Damit ein solches Team erfolgreich zusammenarbeiten kann, muss es ausreichend gemeinsame Stunden zusammen zusammenarbeiten kann, muss es ausreichend gemeinsame Stunden zusammen unterrichten und für die gemeinsamen Unterrichtsstunden zusätzlich Zeit zur Ver-unterrichten und für die gemeinsamen Unterrichtsstunden zusätzlich Zeit zur Ver- fügung gestellt bekommen, in der dieser Unterricht gemeinsam vor- und nachbe-fügung gestellt bekommen, in der dieser Unterricht gemeinsam vor- und nachbe- reitet werden kann. Hintergrund dieses Anspruchs ist es, dass die Teammitglieder reitet werden kann. Hintergrund dieses Anspruchs ist es, dass die Teammitglieder gegenseitig voneinander lernen und profitieren können, sodass die Unterrichts-gegenseitig voneinander lernen und profitieren können, sodass die Unterrichts- qualität zunimmt und die Teammitglieder entlastet werden.qualität zunimmt und die Teammitglieder entlastet werden. Je nach Möglichkeit kann ein crossfunktionales Team auch aus einer Fachlehr-Je nach Möglichkeit kann ein crossfunktionales Team auch aus einer Fachlehr- kraft, einer Sonderschullehrkraft, einem*einer Schulsozialarbeiter*in, einem*ei-kraft, einer Sonderschullehrkraft, einem*einer Schulsozialarbeiter*in, einem*ei- ner Schüler*in und Ehrenamtlichen zusammengesetzt sein. Die Aufgaben dieser ner Schüler*in und Ehrenamtlichen zusammengesetzt sein. Die Aufgaben dieser Teammitglieder könnten, wie in der nachfolgenden Tabelle 2 beispielhaft ausge-Teammitglieder könnten, wie in der nachfolgenden Tabelle 2 beispielhaft ausge- führt ist, zugeordnet werden.führt ist, zugeordnet werden. Tabelle 2: Aufgaben der Teammitglieder. TeammitgliedTeammitglied AufgabenAufgaben Regelschullehrkraft und Regelschullehrkraft und SonderschullehrkraftSonderschullehrkraft Gemeinsame Planung und Durchführung des Un-Gemeinsame Planung und Durchführung des Un- terrichtsterrichts SchulsozialarbeitSchulsozialarbeit Regelmäßiger Besuch des Unterrichts, Unterstüt-Regelmäßiger Besuch des Unterrichts, Unterstüt- zung der Schüler*innen und Beziehungspflegezung der Schüler*innen und Beziehungspflege Schüler*inSchüler*in Für die gesamte Klasse stellvertretende Rückmel-Für die gesamte Klasse stellvertretende Rückmel- dung zum Unterricht und Mitteilung von Ideen, dung zum Unterricht und Mitteilung von Ideen, Anregungen und Wünschen der KlasseAnregungen und Wünschen der Klasse EhrenamtlicheEhrenamtliche zusätzliche Unterstützung, z.B.: Geschichtenstun-zusätzliche Unterstützung, z.B.: Geschichtenstun- de mit ausgewählten Schüler*innen, wobei die de mit ausgewählten Schüler*innen, wobei die Schüler*innen Geschichten vorgelesen bekommen Schüler*innen Geschichten vorgelesen bekommen und selbst vorlesen.und selbst vorlesen. Interne Fortbildungen Interne Fortbildungen sind ein Format des gemeinsamen Austauschs mit dem Interne Fortbildungen sind ein Format des gemeinsamen Austauschs mit dem Ziel, Wissen weiterzugeben und neue Kenntnisse zu erlangen. Die Formate der Ziel, Wissen weiterzugeben und neue Kenntnisse zu erlangen. Die Formate der internen Fortbildungen können ganz unterschiedlich sein: Sie reichen von zeitlich internen Fortbildungen können ganz unterschiedlich sein: Sie reichen von zeitlich sehr eng bemessenen Fortbildungshappen bis hin zu ganzen Weiterbildungsta-sehr eng bemessenen Fortbildungshappen bis hin zu ganzen Weiterbildungsta- gen. Den internen Fortbildungen ist gemein, dass diese Angebote von den Mit-gen. Den internen Fortbildungen ist gemein, dass diese Angebote von den Mit- gliedern in Schule für Mitglieder in Schule ausgerichtet werden. Kernidee dieser gliedern in Schule für Mitglieder in Schule ausgerichtet werden. Kernidee dieser Zusammenkünfte ist es, möglichst praktische, handfeste Tipps für den Unterricht Zusammenkünfte ist es, möglichst praktische, handfeste Tipps für den Unterricht untereinander auszutauschen. Zu den bekanntesten Umsetzungen gehören Mi-untereinander auszutauschen. Zu den bekanntesten Umsetzungen gehören Mi- cro-Fortbildungen von Lehrkräften für Lehrkräften. Allerdings kann dieses An-cro-Fortbildungen von Lehrkräften für Lehrkräften. Allerdings kann dieses An- gebot von Mitgliedern in Schule für Mitglieder in Schule in ganz verschiedenen gebot von Mitgliedern in Schule für Mitglieder in Schule in ganz verschiedenen Konstellationen ausgestaltet werden. Der Personenkreis ist nicht auf Lehrkräfte Konstellationen ausgestaltet werden. Der Personenkreis ist nicht auf Lehrkräfte 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 46 beschränkt, sondern kann, je nach Anliegen, verschiedene Personengruppen der beschränkt, sondern kann, je nach Anliegen, verschiedene Personengruppen der Schule umfassen. Schule umfassen. Micro-Fortbildungen Eine Lehrkraft ist bspw. besonders versiert im Umgang mit dem Multimedia-Eine Lehrkraft ist bspw. besonders versiert im Umgang mit dem Multimedia- Board und bietet dazu eine Micro-Fortbildung an. Diese kann von Kolleg*innen Board und bietet dazu eine Micro-Fortbildung an. Diese kann von Kolleg*innen besucht werden, die etwas im Umgang mit dem Multimedia-Board dazulernen besucht werden, die etwas im Umgang mit dem Multimedia-Board dazulernen wollen. So können kurzweilig und auf die Schule zugeschnitten kollegiumsweit wollen. So können kurzweilig und auf die Schule zugeschnitten kollegiumsweit Hemmnisse im Einsatz des Multimedia-Boards abgebaut werden. Denkbar sind Hemmnisse im Einsatz des Multimedia-Boards abgebaut werden. Denkbar sind jedoch auch Formate, innerhalb derer andere Personengruppen ihr Wissen aus-jedoch auch Formate, innerhalb derer andere Personengruppen ihr Wissen aus- tauschen. Schüler*innen, die besonders geschickt im Erstellen von Videos sind, tauschen. Schüler*innen, die besonders geschickt im Erstellen von Videos sind, könnten beispielsweise eine entsprechende Fortbildung für Lehrkräfte anbieten.könnten beispielsweise eine entsprechende Fortbildung für Lehrkräfte anbieten. Barcamps Im Rahmen sogenannter Barcamps stehen die Themen der Teilnehmenden im Im Rahmen sogenannter Barcamps stehen die Themen der Teilnehmenden im Zentrum des Geschehens. Im Gegensatz zu klassischen Konferenzen, zu denen Zentrum des Geschehens. Im Gegensatz zu klassischen Konferenzen, zu denen in aller Regel ein vorab festgelegtes Programm oder eine bestimmte Agenda mit in aller Regel ein vorab festgelegtes Programm oder eine bestimmte Agenda mit spezifischen Themen gehört, kommt ein Barcamp ohne solche Festlegungen im spezifischen Themen gehört, kommt ein Barcamp ohne solche Festlegungen im Vorwege aus. So wird ein Barcamp hauptsächlich von den Teilnehmenden ge-Vorwege aus. So wird ein Barcamp hauptsächlich von den Teilnehmenden ge- staltet – das betrifft vor allem die Auswahl der Themen, die in verschiedenen staltet – das betrifft vor allem die Auswahl der Themen, die in verschiedenen Workshops an dem Tag des Barcamps behandelt werden. Erst zum Auftakt der Workshops an dem Tag des Barcamps behandelt werden. Erst zum Auftakt der Veranstaltung werden die Themen identifiziert, die bearbeitet werden sollen. Mit-Veranstaltung werden die Themen identifiziert, die bearbeitet werden sollen. Mit- gebracht werden diese Themen und Anliegen von den zu dem Barcamp einge-gebracht werden diese Themen und Anliegen von den zu dem Barcamp einge- ladenen Mitgliedern in Schule. Moderiert und inhaltlich begleitet werden können ladenen Mitgliedern in Schule. Moderiert und inhaltlich begleitet werden können die Barcamps von externen Moderator*innen oder Expert*innen für verschiedene die Barcamps von externen Moderator*innen oder Expert*innen für verschiedene Themen. Das Themenfeld für ein Barcamp kann zuvor grob umrissen werden, Themen. Das Themenfeld für ein Barcamp kann zuvor grob umrissen werden, damit ein gemeinsamer Kontext geschaffen und entsprechende Expert*innen damit ein gemeinsamer Kontext geschaffen und entsprechende Expert*innen eingeladen werden können. Derlei Oberthemen können beispielsweise die Digi-eingeladen werden können. Derlei Oberthemen können beispielsweise die Digi- talisierung in Schule, die Gestaltung von Fortbildungen, die Etablierung neuer, talisierung in Schule, die Gestaltung von Fortbildungen, die Etablierung neuer, partizipativer Arbeitsmethoden, die Nutzung digitaler Medien im Unterricht, die partizipativer Arbeitsmethoden, die Nutzung digitaler Medien im Unterricht, die Umgestaltung von Räumlichkeiten zu Lernlandschaften usw. sein. Umgestaltung von Räumlichkeiten zu Lernlandschaften usw. sein. Der Grundintention des Barcamps ist die partizipative Zusammenarbeit einge-Der Grundintention des Barcamps ist die partizipative Zusammenarbeit einge- schrieben, weshalb sich dieses Format für die Bearbeitung von solchen Themen schrieben, weshalb sich dieses Format für die Bearbeitung von solchen Themen empfiehlt, die für alle Mitglieder in Schule relevant sein sollen. Denkbar sind aber empfiehlt, die für alle Mitglieder in Schule relevant sein sollen. Denkbar sind aber auch Barcamps für einzelne Personengruppen in Schule, wenn eher spezifische auch Barcamps für einzelne Personengruppen in Schule, wenn eher spezifische Themen zu bearbeiten sind. Die Zielsetzung dieses Veranstaltungsformats be-Themen zu bearbeiten sind. Die Zielsetzung dieses Veranstaltungsformats be- steht in einem Austausch von Wissen, dem Generieren neuer Ideen, dem Knüp-steht in einem Austausch von Wissen, dem Generieren neuer Ideen, dem Knüp- fen neuer Kontakte, dem Intensivieren bestehender Beziehungen und dem Initiie-fen neuer Kontakte, dem Intensivieren bestehender Beziehungen und dem Initiie- ren gemeinsamer Projekte.ren gemeinsamer Projekte. Anzeiger: Suchen und Finden Der Anzeiger kann an einem analogen wie digitalen Brett geführt werden. Ähnlich Der Anzeiger kann an einem analogen wie digitalen Brett geführt werden. Ähnlich 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 47 wie bei einem schwarzen Brett für Angebote und Gesuche, können Lehrkräfte ihr wie bei einem schwarzen Brett für Angebote und Gesuche, können Lehrkräfte ihr Anliegen mit anderen teilen, in dem sie bspw. ein Gesuch aufgeben, wenn sie Hil-Anliegen mit anderen teilen, in dem sie bspw. ein Gesuch aufgeben, wenn sie Hil- fe benötigen. Sobald sich eine Person findet, die Hilfe spenden kann, verabredet fe benötigen. Sobald sich eine Person findet, die Hilfe spenden kann, verabredet sich das Duo oder aber eine kleinere Gruppe zum Austausch.sich das Duo oder aber eine kleinere Gruppe zum Austausch. Ein Blick in die schulische Praxis In den Interviews berichten unterschiedliche Lehrkräfte, dass sie Fortbildun-In den Interviews berichten unterschiedliche Lehrkräfte, dass sie Fortbildun- gen aufgrund fehlender zeitlicher Ressourcen nur selten in Anspruch nehmen gen aufgrund fehlender zeitlicher Ressourcen nur selten in Anspruch nehmen können. können. Auch fehlt es an einer Auswahl von Angeboten, welche die Bereiche Inklu-Auch fehlt es an einer Auswahl von Angeboten, welche die Bereiche Inklu- sion und Digitalisierung miteinander verzahnen. Die Abbildung 6 zeigt eine sion und Digitalisierung miteinander verzahnen. Die Abbildung 6 zeigt eine Übersicht der von Lehrkräften in Anspruch genommenen Fort- und Weiterbil-Übersicht der von Lehrkräften in Anspruch genommenen Fort- und Weiterbil- dungsangebote.dungsangebote. Abbildung 6: Nutzung von unterschiedlichen Fort- und Weiterbildungsangeboten durch Lehr- kräfte. 0 2 4 6 8 10 Nutzung von Fort- und Weiterbildungsangeboten mehrfach genutzt einmal genutzt noch nicht genutzt keine Angaben Einige Angebote haben eine besondere Anziehungskraft und werden gerne Einige Angebote haben eine besondere Anziehungskraft und werden gerne von den Lehrkräften wahrgenommen, es sind folgende:von den Lehrkräften wahrgenommen, es sind folgende: Medientag des Bundeslandes In Schleswig-Holstein findet regelmäßig ein In Schleswig-Holstein findet regelmäßig ein SchulMedienTagSchulMedienTag. Es handelt sich . Es handelt sich hierbei um eine ganztägige Projektveranstaltung mit unterschiedlichen Vor-hierbei um eine ganztägige Projektveranstaltung mit unterschiedlichen Vor- trägen, Workshops und Fortbildungsangeboten. Eine Lehrkraft berichtet, trägen, Workshops und Fortbildungsangeboten. Eine Lehrkraft berichtet, dass sie dort schon häufiger selbst Vorträge gehalten habe und durch die dass sie dort schon häufiger selbst Vorträge gehalten habe und durch die 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 48 Veranstaltungen stets gute Ideen mit auf den Weg bekommen hätte.Veranstaltungen stets gute Ideen mit auf den Weg bekommen hätte. Informationen zu dem Informationen zu dem SchulMedienTagSchulMedienTag finden Sie unter: finden Sie unter: https://www.oksh.de/mitmachen/lernen/medienkompetenz-mk-fuer-schu-https://www.oksh.de/mitmachen/lernen/medienkompetenz-mk-fuer-schu- le/schulmedientag/le/schulmedientag/ Workshops von Kolleg*innen Eine Lehrkraft, welche auch die erste iPad-Klasse der betreffenden Schule Eine Lehrkraft, welche auch die erste iPad-Klasse der betreffenden Schule geleitet hat, bietet für das Kollegium Workshops an und lässt das Team somit geleitet hat, bietet für das Kollegium Workshops an und lässt das Team somit an den gemachten Erfahrungen teilnehmen. Jeden Montag wird ein Work-an den gemachten Erfahrungen teilnehmen. Jeden Montag wird ein Work- shop zu unterschiedlichen Themen angeboten: Umgang mit Videokonferenz-shop zu unterschiedlichen Themen angeboten: Umgang mit Videokonferenz- tools, Nutzung des iPads, Vorstellung verschiedener Apps u. a. Dies bringt tools, Nutzung des iPads, Vorstellung verschiedener Apps u. a. Dies bringt einige Vorteile mit sich:einige Vorteile mit sich: 1. 1. Es werden nur Anwendungen vorgestellt, welche an der Schule vorhanden Es werden nur Anwendungen vorgestellt, welche an der Schule vorhanden sind und somit vom gesamten Team genutzt werden können. sind und somit vom gesamten Team genutzt werden können. 2. 2. Der Workshop ist sehr praxisnah ausgerichtet, da die Lehrkraft nur An-Der Workshop ist sehr praxisnah ausgerichtet, da die Lehrkraft nur An- wendungen vorstellt, die sie selber im Unterricht verwendet hat oder wendungen vorstellt, die sie selber im Unterricht verwendet hat oder aktuell verwendet. So lassen sich sehr anschaulich die Vor- und Nachteile aktuell verwendet. So lassen sich sehr anschaulich die Vor- und Nachteile einer Anwendung darstellen. einer Anwendung darstellen. 3. 3. Die Workshops bieten Raum und Zeit für einen Erfahrungsaustausch im Die Workshops bieten Raum und Zeit für einen Erfahrungsaustausch im Team. Workshops werden vom Team sehr gut angenommen, was sich in Team. Workshops werden vom Team sehr gut angenommen, was sich in der regelmäßig hohen Zahl der Teilnehmer*innen widerspiegelt.der regelmäßig hohen Zahl der Teilnehmer*innen widerspiegelt. Fortbildungskarussell Eine Lehrkraft berichtet, dass sie an ihrer Schule ein sogenanntes Fortbil-Eine Lehrkraft berichtet, dass sie an ihrer Schule ein sogenanntes Fortbil- dungskarussell etabliert hätten. Hier werden in kurzen wöchentlich stattfin-dungskarussell etabliert hätten. Hier werden in kurzen wöchentlich stattfin- denden Sitzungen von 15 bis 30 Minuten Apps oder andere Anwendungen denden Sitzungen von 15 bis 30 Minuten Apps oder andere Anwendungen vorgestellt. Das Kollegium kann diese Sitzungen entweder in Präsenz oder vorgestellt. Das Kollegium kann diese Sitzungen entweder in Präsenz oder digital von zu Hause aus wahrnehmen. Es handelt sich um ein sehr niedrig-digital von zu Hause aus wahrnehmen. Es handelt sich um ein sehr niedrig- schwelliges Angebot, welches auch seinen festen Platz auf der Schulhome-schwelliges Angebot, welches auch seinen festen Platz auf der Schulhome- page erhalten hat, sodass das gesamte Team darauf zugreifen kann. Die page erhalten hat, sodass das gesamte Team darauf zugreifen kann. Die Schule überlegt derzeit, ob sie die Teilnahme verpflichtend machen will.Schule überlegt derzeit, ob sie die Teilnahme verpflichtend machen will. Fachlehrkraft: „Wir haben so mehrere Levelebenen und dann wird Fachlehrkraft: „Wir haben so mehrere Levelebenen und dann wird jede Woche werden bestimmte Apps vorgestellt. Das wird auch jede Woche werden bestimmte Apps vorgestellt. Das wird auch jetzt schon oft über Videokonferenzen gemacht, dass wir so eine jetzt schon oft über Videokonferenzen gemacht, dass wir so eine Handvoll Kollegen haben, die dann eine App oder sonst etwas vor-Handvoll Kollegen haben, die dann eine App oder sonst etwas vor- stellen und jemand, der das dann kennenlernen möchte, der stößt stellen und jemand, der das dann kennenlernen möchte, der stößt einfach dazu. Meistens sind es auch hybride Formen, dass man einfach dazu. Meistens sind es auch hybride Formen, dass man irgendwie da einfach hingeht oder das einfach von zu Hause dann irgendwie da einfach hingeht oder das einfach von zu Hause dann aus macht im Rahmen dieser Videokonferenz. Da wird ein Link aus macht im Rahmen dieser Videokonferenz. Da wird ein Link ““ https://www.oksh.de/mitmachen/lernen/medienkompetenz-mk-fuer-schule/schulmedientag/ https://www.oksh.de/mitmachen/lernen/medienkompetenz-mk-fuer-schule/schulmedientag/ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 49 verschickt und dann kann man sich das angucken, wenn einen das verschickt und dann kann man sich das angucken, wenn einen das interessiert, und das ist ganz niedrigschwellig, dauert auch nicht interessiert, und das ist ganz niedrigschwellig, dauert auch nicht lange. Manchmal ist das in einer Viertelstunde, manchmal mit lange. Manchmal ist das in einer Viertelstunde, manchmal mit Nachfragen vielleicht eine halbe Stunde, aber es ist niedrigschwel-Nachfragen vielleicht eine halbe Stunde, aber es ist niedrigschwel- lig und das ist wirklich so ein Angebot und das nehmen auch ganz, lig und das ist wirklich so ein Angebot und das nehmen auch ganz, ganz viele Kollegen in Anspruch und wir gehen jetzt sogar schon ganz viele Kollegen in Anspruch und wir gehen jetzt sogar schon ein Stück weit, dass einfach so eine Basiskompetenz da sein muss ein Stück weit, dass einfach so eine Basiskompetenz da sein muss und dass wir bestimmte Sachen einfach auch verpflichten, dass und dass wir bestimmte Sachen einfach auch verpflichten, dass die also an fünf Veranstaltungen im Jahr teilnehmen müssen die die also an fünf Veranstaltungen im Jahr teilnehmen müssen die Kollegen und das wird aber gar nicht als Belastung [wahrgenom-Kollegen und das wird aber gar nicht als Belastung [wahrgenom- men], weil ich kann das zu Hause oder wenn ich dann irgendwie men], weil ich kann das zu Hause oder wenn ich dann irgendwie jetzt sage: ‚Ich möchte jetzt diese App nutzen.‘ Ich gucke bei [Fort-jetzt sage: ‚Ich möchte jetzt diese App nutzen.‘ Ich gucke bei [Fort- bildungskarussell] noch einmal vom Sofa aus und versuche dann bildungskarussell] noch einmal vom Sofa aus und versuche dann irgendwie, das irgendwie dann selbstständig dann auch mir zu er-irgendwie, das irgendwie dann selbstständig dann auch mir zu er- schließen.“schließen.“ In den Gesprächen mit den Mitgliedern der Kooperationsschulen wurde deut-In den Gesprächen mit den Mitgliedern der Kooperationsschulen wurde deut- lich, dass Fortbildungsformate nur in wenigen Fällen die Themen Inklusion lich, dass Fortbildungsformate nur in wenigen Fällen die Themen Inklusion und Digitalisierung explizit miteinander verknüpfen. Vereinzelt wurde jedoch und Digitalisierung explizit miteinander verknüpfen. Vereinzelt wurde jedoch von ersten Ansätzen der Verknüpfung im Rahmen von Schulungen berichtet, von ersten Ansätzen der Verknüpfung im Rahmen von Schulungen berichtet, wie das folgende Zitat einer Schulleitung aufzeigt.wie das folgende Zitat einer Schulleitung aufzeigt. Schulleitung: „Zu unserem SB-Tag hatten wir zu zwei Schulentwick-Schulleitung: „Zu unserem SB-Tag hatten wir zu zwei Schulentwick- lungstagen [...] jemanden im Haus, die hatte uns auf ganz hervor-lungstagen [...] jemanden im Haus, die hatte uns auf ganz hervor- ragende Art und Weise Apps nahegebracht, mit denen man dann ragende Art und Weise Apps nahegebracht, mit denen man dann arbeiten kann, Arbeitsmaterialien auch erstellen kann.“arbeiten kann, Arbeitsmaterialien auch erstellen kann.“ Dig*In: „[U]nd die hat dann mit diesen Apps sozusagen auch Dig*In: „[U]nd die hat dann mit diesen Apps sozusagen auch gleichzeitig gezeigt, wie man die inklusiv einsetzt?“gleichzeitig gezeigt, wie man die inklusiv einsetzt?“ Schulleitung: „Ja, genau. Ganz genau, ja.“Schulleitung: „Ja, genau. Ganz genau, ja.“ Kollegiale Beratung und gegenseitige Hospitation Durch kollegiale Beratung oder gegenseitige Hospitation unter Lehrkräften kann Durch kollegiale Beratung oder gegenseitige Hospitation unter Lehrkräften kann sich ebenfalls eine gegenseitige Unterstützung entwickeln. Im Rahmen kollegialer sich ebenfalls eine gegenseitige Unterstützung entwickeln. Im Rahmen kollegialer Beratung tauschen sich Lehrkräfte zu herausfordernden Situationen im schuli-Beratung tauschen sich Lehrkräfte zu herausfordernden Situationen im schuli- schen Alltag bzw. Unterricht aus und finden gemeinsam Bewältigungsstrategien. schen Alltag bzw. Unterricht aus und finden gemeinsam Bewältigungsstrategien. Gegebenenfalls kommt zu diesem Beratungsformat eine externe Supervision hin-Gegebenenfalls kommt zu diesem Beratungsformat eine externe Supervision hin- zu, wenn das Beratungsteam keine Lösung findet (Reich 2017, 29f.). Beispiels-zu, wenn das Beratungsteam keine Lösung findet (Reich 2017, 29f.). Beispiels- weise könnten diese Hospitationen unter folgender Fragestellung stattfinden.weise könnten diese Hospitationen unter folgender Fragestellung stattfinden. Aus der Perspektive der hospitierenden Lehrkraft:Aus der Perspektive der hospitierenden Lehrkraft: • • Was gefällt mir besonders gut an dem gesehenen Unterricht? Was gefällt mir besonders gut an dem gesehenen Unterricht? • • Was möchte ich davon auch in meinem Unterricht ausprobieren?Was möchte ich davon auch in meinem Unterricht ausprobieren? ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 50 Aus der Perspektive der besuchten Lehrkraft (Beobachtungsschwerpunkte sollten Aus der Perspektive der besuchten Lehrkraft (Beobachtungsschwerpunkte sollten im Voraus mitgeteilt werden, um im Nachhinein besprochen zu werden):im Voraus mitgeteilt werden, um im Nachhinein besprochen zu werden): • • Zu welchen Umsetzungen im Unterricht möchte ich eine Rückmeldung erhal-Zu welchen Umsetzungen im Unterricht möchte ich eine Rückmeldung erhal- ten?ten? • • Zu welchen Umsetzungen im Unterricht würde ich gerne eine Alternative hö-Zu welchen Umsetzungen im Unterricht würde ich gerne eine Alternative hö- ren?ren? Durch diese auf positive Aspekte fokussierte Fragestellungen können die sich Durch diese auf positive Aspekte fokussierte Fragestellungen können die sich gegenseitig besuchenden Lehrkräfte voneinander lernen und ein wertschätzender gegenseitig besuchenden Lehrkräfte voneinander lernen und ein wertschätzender Austausch wird grundgelegt.Austausch wird grundgelegt. Vertiefende Literatur zur strukturellen Verankerung und allgemeinen Ge-Vertiefende Literatur zur strukturellen Verankerung und allgemeinen Ge- staltung kollegialer Hospitation:staltung kollegialer Hospitation: Rolff, Hans-Günter; Thünken, Ulrich. 2020. Rolff, Hans-Günter; Thünken, Ulrich. 2020. Digital gestütztes Lernen. Praxis-Digital gestütztes Lernen. Praxis- beispiele für eine zeitgemäße Schulentwicklungbeispiele für eine zeitgemäße Schulentwicklung. Weinheim, Basel: Beltz.. Weinheim, Basel: Beltz. Medienscouts Schüler*innen können beispielsweise über Arbeitsgruppen – wie etwa als Me-Schüler*innen können beispielsweise über Arbeitsgruppen – wie etwa als Me- dienscouts – in Schule unterstützend mitwirken (Rolff & Thünken 2020, 79). Die dienscouts – in Schule unterstützend mitwirken (Rolff & Thünken 2020, 79). Die Medienscouts setzen sich zusammen aus von medienscouts e.V. ausgebildeten Medienscouts setzen sich zusammen aus von medienscouts e.V. ausgebildeten Schüler*innen. Schüler*innen. Nähere Informationen zu verschiedenen Medienscout-Initiativen finden Sie Nähere Informationen zu verschiedenen Medienscout-Initiativen finden Sie über folgende Links: über folgende Links: https://www.claudia-kuttner.de/medienscoutshttps://www.claudia-kuttner.de/medienscouts https://medienscouts-sh.dehttps://medienscouts-sh.de https://li.hamburg.de/medienscouts/https://li.hamburg.de/medienscouts/ https://www.medienscouts-mv.dehttps://www.medienscouts-mv.de https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/medienscoutshttps://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/medienscouts Der ursprüngliche Gedanke hinter Medienscouts ist, dass Schüler*innen nach Der ursprüngliche Gedanke hinter Medienscouts ist, dass Schüler*innen nach dem Peer-to-Peer-Konzept einen Beitrag zum Ausbau der Medienkompetenz ihrer dem Peer-to-Peer-Konzept einen Beitrag zum Ausbau der Medienkompetenz ihrer Mitschüler*innen leisten (Fileccia 2016). Man könnte ihren Auftrag jedoch dahin-Mitschüler*innen leisten (Fileccia 2016). Man könnte ihren Auftrag jedoch dahin- gehend ausweiten, als dass sie auch den Lehrkräften mit ihrem medienspezi-gehend ausweiten, als dass sie auch den Lehrkräften mit ihrem medienspezi- fischen Wissen (weiter-)helfen. Somit werden in dieser Konstellation die Schü-fischen Wissen (weiter-)helfen. Somit werden in dieser Konstellation die Schü- https://www.claudia-kuttner.de/medienscouts https://medienscouts-sh.de https://li.hamburg.de/medienscouts/ https://www.medienscouts-mv.de https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/medienscouts 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 51 ler*innen zu Lehrenden und die Lehrkräfte zu Lernenden.ler*innen zu Lehrenden und die Lehrkräfte zu Lernenden. Ein Blick in die schulische Praxis Die Teilnahme einzelner Akteur*innen(gruppen) aus einer Schule an Medien-Die Teilnahme einzelner Akteur*innen(gruppen) aus einer Schule an Medien- projekten ist ein weiterer Weg, wie die Weiterbildung im Themenfeld „digita-projekten ist ein weiterer Weg, wie die Weiterbildung im Themenfeld „digita- le Medien“ und die Integration digitaler Medienbildung in Schule und Unter-le Medien“ und die Integration digitaler Medienbildung in Schule und Unter- richt angestoßen werden kann.richt angestoßen werden kann. Eine der Kooperationsschulen nahm am Projekt „Medienscouts“ teil, in des-Eine der Kooperationsschulen nahm am Projekt „Medienscouts“ teil, in des- sen Rahmen zwei Lehrkräfte und fünf Schüler*innen eine einjährige Aus-sen Rahmen zwei Lehrkräfte und fünf Schüler*innen eine einjährige Aus- bildung zu Medienscouts absolvierten und darauffolgend einen dreitägigen bildung zu Medienscouts absolvierten und darauffolgend einen dreitägigen Workshop zusammen mit anderen Schulen besuchten. Dort erstellten die Workshop zusammen mit anderen Schulen besuchten. Dort erstellten die ausgebildeten Schüler*innen im Team eigenständig für ihre Mitschüler*innen ausgebildeten Schüler*innen im Team eigenständig für ihre Mitschüler*innen einen Workshop zum Thema „digitale Medien“. Dieses Projekt wurde an der einen Workshop zum Thema „digitale Medien“. Dieses Projekt wurde an der Schule fortgeführt, indem die ausgebildeten Schüler*innen die fünften und Schule fortgeführt, indem die ausgebildeten Schüler*innen die fünften und sechsten Klassen besuchten und über das Thema „Soziale Netzwerke“ infor-sechsten Klassen besuchten und über das Thema „Soziale Netzwerke“ infor- mierten. In der Folge entstand aus diesem Projekt die Initiative der Koopera-mierten. In der Folge entstand aus diesem Projekt die Initiative der Koopera- tionsschule, pro Klasse zwei Schüler*innen zu Smartboard-Expert*innen zu tionsschule, pro Klasse zwei Schüler*innen zu Smartboard-Expert*innen zu ernennen und auszubilden. Sowohl Lehrkräfte als auch Schüler*innen kön-ernennen und auszubilden. Sowohl Lehrkräfte als auch Schüler*innen kön- nen zu Smartboard-Expert*innen ausgebildet werden.nen zu Smartboard-Expert*innen ausgebildet werden. Medienbeauftragte Lehrkraft: „[W]ir haben- da ist jetzt doch wie-Medienbeauftragte Lehrkraft: „[W]ir haben- da ist jetzt doch wie- der ein anderes Projekt, was nicht Inklusion ist, aber Medien, wir der ein anderes Projekt, was nicht Inklusion ist, aber Medien, wir haben auch teilgenommen am Projekt Medienscouts. Das finde ich haben auch teilgenommen am Projekt Medienscouts. Das finde ich total spannend. Da war ich auch Mitinitiator. Da haben wir also, ich total spannend. Da war ich auch Mitinitiator. Da haben wir also, ich glaube über ein Jahr so, so eine Ausbildung bekommen, [...] also glaube über ein Jahr so, so eine Ausbildung bekommen, [...] also ein Kollege und ich. Und fünf Schüler hatten wir dabei. Und dann ein Kollege und ich. Und fünf Schüler hatten wir dabei. Und dann gab es nochmal, das war total toll, so [...] ein Workshop, [...] wo, gab es nochmal, das war total toll, so [...] ein Workshop, [...] wo, ich glaube fünf oder sechs Schulen, mit jeweils vier oder fünf Schü-ich glaube fünf oder sechs Schulen, mit jeweils vier oder fünf Schü- lern, dabei waren. Und das waren eine Kraft und eine Dynamik, lern, dabei waren. Und das waren eine Kraft und eine Dynamik, die hatte ich noch gar nicht kennengelernt. Weil wir ja immer diese die hatte ich noch gar nicht kennengelernt. Weil wir ja immer diese heterogene Mischung haben von motivierten Schülern oder auch heterogene Mischung haben von motivierten Schülern oder auch nicht, und da waren nur also 25, 30 motivierte Schüler. Die müss-nicht, und da waren nur also 25, 30 motivierte Schüler. Die müss- ten wir nur füttern mit [...] [dem] Laptop oder mal einen Stick oder ten wir nur füttern mit [...] [dem] Laptop oder mal einen Stick oder so, aber die Aufgabe und [...] die mussten dann Workshops für die so, aber die Aufgabe und [...] die mussten dann Workshops für die anderen Schüler sozusagen erstellen. Das haben die komplett selb-anderen Schüler sozusagen erstellen. Das haben die komplett selb- ständig gemacht. Und zwar bis in die Abendstunden hinein, beim ständig gemacht. Und zwar bis in die Abendstunden hinein, beim Abendessen noch weiter gemacht und auf den Zimmern gesessen Abendessen noch weiter gemacht und auf den Zimmern gesessen und also das war eine Dynamik und Kraft, wir haben uns nur immer und also das war eine Dynamik und Kraft, wir haben uns nur immer angeguckt die Kollegen und gesagt: ‚So, so kann es auch gehen.‘ angeguckt die Kollegen und gesagt: ‚So, so kann es auch gehen.‘ So und dieses Projekt, das führen wir hier auch fort, und die ge-So und dieses Projekt, das führen wir hier auch fort, und die ge- hen also zum Beispiel mit diesem Thema ‚Soziale Netzwerke‘ in die hen also zum Beispiel mit diesem Thema ‚Soziale Netzwerke‘ in die Klassen 5 und 6 und erzählen dann von ihren Erfahrungen und so Klassen 5 und 6 und erzählen dann von ihren Erfahrungen und so weiter.“weiter.“ ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 52 Zusammenarbeit mit Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten Noch werden Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte viel zu selten aktiv in Noch werden Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte viel zu selten aktiv in die Schul- und Unterrichtsentwicklung einbezogen (Walper 2021, 337; DDS - Die die Schul- und Unterrichtsentwicklung einbezogen (Walper 2021, 337; DDS - Die Deutsche Schule 2021, 3). Im Kontext einer gelebten Unterstützungskultur be-Deutsche Schule 2021, 3). Im Kontext einer gelebten Unterstützungskultur be- deutet dies, kritisch zu hinterfragen, inwiefern ihnen eine passende Unterstüt-deutet dies, kritisch zu hinterfragen, inwiefern ihnen eine passende Unterstüt- zung angeboten werden kann und inwiefern sie selbst in Schule unterstützend zung angeboten werden kann und inwiefern sie selbst in Schule unterstützend mitwirken können.mitwirken können. Grundlegende Ausführungen zu der Einbindung der Sorgeberechtigten und Grundlegende Ausführungen zu der Einbindung der Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten in Schule finden Sie in dem Papier „Bildung und Er-Erziehungsbeteiligten in Schule finden Sie in dem Papier „Bildung und Er- ziehung als gemeinsame Aufgabe von Eltern und Schule -Informationen ziehung als gemeinsame Aufgabe von Eltern und Schule -Informationen der Länder über die Zusammenarbeit von Eltern und Schule“ (2018 (2003)). der Länder über die Zusammenarbeit von Eltern und Schule“ (2018 (2003)). https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschlues-https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschlues- se/2018/2018_10_11-Dokumentation-Bildung-und-Erziehung.pdfse/2018/2018_10_11-Dokumentation-Bildung-und-Erziehung.pdf Weitergehend Interessantes zu diesem Thema finden Sie hier: Weitergehend Interessantes zu diesem Thema finden Sie hier: https://www.waxmann.com/index.php?eID=download&id_ausga-https://www.waxmann.com/index.php?eID=download&id_ausga- be=AUG100415&uid=openaccessbe=AUG100415&uid=openaccess https://www.pedocs.de/volltexte/2021/23443/pdf/DDS_2021_3_Walper_El-https://www.pedocs.de/volltexte/2021/23443/pdf/DDS_2021_3_Walper_El- tern_und_Schule.pdftern_und_Schule.pdf Es geht darum, dass Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte auch als zugehö-Es geht darum, dass Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte auch als zugehö- rig zu den Mitgliedern in Schule angesehen werden, die gehört und in ihren Kom-rig zu den Mitgliedern in Schule angesehen werden, die gehört und in ihren Kom- petenzen wahrgenommen werden. Um die Sorgeberechtigten und Erziehungsbe-petenzen wahrgenommen werden. Um die Sorgeberechtigten und Erziehungsbe- teiligten verstärkt an der Gestaltung von Schule beteiligen zu können, kann man teiligten verstärkt an der Gestaltung von Schule beteiligen zu können, kann man sich dem mit folgenden Fragen reflexiv nähern: sich dem mit folgenden Fragen reflexiv nähern: • • Welche Stärken bringen die Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten mit?Welche Stärken bringen die Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten mit? • • Welche Unterstützung benötigen die Sorgeberechtigten und Erziehungsbetei-Welche Unterstützung benötigen die Sorgeberechtigten und Erziehungsbetei- ligten, damit die Bildung der Schüler*innen bestmöglich stattfinden kann?ligten, damit die Bildung der Schüler*innen bestmöglich stattfinden kann? • • Wer von ihnen bringt sich gerne ein, weil entsprechende Kapazitäten zur Ver-Wer von ihnen bringt sich gerne ein, weil entsprechende Kapazitäten zur Ver- fügung stehen?fügung stehen? Impuls: Barrieren in der Kommunikation abbauen In Zusammenarbeit mit den Lehrkräften findet die Einbindung der Sorgeberech-In Zusammenarbeit mit den Lehrkräften findet die Einbindung der Sorgeberech- tigten und der Erziehungsbeteiligten bereits im Rahmen traditioneller Elternarbeit tigten und der Erziehungsbeteiligten bereits im Rahmen traditioneller Elternarbeit statt. Die Zuhilfenahme digitaler Medien kann die Kommunikationen mit den Sor-statt. Die Zuhilfenahme digitaler Medien kann die Kommunikationen mit den Sor- geberechtigten und Erziehungsbeteiligten unterstützen bzw. vereinfachen, indem geberechtigten und Erziehungsbeteiligten unterstützen bzw. vereinfachen, indem https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2018/2018_10_11-Dokumentation-Bildung-und-Erziehung.pdf https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2018/2018_10_11-Dokumentation-Bildung-und-Erziehung.pdf https://www.waxmann.com/index.php?eID=download&id_ausgabe=AUG100415&uid=openaccess https://www.waxmann.com/index.php?eID=download&id_ausgabe=AUG100415&uid=openaccess https://www.pedocs.de/volltexte/2021/23443/pdf/DDS_2021_3_Walper_Eltern_und_Schule.pdf https://www.pedocs.de/volltexte/2021/23443/pdf/DDS_2021_3_Walper_Eltern_und_Schule.pdf 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 53 bspw. hybride Veranstaltungsformate angeboten werden, die eine niedrigschwel-bspw. hybride Veranstaltungsformate angeboten werden, die eine niedrigschwel- lige Teilnahme ermöglichen. Darüber hinaus gibt es Onlineplattformen, über die lige Teilnahme ermöglichen. Darüber hinaus gibt es Onlineplattformen, über die kurzfristig Dolmetscher*innen zu einem Gespräch digital hinzugeholt werden kurzfristig Dolmetscher*innen zu einem Gespräch digital hinzugeholt werden können. Durch das Hinzuziehen von Dolmetscher*innen können Sprachbarrieren können. Durch das Hinzuziehen von Dolmetscher*innen können Sprachbarrieren zwischen Gesprächsteilnehmenden abgebaut werden. Das zuständige Schulamt zwischen Gesprächsteilnehmenden abgebaut werden. Das zuständige Schulamt kann sich an der Finanzierung dieser Unterstützungsleistung beteiligen. kann sich an der Finanzierung dieser Unterstützungsleistung beteiligen. Impuls: Begegnungsorte schaffen Im Rahmen schulischer Unterstützungskultur könnten Sorgeberechtigte und Er-Im Rahmen schulischer Unterstützungskultur könnten Sorgeberechtigte und Er- ziehungsbeteiligte ein Café betreuen, das als Begegnungsstätte für Sorgeberech-ziehungsbeteiligte ein Café betreuen, das als Begegnungsstätte für Sorgeberech- tigte und Erziehungsbeteiligte fungiert. Denkbar ist, dass das Cafè auch anderen tigte und Erziehungsbeteiligte fungiert. Denkbar ist, dass das Cafè auch anderen Mitgliedern in Schule als Anlaufstelle für informellen Austausch dient. Das Café Mitgliedern in Schule als Anlaufstelle für informellen Austausch dient. Das Café würde einen Ort bilden, an dem man sich über die Kinder und Jugendlichen, ihre würde einen Ort bilden, an dem man sich über die Kinder und Jugendlichen, ihre (schulische) Entwicklung und die damit verbundenen Hürden und Lichtblicke, das (schulische) Entwicklung und die damit verbundenen Hürden und Lichtblicke, das schulische Umfeld und andere Alltagssorgen austauschen kann. So würde ein schulische Umfeld und andere Alltagssorgen austauschen kann. So würde ein weiterer Ort für Begegnungen geschaffen, der den Austausch befördert, Verbun-weiterer Ort für Begegnungen geschaffen, der den Austausch befördert, Verbun- denheit mit der Schule stärkt, Ideen hervorbringen und ein Mehr an Partizipation denheit mit der Schule stärkt, Ideen hervorbringen und ein Mehr an Partizipation initiieren kann.initiieren kann. Dazu passend verweisen wir auf die Grundschule Mümmelmannsberg in Dazu passend verweisen wir auf die Grundschule Mümmelmannsberg in Hamburg. Weitere Informationen unter folgenden Links:Hamburg. Weitere Informationen unter folgenden Links: https://www.grundschule-muemmelmannsberg.de/elternkooperation/fly-el-https://www.grundschule-muemmelmannsberg.de/elternkooperation/fly-el- ternarbeit/ternarbeit/ http://www.stadtteilschule-muemmelmannsberg.de/news/eroeffnung-unseres-http://www.stadtteilschule-muemmelmannsberg.de/news/eroeffnung-unseres- elternclubs.htmlelternclubs.html Einer sich gegenseitig zugewandten Haltung mitsamt dem Gedanken der gegen-Einer sich gegenseitig zugewandten Haltung mitsamt dem Gedanken der gegen- seitigen Unterstützung kommt eine besondere Relevanz in einer inklusiv-digitalen seitigen Unterstützung kommt eine besondere Relevanz in einer inklusiv-digitalen Schule zu. Den sich stellenden Herausforderungen kann man leichter begegnen, Schule zu. Den sich stellenden Herausforderungen kann man leichter begegnen, wenn man unterschiedliche Stärken und Kompetenzen zusammenbringt. Der Un-wenn man unterschiedliche Stärken und Kompetenzen zusammenbringt. Der Un- terstützungskultur ist immanent, dass nicht jedes Mitglied in Schule Unbekanntes terstützungskultur ist immanent, dass nicht jedes Mitglied in Schule Unbekanntes aus eigener Kraft heraus bewältigen muss. Vielmehr kann in einem (individuel-aus eigener Kraft heraus bewältigen muss. Vielmehr kann in einem (individuel- len) Reflexionsprozess eruiert werden, welche Kompetenzen notwendig sind, um len) Reflexionsprozess eruiert werden, welche Kompetenzen notwendig sind, um der neuen Aufgabe zu begegnen. In einem zweiten Schritt kann man sich dann der neuen Aufgabe zu begegnen. In einem zweiten Schritt kann man sich dann auf die Suche nach passenden Unterstützer*innen und Impulsgeber*innen ma-auf die Suche nach passenden Unterstützer*innen und Impulsgeber*innen ma- chen. In einer anderen Weise können Mitglieder in Schule neue Entdeckungen, chen. In einer anderen Weise können Mitglieder in Schule neue Entdeckungen, die sie bspw. im Hinblick auf neue Lernsoftware oder Kommunikationstools ge-die sie bspw. im Hinblick auf neue Lernsoftware oder Kommunikationstools ge- macht haben, aktiv mit anderen teilen. So können sie dazu beitragen, dass auch macht haben, aktiv mit anderen teilen. So können sie dazu beitragen, dass auch andere von den eigenen Kenntnissen profitieren und nach und nach immer mehr andere von den eigenen Kenntnissen profitieren und nach und nach immer mehr https://www.grundschule-muemmelmannsberg.de/elternkooperation/fly-elternarbeit/ https://www.grundschule-muemmelmannsberg.de/elternkooperation/fly-elternarbeit/ http://www.stadtteilschule-muemmelmannsberg.de/news/eroeffnung-unseres-elternclubs.html http://www.stadtteilschule-muemmelmannsberg.de/news/eroeffnung-unseres-elternclubs.html 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 54 Mitglieder in Schule ihre Kompetenzen in Sachen digitale Medien ausschärfen und Mitglieder in Schule ihre Kompetenzen in Sachen digitale Medien ausschärfen und an Sicherheit und Souveränität gewinnen. Vor allem vor dem Hintergrund der an Sicherheit und Souveränität gewinnen. Vor allem vor dem Hintergrund der Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung ist es notwendig, dass verschiedene Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung ist es notwendig, dass verschiedene Kompetenzen gebündelt werden und sich daraus Synergieeffekte ableiten: Das Kompetenzen gebündelt werden und sich daraus Synergieeffekte ableiten: Das Wissen über Inklusion, gepaart mit dem über Digitalisierung, kann zu ganz neuen Wissen über Inklusion, gepaart mit dem über Digitalisierung, kann zu ganz neuen Strategien führen und vermeintliche Fragestellungen beantwortbar machen. Strategien führen und vermeintliche Fragestellungen beantwortbar machen. 2.5 Kooperations- und Kollaborationskultur2.5 Kooperations- und Kollaborationskultur Die Bausteine Kooperations- und Kollaborationskultur möchten das Gemeinsame, Die Bausteine Kooperations- und Kollaborationskultur möchten das Gemeinsame, die Zusammenarbeit Vieler, betonen und beinhalten damit auch eine Abkehr von die Zusammenarbeit Vieler, betonen und beinhalten damit auch eine Abkehr von dem Einzelkämpfer*innentum in Schule. Durch eine stärkere Belebung der Zu-dem Einzelkämpfer*innentum in Schule. Durch eine stärkere Belebung der Zu- sammenarbeit können einzelne Personen oder ganze Gruppen voneinander profi-sammenarbeit können einzelne Personen oder ganze Gruppen voneinander profi- tieren (Schulz 2021, 232). Dabei kann zwischen innerschulischer und außerschu-tieren (Schulz 2021, 232). Dabei kann zwischen innerschulischer und außerschu- lischer Kooperation und Kollaboration unterschieden werden.lischer Kooperation und Kollaboration unterschieden werden. Interessantes zum Stöbern zu Kooperation und Kollaboration finden Sie Interessantes zum Stöbern zu Kooperation und Kollaboration finden Sie unter: unter: https://www.innovationsschule.at/2017/02/28/der-unterschied-zwischen-ko-https://www.innovationsschule.at/2017/02/28/der-unterschied-zwischen-ko- operation-und-kollaboration/operation-und-kollaboration/ https://blberufsschulen.eduloop.de/loop/Kooperation_und_Kollaborationhttps://blberufsschulen.eduloop.de/loop/Kooperation_und_Kollaboration https://www.medien-in-die-schule.de/werkzeugkaesten/werkzeugkasten-kolla-https://www.medien-in-die-schule.de/werkzeugkaesten/werkzeugkasten-kolla- boratives-lernen-im-internet/einleitung-werkzeugkasten-kollaboratives-lernen-boratives-lernen-im-internet/einleitung-werkzeugkasten-kollaboratives-lernen- im-internet/im-internet/ Innerschulische Kooperation und Kollaboration Innerschulische Kooperationen und Kollaborationen konkretisieren sich unter Innerschulische Kooperationen und Kollaborationen konkretisieren sich unter anderem in den weiter oben beschriebenen crossfunktionalen Teams (siehe anderem in den weiter oben beschriebenen crossfunktionalen Teams (siehe Unterstützungskultur), bei internen Fortbildungen (siehe Unterstützungskultur), Unterstützungskultur), bei internen Fortbildungen (siehe Unterstützungskultur), in Schüler*innenvertretungen (siehe Partizipationskultur), Medienscouts (siehe in Schüler*innenvertretungen (siehe Partizipationskultur), Medienscouts (siehe Unterstützungskultur), Elternvertretungen (siehe Partizipationskultur), Steuer-Unterstützungskultur), Elternvertretungen (siehe Partizipationskultur), Steuer- gruppen und sonstigen Arbeitsgruppen. Die unterschiedlichen Kooperations- und gruppen und sonstigen Arbeitsgruppen. Die unterschiedlichen Kooperations- und Kollaborationsformate können innerhalb einer Mitgliedergruppe oder mitglieder-Kollaborationsformate können innerhalb einer Mitgliedergruppe oder mitglieder- gruppenübergreifend organisiert sein.gruppenübergreifend organisiert sein. Darüber hinaus kommt diesem Baustein auf Unterrichtsebene eine besondere Darüber hinaus kommt diesem Baustein auf Unterrichtsebene eine besondere Bedeutung zu (Methlagl & Vogl 2020), die im dazugehörigen Bedeutung zu (Methlagl & Vogl 2020), die im dazugehörigen KapitelKapitel ausdifferen- ausdifferen- ziert wird.ziert wird. https://www.innovationsschule.at/2017/02/28/der-unterschied-zwischen-kooperation-und-kollaboration/ https://www.innovationsschule.at/2017/02/28/der-unterschied-zwischen-kooperation-und-kollaboration/ https://blberufsschulen.eduloop.de/loop/Kooperation_und_Kollaboration https://www.medien-in-die-schule.de/werkzeugkaesten/werkzeugkasten-kollaboratives-lernen-im-internet/einleitung-werkzeugkasten-kollaboratives-lernen-im-internet/ https://www.medien-in-die-schule.de/werkzeugkaesten/werkzeugkasten-kollaboratives-lernen-im-internet/einleitung-werkzeugkasten-kollaboratives-lernen-im-internet/ https://www.medien-in-die-schule.de/werkzeugkaesten/werkzeugkasten-kollaboratives-lernen-im-internet/einleitung-werkzeugkasten-kollaboratives-lernen-im-internet/ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 55 Ein Blick in die schulische Praxis Wie die Abbildung 6 (Nutzung Fort- und Weiterbildung) im Wie die Abbildung 6 (Nutzung Fort- und Weiterbildung) im Abschnitt 2.4Abschnitt 2.4 zu zu Fortbildungen bereits aufzeigen konnte, tauschen sich Lehrkräfte häufig in-Fortbildungen bereits aufzeigen konnte, tauschen sich Lehrkräfte häufig in- formell über inklusive und digitale Themen aus. formell über inklusive und digitale Themen aus. Im Zuge der Interviews mit Lehrkräften verschiedener Schulformen ist deut-Im Zuge der Interviews mit Lehrkräften verschiedener Schulformen ist deut- lich geworden, dass insbesondere fest in den Stundenplan integrierte Zeiten lich geworden, dass insbesondere fest in den Stundenplan integrierte Zeiten für Austausch und Absprachen essenziell für einen gelungenen inklusiv-digi-für Austausch und Absprachen essenziell für einen gelungenen inklusiv-digi- talen Unterricht sind. Sowohl für planerische Gespräche zwischen Kolleg*in-talen Unterricht sind. Sowohl für planerische Gespräche zwischen Kolleg*in- nen (mit verschiedenen Professionen) als auch für das Einarbeiten in digitale nen (mit verschiedenen Professionen) als auch für das Einarbeiten in digitale Anwendungen brauchen die Lehrkräfte verbindliche Zeitfenster innerhalb Anwendungen brauchen die Lehrkräfte verbindliche Zeitfenster innerhalb ihrer Dienstzeit, um einen qualitativ hochwertigen Unterricht für alle Schü-ihrer Dienstzeit, um einen qualitativ hochwertigen Unterricht für alle Schü- ler*innen anbieten zu können. Der inklusive Unterricht ist durch ein hohes ler*innen anbieten zu können. Der inklusive Unterricht ist durch ein hohes Maß an Binnendifferenzierung (siehe Maß an Binnendifferenzierung (siehe Kapitel UnterrichtKapitel Unterricht) gekennzeichnet ) gekennzeichnet und wird optimalerweise von verschiedenen Pädagog*innen begleitet. Da-und wird optimalerweise von verschiedenen Pädagog*innen begleitet. Da- mit der Unterricht für jede*n Schüler*in einen Lernfortschritt ermöglichen mit der Unterricht für jede*n Schüler*in einen Lernfortschritt ermöglichen kann, sind Zeitfenster (außerhalb der Pausenzeiten) erforderlich, in denen kann, sind Zeitfenster (außerhalb der Pausenzeiten) erforderlich, in denen die Fachkräfte gemeinsam den passgenauen Unterricht vorbereiten können. die Fachkräfte gemeinsam den passgenauen Unterricht vorbereiten können. Auch regelmäßige Sitzungen, bei denen gemeinsam Klassenarbeiten inner-Auch regelmäßige Sitzungen, bei denen gemeinsam Klassenarbeiten inner- halb des Fachkolleg*innenteams eines Jahrgangs konzipiert werden, er-halb des Fachkolleg*innenteams eines Jahrgangs konzipiert werden, er- leichtern die Unterrichtsplanung. Die Lehrkräfte sind darüber hinaus bereit, leichtern die Unterrichtsplanung. Die Lehrkräfte sind darüber hinaus bereit, neue digitale Elemente für ihren Unterricht kennenzulernen – insbesondere neue digitale Elemente für ihren Unterricht kennenzulernen – insbesondere dann, wenn medienaffine Kolleg*innen ihnen die Funktionsweisen und An-dann, wenn medienaffine Kolleg*innen ihnen die Funktionsweisen und An- wendungsmöglichkeiten nahebringen. Für diese kollegiale Weiterbildung wendungsmöglichkeiten nahebringen. Für diese kollegiale Weiterbildung wünschen sie sich jedoch auch definierte Zeiträume innerhalb ihrer Arbeits-wünschen sie sich jedoch auch definierte Zeiträume innerhalb ihrer Arbeits- zeit. Zudem erfordert das Integrieren des schulischen Medienkonzepts in zeit. Zudem erfordert das Integrieren des schulischen Medienkonzepts in den Fachunterricht einen regelmäßigen Austausch der Fachkolleg*innen. Die den Fachunterricht einen regelmäßigen Austausch der Fachkolleg*innen. Die Lehrkräfte nehmen somit den hohen Mehrwert von Austausch und Abspra-Lehrkräfte nehmen somit den hohen Mehrwert von Austausch und Abspra- chen innerhalb ihres multiprofessionellen Kollegiums wahr und wünschen chen innerhalb ihres multiprofessionellen Kollegiums wahr und wünschen sich dafür fest in ihre Dienstpläne integrierte Zeiträume.sich dafür fest in ihre Dienstpläne integrierte Zeiträume. Fachlehrkraft: „Also für mich fließen die Themen auf jeden Fall inei-Fachlehrkraft: „Also für mich fließen die Themen auf jeden Fall inei- nander über und das ergibt Sinn, darüber zu reden in dem Zusam-nander über und das ergibt Sinn, darüber zu reden in dem Zusam- menhang. Ich finde das wichtig, weil ohne diese Bereiche Differen-menhang. Ich finde das wichtig, weil ohne diese Bereiche Differen- zierung, Inklusion und Medien Unterricht gar nicht mehr stattfinden zierung, Inklusion und Medien Unterricht gar nicht mehr stattfinden kann. Also das wäre kein Unterricht mehr, der meiner Meinung kann. Also das wäre kein Unterricht mehr, der meiner Meinung nach überhaupt repräsentativ sein kann für Schule und so lange die nach überhaupt repräsentativ sein kann für Schule und so lange die Voraussetzungen gegeben sind, wie bei uns an der Schule, dass wir Voraussetzungen gegeben sind, wie bei uns an der Schule, dass wir die technischen Mittel und Apps und wie auch immer alles haben die technischen Mittel und Apps und wie auch immer alles haben und auch diese Förderstunden bestehen, diese Zusammenarbeit und auch diese Förderstunden bestehen, diese Zusammenarbeit zwischen Förder- und Regelschullehrkraft funktioniert. Ja, also das zwischen Förder- und Regelschullehrkraft funktioniert. Ja, also das sind die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen und alles ande-sind die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen und alles ande- re ergibt sich ja im Laufe der Zusammenarbeit und der Klasse, die re ergibt sich ja im Laufe der Zusammenarbeit und der Klasse, die man da auch natürlich vor sich sitzen hat.“man da auch natürlich vor sich sitzen hat.“ Solch ein informeller Austausch zeigte sich auch im Zuge der Schulschlie-Solch ein informeller Austausch zeigte sich auch im Zuge der Schulschlie- ßung während der Sars-CoV-2-Pandemie. Eine Lehrkraft berichtet davon, ßung während der Sars-CoV-2-Pandemie. Eine Lehrkraft berichtet davon, ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 56 zunächst für die eigene Mathematikklasse Lernvideos erstellt zu haben, um zunächst für die eigene Mathematikklasse Lernvideos erstellt zu haben, um die Schüler*innen bei der häuslichen Bearbeitung der gestellten Aufgaben die Schüler*innen bei der häuslichen Bearbeitung der gestellten Aufgaben zu unterstützen. Da es sich bei der interviewten Person um den*die Medien-zu unterstützen. Da es sich bei der interviewten Person um den*die Medien- beauftragte*r der Schule handelte, wendeten sich Kolleg*innen mit weiteren beauftragte*r der Schule handelte, wendeten sich Kolleg*innen mit weiteren Videowünschen an diese Lehrkraft. So kam es, dass ein eigener YouTube-Videowünschen an diese Lehrkraft. So kam es, dass ein eigener YouTube- Kanal erstellt wurde und die Lehrkraft eine Vielzahl unterschiedlicher Lern-Kanal erstellt wurde und die Lehrkraft eine Vielzahl unterschiedlicher Lern- videos für das gesamte Team erstellt hat. Eine weitere Lehrkraft berichtete videos für das gesamte Team erstellt hat. Eine weitere Lehrkraft berichtete davon, die Kolleg*innen bei der Gestaltung von Lernmaterialien und bspw. davon, die Kolleg*innen bei der Gestaltung von Lernmaterialien und bspw. der Einbindung von QR-Codes auf Wochenplänen während der Zeit des der Einbindung von QR-Codes auf Wochenplänen während der Zeit des Homeschooling unterstützt zu haben. Auch in solch herausfordernden Zeiten, Homeschooling unterstützt zu haben. Auch in solch herausfordernden Zeiten, welche auch privat zur Belastung führen können, haben sich die Lehrkräfte welche auch privat zur Belastung führen können, haben sich die Lehrkräfte gegenseitig unterstützt, was wiederum Vorteile für sie selbst und die Schü-gegenseitig unterstützt, was wiederum Vorteile für sie selbst und die Schü- ler*innen der gesamten Schule mit sich brachte.ler*innen der gesamten Schule mit sich brachte. Eine weitere wichtige Ressource im Rahmen innerschulischer Kooperation Eine weitere wichtige Ressource im Rahmen innerschulischer Kooperation und Kollaboration stellt die kollaborative Materialgestaltung und -sammlung und Kollaboration stellt die kollaborative Materialgestaltung und -sammlung dar. Eine Lehrkraft berichtet im Zuge eines Interviews von einer engen Zu-dar. Eine Lehrkraft berichtet im Zuge eines Interviews von einer engen Zu- sammenarbeit innerhalb des Jahrgangsteams, um eine effiziente Unterrichts-sammenarbeit innerhalb des Jahrgangsteams, um eine effiziente Unterrichts- vorbereitung zu ermöglichen. Alle Klassen eines Jahrgangs behandeln zeit-vorbereitung zu ermöglichen. Alle Klassen eines Jahrgangs behandeln zeit- gleich das gleiche Thema. Die Unterrichtseinheiten werden abwechselnd von gleich das gleiche Thema. Die Unterrichtseinheiten werden abwechselnd von ausschließlich einem*einer Kolleg*in vorbereitet, sodass die Arbeitsbelastung ausschließlich einem*einer Kolleg*in vorbereitet, sodass die Arbeitsbelastung für jede Lehrkraft möglichst gering ausfällt. Durch den aus diesem Vorgehen für jede Lehrkraft möglichst gering ausfällt. Durch den aus diesem Vorgehen resultierenden regelmäßigen Austausch entstehen stetig Innovationen, so-resultierenden regelmäßigen Austausch entstehen stetig Innovationen, so- dass Unterrichtseinheiten häufig angepasst und optimiert werden:dass Unterrichtseinheiten häufig angepasst und optimiert werden: Fachlehrkraft: „[…] da kommen dann eben auch mal irgendwie Fachlehrkraft: „[…] da kommen dann eben auch mal irgendwie Neuerungen zustande, sodass wir uns dann austauschen und sa-Neuerungen zustande, sodass wir uns dann austauschen und sa- gen: ‚Mensch, so wie wir jetzt die Epochen die ganze Zeit behandelt gen: ‚Mensch, so wie wir jetzt die Epochen die ganze Zeit behandelt haben, das ist es echt ein bisschen langweilig, wollen wir nicht das haben, das ist es echt ein bisschen langweilig, wollen wir nicht das nächste Mal vielleicht das so machen, dass die Kinder einen Erklär-nächste Mal vielleicht das so machen, dass die Kinder einen Erklär- film drehen und einfach nur das Material von uns kriegen und sie film drehen und einfach nur das Material von uns kriegen und sie daraus eben für ihre Epoche, meinetwegen Barock, einen Erklär-daraus eben für ihre Epoche, meinetwegen Barock, einen Erklär- film erstellen müssen?‘ […]. [D]afür hat man nur Zeit, wenn man film erstellen müssen?‘ […]. [D]afür hat man nur Zeit, wenn man jetzt nicht jede Unterrichtseinheit selber vorbereiten muss, sondern jetzt nicht jede Unterrichtseinheit selber vorbereiten muss, sondern eben dann vielleicht nur jede dritte oder vierte.“eben dann vielleicht nur jede dritte oder vierte.“ Eine weitere Lehrkraft erklärte zudem ein Prinzip der gemeinsamen Mate-Eine weitere Lehrkraft erklärte zudem ein Prinzip der gemeinsamen Mate- rialsammlung: Der*die Fachkoordinator*in eines jeden Jahrgangs sammelt rialsammlung: Der*die Fachkoordinator*in eines jeden Jahrgangs sammelt für sein*ihr Fach alle Materialien (z. B. Arbeitsblätter, Smartboard-Dateien, für sein*ihr Fach alle Materialien (z. B. Arbeitsblätter, Smartboard-Dateien, Klassenarbeiten, Lesetagebücher etc.), die im Laufe des Schuljahres erstellt Klassenarbeiten, Lesetagebücher etc.), die im Laufe des Schuljahres erstellt werden. Dann übergibt der*die Fachkoordinator*in die Materialien am Ende werden. Dann übergibt der*die Fachkoordinator*in die Materialien am Ende eines Schuljahres im Rahmen einer Übergabekonferenz an den*die Fachko-eines Schuljahres im Rahmen einer Übergabekonferenz an den*die Fachko- ordinator*in des darauffolgenden Jahrgangs. Somit kann der nächste Jahr-ordinator*in des darauffolgenden Jahrgangs. Somit kann der nächste Jahr- gang von den bereits erstellten Materialien und Erfahrungen profitieren und gang von den bereits erstellten Materialien und Erfahrungen profitieren und Inspirationen für neue Entwürfe sammeln.Inspirationen für neue Entwürfe sammeln. Die schulinterne Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung findet in den Die schulinterne Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung findet in den meisten Fällen über einzelne Personen statt, die sich vor allem mit einem meisten Fällen über einzelne Personen statt, die sich vor allem mit einem der beiden Themen besonders befassen, beispielsweise Sonderpädagog*in-der beiden Themen besonders befassen, beispielsweise Sonderpädagog*in- ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 57 nen und Medienbeauftragte. Oftmals gelten diese Personen als inoffizielle nen und Medienbeauftragte. Oftmals gelten diese Personen als inoffizielle Ansprechpartner*innen, die bei Fragen zu bestimmten Fällen beratend zur Ansprechpartner*innen, die bei Fragen zu bestimmten Fällen beratend zur Seite stehen. Nur eine der neun Kooperationsschulen hat eine etablierte Seite stehen. Nur eine der neun Kooperationsschulen hat eine etablierte Funktionsstelle zum Thema Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung. Funktionsstelle zum Thema Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung. Im folgenden Zitat beschreibt eine Fachlehrkraft ihren Austausch mit der mit Im folgenden Zitat beschreibt eine Fachlehrkraft ihren Austausch mit der mit Inklusion und Digitalisierung betrauten Person. Inklusion und Digitalisierung betrauten Person. Fachlehrkraft: „Und zwar ist das so, dass [Person] und ich zum Fachlehrkraft: „Und zwar ist das so, dass [Person] und ich zum Beispiel, wir sind bei uns für den App-Kauf zuständig. Ne? Also die Beispiel, wir sind bei uns für den App-Kauf zuständig. Ne? Also die Kollegen, wenn die irgendeine App sehen, die sie brauchen, auch Kollegen, wenn die irgendeine App sehen, die sie brauchen, auch welche, die viel inklusiv arbeiten, dann können sie uns anschreiben welche, die viel inklusiv arbeiten, dann können sie uns anschreiben und sagen: ‚Es gibt da so eine App, da habe ich jetzt probeweise und sagen: ‚Es gibt da so eine App, da habe ich jetzt probeweise mit gearbeitet.‘ Oder: ‚Ich habe von dieser App gehört. Wäre es mit gearbeitet.‘ Oder: ‚Ich habe von dieser App gehört. Wäre es möglich, welche testweise irgendwie anzuschaffen?‘ Dann können möglich, welche testweise irgendwie anzuschaffen?‘ Dann können wir, also machen wir uns dann schlau. Wir gucken dann einmal, wie wir, also machen wir uns dann schlau. Wir gucken dann einmal, wie es datenschutzrechtlich ist. [...] Und dann haben wir die Möglich-es datenschutzrechtlich ist. [...] Und dann haben wir die Möglich- keit über dieses System, über das MDM-System diese App gewis-keit über dieses System, über das MDM-System diese App gewis- sen Schülern zugänglich zu machen. Wir können sagen, die können sen Schülern zugänglich zu machen. Wir können sagen, die können von jedem Schüler bezogen werden.“von jedem Schüler bezogen werden.“ Im Rahmen eines nicht institutionalisierten Austauschs innerhalb des Kolle-Im Rahmen eines nicht institutionalisierten Austauschs innerhalb des Kolle- giums oder mit (in)offiziellen Ansprechpartner*innen besprechen sich Lehr-giums oder mit (in)offiziellen Ansprechpartner*innen besprechen sich Lehr- kräfte über einen sinnvollen Einsatz digitaler Medien, um auf einzelne För-kräfte über einen sinnvollen Einsatz digitaler Medien, um auf einzelne För- derbedarfe von Schüler*innen eingehen zu können. Dieser Austausch findet derbedarfe von Schüler*innen eingehen zu können. Dieser Austausch findet kurzfristig anberaumt entweder auf Dienstbesprechungen statt oder weitaus kurzfristig anberaumt entweder auf Dienstbesprechungen statt oder weitaus häufiger über Türschwellen-Gespräche:häufiger über Türschwellen-Gespräche: Medienbeauftragte Lehrkraft: „Keine Ahnung, ich kann wirklich nur Medienbeauftragte Lehrkraft: „Keine Ahnung, ich kann wirklich nur davon sprechen, was ich so in der Absprache mit einigen Kollegen davon sprechen, was ich so in der Absprache mit einigen Kollegen mitbekomme. […] [U]nd da ist es wirklich so, in Englisch arbeiten mitbekomme. […] [U]nd da ist es wirklich so, in Englisch arbeiten wir zum Beispiel mit drei Kollegen immer ganz eng zusammen, wir zum Beispiel mit drei Kollegen immer ganz eng zusammen, haben dann eine Idee, was wollen wir machen und da ist es dann haben dann eine Idee, was wollen wir machen und da ist es dann wirklich so, diese Erfahrung, die jeder mit einbringt: Also das wäre wirklich so, diese Erfahrung, die jeder mit einbringt: Also das wäre ganz gut für die I-Kinder, das können wir gut für die als Hilfe mit ganz gut für die I-Kinder, das können wir gut für die als Hilfe mit einsetzen und das gibt man dann in der Fachschaftskonferenz an einsetzen und das gibt man dann in der Fachschaftskonferenz an alle anderen Englischkollegen irgendwie weiter und so. So ist das alle anderen Englischkollegen irgendwie weiter und so. So ist das eher.“eher.“ Außerschulische Kooperation und Kollaboration Die Bestrebungen, Kooperationen und Kollaborationen auszubauen und fest in Die Bestrebungen, Kooperationen und Kollaborationen auszubauen und fest in den schulischen Alltag einzubinden, erweisen sich als wichtige Elemente einer den schulischen Alltag einzubinden, erweisen sich als wichtige Elemente einer durch Partizipation getragenen und durch digitale Medien unterstützten Schule. durch Partizipation getragenen und durch digitale Medien unterstützten Schule. Jedoch sollten Kooperationen und Kollaborationen nicht nur im Inneren der Schu-Jedoch sollten Kooperationen und Kollaborationen nicht nur im Inneren der Schu- le befördert werden. Vielmehr soll dazu angeregt werden, auch außerschulische le befördert werden. Vielmehr soll dazu angeregt werden, auch außerschulische Kooperationen und Kollaborationen in die Schulkultur zu integrieren. Insbeson-Kooperationen und Kollaborationen in die Schulkultur zu integrieren. Insbeson- ““ ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 58 dere für Schüler*innen bieten diese das Potenzial, sich neue Welten zu erschlie-dere für Schüler*innen bieten diese das Potenzial, sich neue Welten zu erschlie- ßen, mit denen sie innerhalb der heutigen Schule wenig bis gar nicht in Kontakt ßen, mit denen sie innerhalb der heutigen Schule wenig bis gar nicht in Kontakt kommen können. In der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, Betrieben kommen können. In der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, Betrieben und Einrichtungen können neue Bildungsformate für Schüler*innen entstehen, und Einrichtungen können neue Bildungsformate für Schüler*innen entstehen, die einen deutlichen Lebensweltbezug bieten. Aber auch für andere Mitglieder in die einen deutlichen Lebensweltbezug bieten. Aber auch für andere Mitglieder in Schule können sich auf diesem Wege neue Impulse, Unterstützungsstrategien Schule können sich auf diesem Wege neue Impulse, Unterstützungsstrategien und Netzwerke für einen themenbezogenen Austausch ergeben.und Netzwerke für einen themenbezogenen Austausch ergeben. Aufgrund fortschreitender Digitalisierungsprozesse sind der Zusammenarbeit mit Aufgrund fortschreitender Digitalisierungsprozesse sind der Zusammenarbeit mit Kooperations- und Kollaborationspartner*innen im wahrsten Sinne keine Grenzen Kooperations- und Kollaborationspartner*innen im wahrsten Sinne keine Grenzen gesetzt: Sie kann regionaler, nationaler oder gar internationaler Gestalt sein und gesetzt: Sie kann regionaler, nationaler oder gar internationaler Gestalt sein und in unterschiedlichen Formaten realisiert werden. in unterschiedlichen Formaten realisiert werden. Impuls: Interkulturelle Lebenswelt Die Zusammenarbeit mit einer ausländischen Partnerschule kann bspw. neben Die Zusammenarbeit mit einer ausländischen Partnerschule kann bspw. neben tatsächlichen Besuchen vor Ort im digitalen Raum fortgesetzt werden, sodass tatsächlichen Besuchen vor Ort im digitalen Raum fortgesetzt werden, sodass neue Möglichkeiten für interkulturelle Projekte zwischen den Partnerschulen ge-neue Möglichkeiten für interkulturelle Projekte zwischen den Partnerschulen ge- schaffen werden. Die Lebenswelt der Schüler*innen, aber auch anderer Mitglieder schaffen werden. Die Lebenswelt der Schüler*innen, aber auch anderer Mitglieder in Schule lässt sich auf diese Weise ausweiten und das Verständnis für Vielfalt in Schule lässt sich auf diese Weise ausweiten und das Verständnis für Vielfalt ausprägen. ausprägen. Impuls: Netzwerke bilden Aus Netzwerken und Interessensgemeinschaften mit anderen Schulen können Aus Netzwerken und Interessensgemeinschaften mit anderen Schulen können neue Ressourcen geschöpft oder Impulse gewonnen werden:neue Ressourcen geschöpft oder Impulse gewonnen werden: 1. 1. Schulen können sich gegenseitig ihr digitales und veränderbares Lehr-/Lern-Schulen können sich gegenseitig ihr digitales und veränderbares Lehr-/Lern- material zur Verfügung stellen. Dadurch können die Lehrkräfte auf einen grö-material zur Verfügung stellen. Dadurch können die Lehrkräfte auf einen grö- ßeren Pool bestehend aus kostenfreien und erprobten Lehr-/Lernmaterialien ßeren Pool bestehend aus kostenfreien und erprobten Lehr-/Lernmaterialien zugreifen, die sie dann wiederum auf ihre Lerngruppe anpassen können. zugreifen, die sie dann wiederum auf ihre Lerngruppe anpassen können. 2. 2. Durch den Austausch zu Themen der Schul- und Unterrichtsentwicklung kön-Durch den Austausch zu Themen der Schul- und Unterrichtsentwicklung kön- nen neue Ideen und Anregungen für die Gestaltung der eigenen Schule ge-nen neue Ideen und Anregungen für die Gestaltung der eigenen Schule ge- wonnen werden.wonnen werden. Darüber hinaus muss die Zusammenarbeit zwischen Schulen nicht auf bilaterale Darüber hinaus muss die Zusammenarbeit zwischen Schulen nicht auf bilaterale Verbindungen beschränkt bleiben. Im Gegenteil: Es empfiehlt sich, die jeweilige Verbindungen beschränkt bleiben. Im Gegenteil: Es empfiehlt sich, die jeweilige Schule in Netzwerke einzubinden. Vielfältigen empirischen Erkenntnissen nach Schule in Netzwerke einzubinden. Vielfältigen empirischen Erkenntnissen nach kann das Schaffen und Pflegen von Netzwerken auch für Schulen mit großen kann das Schaffen und Pflegen von Netzwerken auch für Schulen mit großen Mehrwerten verbunden sein (Dedering 2012, 99f.). Lehrkräfte, die in Netzwer-Mehrwerten verbunden sein (Dedering 2012, 99f.). Lehrkräfte, die in Netzwer- ken arbeiten, sind demnach selbstbewusster, zufriedener und motivierter (ebd.). ken arbeiten, sind demnach selbstbewusster, zufriedener und motivierter (ebd.). Insgesamt hat die Arbeit in Netzwerken einen positiven Einfluss auf die Schul-Insgesamt hat die Arbeit in Netzwerken einen positiven Einfluss auf die Schul- programmarbeit (Holtappels 2014). Abschließend ist festzuhalten, dass sich die programmarbeit (Holtappels 2014). Abschließend ist festzuhalten, dass sich die Vorteile, die bereits aus bilateralen Verbünden erwachsen, in Netzwerken poten-Vorteile, die bereits aus bilateralen Verbünden erwachsen, in Netzwerken poten- zieren können.zieren können. 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 59 Ein Blick in die Praxis Die Lehrkräfte stehen einer Vernetzung generell sehr positiv gegenüber. Die Lehrkräfte stehen einer Vernetzung generell sehr positiv gegenüber. Kritisch angemerkt wird jedoch die zusätzliche Arbeit, die solch eine Ver-Kritisch angemerkt wird jedoch die zusätzliche Arbeit, die solch eine Ver- netzung oder Kooperation mit anderen Schulen oder externen Institutionen netzung oder Kooperation mit anderen Schulen oder externen Institutionen mit sich bringt. Eine Lehrkraft berichtet, dass ein enger Austausch mit den mit sich bringt. Eine Lehrkraft berichtet, dass ein enger Austausch mit den Partnerschulen über Schulentwicklungsanstrengungen positiv für den Ent-Partnerschulen über Schulentwicklungsanstrengungen positiv für den Ent- wicklungsprozess ist. Positiv bewertet werden die gleichen Herausforderun-wicklungsprozess ist. Positiv bewertet werden die gleichen Herausforderun- gen, mit denen sich die Schulen konfrontiert sehen und die doch oftmals gen, mit denen sich die Schulen konfrontiert sehen und die doch oftmals unterschiedlichen Herangehensweisen, sodass die Schulen viel voneinander unterschiedlichen Herangehensweisen, sodass die Schulen viel voneinander lernen können. Hierfür eignet sich auch ein Schulverbund, worüber sich viele lernen können. Hierfür eignet sich auch ein Schulverbund, worüber sich viele Schulen vernetzen und voneinander profitieren können. Der Austausch bspw. Schulen vernetzen und voneinander profitieren können. Der Austausch bspw. mit Grundschulen, Förderschulen, der Schulsozialarbeit etc. wird hierdurch mit Grundschulen, Förderschulen, der Schulsozialarbeit etc. wird hierdurch erleichtert, um auch gemeinsam Übergänge für Schüler*innen gestalten erleichtert, um auch gemeinsam Übergänge für Schüler*innen gestalten zu können. Des Weiteren wird berichtet, dass der Austausch zwischen den zu können. Des Weiteren wird berichtet, dass der Austausch zwischen den IT-Beauftragten unterschiedlicher Schulen zum einen dafür sorgt, dass die IT-Beauftragten unterschiedlicher Schulen zum einen dafür sorgt, dass die Lehrkräfte einen Überblick über aktuelle Soft- und Hardware erhalten. Zum Lehrkräfte einen Überblick über aktuelle Soft- und Hardware erhalten. Zum anderen werden die zur Nutzung notwendigen Rahmenbedingungen trans-anderen werden die zur Nutzung notwendigen Rahmenbedingungen trans- parent gemacht. Auch auf fachlicher Ebene mit Bezug zum Unterrichtsfach parent gemacht. Auch auf fachlicher Ebene mit Bezug zum Unterrichtsfach ist die Nutzung außerschulischer Angebote wie bspw. Stammtische, Arbeits-ist die Nutzung außerschulischer Angebote wie bspw. Stammtische, Arbeits- gemeinschaften etc. wertvoll. Eine Lehrkraft berichtet davon, dass ihr*ihm gemeinschaften etc. wertvoll. Eine Lehrkraft berichtet davon, dass ihr*ihm die regelmäßig stattfindenden Treffen im Rahmen eines Lehrkräfte-Stammti-die regelmäßig stattfindenden Treffen im Rahmen eines Lehrkräfte-Stammti- sches zum Austausch und der Diskussion über aktuelle Themen dienen.sches zum Austausch und der Diskussion über aktuelle Themen dienen. Einer Vernetzung mit externen Institutionen stehen Lehrkräfte eher kritisch Einer Vernetzung mit externen Institutionen stehen Lehrkräfte eher kritisch gegenüber. Bedenken über eine vermehrte firmenspezifische Werbung, wel-gegenüber. Bedenken über eine vermehrte firmenspezifische Werbung, wel- che durch die Anschaffung von Soft- und Hardware Einzug in die Schule che durch die Anschaffung von Soft- und Hardware Einzug in die Schule erhält, werden hierbei angebracht. Jedoch besteht ebenso der Wunsch auch erhält, werden hierbei angebracht. Jedoch besteht ebenso der Wunsch auch partizipativ bei der Gestaltung einer App – bspw. im Rahmen einer nut-partizipativ bei der Gestaltung einer App – bspw. im Rahmen einer nut- zer*innenzentrierten Entwicklung – beteiligt zu werden. Positiv hervorgeho-zer*innenzentrierten Entwicklung – beteiligt zu werden. Positiv hervorgeho- ben wird die Kooperation mit Universitäten, Berufsbildungszentren und klein- ben wird die Kooperation mit Universitäten, Berufsbildungszentren und klein- sowie mittelständischen Unternehmen, da sie ganz unterschiedliche Projekte sowie mittelständischen Unternehmen, da sie ganz unterschiedliche Projekte mit den Schüler*innen durchführen. Dieselben reichen von der Umgestaltung mit den Schüler*innen durchführen. Dieselben reichen von der Umgestaltung des Schulgartens bis zur Herstellung von Butter usw. des Schulgartens bis zur Herstellung von Butter usw. Als besonders wertvolle externe Partner*innen werden von vielen der Als besonders wertvolle externe Partner*innen werden von vielen der Dig*In-Kooperationsschulen die mit ihnen kooperierenden Förderzentren und Dig*In-Kooperationsschulen die mit ihnen kooperierenden Förderzentren und deren Expert*innen bewertet. Eine befragte Fachlehrkraft gibt dazu Aus-deren Expert*innen bewertet. Eine befragte Fachlehrkraft gibt dazu Aus- kunft: kunft: Fachlehrkraft: „[…] dann haben wir ja die Experten vom Förder-Fachlehrkraft: „[…] dann haben wir ja die Experten vom Förder- zentrum, die also immer ein offenes Ohr haben und die da sehr gut zentrum, die also immer ein offenes Ohr haben und die da sehr gut helfen und ja wirklich ein Expertenwissen haben, was unerschöpf-helfen und ja wirklich ein Expertenwissen haben, was unerschöpf- lich ist und ja, aber dass ich jetzt Tipps bekommen hätte: ‚Setze lich ist und ja, aber dass ich jetzt Tipps bekommen hätte: ‚Setze doch mal das und das Medium ein‘, nein. [...] [Wir haben] ja dieses doch mal das und das Medium ein‘, nein. [...] [Wir haben] ja dieses Programm Budenberg und das ist ja ein ausgewiesenes Förder-Programm Budenberg und das ist ja ein ausgewiesenes Förder- schulkonzept und dieses Programm ist ja super, das bietet so viele schulkonzept und dieses Programm ist ja super, das bietet so viele Differenzierungsmöglichkeiten, sodass man da- also, wenn man Differenzierungsmöglichkeiten, sodass man da- also, wenn man denn im Computerraum ist, diese eine Stunde in der Woche- da auf denn im Computerraum ist, diese eine Stunde in der Woche- da auf ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 60 jeden Fall genau gucken kann und da auch mal einen Tipp haben jeden Fall genau gucken kann und da auch mal einen Tipp haben kann: ‚Dann nimm doch mal diese Nummer oder nimm doch mal kann: ‚Dann nimm doch mal diese Nummer oder nimm doch mal dieses‘ oder so, ne?“dieses‘ oder so, ne?“ Die besondere Bedeutung, die die Förderzentren hinsichtlich der dargebote-Die besondere Bedeutung, die die Förderzentren hinsichtlich der dargebote- nen Hilfestellung einnehmen, wird von einer für Inklusion beauftragten Lehr-nen Hilfestellung einnehmen, wird von einer für Inklusion beauftragten Lehr- kraft unterstrichen:kraft unterstrichen: Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Was man nochmal sagen kann, Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Was man nochmal sagen kann, was eine Besonderheit ist, glaube ich, dass wir vom Förderzent-was eine Besonderheit ist, glaube ich, dass wir vom Förderzent- rum auch Fortbildungen zu digitalen Medien im Unterricht machen, rum auch Fortbildungen zu digitalen Medien im Unterricht machen, die natürlich speziell dafür sind, welche Apps zum Beispiel können die natürlich speziell dafür sind, welche Apps zum Beispiel können wir nutzen für Inklusion, [...] also wir haben da einen großen Aus-wir nutzen für Inklusion, [...] also wir haben da einen großen Aus- tausch vom Förderzentrum untereinander.“tausch vom Förderzentrum untereinander.“ Darüber hinaus bietet das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Darüber hinaus bietet das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (Kurz: IQSH) Input zur Verzahnung der beiden Thema-Schleswig-Holstein (Kurz: IQSH) Input zur Verzahnung der beiden Thema- tiken Inklusion und Digitalisierung. Das Institut möchte perspektivisch die tiken Inklusion und Digitalisierung. Das Institut möchte perspektivisch die Absolvierung verschiedener Digital-Zertifikate (auch im Bereich der Sonder-Absolvierung verschiedener Digital-Zertifikate (auch im Bereich der Sonder- pädagogik) ermöglichen. Solche Angebote stellen derzeit bundeslandüber-pädagogik) ermöglichen. Solche Angebote stellen derzeit bundeslandüber- greifend noch die Ausnahme dar. greifend noch die Ausnahme dar. Weiterführende Informationen zu den Zertifikatprogrammen des IQSH Weiterführende Informationen zu den Zertifikatprogrammen des IQSH finden Sie unter: finden Sie unter: https://medienberatung.iqsh.de/zertifikatskurse.htmlhttps://medienberatung.iqsh.de/zertifikatskurse.html Festzuhalten ist, dass Kooperationen und Kollaborationen für das gemeinsame Festzuhalten ist, dass Kooperationen und Kollaborationen für das gemeinsame Gestalten von Schule unverzichtbare Parameter darstellen. Über das gemeinsame Gestalten von Schule unverzichtbare Parameter darstellen. Über das gemeinsame Erarbeiten von Neuem, das Lösen von Fragestellungen und das Herangehen an Erarbeiten von Neuem, das Lösen von Fragestellungen und das Herangehen an Herausforderungen, wird der partizipative Gedanke umgesetzt, der eine inklusiv-Herausforderungen, wird der partizipative Gedanke umgesetzt, der eine inklusiv- digitale Schule ausmacht. Die wertvollen Aspekte von vielfältigen Kompetenzen digitale Schule ausmacht. Die wertvollen Aspekte von vielfältigen Kompetenzen und Fertigkeiten werden in kollaborativen Settings zusammengebracht. Koopera-und Fertigkeiten werden in kollaborativen Settings zusammengebracht. Koopera- tionen ermöglichen einen Austausch von neuen Ideen und Ansätzen und können tionen ermöglichen einen Austausch von neuen Ideen und Ansätzen und können zudem Strategien der Unterstützung und Kompetenzerweiterung herausbilden. zudem Strategien der Unterstützung und Kompetenzerweiterung herausbilden. Eine wahrhaft gelebte Unterstützungskultur kann erst durch Kollaborationen und Eine wahrhaft gelebte Unterstützungskultur kann erst durch Kollaborationen und Kooperationen, also durch eine Hinwendung zur Gemeinschaft und einer Abkehr Kooperationen, also durch eine Hinwendung zur Gemeinschaft und einer Abkehr vom Einzelkämpfer*innentum, erreicht werden. vom Einzelkämpfer*innentum, erreicht werden. Allerdings müssen sich Kooperationen und Kollaborationen nicht nur auf die Ein-Allerdings müssen sich Kooperationen und Kollaborationen nicht nur auf die Ein- zelschule an sich beziehen. Das Gewinnen neuer Ideen und das Sammeln frischer zelschule an sich beziehen. Das Gewinnen neuer Ideen und das Sammeln frischer Impulse funktioniert auch über die Grenzen der eigenen Schule hinweg. Denn: Impulse funktioniert auch über die Grenzen der eigenen Schule hinweg. Denn: ““ https://medienberatung.iqsh.de/zertifikatskurse.html 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 61 Es wird sicher eine Schule geben, die sich mit ähnlichen Herausforderungen kon-Es wird sicher eine Schule geben, die sich mit ähnlichen Herausforderungen kon- frontiert sieht und vielleicht dafür schon eine Strategie entwickelt hat. Außerdem frontiert sieht und vielleicht dafür schon eine Strategie entwickelt hat. Außerdem können Kooperationen mit anderen Schulen oder aber Unternehmen, Institutio-können Kooperationen mit anderen Schulen oder aber Unternehmen, Institutio- nen oder Vereinen ein Erleben bislang unbekannter oder nur theoretisch ergrün-nen oder Vereinen ein Erleben bislang unbekannter oder nur theoretisch ergrün- deter Sachverhalte möglich machen. deter Sachverhalte möglich machen. Weiterführend Interessantes zum Thema außerschulischer Kooperationen Weiterführend Interessantes zum Thema außerschulischer Kooperationen finden Sie hier: finden Sie hier: https://www.biejournals.de/index.php/we_os/article/view/3338/3503https://www.biejournals.de/index.php/we_os/article/view/3338/3503 Durch die Unterstützung von digitalen Medien können verschiedene Formen der Durch die Unterstützung von digitalen Medien können verschiedene Formen der Kooperation oder Kollaboration bewerkstelligt werden. Digitale Medien können Kooperation oder Kollaboration bewerkstelligt werden. Digitale Medien können dabei eine Möglichkeit für niedrigschwellige Formate bieten und möglichst vie-dabei eine Möglichkeit für niedrigschwellige Formate bieten und möglichst vie- le Personen beteiligen. Zudem werden bestimmte Formen der Kollaboration erst le Personen beteiligen. Zudem werden bestimmte Formen der Kollaboration erst durch die Nutzung digitaler Medien möglich gemacht. Der Reichtum der Optionen durch die Nutzung digitaler Medien möglich gemacht. Der Reichtum der Optionen ist damit schier unerschöpflich und die Beteiligung verschiedener Mitglieder in ist damit schier unerschöpflich und die Beteiligung verschiedener Mitglieder in Schule wird damit leichter umsetzbar. Schule wird damit leichter umsetzbar. Kooperationen in Form von Netzwerken lohnen sich: sowohl für die Schulen an Kooperationen in Form von Netzwerken lohnen sich: sowohl für die Schulen an sich als auch für die einzelnen Mitglieder in Schule. Neben dem Sammeln neuer sich als auch für die einzelnen Mitglieder in Schule. Neben dem Sammeln neuer Erkenntnisse für Fragen der Schul- und Unterrichtsentwicklung bildet die Heraus-Erkenntnisse für Fragen der Schul- und Unterrichtsentwicklung bildet die Heraus- bildung der individuellen Skills der Mitglieder in Schule einen besonderen Mehr-bildung der individuellen Skills der Mitglieder in Schule einen besonderen Mehr- wert. wert. 2.6 Reflexionskultur Unter dem Begriff der Reflexionskultur vereinen sich unterschiedliche Reflexions-Unter dem Begriff der Reflexionskultur vereinen sich unterschiedliche Reflexions- schwerpunkte, deren Umfang ausgehend vom Individuum über die Interaktionen schwerpunkte, deren Umfang ausgehend vom Individuum über die Interaktionen zwischen Individuen bis hin zu der gesamten Organisation Schule reicht.zwischen Individuen bis hin zu der gesamten Organisation Schule reicht. Das Individuum Jede*r kann die eigene Haltung sowie die eigenen Werte und Handlungen reflek-Jede*r kann die eigene Haltung sowie die eigenen Werte und Handlungen reflek- tieren: tieren: • • Bemühe ich mich in meinen Überlegungen und Handlungen darum, dass ich Bemühe ich mich in meinen Überlegungen und Handlungen darum, dass ich möglichst vielen Menschen teilgebe? Wie inklusiv handle und denke ich?möglichst vielen Menschen teilgebe? Wie inklusiv handle und denke ich? • • Welche Vorurteile oder Werturteile beeinflussen mich und mein Handeln?Welche Vorurteile oder Werturteile beeinflussen mich und mein Handeln? • • Wie notwendig oder relevant ist es, für dieses und jenes Vorhaben digitale Me-Wie notwendig oder relevant ist es, für dieses und jenes Vorhaben digitale Me- dien einzubeziehen? dien einzubeziehen? • • usw.usw. https://www.biejournals.de/index.php/we_os/article/view/3338/3503 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 62 In Interaktionen Zusammenarbeit Schul- und Unterrichtsentwicklung lebt vor allem von der Zusammenarbeit – ins-Schul- und Unterrichtsentwicklung lebt vor allem von der Zusammenarbeit – ins- besondere mitgliedergruppenübergreifend. Um dieses Zusammenarbeiten nach-besondere mitgliedergruppenübergreifend. Um dieses Zusammenarbeiten nach- haltig in Schule zu professionalisieren, damit zukünftige Kooperationen und Kol-haltig in Schule zu professionalisieren, damit zukünftige Kooperationen und Kol- laborationen möglichst zeit- und ressourceneffektiv sowie produktiv stattfinden laborationen möglichst zeit- und ressourceneffektiv sowie produktiv stattfinden können, bedarf es einer ständigen Reflexion und den daraus resultierenden An-können, bedarf es einer ständigen Reflexion und den daraus resultierenden An- passungen (Ritz et al. 2016).passungen (Ritz et al. 2016). Somit sollte in jedem Fall der Schaffensprozess und das damit in Verbindung ste-Somit sollte in jedem Fall der Schaffensprozess und das damit in Verbindung ste- hende Zusammenarbeiten reflektiert werden, um für folgende Vorhaben daraus hende Zusammenarbeiten reflektiert werden, um für folgende Vorhaben daraus zu lernen. Das Reflektieren kann über alle involvierten Mitgliedergruppen hinweg zu lernen. Das Reflektieren kann über alle involvierten Mitgliedergruppen hinweg erfolgen. erfolgen. Für den Reflexionsprozess hilfreiche Fragen können sein: Für den Reflexionsprozess hilfreiche Fragen können sein: • • Inwiefern war ein Partizipieren möglich?Inwiefern war ein Partizipieren möglich? • • Inwiefern hat eine „echte“ Zusammenarbeit stattgefunden?Inwiefern hat eine „echte“ Zusammenarbeit stattgefunden? • • Wer konnte was von wem lernen?Wer konnte was von wem lernen? • • Welche eigenen Stärken haben die Beteiligten für sich entdeckt?Welche eigenen Stärken haben die Beteiligten für sich entdeckt? • • Was hat uns an der Zusammenarbeit besonders gut gefallen?Was hat uns an der Zusammenarbeit besonders gut gefallen? Prozessreflexion Neben der Reflexion der rein zwischenmenschlichen Interaktion empfiehlt es sich, Neben der Reflexion der rein zwischenmenschlichen Interaktion empfiehlt es sich, Prozesse in Schule zu reflektieren. Es geht vor allem darum, entscheidende Teil-Prozesse in Schule zu reflektieren. Es geht vor allem darum, entscheidende Teil- prozesse und Faktoren für das Gelingen eines Vorhabens zu identifizieren und für prozesse und Faktoren für das Gelingen eines Vorhabens zu identifizieren und für verwandte Vorhaben in der Zukunft übertragbar zu machen. Dadurch können be-verwandte Vorhaben in der Zukunft übertragbar zu machen. Dadurch können be- stimmte Teilprozesse und Faktoren systematisiert und nachhaltig in Schule imple-stimmte Teilprozesse und Faktoren systematisiert und nachhaltig in Schule imple- mentiert werden.mentiert werden. Impuls: Das Schulwiki – Resultat einer erfolgreichen Prozessreflexion Nach Abschluss eines Vorhabens werden folgende Informationen in bspw. einem Nach Abschluss eines Vorhabens werden folgende Informationen in bspw. einem Schulwiki festgehalten:Schulwiki festgehalten: • • relevante Ansprechpersonenrelevante Ansprechpersonen • • notwendige und wichtige organisatorische Schrittenotwendige und wichtige organisatorische Schritte • • besondere Anmerkungen zum Vorgehen und der Gesamtgestaltungbesondere Anmerkungen zum Vorgehen und der Gesamtgestaltung • • usw.usw. Die Dokumentation im Schulwiki muss durch hierfür Verantwortliche geschehen. Die Dokumentation im Schulwiki muss durch hierfür Verantwortliche geschehen. Es ist beispielsweise denkbar, dass es in der Schule die allgemeine Vereinbarung Es ist beispielsweise denkbar, dass es in der Schule die allgemeine Vereinbarung gibt, dass die für ein Vorhaben hauptverantwortliche Personen jemanden für die gibt, dass die für ein Vorhaben hauptverantwortliche Personen jemanden für die 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 63 Dokumentation auswählen muss. Diese Person kann unter anderem ein*e Schü-Dokumentation auswählen muss. Diese Person kann unter anderem ein*e Schü- ler*in sein, eine Lehrkraft oder eine andere in das Vorhaben involvierte Person.ler*in sein, eine Lehrkraft oder eine andere in das Vorhaben involvierte Person. Weitere Ausführungen zu der Relevanz verschiedener Reflexionsprozesse finden Weitere Ausführungen zu der Relevanz verschiedener Reflexionsprozesse finden sich im sich im Baustein UnterrichtBaustein Unterricht und dort im und dort im Unterbaustein Reflexion, Feed-Unterbaustein Reflexion, Feed- back, Evaluationback, Evaluation. . Organisation Schule Bei umfassenderen und über mehrere Monate andauernden Schul- oder Unter-Bei umfassenderen und über mehrere Monate andauernden Schul- oder Unter- richtsentwicklungsprozessen empfiehlt sich zusätzlich zur Prozessexploration eine richtsentwicklungsprozessen empfiehlt sich zusätzlich zur Prozessexploration eine regelmäßig stattfindende Evaluation. So wird im Entwicklungsprozess im Rahmen regelmäßig stattfindende Evaluation. So wird im Entwicklungsprozess im Rahmen der Evaluation immer wieder innegehalten und überprüft, ob die Entwicklung in der Evaluation immer wieder innegehalten und überprüft, ob die Entwicklung in die gewünschte Richtung verläuft. Sollte Gegenteiliges festgestellt werden, kann die gewünschte Richtung verläuft. Sollte Gegenteiliges festgestellt werden, kann rechtzeitig interveniert werden, indem Anpassungen erfolgen. rechtzeitig interveniert werden, indem Anpassungen erfolgen. 2.7 Kultur des Ausprobierens Wenn sich eine Schule aufmacht, ihre Entwicklung an besonderen Werten auszu-Wenn sich eine Schule aufmacht, ihre Entwicklung an besonderen Werten auszu- richten und dafür neue Prozesse anzustoßen, dann liegt es in der Natur der Sa-richten und dafür neue Prozesse anzustoßen, dann liegt es in der Natur der Sa- che, dass nicht alles sofort reibungslos funktioniert. Gerade dann, wenn in Schule che, dass nicht alles sofort reibungslos funktioniert. Gerade dann, wenn in Schule der Raum dafür geschaffen wird, dass Vorhaben anders verlaufen als geplant der Raum dafür geschaffen wird, dass Vorhaben anders verlaufen als geplant und nicht zu dem gewünschten Ende führen, kann das als Chance dafür gesehen und nicht zu dem gewünschten Ende führen, kann das als Chance dafür gesehen werden, etwas für künftige Vorhaben zu lernen. Werden Fehler als etwas angese-werden, etwas für künftige Vorhaben zu lernen. Werden Fehler als etwas angese- hen, was passieren darf, entwickelt sich mehr Mut und mehr Bereitschaft dafür, hen, was passieren darf, entwickelt sich mehr Mut und mehr Bereitschaft dafür, Prozesse anzustoßen und sich daran zu beteiligen (Spychiger et al. 1999; Chott Prozesse anzustoßen und sich daran zu beteiligen (Spychiger et al. 1999; Chott 2006). Etwas als Pilotphase zu betiteln kann bereits dabei helfen, eine offene und 2006). Etwas als Pilotphase zu betiteln kann bereits dabei helfen, eine offene und tolerantere Haltung zum jeweiligen Unterfangen einzunehmen und die Erwartun-tolerantere Haltung zum jeweiligen Unterfangen einzunehmen und die Erwartun- gen an das Ergebnis in wohlwollende Bahnen zu lenken. gen an das Ergebnis in wohlwollende Bahnen zu lenken. Ein Blick in die schulische Praxis Eine mit den Anliegen der Digitalisierung in Schule betraute Lehrkraft um-Eine mit den Anliegen der Digitalisierung in Schule betraute Lehrkraft um- reißt die Thematik folgendermaßen:reißt die Thematik folgendermaßen: Medienbeauftragte Lehrkraft: „[W]as nicht einfach geht, geht ein-Medienbeauftragte Lehrkraft: „[W]as nicht einfach geht, geht ein- fach nicht. Also alles, was quasi zu komplex wird [...], geht nicht. fach nicht. Also alles, was quasi zu komplex wird [...], geht nicht. Und ja in Möglichkeiten denken ist auch klar, ne? Also nicht irgend-Und ja in Möglichkeiten denken ist auch klar, ne? Also nicht irgend- wie: ‚Was geht alles nicht‘ und so, sondern zu sagen: ‚Okay welche wie: ‚Was geht alles nicht‘ und so, sondern zu sagen: ‚Okay welche Möglichkeiten gibt es denn noch?‘. Und das müssen wir hier auch Möglichkeiten gibt es denn noch?‘. Und das müssen wir hier auch gerade auch immer wieder lernen. Weniger ist mehr. Also, [...] gerade auch immer wieder lernen. Weniger ist mehr. Also, [...] wenn wir jetzt zu viele Baustellen aufreißen, dann wird es diffus wenn wir jetzt zu viele Baustellen aufreißen, dann wird es diffus und es kommt zu Frustration. Wenn wir Werkzeuge nicht ordentlich und es kommt zu Frustration. Wenn wir Werkzeuge nicht ordentlich vorher testen und es kommt dann sozusagen nach dem Rollout zu vorher testen und es kommt dann sozusagen nach dem Rollout zu wahnsinnig vielen Problemen, dann führt das zu Frust, Frust führt wahnsinnig vielen Problemen, dann führt das zu Frust, Frust führt zu einer Demotivierung und Demotivation führt am Ende dazu, zu einer Demotivierung und Demotivation führt am Ende dazu, ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 64 dass die Kollegen nicht bereit sind, neue Innovationen anzunehmen dass die Kollegen nicht bereit sind, neue Innovationen anzunehmen und das ist so ein bisschen diese Waage. [...] [M]an arbeitet immer und das ist so ein bisschen diese Waage. [...] [M]an arbeitet immer mit denen, würde ich sagen, die einfach Bock haben, was aus-mit denen, würde ich sagen, die einfach Bock haben, was aus- zuprobieren. Das sind immer die, mit denen du Piloten gestalten zuprobieren. Das sind immer die, mit denen du Piloten gestalten kannst, mit denen du als ja Frontrunner einfach mal Dinge auspro-kannst, mit denen du als ja Frontrunner einfach mal Dinge auspro- bierst: ‚Ist das jetzt zweckwertig, oder nicht?‘ Da ist auch die Frus-bierst: ‚Ist das jetzt zweckwertig, oder nicht?‘ Da ist auch die Frus- tration anders gemanagt bei diesen Personen, die sagen dann: ‚Ja tration anders gemanagt bei diesen Personen, die sagen dann: ‚Ja hat halt nicht geklappt, schauen wir mal weiter.‘“ hat halt nicht geklappt, schauen wir mal weiter.‘“ Auch anhand des nächsten Blicks in die schulische Praxis wird deutlich, wie Auch anhand des nächsten Blicks in die schulische Praxis wird deutlich, wie wichtig der Raum für das Ausprobieren von Neuem ist. Eine Lehrkraft berich-wichtig der Raum für das Ausprobieren von Neuem ist. Eine Lehrkraft berich- tet von der Offenheit des Kollegiums und der Schulleitung. Eine neue Anwen-tet von der Offenheit des Kollegiums und der Schulleitung. Eine neue Anwen- dung wird zunächst nur mit einzelnen Schüler*innen aus der Klasse getestet, dung wird zunächst nur mit einzelnen Schüler*innen aus der Klasse getestet, bevor ggf. eine Empfehlung für andere Klassen ausgesprochen wird.bevor ggf. eine Empfehlung für andere Klassen ausgesprochen wird. Fachlehrkraft: „[...] und das Schöne ist, dass hier in der Schule es Fachlehrkraft: „[...] und das Schöne ist, dass hier in der Schule es üblich ist, dass man offen ist für neue Ideen und sagt: ‚Mensch, üblich ist, dass man offen ist für neue Ideen und sagt: ‚Mensch, Calliope hört sich gut an, das sieht klasse aus‘. Also meine Schul-Calliope hört sich gut an, das sieht klasse aus‘. Also meine Schul- leiterin kommt ja selber aus dem Bereich, sie [...][hat] ja vorher leiterin kommt ja selber aus dem Bereich, sie [...][hat] ja vorher mit mir zusammen [...] den Medienbereich gemacht und ist jetzt mit mir zusammen [...] den Medienbereich gemacht und ist jetzt in die Schulleitung gewechselt, aber es ist immer so, dass wir die in die Schulleitung gewechselt, aber es ist immer so, dass wir die Chance haben erstmal ein neues Medium im Enrichment auszupro-Chance haben erstmal ein neues Medium im Enrichment auszupro- bieren. Das heißt, ich suche mir die fähigsten Kinder, die klügsten bieren. Das heißt, ich suche mir die fähigsten Kinder, die klügsten Köpfe aus den Klassen zusammen, mache einen Kurs parallel zum Köpfe aus den Klassen zusammen, mache einen Kurs parallel zum Unterricht, da haben sie wieder eine Wertschätzung ihrer Leistung. Unterricht, da haben sie wieder eine Wertschätzung ihrer Leistung. [...] [D]ie wissen das sowieso schon alles und mit denen kann ich [...] [D]ie wissen das sowieso schon alles und mit denen kann ich das ausprobieren. Das haben wir mit LEGOdas ausprobieren. Das haben wir mit LEGO®® am Anfang auch so am Anfang auch so gemacht und dann gucken wir mal wie. Da teste ich mich aus, da gemacht und dann gucken wir mal wie. Da teste ich mich aus, da komme ich an meine Grenzen und versuche, sie zu erweitern, und komme ich an meine Grenzen und versuche, sie zu erweitern, und das wissen die Schüler auch, ich sage denen auch: ‚Ich mache das das wissen die Schüler auch, ich sage denen auch: ‚Ich mache das das erste Mal, lass uns das gemeinsam machen‘. Und die kommen das erste Mal, lass uns das gemeinsam machen‘. Und die kommen auf tolle Ideen und so befruchten wir uns tatsächlich gegenseitig, auf tolle Ideen und so befruchten wir uns tatsächlich gegenseitig, denn [...] die Kinder sind ja nicht so verfahren in die Strategien wie denn [...] die Kinder sind ja nicht so verfahren in die Strategien wie ich Erwachsener. Ich hab ja so meine Strategien und gehe die ab ich Erwachsener. Ich hab ja so meine Strategien und gehe die ab und denke in meinen Bahnen und natürlich gefühlt ist 80%, was die und denke in meinen Bahnen und natürlich gefühlt ist 80%, was die Kinder da einwenden in dem Enrichment, kann nicht funktionieren, Kinder da einwenden in dem Enrichment, kann nicht funktionieren, aber 20% bringen mich weiter und erst dann im nächsten Durch-aber 20% bringen mich weiter und erst dann im nächsten Durch- gang nehmen wir so den Schnitt, den oberen, kein Enrichment, gang nehmen wir so den Schnitt, den oberen, kein Enrichment, sondern gucken mal, Kleingruppe, acht Kinder, normaler Durch-sondern gucken mal, Kleingruppe, acht Kinder, normaler Durch- schnitt und dann nehmen wir mal ein paar Inklusionskinder dazu, schnitt und dann nehmen wir mal ein paar Inklusionskinder dazu, wo wir sagen: ‚So, jetzt gucken wir mal, ob wir die damit locken wo wir sagen: ‚So, jetzt gucken wir mal, ob wir die damit locken können‘. [...] [W]enn das tatsächlich irgendwann so ist, dass man können‘. [...] [W]enn das tatsächlich irgendwann so ist, dass man sagen kann, es lässt sich sogar mit einer ganzen Klasse gleichzei-sagen kann, es lässt sich sogar mit einer ganzen Klasse gleichzei- tig machen, dann setzten wir das in unseren Medienpass und so tig machen, dann setzten wir das in unseren Medienpass und so letztendlich habe ich auch alles gelernt. Meine Klasse leidet in An-letztendlich habe ich auch alles gelernt. Meine Klasse leidet in An- führungszeichen bestimmt ein bisschen darunter, dass sie ständig führungszeichen bestimmt ein bisschen darunter, dass sie ständig was Neues ausprobieren müssen, sie sind ständig Versuchsklasse, was Neues ausprobieren müssen, sie sind ständig Versuchsklasse, so wie jetzt ja auch wieder, klar, dass es meine Klasse erwischt, so wie jetzt ja auch wieder, klar, dass es meine Klasse erwischt, ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 65 logisch, da müssen sie halt damit leben, dass ich ihr Klassenlehrer logisch, da müssen sie halt damit leben, dass ich ihr Klassenlehrer bin. Aber auch bei sowas, wir sind die erste Klasse mit den QR-Co-bin. Aber auch bei sowas, wir sind die erste Klasse mit den QR-Co- des, wir waren die erste Klasse, die nach dem neuen Plan LEGOdes, wir waren die erste Klasse, die nach dem neuen Plan LEGO®® programmiert haben und also so wird halt alles an denen mal aus-programmiert haben und also so wird halt alles an denen mal aus- probiert. Ist auch eine gute Klasse dafür.“ probiert. Ist auch eine gute Klasse dafür.“ Insbesondere dann, wenn man sich auf den Weg macht, Schule eine neue Aus-Insbesondere dann, wenn man sich auf den Weg macht, Schule eine neue Aus- richtung zu verleihen und Mitglieder in Schule im Zuge dessen mit vielerlei Neu-richtung zu verleihen und Mitglieder in Schule im Zuge dessen mit vielerlei Neu- em konfrontiert sind, ist es unerlässlich, Fehler zuzulassen. Sich ausprobieren zu em konfrontiert sind, ist es unerlässlich, Fehler zuzulassen. Sich ausprobieren zu können, Neues zu erproben, in Sackgassen zu landen und wieder neu starten zu können, Neues zu erproben, in Sackgassen zu landen und wieder neu starten zu müssen, gehört zu einem Lernprozess dazu, wenn Schule sich aufmacht, etwas müssen, gehört zu einem Lernprozess dazu, wenn Schule sich aufmacht, etwas Unbekanntes zu erobern. Mitglieder in Schule müssen also etwas wagen dürfen Unbekanntes zu erobern. Mitglieder in Schule müssen also etwas wagen dürfen und den Raum und Rückhalt dafür erhalten, Fehler zu machen. Nur so können und den Raum und Rückhalt dafür erhalten, Fehler zu machen. Nur so können innovative Techniken, Methoden und Tools Einzug in Schule erhalten und nur so innovative Techniken, Methoden und Tools Einzug in Schule erhalten und nur so können Innovationen erfolgreich sein. Und mehr noch: So kann eine gemein-können Innovationen erfolgreich sein. Und mehr noch: So kann eine gemein- schaftliche, partizipative Gestaltung von Schule gelingen, in der Inklusion und schaftliche, partizipative Gestaltung von Schule gelingen, in der Inklusion und Digitalisierung in einer synergetischen Verzahnung wirken. Digitalisierung in einer synergetischen Verzahnung wirken. 2.8 Lernkultur Der Baustein Der Baustein LernkulturLernkultur unter den Vorzeichen der Verzahnung von Inklusion und unter den Vorzeichen der Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung ist zuvorderst mit einer bestimmten (Neu-)Ausrichtung des Rollen-Digitalisierung ist zuvorderst mit einer bestimmten (Neu-)Ausrichtung des Rollen- verständnisses von Lehrkräften verbunden. Dazu gehört, dass sich die Lehrkraft verständnisses von Lehrkräften verbunden. Dazu gehört, dass sich die Lehrkraft zusehends weniger als Lehrende und mehr als Lernbegleitende versteht. Einher zusehends weniger als Lehrende und mehr als Lernbegleitende versteht. Einher geht damit, dass die Lehrkraft nicht mehr das Wissens- und Kompetenzmonopol geht damit, dass die Lehrkraft nicht mehr das Wissens- und Kompetenzmonopol innehaben muss, weshalb der Unterricht weniger instruktional und frontal kon-innehaben muss, weshalb der Unterricht weniger instruktional und frontal kon- zipiert sein muss. Die Lehrkraft einer inklusiv-digital gestalteten Schule offeriert zipiert sein muss. Die Lehrkraft einer inklusiv-digital gestalteten Schule offeriert eine Lernumgebung, an deren Gestaltung sich Schüler*innen beteiligen können. eine Lernumgebung, an deren Gestaltung sich Schüler*innen beteiligen können. Das Ziel ist es, dass die Schüler*innen selbstständig, eigenverantwortlich und in Das Ziel ist es, dass die Schüler*innen selbstständig, eigenverantwortlich und in Orientierung an den eigenen Interessen und Fähigkeiten den Lernprozess mit-Orientierung an den eigenen Interessen und Fähigkeiten den Lernprozess mit- bestimmen. Da sie dazu von sich aus nicht in die Lage versetzt sind, ist es die bestimmen. Da sie dazu von sich aus nicht in die Lage versetzt sind, ist es die Aufgabe der Lehrkraft, sie auf diesem Weg zu unterstützen, zu begleiten und Aufgabe der Lehrkraft, sie auf diesem Weg zu unterstützen, zu begleiten und entsprechende Partizipationsräume zu öffnen (zur Vertiefung siehe dazu im entsprechende Partizipationsräume zu öffnen (zur Vertiefung siehe dazu im Bau-Bau- stein Lernsettingsstein Lernsettings den den Unterbaustein Partizipatives LernenUnterbaustein Partizipatives Lernen). Der Einsatz ). Der Einsatz digitaler Medien kann hierbei wertvolle zeitliche Ressourcen für Lernbegleiter*in-digitaler Medien kann hierbei wertvolle zeitliche Ressourcen für Lernbegleiter*in- nen freimachen, wie die Autor*innen Anokhina und Heinen (2020) ausführen:nen freimachen, wie die Autor*innen Anokhina und Heinen (2020) ausführen: „Algorithmen ermöglichen eine unverzögerte Überprüfung der Lern-„Algorithmen ermöglichen eine unverzögerte Überprüfung der Lern- ergebnisse und liefern unmittelbares Feedback. Mithilfe von Algorithmen ergebnisse und liefern unmittelbares Feedback. Mithilfe von Algorithmen werden Lerninhalte in anregende Lerngeschichten verpackt (Gamifi-werden Lerninhalte in anregende Lerngeschichten verpackt (Gamifi- cation) und die Lernenden durch verschiedene Arten von Belohnungs-cation) und die Lernenden durch verschiedene Arten von Belohnungs- systemen wie Badges oder Ähnliches extrinsisch motiviert. Im Rahmen systemen wie Badges oder Ähnliches extrinsisch motiviert. Im Rahmen von Learning Analytics (adaptive Lernsoftware) wird dabei noch ein von Learning Analytics (adaptive Lernsoftware) wird dabei noch ein Schritt weitergegangen und je nach Ergebnis der erledigten Aufgaben Schritt weitergegangen und je nach Ergebnis der erledigten Aufgaben nach Lernmaterialien gesucht, die sinnvoll an den aktuell erreichten nach Lernmaterialien gesucht, die sinnvoll an den aktuell erreichten Lernstand anknüpfen. […] Auf diese Art und Weise wird die Wissensprü-Lernstand anknüpfen. […] Auf diese Art und Weise wird die Wissensprü- fung automatisiert. Lernende erhalten unmittelbar in der Lernsituation fung automatisiert. Lernende erhalten unmittelbar in der Lernsituation 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 66 Feedback und können dieses direkt verarbeiten. Lehrerinnen und Lehrer Feedback und können dieses direkt verarbeiten. Lehrerinnen und Lehrer gewinnen damit Zeit für die individuelle Lernberatung, die auf den Er-gewinnen damit Zeit für die individuelle Lernberatung, die auf den Er- gebnissen der Lernsoftware aufbauen kann, für Beziehungsarbeit mit gebnissen der Lernsoftware aufbauen kann, für Beziehungsarbeit mit den Lernenden und für die eigene Gestaltung kooperativer Lernformate“ den Lernenden und für die eigene Gestaltung kooperativer Lernformate“ (ebd., 196).(ebd., 196). Übergeordnet betrachtet bereitet eine inklusiv-digitale Lernkultur das Fundament Übergeordnet betrachtet bereitet eine inklusiv-digitale Lernkultur das Fundament für Lernaktivitäten in Schule. Diese Lernaktivitäten beschränken sich zweifelsoh-für Lernaktivitäten in Schule. Diese Lernaktivitäten beschränken sich zweifelsoh- ne nicht auf Schüler*innen. Auch Lehrkräfte sind in unterschiedlichen Kontexten ne nicht auf Schüler*innen. Auch Lehrkräfte sind in unterschiedlichen Kontexten Lernende. Grundsätzlich sollte es allen Mitgliedern in Schule zustehen, sich als Lernende. Grundsätzlich sollte es allen Mitgliedern in Schule zustehen, sich als Lernende zu begreifen. Lernende zu begreifen. Lehrkräfte eignen sich im Zuge der eigenen Professionalisierung Neues an. Aber Lehrkräfte eignen sich im Zuge der eigenen Professionalisierung Neues an. Aber auch im Unterricht können Lehrkräfte den Unterrichtsraum dahingehend öffnen, auch im Unterricht können Lehrkräfte den Unterrichtsraum dahingehend öffnen, dass sie etwas von ihren Schüler*innen lernen oder die Schüler*innen im Peer-dass sie etwas von ihren Schüler*innen lernen oder die Schüler*innen im Peer- to-Peer voneinander lernen. Dies unterstreicht die Wertschätzung und Anerken-to-Peer voneinander lernen. Dies unterstreicht die Wertschätzung und Anerken- nung gegenüber der Expertise der Schüler*innen, wirkt sich positiv auf die Be-nung gegenüber der Expertise der Schüler*innen, wirkt sich positiv auf die Be- ziehungen aus und mündet zusätzlich in einem persönlichen Erkenntniszuwachs ziehungen aus und mündet zusätzlich in einem persönlichen Erkenntniszuwachs (Reich 2016, 197f.; Rolff & Thünken 2020, 79). (Reich 2016, 197f.; Rolff & Thünken 2020, 79). Eine Veränderung, die Schule als Lernlandschaft begreift, die Nutzung vielfältiger Eine Veränderung, die Schule als Lernlandschaft begreift, die Nutzung vielfältiger Lernorte und hybrider Lernformate forciert, eine Orientierung am partizipativen Lernorte und hybrider Lernformate forciert, eine Orientierung am partizipativen Lernen und projektorientierten Arbeiten lebt und die damit verbundene mögliche Lernen und projektorientierten Arbeiten lebt und die damit verbundene mögliche Abkehr vom traditionellen Fachunterricht befürwortet, befindet sich auf dem Weg Abkehr vom traditionellen Fachunterricht befürwortet, befindet sich auf dem Weg dahin, Lernen und Vermitteln in inklusiv-digitalen Kontexten zu denken. Detail-dahin, Lernen und Vermitteln in inklusiv-digitalen Kontexten zu denken. Detail- lierter werden diese Aspekte im lierter werden diese Aspekte im Baustein UnterrichtBaustein Unterricht aufgegriffen. aufgegriffen. 2.9 Innovationskultur Was ist eine Innovation? Eine Innovation gilt als eine Neuerung oder Erneuerung. Dieser Umstand des Eine Innovation gilt als eine Neuerung oder Erneuerung. Dieser Umstand des Neuen ist zumeist mit einer Veränderung verknüpft, die sich, qua der großen Neuen ist zumeist mit einer Veränderung verknüpft, die sich, qua der großen Unterteilung in technische und soziale Innovationen, auf beispielsweise die Nut-Unterteilung in technische und soziale Innovationen, auf beispielsweise die Nut- zung oder Anwendung von bisher nicht eingesetzten technischen Gerätschaften, zung oder Anwendung von bisher nicht eingesetzten technischen Gerätschaften, Programmen, digitaler Infrastruktur usw. bezieht, oder aber eine veränderte Programmen, digitaler Infrastruktur usw. bezieht, oder aber eine veränderte soziale Praxis antizipiert, die durch neue Ideen, verändertes Handeln usw. initiiert soziale Praxis antizipiert, die durch neue Ideen, verändertes Handeln usw. initiiert ist (Howaldt et al. 2014, 17). Die Frage danach, was eine Innovation auszeichnet, ist (Howaldt et al. 2014, 17). Die Frage danach, was eine Innovation auszeichnet, kann also in dieser Differenzierung der technischen oder sozialen Innovation ge-kann also in dieser Differenzierung der technischen oder sozialen Innovation ge- dacht werden (Gillwald 2000). Darüber hinaus kann eine Innovation dahingehend dacht werden (Gillwald 2000). Darüber hinaus kann eine Innovation dahingehend beleuchtet werden, wo sie entsteht und auf wen sie abzielt. Der Grundgedanke beleuchtet werden, wo sie entsteht und auf wen sie abzielt. Der Grundgedanke einer Innovation ist, dass die bestehenden Praktiken in der betreffenden Ausge-einer Innovation ist, dass die bestehenden Praktiken in der betreffenden Ausge- staltung als veränderungsbedürftig angesehen wird. Motive, die zu einer Neube-staltung als veränderungsbedürftig angesehen wird. Motive, die zu einer Neube- wertung von Begebenheiten führen, sind ganz unterschiedlich ausgeprägt (Hutter wertung von Begebenheiten führen, sind ganz unterschiedlich ausgeprägt (Hutter et al. 2016, 18). So kann beispielsweise ein wachsendes Bewusstsein für endliche et al. 2016, 18). So kann beispielsweise ein wachsendes Bewusstsein für endliche Ressourcen und ein gesteigertes Umweltbewusstsein dazu führen, dass sich Car-Ressourcen und ein gesteigertes Umweltbewusstsein dazu führen, dass sich Car- sharing in Städten und urbanen Gebieten etabliert. Weitere Beispiele für inno-sharing in Städten und urbanen Gebieten etabliert. Weitere Beispiele für inno- vatives Handeln sind der Digitalunterricht in Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie vatives Handeln sind der Digitalunterricht in Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie sowie das anteilige Beibehalten digitaler Unterrichtsformate. Auch in dem Fall, sowie das anteilige Beibehalten digitaler Unterrichtsformate. Auch in dem Fall, 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 67 dass hybrides Lernen schon in anderen Teilen der globalen Welt zum Repertoire in dass hybrides Lernen schon in anderen Teilen der globalen Welt zum Repertoire in Schule gehört, kann dieses neu arrangierte Lehr-Lernformat für einzelne Schulen Schule gehört, kann dieses neu arrangierte Lehr-Lernformat für einzelne Schulen in Deutschland neue Impulse setzen. Weitergehend kann beispielhaft die Doppel-in Deutschland neue Impulse setzen. Weitergehend kann beispielhaft die Doppel- steckung von Lehrkräften im Unterricht als ein innovativer Umgang mit der Ver-steckung von Lehrkräften im Unterricht als ein innovativer Umgang mit der Ver- zahnung von Kompetenzen benannt werden. Eine Innovation bietet zunächst den zahnung von Kompetenzen benannt werden. Eine Innovation bietet zunächst den Versuch, eine vorherrschende Begebenheit neu zu arrangieren oder andere An-Versuch, eine vorherrschende Begebenheit neu zu arrangieren oder andere An- sätze für die Bewältigung zu finden. Eng verknüpft ist damit oftmals eine Unzu-sätze für die Bewältigung zu finden. Eng verknüpft ist damit oftmals eine Unzu- friedenheit mit dem Bestehenden (Zapf 1989, 177). Diese Unzufriedenheit kann friedenheit mit dem Bestehenden (Zapf 1989, 177). Diese Unzufriedenheit kann verschiedene Ursachen haben. Bisweilen handelt es sich um echten Leidensdruck, verschiedene Ursachen haben. Bisweilen handelt es sich um echten Leidensdruck, der beispielsweise dazu führt, dass Techniken zum Einsammeln von Müll in den der beispielsweise dazu führt, dass Techniken zum Einsammeln von Müll in den Weltmeeren entwickelt, elektrisch betriebene Fahrzeuge gebaut oder Programme Weltmeeren entwickelt, elektrisch betriebene Fahrzeuge gebaut oder Programme erfunden werden, die durch Augenbewegungen Textprodukte entstehen lassen. erfunden werden, die durch Augenbewegungen Textprodukte entstehen lassen. Unzufriedenheiten, die zu Innovationen führen, können sich aber auch aus dem Unzufriedenheiten, die zu Innovationen führen, können sich aber auch aus dem Gedanken herausbilden, dass man Aufgaben bequemer und weniger kompliziert Gedanken herausbilden, dass man Aufgaben bequemer und weniger kompliziert bewältigen möchte. Egal, welchen Ursprung die Motive für eine Innovation sind, bewältigen möchte. Egal, welchen Ursprung die Motive für eine Innovation sind, sie wirken als Anpassung an sich neu stellende Herausforderungen, Bedarfe und sie wirken als Anpassung an sich neu stellende Herausforderungen, Bedarfe und Bedürfnisse. Bedürfnisse. Erfolgreich ist eine Innovation dann, wenn sie tatsächliche Mehrwerte schafft Erfolgreich ist eine Innovation dann, wenn sie tatsächliche Mehrwerte schafft und damit unterstützt, die Herausforderung in einer als besser oder geeigneter und damit unterstützt, die Herausforderung in einer als besser oder geeigneter bewerteten Art zu bewältigen. Technische Innovationen ziehen häufig auch ver-bewerteten Art zu bewältigen. Technische Innovationen ziehen häufig auch ver- änderte Praktiken nach sich und wirken damit auch auf größere soziale Zusam-änderte Praktiken nach sich und wirken damit auch auf größere soziale Zusam- menhänge – zu nennen wäre hier das Internet mit der sich veränderten Art der menhänge – zu nennen wäre hier das Internet mit der sich veränderten Art der Kommunikation. Kommunikation. Das Verwalten und Organisieren von Gesellschaft verändert sich genauso wie Das Verwalten und Organisieren von Gesellschaft verändert sich genauso wie die Art miteinander zu kommunizieren und zu arbeiten – das Digitale ist aus der die Art miteinander zu kommunizieren und zu arbeiten – das Digitale ist aus der Weltgesellschaft nicht mehr wegzudenken. Gleichsam wachsen die Anstrengun-Weltgesellschaft nicht mehr wegzudenken. Gleichsam wachsen die Anstrengun- gen, Heterogenität und Diversität in Gesellschaft offen zu begegnen und alle gen, Heterogenität und Diversität in Gesellschaft offen zu begegnen und alle Menschen das gesellschaftliche Leben mitgestalten zu lassen. Diese Herausforde-Menschen das gesellschaftliche Leben mitgestalten zu lassen. Diese Herausforde- rungen sorgen auch in Schule dafür, dass bisher genutzte Formen des Lehrens, rungen sorgen auch in Schule dafür, dass bisher genutzte Formen des Lehrens, Lernens, Zusammenarbeitens und Kommunizierens hinterfragt werden müssen. Lernens, Zusammenarbeitens und Kommunizierens hinterfragt werden müssen. Denn neuen Anforderungen kann man nur schwerlich mit altem Rüstzeug be-Denn neuen Anforderungen kann man nur schwerlich mit altem Rüstzeug be- gegnen. So braucht ein Mehr an Partizipation geeignete Strategien, um etabliert gegnen. So braucht ein Mehr an Partizipation geeignete Strategien, um etabliert werden zu können und für den Einsatz digitaler Lehr-Lernformate müssen nicht werden zu können und für den Einsatz digitaler Lehr-Lernformate müssen nicht nur die entsprechenden Geräte und der passende Technik-Support bereitgestellt nur die entsprechenden Geräte und der passende Technik-Support bereitgestellt werden. Vielmehr braucht es neue Formate der Zusammenarbeit und der Infor-werden. Vielmehr braucht es neue Formate der Zusammenarbeit und der Infor- mationsbereitstellung, um die Chancen der digitalen Kommunikation nutzen, aber mationsbereitstellung, um die Chancen der digitalen Kommunikation nutzen, aber auch die Kompetenzen jeder einzelnen Person fördern und zum Einsatz bringen auch die Kompetenzen jeder einzelnen Person fördern und zum Einsatz bringen zu können (Stalder 2016).zu können (Stalder 2016). Eine Innovation gilt dann als wirksam, wenn sich das veränderte Handeln etab-Eine Innovation gilt dann als wirksam, wenn sich das veränderte Handeln etab- liert. Das Etablieren funktioniert jedoch nur dann, wenn die Innovation auspro-liert. Das Etablieren funktioniert jedoch nur dann, wenn die Innovation auspro- biert (und im Zweifelsfalle wieder fallengelassen) werden kann. Im Hinblick auf biert (und im Zweifelsfalle wieder fallengelassen) werden kann. Im Hinblick auf Innovationskultur ist es von tragender Bedeutung, dass die Mitglieder in Schule Innovationskultur ist es von tragender Bedeutung, dass die Mitglieder in Schule eine gewisse Offenheit gegenüber Neuerungen an den Tag legen, entwickeln oder eine gewisse Offenheit gegenüber Neuerungen an den Tag legen, entwickeln oder ausbauen.ausbauen. Im Zuge einer Innovation können Veränderungen zu Beginn unbequem sein. Sie Im Zuge einer Innovation können Veränderungen zu Beginn unbequem sein. Sie braucht jedoch vor allem Zeit, Austausch und die Reflexion des Umstandes, dass braucht jedoch vor allem Zeit, Austausch und die Reflexion des Umstandes, dass es sich um einen mitunter tiefgreifenden Veränderungsprozess handelt. Diese es sich um einen mitunter tiefgreifenden Veränderungsprozess handelt. Diese 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 68 Umstellung wird zur Konsequenz haben, dass gewohnte und automatisierte Pro-Umstellung wird zur Konsequenz haben, dass gewohnte und automatisierte Pro- zesse nicht mehr so leicht von der Hand gehen werden. Stattdessen wird es gera-zesse nicht mehr so leicht von der Hand gehen werden. Stattdessen wird es gera- de in der Anfangszeit ein bewusstes Umdenken und Steuern unserer Handlungen de in der Anfangszeit ein bewusstes Umdenken und Steuern unserer Handlungen bedürfen. Mit Sicherheit wird man einige Male in alte Muster zurückfallen. Für bedürfen. Mit Sicherheit wird man einige Male in alte Muster zurückfallen. Für das Bewältigen der dynamischen Herausforderungen, mit denen Gesellschaft im das Bewältigen der dynamischen Herausforderungen, mit denen Gesellschaft im Allgemeinen und Schule im Speziellen konfrontiert ist, ist es unerlässlich, offen Allgemeinen und Schule im Speziellen konfrontiert ist, ist es unerlässlich, offen zu sein für Innovationen. In Schule ist daher wichtig, eine ausgeprägte Willkom-zu sein für Innovationen. In Schule ist daher wichtig, eine ausgeprägte Willkom- menskultur gegenüber Neuerungen zu leben. Dabei gilt es stets, Innovationen menskultur gegenüber Neuerungen zu leben. Dabei gilt es stets, Innovationen auf die Wirksamkeit in der eigenen Schule zu prüfen und bei nicht vorhandener auf die Wirksamkeit in der eigenen Schule zu prüfen und bei nicht vorhandener Passfähigkeit zu verwerfen. Passfähigkeit zu verwerfen. Innovationskultur pflegen und fördern Es gibt unterschiedliche Faktoren, durch die eine für Innovationen offene Kultur in Es gibt unterschiedliche Faktoren, durch die eine für Innovationen offene Kultur in Schule gepflegt und gefördert werden kann. Hierbei nehmen die Schulleitung und Schule gepflegt und gefördert werden kann. Hierbei nehmen die Schulleitung und die Steuergruppe jeweils eine Schlüsselrolle ein. Die erste Grundvoraussetzung die Steuergruppe jeweils eine Schlüsselrolle ein. Die erste Grundvoraussetzung ist, dass beide im Hinblick auf Schulentwicklungsaufgaben qualifiziert sein sollten. ist, dass beide im Hinblick auf Schulentwicklungsaufgaben qualifiziert sein sollten. In Studien konnte gezeigt werden, dass Innovationen in Schule dann erfolgreich In Studien konnte gezeigt werden, dass Innovationen in Schule dann erfolgreich waren, wenn die Schulleitung im Rahmen eines waren, wenn die Schulleitung im Rahmen eines change facilitating teamschange facilitating teams (eine (eine Arbeitsgruppe, die Wandel initiiert und begleitet) kooperiert (Holtappels 2014, Arbeitsgruppe, die Wandel initiiert und begleitet) kooperiert (Holtappels 2014, 32) und über eine ausgeprägte Leitungskompetenz verfügt (ebd., 35). 32) und über eine ausgeprägte Leitungskompetenz verfügt (ebd., 35). Die Steuergruppe wiederum unterstützt beispielsweise maßgeblich bei der Um-Die Steuergruppe wiederum unterstützt beispielsweise maßgeblich bei der Um- setzung des Schulprogramms, der Weiterentwicklung des Methodenrepertoires setzung des Schulprogramms, der Weiterentwicklung des Methodenrepertoires auf Unterrichtsebene und der optimierten Zielerreichung. Sie könnte Teil des auf Unterrichtsebene und der optimierten Zielerreichung. Sie könnte Teil des change facilitating teamschange facilitating teams sein. Es ist darüber hinaus von Vorteil, wenn die Steu- sein. Es ist darüber hinaus von Vorteil, wenn die Steu- ergruppe die Verantwortung für den Entwicklungsprozess übernimmt (ebd.). Im ergruppe die Verantwortung für den Entwicklungsprozess übernimmt (ebd.). Im Hinblick auf den Innovationsprozess konnten übergeordnet unter anderem Ziel-Hinblick auf den Innovationsprozess konnten übergeordnet unter anderem Ziel- fokussierung und -klarheit, ein strukturiertes Vorgehen, die Einhaltung von Feed-fokussierung und -klarheit, ein strukturiertes Vorgehen, die Einhaltung von Feed- back- und Überprüfungsschleifen und die Akzeptanz im Lehrkräftekollegium als back- und Überprüfungsschleifen und die Akzeptanz im Lehrkräftekollegium als förderliche Momente identifiziert werden (ebd., 31-35).förderliche Momente identifiziert werden (ebd., 31-35). Lehrkräfte können die Innovationskultur einer Schule aktiv mitgestalten. Es geht Lehrkräfte können die Innovationskultur einer Schule aktiv mitgestalten. Es geht darum, gegenüber Neuerungen offen zu sein und zu bleiben. Das bedeutet nicht, darum, gegenüber Neuerungen offen zu sein und zu bleiben. Das bedeutet nicht, dass das gesamte Kollegium sofort jede neue Idee umsetzen muss. Es braucht dass das gesamte Kollegium sofort jede neue Idee umsetzen muss. Es braucht einige Lehrpersonen, die sich bereit erklären, ein Innovationsvorhaben im Sinn einige Lehrpersonen, die sich bereit erklären, ein Innovationsvorhaben im Sinn eines Pilotprojektes zu erproben. Darüber hinaus braucht es konstruktiv kritische eines Pilotprojektes zu erproben. Darüber hinaus braucht es konstruktiv kritische sowie optimistische Stimmen, die an der Ausarbeitung des Pilotprojektes betei-sowie optimistische Stimmen, die an der Ausarbeitung des Pilotprojektes betei- ligt werden – am besten im Rahmen einer Arbeitsgruppe. Auch hier gilt, dass die ligt werden – am besten im Rahmen einer Arbeitsgruppe. Auch hier gilt, dass die Summe der Expertisen einer Gruppe die Exzellenz eines Individuums übertrifft.Summe der Expertisen einer Gruppe die Exzellenz eines Individuums übertrifft. Nach erfolgreicher Testphase sollte schließlich die Implementation auf das ge-Nach erfolgreicher Testphase sollte schließlich die Implementation auf das ge- samte Kollegium ausgeweitet werden. In dieser Phase braucht es Lehrkräfte mit samte Kollegium ausgeweitet werden. In dieser Phase braucht es Lehrkräfte mit einer offenen Haltung, die den Resultaten der Testphase und somit den Lehrkräf-einer offenen Haltung, die den Resultaten der Testphase und somit den Lehrkräf- ten des Pilotprojektes vertrauen. Das im Kontext der Unterstützungs- und Koope-ten des Pilotprojektes vertrauen. Das im Kontext der Unterstützungs- und Koope- rations- und Kollaborationskultur gepflegte Miteinander kann insbesondere in der rations- und Kollaborationskultur gepflegte Miteinander kann insbesondere in der Phase der Implementation nachhaltig wertvoll sein. Schließlich wurden Struktu-Phase der Implementation nachhaltig wertvoll sein. Schließlich wurden Struktu- ren geschaffen, um den Implementationsprozess zu unterstützen, sodass sich vor ren geschaffen, um den Implementationsprozess zu unterstützen, sodass sich vor allem Lehrkräfte damit nicht alleingelassen fühlen.allem Lehrkräfte damit nicht alleingelassen fühlen. 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 69 Ein Blick in die schulische Praxis In der Praxis der Kooperationsschulen zeichnet sich zu der Thematik In der Praxis der Kooperationsschulen zeichnet sich zu der Thematik Inno-Inno- vationsbereitschaftvationsbereitschaft und und InnovationskulturInnovationskultur folgendes ab: Im Allgemeinen folgendes ab: Im Allgemeinen ist eine mehrheitlich hohe Innovationsbereitschaft bei den schulischen Ak-ist eine mehrheitlich hohe Innovationsbereitschaft bei den schulischen Ak- teur*innen festzustellen. In keinem der durchgeführten Interviews wurde teur*innen festzustellen. In keinem der durchgeführten Interviews wurde von einer nur schwach ausgeprägten Innovationsbereitschaft im gesamten von einer nur schwach ausgeprägten Innovationsbereitschaft im gesamten Kollegium berichtet. Kollegium berichtet. Die Ergebnisse der quantitativen Erhebung der Innovationsbereitschaft von Die Ergebnisse der quantitativen Erhebung der Innovationsbereitschaft von Lehrkräften mithilfe der Stages of Concern (Hall et al. 1979) werden in der Lehrkräften mithilfe der Stages of Concern (Hall et al. 1979) werden in der nachfolgenden Abbildung 7 grafisch dargestellt. Hierbei stellt die Nutzung nachfolgenden Abbildung 7 grafisch dargestellt. Hierbei stellt die Nutzung digitaler Medien für ein inklusives Unterrichtssetting die sogenannte Innova-digitaler Medien für ein inklusives Unterrichtssetting die sogenannte Innova- tion dar. tion dar. Abbildung 7: Stufen der Besorgnis in Bezug auf die Nutzung digitaler Medien im inklusiven Unterrichtssetting aus Sicht der Lehrkräfte (Angaben in Mittelwerten). Unconcerned Informational Personal Management Consequence Collaboration Refocusing Datenreihen1 82 69 57 42 41 56 65 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Stages of Concern Die Innovationsbereitschaft kann anhand der sieben Stufen der Besorgnis Die Innovationsbereitschaft kann anhand der sieben Stufen der Besorgnis (Stages of Concern) abgebildet werden: (Stages of Concern) abgebildet werden: Stufe 0: Unconcerned/unbesorgt; Stufe 0: Unconcerned/unbesorgt; Stufe 1: Informational/Informiertheit; Stufe 1: Informational/Informiertheit; Stufe 2: Personal/persönliche Anliegen; Stufe 2: Personal/persönliche Anliegen; Stufe 3: Management/Prozesse & Aufgaben; Stufe 3: Management/Prozesse & Aufgaben; Stufe 4: Consequence/Auswirkungen; Stufe 4: Consequence/Auswirkungen; Stufe 5: Collaboration/Koordinierung & Zusammenarbeit und Stufe 5: Collaboration/Koordinierung & Zusammenarbeit und Stufe 6: Refocusing/Fokussierung. Stufe 6: Refocusing/Fokussierung. Der ermittelte Gesamtscore, welcher zwischen 0 und 100 liegen kann, gibt Der ermittelte Gesamtscore, welcher zwischen 0 und 100 liegen kann, gibt dann die relative Intensität von Bedenken für jede Stufe an.dann die relative Intensität von Bedenken für jede Stufe an. Die Abbildung 7 zeigt, dass die Lehrkräfte eher wenig Bedenken gegenüber Die Abbildung 7 zeigt, dass die Lehrkräfte eher wenig Bedenken gegenüber einem inklusiv-digitalen Unterricht haben, da andere Aufgaben überwiegen einem inklusiv-digitalen Unterricht haben, da andere Aufgaben überwiegen 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 70 (Stufe 0). Bedenken zeigen sich jedoch auf den Stufen 1, 2 und 6. Lehrkräf-(Stufe 0). Bedenken zeigen sich jedoch auf den Stufen 1, 2 und 6. Lehrkräf- te setzen sich also mit sehr grundsätzlichen Fragen auseinander: te setzen sich also mit sehr grundsätzlichen Fragen auseinander: Was ist die Was ist die Einführung eines digital-inklusiven Unterrichts überhaupt?Einführung eines digital-inklusiven Unterrichts überhaupt?; ; Was wird dessen Was wird dessen Einführung für sie persönlich bedeuten?Einführung für sie persönlich bedeuten?; ; Wie kann die Implementierung ge-Wie kann die Implementierung ge- staltet werden?staltet werden?. Weniger Bedenken haben Lehrkräfte gegenüber potenziellen . Weniger Bedenken haben Lehrkräfte gegenüber potenziellen Veränderungen von bestehenden Prozessen (Stufe 3), der Zusammenarbeit Veränderungen von bestehenden Prozessen (Stufe 3), der Zusammenarbeit im Team (Stufe 5) sowie der Auswirkungen speziell für ihre Schüler*innen im Team (Stufe 5) sowie der Auswirkungen speziell für ihre Schüler*innen (Stufe 4).(Stufe 4). Eine motivierte und engagierte Schulleitung ist eine wichtige Grundvoraus-Eine motivierte und engagierte Schulleitung ist eine wichtige Grundvoraus- setzung für eine Schulkultur, die Innovationen offen und bejahend gegen-setzung für eine Schulkultur, die Innovationen offen und bejahend gegen- übersteht. Besonders positiv werden von Lehrkräften solche Schulleitungen übersteht. Besonders positiv werden von Lehrkräften solche Schulleitungen bewertet, die Informationen zu bestimmten Themen ins Kollegium tragen, bewertet, die Informationen zu bestimmten Themen ins Kollegium tragen, selbst im Bereich Social Media aktiv sind, im offenen Austausch mit dem Kol-selbst im Bereich Social Media aktiv sind, im offenen Austausch mit dem Kol- legium stehen, kleine hausinterne Fortbildungen geben und von Erfolgsge-legium stehen, kleine hausinterne Fortbildungen geben und von Erfolgsge- schichten berichten. Gelegentlich kommt es auch zu einer Art „Innovations-schichten berichten. Gelegentlich kommt es auch zu einer Art „Innovations- zwang“ seitens der Schulleitung, mit dem im Kollegium umgegangen werden zwang“ seitens der Schulleitung, mit dem im Kollegium umgegangen werden muss:muss: Fachlehrkraft: „Ich denke, dass einfach unsere Schulleitung den Fachlehrkraft: „Ich denke, dass einfach unsere Schulleitung den Entschluss gefasst hat, das anzugehen, das ganze digitale Thema Entschluss gefasst hat, das anzugehen, das ganze digitale Thema und damit, dass das natürlich auch in so einem Maße, dass man und damit, dass das natürlich auch in so einem Maße, dass man das auch wirklich mit allen Schülern umsetzen kann und das zieht das auch wirklich mit allen Schülern umsetzen kann und das zieht dann einfach nach sich, dass man natürlich sich immer weiterent-dann einfach nach sich, dass man natürlich sich immer weiterent- wickeln muss und deshalb gezwungenermaßen müssen da auch wickeln muss und deshalb gezwungenermaßen müssen da auch alle älteren Kollegen dann mit durch, muss man natürlich offen sein alle älteren Kollegen dann mit durch, muss man natürlich offen sein für alles.“für alles.“ Zudem wird von einer Förderung der Innovationsbereitschaft durch schul-Zudem wird von einer Förderung der Innovationsbereitschaft durch schul- interne Berichterstattung von Erfolgsgeschichten über Unterricht mit Kin-interne Berichterstattung von Erfolgsgeschichten über Unterricht mit Kin- dern mit Förderbedarf durch Personen mit einer der schulischen Inklusion dern mit Förderbedarf durch Personen mit einer der schulischen Inklusion zugewandten Haltung berichtet. Oder es geht um Erfolgsgeschichten über zugewandten Haltung berichtet. Oder es geht um Erfolgsgeschichten über den nachhaltigen positiven Nutzen einer inklusiven Beschulung für einzelne den nachhaltigen positiven Nutzen einer inklusiven Beschulung für einzelne Schüler*innen. Dies ruft ebenfalls eine hohe Innovationsbereitschaft hervor, Schüler*innen. Dies ruft ebenfalls eine hohe Innovationsbereitschaft hervor, die durch einzelne Personen und kleine Teams mit denselben Interessen aus-die durch einzelne Personen und kleine Teams mit denselben Interessen aus- gelöst wird.gelöst wird. Zusammenfassend wurden folgende Faktoren gefunden, die eine durch ein-Zusammenfassend wurden folgende Faktoren gefunden, die eine durch ein- zelne Personen oder Teams ausgelöste hohe Innovationsbereitschaft begüns-zelne Personen oder Teams ausgelöste hohe Innovationsbereitschaft begüns- tigen:tigen: • • Die Zusammenarbeit mit Lehramtsanwärter*innen, die im Rahmen der Die Zusammenarbeit mit Lehramtsanwärter*innen, die im Rahmen der festgelegten Beratungsstunden einen kritischen Umgang mit Heterogeni-festgelegten Beratungsstunden einen kritischen Umgang mit Heterogeni- tät in der Lerngruppe einfordern; tät in der Lerngruppe einfordern; • • selbstorganisierte, schulintern geplante Fortbildungen und Arbeitstreffen selbstorganisierte, schulintern geplante Fortbildungen und Arbeitstreffen im Kontext von Inklusion im Gegensatz zu vom Land verordnete Fortbil-im Kontext von Inklusion im Gegensatz zu vom Land verordnete Fortbil- dungen und Treffen; dungen und Treffen; • • hohe Innovationsbereitschaft, wenn neue Ideen oder Konzepte zu dem hohe Innovationsbereitschaft, wenn neue Ideen oder Konzepte zu dem bereits bestehenden pädagogischen Grundkonsens passen; bereits bestehenden pädagogischen Grundkonsens passen; ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 71 • • informelle Erfahrungsweitergabe innerhalb des Kollegiums; informelle Erfahrungsweitergabe innerhalb des Kollegiums; • • gemeinsames Erlernen digitaler Programme von Schüler*innen und Leh-gemeinsames Erlernen digitaler Programme von Schüler*innen und Leh- rer*innen ohne Hemmschwellen; rer*innen ohne Hemmschwellen; • • Lehrkräfte, die sich neue Ideen für den Unterricht auf Social Media (z. B. Lehrkräfte, die sich neue Ideen für den Unterricht auf Social Media (z. B. Twitter) einholen und diese Ideen ins Kollegium geben.Twitter) einholen und diese Ideen ins Kollegium geben. Auch übernehmen IT-Administrator*innen eine zentrale Rolle in der Schaf-Auch übernehmen IT-Administrator*innen eine zentrale Rolle in der Schaf- fung einer hohen Innovationsbereitschaft im Kollegium, da diese oftmals Teil fung einer hohen Innovationsbereitschaft im Kollegium, da diese oftmals Teil eines Digitalisierungsteams an Schulen sind, das digitale Schulentwicklungs-eines Digitalisierungsteams an Schulen sind, das digitale Schulentwicklungs- prozesse initiiert und koordiniert. prozesse initiiert und koordiniert. Des Weiteren trägt eine verbindliche, kontinuierliche Mittelbereitstellung Des Weiteren trägt eine verbindliche, kontinuierliche Mittelbereitstellung seitens der Schulverbände dazu bei, dass sich Lehrkräfte auf eine digitale seitens der Schulverbände dazu bei, dass sich Lehrkräfte auf eine digitale Schulentwicklung einlassen können. Dies unterstützt ein hohes Innovations-Schulentwicklung einlassen können. Dies unterstützt ein hohes Innovations- klima, da verlässlich und stetig neue Dinge ausprobiert werden können:klima, da verlässlich und stetig neue Dinge ausprobiert werden können: Medienbeauftragte Lehrkraft: „Dann, dass wir das Geld vom Schul-Medienbeauftragte Lehrkraft: „Dann, dass wir das Geld vom Schul- verband für diese ganzen Geschichten zur Verfügung gestellt ha-verband für diese ganzen Geschichten zur Verfügung gestellt ha- ben und dass denen die Digitalisierung bei uns an der Schule so ben und dass denen die Digitalisierung bei uns an der Schule so wichtig ist und dass die da immer wieder für gekämpft haben, wichtig ist und dass die da immer wieder für gekämpft haben, dass wir ausreichend Geld für alles Mögliche, was wir irgendwie für dass wir ausreichend Geld für alles Mögliche, was wir irgendwie für den Unterricht in Bezug auf die Digitalisierung brauchen, zur Ver-den Unterricht in Bezug auf die Digitalisierung brauchen, zur Ver- fügung gestellt haben. Das ist auch unfassbar wichtig, sonst hast fügung gestellt haben. Das ist auch unfassbar wichtig, sonst hast du eine Idee und dann bleibt dir vielleicht ein Jahr und dann sagt du eine Idee und dann bleibt dir vielleicht ein Jahr und dann sagt der Schulverband: ‚Oh, jetzt ist das Geld alle, jetzt gibt es nichts der Schulverband: ‚Oh, jetzt ist das Geld alle, jetzt gibt es nichts mehr‘. Und dann entsteht da natürlich keine Kontinuität und vor al-mehr‘. Und dann entsteht da natürlich keine Kontinuität und vor al- len Dingen verlieren dann auch die Kollegen das Interesse, sich da len Dingen verlieren dann auch die Kollegen das Interesse, sich da rein zu arbeiten, wenn das Geld dann ja auch- dann kann man das rein zu arbeiten, wenn das Geld dann ja auch- dann kann man das ja doch nicht irgendwie einsetzen und dann brauchen wir uns da ja ja doch nicht irgendwie einsetzen und dann brauchen wir uns da ja gar nicht reinarbeiten, wenn man das eh nicht nutzen kann.“gar nicht reinarbeiten, wenn man das eh nicht nutzen kann.“ Die Innovationsbereitschaft in Schule fußt folglich auch auf der (digitalen) Die Innovationsbereitschaft in Schule fußt folglich auch auf der (digitalen) Ausstattung. Die nachfolgende Tabelle 3 zeigt, welche Aspekte in diesem Zu-Ausstattung. Die nachfolgende Tabelle 3 zeigt, welche Aspekte in diesem Zu- sammenhang besonders wichtig sind.sammenhang besonders wichtig sind. Tabelle 3: Aspekte Steigerung Innovationsbereitschaft durch Ausstattung. Durch Ausstat-Durch Ausstat- tungtung Gelder vom Schulverband für digitale Ausstattung Gelder vom Schulverband für digitale Ausstattung flächendeckende Ausstattung mit digitalen Endgerä-flächendeckende Ausstattung mit digitalen Endgerä- ten, wie z. B. iPad ten, wie z. B. iPad verlässliche Technik und Endgeräte, z. B. stabiler In-verlässliche Technik und Endgeräte, z. B. stabiler In- ternetzugang, stabiles WLAN, problemlose Aufladung ternetzugang, stabiles WLAN, problemlose Aufladung der Geräte, Kompatibilität der Endgeräte mit dem der Geräte, Kompatibilität der Endgeräte mit dem Schulnetzwerk, technischer SupportSchulnetzwerk, technischer Support Onlineplattform (Klassenübergreifende Bereitstellung Onlineplattform (Klassenübergreifende Bereitstellung von Aufgaben, Übungsmaterialien) von Aufgaben, Übungsmaterialien) ““ 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 72 Pandemiebedingt erwarben einzelne Schulen kurzfristig eine große Anzahl Pandemiebedingt erwarben einzelne Schulen kurzfristig eine große Anzahl an digitalen Endgeräten für den digital gestützten Fernunterricht. Die gute an digitalen Endgeräten für den digital gestützten Fernunterricht. Die gute Ausstattung trägt perspektivisch zu einer Verstetigung des digital gestützten Ausstattung trägt perspektivisch zu einer Verstetigung des digital gestützten Unterrichts bei.Unterrichts bei. Die folgende Abbildung 8 zeigt abschließend noch einmal die in den Inter-Die folgende Abbildung 8 zeigt abschließend noch einmal die in den Inter- views genannten Anlässe, die einen förderlichen Einfluss auf die Innovations-views genannten Anlässe, die einen förderlichen Einfluss auf die Innovations- bereitschaft von Einzelnen und Akteur*innengruppen bewirken. Dargestellt bereitschaft von Einzelnen und Akteur*innengruppen bewirken. Dargestellt sind die Ergebnisse als Wortwolke, wobei die Größe der einzelnen Wörter / sind die Ergebnisse als Wortwolke, wobei die Größe der einzelnen Wörter / Wortgruppen die Häufigkeit der Nennungen des dargestellten Aspektes wi-Wortgruppen die Häufigkeit der Nennungen des dargestellten Aspektes wi- derspiegelt (Gewichtung).derspiegelt (Gewichtung). Abbildung 8: Anlässe, die die Innovationsbereitschaft steigern. Sich stellenden Herausforderungen begegnen zu müssen, macht Neuerungen und Sich stellenden Herausforderungen begegnen zu müssen, macht Neuerungen und Veränderungen unumgänglich. Diese Neuerungen und Veränderungen bedeuten Veränderungen unumgänglich. Diese Neuerungen und Veränderungen bedeuten in der Ausgestaltung einer inklusiv-digitalen Schule ein Zusammenspiel vieler, in der Ausgestaltung einer inklusiv-digitalen Schule ein Zusammenspiel vieler, komplexer Komponenten. Um zeit- und ortsungebundenes Kommunizieren, Ler-komplexer Komponenten. Um zeit- und ortsungebundenes Kommunizieren, Ler- nen und Arbeiten ermöglichen zu können und damit auf individuelle Bedürfnisse nen und Arbeiten ermöglichen zu können und damit auf individuelle Bedürfnisse der Mitglieder in Schule eingehen zu können, braucht es die Etablierung eines in-der Mitglieder in Schule eingehen zu können, braucht es die Etablierung eines in- klusiven Mindsets, die Fähigkeit im Umgang mit digitalen Medien und die Heraus-klusiven Mindsets, die Fähigkeit im Umgang mit digitalen Medien und die Heraus- bildung neuer Arten des Zusammenarbeitens. Um also dem Neuen begegnen zu bildung neuer Arten des Zusammenarbeitens. Um also dem Neuen begegnen zu können, braucht es oftmals ganz neue Herangehensweisen und Bewältigungsstra-können, braucht es oftmals ganz neue Herangehensweisen und Bewältigungsstra- tegien. Innovationen zuzulassen ist eine wichtige Größe auf dem Weg hin zu einer tegien. Innovationen zuzulassen ist eine wichtige Größe auf dem Weg hin zu einer inklusiv-digitalen Schule. Durch Innovationen, egal ob technischer oder sozialer inklusiv-digitalen Schule. Durch Innovationen, egal ob technischer oder sozialer 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 73 Art, kann als nicht (mehr) zufriedenstellend Erlebtes im schulischen Alltag über-Art, kann als nicht (mehr) zufriedenstellend Erlebtes im schulischen Alltag über- wunden werden. Dabei kann eine Innovation als digitales Klassenbuch daherkom-wunden werden. Dabei kann eine Innovation als digitales Klassenbuch daherkom- men, das die Kommunikation unter den Lehrkräften erleichtert oder aber eine men, das die Kommunikation unter den Lehrkräften erleichtert oder aber eine Übersetzungs-App sein, die bei der Einbindung verschiedener Sprachen in den Übersetzungs-App sein, die bei der Einbindung verschiedener Sprachen in den Unterricht hilft. Neben solchen technischen Innovationen können solche eine Ver-Unterricht hilft. Neben solchen technischen Innovationen können solche eine Ver- änderung erwirken, die eher auf der Ebene der sozialen Praktiken verortet sind änderung erwirken, die eher auf der Ebene der sozialen Praktiken verortet sind (und durchaus durch technische Innovationen initiiert sein können). Neuartige (und durchaus durch technische Innovationen initiiert sein können). Neuartige Formen des Zusammenarbeitens oder der Fortbildung können den gewachsenen Formen des Zusammenarbeitens oder der Fortbildung können den gewachsenen Ansprüchen an Inklusion und Digitalität in Schule Rechnung tragen. Jedoch sollte Ansprüchen an Inklusion und Digitalität in Schule Rechnung tragen. Jedoch sollte bei aller Innovationsoffenheit die Überprüfbarkeit auf Dienlichkeit bestehen blei-bei aller Innovationsoffenheit die Überprüfbarkeit auf Dienlichkeit bestehen blei- ben. Die Frage „Passt das eigentlich zu uns?“ darf dabei genauso gestellt werden ben. Die Frage „Passt das eigentlich zu uns?“ darf dabei genauso gestellt werden wie die Antwort formuliert werden darf „Nein, aber wir können etwas daran ver-wie die Antwort formuliert werden darf „Nein, aber wir können etwas daran ver- ändern und dann haben wir eine Lösung für unser Anliegen“. ändern und dann haben wir eine Lösung für unser Anliegen“. 2.10 Kapitelzusammenfassung In dem Modell einer inklusiv-digitalen Schule konstituiert die Schulkul-In dem Modell einer inklusiv-digitalen Schule konstituiert die Schulkul- tur eine zentrale Gelingensbedingung. Mehr noch: Schulkultur bildet tur eine zentrale Gelingensbedingung. Mehr noch: Schulkultur bildet den zentralen Baustein dieses Modells, weil in ihr all die wesentlichen den zentralen Baustein dieses Modells, weil in ihr all die wesentlichen Aspekte zusammenkommen, die für eine inklusiv-digitale Schule ganz Aspekte zusammenkommen, die für eine inklusiv-digitale Schule ganz grundlegend sind. Es hat sich gezeigt, dass für die Verzahnung von grundlegend sind. Es hat sich gezeigt, dass für die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung die gleichen Werte vonnöten sind, um diese Aspekte Inklusion und Digitalisierung die gleichen Werte vonnöten sind, um diese Aspekte nachhaltig und ganz grundständig in Schule verankern zu können. Die Werte und nachhaltig und ganz grundständig in Schule verankern zu können. Die Werte und Prinzipien Partizipation, gegenseitige Unterstützung, Kooperation und Kollabo-Prinzipien Partizipation, gegenseitige Unterstützung, Kooperation und Kollabo- ration, Reflexion sowie Raum zum Ausprobieren, neuartige, individuelle Formen ration, Reflexion sowie Raum zum Ausprobieren, neuartige, individuelle Formen des Lernens und Innovationsbereitschaft gelten als Gelingensbedingungen, um des Lernens und Innovationsbereitschaft gelten als Gelingensbedingungen, um sowohl ein Mehr an Inklusion, als auch ein Mehr an Digitalisierung zu schaffen. sowohl ein Mehr an Inklusion, als auch ein Mehr an Digitalisierung zu schaffen. Doch vor allem das Bestreben, diese beiden Anliegen miteinander zu verzahnen, Doch vor allem das Bestreben, diese beiden Anliegen miteinander zu verzahnen, bedeutet eine besondere Herausforderung für alle Mitglieder in Schule, für deren bedeutet eine besondere Herausforderung für alle Mitglieder in Schule, für deren Bewältigung eine Offenheit für Vielfalt, das Neue, Unbekannte und Ungewöhn-Bewältigung eine Offenheit für Vielfalt, das Neue, Unbekannte und Ungewöhn- liche unerlässlich ist. Ein Entwicklungsprozess bedeutet oftmals, neue Wege be-liche unerlässlich ist. Ein Entwicklungsprozess bedeutet oftmals, neue Wege be- schreiten zu müssen – dies wird aber nur dann möglich, wenn das Neue sich in schreiten zu müssen – dies wird aber nur dann möglich, wenn das Neue sich in einer Kultur ausbreiten darf, in der gemeinsam gestaltet wird. Inklusion in Schule einer Kultur ausbreiten darf, in der gemeinsam gestaltet wird. Inklusion in Schule leben zu wollen, bedeutet, eine Schule für alle gestalten zu wollen. Damit dies leben zu wollen, bedeutet, eine Schule für alle gestalten zu wollen. Damit dies gelingen kann, müssen auch alle gehört und an der Gestaltung beteiligt werden. gelingen kann, müssen auch alle gehört und an der Gestaltung beteiligt werden. Passend eingesetzte digitale Medien können diesen Prozess gewinnbringend un-Passend eingesetzte digitale Medien können diesen Prozess gewinnbringend un- terstützen und dabei helfen, Barrieren zu überwinden, niedrigschwellige Angebote terstützen und dabei helfen, Barrieren zu überwinden, niedrigschwellige Angebote zu machen und Kommunikation und Zusammenarbeit bedarfsorientiert zu ermög-zu machen und Kommunikation und Zusammenarbeit bedarfsorientiert zu ermög- lichen. lichen. Eine inklusiv-digital gestaltete Schule braucht eine Idee davon, wie sie sein Eine inklusiv-digital gestaltete Schule braucht eine Idee davon, wie sie sein möchte, welche Vision von Schule sie leben möchte. Und dann muss sie sich möchte, welche Vision von Schule sie leben möchte. Und dann muss sie sich auf den Weg machen, indem sie durch Haltungen und Handlungen eine Kultur auf den Weg machen, indem sie durch Haltungen und Handlungen eine Kultur fördert, in der Lernen, Vermitteln und Gestalten partizipativ organisiert sind, in fördert, in der Lernen, Vermitteln und Gestalten partizipativ organisiert sind, in der Heterogenität und Diversität als Gewinn verstanden werden und daraus ein der Heterogenität und Diversität als Gewinn verstanden werden und daraus ein Prinzip der gegenseitigen Unterstützung erwächst. Denn: für alle ist das, was Prinzip der gegenseitigen Unterstützung erwächst. Denn: für alle ist das, was mit den neuen Herausforderungen einhergeht, neu, auch mal verunsichernd und mit den neuen Herausforderungen einhergeht, neu, auch mal verunsichernd und unbekannt. In einer Schulkultur, in der gegenseitige Unterstützung eine feste unbekannt. In einer Schulkultur, in der gegenseitige Unterstützung eine feste 2 Baustein Schulkultur Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 74 Größe ist, braucht es das Einzelkämper*innentum nicht mehr – vielmehr kann Größe ist, braucht es das Einzelkämper*innentum nicht mehr – vielmehr kann eine Entlastung der*des Einzelnen erfolgen und durch etwas Gemeinsames noch eine Entlastung der*des Einzelnen erfolgen und durch etwas Gemeinsames noch viel mehr entstehen als durch Bemühungen von Einzelnen. Der Schlüssel dazu viel mehr entstehen als durch Bemühungen von Einzelnen. Der Schlüssel dazu ist eine lebendige Kultur des Kooperierens und Kollaborierens. Aber die Zusam-ist eine lebendige Kultur des Kooperierens und Kollaborierens. Aber die Zusam- menarbeit und das gemeinsame Lernen brauchen Räume, Zeiten, Strukturen und menarbeit und das gemeinsame Lernen brauchen Räume, Zeiten, Strukturen und Übung, damit es gelingen kann. Dem Aspekt der Reflexion kommt eine besonde-Übung, damit es gelingen kann. Dem Aspekt der Reflexion kommt eine besonde- re Bedeutung zu. Reflexion ist die stete Begleiterin der Entwicklung hin zu einer re Bedeutung zu. Reflexion ist die stete Begleiterin der Entwicklung hin zu einer inklusiv-digitalen Schule. Sie steht am Anfang und formuliert die Frage: “Wie le-inklusiv-digitalen Schule. Sie steht am Anfang und formuliert die Frage: “Wie le- ben wir in unserer Schule bisher Inklusion und welche Rolle spielen dabei digitale ben wir in unserer Schule bisher Inklusion und welche Rolle spielen dabei digitale Medien?”. Ausgehend davon ergeben sich Ansätze für Veränderungen, entste-Medien?”. Ausgehend davon ergeben sich Ansätze für Veränderungen, entste- hen Räume der Neugestaltung und dann wird ausprobiert und erneut reflektiert. hen Räume der Neugestaltung und dann wird ausprobiert und erneut reflektiert. Reflexion, bezogen auf das ganz individuelle Handeln, aber auch auf das Ge-Reflexion, bezogen auf das ganz individuelle Handeln, aber auch auf das Ge- meinsame, ist eine große Stärke, weil sie zutage fördert, wo sich Veränderungs-meinsame, ist eine große Stärke, weil sie zutage fördert, wo sich Veränderungs- potenziale verbergen. Aber Reflexion ist nur dann wirksam, wenn ausgehend von potenziale verbergen. Aber Reflexion ist nur dann wirksam, wenn ausgehend von den Erkenntnissen Prozesse des Ausprobierens und Neuarrangierens angestoßen den Erkenntnissen Prozesse des Ausprobierens und Neuarrangierens angestoßen werden können. Wenn in Schule Fehler gemacht und Ideen verworfen werden werden können. Wenn in Schule Fehler gemacht und Ideen verworfen werden können, wenn gemeinsam entdeckt und erforscht werden kann, dann kann auf können, wenn gemeinsam entdeckt und erforscht werden kann, dann kann auf eine neue Art gemeinsam gelernt werden. Das befreit die Lehrkräfte von dem eine neue Art gemeinsam gelernt werden. Das befreit die Lehrkräfte von dem Credo, alles wissen zu müssen. Eingedenk der sich stellenden Herausforderung, Credo, alles wissen zu müssen. Eingedenk der sich stellenden Herausforderung, Inklusion und Digitalisierung zusammendenken zu wollen, muss Raum geschaf-Inklusion und Digitalisierung zusammendenken zu wollen, muss Raum geschaf- fen werden für Dinge, die erst erlernt werden müssen. In einem Zusammenspiel fen werden für Dinge, die erst erlernt werden müssen. In einem Zusammenspiel der vielen verschiedenen Kompetenzen der Mitglieder in Schule wird neues Wis-der vielen verschiedenen Kompetenzen der Mitglieder in Schule wird neues Wis- sen geschaffen und Lernen neu bewertet. Denn nicht nur die Schüler*innen sind sen geschaffen und Lernen neu bewertet. Denn nicht nur die Schüler*innen sind es, die in Schule lernen und Neues erfahren dürfen. Ein neues Selbstverständnis es, die in Schule lernen und Neues erfahren dürfen. Ein neues Selbstverständnis des Lernens muss Teil einer inklusiv-digital gestalteten Schule sein. So wird eine des Lernens muss Teil einer inklusiv-digital gestalteten Schule sein. So wird eine Offenheit gegenüber Neuem eine Haltung sein, die zum Mindset, zur Kultur einer Offenheit gegenüber Neuem eine Haltung sein, die zum Mindset, zur Kultur einer inklusiv-digitalen Schule gehört. Neues kann nicht (ausschließlich) mit Altem inklusiv-digitalen Schule gehört. Neues kann nicht (ausschließlich) mit Altem bewältigt werden. Um dem Neuen zu begegnen, braucht es neue Ansätze und bewältigt werden. Um dem Neuen zu begegnen, braucht es neue Ansätze und innovative Strategien und Techniken, weshalb der Innovationsbereitschaft eine innovative Strategien und Techniken, weshalb der Innovationsbereitschaft eine immense Bedeutung zukommt. immense Bedeutung zukommt. Führt man diese Werte und Prinzipien zusammen, erhält man eine inklusiv-digita-Führt man diese Werte und Prinzipien zusammen, erhält man eine inklusiv-digita- le Schulkultur, die als grundlegender Baustein und damit als Gelingensbedingung le Schulkultur, die als grundlegender Baustein und damit als Gelingensbedingung einer inklusiv-digitalen Schule zu begreifen ist. einer inklusiv-digitalen Schule zu begreifen ist. 2.11 Literaturverzeichnis Anokhina, Katja; Heinen, Richard. 2020. Schnittstelle Software Studies und Anokhina, Katja; Heinen, Richard. 2020. 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Entwick- lung einer auf Resilienz ausgerichteten Organisationskultur. lung einer auf Resilienz ausgerichteten Organisationskultur. Gruppe. Interaktion. Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift für Angewandte OrganisationspsychologieOrganisation. Zeitschrift für Angewandte Organisationspsychologie, 47, 151-158. , 47, 151-158. https://doi.org/10.1007/s11612-016-0318-6https://doi.org/10.1007/s11612-016-0318-6 Rolff, Hans-Günter; Thünken, Ulrich. 2020. Rolff, Hans-Günter; Thünken, Ulrich. 2020. Digital gestütztes Lernen. Praxisbei-Digital gestütztes Lernen. Praxisbei- spiele für eine zeitgemäße Schulentwicklungspiele für eine zeitgemäße Schulentwicklung. Weinheim/Basel: Beltz.. Weinheim/Basel: Beltz. Schulz, Lea. 2021. Lernen mit Medien zur Kooperation/Kollaboration. In: Schulz, Schulz, Lea. 2021. Lernen mit Medien zur Kooperation/Kollaboration. In: Schulz, Lea; Krstoski, Igor; Lüneberger, Martin; Wichmann, Dorothea (Hg): Lea; Krstoski, Igor; Lüneberger, Martin; Wichmann, Dorothea (Hg): Diklusive Diklusive Lernwelten. Zeitgemäßes Lernen für alle Schülerinnen und SchülerLernwelten. Zeitgemäßes Lernen für alle Schülerinnen und Schüler. Dornstadt: . Dornstadt: Visual Ink Publishing UG, 232-235. Verfügbar unter: https://www.researchgate.Visual Ink Publishing UG, 232-235. Verfügbar unter: https://www.researchgate. net/profile/Elizabeth-Watts/publication/357622160_Digitale_und_differenzierte_net/profile/Elizabeth-Watts/publication/357622160_Digitale_und_differenzierte_ naturwissenschaftliche_Bildung_fur_alle/links/61d6c23ada5d105e55209252/Digi-naturwissenschaftliche_Bildung_fur_alle/links/61d6c23ada5d105e55209252/Digi- tale-und-differenzierte-naturwissenschaftliche-Bildung-fuer-alle.pdf#page=232tale-und-differenzierte-naturwissenschaftliche-Bildung-fuer-alle.pdf#page=232 Spychiger, Maria; Oser, Fritz; Hascher, Tina; Mahler, Fabienne. 1999. Entwicklung Spychiger, Maria; Oser, Fritz; Hascher, Tina; Mahler, Fabienne. 1999. Entwicklung einer Fehlerkultur in der Schule. In: Althof, Wolfgang (Hg): einer Fehlerkultur in der Schule. In: Althof, Wolfgang (Hg): FehlerweltenFehlerwelten. Wiesba-. Wiesba- den: Springer VS, 43-70. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/978-3-663-den: Springer VS, 43-70. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/978-3-663- 07878-407878-4 Stalder, Felix. 2016. Stalder, Felix. 2016. Kultur der DigitalitätKultur der Digitalität. Berlin: Suhrkamp. . Berlin: Suhrkamp. UN-Behindertenrechtskonvention. 2006. UN-Behindertenrechtskonvention. 2006. Übereinkommen über die Rechte von Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit BehinderungenMenschen mit Behinderungen. Verfügbar unter: https://www.behindertenrechts-. Verfügbar unter: https://www.behindertenrechts- konvention.info/uebereinkommen-ueber-die-rechte-von-menschen-mit-behinde-konvention.info/uebereinkommen-ueber-die-rechte-von-menschen-mit-behinde- rungen-3101/#29-artikel-29---teilhabe-am-politischen-und-öffentlichen-leben rungen-3101/#29-artikel-29---teilhabe-am-politischen-und-öffentlichen-leben (Zugegriffen: 18.01.2022)(Zugegriffen: 18.01.2022) Walper, Sabine. 2021. Eltern und Schule - Chancen der Zusammenarbeit bes-Walper, Sabine. 2021. 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Verfügbar unter: http://www.kinderpolitik.de/images/down- loads/Beteiligungsbausteine/c/Baustein_C_2_1.pdf (Zugegriffen: 09.06.2022) loads/Beteiligungsbausteine/c/Baustein_C_2_1.pdf (Zugegriffen: 09.06.2022) Zapf, Wolfgang. 1989. Über soziale Innovationen. Zapf, Wolfgang. 1989. Über soziale Innovationen. Soziale WeltSoziale Welt, 40 (1/2), 170-, 40 (1/2), 170- 183. 183. Zorn, Isabel, Jan-René, Schluchter, Ingo, Bosse. 2019. Theoretische Grundlagen Zorn, Isabel, Jan-René, Schluchter, Ingo, Bosse. 2019. Theoretische Grundlagen inklusiver Medienbildung. In: Ingo, Bosse, Jan-René, Schluchter, Isabel, Zorn inklusiver Medienbildung. In: Ingo, Bosse, Jan-René, Schluchter, Isabel, Zorn (Hg): (Hg): Handbuch Inklusion und MedienbildungHandbuch Inklusion und Medienbildung. Weinheim/Basel: Beltz Juventa.. Weinheim/Basel: Beltz Juventa. 3 Baustein Mitglieder in Schule Mitglieder in Schule 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 79 3 Baustein Mitglieder in Schule 3.1 Wer wirkt in Schule? Schul- und Unterrichtsentwicklung gestaltet sich ausschließlich über die in ihr Schul- und Unterrichtsentwicklung gestaltet sich ausschließlich über die in ihr wirkenden Akteur*innen. In eine Kurzformel gegossen kann man formulieren: wirkenden Akteur*innen. In eine Kurzformel gegossen kann man formulieren: Auf die Menschen kommt es an. Auf die Menschen kommt es an. Auf die Menschen kommt es nicht allein deswegen an, weil ohne sie Schule nicht Auf die Menschen kommt es nicht allein deswegen an, weil ohne sie Schule nicht möglich wäre. Vielmehr sind es die Ideen, Impulse, Werte und das Engagement möglich wäre. Vielmehr sind es die Ideen, Impulse, Werte und das Engagement der Menschen in Schule, die das Ganze in Bewegung halten und weiterentwickeln. der Menschen in Schule, die das Ganze in Bewegung halten und weiterentwickeln. Vor allem für Veränderungsprozesse, zu welchen die nachhaltige und umfassende Vor allem für Veränderungsprozesse, zu welchen die nachhaltige und umfassende Digitalisierung von Unterrichtsgeschehen und Schulgestaltung und das Befördern Digitalisierung von Unterrichtsgeschehen und Schulgestaltung und das Befördern von Inklusion ohne Zweifel gehören, sind entschiedene Willenserklärungen von von Inklusion ohne Zweifel gehören, sind entschiedene Willenserklärungen von jenen Menschen notwendig, die Schule machen. Bei diesen Akteur*innen handelt jenen Menschen notwendig, die Schule machen. Bei diesen Akteur*innen handelt es sich in dem bisherigen Verständnis von Schule um die Personengruppen, die in es sich in dem bisherigen Verständnis von Schule um die Personengruppen, die in der Ausgestaltung von Schule bis dato die Verantwortungen und Verantwortlich-der Ausgestaltung von Schule bis dato die Verantwortungen und Verantwortlich- keiten innehaben und damit auch die Entscheidungen fällen und Deutungshohei-keiten innehaben und damit auch die Entscheidungen fällen und Deutungshohei- ten besitzen. Das sind vor allem die in der nachfolgenden Tabelle 4 präsentierten ten besitzen. Das sind vor allem die in der nachfolgenden Tabelle 4 präsentierten Personengruppen: Personengruppen: Tabelle 4: Überblick Akteur*innen in Schule. PersonengruppePersonengruppe Beschreibung Beschreibung SchulleitungSchulleitung formale Schulleitung (Einzelperson), aber auch Schul-formale Schulleitung (Einzelperson), aber auch Schul- leitungsteamleitungsteam LehrkräfteLehrkräfte Regelschul- und Sonderschullehrkräfte, Lehrkräfte im Regelschul- und Sonderschullehrkräfte, Lehrkräfte im VorbereitungsdienstVorbereitungsdienst weitere Pädagog*innenweitere Pädagog*innen Schulsozialarbeiter*innen, Erzieher*innen, Schulbe-Schulsozialarbeiter*innen, Erzieher*innen, Schulbe- gleitung/-assistenz, Schulhelfer*innen, (sonder-)päda-gleitung/-assistenz, Schulhelfer*innen, (sonder-)päda- gogische Dienstegogische Dienste Schulleitungen, Lehrkräfte und weitere in Schule aktive Pädagog*innen prägen Schulleitungen, Lehrkräfte und weitere in Schule aktive Pädagog*innen prägen die Ausrichtung von Schule. Von ihren Haltungen und Handlungen hängt es ab, die Ausrichtung von Schule. Von ihren Haltungen und Handlungen hängt es ab, wie Inklusion implementiert und Digitalisierung umgesetzt wird. Aufmerksam zu wie Inklusion implementiert und Digitalisierung umgesetzt wird. Aufmerksam zu machen ist jedoch auf den Umstand, dass sich die Deutungshoheit in der bishe-machen ist jedoch auf den Umstand, dass sich die Deutungshoheit in der bishe- rigen Ausgestaltung von Schule zumeist auf die Gruppe der Erwachsenen bezieht rigen Ausgestaltung von Schule zumeist auf die Gruppe der Erwachsenen bezieht und die Schüler*innen hinsichtlich ihrer Beteiligung an Gestaltungsprozessen und die Schüler*innen hinsichtlich ihrer Beteiligung an Gestaltungsprozessen eher unterrepräsentiert sind. eher unterrepräsentiert sind. Wenn eine inklusiv-digitale Schulkultur die Atmosphäre einer Schule prägen und Wenn eine inklusiv-digitale Schulkultur die Atmosphäre einer Schule prägen und Wirkung entfalten soll, dann ist ein veränderter Blick auf die in Schule wirkenden Wirkung entfalten soll, dann ist ein veränderter Blick auf die in Schule wirkenden Personengruppen nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Personengruppen nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Als zentrale Gelingensbedingung für die Verzahnung von Inklusion und Digitalisie-Als zentrale Gelingensbedingung für die Verzahnung von Inklusion und Digitalisie- rung gilt die inklusiv-digitale Schulkultur mit ihren Bestandteilen der Partizipati-rung gilt die inklusiv-digitale Schulkultur mit ihren Bestandteilen der Partizipati- ons-, Unterstützungs-, Kollaborations-, Kooperations- sowie der Reflexionskultur. ons-, Unterstützungs-, Kollaborations-, Kooperations- sowie der Reflexionskultur. Des Weiteren relevant sind die Bestandteile Innovations- und Lernkultur sowie Des Weiteren relevant sind die Bestandteile Innovations- und Lernkultur sowie eine Kultur des Ausprobierens. Betrachtet man vor allem die erstgenannten Be-eine Kultur des Ausprobierens. Betrachtet man vor allem die erstgenannten Be- standteile für die Ausgestaltung einer inklusiv-digitalen Schule mit Entschieden-standteile für die Ausgestaltung einer inklusiv-digitalen Schule mit Entschieden- 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 80 heit, dann muss eine Schlussfolgerung sein, sich auf den Weg zu machen, Schule heit, dann muss eine Schlussfolgerung sein, sich auf den Weg zu machen, Schule fortwährend partizipativer, kollaborativer, kooperativer und reflexiver auszuge-fortwährend partizipativer, kollaborativer, kooperativer und reflexiver auszuge- stalten. Und dafür gilt: Auf die Menschen kommt es an. Weitergehend aber muss stalten. Und dafür gilt: Auf die Menschen kommt es an. Weitergehend aber muss zusätzlich gelten: Auf die Haltung kommt es an. Denn ein Mehr an Partizipation, zusätzlich gelten: Auf die Haltung kommt es an. Denn ein Mehr an Partizipation, Kollaboration, Kooperation, Reflexion usw. wird durch bewusste Entscheidungen Kollaboration, Kooperation, Reflexion usw. wird durch bewusste Entscheidungen der Menschen in Schule möglich. Diese Menschen sind formal und strukturell be-der Menschen in Schule möglich. Diese Menschen sind formal und strukturell be- dingt Schulleitungen, Lehrkräfte, weitere Pädagog*innen und andere in Schule dingt Schulleitungen, Lehrkräfte, weitere Pädagog*innen und andere in Schule agierende Erwachsene (Aktion Mensch 2022). So ist der Grad der Partizipation, agierende Erwachsene (Aktion Mensch 2022). So ist der Grad der Partizipation, den Schüler*innen wahrnehmen können, abhängig von dem Grad an Partizipa-den Schüler*innen wahrnehmen können, abhängig von dem Grad an Partizipa- tion, den diese Akteur*innen ihnen ermöglichen (Mayrberger 2013, 99). tion, den diese Akteur*innen ihnen ermöglichen (Mayrberger 2013, 99). Zu betonen ist, dass die Reflexion der Beteiligung an und die Mitgestaltung von Zu betonen ist, dass die Reflexion der Beteiligung an und die Mitgestaltung von Prozessen nichts ist, was ausschließlich für die Gruppe der Schüler*innen ent-Prozessen nichts ist, was ausschließlich für die Gruppe der Schüler*innen ent- faltet werden sollte. Schließlich gehen mit diesem Entwicklungsprozess hin zu faltet werden sollte. Schließlich gehen mit diesem Entwicklungsprozess hin zu einer inklusiv-digital gestalteten Schule mannigfaltige Veränderungen einher, die einer inklusiv-digital gestalteten Schule mannigfaltige Veränderungen einher, die alle Personengruppen in Schule betreffen. Vor allem erhebt sich daraus die Not-alle Personengruppen in Schule betreffen. Vor allem erhebt sich daraus die Not- wendigkeit zu reflektieren, welche Personen zu Schule gehören, wer welche Ver-wendigkeit zu reflektieren, welche Personen zu Schule gehören, wer welche Ver- antwortungen und welche Aufgaben übernimmt und wo die Stellschrauben sind, antwortungen und welche Aufgaben übernimmt und wo die Stellschrauben sind, an denen für eine Veränderung gedreht werden kann. Veränderungsprozesse an denen für eine Veränderung gedreht werden kann. Veränderungsprozesse bedeuten Anstrengung, die sich nicht zuletzt darin vergegenwärtigt, dass das bedeuten Anstrengung, die sich nicht zuletzt darin vergegenwärtigt, dass das Bestehende auf den Prüfstand gestellt wird. Diese Reflexionsleistungen beziehen Bestehende auf den Prüfstand gestellt wird. Diese Reflexionsleistungen beziehen sich auf jede*n der genannten Akteur*innen, weiten sich auf Interaktionen aus, sich auf jede*n der genannten Akteur*innen, weiten sich auf Interaktionen aus, umfassen das Unterrichtsgeschehen und beziehen schließlich die gesamte Gestal-umfassen das Unterrichtsgeschehen und beziehen schließlich die gesamte Gestal- tung von Schule mit ein. Dabei können sich für die Akteur*innen Fragen stellen tung von Schule mit ein. Dabei können sich für die Akteur*innen Fragen stellen wie: wie: • • Welches Verständnis habe ich von Partizipation in Schule? Welches Verständnis habe ich von Partizipation in Schule? • • Welche Möglichkeiten kenne ich, um meinen Unterricht und das Zusammen-Welche Möglichkeiten kenne ich, um meinen Unterricht und das Zusammen- arbeiten in Schule partizipativ zu gestalten?arbeiten in Schule partizipativ zu gestalten? • • Wie ist es um die Kooperation mit meinen Schüler*innen bestellt? Wie viel Wie ist es um die Kooperation mit meinen Schüler*innen bestellt? Wie viel Verantwortung übertrage ich ihnen? In welchen Situationen dürfen sie mitbe-Verantwortung übertrage ich ihnen? In welchen Situationen dürfen sie mitbe- stimmen und Entscheidungen beeinflussen? stimmen und Entscheidungen beeinflussen? • • Wie werden Entscheidungsprozesse an meiner Schule gestaltet? Inwiefern Wie werden Entscheidungsprozesse an meiner Schule gestaltet? Inwiefern werde ich an Entscheidungen beteiligt und welche Gestaltungsmöglichkeiten werde ich an Entscheidungen beteiligt und welche Gestaltungsmöglichkeiten stehen mir offen? Wie kann ich mich an Entscheidungsprozessen beteiligen?stehen mir offen? Wie kann ich mich an Entscheidungsprozessen beteiligen? • • Kenne ich die Bedürfnisse meiner Schüler*innen und stehen die Aktivitäten Kenne ich die Bedürfnisse meiner Schüler*innen und stehen die Aktivitäten und Maßnahmen im Einklang mit diesen Bedürfnissen? und Maßnahmen im Einklang mit diesen Bedürfnissen? • • Welches Bild habe ich von meinen Schüler*innen? Wie spreche ich vor Kol-Welches Bild habe ich von meinen Schüler*innen? Wie spreche ich vor Kol- leg*innen und Mitschüler*innen über einzelne Schüler*innen? leg*innen und Mitschüler*innen über einzelne Schüler*innen? • • Welches Bild habe ich von mir als Lehrkraft? Verstehe ich mich hauptsächlich Welches Bild habe ich von mir als Lehrkraft? Verstehe ich mich hauptsächlich als Lehrende*r oder möchte ich auch Lernende*r sein? als Lehrende*r oder möchte ich auch Lernende*r sein? • • Welche Haltung oder Einstellung habe ich meiner Schule gegenüber? Welche Haltung oder Einstellung habe ich meiner Schule gegenüber? • • Wie offen begegne ich neuen Ideen? Wie bereit bin ich, mich auf neue Heraus-Wie offen begegne ich neuen Ideen? Wie bereit bin ich, mich auf neue Heraus- forderungen einzulassen?forderungen einzulassen? 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 81 Die Reflexion der eigenen Haltung und des eigenen Handelns ist eine wahre Grö-Die Reflexion der eigenen Haltung und des eigenen Handelns ist eine wahre Grö- ße, wenn es darum geht, sensibel gegenüber in Schule wirkenden Dynamiken zu ße, wenn es darum geht, sensibel gegenüber in Schule wirkenden Dynamiken zu sein. Um eine Reproduktion bestehender Handlungsrepertoires zugunsten einer sein. Um eine Reproduktion bestehender Handlungsrepertoires zugunsten einer Neuausrichtung aufweichen zu können, kommt der Auseinandersetzung mit den Neuausrichtung aufweichen zu können, kommt der Auseinandersetzung mit den bestehenden Routinen eine immense Bedeutung zu. bestehenden Routinen eine immense Bedeutung zu. Resümiert werden kann: Die zentralen Triebfedern der Verzahnung von Inklusion Resümiert werden kann: Die zentralen Triebfedern der Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung sind eine an inklusiven Werten orientierte Haltung und die und Digitalisierung sind eine an inklusiven Werten orientierte Haltung und die daran orientierten Handlungen. daran orientierten Handlungen. Abbildung 9: Haltung und Handlungen der Mitglieder in Schule. Die nachfolgenden Abschnitte möchten einen vertiefenden Blick auf diese rele-Die nachfolgenden Abschnitte möchten einen vertiefenden Blick auf diese rele- vanten Aspekte werfen. Neben konzeptionellen Überlegungen werden auch Ein-vanten Aspekte werfen. Neben konzeptionellen Überlegungen werden auch Ein- blicke in die schulische Praxis der Dig*In-Kooperationsschulen gewährt, die die blicke in die schulische Praxis der Dig*In-Kooperationsschulen gewährt, die die Themenfelder Haltung und Handlungen im Besonderen aufgreifen. Doch bevor es Themenfelder Haltung und Handlungen im Besonderen aufgreifen. Doch bevor es darum gehen kann, wie die Menschen in Schule zu deren Gelingen beitragen, soll darum gehen kann, wie die Menschen in Schule zu deren Gelingen beitragen, soll näher betrachtet werden, wer diese Menschen eigentlich sind.näher betrachtet werden, wer diese Menschen eigentlich sind. 3.2 Auf die Menschen kommt es an Wenn sich eine Schule auf den Weg macht, Inklusion und Digitalisierung zusam-Wenn sich eine Schule auf den Weg macht, Inklusion und Digitalisierung zusam- menzudenken, dann werden sich die zuvor genannten Bausteine (Partizipation, menzudenken, dann werden sich die zuvor genannten Bausteine (Partizipation, Kollaboration, Kooperation, Reflexion usw.) als prägend erweisen (müssen). Eine Kollaboration, Kooperation, Reflexion usw.) als prägend erweisen (müssen). Eine Schule für alle zu gestalten bedeutet, alle Personengruppen in Schule auch an der Schule für alle zu gestalten bedeutet, alle Personengruppen in Schule auch an der Gestaltung von Schule zu beteiligen. Im Zuge dessen erscheint es angezeigt, die Gestaltung von Schule zu beteiligen. Im Zuge dessen erscheint es angezeigt, die in Schule vertretenen Personen einer veränderten Betrachtungsweise zu unter-in Schule vertretenen Personen einer veränderten Betrachtungsweise zu unter- ziehen. Dadurch kann dem Umstand Rechnung getragen werden, dass inklusive ziehen. Dadurch kann dem Umstand Rechnung getragen werden, dass inklusive 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 82 Werte zum Credo des Handelns in Schule werden. Werte zum Credo des Handelns in Schule werden. Konsequenterweise bedarf es das Aufbrechen der bisherigen Manifestation der Konsequenterweise bedarf es das Aufbrechen der bisherigen Manifestation der Deutungshoheit für bestimmte Personengruppen in Schule. Schulleitungen, Lehr-Deutungshoheit für bestimmte Personengruppen in Schule. Schulleitungen, Lehr- kräfte und weitere Pädagog*innen sind es, die den Schüler*innen die Teilhabe an kräfte und weitere Pädagog*innen sind es, die den Schüler*innen die Teilhabe an Gestaltungsprozessen zusprechen, gewähren, ermöglichen müssen. Partizipative Gestaltungsprozessen zusprechen, gewähren, ermöglichen müssen. Partizipative Strukturen sind bislang nicht genuin in Schule eingeschrieben. Demnach braucht Strukturen sind bislang nicht genuin in Schule eingeschrieben. Demnach braucht es vor allem die Willenserklärungen der bisherigen Akteur*innen in Schule, damit es vor allem die Willenserklärungen der bisherigen Akteur*innen in Schule, damit Schüler*innen durch Partizipation auf die Gestaltung von Schule Einfluss nehmen Schüler*innen durch Partizipation auf die Gestaltung von Schule Einfluss nehmen können. Ein veränderter Blick auf die Personengruppen in Schule kann dazu bei-können. Ein veränderter Blick auf die Personengruppen in Schule kann dazu bei- tragen, Inklusion und Digitalisierung in ihrer Verschränkung zu einer gelebten tragen, Inklusion und Digitalisierung in ihrer Verschränkung zu einer gelebten Schulkultur werden zu lassen. Vorgeschlagen werden soll, dass von Mitgliedern in Schulkultur werden zu lassen. Vorgeschlagen werden soll, dass von Mitgliedern in Schule gesprochen werden kann. Schule gesprochen werden kann. Die Art zu handeln, die Wahl der gesprochenen und geschriebenen Worte, die Die Art zu handeln, die Wahl der gesprochenen und geschriebenen Worte, die Organisation von Zusammenarbeit, die Ausgestaltung von Unterstützung usw. Organisation von Zusammenarbeit, die Ausgestaltung von Unterstützung usw. beeinflussen die Atmosphäre in Schule und prägen damit gleichsam die Kultur der beeinflussen die Atmosphäre in Schule und prägen damit gleichsam die Kultur der Schule. Um den sich im Zuge der Digitalisierung immer weiter verändernden An-Schule. Um den sich im Zuge der Digitalisierung immer weiter verändernden An- forderungen gerecht werden zu können, kommt einer an inklusiven Werten und forderungen gerecht werden zu können, kommt einer an inklusiven Werten und Prinzipien orientierten Haltung der Prinzipien orientierten Haltung der Mitglieder in SchuleMitglieder in Schule eine besondere Bedeutung eine besondere Bedeutung zu (Filk 2018, 64).zu (Filk 2018, 64). 3.3 Die Mitglieder in Schule In der Bezeichnung In der Bezeichnung Mitglieder in SchuleMitglieder in Schule ist der Grundsatz eingeschrieben, dass ist der Grundsatz eingeschrieben, dass Schule als System funktioniert, in welchem jeder Bestandteil relevant ist. Jede Schule als System funktioniert, in welchem jeder Bestandteil relevant ist. Jede der nachfolgend ausgewiesenen Personengruppe ist relevant für die Gestaltung der nachfolgend ausgewiesenen Personengruppe ist relevant für die Gestaltung von Schule. In der Auseinandersetzung mit den Mitgliedern in Schule werden von Schule. In der Auseinandersetzung mit den Mitgliedern in Schule werden sowohl die Personengruppen in den Blick genommen, die in Einzelschule wirken, sowohl die Personengruppen in den Blick genommen, die in Einzelschule wirken, als auch die Personen, Organisationen und Strukturen berücksichtigt, die in der als auch die Personen, Organisationen und Strukturen berücksichtigt, die in der Mitwelt von Schule ihren Platz haben. Dabei werden Einzelschule und ihre Mit-Mitwelt von Schule ihren Platz haben. Dabei werden Einzelschule und ihre Mit- welt aufeinander bezogen und miteinander in Kontakt gebracht. Kooperationen welt aufeinander bezogen und miteinander in Kontakt gebracht. Kooperationen und Netzwerke bilden hierbei eine wichtige Ressource in der Bewältigung der und Netzwerke bilden hierbei eine wichtige Ressource in der Bewältigung der steigenden Anforderungen an Schule (Dedering 2012, 99f.). Der Fokus liegt auf steigenden Anforderungen an Schule (Dedering 2012, 99f.). Der Fokus liegt auf dem Schaffen von Kooperationen und Netzwerken mit dem Ziel der gegenseitigen dem Schaffen von Kooperationen und Netzwerken mit dem Ziel der gegenseitigen Unterstützung und dem Austausch von Ideen und Impulsen für die Bewältigung Unterstützung und dem Austausch von Ideen und Impulsen für die Bewältigung der digitalen Transformation und der Begleitung des gesamten (Schul-)Entwick-der digitalen Transformation und der Begleitung des gesamten (Schul-)Entwick- lungsprozesses. In der nachfolgenden Tabelle 5 sind einige Personengruppen be-lungsprozesses. In der nachfolgenden Tabelle 5 sind einige Personengruppen be- nannt, die den Mitgliedern in Einzelschule zugeordnet werden können.nannt, die den Mitgliedern in Einzelschule zugeordnet werden können. Tabelle 5: Übersicht über Mitglieder in Einzelschule. Mitglieder in EinzelschuleMitglieder in Einzelschule Beschreibung Beschreibung Schüler*innenSchüler*innen schulpflichtig und bildungsberechtigtschulpflichtig und bildungsberechtigt SchulleitungSchulleitung formale Schulleitung (Einzelperson), aber formale Schulleitung (Einzelperson), aber auch Schulleitungsteamauch Schulleitungsteam 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 83 Mitglieder in EinzelschuleMitglieder in Einzelschule Beschreibung Beschreibung LehrkräfteLehrkräfte Regelschul- und Sonderschullehrkräfte, Lehr-Regelschul- und Sonderschullehrkräfte, Lehr- kräfte im Vorbereitungsdienstkräfte im Vorbereitungsdienst weitere pädagogische Fach-weitere pädagogische Fach- kräftekräfte Schulsozialarbeiter*innen, Erzieher*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Erzieher*innen, Schulbegleitung/-assistenz, Schulhelfer*innen, Schulbegleitung/-assistenz, Schulhelfer*innen, (sonder-)pädagogische Dienste(sonder-)pädagogische Dienste VerwaltungskräfteVerwaltungskräfte Sekretariate Sekretariate Personen im Infrastruktur- und Personen im Infrastruktur- und Gebäudemanagement Gebäudemanagement IT-Fachkräfte/-Support, Hausmeister*in etc. IT-Fachkräfte/-Support, Hausmeister*in etc. Vielleicht finden sich nicht alle oben genannten Personengruppen an jeder Schule Vielleicht finden sich nicht alle oben genannten Personengruppen an jeder Schule – und womöglich gibt es an wieder anderen Schulen sogar noch mehr Personen-– und womöglich gibt es an wieder anderen Schulen sogar noch mehr Personen- gruppen, die tatkräftig ihren Beitrag für das Zusammenarbeiten und -leben in gruppen, die tatkräftig ihren Beitrag für das Zusammenarbeiten und -leben in Schule leisten. Die detaillierte Darstellung der Mitglieder in Schule – ohne An-Schule leisten. Die detaillierte Darstellung der Mitglieder in Schule – ohne An- spruch auf Vollständigkeit – trägt dem Umstand der steigenden Komplexität der spruch auf Vollständigkeit – trägt dem Umstand der steigenden Komplexität der Anforderungen in Schule Rechnung: Damit ist beispielsweise gemeint, dass die Anforderungen in Schule Rechnung: Damit ist beispielsweise gemeint, dass die Implementation inklusiv gestalteter Lehr-Lernsettings nicht allein von Sonder-Implementation inklusiv gestalteter Lehr-Lernsettings nicht allein von Sonder- schullehrkräften getragen werden kann (Badstieber & Amrhein 2016). Hier sind schullehrkräften getragen werden kann (Badstieber & Amrhein 2016). Hier sind ebenso erweiterte Kompetenzen und Handlungen der Regelschullehrkräfte gefor-ebenso erweiterte Kompetenzen und Handlungen der Regelschullehrkräfte gefor- dert, wie bspw. „multiprofessionelle Teamarbeit in inklusiven Lernsettings, Kon-dert, wie bspw. „multiprofessionelle Teamarbeit in inklusiven Lernsettings, Kon- zeption und Umsetzung der individuellen Entwicklungsbegleitung und des indivi-zeption und Umsetzung der individuellen Entwicklungsbegleitung und des indivi- dualisierten Lernens auf erweiterter diagnostischer Grundlage“ (Ministerium für dualisierten Lernens auf erweiterter diagnostischer Grundlage“ (Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen 2013, S.5). Darüber Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen 2013, S.5). Darüber hinaus kann beispielsweise die Pflege der digitalen Infrastruktur und der Geräte hinaus kann beispielsweise die Pflege der digitalen Infrastruktur und der Geräte nicht als zusätzliche Aufgabe von den Lehrkräften gestemmt werden. Hierfür be-nicht als zusätzliche Aufgabe von den Lehrkräften gestemmt werden. Hierfür be- darf es IT-Expert*innen. Für den Austausch mit dem IT-Service müssen folglich darf es IT-Expert*innen. Für den Austausch mit dem IT-Service müssen folglich entsprechende Zeiträume in der Gestaltung des Schulalltages mitgedacht wer-entsprechende Zeiträume in der Gestaltung des Schulalltages mitgedacht wer- den.den. Die verschiedenen Mitglieder der jeweiligen Schule stellen die Zahnräder dar, die Die verschiedenen Mitglieder der jeweiligen Schule stellen die Zahnräder dar, die den wesentlichen Vortrieb für die inklusiv-digital gestaltete Schule leisten.den wesentlichen Vortrieb für die inklusiv-digital gestaltete Schule leisten. Wenngleich (Einzel-)Schule als System mit eigenen Logiken und Routinen ange-Wenngleich (Einzel-)Schule als System mit eigenen Logiken und Routinen ange- sehen werden kann, bedarf es einer Anknüpfung an die Mitwelt der Schule. Hier-sehen werden kann, bedarf es einer Anknüpfung an die Mitwelt der Schule. Hier- zu zählen unter anderem Personen und (Bildungs-)Institutionen, die an Schule zu zählen unter anderem Personen und (Bildungs-)Institutionen, die an Schule beteiligt sind. Sie sind in Netzwerken oder Strukturen formaler bzw. externer beteiligt sind. Sie sind in Netzwerken oder Strukturen formaler bzw. externer Schulsteuerung und -gestaltung oder im Bereich Fort- und Weiterbildung angesie-Schulsteuerung und -gestaltung oder im Bereich Fort- und Weiterbildung angesie- delt. Aber auch Organisationen in den Bereichen Verwaltung, Wirtschaft, Wissen-delt. Aber auch Organisationen in den Bereichen Verwaltung, Wirtschaft, Wissen- schaft, Freizeit, Kultur, Gemeinwohl etc. werden als Mitwelt der Schule begriffen. schaft, Freizeit, Kultur, Gemeinwohl etc. werden als Mitwelt der Schule begriffen. Zu dieser mit Schule verwobenen Sphäre gehören vor allem auch die Sorgebe-Zu dieser mit Schule verwobenen Sphäre gehören vor allem auch die Sorgebe- rechtigten und Erziehungsbeteiligten. Eine der Zielsetzungen einer inklusiv-digital rechtigten und Erziehungsbeteiligten. Eine der Zielsetzungen einer inklusiv-digital gestalteten Schule sollte die Einbindung der Sorgeberechtigten und Erziehungs-gestalteten Schule sollte die Einbindung der Sorgeberechtigten und Erziehungs- beteiligten in den Gestaltungsprozess sein. beteiligten in den Gestaltungsprozess sein. Auch hier soll durch die nachfolgende Tabelle 6 ein Überblick über die Personen-Auch hier soll durch die nachfolgende Tabelle 6 ein Überblick über die Personen- gruppen gegeben werden, die die schulische Mitwelt prägen.gruppen gegeben werden, die die schulische Mitwelt prägen. 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 84 Tabelle 6: Übersicht Personengruppen der schulischen Mitwelt. Personengruppen in der Personengruppen in der schulischen Mitwelt schulischen Mitwelt Beschreibung Beschreibung SorgeberechtigteSorgeberechtigte gesetzlich geregeltgesetzlich geregelt ErziehungsbeteiligteErziehungsbeteiligte Mitglieder der Familie und/oder weitere Personen Mitglieder der Familie und/oder weitere Personen mit enger Bindung zu den Schüler*innenmit enger Bindung zu den Schüler*innen Erziehungsinvolvierte Erziehungsinvolvierte zusammengefasst sind hier: Sorgeberechtigte und zusammengefasst sind hier: Sorgeberechtigte und ErziehungsbeteiligteErziehungsbeteiligte an Schule beteiligte Perso-an Schule beteiligte Perso- nen, Netzwerkenen, Netzwerke Critical friends, Netzwerk mit anderen (Bildungs-)Critical friends, Netzwerk mit anderen (Bildungs-) Institutionen, Betrieben und Unternehmen (regio-Institutionen, Betrieben und Unternehmen (regio- nal, international, global)nal, international, global) Strukturen formaler, ex-Strukturen formaler, ex- terner Schulsteuerung und terner Schulsteuerung und -gestaltung -gestaltung Schulberater*innen, Evaluation Schulberater*innen, Evaluation Aus- und WeiterbildungAus- und Weiterbildung Landesschulbehörden, Bildungsministerien, Anbie-Landesschulbehörden, Bildungsministerien, Anbie- ter*innen aus Wirtschaft und Wissenschaftter*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft Organisationen in den Be-Organisationen in den Be- reichenreichen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Freizeit, Kultur, Gemeinwohl u.a.Freizeit, Kultur, Gemeinwohl u.a. Damit sich Schule den wachsenden Herausforderungen stellen kann, ist neben Damit sich Schule den wachsenden Herausforderungen stellen kann, ist neben einer offenen und transparenten Kommunikation und wertschätzenden und unter-einer offenen und transparenten Kommunikation und wertschätzenden und unter- stützenden Kollaboration auch die Kooperation mit der schulischen Mitwelt be-stützenden Kollaboration auch die Kooperation mit der schulischen Mitwelt be- deutsam (Fend 2008, 154f.). Mit der weiter unten angeführten Abbildung 10 soll deutsam (Fend 2008, 154f.). Mit der weiter unten angeführten Abbildung 10 soll der Aspekt des Ineinandergreifens der beiden Sphären Einzelschule und schuli-der Aspekt des Ineinandergreifens der beiden Sphären Einzelschule und schuli- sche Mitwelt verdeutlicht werden. Zu sehen sind die in jeweils einer eigenen Ellip-sche Mitwelt verdeutlicht werden. Zu sehen sind die in jeweils einer eigenen Ellip- se zusammengefassten Personengruppen, die in Einzelschule und der schulischen se zusammengefassten Personengruppen, die in Einzelschule und der schulischen Mitwelt wirken. Wenngleich die Personengruppen strukturell originär unterschied-Mitwelt wirken. Wenngleich die Personengruppen strukturell originär unterschied- lichen Bereichen zugeordnet werden, brauchen sie eine enge Verbindung mitein-lichen Bereichen zugeordnet werden, brauchen sie eine enge Verbindung mitein- ander, um Schule beleben und gestalten zu können. In dieser Abbildung werden ander, um Schule beleben und gestalten zu können. In dieser Abbildung werden die Inhalte der vorangegangenen beiden Tabellen zusammengeführt.die Inhalte der vorangegangenen beiden Tabellen zusammengeführt. 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 85 Abbildung 10: Übersicht Personengruppen in Einzelschule und Mitwelt. 3.4 Haltung macht Schule Die Art zu handeln, die Wahl der gesprochenen und geschriebenen Worte, die Die Art zu handeln, die Wahl der gesprochenen und geschriebenen Worte, die Organisation von Zusammenarbeit, die Ausgestaltung von Unterstützung usw. Organisation von Zusammenarbeit, die Ausgestaltung von Unterstützung usw. beeinflussen die Atmosphäre in Schule und prägen damit gleichsam die Kultur der beeinflussen die Atmosphäre in Schule und prägen damit gleichsam die Kultur der Schule. Um den sich im Zuge der Digitalisierung immer weiter verändernden An-Schule. Um den sich im Zuge der Digitalisierung immer weiter verändernden An- forderungen gerecht werden zu können, kommt einer an inklusiven Werten und forderungen gerecht werden zu können, kommt einer an inklusiven Werten und Prinzipien orientierte Haltung der Mitglieder in Schule eine besondere Bedeutung Prinzipien orientierte Haltung der Mitglieder in Schule eine besondere Bedeutung zu (Filk 2018, 64). zu (Filk 2018, 64). 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 86 Ein Blick in die schulische Praxis Haltung im Allgemeinen Das folgende Zitat der Schulleiterin einer Kooperationsschule unterstreicht Das folgende Zitat der Schulleiterin einer Kooperationsschule unterstreicht die Bedeutsamkeit, sich mit dem Thema Haltung auseinanderzusetzen. Sie die Bedeutsamkeit, sich mit dem Thema Haltung auseinanderzusetzen. Sie sieht dies als unumgängliche Vorarbeit an, um im Anschluss daran weitere sieht dies als unumgängliche Vorarbeit an, um im Anschluss daran weitere Themen wie Inklusion oder Medienbildung in der Schule zu bearbeiten.Themen wie Inklusion oder Medienbildung in der Schule zu bearbeiten. Schulleitung: „[Wir] brauchen unbedingt nochmal einen Input für Schulleitung: „[Wir] brauchen unbedingt nochmal einen Input für die Haltung. So. Und da laufen jetzt Gespräche mit Coaches, die die Haltung. So. Und da laufen jetzt Gespräche mit Coaches, die jetzt dann kommen wollen. Da müssen wir jetzt nach Terminen jetzt dann kommen wollen. Da müssen wir jetzt nach Terminen suchen, das läuft. Das haben wir festgestellt, das brauchen wir suchen, das läuft. Das haben wir festgestellt, das brauchen wir händeringend. Wenn wir nicht diesen Baustein jetzt endlich mal händeringend. Wenn wir nicht diesen Baustein jetzt endlich mal angehen oder diese ja, diese Hürde, Sorge, wie auch immer, dann angehen oder diese ja, diese Hürde, Sorge, wie auch immer, dann kommen wir nicht weiter. Und da muss ich auch nicht drüber reden kommen wir nicht weiter. Und da muss ich auch nicht drüber reden über Digitalisierung und Inklusion. Brauche ich gar nicht weiterma-über Digitalisierung und Inklusion. Brauche ich gar nicht weiterma- chen. So, da müssen wir ran.“chen. So, da müssen wir ran.“ Neben der Arbeit mit externen Coaches, wie im oben stehenden Zitat er-Neben der Arbeit mit externen Coaches, wie im oben stehenden Zitat er- wähnt, kann das Vorhandensein digitaler Online-Plattformen mit hilfreichen wähnt, kann das Vorhandensein digitaler Online-Plattformen mit hilfreichen Funktionen motivierend auf die Mitglieder in Schule wirken und so die Hal-Funktionen motivierend auf die Mitglieder in Schule wirken und so die Hal- tung, hin zu einem wohlwollenden Ausprobieren von neuen Dingen, verän-tung, hin zu einem wohlwollenden Ausprobieren von neuen Dingen, verän- dern. Diese mögliche Beeinflussung der Haltung ist sowohl bei jüngeren als dern. Diese mögliche Beeinflussung der Haltung ist sowohl bei jüngeren als auch bei bereits erfahrenen Lehrkräften zu beobachten, wie das folgende auch bei bereits erfahrenen Lehrkräften zu beobachten, wie das folgende Zitat einer Lehrkraft in der Position einer*eines Medienbeauftragten unter-Zitat einer Lehrkraft in der Position einer*eines Medienbeauftragten unter- streicht. Auf die Frage, wer die digitale Online-Plattform gerne in der Schule streicht. Auf die Frage, wer die digitale Online-Plattform gerne in der Schule nutzt, hat sie geantwortet:nutzt, hat sie geantwortet: Medienbeauftragte Lehrkraft: „Ja. Also viele, nicht alle, dass glaub Medienbeauftragte Lehrkraft: „Ja. Also viele, nicht alle, dass glaub ich kann man aber nie erreichen, weil es dann wirklich diese Fälle ich kann man aber nie erreichen, weil es dann wirklich diese Fälle gibt: ‚Oh ich hab nur noch drei, vier Jahre, mich interessiert das gibt: ‚Oh ich hab nur noch drei, vier Jahre, mich interessiert das alles ein Scheiß. Macht ihr mal, was ihr meint, die jungen Kollegen, alles ein Scheiß. Macht ihr mal, was ihr meint, die jungen Kollegen, die sind immer noch engagiert, ich bin da schon raus bei’. So die die sind immer noch engagiert, ich bin da schon raus bei’. So die gibt es halt immer, ne, ja. Aber es gibt auch andere also ältere Kol-gibt es halt immer, ne, ja. Aber es gibt auch andere also ältere Kol- legen, die da richtig Bock drauf haben und sich da wirklich auch mit legen, die da richtig Bock drauf haben und sich da wirklich auch mit beschäftig[en].“ beschäftig[en].“ Haltung im Kontext Inklusion Die befragten Lehrkräfte der Kooperationsschulen haben generell eine of-Die befragten Lehrkräfte der Kooperationsschulen haben generell eine of- fene und zugewandte Haltung gegenüber Inklusion kommuniziert. Sie ver-fene und zugewandte Haltung gegenüber Inklusion kommuniziert. Sie ver- stehen unter dem Konzept der Inklusion, dass die Schüler*innen in ihrer stehen unter dem Konzept der Inklusion, dass die Schüler*innen in ihrer Individualität sowie hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Bedarfe wahrgenom-Individualität sowie hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Bedarfe wahrgenom- men werden sollten. Damit einhergehend vertreten sie die Ansicht, dass alle men werden sollten. Damit einhergehend vertreten sie die Ansicht, dass alle Schüler*innen die Möglichkeit erhalten sollten, das Gleiche und vor allem Schüler*innen die Möglichkeit erhalten sollten, das Gleiche und vor allem gemeinsam zu lernen. Dennoch sollten alle Schüler*innen, unabhängig vom gemeinsam zu lernen. Dennoch sollten alle Schüler*innen, unabhängig vom ““ ““ 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 87 sonderpädagogischen Förderstatus, sozioökonomischen Status, Mutter-sonderpädagogischen Förderstatus, sozioökonomischen Status, Mutter- sprache, Geschlecht etc., mitgenommen werden. Sie sollten alle das Gleiche sprache, Geschlecht etc., mitgenommen werden. Sie sollten alle das Gleiche lernen und der Fokus sollte nicht nur auf jene mit einem sonderpädagogi-lernen und der Fokus sollte nicht nur auf jene mit einem sonderpädagogi- schen Förderstatus liegen. Zudem sollten alle Schüler*innen möglichst viel schen Förderstatus liegen. Zudem sollten alle Schüler*innen möglichst viel gemeinsam im Klassenunterricht lernen und lernschwache Schüler*innen gemeinsam im Klassenunterricht lernen und lernschwache Schüler*innen sollten hier durch Partner- und Gruppenarbeit unterstützt werden, sodass sollten hier durch Partner- und Gruppenarbeit unterstützt werden, sodass eine separate Beschulung außerhalb der Klassengemeinschaft nur selten er-eine separate Beschulung außerhalb der Klassengemeinschaft nur selten er- forderlich ist. Es ist also notwendig, dass die Schüler*innen untereinander in forderlich ist. Es ist also notwendig, dass die Schüler*innen untereinander in den Austausch kommen und über Fehler sprechen sowie Tipps austauschen den Austausch kommen und über Fehler sprechen sowie Tipps austauschen können. Die Mehrheit der Lehrkräfte hat ein eher weites und positiv konno-können. Die Mehrheit der Lehrkräfte hat ein eher weites und positiv konno- tiertes Inklusionsverständnis. Dennoch äußern sie Bedenken, da es ihnen tiertes Inklusionsverständnis. Dennoch äußern sie Bedenken, da es ihnen zumeist an sonderpädagogischem Wissen mangelt und Förderschullehrkräfte zumeist an sonderpädagogischem Wissen mangelt und Förderschullehrkräfte unterrepräsentiert sind, sodass das Gefühl aufkommt, den Bedürfnissen und unterrepräsentiert sind, sodass das Gefühl aufkommt, den Bedürfnissen und Bedarfen ihrer Schüler*innen nicht gerecht zu werden.Bedarfen ihrer Schüler*innen nicht gerecht zu werden. Exkurs: Lehrkräfte sprechen über das gesellschaftliche Bild zur Hal- tung von Lehrkräften Die Lehrkräfte berichteten, dass ihnen im gesellschaftlichen Diskurs um In-Die Lehrkräfte berichteten, dass ihnen im gesellschaftlichen Diskurs um In- klusion zu wenig Wertschätzung für die herausfordernde Arbeit entgegenge-klusion zu wenig Wertschätzung für die herausfordernde Arbeit entgegenge- bracht wird. Es werde zumeist nur kritisch angeführt, dass Inklusion mangel-bracht wird. Es werde zumeist nur kritisch angeführt, dass Inklusion mangel- haft umgesetzt wird. Die Schuld werde dann zu Unrecht dem mangelnden haft umgesetzt wird. Die Schuld werde dann zu Unrecht dem mangelnden Interesse seitens der Lehrkräfte zugeschrieben. Interesse seitens der Lehrkräfte zugeschrieben. Haltung verändern: Mit Schüler*innen über Inklusion sprechen Eine Lehrkraft berichtet, dass sie viel Zeit und Energie dafür investiert hat, Eine Lehrkraft berichtet, dass sie viel Zeit und Energie dafür investiert hat, dass die Schüler*innen die Vielfalt in ihrer Klasse akzeptieren. Hierzu gehört dass die Schüler*innen die Vielfalt in ihrer Klasse akzeptieren. Hierzu gehört auch die Auseinandersetzung damit, dass einige Schüler*innen das soge-auch die Auseinandersetzung damit, dass einige Schüler*innen das soge- nannte Inklusionsmaterial nutzen und die Aufklärung, warum deplatzierte, nannte Inklusionsmaterial nutzen und die Aufklärung, warum deplatzierte, abwertende Kommentare diesbezüglich nicht angebracht sind. Ihr Ziel ist es, abwertende Kommentare diesbezüglich nicht angebracht sind. Ihr Ziel ist es, durch solche Gespräche die Lernatmosphäre zu verbessern und die beobach-durch solche Gespräche die Lernatmosphäre zu verbessern und die beobach- tete Hemmschwelle zur Nutzung des Inklusionsmaterials abzubauen. tete Hemmschwelle zur Nutzung des Inklusionsmaterials abzubauen. Die Fachlehrkraft erläutert in ihren eigenen Worten:Die Fachlehrkraft erläutert in ihren eigenen Worten: Fachlehrkraft: „Also ich muss eigentlich drei, beziehungsweise vier Fachlehrkraft: „Also ich muss eigentlich drei, beziehungsweise vier verschiedene Aufgaben hochladen und sagen: ‚Okay, wenn du so verschiedene Aufgaben hochladen und sagen: ‚Okay, wenn du so und so stark bist, dann benutzt du die Aufgaben, die oder die.‘ Und und so stark bist, dann benutzt du die Aufgaben, die oder die.‘ Und das ist – Gott sei Dank – auch akzeptiert worden. Da musste ich das ist – Gott sei Dank – auch akzeptiert worden. Da musste ich erst ein bisschen Arbeit leisten, da wir den Eindruck hatten, dass erst ein bisschen Arbeit leisten, da wir den Eindruck hatten, dass das ein großes Problem in der Klasse war. Dass Schüler dort sitzen, das ein großes Problem in der Klasse war. Dass Schüler dort sitzen, die anders geschult werden, auch noch anders bewertet werden die anders geschult werden, auch noch anders bewertet werden und das irgendwie nie zum Thema gemacht wurde und sich dann und das irgendwie nie zum Thema gemacht wurde und sich dann wundern, dass es nicht funktioniert. Also ich glaube, es ist ganz wundern, dass es nicht funktioniert. Also ich glaube, es ist ganz wichtig, dass Schüler damit lernen umzugehen, zu akzeptieren und wichtig, dass Schüler damit lernen umzugehen, zu akzeptieren und ““ 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 88 dann auch keine Hemmschwelle da haben, zu sagen: ‚Ich nehme dann auch keine Hemmschwelle da haben, zu sagen: ‚Ich nehme das Inklusionsmaterial‘ Also viele Schüler bei uns haben manchmal das Inklusionsmaterial‘ Also viele Schüler bei uns haben manchmal noch so die Hemmschwelle: ‚Ich bin anders als die andern. Und ich noch so die Hemmschwelle: ‚Ich bin anders als die andern. Und ich möchte das gleiche machen wie die anderen.‘ und scheitern dann. möchte das gleiche machen wie die anderen.‘ und scheitern dann. Ja, das geht nicht. Also versuchen ist ja schön. Aber es klappt ein-Ja, das geht nicht. Also versuchen ist ja schön. Aber es klappt ein- fach nicht immer.“fach nicht immer.“ In den geführten Gruppendiskussionen mit den Schüler*innen wird ebenfalls In den geführten Gruppendiskussionen mit den Schüler*innen wird ebenfalls deutlich, dass sie, wie auch die Lehrkräfte, die Vielfalt in ihrer Klasse wahr-deutlich, dass sie, wie auch die Lehrkräfte, die Vielfalt in ihrer Klasse wahr- nehmen und ihnen bewusst ist, dass es Schüler*innen gibt, die zusätzliche nehmen und ihnen bewusst ist, dass es Schüler*innen gibt, die zusätzliche Unterstützung oder adaptierte Aufgaben benötigen.Unterstützung oder adaptierte Aufgaben benötigen. Schüler*in einer 6. Klasse: „Unsere Klasse ist einzigartig. […] weil Schüler*in einer 6. Klasse: „Unsere Klasse ist einzigartig. […] weil es Leute gibt, die hoch intelligent sind für unsere Klasse und es es Leute gibt, die hoch intelligent sind für unsere Klasse und es Leute gibt, die einen Förderverein oder so brauchen.“ Leute gibt, die einen Förderverein oder so brauchen.“ Als besonders positiv empfinden sie die Möglichkeit von individuellen Abspra-Als besonders positiv empfinden sie die Möglichkeit von individuellen Abspra- chen, bspw. das Verlassen des Klassenraums, Essen im Unterricht etc.chen, bspw. das Verlassen des Klassenraums, Essen im Unterricht etc. Sie berichten jedoch weiter, dass insbesondere die „Förderkinder“, Schü-Sie berichten jedoch weiter, dass insbesondere die „Förderkinder“, Schü- ler*innen mit „Lernschwäche“ oder „DaZ-Kinder“ außerhalb der Klassenge-ler*innen mit „Lernschwäche“ oder „DaZ-Kinder“ außerhalb der Klassenge- meinschaft unterrichtet werden. meinschaft unterrichtet werden. Schüler*in einer 6. Klasse: „Also in Mathe ist das so, wir haben Schüler*in einer 6. Klasse: „Also in Mathe ist das so, wir haben eine, wie nennt man das, Nebenlehrerin, die den Unterricht be-eine, wie nennt man das, Nebenlehrerin, die den Unterricht be- gleitet. Und die geht mit den Kindern, die halt Schwierigkeiten in gleitet. Und die geht mit den Kindern, die halt Schwierigkeiten in Mathe haben dann auch raus und erklärt ihnen das dann nochmal Mathe haben dann auch raus und erklärt ihnen das dann nochmal ganz in Ruhe.“ ganz in Ruhe.“ Haltung im Kontext Digitalisierung/digitale Medien Unter den befragten Lehrkräften der Kooperationsschulen konnte generell Unter den befragten Lehrkräften der Kooperationsschulen konnte generell eine positive bis ziemlich positive Haltung gegenüber dem Einsatz digitaler eine positive bis ziemlich positive Haltung gegenüber dem Einsatz digitaler Medien und technischen Belangen im Allgemeinen verzeichnet werden.Medien und technischen Belangen im Allgemeinen verzeichnet werden. Dies zeigt sich auch in der Nutzung vielfältiger digitaler Medien im Unter-Dies zeigt sich auch in der Nutzung vielfältiger digitaler Medien im Unter- richt. Einen Eindruck der Vielfalt der Medien im Unterricht vermittelt die richt. Einen Eindruck der Vielfalt der Medien im Unterricht vermittelt die nachfolgende Abbildung 11. Zu erkennen ist, dass besonders das Smartbo-nachfolgende Abbildung 11. Zu erkennen ist, dass besonders das Smartbo- ard zum Einsatz gebracht wird, aber auch IServ eine wichtige Rolle spielt ard zum Einsatz gebracht wird, aber auch IServ eine wichtige Rolle spielt und Powerpoint nach wie vor ein relevantes Element ist. und Powerpoint nach wie vor ein relevantes Element ist. ““ ““ 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 89 Abbildung 11: Im Deutsch- und Mathematikunterricht genutzte digitale Medien. Diese positive Einstellung spiegelt sich auch in den Interviews wider, in de-Diese positive Einstellung spiegelt sich auch in den Interviews wider, in de- nen die Lehrkräfte neben dem Verständnis von Digitalisierung auch zu ihrer nen die Lehrkräfte neben dem Verständnis von Digitalisierung auch zu ihrer professionellen Einstellung zu technischen Innovationen befragt wurden.professionellen Einstellung zu technischen Innovationen befragt wurden. Unter Digitalisierung verstehen die Lehrkräfte die Nutzung digitaler anstelle Unter Digitalisierung verstehen die Lehrkräfte die Nutzung digitaler anstelle analoger Medien, was ihnen zumeist Zeit spart (z. B.: bei der Vorbereitung analoger Medien, was ihnen zumeist Zeit spart (z. B.: bei der Vorbereitung von Tafelbildern und Lerninhalten), Ressourcen schont (z. B.: geringere von Tafelbildern und Lerninhalten), Ressourcen schont (z. B.: geringere Druckmengen an Arbeitsblättern) und die Schüler*innen motiviert. Digita-Druckmengen an Arbeitsblättern) und die Schüler*innen motiviert. Digita- lisierung schafft Vernetzung im Kollegium, sodass Materialien ausgetauscht lisierung schafft Vernetzung im Kollegium, sodass Materialien ausgetauscht oder gemeinsam bearbeitet werden können. Auch sind digitale Medien all-oder gemeinsam bearbeitet werden können. Auch sind digitale Medien all- gegenwärtig und aus der Lebenswelt der Lehrkräfte, Schüler*innen sowie gegenwärtig und aus der Lebenswelt der Lehrkräfte, Schüler*innen sowie der Gesellschaft allgemein sowie dem Berufsleben nicht mehr wegzudenken. der Gesellschaft allgemein sowie dem Berufsleben nicht mehr wegzudenken. Zudem ermöglicht die Nutzung digitaler Medien den Zugriff auf eine Vielzahl Zudem ermöglicht die Nutzung digitaler Medien den Zugriff auf eine Vielzahl von Informationen und soll Lehrkräfte in ihrer Unterrichtsgestaltung sowie von Informationen und soll Lehrkräfte in ihrer Unterrichtsgestaltung sowie den Lernprozess der Schüler*innen unterstützen. Digitalisierung wird mit der den Lernprozess der Schüler*innen unterstützen. Digitalisierung wird mit der Zukunft gleichgesetzt, vor der sich Lehrkräfte nicht mehr sträuben können.Zukunft gleichgesetzt, vor der sich Lehrkräfte nicht mehr sträuben können. In einem Lehrkräfte-Kollegium versammeln sich verschiedene Ansichten und In einem Lehrkräfte-Kollegium versammeln sich verschiedene Ansichten und Haltungen und so ist nachvollziehbar, dass ein Kollegium nicht ausschließ-Haltungen und so ist nachvollziehbar, dass ein Kollegium nicht ausschließ- lich aus technikbegeisterten und digitalen Medien zugewandten Menschen lich aus technikbegeisterten und digitalen Medien zugewandten Menschen besteht. Blickt man nun genauer auf die professionelle Einstellung (Christof besteht. Blickt man nun genauer auf die professionelle Einstellung (Christof et al. 2020) von Lehrkräften gegenüber technischen Innovationen im Unter-et al. 2020) von Lehrkräften gegenüber technischen Innovationen im Unter- richt, so lassen sich diese Einstellungen und Haltung wiederum in drei Grup-richt, so lassen sich diese Einstellungen und Haltung wiederum in drei Grup- pen ausdifferenzieren:pen ausdifferenzieren: Gruppe A: digitalisierungsoffene LehrkräfteGruppe A: digitalisierungsoffene Lehrkräfte Gruppe B: digitalisierungskritische LehrkräfteGruppe B: digitalisierungskritische Lehrkräfte Gruppe C: Lehrkräfte mit einer gemischten Haltung Gruppe C: Lehrkräfte mit einer gemischten Haltung 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 90 Das nachfolgend präsentierte Balkendiagramm verdeutlicht die Aufteilung Das nachfolgend präsentierte Balkendiagramm verdeutlicht die Aufteilung der befragten Lehrkräfte auf die drei Gruppen (siehe dazu Abbildung 12).der befragten Lehrkräfte auf die drei Gruppen (siehe dazu Abbildung 12). Abbildung 12: Gruppierung der Lehrkräfte anhand von Interviewaussagen (N=14). 0 1 2 3 4 5 6 7 8 digitalisierungsoffen teils-teils digitalisierungskritisch Professionelle Einstellung zu technischen Innovationen Die Gruppe der digitalisierungsoffenen Lehrkräfte (Die Gruppe der digitalisierungsoffenen Lehrkräfte (nn=4) betrachtet digitale =4) betrachtet digitale Medien im Unterricht als Unterstützung. Diese Lehrkräfte lassen sich auch Medien im Unterricht als Unterstützung. Diese Lehrkräfte lassen sich auch durch technische Schwierigkeiten nicht abschrecken oder frustrieren. Sie durch technische Schwierigkeiten nicht abschrecken oder frustrieren. Sie investieren gerne ihre freie Zeit in das Finden und Erproben neuer Anwen-investieren gerne ihre freie Zeit in das Finden und Erproben neuer Anwen- dungen und nutzen selbige sehr flexibel im Unterricht. Auch sehen sie einen dungen und nutzen selbige sehr flexibel im Unterricht. Auch sehen sie einen großen Vorteil für die inklusive Beschulung, sodass digitale Medien diesbe-großen Vorteil für die inklusive Beschulung, sodass digitale Medien diesbe- züglich als Entlastung wahrgenommen werden.züglich als Entlastung wahrgenommen werden. Die Gruppe der digitalisierungskritischen Lehrkräfte (Die Gruppe der digitalisierungskritischen Lehrkräfte (nn=3) bemängelt vor =3) bemängelt vor allem den zeitlichen Aufwand, der geleistet werden muss, um den Unterricht allem den zeitlichen Aufwand, der geleistet werden muss, um den Unterricht entsprechend umzugestalten. Es erfordert viel Eigenmotivation und häufig entsprechend umzugestalten. Es erfordert viel Eigenmotivation und häufig fühlen sich die Lehrkräfte allein gelassen, bspw. bei der Auswahl geeigneter fühlen sich die Lehrkräfte allein gelassen, bspw. bei der Auswahl geeigneter digitaler Materialien und Tools. Darüber hinaus empfinden sie es als schwie-digitaler Materialien und Tools. Darüber hinaus empfinden sie es als schwie- rig, die als sehr hoch empfundene Erwartungshaltung der Schüler*innen zu rig, die als sehr hoch empfundene Erwartungshaltung der Schüler*innen zu bedienen.bedienen. Die dritte Gruppe ist die am stärksten repräsentierte: Sieben Lehrkräfte Die dritte Gruppe ist die am stärksten repräsentierte: Sieben Lehrkräfte stehen technischen Innovationen sowohl offen als auch kritisch gegenüber. stehen technischen Innovationen sowohl offen als auch kritisch gegenüber. Häufig nehmen die Lehrkräfte zunächst eine Wartehaltung ein, lassen andere Häufig nehmen die Lehrkräfte zunächst eine Wartehaltung ein, lassen andere Lehrkräfte bestimmte Tools und Materialien ausprobieren und wenden diese Lehrkräfte bestimmte Tools und Materialien ausprobieren und wenden diese erst auf Grundlage des Feedbacks an. Sie merken an, dass digitale Medien erst auf Grundlage des Feedbacks an. Sie merken an, dass digitale Medien häufig genutzt werden, jedoch der allgemeine und kritische Umgang damit häufig genutzt werden, jedoch der allgemeine und kritische Umgang damit nicht wirklich gelernt wird. Den klassischen Kulturtechniken (Lesen, Schrei-nicht wirklich gelernt wird. Den klassischen Kulturtechniken (Lesen, Schrei- ben und Rechnen) wird weiterhin eine zentrale Rolle zugesprochen. Ihre ben und Rechnen) wird weiterhin eine zentrale Rolle zugesprochen. Ihre Förderung dürfe allerdings nicht ausschließlich mittels digitaler, sondern auch Förderung dürfe allerdings nicht ausschließlich mittels digitaler, sondern auch mittels analoger, Medien erfolgen.mittels analoger, Medien erfolgen. Wenn die Mehrheit der Mitglieder an einer Schule noch nicht überzeugt da-Wenn die Mehrheit der Mitglieder an einer Schule noch nicht überzeugt da- von ist, dass digitale Medien und inklusiv-digitale Medienbildung Vorteile von ist, dass digitale Medien und inklusiv-digitale Medienbildung Vorteile 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 91 haben können, dann muss die Veränderung dieser Haltung als Teil des Schul- haben können, dann muss die Veränderung dieser Haltung als Teil des Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesses angesehen werden. Es müssen geeig-und Unterrichtsentwicklungsprozesses angesehen werden. Es müssen geeig- nete Strategien exploriert werden, mit denen die Skepsis und Zurückhaltung nete Strategien exploriert werden, mit denen die Skepsis und Zurückhaltung abgebaut werden können und den Lehrkräften mehr Sicherheit vermittelt abgebaut werden können und den Lehrkräften mehr Sicherheit vermittelt werden kann. Auch dieser Veränderungsprozess braucht Zeit, ein gutes Un-werden kann. Auch dieser Veränderungsprozess braucht Zeit, ein gutes Un- terstützungssystem, reichlich Kommunikation, Weiterbildungsangebote und terstützungssystem, reichlich Kommunikation, Weiterbildungsangebote und eine Kultur des Ausprobierens. Während sich die Lehrkräfte in ihrer Haltung eine Kultur des Ausprobierens. Während sich die Lehrkräfte in ihrer Haltung gegenüber digitalen Medien unterscheiden, zeigen die Schüler*innen der Ko-gegenüber digitalen Medien unterscheiden, zeigen die Schüler*innen der Ko- operationsschulen generell eine offene Haltung gegenüber digitalen Medien:operationsschulen generell eine offene Haltung gegenüber digitalen Medien: Schüler*in einer 4. Klasse: „Also ich finde, dass es sinnvoll ist, weil Schüler*in einer 4. Klasse: „Also ich finde, dass es sinnvoll ist, weil es viel Spaß macht und auch weil man, ich find, ich verstehe das es viel Spaß macht und auch weil man, ich find, ich verstehe das dann viel besser, weil es spannender ist irgendwie.“dann viel besser, weil es spannender ist irgendwie.“ Bei aller Offenheit, die die Schüler*innen gegenüber dem Einsatz digitaler Bei aller Offenheit, die die Schüler*innen gegenüber dem Einsatz digitaler Medien an den Tag legen, geht allerdings aus der Befragung ebenso hervor, Medien an den Tag legen, geht allerdings aus der Befragung ebenso hervor, dass sich die Mehrheit der Schüler*innen eine abwechslungsreiche Anwen-dass sich die Mehrheit der Schüler*innen eine abwechslungsreiche Anwen- dung analoger und digitaler Medien wünschen. dung analoger und digitaler Medien wünschen. ““ 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 92 Generell zeigt sich, dass das Einnehmen und Entwickeln von bestimmten Haltun-Generell zeigt sich, dass das Einnehmen und Entwickeln von bestimmten Haltun- gen für Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse eine relevante Rolle spielt gen für Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse eine relevante Rolle spielt (Brückel & Spirig 2021). Insbesondere für die Ausgestaltung einer inklusiv-digital (Brückel & Spirig 2021). Insbesondere für die Ausgestaltung einer inklusiv-digital geprägten Schule ist es unabdingbar, dass sich alle Mitglieder in Schule offen und geprägten Schule ist es unabdingbar, dass sich alle Mitglieder in Schule offen und wertschätzend im Hinblick auf Innovationen und Heterogenität zeigen und dabei wertschätzend im Hinblick auf Innovationen und Heterogenität zeigen und dabei kooperationsbereit und unterstützend gegenüber anderen Mitgliedern in Schule kooperationsbereit und unterstützend gegenüber anderen Mitgliedern in Schule sind. Die untenstehende Abbildung 13 vergegenwärtigt, dass diese vier Ausprä-sind. Die untenstehende Abbildung 13 vergegenwärtigt, dass diese vier Ausprä- gungen (gemeint sind: unterstützend, kooperationsbereit, wertschätzend, offen) gungen (gemeint sind: unterstützend, kooperationsbereit, wertschätzend, offen) eine ganz grundlegende Bedeutung entfalten und alle fünf aufgezeigten Mitglie-eine ganz grundlegende Bedeutung entfalten und alle fünf aufgezeigten Mitglie- dergruppen (das sind: Schulleitung, Lehrkräfte, weitere Pädagog*innen, Erzie-dergruppen (das sind: Schulleitung, Lehrkräfte, weitere Pädagog*innen, Erzie- hungsinvolvierte, Schüler*innen) adressiert.hungsinvolvierte, Schüler*innen) adressiert. Abbildung 13: Haltung der Mitglieder in Schule. Eine professionelle und innovationsbereite Haltung ist insbesondere für die Schul-Eine professionelle und innovationsbereite Haltung ist insbesondere für die Schul- leitung, die Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen von Relevanz. Professionelles leitung, die Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen von Relevanz. Professionelles Agieren gelingt nur, wenn eine entsprechende Haltung existiert. Innovationen Agieren gelingt nur, wenn eine entsprechende Haltung existiert. Innovationen können in Schule nur implementiert werden, wenn die Mehrheit an Lehrkräften, können in Schule nur implementiert werden, wenn die Mehrheit an Lehrkräften, weiteren Pädagog*innen und die Schulleitung selbige zu einer Umsetzung brin-weiteren Pädagog*innen und die Schulleitung selbige zu einer Umsetzung brin- gen wollen.gen wollen. 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 93 Ein Blick in die schulische Praxis Die Schulleiterin einer Kooperationsschule beschreibt im folgenden Zitat an-Die Schulleiterin einer Kooperationsschule beschreibt im folgenden Zitat an- schaulich, wie wichtig grundsätzlich eine von Empathie und hoher Antriebs-schaulich, wie wichtig grundsätzlich eine von Empathie und hoher Antriebs- kraft geprägte Haltung von Schulleiter*innen ist. Gleichzeitig betont sie, kraft geprägte Haltung von Schulleiter*innen ist. Gleichzeitig betont sie, dass eine Änderung der Haltung nicht ohne Weiteres umsetzbar ist. dass eine Änderung der Haltung nicht ohne Weiteres umsetzbar ist. Schulleitung: „Man muss für die inhaltliche Sache brennen. Und Schulleitung: „Man muss für die inhaltliche Sache brennen. Und dann diese Funktion von Schulleitung einfach, so sehe ich es, als dann diese Funktion von Schulleitung einfach, so sehe ich es, als eine Möglichkeit sehen, meine Vision, die ich habe und wofür ich eine Möglichkeit sehen, meine Vision, die ich habe und wofür ich brenne, diese Position in diesem Falle auszunutzen, um diese Inter-brenne, diese Position in diesem Falle auszunutzen, um diese Inter- essen an viele Leute weiterzugeben. Und zu versuchen, die ins Boot essen an viele Leute weiterzugeben. Und zu versuchen, die ins Boot zu holen. So. Dafür braucht man eine gewisse Empathie. Wenn zu holen. So. Dafür braucht man eine gewisse Empathie. Wenn man diese Empathie und dieses Brennen nicht hat, also einfach man diese Empathie und dieses Brennen nicht hat, also einfach auch so gegeben, dann, glaube ich, wird man nicht viel erreichen. auch so gegeben, dann, glaube ich, wird man nicht viel erreichen. Das Organisatorische, das kann man ganz viel lernen. Da gibt es Das Organisatorische, das kann man ganz viel lernen. Da gibt es auch ganz viele Fortbildungen in Berlin. Und die Vorbereitung auf auch ganz viele Fortbildungen in Berlin. Und die Vorbereitung auf so eine Position, das ist alles toll. Alles Bürokratische und ach, wel-so eine Position, das ist alles toll. Alles Bürokratische und ach, wel- chen Zeitmaßnahmeplan kann man machen und bla bla bla. Das ist chen Zeitmaßnahmeplan kann man machen und bla bla bla. Das ist super. Aber dieses Eigentliche, welche Haltung muss ich von Innen super. Aber dieses Eigentliche, welche Haltung muss ich von Innen haben? Die kann man schwer lernen. Es gibt vielleicht Menschen, haben? Die kann man schwer lernen. Es gibt vielleicht Menschen, die das vielleicht können. Aber ich glaube, ist schwer.“die das vielleicht können. Aber ich glaube, ist schwer.“ Diese Attribute, mit denen die Haltung der Mitglieder in Schule beschrieben wer-Diese Attribute, mit denen die Haltung der Mitglieder in Schule beschrieben wer- den, greifen die Säulen auf, durch die eine inklusiv-digitale Schulkultur zum einen den, greifen die Säulen auf, durch die eine inklusiv-digitale Schulkultur zum einen getragen und ausbuchstabiert wird, zum anderen aber auch erst ihre Vergegen-getragen und ausbuchstabiert wird, zum anderen aber auch erst ihre Vergegen- wärtigung erhält. Schulkultur tritt durch Handlungen in Erscheinung, diese wer-wärtigung erhält. Schulkultur tritt durch Handlungen in Erscheinung, diese wer- den wiederum beeinflusst und motiviert durch eine bestimmte Haltung. Eng ver-den wiederum beeinflusst und motiviert durch eine bestimmte Haltung. Eng ver- woben mit den hier betrachteten Haltungen sind die Handlungen der Mitglieder in woben mit den hier betrachteten Haltungen sind die Handlungen der Mitglieder in Schule. Schule. 3.5 Haltungen werden zu Handlungen Auch Handlungen, die im Kontext der Entwicklung hin zu einer inklusiv-digita-Auch Handlungen, die im Kontext der Entwicklung hin zu einer inklusiv-digita- len Schule stehen, lassen sich – wie schon die Haltungen – auf besondere Weise len Schule stehen, lassen sich – wie schon die Haltungen – auf besondere Weise beschreiben. So werden die besonderen Anforderungen, die an die Handlungen beschreiben. So werden die besonderen Anforderungen, die an die Handlungen der Mitglieder in Schule gestellt werden, in der weiter untenstehenden Abbildung der Mitglieder in Schule gestellt werden, in der weiter untenstehenden Abbildung dargestellt. Diese Anforderungen, an die durch eine inklusionsorientierte Haltung dargestellt. Diese Anforderungen, an die durch eine inklusionsorientierte Haltung beförderten Handlungen, können schwerpunktartig den verschiedenen Grup-beförderten Handlungen, können schwerpunktartig den verschiedenen Grup- pen der Mitglieder in Schule zugeordnet werden. Das bedeutet nicht, dass alle pen der Mitglieder in Schule zugeordnet werden. Das bedeutet nicht, dass alle und ausschließlich die hier beschriebenen Handlungen allzeit von jedem*jeder in und ausschließlich die hier beschriebenen Handlungen allzeit von jedem*jeder in gleichem Maße vollzogen werden. Es handelt sich hier um eine Zuschreibung von gleichem Maße vollzogen werden. Es handelt sich hier um eine Zuschreibung von bestimmten Handlungen, die eher der einen als der anderen Gruppe zugeordnet bestimmten Handlungen, die eher der einen als der anderen Gruppe zugeordnet werden können. werden können. Handlungen in einer inklusiv-digital geprägten Schule sind vor allem folgender-Handlungen in einer inklusiv-digital geprägten Schule sind vor allem folgender- maßen geprägt: Es geht darum zu entscheiden, zu führen und zu lenken, zu maßen geprägt: Es geht darum zu entscheiden, zu führen und zu lenken, zu ““ 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 94 promoten, teilzugeben und zu vermitteln. Weitergehend relevant ist es, zu ler-promoten, teilzugeben und zu vermitteln. Weitergehend relevant ist es, zu ler- nen, Impulse zu geben, zu begleiten und teilzunehmen. In der nachfolgenden nen, Impulse zu geben, zu begleiten und teilzunehmen. In der nachfolgenden Abbildung 14 sind diese Anforderungen aufgeführt und werden zudem den Mit-Abbildung 14 sind diese Anforderungen aufgeführt und werden zudem den Mit- gliedern in Schule zugeordnet, für die sie vor allem gelten. Bei den repräsentier-gliedern in Schule zugeordnet, für die sie vor allem gelten. Bei den repräsentier- ten Mitgliedern in Schule handelt es sich erneut um: Schulleitung, Lehrkräfte und ten Mitgliedern in Schule handelt es sich erneut um: Schulleitung, Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen, Schüler*innen und Erziehungsinvolvierte. weitere Pädagog*innen, Schüler*innen und Erziehungsinvolvierte. Abbildung 14. Anforderungen an Handlungen der Mitglieder in Schule. Handlungen entscheiden promoten teilgeben Erziehungs- involvierte lernen teilnehmenbegleitenImpulse geben Schüler* innenvermitteln weitere Pädagog* innen Lehrkräfte Schulleitungführen und lenken Hill/Obermeier 2022 Diese neun handlungsprägenden Attribute vereinen sich in Anforderungen, die in Diese neun handlungsprägenden Attribute vereinen sich in Anforderungen, die in dieser Breite vor allem an die Schulleitung gestellt werden. dieser Breite vor allem an die Schulleitung gestellt werden. Bezeichnend ist, dass sich Schulleitungen mit einer Fülle von Anforderungen kon-Bezeichnend ist, dass sich Schulleitungen mit einer Fülle von Anforderungen kon- frontiert sehen, die sich vor allem durch das breite Aufgabenspektrum erklären. frontiert sehen, die sich vor allem durch das breite Aufgabenspektrum erklären. So sind Schulleitungen neben ihren Lenkungs-, Führungs- und Organisationsauf-So sind Schulleitungen neben ihren Lenkungs-, Führungs- und Organisationsauf- gaben auch mit Lehranforderungen betraut. Gleichsam kommt ihnen eine be-gaben auch mit Lehranforderungen betraut. Gleichsam kommt ihnen eine be- deutende Rolle bei der Schulentwicklung zu: Ihnen obliegt die Aufgabe, Schulent-deutende Rolle bei der Schulentwicklung zu: Ihnen obliegt die Aufgabe, Schulent- wicklung strategisch gesteuert zu betreiben und als Promotoren für Innovationen wicklung strategisch gesteuert zu betreiben und als Promotoren für Innovationen zu fungieren (Kilian 2015, 95ff.). Die Schul- und Unterrichtsentwicklung betref-zu fungieren (Kilian 2015, 95ff.). Die Schul- und Unterrichtsentwicklung betref- fend hält die Schulleitung sinnbildlich alle Fäden in der Hand. Sie entscheidet fend hält die Schulleitung sinnbildlich alle Fäden in der Hand. Sie entscheidet letztlich über den Beginn gesteuerter Prozesse, bewirbt (promoted) ihre eigene letztlich über den Beginn gesteuerter Prozesse, bewirbt (promoted) ihre eigene Vision und die daran geknüpften Innovationen und führt und lenkt durch den Ent-Vision und die daran geknüpften Innovationen und führt und lenkt durch den Ent- 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 95 wicklungsprozess. Der Position der Schulleitung wird zudem zugeschrieben, Im-wicklungsprozess. Der Position der Schulleitung wird zudem zugeschrieben, Im- pulse zu setzen und damit eine Vorbildstellung einzunehmen. pulse zu setzen und damit eine Vorbildstellung einzunehmen. Der Schulleitung kommt eine bedeutende Rolle für die Gestaltung von Der Schulleitung kommt eine bedeutende Rolle für die Gestaltung von Schule zu. Schule zu. Vertiefendes zu diesem Thema finden Sie in: Vertiefendes zu diesem Thema finden Sie in: Haltung - Basis für gute Führung. Schule leiten Nr. 5/2016, Hannover: Fried-Haltung - Basis für gute Führung. Schule leiten Nr. 5/2016, Hannover: Fried- rich Verlag.rich Verlag. Ein Blick in die schulische Praxis Wie dieses Setzen von Impulsen durch Schulleitungen ausgestaltet werden Wie dieses Setzen von Impulsen durch Schulleitungen ausgestaltet werden kann, illustrieren die folgenden Aussagen von Mitgliedern der Kooperations-kann, illustrieren die folgenden Aussagen von Mitgliedern der Kooperations- schulen.schulen. Fachlehrkraft: „Also wirklich. Die [Anm.: Schulleiterin] ist total Fachlehrkraft: „Also wirklich. Die [Anm.: Schulleiterin] ist total engagiert und versucht ständig neue Kanäle aufzutun und ja, da engagiert und versucht ständig neue Kanäle aufzutun und ja, da macht sie ganz viel. Steckt da ganz viel Zeit auch und Kraft rein.“macht sie ganz viel. Steckt da ganz viel Zeit auch und Kraft rein.“ Dig*In: „Jetzt haben Sie gerade gesagt, Sie macht viele Kanäle auf. Dig*In: „Jetzt haben Sie gerade gesagt, Sie macht viele Kanäle auf. Können Sie quasi das nochmal an einem Beispiel ganz kurz be-Können Sie quasi das nochmal an einem Beispiel ganz kurz be- schreiben?“schreiben?“ Fachlehrkraft: „Sie hat zum Beispiel mit der Humboldt-Universität Fachlehrkraft: „Sie hat zum Beispiel mit der Humboldt-Universität eine Kooperation gestartet. Versucht ständig beim Senat Mittel zu eine Kooperation gestartet. Versucht ständig beim Senat Mittel zu ermöglichen, Fortbildungen an Land zu ziehen. Enger Kontakt mit ermöglichen, Fortbildungen an Land zu ziehen. Enger Kontakt mit unserer IT-Fachfrau an der Schule. Ja sie hat angeleiert, dass wir unserer IT-Fachfrau an der Schule. Ja sie hat angeleiert, dass wir jetzt gerade zu Corona – das wurde vorher schon angedacht – und jetzt gerade zu Corona – das wurde vorher schon angedacht – und jetzt wurde es (unv.) Corona tatsächlich so, dass wir eine Online-jetzt wurde es (unv.) Corona tatsächlich so, dass wir eine Online- plattform auf der Internetseite installiert haben.“plattform auf der Internetseite installiert haben.“ Fachlehrkraft: „Ja, sie [Anm.: die Schulleiterin] hat halt auch da Fachlehrkraft: „Ja, sie [Anm.: die Schulleiterin] hat halt auch da wieder während [der] Dienstbesprechung alle Ideen gesammelt wieder während [der] Dienstbesprechung alle Ideen gesammelt und Vorstellung transparent gemacht. Sie ist auch diejenige, die und Vorstellung transparent gemacht. Sie ist auch diejenige, die auch ganz viel nach Spenden forscht und da immer am Ball bleibt, auch ganz viel nach Spenden forscht und da immer am Ball bleibt, Kontakte knüpft, wie zur Humboldt-Uni, zum Beispiel. Das gehört ja Kontakte knüpft, wie zur Humboldt-Uni, zum Beispiel. Das gehört ja alles so mit dazu, würde ich sagen. Gibt auch immer Fortbildungen alles so mit dazu, würde ich sagen. Gibt auch immer Fortbildungen an uns weiter, wenn- Also da hat sie auch immer ein Gespür für, wo an uns weiter, wenn- Also da hat sie auch immer ein Gespür für, wo Fortbildungen zu dem Thema sind und gibt das dann an interessier-Fortbildungen zu dem Thema sind und gibt das dann an interessier- te Kollegen weiter. Aber versucht auch wirklich uns als Kollegium te Kollegen weiter. Aber versucht auch wirklich uns als Kollegium immer mit einzubeziehen, dass wir auch unsere Interessen da mit immer mit einzubeziehen, dass wir auch unsere Interessen da mit einbauen können, was Fortbildungen zum Beispiel angeht.“einbauen können, was Fortbildungen zum Beispiel angeht.“ ““ ““ 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 96 Fachlehrkraft: „[...] was für mich das aller, aller schönste ist, dieses Fachlehrkraft: „[...] was für mich das aller, aller schönste ist, dieses Gefühl, was wir von der Schulleitung vermittelt bekommen: ‚Macht Gefühl, was wir von der Schulleitung vermittelt bekommen: ‚Macht euch auf den Weg, aber jeder auch gerne in seinem eigenen Tem-euch auf den Weg, aber jeder auch gerne in seinem eigenen Tem- po. Versucht euch, probiert euch aus. Und ja, man scheitert mal, po. Versucht euch, probiert euch aus. Und ja, man scheitert mal, aber versucht es.‘ Und das ist für mich, ich war eben sehr skeptisch aber versucht es.‘ Und das ist für mich, ich war eben sehr skeptisch am Anfang. Oder was heißt skeptisch. Ich hatte richtig Sorge: ‚Oh am Anfang. Oder was heißt skeptisch. Ich hatte richtig Sorge: ‚Oh je, Lockdown. Und jetzt Videokonferenzen. Oh Gott, oh Gott.‘ Und je, Lockdown. Und jetzt Videokonferenzen. Oh Gott, oh Gott.‘ Und man kommt so schnell da rein. Und das hat aber eben auch ganz man kommt so schnell da rein. Und das hat aber eben auch ganz viel mit Vertrauen zu tun. Und ich glaube, Digitalisierung und In-viel mit Vertrauen zu tun. Und ich glaube, Digitalisierung und In- klusion sind beides Dinge, die nur mit einem großen Vertrauen zu klusion sind beides Dinge, die nur mit einem großen Vertrauen zu dem Personal aber auch nur, wenn so einen Vertrauenvorschuss be-dem Personal aber auch nur, wenn so einen Vertrauenvorschuss be- kommt. Man macht sich irgendwie auf so einen Weg. Anders funk-kommt. Man macht sich irgendwie auf so einen Weg. Anders funk- tioniert es nicht.“tioniert es nicht.“ Das professionelle Handeln von Lehrkräften und weiteren Pädagog*innen ist vor Das professionelle Handeln von Lehrkräften und weiteren Pädagog*innen ist vor allem durch Teilgeben, Vermitteln und Lernen, dem Geben von Impulsen und allem durch Teilgeben, Vermitteln und Lernen, dem Geben von Impulsen und dem Begleiten und Teilnehmen charakterisiert. Auch für diese Mitglieder in Schule dem Begleiten und Teilnehmen charakterisiert. Auch für diese Mitglieder in Schule vergegenwärtigt sich ein breitgefächertes Anforderungsprofil. Dasselbe begründet vergegenwärtigt sich ein breitgefächertes Anforderungsprofil. Dasselbe begründet sich durch zunehmend veränderte Rollenverständnisse. Lehrkräfte und weitere sich durch zunehmend veränderte Rollenverständnisse. Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen sind vor allem damit befasst, den Lern- und Entwicklungspro-Pädagog*innen sind vor allem damit befasst, den Lern- und Entwicklungspro- zess der Schüler*innen zu begleiten. Aber auch ein Begleiten von Kolleg*innen zess der Schüler*innen zu begleiten. Aber auch ein Begleiten von Kolleg*innen oder der Schulleitung im Sinne eines gegenseitigen Unterstützens ist denkbar. oder der Schulleitung im Sinne eines gegenseitigen Unterstützens ist denkbar. Lehrkräfte befinden sich nicht mehr in der Situation als allwissende Lehrperson Lehrkräfte befinden sich nicht mehr in der Situation als allwissende Lehrperson auftreten zu müssen. Nicht zuletzt durch den immensen Informationsbestand, auftreten zu müssen. Nicht zuletzt durch den immensen Informationsbestand, auf den man im Internet zugreifen kann, werden der reinen Wissensvermittlung auf den man im Internet zugreifen kann, werden der reinen Wissensvermittlung weitere Anforderungen an die Seite gestellt. Es geht dabei darum, Lernprozesse weitere Anforderungen an die Seite gestellt. Es geht dabei darum, Lernprozesse zu begleiten und Impulse zu setzen. Diese Impulse können sowohl die Gestaltung zu begleiten und Impulse zu setzen. Diese Impulse können sowohl die Gestaltung des Unterrichts als auch die Gestaltung von Schule adressieren. Handlungen von des Unterrichts als auch die Gestaltung von Schule adressieren. Handlungen von Lehrkräften wirken in verschiedene Richtungen: auf die Schüler*innen, auf die Lehrkräften wirken in verschiedene Richtungen: auf die Schüler*innen, auf die Schulleitung, auf Kolleg*innen, ja auf alle Mitglieder in Schule. Zudem sehen sich Schulleitung, auf Kolleg*innen, ja auf alle Mitglieder in Schule. Zudem sehen sich Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen vor allem im Hinblick auf die Verzahnung Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen vor allem im Hinblick auf die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung mit mannigfaltigen Anforderungen konfrontiert, von Inklusion und Digitalisierung mit mannigfaltigen Anforderungen konfrontiert, zu deren Bewältigung auch gehört, die eigenen Kompetenzen zu erweitern. Dafür zu deren Bewältigung auch gehört, die eigenen Kompetenzen zu erweitern. Dafür ist es wichtig teilzunehmen und zu lernen. Die Kompetenzen anderer Mitglieder in ist es wichtig teilzunehmen und zu lernen. Die Kompetenzen anderer Mitglieder in Schule können bei der Bewältigung der sich stellenden Anforderungen herange-Schule können bei der Bewältigung der sich stellenden Anforderungen herange- zogen werden und man selbst übt sich darin, Neues anzuwenden und lernt dazu.zogen werden und man selbst übt sich darin, Neues anzuwenden und lernt dazu. Ein Blick in die schulische Praxis Im Zuge der Interviews mit den Lehrkräften ist deutlich geworden, dass sie Im Zuge der Interviews mit den Lehrkräften ist deutlich geworden, dass sie in einem inklusiv-digitalen Unterricht sowohl technische als auch didakti-in einem inklusiv-digitalen Unterricht sowohl technische als auch didakti- sche Herausforderungen bewältigen müssen. Die Hälfte der befragten Lehr-sche Herausforderungen bewältigen müssen. Die Hälfte der befragten Lehr- kräfte empfindet es als herausfordernd, sich die Kompetenzen im Umgang kräfte empfindet es als herausfordernd, sich die Kompetenzen im Umgang mit digitalen Geräten im Hinblick auf Schule und Unterricht anzueignen. Die mit digitalen Geräten im Hinblick auf Schule und Unterricht anzueignen. Die Befragung der Lehrkräfte hat aber auch hervorgebracht, dass sie ihre Me-Befragung der Lehrkräfte hat aber auch hervorgebracht, dass sie ihre Me- dienkompetenzen selbstgesteuert erweitern, um ihren Schüler*innen einen dienkompetenzen selbstgesteuert erweitern, um ihren Schüler*innen einen hochwertigen und passgenauen multimedial unterstützten Unterricht bieten hochwertigen und passgenauen multimedial unterstützten Unterricht bieten ““ 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 97 zu können. Neben dem selbstständigen Einarbeiten in neue Anwendungen zu können. Neben dem selbstständigen Einarbeiten in neue Anwendungen ist der Austausch mit Kolleg*innen dabei entscheidend. Diese zeitintensive ist der Austausch mit Kolleg*innen dabei entscheidend. Diese zeitintensive Einarbeitung in Programme lohnt sich jedoch, da sie in verschiedenen inhalt-Einarbeitung in Programme lohnt sich jedoch, da sie in verschiedenen inhalt- lichen Kontexten und Klassenstufen angewendet werden können. lichen Kontexten und Klassenstufen angewendet werden können. Der folgende Ausschnitt illustriert die zuvor beschriebene selbstgesteuerte Der folgende Ausschnitt illustriert die zuvor beschriebene selbstgesteuerte Erweiterung der Medienkompetenz, was eine besondere Anforderung an die Erweiterung der Medienkompetenz, was eine besondere Anforderung an die Lehrkräfte selbst und ebenfalls an die Schüler*innen darstellt. Lehrkräfte selbst und ebenfalls an die Schüler*innen darstellt. Fachlehrkraft: „Ja, es fängt ja schon beim iPad an. Es ist ja ein Ge-Fachlehrkraft: „Ja, es fängt ja schon beim iPad an. Es ist ja ein Ge- rät, welches auf iOS läuft auf dem Betriebssystem. Und ich, der vor rät, welches auf iOS läuft auf dem Betriebssystem. Und ich, der vor dem Vorbereitungsdienst nie mit Apple zu tun hatte, musste mich dem Vorbereitungsdienst nie mit Apple zu tun hatte, musste mich natürlich erstmal mit dem Gerät zurechtfinden. Und da ist schon natürlich erstmal mit dem Gerät zurechtfinden. Und da ist schon der erste Stolperstein, dass ich erst in der Lage sein muss, mein der erste Stolperstein, dass ich erst in der Lage sein muss, mein Werkzeug, welches mir die Schule gibt, auch nutzen zu können. Werkzeug, welches mir die Schule gibt, auch nutzen zu können. Das hat bei mir locker, weiß ich nicht, ein halbes Jahr gedauert, bis Das hat bei mir locker, weiß ich nicht, ein halbes Jahr gedauert, bis ich so fit darin war, dass ich auch spontan mein Werkzeug einset-ich so fit darin war, dass ich auch spontan mein Werkzeug einset- zen konnte. Und ich kann mir vorstellen, dass Kollegen und Kol-zen konnte. Und ich kann mir vorstellen, dass Kollegen und Kol- leginnen, die jahrelang im Beruf sind, mit digitalen Medien nichts leginnen, die jahrelang im Beruf sind, mit digitalen Medien nichts zu tun hatten, auf einmal sich mit einem iOS-Gerät ausprobieren zu tun hatten, auf einmal sich mit einem iOS-Gerät ausprobieren müssen, das schon eine riesige Hürde bietet. Und dann ist natür-müssen, das schon eine riesige Hürde bietet. Und dann ist natür- lich der Einsatz der Apps ein relatives Fass ohne Boden. Letztend-lich der Einsatz der Apps ein relatives Fass ohne Boden. Letztend- lich ist das ja so, dass auf dem Markt immer neue Apps erscheinen lich ist das ja so, dass auf dem Markt immer neue Apps erscheinen mit immer tolleren Anwendungen, aber sobald man sich sozusagen mit immer tolleren Anwendungen, aber sobald man sich sozusagen in den Einsatz von Apps und sinnvollen Einsatz von Apps auseinan-in den Einsatz von Apps und sinnvollen Einsatz von Apps auseinan- dersetzt, ist das so, dass man da nie fertig wird. Man versucht das dersetzt, ist das so, dass man da nie fertig wird. Man versucht das eine, versucht das andere. Dann funktioniert das eine nicht, steigt eine, versucht das andere. Dann funktioniert das eine nicht, steigt man auf das andere um. Also sehr, sehr zeitintensiv. Und je weiter man auf das andere um. Also sehr, sehr zeitintensiv. Und je weiter man sich darin vertieft, desto mehr droht man, sich darin zu ver-man sich darin vertieft, desto mehr droht man, sich darin zu ver- lieren. Genau und wenn man diese Herausforderung selber für sich lieren. Genau und wenn man diese Herausforderung selber für sich hat, haben die Schülerinnen und Schüler natürlich auch die Her-hat, haben die Schülerinnen und Schüler natürlich auch die Her- ausforderung, die Medien für den Schulalltag zu nutzen. Man muss ausforderung, die Medien für den Schulalltag zu nutzen. Man muss natürlich also selber fit darin sein und auch die Schüler fit darin zu natürlich also selber fit darin sein und auch die Schüler fit darin zu bekommen. Meine Erfahrung zeigt, dass nur, weil die Schülerinnen bekommen. Meine Erfahrung zeigt, dass nur, weil die Schülerinnen und Schüler mit digitalen Medien aufwachsen, heißt das nicht, dass und Schüler mit digitalen Medien aufwachsen, heißt das nicht, dass sie in der Lage sind, sie auch tatsächlich im Unterricht zu nutzen.“sie in der Lage sind, sie auch tatsächlich im Unterricht zu nutzen.“ Ein offener, aufrichtig interessierter sowie wertschätzender Dialog mit den Ein offener, aufrichtig interessierter sowie wertschätzender Dialog mit den Schüler*innen kann hilfreich sein, wenn es darum geht, die Schüler*innen Schüler*innen kann hilfreich sein, wenn es darum geht, die Schüler*innen an neue Medien heranzuführen, aber auch selbst neue Medien besser ken-an neue Medien heranzuführen, aber auch selbst neue Medien besser ken- nenlernen zu können. Mehrere Lehrkräfte haben berichtet, wie sie die Schü-nenlernen zu können. Mehrere Lehrkräfte haben berichtet, wie sie die Schü- ler*innen im Umgang mit neuen technischen Anwendungen um Hilfe gebeten ler*innen im Umgang mit neuen technischen Anwendungen um Hilfe gebeten haben. Eine Lehrkraft hat zudem erklärt, dass einige Schüler*innen zu so-haben. Eine Lehrkraft hat zudem erklärt, dass einige Schüler*innen zu so- genannten Smartboard-Expert*innen ausgebildet wurden, um den Lehrkräf-genannten Smartboard-Expert*innen ausgebildet wurden, um den Lehrkräf- ten als technische Unterstützung während des Unterrichts zur Verfügung zu ten als technische Unterstützung während des Unterrichts zur Verfügung zu stehen. Eine weitere Lehrkraft integriert zudem digitale Anwendungen gerne stehen. Eine weitere Lehrkraft integriert zudem digitale Anwendungen gerne probehalber in den Unterricht und nimmt die möglichen spontan zu bewälti-probehalber in den Unterricht und nimmt die möglichen spontan zu bewälti- ““ 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 98 genden Herausforderungen, die entstehen können, in Kauf.genden Herausforderungen, die entstehen können, in Kauf. Die Mehrheit der befragten Lehrkräfte empfindet es zudem als didaktisch he-Die Mehrheit der befragten Lehrkräfte empfindet es zudem als didaktisch he- rausfordernd, den variablen Kompetenzen der Schüler*innen im Umgang mit rausfordernd, den variablen Kompetenzen der Schüler*innen im Umgang mit digitalen Medien im inklusiven Unterricht gerecht zu werden und die vielfäl-digitalen Medien im inklusiven Unterricht gerecht zu werden und die vielfäl- tigen Kenntnisse, die für das Arbeiten mit digitalen Medien erforderlich sind, tigen Kenntnisse, die für das Arbeiten mit digitalen Medien erforderlich sind, angemessen zu vermitteln. Die Lehrer*innen berichten, dass sie regelmäßig angemessen zu vermitteln. Die Lehrer*innen berichten, dass sie regelmäßig digitale Anwendungen in ihren Unterricht integrieren, um den Umgang zu digitale Anwendungen in ihren Unterricht integrieren, um den Umgang zu üben und die Kompetenzen stetig auszubauen. Eine reflektierte, medienkri-üben und die Kompetenzen stetig auszubauen. Eine reflektierte, medienkri- tische Haltung der Schüler*innen fördern die befragten Lehrkräfte insbeson-tische Haltung der Schüler*innen fördern die befragten Lehrkräfte insbeson- dere durch Unterrichtsgespräche und die Zusammenarbeit mit Vereinen und dere durch Unterrichtsgespräche und die Zusammenarbeit mit Vereinen und der Polizei. Die externen Partner*innen informieren die Schüler*innen über der Polizei. Die externen Partner*innen informieren die Schüler*innen über mögliche Gefahren.mögliche Gefahren. Weiter oben wurde die Deutungshoheit angesprochen, mit der Schulleitungen, Weiter oben wurde die Deutungshoheit angesprochen, mit der Schulleitungen, Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen in Schule betraut sind. Sie sind es, die Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen in Schule betraut sind. Sie sind es, die Teilhabe ermöglichen und echte Beteiligung, also Partizipation, schaffen können. Teilhabe ermöglichen und echte Beteiligung, also Partizipation, schaffen können. Darum kommt der Handlungsanforderung „teilgeben“ eine besondere Bedeutung Darum kommt der Handlungsanforderung „teilgeben“ eine besondere Bedeutung zu – auch im Hinblick auf die Nutzung digitaler Medien. Insbesondere der Grup-zu – auch im Hinblick auf die Nutzung digitaler Medien. Insbesondere der Grup- pe der Schüler*innen sollte in Schule mehr teilgegeben werden. Schulleitungen, pe der Schüler*innen sollte in Schule mehr teilgegeben werden. Schulleitungen, Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen haben direkten Einfluss darauf, wie es um Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen haben direkten Einfluss darauf, wie es um die Partizipation ihrer Schüler*innen bestellt ist. Aber auch die Schulleitung kann die Partizipation ihrer Schüler*innen bestellt ist. Aber auch die Schulleitung kann wiederum Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen stärker in ausgewählte Prozesse wiederum Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen stärker in ausgewählte Prozesse einbinden und dadurch ihnen mehr teilgeben. Darüber hinaus haben Lehrkräfte einbinden und dadurch ihnen mehr teilgeben. Darüber hinaus haben Lehrkräfte die Möglichkeit, neben der Gruppe der Schüler*innen auch anderen Mitgliedern in die Möglichkeit, neben der Gruppe der Schüler*innen auch anderen Mitgliedern in Schule und Mitwelt Räume der Beteiligung zu schaffen. Die besondere Relevanz Schule und Mitwelt Räume der Beteiligung zu schaffen. Die besondere Relevanz von Partizipation in einer inklusiv-digital gestalteten Schule wird im Teil Schul-von Partizipation in einer inklusiv-digital gestalteten Schule wird im Teil Schul- kultur dieser Handreichung unter dem Aspekt kultur dieser Handreichung unter dem Aspekt PartizipationskulturPartizipationskultur weiter aus- weiter aus- geführt. geführt. Betrachtet man die in einer inklusiv-digital zu gestaltenden Schule relevanten Betrachtet man die in einer inklusiv-digital zu gestaltenden Schule relevanten Handlungen von Schüler*innen, so ist festzuhalten, dass sie vor allem lernen. Die Handlungen von Schüler*innen, so ist festzuhalten, dass sie vor allem lernen. Die Art und Weise, wie sie beispielsweise mit digitalen Medien lernen, kann wieder-Art und Weise, wie sie beispielsweise mit digitalen Medien lernen, kann wieder- um durch sie selbst mitbestimmt werden. Darüber hinaus können Schüler*innen um durch sie selbst mitbestimmt werden. Darüber hinaus können Schüler*innen selbst zu Vermittler*innen und Lehrenden werden. Hierzu folgen nähere Ausfüh-selbst zu Vermittler*innen und Lehrenden werden. Hierzu folgen nähere Ausfüh- rungen im Teil rungen im Teil UnterrichtUnterricht dieser Handreichung. dieser Handreichung. Einblick in die schulische Praxis Anhand des folgenden Einblicks, der durch eine medienbeauftragte Lehrkraft Anhand des folgenden Einblicks, der durch eine medienbeauftragte Lehrkraft gewährt wird, soll noch einmal die besondere Bedeutung der Beteiligung der gewährt wird, soll noch einmal die besondere Bedeutung der Beteiligung der Schüler*innen an Lernprozessen aufgezeigt werden. Hier wird einmal mehr Schüler*innen an Lernprozessen aufgezeigt werden. Hier wird einmal mehr deutlich, dass Schüler*innen ebenfalls Impulse setzen und mitentscheiden deutlich, dass Schüler*innen ebenfalls Impulse setzen und mitentscheiden können. können. Medienbeauftragte Lehrkraft: „Also mit den Schülern ist man ir-Medienbeauftragte Lehrkraft: „Also mit den Schülern ist man ir- gendwie ständig im Gespräch und die finden das halt auch richtig gendwie ständig im Gespräch und die finden das halt auch richtig klasse und die probieren auch selbst ganz ganz viel aus und zeigen klasse und die probieren auch selbst ganz ganz viel aus und zeigen ““ 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 99 uns Lehrern dann immer ganz ganz viel, was sie eben herausge-uns Lehrern dann immer ganz ganz viel, was sie eben herausge- funden haben, was man alles noch irgendwie viel einfacher machen funden haben, was man alles noch irgendwie viel einfacher machen kann, als die Wege, die wir da irgendwie uns überlegt haben oder kann, als die Wege, die wir da irgendwie uns überlegt haben oder gelernt haben. Und die waren auch teilweise von Anfang an – wür-gelernt haben. Und die waren auch teilweise von Anfang an – wür- de ich behaupten – mit dabei. Alleine dadurch, dass ich (unv.): ‚Oh de ich behaupten – mit dabei. Alleine dadurch, dass ich (unv.): ‚Oh können wir nicht mal was anderes als diese blöden Computerräu-können wir nicht mal was anderes als diese blöden Computerräu- me haben, das funktioniert doch alles gar nicht‘, so. Ja und da ist me haben, das funktioniert doch alles gar nicht‘, so. Ja und da ist es dann quasi immer so der Anreiz zu gucken: Ahja, wie können es dann quasi immer so der Anreiz zu gucken: Ahja, wie können wir das hier eigentlich besser machen, dass wir nicht immer zehn wir das hier eigentlich besser machen, dass wir nicht immer zehn Stunden warten müssen, bis die Computer hochgefahren sind und Stunden warten müssen, bis die Computer hochgefahren sind und von den 20 funktionieren dann noch irgendwie zehn oder so, weil von den 20 funktionieren dann noch irgendwie zehn oder so, weil da alles irgendwie zerstört wurde.“da alles irgendwie zerstört wurde.“ In den Interviews mit den Lehrkräften stellte sich heraus, dass das pädago-In den Interviews mit den Lehrkräften stellte sich heraus, dass das pädago- gische Personal den Schüler*innen bei der digitalen Ausgestaltung der Schu-gische Personal den Schüler*innen bei der digitalen Ausgestaltung der Schu- le Mitwirkungsrechte ermöglicht, indem z. B. eine „App-Wunschliste“ an-le Mitwirkungsrechte ermöglicht, indem z. B. eine „App-Wunschliste“ an- gelegt wurde. Schüler*innen können über diese Liste digitale Anwendungen gelegt wurde. Schüler*innen können über diese Liste digitale Anwendungen und Programme einbringen, die sie privat nutzen oder an anderen Schulen und Programme einbringen, die sie privat nutzen oder an anderen Schulen (z. B. ihrer Grundschule) bereits kennengelernt haben und als unterstützend (z. B. ihrer Grundschule) bereits kennengelernt haben und als unterstützend beim Lernen empfinden. Dadurch werden sie befähigt, sich zu beteiligen, beim Lernen empfinden. Dadurch werden sie befähigt, sich zu beteiligen, Impulse zu setzen und mitzuentscheiden. Deutlich wird, dass die Vielfalt der Impulse zu setzen und mitzuentscheiden. Deutlich wird, dass die Vielfalt der Aktivitäten, die Schüler*innen entfalten können, maßgeblich durch die in Aktivitäten, die Schüler*innen entfalten können, maßgeblich durch die in Schule vorherrschenden Haltungen der Schulleitung und Lehrkräfte geprägt Schule vorherrschenden Haltungen der Schulleitung und Lehrkräfte geprägt wird. wird. Die Lehrkräfte können die Vorschläge der Schüler*innen prüfen, ihren eige-Die Lehrkräfte können die Vorschläge der Schüler*innen prüfen, ihren eige- nen Kenntnisstand erweitern und ggf. die digitalen Anwendungen in ihren nen Kenntnisstand erweitern und ggf. die digitalen Anwendungen in ihren Unterricht integrieren. Auch wenn das Üben und Schulen eines kompetenten Unterricht integrieren. Auch wenn das Üben und Schulen eines kompetenten Umgangs mit digitalen Medien in Schule ein zentrales Thema darstellt, wurde Umgangs mit digitalen Medien in Schule ein zentrales Thema darstellt, wurde der individuelle Lernstil der Schüler*innen durch die Wahlmöglichkeit zwi-der individuelle Lernstil der Schüler*innen durch die Wahlmöglichkeit zwi- schen analogem und digitalem Material berücksichtigt. Einige Schüler*innen schen analogem und digitalem Material berücksichtigt. Einige Schüler*innen bevorzugen das Lesen auf Papier und die Option, schnell Notizen auf dem bevorzugen das Lesen auf Papier und die Option, schnell Notizen auf dem Blatt tätigen zu können. Blatt tätigen zu können. Mit Schüler*innen im Gespräch Nach dem pandemiebedingten Online-Unterricht berichtet eine Lehrkraft Nach dem pandemiebedingten Online-Unterricht berichtet eine Lehrkraft davon, dass die Schüler*innen nicht verstehen würden, warum sie weiterhin davon, dass die Schüler*innen nicht verstehen würden, warum sie weiterhin mit digitalen Medien arbeiten müssten. Die Lehrkraft nahm dies zum An-mit digitalen Medien arbeiten müssten. Die Lehrkraft nahm dies zum An- lass, um in einer separaten Unterrichtsstunde mit den Schüler*innen über lass, um in einer separaten Unterrichtsstunde mit den Schüler*innen über den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht zu diskutieren. Die Lehrkraft den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht zu diskutieren. Die Lehrkraft stellte dabei heraus, wie essenziell der sichere Umgang mit digitalen An-stellte dabei heraus, wie essenziell der sichere Umgang mit digitalen An- wendungen im späteren Berufsleben ist. Auch die kritische Prüfung und der wendungen im späteren Berufsleben ist. Auch die kritische Prüfung und der reflektierte Umgang mit digitalen Inhalten wurde in dieser Stunde themati-reflektierte Umgang mit digitalen Inhalten wurde in dieser Stunde themati- siert. Durch dieses spontane Aufgreifen der Schüler*innenmeinungen trägt siert. Durch dieses spontane Aufgreifen der Schüler*innenmeinungen trägt die Lehrkraft zu einer partizipativen Schulkultur bei und fördert eine offene, die Lehrkraft zu einer partizipativen Schulkultur bei und fördert eine offene, konstruktive Haltung aufseiten der Schüler*innen. Zudem geht sie selbst mit konstruktive Haltung aufseiten der Schüler*innen. Zudem geht sie selbst mit gutem Beispiel voran, indem sie die Frage nach dem Warum der Nutzung mit gutem Beispiel voran, indem sie die Frage nach dem Warum der Nutzung mit 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 100 den Schüler*innen erörtert. Sie promoted innovative Arbeits- und Lernme-den Schüler*innen erörtert. Sie promoted innovative Arbeits- und Lernme- thoden, indem sie versucht, durch eine offene Haltung und Aufklärungsarbeit thoden, indem sie versucht, durch eine offene Haltung und Aufklärungsarbeit die Schüler*innen vom Nutzen der digitalen Medien zu überzeugen.die Schüler*innen vom Nutzen der digitalen Medien zu überzeugen. Die skizzierten Anforderungen an die Handlungen der Mitglieder in Schule werden Die skizzierten Anforderungen an die Handlungen der Mitglieder in Schule werden auch auf die Erziehungsbeteiligten und Sorgeberechtigten ausgedehnt. Sie sind auch auf die Erziehungsbeteiligten und Sorgeberechtigten ausgedehnt. Sie sind vor allem damit konfrontiert, Impulse zu geben, zu begleiten und teilzunehmen. vor allem damit konfrontiert, Impulse zu geben, zu begleiten und teilzunehmen. In einer von Kooperation und Kollaboration, aber vor allem auch durch Partizipa-In einer von Kooperation und Kollaboration, aber vor allem auch durch Partizipa- tion geprägten Schulkultur gelten auch Erziehungsbeteiligte und Sorgeberechtigte tion geprägten Schulkultur gelten auch Erziehungsbeteiligte und Sorgeberechtigte als Impulsgebende für die Entwicklung von Schule. Ihnen wird es zur Aufgabe als Impulsgebende für die Entwicklung von Schule. Ihnen wird es zur Aufgabe gemacht, sich in die Gestaltung von Schule einzubringen. So nehmen sie Teil an gemacht, sich in die Gestaltung von Schule einzubringen. So nehmen sie Teil an dem, was in Schule vonstattengeht und gestalten Prozesse mit (Weiß et al. 2017, dem, was in Schule vonstattengeht und gestalten Prozesse mit (Weiß et al. 2017, 27f.). Daraus resultiert auch, dass sie etwas beitragen und das Geschehen in 27f.). Daraus resultiert auch, dass sie etwas beitragen und das Geschehen in Schule unterstützen und begleiten.Schule unterstützen und begleiten. Ein Blick in die schulische Praxis Die folgenden Einblicke in Interviewausschnitte der Dig*In-Erhebungen the-Die folgenden Einblicke in Interviewausschnitte der Dig*In-Erhebungen the- matisieren, wie sich Erziehungsbeteiligte und Sorgeberechtigte aktiv in den matisieren, wie sich Erziehungsbeteiligte und Sorgeberechtigte aktiv in den inklusiv-digitalen Schulentwicklungsprozess einbringen können. inklusiv-digitalen Schulentwicklungsprozess einbringen können. So wird im Folgenden ein intensiver und konstruktiver Austausch zwischen So wird im Folgenden ein intensiver und konstruktiver Austausch zwischen der Schulleitung, Lehrkräften und Erziehungsbeteiligten im Rahmen der der Schulleitung, Lehrkräften und Erziehungsbeteiligten im Rahmen der Schulkonferenz geschildert. Schulkonferenz geschildert. Schulleitung: „Aber wir haben das sehr intensiv mit den Eltern Schulleitung: „Aber wir haben das sehr intensiv mit den Eltern auch diskutiert, auch in der Schulkonferenz. Also momentan ist es auch diskutiert, auch in der Schulkonferenz. Also momentan ist es eigentlich so, dass die Eltern sich wünschen, dass wir eine Emp-eigentlich so, dass die Eltern sich wünschen, dass wir eine Emp- fehlung geben und eine Orientierung. Und da sind wir auch klar. fehlung geben und eine Orientierung. Und da sind wir auch klar. Und da ist eben Apple nicht der Erste, den wir nennen sozusagen. Und da ist eben Apple nicht der Erste, den wir nennen sozusagen. Ja. Auch wenn andere Schulen anderes machen oder so, weiß ich Ja. Auch wenn andere Schulen anderes machen oder so, weiß ich nicht. Vielleicht so ein Stück ist es. Das andere ist halt sehr verbrei-nicht. Vielleicht so ein Stück ist es. Das andere ist halt sehr verbrei- tet. Also man kann es in alle Richtungen diskutieren. Also wir spre-tet. Also man kann es in alle Richtungen diskutieren. Also wir spre- chen eine Empfehlung aus. Und haben aber auch mit den Eltern chen eine Empfehlung aus. Und haben aber auch mit den Eltern diskutiert, ob man Leasing-Varianten oder so angeht. Muss aber diskutiert, ob man Leasing-Varianten oder so angeht. Muss aber ehrlicherweise sagen, das was wir gefunden haben, war für die ehrlicherweise sagen, das was wir gefunden haben, war für die Eltern nicht so attraktiv, dass sie sagen, das – also auch sie wollen Eltern nicht so attraktiv, dass sie sagen, das – also auch sie wollen auf so einem Modell einsteigen. Ja? Also aus finanziellen oder aus auf so einem Modell einsteigen. Ja? Also aus finanziellen oder aus vertraglichen Geschichten. Sodass wir eher bei den Schülern, die vertraglichen Geschichten. Sodass wir eher bei den Schülern, die ja hier am Anfang auch beschrieben sind, aus den wirtschaftlich ja hier am Anfang auch beschrieben sind, aus den wirtschaftlich benachteiligten Familien, wie Sie es nennen, dass wir eher sagen, benachteiligten Familien, wie Sie es nennen, dass wir eher sagen, wir müssen Modelle finden, dass wir denen einfach unkompliziert wir müssen Modelle finden, dass wir denen einfach unkompliziert Geräte bereitstellen. Und da muss man sagen, da haben wir einiges Geräte bereitstellen. Und da muss man sagen, da haben wir einiges über den Schulträger möglich machen können. Dann haben wir den über den Schulträger möglich machen können. Dann haben wir den Förderverein, ja? Wo der Förderverein auch nochmal was bereit-Förderverein, ja? Wo der Förderverein auch nochmal was bereit- gestellt hat. Aber auch Eltern, die sehr großzügig gesagt haben: gestellt hat. Aber auch Eltern, die sehr großzügig gesagt haben: Wir spenden der Klasse einfach einen Rechner oder wo können wir Wir spenden der Klasse einfach einen Rechner oder wo können wir ““ 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 101 unterstützen? So. Und das wäre dann eher der Ansatz.“unterstützen? So. Und das wäre dann eher der Ansatz.“ Wie der Elternrat, in Zusammenarbeit mit der Schulleitung, dem Kollegium Wie der Elternrat, in Zusammenarbeit mit der Schulleitung, dem Kollegium sowie den Medienbeauftragten Lehrkräften, im Rahmen der Verausgabung sowie den Medienbeauftragten Lehrkräften, im Rahmen der Verausgabung der Mittel des DigitalPaktes Einfluss nehmen kann, zeigt folgender Interview-der Mittel des DigitalPaktes Einfluss nehmen kann, zeigt folgender Interview- auszug.auszug. Medienbeauftragte Lehrkraft: „[E]ine wichtige Stellschraube, finde Medienbeauftragte Lehrkraft: „[E]ine wichtige Stellschraube, finde ich, ist unser Medienausschuss. Der ist jetzt so seit einem halben ich, ist unser Medienausschuss. Der ist jetzt so seit einem halben Jahr, würde ich sagen, wieder zu großem Leben erweckt worden, Jahr, würde ich sagen, wieder zu großem Leben erweckt worden, tatsächlich durch diese Initiative ‚DigitalPakt‘, so. Dass wir einfach tatsächlich durch diese Initiative ‚DigitalPakt‘, so. Dass wir einfach sagen: ‚Da ist jetzt eine Aufgabe.‘ Und da mit Recht hakt der El-sagen: ‚Da ist jetzt eine Aufgabe.‘ Und da mit Recht hakt der El- ternrat auch wöchentlich so ungefähr nach: ‚Was ist nun? Was ma-ternrat auch wöchentlich so ungefähr nach: ‚Was ist nun? Was ma- chen wir?‘ Und wir sind schon toll ausgestattet, finde ich, aber es chen wir?‘ Und wir sind schon toll ausgestattet, finde ich, aber es gibt auch noch Jahrgänge, die da mehr brauchen könnten und da gibt auch noch Jahrgänge, die da mehr brauchen könnten und da waren wir jetzt neulich mit drei Personen von der Schulleitung beim waren wir jetzt neulich mit drei Personen von der Schulleitung beim Elternrat und haben so unseren Stand der Dinge aus dem Medien-Elternrat und haben so unseren Stand der Dinge aus dem Medien- ausschuss also sozusagen dargestellt. Und ich finde, da ist schon ausschuss also sozusagen dargestellt. Und ich finde, da ist schon eine gute Verzahnung: Schulleitung, Kollegium, Medienbeauftragter eine gute Verzahnung: Schulleitung, Kollegium, Medienbeauftragter und so weiter und Elternrat.“und so weiter und Elternrat.“ Weiterführende Informationen zum DigitalPakt Schule des Bundesministe-Weiterführende Informationen zum DigitalPakt Schule des Bundesministe- riums für Bildung und Forschung (BMBF) sind über den folgenden Link zu riums für Bildung und Forschung (BMBF) sind über den folgenden Link zu finden: finden: https://www.digitalpaktschule.dehttps://www.digitalpaktschule.de 3.6 Kapitelzusammenfassung Die Mitglieder in Schule sind es, die Schule nachhaltig gestalten und Die Mitglieder in Schule sind es, die Schule nachhaltig gestalten und prägen. Schüler*innen, Schulleitung, Lehrkräfte und weitere Päda-prägen. Schüler*innen, Schulleitung, Lehrkräfte und weitere Päda- gog*innen, aber auch Verwaltungskräfte, Personen im Infrastruk-gog*innen, aber auch Verwaltungskräfte, Personen im Infrastruk- tur- und Gebäudemanagement gehören zu jenen, die unmittelbar in tur- und Gebäudemanagement gehören zu jenen, die unmittelbar in (Einzel-)Schule wirken. Darüber hinaus zählen Personen(-gruppen) (Einzel-)Schule wirken. Darüber hinaus zählen Personen(-gruppen) der schulischen Mitwelt zu den prägenden Elementen der Mitglieder in Schule. Sie der schulischen Mitwelt zu den prägenden Elementen der Mitglieder in Schule. Sie sind in Netzwerken oder Strukturen formaler bzw. externer Schulsteuerung und sind in Netzwerken oder Strukturen formaler bzw. externer Schulsteuerung und -gestaltung oder im Bereich Fort- und Weiterbildung zu verorten. Sorgeberechtig--gestaltung oder im Bereich Fort- und Weiterbildung zu verorten. Sorgeberechtig- te und Erziehungsbeteiligte (beide Personengruppen zusammengenommen wer-te und Erziehungsbeteiligte (beide Personengruppen zusammengenommen wer- den als Erziehungsinvolvierte benannt) werden ebenfalls der schulischen Mitwelt den als Erziehungsinvolvierte benannt) werden ebenfalls der schulischen Mitwelt zugeordnet. Sie nehmen eine bedeutende Rolle in der Gestaltung von Schule ein. zugeordnet. Sie nehmen eine bedeutende Rolle in der Gestaltung von Schule ein. Das Wirken der Mitglieder in Schule steht in unmittelbarer Verbindung zu ihrer Das Wirken der Mitglieder in Schule steht in unmittelbarer Verbindung zu ihrer Haltung, weshalb dieselbe für das Gelingen inklusiv-digitaler Schul- und Unter-Haltung, weshalb dieselbe für das Gelingen inklusiv-digitaler Schul- und Unter- richtsentwicklungsprozesse relevant ist. Für die Mitgliedergruppe der Schüler*in-richtsentwicklungsprozesse relevant ist. Für die Mitgliedergruppe der Schüler*in- nen und Erziehungsinvolvierten, der Schulleitung, der Lehrkräfte und weiterer nen und Erziehungsinvolvierten, der Schulleitung, der Lehrkräfte und weiterer ““ https://www.digitalpaktschule.de/ 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 102 Pädagog*innen wurde herausgearbeitet, dass eine unterstützende, offene, ko-Pädagog*innen wurde herausgearbeitet, dass eine unterstützende, offene, ko- operationsbereite und wertschätzende Haltung konstruktiv für den Entwicklungs-operationsbereite und wertschätzende Haltung konstruktiv für den Entwicklungs- prozess an Schule ist. Darüber hinaus wurde konstatiert, dass eine innovations-prozess an Schule ist. Darüber hinaus wurde konstatiert, dass eine innovations- bereite und professionelle Haltung insbesondere für Schulleitung, Lehrkräfte und bereite und professionelle Haltung insbesondere für Schulleitung, Lehrkräfte und weitere Pädagog*innen wichtig ist.weitere Pädagog*innen wichtig ist. Die Handlungen der Mitglieder in Schule orientieren sich an der Zielsetzung, Die Handlungen der Mitglieder in Schule orientieren sich an der Zielsetzung, Schule inklusiv-digital zu gestalten, und sind damit eng verwobenen mit der Schule inklusiv-digital zu gestalten, und sind damit eng verwobenen mit der Haltung der Mitglieder in Schule. So sind die Handlungen vor allem wie folgt be-Haltung der Mitglieder in Schule. So sind die Handlungen vor allem wie folgt be- schrieben: Impulse setzen, begleiten, teilnehmen, vermitteln, lernen, teilgeben, schrieben: Impulse setzen, begleiten, teilnehmen, vermitteln, lernen, teilgeben, entscheiden, führen sowie lenken und promoten. entscheiden, führen sowie lenken und promoten. Resümierend ist festzuhalten, dass die Haltungen und Handlungen der Mitglieder Resümierend ist festzuhalten, dass die Haltungen und Handlungen der Mitglieder in Schule in Wechselwirkung zu der in Schule gelebten Schulkultur stehen und für in Schule in Wechselwirkung zu der in Schule gelebten Schulkultur stehen und für den Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozess berücksichtigt werden sollten.den Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozess berücksichtigt werden sollten. 3.7 Literaturverzeichnis Aktion Mensch. 2022. Aktion Mensch. 2022. Eine Frage der HaltungEine Frage der Haltung. https://www.aktion-mensch.de/in-. https://www.aktion-mensch.de/in- klusion/bildung/impulse/inklusion-methoden/neue-klasse/verhalten-paedagogen klusion/bildung/impulse/inklusion-methoden/neue-klasse/verhalten-paedagogen (Zugegriffen: 19.05.2022).(Zugegriffen: 19.05.2022). Badstieber, Benjamin; Amrhein, Bettina. 2016. Lehrkräfte zwischen Badstieber, Benjamin; Amrhein, Bettina. 2016. Lehrkräfte zwischen sonderpädagogischer Qualifizierung und inklusiver Bildung. In: Moser, Vera; sonderpädagogischer Qualifizierung und inklusiver Bildung. In: Moser, Vera; Lütje-Klose, Birgit (Hg): Lütje-Klose, Birgit (Hg): Schulische InklusionSchulische Inklusion. Weinheim; Basel: Beltz Juventa, . Weinheim; Basel: Beltz Juventa, 175-189. https://doi.org/10.25656/01:17179175-189. https://doi.org/10.25656/01:17179 Brückel, Frank; Spirig, Regula. 2021. Brückel, Frank; Spirig, Regula. 2021. Auf die Haltung kommt es an! Zum Um-Auf die Haltung kommt es an! Zum Um- gang mit Haltungen und Emotionen in der schulischen Führungsarbeit. #schule-gang mit Haltungen und Emotionen in der schulischen Führungsarbeit. #schule- verantwortenverantworten. führungskultur_innovation_autonomie. https://doi.org/10.53349/. führungskultur_innovation_autonomie. https://doi.org/10.53349/ sv.2021.i2.a105sv.2021.i2.a105 Christof, Eveline; Obex, Tanja; Pham-Xuan, Robert; Schauer, Gabriele; Schratz, Christof, Eveline; Obex, Tanja; Pham-Xuan, Robert; Schauer, Gabriele; Schratz, Michael; Symeonidis. 2020. Professionsspezifische Haltungen in der Lehrer*in-Michael; Symeonidis. 2020. Professionsspezifische Haltungen in der Lehrer*in- nenbildung. Was zeigt sich in der Ausbildung? nenbildung. Was zeigt sich in der Ausbildung? Journal für LehrerInnenbildungJournal für LehrerInnenbildung, 20 , 20 (2), 52-65. https://doi.org/10.35468/jlb-02-2020_04 (2), 52-65. https://doi.org/10.35468/jlb-02-2020_04 Dedering, Kathrin. 2012. Dedering, Kathrin. 2012. Steuerung und Schulentwicklung: Bestandsaufnahme Steuerung und Schulentwicklung: Bestandsaufnahme und Theorieperspektivenund Theorieperspektiven. Wiesbaden: Springer VS.. Wiesbaden: Springer VS. Fend, Helmut. 2008. Fend, Helmut. 2008. Schule gestalten. Systemsteuerung, Schulentwicklung und Schule gestalten. Systemsteuerung, Schulentwicklung und UnterrichtsqualitätUnterrichtsqualität. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. . Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Filk, Christian. 2019. «‹Onlife›-Partizipation für alle. Plädoyer für eine digital-Filk, Christian. 2019. «‹Onlife›-Partizipation für alle. Plädoyer für eine digital- inklusive Bil- dung». In: Burow, Olaf-Axel (Hg): inklusive Bil- dung». In: Burow, Olaf-Axel (Hg): Schule digital - wie geht das?Schule digital - wie geht das? Weinheim: Beltz, 61-81.Weinheim: Beltz, 61-81. Kilian, Lars. 2015. Kilian, Lars. 2015. Gelingende Schulentwicklung im System. Perspektiven, Hal-Gelingende Schulentwicklung im System. Perspektiven, Hal- tungen und Handlungen von Akteuren in gelingender Schulentwicklungtungen und Handlungen von Akteuren in gelingender Schulentwicklung. Kaisers-. Kaisers- lautern: Books on Demand.lautern: Books on Demand. 3 Baustein Mitglieder in Schule Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 103 Mayrberger, Kerstin. 2013. Eine partizipative Mediendidaktik (nicht nur) für den Mayrberger, Kerstin. 2013. Eine partizipative Mediendidaktik (nicht nur) für den Hochschulkontext? In: Bremer, Claudia; Krömker, Detlef (Hg): Hochschulkontext? In: Bremer, Claudia; Krömker, Detlef (Hg): E-Learning zwi-E-Learning zwi- schen Vision und Alltag. Zum Stand der Dingeschen Vision und Alltag. Zum Stand der Dinge. Münster u.a.: Waxmann, 96-106.. Münster u.a.: Waxmann, 96-106. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. 2013. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. 2013. Ausbildung zum besonderen Erwerb des Lehramtes für sonderpädagogische För-Ausbildung zum besonderen Erwerb des Lehramtes für sonderpädagogische För- derung 2013 bis 2018. Rahmenkonzept. Verfügbar unter: https://www.schulmi-derung 2013 bis 2018. Rahmenkonzept. Verfügbar unter: https://www.schulmi- nisterium.nrw/Recht/LAusbildung/Vorbereitungsdienst/Rahmenkonzept.pdf (Zu-nisterium.nrw/Recht/LAusbildung/Vorbereitungsdienst/Rahmenkonzept.pdf (Zu- gegriffen: 06. 05.2022).gegriffen: 06. 05.2022). Weiß, Sabine; Syring, Marcus; Kiel, Ewald. 2017. Wie kann interkulturelle Weiß, Sabine; Syring, Marcus; Kiel, Ewald. 2017. Wie kann interkulturelle Schulentwicklung gelingen? Gruppendiskussionen zu erforderlichen Maßnah-Schulentwicklung gelingen? Gruppendiskussionen zu erforderlichen Maßnah- men und Haltungen einer interkulturellen Öffnung von Schule. men und Haltungen einer interkulturellen Öffnung von Schule. Forum: Qualita-Forum: Qualita- tive Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Researchtive Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 18 (2). https://doi., 18 (2). https://doi. org/10.17169/fqs-18.2.2679org/10.17169/fqs-18.2.2679 4 Baustein Strukturen und Prozesse Strukturen und Prozesse 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 105 4 Baustein Strukturen und Prozesse 4.1 Strukturen schaffen und Prozesse etablieren Es braucht den Ausbau und das Beleben von Strukturen in Schule, um ein von Es braucht den Ausbau und das Beleben von Strukturen in Schule, um ein von inklusiven Werten geprägtes Handlungsrepertoire an Schule zu etablieren. Damit inklusiven Werten geprägtes Handlungsrepertoire an Schule zu etablieren. Damit neue Handlungsansätze in eine veränderte Organisation der (Zusammen-)Arbeit neue Handlungsansätze in eine veränderte Organisation der (Zusammen-)Arbeit in Schule überführt und tatsächlich in Schule überführt und tatsächlich nachhaltignachhaltig im Schulalltag implementiert wer- im Schulalltag implementiert wer- den können, müssen die angestrebten neuen Ansätze zur gelebten Praxis wer-den können, müssen die angestrebten neuen Ansätze zur gelebten Praxis wer- den. Es müssen sich neue Routinen ausprägen können. den. Es müssen sich neue Routinen ausprägen können. Durch strukturelle Einbettungen von Prozessen können Abläufe systematisiert, Durch strukturelle Einbettungen von Prozessen können Abläufe systematisiert, Zuständigkeiten und Befugnisse geklärt und Vorgehensweisen transparent ge-Zuständigkeiten und Befugnisse geklärt und Vorgehensweisen transparent ge- macht werden. Durch Strukturen kann es gelingen, (wiederkehrende) Prozesse macht werden. Durch Strukturen kann es gelingen, (wiederkehrende) Prozesse überindividuell zu organisieren. überindividuell zu organisieren. StrukturStruktur: Strukturen erschaffen eine Ordnung von verschiedenen Hand-: Strukturen erschaffen eine Ordnung von verschiedenen Hand- lungen in einer Organisation. Entlang verschiedener Regeln, Zuständigkei-lungen in einer Organisation. Entlang verschiedener Regeln, Zuständigkei- ten und Zugehörigkeiten werden Handlungen systematisiert und Ressour-ten und Zugehörigkeiten werden Handlungen systematisiert und Ressour- cen verwaltet. Strukturen ermöglichen das Bewältigen gestellter Aufgaben und cen verwaltet. Strukturen ermöglichen das Bewältigen gestellter Aufgaben und erhalten die Organisation handlungsfähig (Schwarz 2007, 65ff.). erhalten die Organisation handlungsfähig (Schwarz 2007, 65ff.). ProzessProzess: Unter einem Prozess wird eine geordnete, bewusst eingehaltene Ab-: Unter einem Prozess wird eine geordnete, bewusst eingehaltene Ab- folge von Aktivitäten verstanden. „Wenn ein Prozess aufgestellt wird (...), dann folge von Aktivitäten verstanden. „Wenn ein Prozess aufgestellt wird (...), dann werden die Aktivitäten und ihre Reihenfolge ermittelt, die zur Erreichung des werden die Aktivitäten und ihre Reihenfolge ermittelt, die zur Erreichung des gewünschten Ziels notwendig sind.“ (Berglehner & Wilbers 2015, 19). gewünschten Ziels notwendig sind.“ (Berglehner & Wilbers 2015, 19). Vertiefendes zum Thema Prozessmanagement in Schule finden Sie hier:Vertiefendes zum Thema Prozessmanagement in Schule finden Sie hier: https://opus4.kobv.de/opus4-fau/files/6792/Diss_Berglehner_final_A4_OPUS.https://opus4.kobv.de/opus4-fau/files/6792/Diss_Berglehner_final_A4_OPUS. pdfpdf Das bedeutet, dass die Durchführung von bestimmten Aktivitäten und die Umset-Das bedeutet, dass die Durchführung von bestimmten Aktivitäten und die Umset- zung von bestimmten Gestaltungsprozessen nicht ausschließlich von der immer zung von bestimmten Gestaltungsprozessen nicht ausschließlich von der immer wiederkehrenden Initiative und dem Einsatz einiger weniger Personen abhängig wiederkehrenden Initiative und dem Einsatz einiger weniger Personen abhängig ist. Darüber hinaus können neu arrangierte Strukturen und daraus entstehen-ist. Darüber hinaus können neu arrangierte Strukturen und daraus entstehen- de Prozesse dabei behilflich sein, neue Handlungsformen im Schulalltag zu ver-de Prozesse dabei behilflich sein, neue Handlungsformen im Schulalltag zu ver- ankern (Martins & Terblanche 2003). Nicht zuletzt aber bilden Strukturen eine ankern (Martins & Terblanche 2003). Nicht zuletzt aber bilden Strukturen eine Orientierungsgröße und einen Bezugspunkt in einem Veränderungsprozess, der Orientierungsgröße und einen Bezugspunkt in einem Veränderungsprozess, der sich eingedenk der (Neu-)Ausrichtung entlang der Prinzipien Digitalisierung und sich eingedenk der (Neu-)Ausrichtung entlang der Prinzipien Digitalisierung und Inklusion ergibt (Heger et al. 2009, 71ff.). Inklusion ergibt (Heger et al. 2009, 71ff.). Die nachfolgenden Ausführungen widmen sich also der Relevanz von Strukturen Die nachfolgenden Ausführungen widmen sich also der Relevanz von Strukturen und Prozessen in einer inklusiv-digital ausgerichteten Schule. Herausgearbei-und Prozessen in einer inklusiv-digital ausgerichteten Schule. Herausgearbei- tet wird, warum es sich bei diesem Baustein um zentrale Gelingensbedingungen tet wird, warum es sich bei diesem Baustein um zentrale Gelingensbedingungen einer inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung handelt. einer inklusiv-digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung handelt. https://opus4.kobv.de/opus4-fau/files/6792/Diss_Berglehner_final_A4_OPUS.pdf https://opus4.kobv.de/opus4-fau/files/6792/Diss_Berglehner_final_A4_OPUS.pdf 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 106 4.1.1 Strukturen – eine Einordnung Wenn hier von Struktur die Rede ist, ist mitnichten etwas Starres, Limitierendes Wenn hier von Struktur die Rede ist, ist mitnichten etwas Starres, Limitierendes oder Formalisierendes gemeint. Vielmehr soll unter dem Baustein Struktur in dem oder Formalisierendes gemeint. Vielmehr soll unter dem Baustein Struktur in dem Modell einer inklusiv-digitalen Schule etwas verstanden werden, das dabei unter-Modell einer inklusiv-digitalen Schule etwas verstanden werden, das dabei unter- stützt, neue Handlungsansätze in eine Routine zu überführen (Christ 2015, 39f.). stützt, neue Handlungsansätze in eine Routine zu überführen (Christ 2015, 39f.). Das Handeln der Mitglieder in Schule soll immer mehr durch inklusive Werte und Das Handeln der Mitglieder in Schule soll immer mehr durch inklusive Werte und Prinzipien geprägt sein und der Einsatz digitaler Medien im Kontext der Inklu-Prinzipien geprägt sein und der Einsatz digitaler Medien im Kontext der Inklu- sion zur Selbstverständlichkeit werden. Damit dieser den Handlungen zu Grunde sion zur Selbstverständlichkeit werden. Damit dieser den Handlungen zu Grunde liegende inklusiv-digitale Sinn immer mehr zum Alltag und Unterricht in Schule liegende inklusiv-digitale Sinn immer mehr zum Alltag und Unterricht in Schule gehören kann, muss er quasi verstetigt und in die Art, wie die Schule organisiert gehören kann, muss er quasi verstetigt und in die Art, wie die Schule organisiert ist, eingebunden werden. Es soll eine Einbindung in die strukturelle Organisa-ist, eingebunden werden. Es soll eine Einbindung in die strukturelle Organisa- tion der Schule erfolgen, damit sich die Kultur in Schule entsprechend der inklu-tion der Schule erfolgen, damit sich die Kultur in Schule entsprechend der inklu- siv-digitalen Werte und Prinzipien konstituieren kann (Lelgemann 2014, 117ff.). siv-digitalen Werte und Prinzipien konstituieren kann (Lelgemann 2014, 117ff.). Strukturen zu schaffen heißt in diesem Kontext also, dass Raum geschaffen wird Strukturen zu schaffen heißt in diesem Kontext also, dass Raum geschaffen wird und dass Verbindlichkeiten hergestellt werden. Was das Schaffen von Strukturen und dass Verbindlichkeiten hergestellt werden. Was das Schaffen von Strukturen nicht bedeutet, ist, die Mitglieder in Schule in ihrem Handeln zu reglementieren, nicht bedeutet, ist, die Mitglieder in Schule in ihrem Handeln zu reglementieren, bürokratisch zu geißeln oder in vorgefertigte Handlungsformen zu pressen. Wenn bürokratisch zu geißeln oder in vorgefertigte Handlungsformen zu pressen. Wenn Strukturen geschaffen werden, die Zuständigkeiten, Ressourcen (Zeiten, Räume, Strukturen geschaffen werden, die Zuständigkeiten, Ressourcen (Zeiten, Räume, Materialien etc.) und Beteiligte koordinieren, dann kann viel Freiraum entstehen.Materialien etc.) und Beteiligte koordinieren, dann kann viel Freiraum entstehen. Strukturierungen können sich darauf beziehen, wie (Zusammen-)Arbeit organi-Strukturierungen können sich darauf beziehen, wie (Zusammen-)Arbeit organi- siert wird, welche Zeiträume für welche Aktivitäten zur Verfügung stehen, wie siert wird, welche Zeiträume für welche Aktivitäten zur Verfügung stehen, wie andere Ressourcen (Räume, Medien, Materialien etc.) genutzt und wie Informa-andere Ressourcen (Räume, Medien, Materialien etc.) genutzt und wie Informa- tionen für die Mitglieder in Schule bereitgestellt werden. Strukturen können ge-tionen für die Mitglieder in Schule bereitgestellt werden. Strukturen können ge- schaffen werden für Austausch-, Fortbildungs- und Feedbackrunden, aber auch schaffen werden für Austausch-, Fortbildungs- und Feedbackrunden, aber auch für Arbeitsgruppen mit spezifischen Aufgaben und Anliegen. für Arbeitsgruppen mit spezifischen Aufgaben und Anliegen. Grundsätzlich kann unter Struktur der innere Aufbau einer Schule verstanden Grundsätzlich kann unter Struktur der innere Aufbau einer Schule verstanden werden, der sich an der Ausgestaltung und Belebung der in der Kultur dieser werden, der sich an der Ausgestaltung und Belebung der in der Kultur dieser Schule eingeschriebenen Werte orientiert. Strukturen in Schule sollen zum Zwe-Schule eingeschriebenen Werte orientiert. Strukturen in Schule sollen zum Zwe- cke einer inklusiv-digitalen Gestaltung geschaffen und implementiert werden cke einer inklusiv-digitalen Gestaltung geschaffen und implementiert werden (Jahnke 2009). Dieselben folgen keinem Selbstzweck, sondern sollen die gesteck-(Jahnke 2009). Dieselben folgen keinem Selbstzweck, sondern sollen die gesteck- ten Ziele tatsächlich umsetzbar machen. In Verbindung damit stehen Prozesse. ten Ziele tatsächlich umsetzbar machen. In Verbindung damit stehen Prozesse. “Ein Prozess kann als eine Folge von Aktivitäten verstanden werden, um eine “Ein Prozess kann als eine Folge von Aktivitäten verstanden werden, um eine Sach- oder Dienstleistung zu erbringen” (Berglehner & Wilbers 2015, 9).Sach- oder Dienstleistung zu erbringen” (Berglehner & Wilbers 2015, 9). Schulentwicklung ist Organisationsentwicklung und hat insbesondere in der Phase Schulentwicklung ist Organisationsentwicklung und hat insbesondere in der Phase der digitalen Transformation die Veranlassung, solche Strukturen zu schaffen, die der digitalen Transformation die Veranlassung, solche Strukturen zu schaffen, die es den Mitgliedern in Schule ermöglichen, auszuprobieren, zu lernen, zu koope-es den Mitgliedern in Schule ermöglichen, auszuprobieren, zu lernen, zu koope- rieren und vor allem gemeinsam zu gestalten.rieren und vor allem gemeinsam zu gestalten. Eine Plattform zur ganzheitlichen Schultransformation finden Sie hier: Eine Plattform zur ganzheitlichen Schultransformation finden Sie hier: https://www.schultransform.org/https://www.schultransform.org/ https://www.schultransform.org/ 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 107 4.1.2 Strukturen schaffen – Prozesse gestalten Insbesondere für die Ausrichtung des Entwicklungsprozesses auf die Ausgestal-Insbesondere für die Ausrichtung des Entwicklungsprozesses auf die Ausgestal- tung einer inklusiv und digital gestalteten Schule sind – mitunter tiefgreifende tung einer inklusiv und digital gestalteten Schule sind – mitunter tiefgreifende – Neugestaltungen des Miteinander-Lebens und Miteinander-Lernens notwendig. – Neugestaltungen des Miteinander-Lebens und Miteinander-Lernens notwendig. Der Entwicklungsprozess in Schule spannt sich auf zwischen fünf zentralen Ele-Der Entwicklungsprozess in Schule spannt sich auf zwischen fünf zentralen Ele- menten, die durch die Maxime der offenen und transparenten Kommunikation ge-menten, die durch die Maxime der offenen und transparenten Kommunikation ge- tragen werden. Die untenstehende Abbildung veranschaulicht den prozesshaften tragen werden. Die untenstehende Abbildung veranschaulicht den prozesshaften Charakter, der der Implementation und Ausgestaltung neuer Routinen innewohnt. Charakter, der der Implementation und Ausgestaltung neuer Routinen innewohnt. Zudem weist die Abbildung 15 anhand der fünf Elemente die relevanten Etappen Zudem weist die Abbildung 15 anhand der fünf Elemente die relevanten Etappen aus, die den Prozess der Herausbildung von Strukturen und Prozessen konstituie-aus, die den Prozess der Herausbildung von Strukturen und Prozessen konstituie- ren. ren. In einem ersten Schritt muss es um die Formulierung eines Ziels oder einer Vi-In einem ersten Schritt muss es um die Formulierung eines Ziels oder einer Vi- sion gehen (Etappe 1), im Anschluss daran erfolgt in der Etappe 2 eine Reflexion sion gehen (Etappe 1), im Anschluss daran erfolgt in der Etappe 2 eine Reflexion der Begebenheiten in Schule, die in Relation zu den gesteckten Zielen oder der der Begebenheiten in Schule, die in Relation zu den gesteckten Zielen oder der formulierten Vision gesetzt werden. formulierten Vision gesetzt werden. Weitere Impulse und Ansatzpunkte für die Ausgestaltung einer Vision für Weitere Impulse und Ansatzpunkte für die Ausgestaltung einer Vision für Ihre Schule finden Sie bei Edu-sense: Ihre Schule finden Sie bei Edu-sense: https://edu-sense.de/playbook/vision-und-haltung/mut-zur-schulvision/https://edu-sense.de/playbook/vision-und-haltung/mut-zur-schulvision/ Die dritte Etappe ist geprägt durch die Schaffung von Strukturen sowie die Etab-Die dritte Etappe ist geprägt durch die Schaffung von Strukturen sowie die Etab- lierung von Prozessen, die in Etappe 4 einer Reflexion und Evaluation unterzogen lierung von Prozessen, die in Etappe 4 einer Reflexion und Evaluation unterzogen werden. Die daraus hervorgegangenen Erkenntnisse dienen der Anpassung werden. Die daraus hervorgegangenen Erkenntnisse dienen der Anpassung (Etappe 5) der Prozessorganisation vor dem Hintergrund des anfänglich formu-(Etappe 5) der Prozessorganisation vor dem Hintergrund des anfänglich formu- lierten Ziels (Döbber 2010, 6). lierten Ziels (Döbber 2010, 6). Abbildung 15: Fünf Etappen zur Herausbildung von Strukturen und Prozessen. https://edu-sense.de/playbook/vision-und-haltung/mut-zur-schulvision/ 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 108 Wenn sich Schule also aufmacht, um mehr Inklusion zu leben und Di-Wenn sich Schule also aufmacht, um mehr Inklusion zu leben und Di- gitalität in den Alltag und den Unterricht einzubinden, muss zunächst gitalität in den Alltag und den Unterricht einzubinden, muss zunächst eine eine IdeeIdee von dem entwickelt werden, was erreicht werden soll. Schu- von dem entwickelt werden, was erreicht werden soll. Schu- le stellt sich die Fragen:le stellt sich die Fragen: • • Wie möchten wir sein? Wie möchten wir sein? • • Wie können wir eine inklusiv gestaltete und digital unterstützte Zusammen-Wie können wir eine inklusiv gestaltete und digital unterstützte Zusammen- arbeit zwischen allen Mitgliedern in Schule schaffen? arbeit zwischen allen Mitgliedern in Schule schaffen? • • Wie können wir das Lernen und Leben an unserer Schule inklusiv und digital Wie können wir das Lernen und Leben an unserer Schule inklusiv und digital gestalten, damit alle Mitglieder in Schule, Sorgeberechtigten und Erziehungs-gestalten, damit alle Mitglieder in Schule, Sorgeberechtigten und Erziehungs- beteiligten einbezogen werden können?beteiligten einbezogen werden können? Mit der Entscheidung für die fortschreitende Belebung und Betonung inklusiver Mit der Entscheidung für die fortschreitende Belebung und Betonung inklusiver Werte und Prinzipien und einer weitergehenden Implementation der digitalen Werte und Prinzipien und einer weitergehenden Implementation der digitalen Möglichkeiten kann eine mit einem Zeithorizont verknüpfte Formulierung konkre-Möglichkeiten kann eine mit einem Zeithorizont verknüpfte Formulierung konkre- ter Zielsetzungen erfolgen. Hinsichtlich der Willenserklärung einer inklusiv-digi-ter Zielsetzungen erfolgen. Hinsichtlich der Willenserklärung einer inklusiv-digi- tal gestalteten Schule kann eine Orientierung an den als Gelingensbedingungen tal gestalteten Schule kann eine Orientierung an den als Gelingensbedingungen formulierten Säulen einer inklusiv-digital gestalteten Schulkultur in diesem Modell formulierten Säulen einer inklusiv-digital gestalteten Schulkultur in diesem Modell vorgenommen werden. Zu den Säulen, die sich vor allem in einer Haltung der vorgenommen werden. Zu den Säulen, die sich vor allem in einer Haltung der Mitglieder in Schule vergegenwärtigen und zudem als prägender, alles umschlie-Mitglieder in Schule vergegenwärtigen und zudem als prägender, alles umschlie- ßender Wertekanon gelesen werden wollen, gehört die Bereitschaft zu Partizipati-ßender Wertekanon gelesen werden wollen, gehört die Bereitschaft zu Partizipati- on, Reflexion, Kooperation und Kollaboration, zu Innovation(en), zum Ausprobie-on, Reflexion, Kooperation und Kollaboration, zu Innovation(en), zum Ausprobie- ren, zum Unterstützen und dazu, zu lernen und das Lernen auch anders denken ren, zum Unterstützen und dazu, zu lernen und das Lernen auch anders denken zu wollen. zu wollen. Ausgehend von dem Vorhaben, Schule unter Zuhilfenahme digitaler Medien inklu-Ausgehend von dem Vorhaben, Schule unter Zuhilfenahme digitaler Medien inklu- siver gestalten zu wollen, ergeben sich weitere Fragestellungen. Dabei handelt es siver gestalten zu wollen, ergeben sich weitere Fragestellungen. Dabei handelt es sich um solche, die zunächst auffächern, welches Inklusionsverständnis angelegt sich um solche, die zunächst auffächern, welches Inklusionsverständnis angelegt wird, wie sich Inklusion in Schule manifestieren kann und welche Rolle digitale wird, wie sich Inklusion in Schule manifestieren kann und welche Rolle digitale Medien hierbei spielen können:Medien hierbei spielen können: • • Was kann Inklusion für unsere Schule bedeuten? Was kann Inklusion für unsere Schule bedeuten? • • Was verstehen wir bisher unter Inklusion bzw. wo denken wir, setzen wir den Was verstehen wir bisher unter Inklusion bzw. wo denken wir, setzen wir den Gedanken der Inklusion um? Gedanken der Inklusion um? • • Anhand welcher Prozesse, Abläufe und anhand welcher Arbeitsorganisation Anhand welcher Prozesse, Abläufe und anhand welcher Arbeitsorganisation und Unterrichtsgestaltung wird Inklusion bei uns sichtbar?und Unterrichtsgestaltung wird Inklusion bei uns sichtbar? • • Wie können wir digitale Medien einsetzen, um Inklusion besser in unserer Wie können wir digitale Medien einsetzen, um Inklusion besser in unserer Schule umzusetzen?Schule umzusetzen? • • Bei welchen inklusionsbezogenen Prozessen und Abläufen können uns digitale Bei welchen inklusionsbezogenen Prozessen und Abläufen können uns digitale Medien unterstützen?Medien unterstützen? Eng mit diesen Fragen verknüpft ist ein Reflexionsprozess in der Ge-Eng mit diesen Fragen verknüpft ist ein Reflexionsprozess in der Ge- stalt, dass die bestehenden Routinen und Handlungspraxen der Mit-stalt, dass die bestehenden Routinen und Handlungspraxen der Mit- glieder in Schule wahrgenommen, beschrieben und nachvollzogen glieder in Schule wahrgenommen, beschrieben und nachvollzogen werden. Davon ausgehend kann ein Reflexionsprozess zum Ziel ha-werden. Davon ausgehend kann ein Reflexionsprozess zum Ziel ha- ben, dass die bisher gelebte Praxis hinsichtlich Inklusion in der Schule ben, dass die bisher gelebte Praxis hinsichtlich Inklusion in der Schule 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 109 und der dafür praktizierte Medieneinsatz kritisch betrachtet wird. Für einen kon-und der dafür praktizierte Medieneinsatz kritisch betrachtet wird. Für einen kon- kreten Blick auf diesen Aspekt der Reflexion soll der Grundsatz der Partizipation kreten Blick auf diesen Aspekt der Reflexion soll der Grundsatz der Partizipation herangezogen werden. Inklusion vergegenwärtigt sich durch Partizipation – wobei herangezogen werden. Inklusion vergegenwärtigt sich durch Partizipation – wobei unter Partizipation Mitbestimmung und damit auch (Mit-)Entscheidung und die unter Partizipation Mitbestimmung und damit auch (Mit-)Entscheidung und die Übernahme von Verantwortung verstanden werden soll. Im Zuge einer umfas-Übernahme von Verantwortung verstanden werden soll. Im Zuge einer umfas- senden Auseinandersetzung kann reflektiert werden, inwiefern die Mitglieder in senden Auseinandersetzung kann reflektiert werden, inwiefern die Mitglieder in Schule an den Gestaltungsprozessen beteiligt werden (Vockerodt & Meisner 2012, Schule an den Gestaltungsprozessen beteiligt werden (Vockerodt & Meisner 2012, 78f.). In der etablierten Organisation in Schule ist es (bisher) so, dass Schullei-78f.). In der etablierten Organisation in Schule ist es (bisher) so, dass Schullei- tungen, Lehrpersonen und weiteren Pädagog*innen die Deutungshoheit über die tungen, Lehrpersonen und weiteren Pädagog*innen die Deutungshoheit über die Beteiligung der Schüler*innen an Prozessen haben. In diesem Kontext bezieht Beteiligung der Schüler*innen an Prozessen haben. In diesem Kontext bezieht sich die Reflexion auf die sich die Reflexion auf die tatsächlichetatsächliche Beteiligung der Schüler*innen: Beteiligung der Schüler*innen: • • Wie werden die Schüler*innen beteiligt? Wie werden die Schüler*innen beteiligt? • • Inwiefern haben sie die Möglichkeit, Prozesse gemäß ihren Bedürfnissen und Inwiefern haben sie die Möglichkeit, Prozesse gemäß ihren Bedürfnissen und Bedarfen zu gestalten? Bedarfen zu gestalten? • • Inwiefern werden Schüler*innen an Entscheidungen beteiligt? Inwiefern werden Schüler*innen an Entscheidungen beteiligt? • • Wie können digitale Medien eingesetzt werden, um den Schüler*innen Räume Wie können digitale Medien eingesetzt werden, um den Schüler*innen Räume für Partizipation und Selbstbestimmung zu eröffnen? für Partizipation und Selbstbestimmung zu eröffnen? • • Welche Ausgangsbedingungen, Anforderungen und Vorlieben mit Blick auf die Welche Ausgangsbedingungen, Anforderungen und Vorlieben mit Blick auf die Digitalisierung sind von Seiten der Schüler*innen mitzubedenken? Digitalisierung sind von Seiten der Schüler*innen mitzubedenken? Von solchen Fragen lassen sich noch weitaus mehr formulieren. Bedeutsam ist in Von solchen Fragen lassen sich noch weitaus mehr formulieren. Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang, dass die Beteiligungsmöglichkeiten für alle Mitglieder in diesem Zusammenhang, dass die Beteiligungsmöglichkeiten für alle Mitglieder in Schule hinterfragt werden. Schließlich sollte der partizipative Ansatz die gesamte Schule hinterfragt werden. Schließlich sollte der partizipative Ansatz die gesamte Schule umfassen und dabei ebenfalls die Sorgeberechtigten sowie Erziehungs-Schule umfassen und dabei ebenfalls die Sorgeberechtigten sowie Erziehungs- beteiligten mitdenken. Nähere Ausführungen hierzu sind im beteiligten mitdenken. Nähere Ausführungen hierzu sind im Kapitel Partizipa-Kapitel Partizipa- tionskulturtionskultur formuliert. formuliert. Die Frage nach der Ausgestaltung von Partizipation führt vor Augen, inwiefern Die Frage nach der Ausgestaltung von Partizipation führt vor Augen, inwiefern Schüler*innen – und andere Mitglieder in Schule – mitgestalten können, oder Schüler*innen – und andere Mitglieder in Schule – mitgestalten können, oder aber teilhaben dürfen. Vielleicht wird offenkundig, dass bspw. Schüler*innen eher aber teilhaben dürfen. Vielleicht wird offenkundig, dass bspw. Schüler*innen eher begrenzt teilhaben und mitgestalten dürfen. Arbeitsprozesse werden ggf. durch begrenzt teilhaben und mitgestalten dürfen. Arbeitsprozesse werden ggf. durch einen begrenzten Personenkreis gestaltet, Abläufe ausgedeutet und Zugänge einen begrenzten Personenkreis gestaltet, Abläufe ausgedeutet und Zugänge bestimmt, sodass insbesondere Schüler*innen aber auch andere Mitglieder in bestimmt, sodass insbesondere Schüler*innen aber auch andere Mitglieder in Schule exkludiert werden. Wenn im Zuge des Reflexionsprozesses deutlich wird, Schule exkludiert werden. Wenn im Zuge des Reflexionsprozesses deutlich wird, dass das Maß an bisher gelebter Partizipation ausgebaut werden soll, kann eruiert dass das Maß an bisher gelebter Partizipation ausgebaut werden soll, kann eruiert werden, welche Handlungspraxen verändert werden müssen. So werden vorherr-werden, welche Handlungspraxen verändert werden müssen. So werden vorherr- schende Barrieren genauso offenkundig wie limitierende Arbeits- und Unterrichts-schende Barrieren genauso offenkundig wie limitierende Arbeits- und Unterrichts- gestaltungen. Durch den Reflexionsprozess, der das ganz individuelle Handeln gestaltungen. Durch den Reflexionsprozess, der das ganz individuelle Handeln genauso umfasst wie die Betrachtung von alltäglich vorkommenden Kontexten genauso umfasst wie die Betrachtung von alltäglich vorkommenden Kontexten und prozessualen Praktiken, können Veränderungsimpulse geschaffen werden. und prozessualen Praktiken, können Veränderungsimpulse geschaffen werden. Aus einer Zustandsbeschreibung und der Identifikation der hemmenden Faktoren Aus einer Zustandsbeschreibung und der Identifikation der hemmenden Faktoren kann eine Ableitung der Zielsetzung erfolgen. In Bezug auf das Bestreben, mehr kann eine Ableitung der Zielsetzung erfolgen. In Bezug auf das Bestreben, mehr Partizipation ermöglichen zu wollen, können verschiedene Zielsetzungen erwach-Partizipation ermöglichen zu wollen, können verschiedene Zielsetzungen erwach- sen, die auf ganz unterschiedlichen Ebenen ansetzen und dabei unterschiedlich sen, die auf ganz unterschiedlichen Ebenen ansetzen und dabei unterschiedlich umfangreich sein können. Vor diesem Hintergrund ist auch der Einsatz digitaler umfangreich sein können. Vor diesem Hintergrund ist auch der Einsatz digitaler Medien zu reflektieren. Schließlich wohnt insbesondere ihnen das Potenzial inne, Medien zu reflektieren. Schließlich wohnt insbesondere ihnen das Potenzial inne, ein Mehr an Partizipation zu verwirklichen.ein Mehr an Partizipation zu verwirklichen. 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 110 Hier liegt das besondere Augenmerk auf der Hier liegt das besondere Augenmerk auf der VerzahnungVerzahnung von Inklusion und Digi- von Inklusion und Digi- talisierung.talisierung. Damit neue, innovative Handlungspraxen unabhängig von dem per-Damit neue, innovative Handlungspraxen unabhängig von dem per- sönlichen Engagement und Einsatz einzelner Personen nachhaltig Teil sönlichen Engagement und Einsatz einzelner Personen nachhaltig Teil des Repertoires in Schule werden, kommt der Schaffung von Struktu-des Repertoires in Schule werden, kommt der Schaffung von Struktu- ren eine besondere Bedeutung zu (Berglehner & Wilbers 2015, 14f.). ren eine besondere Bedeutung zu (Berglehner & Wilbers 2015, 14f.). Auf diese Weise können hilfreiche Strategien dafür geschaffen wer-Auf diese Weise können hilfreiche Strategien dafür geschaffen wer- den, die Gedanken der gegenseitigen Unterstützung, der Partizipation und damit den, die Gedanken der gegenseitigen Unterstützung, der Partizipation und damit der Kooperation und Kollaboration nachhaltig in Handlungen zu übersetzen. Über der Kooperation und Kollaboration nachhaltig in Handlungen zu übersetzen. Über solch ausgestaltete und bewusst begleitete Prozesse fällt es mitunter leichter, In-solch ausgestaltete und bewusst begleitete Prozesse fällt es mitunter leichter, In- novationen zuzulassen – hier wird dann eine novationen zuzulassen – hier wird dann eine GemeinschaftGemeinschaft aktiv und nicht mehr aktiv und nicht mehr nur ein*e Einzelkämpfer*in. Dadurch wird ein Unterstützungssystem geschaffen, nur ein*e Einzelkämpfer*in. Dadurch wird ein Unterstützungssystem geschaffen, wodurch eine Überlastung von einzelnen Mitgliedern in Schule vermieden wird.wodurch eine Überlastung von einzelnen Mitgliedern in Schule vermieden wird. Schulentwicklung muss Schulentwicklung muss strategischstrategisch, , zielgerichtetzielgerichtet und und aktivaktiv gestaltet werden – gestaltet werden – und dies gilt auch und besonders für die Implementation von Strukturen und und dies gilt auch und besonders für die Implementation von Strukturen und die Etablierung von Prozessen. “Prozessmanagement dient [...] der Überlegung, die Etablierung von Prozessen. “Prozessmanagement dient [...] der Überlegung, Prozesse einer Organisation zu strukturieren, transparent zu gestalten, effizient Prozesse einer Organisation zu strukturieren, transparent zu gestalten, effizient auszuführen, effektiv zu steuern und zu überwachen und richtet den Fokus auf auszuführen, effektiv zu steuern und zu überwachen und richtet den Fokus auf Abläufe in der Organisation.” (Berglehner & Wilbers 2015, 14). Abläufe in der Organisation.” (Berglehner & Wilbers 2015, 14). Die geschaffenen Strukturen und daraus beförderten Prozesse werden Die geschaffenen Strukturen und daraus beförderten Prozesse werden in einer lebendigen Reflexion auf ihre Wirksamkeit und Passfähigkeit in einer lebendigen Reflexion auf ihre Wirksamkeit und Passfähigkeit hin überprüft. Dieser hier benannte Prozess der Reflexion bestehender hin überprüft. Dieser hier benannte Prozess der Reflexion bestehender Abläufe ist selbst Teil dieser neu arrangierten Struktur- und Prozess-Abläufe ist selbst Teil dieser neu arrangierten Struktur- und Prozess- gestaltung. Das Prinzip der Evaluation und Anpassung kann zu einer gestaltung. Das Prinzip der Evaluation und Anpassung kann zu einer Nachjustierung der bestehenden Verhältnisse in Richtung der vorherrschenden Nachjustierung der bestehenden Verhältnisse in Richtung der vorherrschenden Bedarfe führen. Das Mitdenken einer Prozessreflexion oder -evaluation schafft Bedarfe führen. Das Mitdenken einer Prozessreflexion oder -evaluation schafft Dynamiken und Offenheit gegenüber Anpassungen. Überdies spiegelt sich darin Dynamiken und Offenheit gegenüber Anpassungen. Überdies spiegelt sich darin die in einer inklusiv-digital gestalteten Schule relevante Kultur des Ausprobierens die in einer inklusiv-digital gestalteten Schule relevante Kultur des Ausprobierens wider. Wenn Schule strukturell den Raum eröffnet, Dinge auszuprobieren und sie wider. Wenn Schule strukturell den Raum eröffnet, Dinge auszuprobieren und sie im Falle einer unzureichenden Passung zu verwerfen, entsteht auch Raum dafür, im Falle einer unzureichenden Passung zu verwerfen, entsteht auch Raum dafür, Fehler zu machen, mit diesen konstruktiv umzugehen und Innovationen reifen zu Fehler zu machen, mit diesen konstruktiv umzugehen und Innovationen reifen zu lassen.lassen. Grundsätzlich soll dieser zirkuläre Prozess des Reflektierens und An-Grundsätzlich soll dieser zirkuläre Prozess des Reflektierens und An- passens der Annäherung an das gesteckte Ziel dienlich sein. Geprobt passens der Annäherung an das gesteckte Ziel dienlich sein. Geprobt wird damit eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber den als wert-wird damit eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber den als wert- voll erachteten Orientierungen und den Bedürfnissen der Mitglieder voll erachteten Orientierungen und den Bedürfnissen der Mitglieder in Schule. Begibt man sich in Reflexionsprozesse, muss damit auch in Schule. Begibt man sich in Reflexionsprozesse, muss damit auch ein aktiver Austausch unter den Mitgliedern in Schule über die Erkenntnisse des ein aktiver Austausch unter den Mitgliedern in Schule über die Erkenntnisse des Reflexionsprozesses verbunden sein. Partizipation schafft zudem das Gefühl des Reflexionsprozesses verbunden sein. Partizipation schafft zudem das Gefühl des Akzeptiert- und Angenommen-Werdens, wodurch Schule einmal mehr als Lebens-Akzeptiert- und Angenommen-Werdens, wodurch Schule einmal mehr als Lebens- welt, die auch und vor allem durch Beziehungen getragen wird, empfunden wer-welt, die auch und vor allem durch Beziehungen getragen wird, empfunden wer- den kann.den kann. 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 111 Strukturen und davon ausgehende Prozesse in Schule können:Strukturen und davon ausgehende Prozesse in Schule können: • • dabei unterstützen, die formulierten Ziele zu erreichen; dabei unterstützen, die formulierten Ziele zu erreichen; • • dabei helfen, die Werte und Prinzipien einer inklusiv-digital gestalteten Schule dabei helfen, die Werte und Prinzipien einer inklusiv-digital gestalteten Schule systematisch im Alltag und Unterricht zu verankern; systematisch im Alltag und Unterricht zu verankern; • • Transparenz hinsichtlich bestimmter Abläufe und Zuständigkeiten schaffen;Transparenz hinsichtlich bestimmter Abläufe und Zuständigkeiten schaffen; • • zu einer Entlastung von Einzelpersonen führen;zu einer Entlastung von Einzelpersonen führen; • • Sicherheit und Orientierung schaffen;Sicherheit und Orientierung schaffen; • • Raum schaffen für das Ausprobieren von Neuem; Raum schaffen für das Ausprobieren von Neuem; • • Raum schaffen für Kooperationen und Kollaborationen; Raum schaffen für Kooperationen und Kollaborationen; • • eine Unterstützung dafür sein, neue Handlungsroutinen zu etablieren.eine Unterstützung dafür sein, neue Handlungsroutinen zu etablieren. Nachfolgend soll eine ausführlichere Auseinandersetzung mit den Aspekten er-Nachfolgend soll eine ausführlichere Auseinandersetzung mit den Aspekten er- folgen, die mit der Schaffung von Strukturen und der Etablierung von Prozessen folgen, die mit der Schaffung von Strukturen und der Etablierung von Prozessen einhergehen. Aus den Studienergebnissen konnten vier zentrale Bausteine für die einhergehen. Aus den Studienergebnissen konnten vier zentrale Bausteine für die Schaffung von Strukturen und die Etablierung von Prozessen mit dem Ziel der Schaffung von Strukturen und die Etablierung von Prozessen mit dem Ziel der Gestaltung einer inklusiv-digitalen Schule herausgearbeitet werden. Es handelt Gestaltung einer inklusiv-digitalen Schule herausgearbeitet werden. Es handelt sich um die Bausteine: sich um die Bausteine: Ressourcen verwaltenRessourcen verwalten, , Schulalltag gestaltenSchulalltag gestalten, , Prozesse Prozesse steuernsteuern und und Weitere EinflussgrößenWeitere Einflussgrößen berücksichtigenberücksichtigen. . 4.2 Relevante Bausteine für die Implementation von Strukturen und die Gestaltung von Prozessen Ausgehend von der Perspektive, dass Strukturen und Prozesse für die Gestaltung Ausgehend von der Perspektive, dass Strukturen und Prozesse für die Gestaltung von Schule unter dem Vorzeichen einer Verzahnung von Inklusion und Digitali-von Schule unter dem Vorzeichen einer Verzahnung von Inklusion und Digitali- sierung eine zentrale Gelingensbedingung darstellen, sollen nachfolgend weitere sierung eine zentrale Gelingensbedingung darstellen, sollen nachfolgend weitere Detailbetrachtungen eben dieser Bausteine erfolgen.Detailbetrachtungen eben dieser Bausteine erfolgen. In dem Modell einer inklusiv-digitalen Schule wird der Baustein Strukturen und In dem Modell einer inklusiv-digitalen Schule wird der Baustein Strukturen und Prozesse in weitere Unterbausteine ausdifferenziert, siehe hierfür auch Abbildung Prozesse in weitere Unterbausteine ausdifferenziert, siehe hierfür auch Abbildung 16. Während die Unterbausteine einen Überblick über die Gelingensbedingungen 16. Während die Unterbausteine einen Überblick über die Gelingensbedingungen geben, die ausschlaggebend für die Herausbildung von tragenden Strukturen und geben, die ausschlaggebend für die Herausbildung von tragenden Strukturen und Prozessen sind, weist die darauffolgende Ebene differenzierter aus, worauf im Prozessen sind, weist die darauffolgende Ebene differenzierter aus, worauf im schulpraktischen Feld Bezug genommen wird.schulpraktischen Feld Bezug genommen wird. 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 112 Abbildung 16: Der Baustein Strukturen und Prozesse im Überblick. Unterstützung Kollaboration Kooperation Lern-/Arbeits- umgebung Zielsetzung Kommunikation Verantwortung Umsetzung Evaluation Anpassung politische Rahmen- bedingungen ausloten Menschen Methoden Inventar/Räume Materialien Informationen Zeit Ressourcen verwalten Schulalltag gestalten Strukturen und Prozesse Prozesse steuern weitere Einflussgrößen berücksichtigen Hill/Obermeier 2022 Mit der Betrachtung der Unterebene wird offenkundig, dass sich Strukturen und Mit der Betrachtung der Unterebene wird offenkundig, dass sich Strukturen und Prozesse in äußerst vielfältigen Aspekten in der Gestaltung von Schule widerspie-Prozesse in äußerst vielfältigen Aspekten in der Gestaltung von Schule widerspie- geln. So entfalten in Schule verankerte Strukturen ihre Wirkung in vier zentralen geln. So entfalten in Schule verankerte Strukturen ihre Wirkung in vier zentralen Feldern. Strukturen können benötigt und genutzt werden, umFeldern. Strukturen können benötigt und genutzt werden, um 1. 1. Ressourcen zu verwalten; Ressourcen zu verwalten; 2. 2. den Schulalltag zu gestalten;den Schulalltag zu gestalten; 3. 3. die in Schule wirksamen Prozesse der planvollen und zielgerichteten Schulent-die in Schule wirksamen Prozesse der planvollen und zielgerichteten Schulent- wicklung zu steuern;wicklung zu steuern; 4. 4. weitere Einflussgrößen, wie etwa politische Rahmenbedingungen, in den weitere Einflussgrößen, wie etwa politische Rahmenbedingungen, in den Schulentwicklungsprozess einzubeziehen und zielführend auszugestalten. Schulentwicklungsprozess einzubeziehen und zielführend auszugestalten. Strukturen können als ein Instrument der Gestaltung begriffen werden, wodurch Strukturen können als ein Instrument der Gestaltung begriffen werden, wodurch Komplexitäten reduziert, Vorgänge systematisiert und Verantwortlichkeiten auf-Komplexitäten reduziert, Vorgänge systematisiert und Verantwortlichkeiten auf- geteilt werden können. Die Zielsetzung, die der Einbettung von Strukturen im-geteilt werden können. Die Zielsetzung, die der Einbettung von Strukturen im- manent ist, besteht darin, Handlungsrahmen zu schaffen, die durch eine Klarheit manent ist, besteht darin, Handlungsrahmen zu schaffen, die durch eine Klarheit und Verlässlichkeit in ihrem Wirken ein hohes Maß an Freiheit für das Gestalten und Verlässlichkeit in ihrem Wirken ein hohes Maß an Freiheit für das Gestalten 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 113 von Schule für alle Mitglieder ermöglicht (Abraham & Büschges 2009). Auf die-von Schule für alle Mitglieder ermöglicht (Abraham & Büschges 2009). Auf die- sem Wege sollen die Teilhabe- und Mitbestimmungsmöglichkeiten erhöht werden. sem Wege sollen die Teilhabe- und Mitbestimmungsmöglichkeiten erhöht werden. In den nachfolgenden Ausführungen werden die vier zuvor skizzierten Felder In den nachfolgenden Ausführungen werden die vier zuvor skizzierten Felder einer detaillierteren Betrachtung unterzogen. Zudem wird eine Anbindung an den einer detaillierteren Betrachtung unterzogen. Zudem wird eine Anbindung an den Schulalltag hergestellt. Damit die Übertragung aus einer eher theoretischen Pers-Schulalltag hergestellt. Damit die Übertragung aus einer eher theoretischen Pers- pektive auf die Schulpraxis gelingen kann, werden empirische Befunde und prak-pektive auf die Schulpraxis gelingen kann, werden empirische Befunde und prak- tische Umsetzungsbeispiele präsentiert, die aus der Forschung in Dig*In extra-tische Umsetzungsbeispiele präsentiert, die aus der Forschung in Dig*In extra- hiert und abgeleitet wurden.hiert und abgeleitet wurden. 4.2.1 Ressourcen verwalten Strukturen und die dadurch aktivierten Prozesse unterstützen dabei, die für eine Strukturen und die dadurch aktivierten Prozesse unterstützen dabei, die für eine inklusiv-digital gestaltete Schule notwendigen Ressourcen zu identifizieren, sie inklusiv-digital gestaltete Schule notwendigen Ressourcen zu identifizieren, sie ggf. bereitzustellen und sie dann vor allem zu verwalten. Zu den Gelingensbedin-ggf. bereitzustellen und sie dann vor allem zu verwalten. Zu den Gelingensbedin- gungen einer inklusiv-digitalen Schule sind die im Folgenden aufgeführten Res-gungen einer inklusiv-digitalen Schule sind die im Folgenden aufgeführten Res- sourcen zu zählen: Menschen, Methoden, Inventar und Räumlichkeiten, Unter-sourcen zu zählen: Menschen, Methoden, Inventar und Räumlichkeiten, Unter- richts- und Arbeitsmaterialien, Informationen und Zeit. richts- und Arbeitsmaterialien, Informationen und Zeit. Der Einsatz von Ressourcen vollzieht sich mit dem Ziel, eine Schule für alle zu Der Einsatz von Ressourcen vollzieht sich mit dem Ziel, eine Schule für alle zu gestalten und damit einhergehend, bestehende Barrieren abzubauen. Ressourcen gestalten und damit einhergehend, bestehende Barrieren abzubauen. Ressourcen sollen so verwaltet werden, dass sie eine durch inklusive Werte getragene Schu-sollen so verwaltet werden, dass sie eine durch inklusive Werte getragene Schu- le unterstützen und dazu beitragen, eine Atmosphäre der Offenheit zu erzeugen. le unterstützen und dazu beitragen, eine Atmosphäre der Offenheit zu erzeugen. Insbesondere durch den Einsatz digitaler Medien zum Zwecke der Kommunika-Insbesondere durch den Einsatz digitaler Medien zum Zwecke der Kommunika- tion, Kollaboration und des Informationsaustauschs kann ein Mehr an Teilhabe tion, Kollaboration und des Informationsaustauschs kann ein Mehr an Teilhabe ermöglicht werden, die für eine gelingende Organisation der für Schule wichtigen ermöglicht werden, die für eine gelingende Organisation der für Schule wichtigen Ressourcen notwendig ist. Ganz generell kommt digitalen Medien in diesem Ver-Ressourcen notwendig ist. Ganz generell kommt digitalen Medien in diesem Ver- änderungsprozess, der zu einem Mehr an Partizipation führen soll, eine bedeu-änderungsprozess, der zu einem Mehr an Partizipation führen soll, eine bedeu- tende Rolle zu. tende Rolle zu. 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 114 Der Dreiklang aus Teilhabe in, an und durch digitale Medien im Kontext Der Dreiklang aus Teilhabe in, an und durch digitale Medien im Kontext inklusiver Medienbildung ist weit verbreitet. Gemeint ist damit Folgendes, inklusiver Medienbildung ist weit verbreitet. Gemeint ist damit Folgendes, wie Zorn, Schluchter und Bosse (2019, 28) zusammenfassen: wie Zorn, Schluchter und Bosse (2019, 28) zusammenfassen: „Teilhabe IN Medien: Die Repräsentation von sozialen Gruppen in den Medien „Teilhabe IN Medien: Die Repräsentation von sozialen Gruppen in den Medien ist entscheidend dafür, wie sichtbar Vielfalt in der Gesellschaft ist und wie sie ist entscheidend dafür, wie sichtbar Vielfalt in der Gesellschaft ist und wie sie wahrgenommen wird. Diversität in Redaktionen ist dabei ein zentraler Ansatz-wahrgenommen wird. Diversität in Redaktionen ist dabei ein zentraler Ansatz- punkt dafür, dass auch die Darstellung von Gesellschaft vielfältiger wird. Medi-punkt dafür, dass auch die Darstellung von Gesellschaft vielfältiger wird. Medi- enpädagogik beschäftigt sich mit stereotypen, klischeebehafteten und stigma-enpädagogik beschäftigt sich mit stereotypen, klischeebehafteten und stigma- tisierenden Darstellungen und setzt diesen durch eigene Medienproduktionen tisierenden Darstellungen und setzt diesen durch eigene Medienproduktionen ein vielfältiges und selbstbestimmtes Bild entgegen.ein vielfältiges und selbstbestimmtes Bild entgegen. Teilhabe AN Medien: Barrierefreie Medien ermöglichen Teilhabe. Barrierefreiheit Teilhabe AN Medien: Barrierefreie Medien ermöglichen Teilhabe. Barrierefreiheit betrifft die technische Bedienbarkeit, die Wahrnehmbarkeit mit unterschiedli-betrifft die technische Bedienbarkeit, die Wahrnehmbarkeit mit unterschiedli- chen Sinnen sowie die Verständlichkeit der Sprache und Einfachheit der Benut-chen Sinnen sowie die Verständlichkeit der Sprache und Einfachheit der Benut- zerführung.zerführung. Teilhabe DURCH Medien: Arbeiten, Lernen, Kommunizieren und Beteiligung an Teilhabe DURCH Medien: Arbeiten, Lernen, Kommunizieren und Beteiligung an öffentlichen Diskursen – digitale Medien bieten vielfältige Möglichkeiten der öffentlichen Diskursen – digitale Medien bieten vielfältige Möglichkeiten der Partizipation für alle. In Kombination mit unterstützenden Technologien eröff-Partizipation für alle. In Kombination mit unterstützenden Technologien eröff- nen sie Teilhabemöglichkeiten, die vielen Menschen bisher verwehrt oder stark nen sie Teilhabemöglichkeiten, die vielen Menschen bisher verwehrt oder stark erschwert waren.“ (vgl. GMK Fachgruppe Inklusive Medienbildung 2018).erschwert waren.“ (vgl. GMK Fachgruppe Inklusive Medienbildung 2018). Dem Aspekt der Ausgestaltung von Räumlichkeiten mitsamt der Zuschreibung Dem Aspekt der Ausgestaltung von Räumlichkeiten mitsamt der Zuschreibung von bestimmten Funktionen (z. B.: Klassenraum, Fachraum, Lernbüro) oder der von bestimmten Funktionen (z. B.: Klassenraum, Fachraum, Lernbüro) oder der Ausstattung mit besonderen Materialien kommt ebenfalls eine neue Aufmerksam-Ausstattung mit besonderen Materialien kommt ebenfalls eine neue Aufmerksam- keit zu. keit zu. Wenn das Lernen in der Schule viel häufiger fächerübergreifend und stärker pro-Wenn das Lernen in der Schule viel häufiger fächerübergreifend und stärker pro- jektorientiert gestaltet werden soll, dann könnten klassische Klassenräume über-jektorientiert gestaltet werden soll, dann könnten klassische Klassenräume über- flüssig werden und die Ausstattung der Räume multifunktionaler gedacht werden. flüssig werden und die Ausstattung der Räume multifunktionaler gedacht werden. Beispiele für das Neudenken der Räume in Schule werden in dieser Handreichung Beispiele für das Neudenken der Räume in Schule werden in dieser Handreichung im im Baustein UnterrichtBaustein Unterricht und dort genauer im und dort genauer im Unterbaustein Lernlandschaf-Unterbaustein Lernlandschaf- tenten unterbreitet. unterbreitet. Diese Ressourceneinsätze werden eingedenk der Zielsetzung, bestmöglich teil-Diese Ressourceneinsätze werden eingedenk der Zielsetzung, bestmöglich teil- geben und teilnehmen zu wollen, bewertet, ggf. anders arrangiert oder ganz neu geben und teilnehmen zu wollen, bewertet, ggf. anders arrangiert oder ganz neu angelegt. Eingeschlossen in die Zielsetzung einer Partizipation aller ist die be-angelegt. Eingeschlossen in die Zielsetzung einer Partizipation aller ist die be- sondere Betonung einer transparent geführten und organisierten Kommunikation sondere Betonung einer transparent geführten und organisierten Kommunikation – und dazu gehört vor allem eine offene „– und dazu gehört vor allem eine offene „InformationspolitikInformationspolitik“. Dahinter verbirgt “. Dahinter verbirgt sich die Idee, Einblick zu geben, Verständnis zu wecken, Beteiligung zu ermög-sich die Idee, Einblick zu geben, Verständnis zu wecken, Beteiligung zu ermög- lichen und damit eine Art Commitment, also eine Verständigung auf gemeinsame lichen und damit eine Art Commitment, also eine Verständigung auf gemeinsame Zielsetzungen, Vorgänge usw., zu erreichen. Zielsetzungen, Vorgänge usw., zu erreichen. Das Gelingen von (neuen) Vorhaben hängt auch davon ab, dass die Frage nach Das Gelingen von (neuen) Vorhaben hängt auch davon ab, dass die Frage nach dem „Warum“ geklärt ist. Mitmachen, Engagement zeigen, Kooperationen ein-dem „Warum“ geklärt ist. Mitmachen, Engagement zeigen, Kooperationen ein- gehen – dies alles lässt sich einfacher erreichen, wenn offengelegt wird, gehen – dies alles lässt sich einfacher erreichen, wenn offengelegt wird, warumwarum 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 115 bestimmte Handlungen vollzogen, verschiedene Prozesse angeregt und spezielle bestimmte Handlungen vollzogen, verschiedene Prozesse angeregt und spezielle Entscheidungen getroffen werden. Der offene, proaktiveEntscheidungen getroffen werden. Der offene, proaktive Umgang mit Informatio- Umgang mit Informatio- nen nen spiegelt eine wertschätzende und respektvolle Haltung wider und bezieht die spiegelt eine wertschätzende und respektvolle Haltung wider und bezieht die Menschen in Prozesse ein. Zum anderen lässt sich festhalten, dass Informatio-Menschen in Prozesse ein. Zum anderen lässt sich festhalten, dass Informatio- nen deshalb als wertvolle Ressource in der Ausgestaltung einer inklusiv-digitalen nen deshalb als wertvolle Ressource in der Ausgestaltung einer inklusiv-digitalen Schule angesehen werden, weil sie für potenzielles Wissen stehen. Das Teilen von Schule angesehen werden, weil sie für potenzielles Wissen stehen. Das Teilen von Informationen kann unterstützend wirken, Fertigkeiten weiter ausschärfen und Informationen kann unterstützend wirken, Fertigkeiten weiter ausschärfen und Sicherheit sowie Transparenz schaffen. So wird ein gegenseitig wirksames Refe-Sicherheit sowie Transparenz schaffen. So wird ein gegenseitig wirksames Refe- renzsystem herausgebildet, in dem Informationen zu einem breit geteilten Wis-renzsystem herausgebildet, in dem Informationen zu einem breit geteilten Wis- sensvorrat werden können, der wiederum dazu anregt, die Zielsetzung des Schul-sensvorrat werden können, der wiederum dazu anregt, die Zielsetzung des Schul- entwicklungsprozess` weitergehend anzustreben.entwicklungsprozess` weitergehend anzustreben. Ein Blick in die schulische Praxis Indem digitale Kommunikationsstrukturen geschaffen werden, kann die in-Indem digitale Kommunikationsstrukturen geschaffen werden, kann die in- terdisziplinäre digitale Vernetzung unterstützt und dadurch Arbeitsprozesse terdisziplinäre digitale Vernetzung unterstützt und dadurch Arbeitsprozesse vereinfacht werden. So konnte eine Kooperationsschule beispielsweise dem vereinfacht werden. So konnte eine Kooperationsschule beispielsweise dem Bedarf nach mehr didaktischem und fachlichem Wissen im Bereich „inklusi-Bedarf nach mehr didaktischem und fachlichem Wissen im Bereich „inklusi- ves Arbeitsmaterial“ begegnen. Dadurch konnte ein inklusiver Unterricht an ves Arbeitsmaterial“ begegnen. Dadurch konnte ein inklusiver Unterricht an der Schule konsequenter umgesetzt werden. Folgender Ausschnitt aus dem der Schule konsequenter umgesetzt werden. Folgender Ausschnitt aus dem Interview mit einer Lehrkraft zeigt dies: Interview mit einer Lehrkraft zeigt dies: Fachlehrkraft: „Die Vernetzung der Kollegin [...] passiert sehr oft Fachlehrkraft: „Die Vernetzung der Kollegin [...] passiert sehr oft auf digitalem Wege. Wenn man beispielsweise zwischen Tür und auf digitalem Wege. Wenn man beispielsweise zwischen Tür und Angel gerade keine Zeit hat kurz etwas zu besprechen, schließen Angel gerade keine Zeit hat kurz etwas zu besprechen, schließen wir uns per Mail kurz. Wir arbeiten nicht nur mit Tablets, sondern wir uns per Mail kurz. Wir arbeiten nicht nur mit Tablets, sondern auch mit der Plattform IServ zusammen. Für eine meiner Lern-auch mit der Plattform IServ zusammen. Für eine meiner Lern- gruppen stand ich eine Zeit lang sehr stark mit einer Förderschul-gruppen stand ich eine Zeit lang sehr stark mit einer Förderschul- lehrerin in Kontakt und habe über einen Schüler mit Förderbedarf lehrerin in Kontakt und habe über einen Schüler mit Förderbedarf Lernen mich ganz stark unterhalten, inwiefern der Unterricht da ge-Lernen mich ganz stark unterhalten, inwiefern der Unterricht da ge- staltet werden kann. Ich habe Materialien rübergeschoben, die ich staltet werden kann. Ich habe Materialien rübergeschoben, die ich im Regelunterricht benutzen möchte. Und sie hat mir nach Möglich-im Regelunterricht benutzen möchte. Und sie hat mir nach Möglich- keit all das Material differenziert oder mir Tipps gegeben, wie ich keit all das Material differenziert oder mir Tipps gegeben, wie ich den Schüler bei dem Einsatz des Materials einbinden kann. Genau den Schüler bei dem Einsatz des Materials einbinden kann. Genau so funktionierte das auch bei Leistungsnachweisen.“so funktionierte das auch bei Leistungsnachweisen.“ ZeitZeit stellt eine für den Einsatz von digitalen Medien neu zu verhandelnde Res- stellt eine für den Einsatz von digitalen Medien neu zu verhandelnde Res- source dar. Die Ressource Zeit verteilt sich wiederum auf verschiedene andere source dar. Die Ressource Zeit verteilt sich wiederum auf verschiedene andere Ressourcen bzw. wirkt in ihnen als wertvolles Gut oder limitierender Faktor. So Ressourcen bzw. wirkt in ihnen als wertvolles Gut oder limitierender Faktor. So kann beispielsweise durch eine Neuorganisation der Arbeit an und mit dem Unter-kann beispielsweise durch eine Neuorganisation der Arbeit an und mit dem Unter- richtsmaterial Einfluss auf verschiedene Aspekte und wieder andere Ressourcen richtsmaterial Einfluss auf verschiedene Aspekte und wieder andere Ressourcen genommen werden. Es zeigt sich, dass Schulen mitunter die eigenen Möglichkei-genommen werden. Es zeigt sich, dass Schulen mitunter die eigenen Möglichkei- ten zur Ausgestaltung des Zeithorizonts unterschätzen. ten zur Ausgestaltung des Zeithorizonts unterschätzen. ““ 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 116 In verschiedenen Interviews wurde der Zeitaufwand für die Entwicklung eines di-In verschiedenen Interviews wurde der Zeitaufwand für die Entwicklung eines di- gital-inklusiven Unterrichts problematisiert, wie folgende Aussage einer Lehrkraft gital-inklusiven Unterrichts problematisiert, wie folgende Aussage einer Lehrkraft verdeutlicht:verdeutlicht: Fachlehrkraft: „Denn der digital-inklusive Unterricht ist etwas, was Fachlehrkraft: „Denn der digital-inklusive Unterricht ist etwas, was man sich zur Zeit mehr oder weniger durch Eigeninitiative erarbei-man sich zur Zeit mehr oder weniger durch Eigeninitiative erarbei- ten muss. Und die Zeit ist eine sehr, sehr wichtige Ressource.“ten muss. Und die Zeit ist eine sehr, sehr wichtige Ressource.“ Durch den Einsatz digitaler Medien können gezielt freie Zeiträume geschaffen Durch den Einsatz digitaler Medien können gezielt freie Zeiträume geschaffen werden, die zur Individualbetreuung und Beziehungspflege genutzt werden kön-werden, die zur Individualbetreuung und Beziehungspflege genutzt werden kön- nen. Wenn beispielsweise Lernstandserhebungen mithilfe digitaler Anwendungen nen. Wenn beispielsweise Lernstandserhebungen mithilfe digitaler Anwendungen erfolgen, dann entfällt für Lehrkräfte die damit verbundene Erstellung im Voraus erfolgen, dann entfällt für Lehrkräfte die damit verbundene Erstellung im Voraus und die Auswertung im Nachhinein. Stattdessen gewinnt die Lehrkraft Zeit, um und die Auswertung im Nachhinein. Stattdessen gewinnt die Lehrkraft Zeit, um sich mit einzelnen Schüler*innen intensiver auseinanderzusetzen. Ein anderer sich mit einzelnen Schüler*innen intensiver auseinanderzusetzen. Ein anderer Weg, um freie Zeiträume zu erhalten, ist dann gegeben, wenn Lehrkräfte im Weg, um freie Zeiträume zu erhalten, ist dann gegeben, wenn Lehrkräfte im schuleigenen Lern-Management-System Unterrichtsmaterialien füreinander ab-schuleigenen Lern-Management-System Unterrichtsmaterialien füreinander ab- legen. So können sie aus einem Pool an Unterrichtsmaterial schöpfen, der die legen. So können sie aus einem Pool an Unterrichtsmaterial schöpfen, der die Unterrichtsvorbereitung unterstützt.Unterrichtsvorbereitung unterstützt. Ein Blick in die schulische Praxis Die Erfahrungen aus den Dig*In-Kooperationsschulen zeigen, dass es bisher Die Erfahrungen aus den Dig*In-Kooperationsschulen zeigen, dass es bisher häufig an geeigneten Unterrichts- und Arbeitsmaterialien für den inklusiven häufig an geeigneten Unterrichts- und Arbeitsmaterialien für den inklusiven und im Speziellen für den inklusiv-digitalen Unterricht mangelt. Das folgende und im Speziellen für den inklusiv-digitalen Unterricht mangelt. Das folgende Zitat einer Schulleitung beschreibt diesen Mangel: Zitat einer Schulleitung beschreibt diesen Mangel: Schulleitung: „Wenn wir uns diesen digitalen Bereich anschauen in Schulleitung: „Wenn wir uns diesen digitalen Bereich anschauen in der inklusiven Arbeit, da wird es schwierig. Weil wir feststellen, es der inklusiven Arbeit, da wird es schwierig. Weil wir feststellen, es gibt a) wenig Materialien. Wir finden wenig Sachen, die irgendwie gibt a) wenig Materialien. Wir finden wenig Sachen, die irgendwie gut für diesen inklusiven Bereich sind. Wir machen ganz viel, ir-gut für diesen inklusiven Bereich sind. Wir machen ganz viel, ir- gendwie, versuchen wir selber im digitalen Bereich herauszufinden, gendwie, versuchen wir selber im digitalen Bereich herauszufinden, etwas zu schreiben oder runterzubrechen, [...] Und wir sehen da etwas zu schreiben oder runterzubrechen, [...] Und wir sehen da einen ganz großen Bedarf. Wir sind sehr erschrocken, wie wenig da einen ganz großen Bedarf. Wir sind sehr erschrocken, wie wenig da passiert.“passiert.“ In der Regel behelfen sich die Schulen in dieser Situation so, dass die Lehr-In der Regel behelfen sich die Schulen in dieser Situation so, dass die Lehr- kräfte selbst Materialien für ihren Unterricht anpassen und entwickeln, wie kräfte selbst Materialien für ihren Unterricht anpassen und entwickeln, wie auch von der Schulleitung oben beschrieben. Dabei können Synergie-Effekte auch von der Schulleitung oben beschrieben. Dabei können Synergie-Effekte dadurch entstehen, dass schulinterne digitale Plattformen zur Weitergabe dadurch entstehen, dass schulinterne digitale Plattformen zur Weitergabe und zum Austausch der entwickelten Materialien genutzt werden, wie eine und zum Austausch der entwickelten Materialien genutzt werden, wie eine andere Schulleitung im Folgenden beschreibt: andere Schulleitung im Folgenden beschreibt: Schulleitung: „Ich würde eine Plattform schaffen, auf der sich Leh-Schulleitung: „Ich würde eine Plattform schaffen, auf der sich Leh- rer austauschen können [...]. Man könnte sich vorstellen so was rer austauschen können [...]. Man könnte sich vorstellen so was wie, ich sage mal eine interne Plattform so wie Facebook, Instag-wie, ich sage mal eine interne Plattform so wie Facebook, Instag- ““ ““ ““ 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 117 ram, Ähnliches, sodass also man Materialien hat, auf die man zu-ram, Ähnliches, sodass also man Materialien hat, auf die man zu- greifen kann, also dass man [einen] großen Pool hat an Materialien, greifen kann, also dass man [einen] großen Pool hat an Materialien, diese Materialien aber auch digital verändert werden können, an-diese Materialien aber auch digital verändert werden können, an- gepasst werden können, [...]. Man hat Elemente, man kann selber gepasst werden können, [...]. Man hat Elemente, man kann selber Dinge erstellen, aber mir fehlt noch so eine Bewertungsgeschichte, Dinge erstellen, aber mir fehlt noch so eine Bewertungsgeschichte, [...] dann will ich mich gerne auch mit anderen Menschen aus-[...] dann will ich mich gerne auch mit anderen Menschen aus- tauschen auf derselben Ebene, ich will aber auch Dinge bewerten, tauschen auf derselben Ebene, ich will aber auch Dinge bewerten, damit sie verbessert werden können.“damit sie verbessert werden können.“ Um die eigens erstellten Materialien in ihrer Originalität sichern und zu-Um die eigens erstellten Materialien in ihrer Originalität sichern und zu- lässige Modifikationen durch andere Nutzer*innen definieren zu können, lässige Modifikationen durch andere Nutzer*innen definieren zu können, kann es ratsam sein, Nutzungsrechte festzulegen. Eine sehr unkomplizier-kann es ratsam sein, Nutzungsrechte festzulegen. Eine sehr unkomplizier- te Möglichkeit bieten Creative Commens Lizenzen. te Möglichkeit bieten Creative Commens Lizenzen. Zwei verschiedene Versionen erreichen Sie über die nachfogenden Links: Zwei verschiedene Versionen erreichen Sie über die nachfogenden Links: Neue Beta-Version (sehr viel detaillierter, derzeit nur auf Englisch):Neue Beta-Version (sehr viel detaillierter, derzeit nur auf Englisch): https://chooser-beta.creativecommons.org/https://chooser-beta.creativecommons.org/ Bisherige Version (auch auf Deutsch verfügbar):Bisherige Version (auch auf Deutsch verfügbar): https://creativecommons.org/choose/?lang=dehttps://creativecommons.org/choose/?lang=de Dabei ist zu bedenken, dass Lehrkräfte sich zwar einen kontrollierten Mate-Dabei ist zu bedenken, dass Lehrkräfte sich zwar einen kontrollierten Mate- rialaustausch wünschen - dies soll allerdings ohne Angst vor Verlusten des rialaustausch wünschen - dies soll allerdings ohne Angst vor Verlusten des eigens erstellten Materials möglich sein. Sie sind gern bereit, ihre Materialien eigens erstellten Materials möglich sein. Sie sind gern bereit, ihre Materialien zur Verfügung zu stellen, wenn diese durch beispielsweise Bearbeitungsrech-zur Verfügung zu stellen, wenn diese durch beispielsweise Bearbeitungsrech- te geschützt werden.te geschützt werden. Dig*In: „Was würden Sie sich noch wünschen an so einer Platt-Dig*In: „Was würden Sie sich noch wünschen an so einer Platt- form?“form?“ Medienbeauftragte/Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Materialaus-Medienbeauftragte/Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Materialaus- tausch, aber ohne dass man sich gegenseitig reingrätscht. Also tausch, aber ohne dass man sich gegenseitig reingrätscht. Also ich habe jetzt ganz viel erstellt und habe das auch dann verschickt ich habe jetzt ganz viel erstellt und habe das auch dann verschickt oder kopiert und oder die Kollegen haben sich das kopiert. Aber ich oder kopiert und oder die Kollegen haben sich das kopiert. Aber ich bin dazu übergegangen, in LearningView jetzt zum Beispiel, das zu bin dazu übergegangen, in LearningView jetzt zum Beispiel, das zu schließen, weil wenn die was ändern, dann habe ich meine ganzen schließen, weil wenn die was ändern, dann habe ich meine ganzen Sachen gelöscht. Also, dass man das irgendwie gut organisieren Sachen gelöscht. Also, dass man das irgendwie gut organisieren kann, diesen Materialaustausch, also das ist schon irgendwie öf-kann, diesen Materialaustausch, also das ist schon irgendwie öf- fentlich, ist aber gleichzeitig ja so.“fentlich, ist aber gleichzeitig ja so.“ Es ist abschließend festzuhalten, dass Unterrichts- und Arbeitsmaterialien der Es ist abschließend festzuhalten, dass Unterrichts- und Arbeitsmaterialien der stetigen Prüfung unterzogen werden müssen, ob sie der jeweiligen Unterrichts- stetigen Prüfung unterzogen werden müssen, ob sie der jeweiligen Unterrichts- ““ https://chooser-beta.creativecommons.org/ https://creativecommons.org/choose/?lang=de 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 118 bzw. Lernsituation genügen, auf die Bedarfe der Schüler*innen eingehen und die bzw. Lernsituation genügen, auf die Bedarfe der Schüler*innen eingehen und die Lehrkräfte gemeinschaftlich von ihnen profitieren können. So können Unterrichts- Lehrkräfte gemeinschaftlich von ihnen profitieren können. So können Unterrichts- und Arbeitsmaterialien folgender Prüfung unterzogen werden: und Arbeitsmaterialien folgender Prüfung unterzogen werden: • • Welche digitalen Unterrichts- und Arbeitsmaterialien sind für die Umsetzung Welche digitalen Unterrichts- und Arbeitsmaterialien sind für die Umsetzung von Inklusion an unserer Schule geeignet und notwendig?von Inklusion an unserer Schule geeignet und notwendig? • • Wie können Materialien verstärkt gemeinschaftlich genutzt werden?Wie können Materialien verstärkt gemeinschaftlich genutzt werden? • • Welche Möglichkeiten gibt es, auf extern zur Verfügung gestellte Unterrichts-Welche Möglichkeiten gibt es, auf extern zur Verfügung gestellte Unterrichts- materialien zugreifen zu können?materialien zugreifen zu können? • • Für welche Anliegen könnte bspw. eine gemeinsame Entwicklungsplattform Für welche Anliegen könnte bspw. eine gemeinsame Entwicklungsplattform (z. B. ein Schul-Wiki) Sinn ergeben?(z. B. ein Schul-Wiki) Sinn ergeben? • • Welchen Nutzen könnte eine Schul-Cloud im Hinblick auf die Verwaltung von Welchen Nutzen könnte eine Schul-Cloud im Hinblick auf die Verwaltung von Unterlagen bereithalten?Unterlagen bereithalten? 4.2.2 Schulalltag gestalten Das zentrale Anliegen der Herausbildung von Strukturen und die Etablierung von Das zentrale Anliegen der Herausbildung von Strukturen und die Etablierung von Prozessen liegt in der grundsätzlichen Entscheidung der Mitglieder in Schule be-Prozessen liegt in der grundsätzlichen Entscheidung der Mitglieder in Schule be- gründet, den Schulentwicklungsprozess zielgerichtet dahingehend auszugestal-gründet, den Schulentwicklungsprozess zielgerichtet dahingehend auszugestal- ten, dass Schule den Werten und Prinzipien von Inklusion Rechnung trägt. Über-ten, dass Schule den Werten und Prinzipien von Inklusion Rechnung trägt. Über- dies stellt sich insbesondere eingedenk der Herausforderung der neuen Medien dies stellt sich insbesondere eingedenk der Herausforderung der neuen Medien und dem Lernen und Lehren in und mit Digitalität die ganz generelle Aufgabe, und dem Lernen und Lehren in und mit Digitalität die ganz generelle Aufgabe, den den Schulalltag zu gestaltenSchulalltag zu gestalten. Dieser Baustein ist so zu verstehen, dass inklusive . Dieser Baustein ist so zu verstehen, dass inklusive Werte aktiv im Schulalltag gelebt werden können und die Potenziale, die durch Werte aktiv im Schulalltag gelebt werden können und die Potenziale, die durch den Einsatz digitaler Medien freigesetzt werden, gewinnbringend im Schulalltag den Einsatz digitaler Medien freigesetzt werden, gewinnbringend im Schulalltag genutzt werden. Dabei sind vor allem die neuen Formen der Kommunikation zu genutzt werden. Dabei sind vor allem die neuen Formen der Kommunikation zu berücksichtigen. Die sehr allgemein gehaltene Forderung nach einer zielgerich-berücksichtigen. Die sehr allgemein gehaltene Forderung nach einer zielgerich- teten und intendierten Gestaltung des Schulalltags konkretisiert sich in der Rele-teten und intendierten Gestaltung des Schulalltags konkretisiert sich in der Rele- vanz aktiver Steuerung, Umsetzung und Ausdeutung von ganz unterschiedlichen vanz aktiver Steuerung, Umsetzung und Ausdeutung von ganz unterschiedlichen Arbeitsprozessen. Dabei sind diese Prozesse getragen von den zentralen An-Arbeitsprozessen. Dabei sind diese Prozesse getragen von den zentralen An- liegen, die sich im Lichte einer inklusiv-digitalen Schulentwicklung ergeben. Die liegen, die sich im Lichte einer inklusiv-digitalen Schulentwicklung ergeben. Die Gestaltung des Schulalltags strebt nach einem Teilgeben durch bestimmte Mit-Gestaltung des Schulalltags strebt nach einem Teilgeben durch bestimmte Mit- glieder in Schule und einem Teilnehmen aller Mitglieder in Schule. Dabei erlangt glieder in Schule und einem Teilnehmen aller Mitglieder in Schule. Dabei erlangt die Haltung, die Heterogenität als wertvoll und erstrebenswert ansieht, einen die Haltung, die Heterogenität als wertvoll und erstrebenswert ansieht, einen zentralen Stellenwert. Das Herausbilden von Netzwerken, die auch in Mitwelt zentralen Stellenwert. Das Herausbilden von Netzwerken, die auch in Mitwelt und Umwelt von Schule reichen können, das Arbeiten in Teams, das stete Be-und Umwelt von Schule reichen können, das Arbeiten in Teams, das stete Be- mühen um Austausch und Kooperation schafft eine gemeinsame Zielperspektive, mühen um Austausch und Kooperation schafft eine gemeinsame Zielperspektive, berücksichtigt individuelle Kompetenzen und Fertigkeiten und bringt Lösungen berücksichtigt individuelle Kompetenzen und Fertigkeiten und bringt Lösungen hervor, die Einzelresultaten zumeist weit überlegen sind. Durch die Betonung von hervor, die Einzelresultaten zumeist weit überlegen sind. Durch die Betonung von Kooperationen und KollaborationenKooperationen und Kollaborationen im Schulalltag wird Diversität Anerkennung im Schulalltag wird Diversität Anerkennung und Berücksichtigung gezollt, indem im Tun offenkundig gemacht wird, dass jede und Berücksichtigung gezollt, indem im Tun offenkundig gemacht wird, dass jede Person etwas zum Gelingen eines Anliegens beitragen kann. Daraus können sich Person etwas zum Gelingen eines Anliegens beitragen kann. Daraus können sich individuelle Entlastungen ergeben. Damit diese Strategien herausgebildet und die individuelle Entlastungen ergeben. Damit diese Strategien herausgebildet und die damit in Verbindung stehenden Erfahrungen gemacht werden können, müssen damit in Verbindung stehenden Erfahrungen gemacht werden können, müssen diese Prozesse gesteuert werden. Am Anfang von einem Prozess der Steuerung diese Prozesse gesteuert werden. Am Anfang von einem Prozess der Steuerung steht zum einen die Entscheidung für das Ziel, das erreicht werden soll, und zum steht zum einen die Entscheidung für das Ziel, das erreicht werden soll, und zum anderen die Herausbildung der Haltung, die diesen Gestaltungsprozess rahmen anderen die Herausbildung der Haltung, die diesen Gestaltungsprozess rahmen soll. soll. 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 119 Festzuhalten ist: Kooperation und Kollaboration schaffen Systeme der Unterstüt-Festzuhalten ist: Kooperation und Kollaboration schaffen Systeme der Unterstüt- zung, der Entlastung und des Austauschs. Überdies befördern derlei gestaltete zung, der Entlastung und des Austauschs. Überdies befördern derlei gestaltete Arbeitsprozesse Potenziale der individuellen Beförderung von Kompetenzen – Arbeitsprozesse Potenziale der individuellen Beförderung von Kompetenzen – nicht zuletzt aber schaffen Kooperations- und Kollaborationsprozesse die Gele-nicht zuletzt aber schaffen Kooperations- und Kollaborationsprozesse die Gele- genheit dazu, Personen in Prozesse einzubinden. genheit dazu, Personen in Prozesse einzubinden. Kollaboration und Kooperation erweisen sich vor allem dann als relevant, wenn Kollaboration und Kooperation erweisen sich vor allem dann als relevant, wenn es darum geht, bislang Unbekanntes für Unterricht und Schulalltag zu erobern es darum geht, bislang Unbekanntes für Unterricht und Schulalltag zu erobern und kennenzulernen. Neuerungen können ausgehend von einigen wenigen Mit-und kennenzulernen. Neuerungen können ausgehend von einigen wenigen Mit- gliedern in Schule nach und nach diffundieren, indem Austausch stattfindet, man gliedern in Schule nach und nach diffundieren, indem Austausch stattfindet, man sich gegenseitig beim Ausprobieren unterstützt, offene Fragen klärt und den sich gegenseitig beim Ausprobieren unterstützt, offene Fragen klärt und den Umgang weitergehend erprobt. Die Initiative für die Erprobung innovativer Me-Umgang weitergehend erprobt. Die Initiative für die Erprobung innovativer Me- dien und Techniken, neuer Formen der Kollaboration, innovativer Lehr-Lernset-dien und Techniken, neuer Formen der Kollaboration, innovativer Lehr-Lernset- tings oder bislang unbekannter Materialien muss ihren Ursprung nicht nur in der tings oder bislang unbekannter Materialien muss ihren Ursprung nicht nur in der Gruppe der Lehrkräfte haben. In einer Schule, in der die Prinzipien Partizipation, Gruppe der Lehrkräfte haben. In einer Schule, in der die Prinzipien Partizipation, Offenheit, gegenseitige Unterstützung und eine Kultur des Ausprobierens gelebt Offenheit, gegenseitige Unterstützung und eine Kultur des Ausprobierens gelebt werden, können alle Mitglieder in Schule die Gelegenheit erhalten, neue Impulse werden, können alle Mitglieder in Schule die Gelegenheit erhalten, neue Impulse in die Schule hineinzutragen. Um sich gegenseitig stärken und individuelle Kom-in die Schule hineinzutragen. Um sich gegenseitig stärken und individuelle Kom- petenzen ausbauen zu können, braucht es ein Unterstützungssystem, das durch petenzen ausbauen zu können, braucht es ein Unterstützungssystem, das durch das Fundament der strukturellen Einbettung fortwährend gestärkt wird. Nur das Fundament der strukturellen Einbettung fortwährend gestärkt wird. Nur dann, wenn gegenseitige Unterstützung strukturell im Schulalltag so eingeplant dann, wenn gegenseitige Unterstützung strukturell im Schulalltag so eingeplant ist, dass sie auch stattfinden kann und nicht droht durch zu knappe Zeitplanun-ist, dass sie auch stattfinden kann und nicht droht durch zu knappe Zeitplanun- gen unterzugehen, können Mitglieder in Schule von dem gegenseitigen Austausch gen unterzugehen, können Mitglieder in Schule von dem gegenseitigen Austausch profitieren. Angesichts der sich stellenden Herausforderungen der Digitalisierung profitieren. Angesichts der sich stellenden Herausforderungen der Digitalisierung von Schule in Verbindung mit der Implementation von Inklusion sehen sich alle von Schule in Verbindung mit der Implementation von Inklusion sehen sich alle Mitglieder in Schule mit fortwährenden Lernprozessen konfrontiert, da diese Ent-Mitglieder in Schule mit fortwährenden Lernprozessen konfrontiert, da diese Ent- wicklungsprozesse neue Handlungsrepertoires notwendig machen. Der Entwick-wicklungsprozesse neue Handlungsrepertoires notwendig machen. Der Entwick- lungsprozess ist auch als ein Lernprozess charakterisiert, wodurch die Prozessge-lungsprozess ist auch als ein Lernprozess charakterisiert, wodurch die Prozessge- staltung gleichsam das Managen von Wissen bedeutet (Heitmann 2013). Um mit staltung gleichsam das Managen von Wissen bedeutet (Heitmann 2013). Um mit den dynamischen Entwicklungen Schritt halten zu können, kommt dem lebens-den dynamischen Entwicklungen Schritt halten zu können, kommt dem lebens- langen Lernen eine immense Bedeutung zu. Der Austausch von Wissen unter-langen Lernen eine immense Bedeutung zu. Der Austausch von Wissen unter- stützt dabei, den neuen Anforderungen begegnen zu können. In Schule bedeutet stützt dabei, den neuen Anforderungen begegnen zu können. In Schule bedeutet das, Austausch zu ermöglichen, um Wissensbestände erweitern und Wissensvor-das, Austausch zu ermöglichen, um Wissensbestände erweitern und Wissensvor- räte anlegen zu können (ebd.). räte anlegen zu können (ebd.). Wie bedeutsam der Austausch sein kann, um neue Formen der Arbeitsorganisa-Wie bedeutsam der Austausch sein kann, um neue Formen der Arbeitsorganisa- tion oder des Lern-Managements kennenlernen und etablieren zu können, zeigt tion oder des Lern-Managements kennenlernen und etablieren zu können, zeigt das nachfolgende Zitat einer Lehrkraft:das nachfolgende Zitat einer Lehrkraft: Medienbeauftragte/Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Ich hatte Medienbeauftragte/Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Ich hatte letztens, als ich LearningView während des Homeschoolings, hat letztens, als ich LearningView während des Homeschoolings, hat ich das mal vorgestellt. Ich weiß, dass da zwei, drei Kollegen mit ich das mal vorgestellt. Ich weiß, dass da zwei, drei Kollegen mit arbeiten, was total wenig ist. Gut, jetzt außerhalb des Homeschoo-arbeiten, was total wenig ist. Gut, jetzt außerhalb des Homeschoo- ling denken viele: ‚Ist ja nicht nötig‘, aber ich finde schon, um den ling denken viele: ‚Ist ja nicht nötig‘, aber ich finde schon, um den Prozess einfach auch durchsichtig zu machen und auch für Wochen-Prozess einfach auch durchsichtig zu machen und auch für Wochen- planarbeit ist es ja geeignet. Aber es sind extrem wenige, weil sie planarbeit ist es ja geeignet. Aber es sind extrem wenige, weil sie auch sagen: ‚Also, wann machst du das immer alles?‘ So ja, es ist auch sagen: ‚Also, wann machst du das immer alles?‘ So ja, es ist am Anfang vielleicht ein bisschen Arbeit sich da rein zu arbeiten, am Anfang vielleicht ein bisschen Arbeit sich da rein zu arbeiten, aber dann funktioniert es. Ist auch gut, wenn man so ein, zwei aber dann funktioniert es. Ist auch gut, wenn man so ein, zwei ““ 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 120 Experten hat, die irgendwie alles können oder ganz viel können zu-Experten hat, die irgendwie alles können oder ganz viel können zu- mindest. Und dann kann man sich da ja auch helfen. Und ich habe mindest. Und dann kann man sich da ja auch helfen. Und ich habe schon eine Fortbildung dazu gemacht und in der Videokonferenz schon eine Fortbildung dazu gemacht und in der Videokonferenz habe ich denen gezeigt, wie es geht, wer interessiert war.“habe ich denen gezeigt, wie es geht, wer interessiert war.“ Bei LerningView handelt es sich um ein Tool für die Organisation von Lern-Bei LerningView handelt es sich um ein Tool für die Organisation von Lern- prozessen. Weitere Informationen hierzu finden Sie über den nachfolgen-prozessen. Weitere Informationen hierzu finden Sie über den nachfolgen- den Link: den Link: https://learningview.orghttps://learningview.org Neben dem Hinweis für einen als positiv bewerteten Einsatz des Tools Learning-Neben dem Hinweis für einen als positiv bewerteten Einsatz des Tools Learning- View kann vor allem die Betonung von Austauschprozessen, in denen Mitglieder View kann vor allem die Betonung von Austauschprozessen, in denen Mitglieder in Schule voneinander lernen, entnommen werden. Der Austausch von Wissen in Schule voneinander lernen, entnommen werden. Der Austausch von Wissen kann durch verschiedene Formate gelingen, die im kann durch verschiedene Formate gelingen, die im Baustein SchulkulturBaustein Schulkultur undund dort im dort im Unterbaustein UnterstützungskulturUnterbaustein Unterstützungskultur näher beschrieben werden. näher beschrieben werden. Die Herausforderungen, mit denen Mitglieder in Schule in ihrem Alltag konfron-Die Herausforderungen, mit denen Mitglieder in Schule in ihrem Alltag konfron- tiert sind, bestehen unter anderen darin, mit dem eigenen Wissensbestand die tiert sind, bestehen unter anderen darin, mit dem eigenen Wissensbestand die sich stellenden Anforderungen nicht bewältigen zu können. Daraus resultiert, sich stellenden Anforderungen nicht bewältigen zu können. Daraus resultiert, dass auf routinierte Praktiken zurückgegriffen wird, die für ein bekanntes Set-dass auf routinierte Praktiken zurückgegriffen wird, die für ein bekanntes Set- ting passend erscheinen, für neue Anforderungen jedoch Limitationen aufweisen. ting passend erscheinen, für neue Anforderungen jedoch Limitationen aufweisen. Durch das oben angeführte Zitat konnte beispielhaft verdeutlicht werden, dass Durch das oben angeführte Zitat konnte beispielhaft verdeutlicht werden, dass das Ausprobieren und Erlernen von Neuem ein Thema ist, dass sich in der Aus-das Ausprobieren und Erlernen von Neuem ein Thema ist, dass sich in der Aus- einandersetzung mit Digitalität vergegenwärtigt. Durch den Einsatz bis dato un-einandersetzung mit Digitalität vergegenwärtigt. Durch den Einsatz bis dato un- bekannter innovativer Techniken und neuer digitaler Medien wird deutlich, dass bekannter innovativer Techniken und neuer digitaler Medien wird deutlich, dass Kompetenzen weiter ausgeschärft werden müssen, um den Anforderungen be-Kompetenzen weiter ausgeschärft werden müssen, um den Anforderungen be- gegnen zu können. Genau dieser Umstand der Ausweitung von Kompetenzen gegnen zu können. Genau dieser Umstand der Ausweitung von Kompetenzen trifft auch auf die Forderung nach einem Mehr an Inklusion zu. Auch hier geht es trifft auch auf die Forderung nach einem Mehr an Inklusion zu. Auch hier geht es um das Management von Wissen: Der Austausch der Mitglieder in Schule kann um das Management von Wissen: Der Austausch der Mitglieder in Schule kann dazu führen, dass Wissensbestände erweitert und so die Kompetenzen der Mit-dazu führen, dass Wissensbestände erweitert und so die Kompetenzen der Mit- glieder in Schule ausgeweitet werden. glieder in Schule ausgeweitet werden. Ein Blick in die schulische Praxis Ein Beispiel dazu aus einer der Kooperationsschulen ist der Einsatz einer Ein Beispiel dazu aus einer der Kooperationsschulen ist der Einsatz einer Schulhelferin, welche, zumindest für einige Mitglieder der Schule, als An-Schulhelferin, welche, zumindest für einige Mitglieder der Schule, als An- sprechpartnerin für das Thema Inklusion zur Verfügung steht. Das folgende sprechpartnerin für das Thema Inklusion zur Verfügung steht. Das folgende Zitat einer Fachlehrkraft zeigt, dass die Arbeit der Schulhelferin durch den Zitat einer Fachlehrkraft zeigt, dass die Arbeit der Schulhelferin durch den Einsatz digitaler Medien geprägt ist und dadurch inklusive Werte innerhalb Einsatz digitaler Medien geprägt ist und dadurch inklusive Werte innerhalb einer Lerngruppe gepflegt werden können. Die Funktionsstelle ‚Schulhel-einer Lerngruppe gepflegt werden können. Die Funktionsstelle ‚Schulhel- fer*in‘ ist fest im Organigramm der Schule verankert und somit als aktiv ge-fer*in‘ ist fest im Organigramm der Schule verankert und somit als aktiv ge- steuert zu bewerten. steuert zu bewerten. Fachlehrkraft: „Also sie ist Schulhelferin. Und sie hat Unterricht, Fachlehrkraft: „Also sie ist Schulhelferin. Und sie hat Unterricht, also macht diese Lerngruppe, zum Beispiel, die temporäre Lern-also macht diese Lerngruppe, zum Beispiel, die temporäre Lern-““ https://learningview.org 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 121 gruppe mit den Förderkindern oder mit den Kindern, die Bedarf gruppe mit den Förderkindern oder mit den Kindern, die Bedarf haben an der Stelle. [...] Die arbeitet schon viel mit Medien, zum haben an der Stelle. [...] Die arbeitet schon viel mit Medien, zum Beispiel über einen Computer arbeitet sie hin und wieder oder ein Beispiel über einen Computer arbeitet sie hin und wieder oder ein Tablet gibt sie den Kindern, womit sie dann nochmal lesen oder Tablet gibt sie den Kindern, womit sie dann nochmal lesen oder rechnen oder das Ganze ein bisschen spielerischer verpacken. Sie rechnen oder das Ganze ein bisschen spielerischer verpacken. Sie ist auch Teil der Sonderpädagogik-AG. Für mich ist sie die erste ist auch Teil der Sonderpädagogik-AG. Für mich ist sie die erste Ansprechpartnerin. Das ist, glaube ich, nicht für jede Kollegin oder Ansprechpartnerin. Das ist, glaube ich, nicht für jede Kollegin oder Kollegen an der Schule so, aber für mich ist sie die erste Ansprech-Kollegen an der Schule so, aber für mich ist sie die erste Ansprech- partnerin. [...] Weil sie wirklich ganz viel Erfahrung hat und wir partnerin. [...] Weil sie wirklich ganz viel Erfahrung hat und wir sehr eng miteinander zusammenarbeiten, dadurch, dass ich diese sehr eng miteinander zusammenarbeiten, dadurch, dass ich diese zwei Kinder mit in meiner Klasse habe.“zwei Kinder mit in meiner Klasse habe.“ Das oben stehende Zitat verdeutlicht weiterhin die enge Zusammenarbeit Das oben stehende Zitat verdeutlicht weiterhin die enge Zusammenarbeit zwischen der Schulhelferin und der Fachlehrkraft, was die Durchführung von zwischen der Schulhelferin und der Fachlehrkraft, was die Durchführung von inklusiv-medialen Unterrichtseinheiten ebenfalls unterstützt. inklusiv-medialen Unterrichtseinheiten ebenfalls unterstützt. Es zeigt sich, dass durch eine strategische Gestaltung des Schulalltags, bei der Es zeigt sich, dass durch eine strategische Gestaltung des Schulalltags, bei der die vorhandenen Ressourcen bewusst reflektiert und dann gesteuert verzahnt die vorhandenen Ressourcen bewusst reflektiert und dann gesteuert verzahnt werden, Kollaborationen und Kooperationen möglich werden. Zu der Gestaltung werden, Kollaborationen und Kooperationen möglich werden. Zu der Gestaltung des Schulalltags gehört also vor allem, Raum zu schaffen für Austausch. Durch des Schulalltags gehört also vor allem, Raum zu schaffen für Austausch. Durch verschiedene Möglichkeiten, (kollegialen) Austausch zu pflegen, können Unter-verschiedene Möglichkeiten, (kollegialen) Austausch zu pflegen, können Unter- stützungsstrategien wachsen, Kompetenzbildung ermöglicht und Sicherheit ver-stützungsstrategien wachsen, Kompetenzbildung ermöglicht und Sicherheit ver- mittelt werden. Die durch Heterogenität geprägten Mitglieder in Schule vereinen mittelt werden. Die durch Heterogenität geprägten Mitglieder in Schule vereinen unterschiedliche Interessen und Kompetenzen in sich: Auf offene Fragen eine unterschiedliche Interessen und Kompetenzen in sich: Auf offene Fragen eine passende Antwort zu finden, ist also sehr wahrscheinlich - man muss nur ins Ge-passende Antwort zu finden, ist also sehr wahrscheinlich - man muss nur ins Ge- spräch miteinander kommen.spräch miteinander kommen. 4.2.3 Prozesse steuern Mehrfach war bereits die Rede davon, dass sich eine systematische Verzahnung Mehrfach war bereits die Rede davon, dass sich eine systematische Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung vor allem dadurch vergegenwärtigt, dass die von Inklusion und Digitalisierung vor allem dadurch vergegenwärtigt, dass die für ein Gelingen von Schule notwendigen Arbeitsorganisationen einer besonde-für ein Gelingen von Schule notwendigen Arbeitsorganisationen einer besonde- ren Betrachtung unterzogen werden. Neben der Ausgestaltung des Schulalltages ren Betrachtung unterzogen werden. Neben der Ausgestaltung des Schulalltages und der Verwaltung der relevanten Ressourcen wurde bereits offenkundig ge-und der Verwaltung der relevanten Ressourcen wurde bereits offenkundig ge- macht, dass dem planvollen Steuern von Prozessen verstärkte Aufmerksamkeit macht, dass dem planvollen Steuern von Prozessen verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Um solche Prozesse, die der Erreichung des Ziels einer geschenkt werden sollte. Um solche Prozesse, die der Erreichung des Ziels einer inklusiv-digitalen Schule dienlich sind, anregen zu können, braucht es grundle-inklusiv-digitalen Schule dienlich sind, anregen zu können, braucht es grundle- gende Strukturen in Schule. Derlei Strukturen können mannigfaltig und auf un-gende Strukturen in Schule. Derlei Strukturen können mannigfaltig und auf un- terschiedlichen Organisationsebenen in Schule verankert sein.terschiedlichen Organisationsebenen in Schule verankert sein. Ein Blick in die schulische Praxis In einer unserer Kooperationsschulen ist die inklusions- und digitalisierungs-In einer unserer Kooperationsschulen ist die inklusions- und digitalisierungs- bezogene Prozesssteuerung einerseits über regelmäßig stattfindende „In-bezogene Prozesssteuerung einerseits über regelmäßig stattfindende „In- klusionskonferenzen“, an denen Fach- und Förderlehrkräfte teilnehmen, und klusionskonferenzen“, an denen Fach- und Förderlehrkräfte teilnehmen, und 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 122 andererseits durch die Einbindung von einer Förderschullehrkraft in die er-andererseits durch die Einbindung von einer Förderschullehrkraft in die er- weiterte Schulleitung strukturell verankert.weiterte Schulleitung strukturell verankert. Schulleitung: „Genau es gibt Inklusionskonferenzen. Also wir ma-Schulleitung: „Genau es gibt Inklusionskonferenzen. Also wir ma- chen Konferenzen, einmal im Jahr mindestens, wenn nicht einmal chen Konferenzen, einmal im Jahr mindestens, wenn nicht einmal im halben Jahr, wo alle Förderschullehrkräfte und alle Lehrkräfte, im halben Jahr, wo alle Förderschullehrkräfte und alle Lehrkräfte, die eine Inklusionsklasse haben, gemeinsam am Tisch sitzen und die eine Inklusionsklasse haben, gemeinsam am Tisch sitzen und miteinander beraten und auch Rückmeldung an das Förderschul-miteinander beraten und auch Rückmeldung an das Förderschul- zentrum geben. Was sozusagen läuft, wo Bedarfe sind und was es zentrum geben. Was sozusagen läuft, wo Bedarfe sind und was es braucht, so. Also solche Konferenzen gibt es, und ansonsten gibt es braucht, so. Also solche Konferenzen gibt es, und ansonsten gibt es eben- das ist ja auch mein Bedürfnis gewesen das, weil mir eben eben- das ist ja auch mein Bedürfnis gewesen das, weil mir eben klar ist, dass das Thema Inklusion immer mitgedacht werden muss, klar ist, dass das Thema Inklusion immer mitgedacht werden muss, Frau [Name] als Förderschullehrkraft hier mit in die Schulleitungs-Frau [Name] als Förderschullehrkraft hier mit in die Schulleitungs- runde zu holen, weil damit einfach klar ist: Wir sitzen einmal die runde zu holen, weil damit einfach klar ist: Wir sitzen einmal die Woche zusammen und das Thema Inklusion ist immer mitgedacht. Woche zusammen und das Thema Inklusion ist immer mitgedacht. Das heißt, es wird immer auch überlegt aus der Perspektive: Was Das heißt, es wird immer auch überlegt aus der Perspektive: Was braucht es für die Kinder, die als Förderschulkinder hier bei uns braucht es für die Kinder, die als Förderschulkinder hier bei uns sind? So. Und darum ist das quasi in der Schulleitungsrunde mit sind? So. Und darum ist das quasi in der Schulleitungsrunde mit verankert. Damit wir es nicht vergessen.“verankert. Damit wir es nicht vergessen.“ In der Regel sind Prozesse an Schulen strukturell verankert. Strukturen können In der Regel sind Prozesse an Schulen strukturell verankert. Strukturen können sich aber auch aus Prozessen entwickeln: Im Rahmen von Pilotunternehmungen, sich aber auch aus Prozessen entwickeln: Im Rahmen von Pilotunternehmungen, die eine bestimmte Idee umsetzen wollen, wird zunächst ein Prozess im Kleinen die eine bestimmte Idee umsetzen wollen, wird zunächst ein Prozess im Kleinen ausgestaltet, der nach erfolgreicher Umsetzung in eine Struktur überführt wird, ausgestaltet, der nach erfolgreicher Umsetzung in eine Struktur überführt wird, die den Prozess verstetigt bzw. Grundlagen für Wiederholbarkeit schafft. die den Prozess verstetigt bzw. Grundlagen für Wiederholbarkeit schafft. Ein Beispiel dafür kann das projektorientierte Arbeiten sein, dass zunächst an-Ein Beispiel dafür kann das projektorientierte Arbeiten sein, dass zunächst an- lassbezogen an einem oder an zwei Tagen für alle Schüler*innen (alle Schul-lassbezogen an einem oder an zwei Tagen für alle Schüler*innen (alle Schul- klassen) in einem bestimmten Monat ausprobiert wird. Die Idee hinter dieser klassen) in einem bestimmten Monat ausprobiert wird. Die Idee hinter dieser Testphase kann sein, den Aufwand der Vor- und Nachbereitung abschätzen zu Testphase kann sein, den Aufwand der Vor- und Nachbereitung abschätzen zu können und einen Eindruck davon zu erhalten, wie das projektorientierte Arbeiten können und einen Eindruck davon zu erhalten, wie das projektorientierte Arbeiten angeleitet werden muss und wie die Schüler*innen auf dieses Angebot reagieren. angeleitet werden muss und wie die Schüler*innen auf dieses Angebot reagieren. Diese Pilotunternehmung „projektorientiertes Arbeiten“ wird also zunächst als Diese Pilotunternehmung „projektorientiertes Arbeiten“ wird also zunächst als Prozess implementiert. Stellt sich heraus, dass das tageweise projektorientierte Prozess implementiert. Stellt sich heraus, dass das tageweise projektorientierte Arbeiten eine positive Resonanz erfährt und sich ein Mehrwert erkennen lässt, Arbeiten eine positive Resonanz erfährt und sich ein Mehrwert erkennen lässt, kann das projektorientierte Arbeiten ein fester Bestandteil im Lehr-Lern-Rhyth-kann das projektorientierte Arbeiten ein fester Bestandteil im Lehr-Lern-Rhyth- mus der jeweiligen Schule werden. Für die Vor- und Nachbereitung, die Hinfüh-mus der jeweiligen Schule werden. Für die Vor- und Nachbereitung, die Hinfüh- rung der Schüler*innen an diese Form des Lernens, die Abstimmung der Lehr-rung der Schüler*innen an diese Form des Lernens, die Abstimmung der Lehr- kräfte untereinander, die Zeit- und Raumplanungen und die Dokumentationen der kräfte untereinander, die Zeit- und Raumplanungen und die Dokumentationen der Prozesse für eine leichtere Wiederholbarkeit können sich für eine nachhaltige Ein-Prozesse für eine leichtere Wiederholbarkeit können sich für eine nachhaltige Ein- bettung in Schule Strukturen herausbilden. Noch einmal zu betonen ist in diesem bettung in Schule Strukturen herausbilden. Noch einmal zu betonen ist in diesem Kontext, dass die Herausbildung neuer Strukturen vor allem in der Anfangszeit Kontext, dass die Herausbildung neuer Strukturen vor allem in der Anfangszeit einen hohen Abstimmungsbedarf zwischen den Mitgliedern in Schule bedeutet, einen hohen Abstimmungsbedarf zwischen den Mitgliedern in Schule bedeutet, der vor allem mit einem höheren Zeitaufwand einhergeht. Die Implementation der vor allem mit einem höheren Zeitaufwand einhergeht. Die Implementation neuer Strukturen bedeutet zunächst also vor allem eins: Zeitinvestition (Hofbauer neuer Strukturen bedeutet zunächst also vor allem eins: Zeitinvestition (Hofbauer 2004, 5ff.). Jedoch relativiert sich diese Zeitinvestition, weil die Abstimmung zu 2004, 5ff.). Jedoch relativiert sich diese Zeitinvestition, weil die Abstimmung zu Beginn des Prozesses Fallstricke ausmerzen, Stolperstellen glätten, Zuständigkei-Beginn des Prozesses Fallstricke ausmerzen, Stolperstellen glätten, Zuständigkei- ten klären und Prozesse durch ein gewisses Maß an Dokumentation und geteilter ten klären und Prozesse durch ein gewisses Maß an Dokumentation und geteilter ““ 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 123 Information leichter wiederholbar machen. Information leichter wiederholbar machen. Der Aspekt „Prozesse steuern“ betont die Notwendigkeit einer gezielten Ausein-Der Aspekt „Prozesse steuern“ betont die Notwendigkeit einer gezielten Ausein- andersetzung mit in Schule wirksamen Prozessen und verweist darauf, dass die andersetzung mit in Schule wirksamen Prozessen und verweist darauf, dass die Steuerung derselben mit der Zuschreibung von Verantwortlichkeiten und Verbind-Steuerung derselben mit der Zuschreibung von Verantwortlichkeiten und Verbind- lichkeiten einhergeht. Die Steuerung von Prozessen kann auf unterschiedlichen lichkeiten einhergeht. Die Steuerung von Prozessen kann auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen und in unterschiedlichen Komplexitätsgraden vonstatten-Abstraktionsebenen und in unterschiedlichen Komplexitätsgraden vonstatten- gehen. Während Abstimmungsprozesse für die Implementation neuer Medien in gehen. Während Abstimmungsprozesse für die Implementation neuer Medien in Schule vor allem in der Verantwortung des Schulleitungsteams und der Beauf-Schule vor allem in der Verantwortung des Schulleitungsteams und der Beauf- tragten liegen, kann sich ein Prozess für die klasseninterne Ausgestaltung eines tragten liegen, kann sich ein Prozess für die klasseninterne Ausgestaltung eines Projekttages in der Verantwortlichkeit der betreffenden Lehrkraft und den Schü-Projekttages in der Verantwortlichkeit der betreffenden Lehrkraft und den Schü- ler*innen befinden. Ausgehend von planvollen Prozesssteuerungen lassen sich ler*innen befinden. Ausgehend von planvollen Prozesssteuerungen lassen sich vielfältige Erkenntnisse für nachfolgende Aktivitäten extrahieren. Der entschei-vielfältige Erkenntnisse für nachfolgende Aktivitäten extrahieren. Der entschei- dende Grund dafür, Prozesse bewusst zu steuern, besteht darin, dass dieselben dende Grund dafür, Prozesse bewusst zu steuern, besteht darin, dass dieselben einer Zielerreichung dienen. In einer inklusiv-digital gestalteten Schule liegen die einer Zielerreichung dienen. In einer inklusiv-digital gestalteten Schule liegen die Zielsetzungen in der Umsetzung inklusiver Werte und dem Beitrag zu einer inklu-Zielsetzungen in der Umsetzung inklusiver Werte und dem Beitrag zu einer inklu- siv ausgeprägten Schulkultur. Für die Implementation von digitalen Medien lässt siv ausgeprägten Schulkultur. Für die Implementation von digitalen Medien lässt sich die Relevanz der Prozesssteuerung besonders plastisch skizzieren. Der As-sich die Relevanz der Prozesssteuerung besonders plastisch skizzieren. Der As- pekt der Steuerung von Prozessen spannt sich entlang der Maxime pekt der Steuerung von Prozessen spannt sich entlang der Maxime ZielsetzungZielsetzung, , KommunikationKommunikation, , VerantwortungVerantwortung, , UmsetzungUmsetzung, , EvaluationEvaluation und und AnpassungAnpassung auf. Je- auf. Je- der Prozess kann sich an diesen Eckpfeilern orientieren - egal, wie komplex er ist der Prozess kann sich an diesen Eckpfeilern orientieren - egal, wie komplex er ist oder wie viele Personen beteiligt werden sollen. In der untenstehenden Abbildung oder wie viele Personen beteiligt werden sollen. In der untenstehenden Abbildung 17 ist dieser zirkuläre Prozess überblickshaft dargestellt. Ausgehend von der For-17 ist dieser zirkuläre Prozess überblickshaft dargestellt. Ausgehend von der For- mulierung eines Zieles werden die weiteren, bereits benannten Etappen (mulierung eines Zieles werden die weiteren, bereits benannten Etappen (Kommu-Kommu- nikationnikation, , VerantwortungVerantwortung, , UmsetzungUmsetzung, , EvaluationEvaluation und und AnpassungAnpassung) durchschritten.) durchschritten. Abbildung 17: Empirische Prozesssteuerung. Zielsetzung Kommunikation & Verantwortung UmsetzungEvaluation Anpassung empirische Prozesssteuerung 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 124 Diese Etappen können als Ablauf gemäß der Idee der empirischen Prozesssteue-Diese Etappen können als Ablauf gemäß der Idee der empirischen Prozesssteue- rung verstanden werden. Eine rung verstanden werden. Eine ZielsetzungZielsetzung ist der wesentliche Bestandteil eines ist der wesentliche Bestandteil eines Prozesses: Durch ein Ziel erhält der Prozess seinen Zweck, seine Sinnhaftigkeit. Prozesses: Durch ein Ziel erhält der Prozess seinen Zweck, seine Sinnhaftigkeit. Eingerahmt wird der zu einem Ziel führende Prozess durch eine besondere Anfor-Eingerahmt wird der zu einem Ziel führende Prozess durch eine besondere Anfor- derung an die Kommunikation. derung an die Kommunikation. KommunikationKommunikation ist der Dreh- und Angelpunkt für ist der Dreh- und Angelpunkt für die Aktivierung der prozessbeteiligten Personen. Transparenz in der Kommunika-die Aktivierung der prozessbeteiligten Personen. Transparenz in der Kommunika- tion schafft ein Verständnis für die Zielsetzung, transportiert relevante Informati-tion schafft ein Verständnis für die Zielsetzung, transportiert relevante Informati- onen, durch die eine Teilhabe ermöglicht wird und begründet für den Prozess not-onen, durch die eine Teilhabe ermöglicht wird und begründet für den Prozess not- wendige Kollaborationen und Kooperationen. Aus dem Kommunikationsprozess wendige Kollaborationen und Kooperationen. Aus dem Kommunikationsprozess heraus können heraus können VerantwortlichkeitenVerantwortlichkeiten für prozessimmanente Etappen identifiziert für prozessimmanente Etappen identifiziert werden. Es wird deutlich, welches Know-how notwendig ist, ob alle relevanten In-werden. Es wird deutlich, welches Know-how notwendig ist, ob alle relevanten In- formationen vorliegen und wer sich welchen Aspekten aufgrund welcher Kompe-formationen vorliegen und wer sich welchen Aspekten aufgrund welcher Kompe- tenzen zuwenden kann. Ausgelotet werden kann zudem, wie es um den zeitlichen tenzen zuwenden kann. Ausgelotet werden kann zudem, wie es um den zeitlichen Horizont des Vorhabens bestellt ist. Es ergibt sich ein Aushandlungsprozess, der Horizont des Vorhabens bestellt ist. Es ergibt sich ein Aushandlungsprozess, der für die planvolle Umsetzung konstituierend wirkt. In die Umsetzungsplanungen für die planvolle Umsetzung konstituierend wirkt. In die Umsetzungsplanungen sind eben auch die Fragen der Zuständigkeiten, der Vorgehensweisen, der zeitli-sind eben auch die Fragen der Zuständigkeiten, der Vorgehensweisen, der zeitli- chen Rahmungen und der Personenbeteiligungen einzubeziehen. chen Rahmungen und der Personenbeteiligungen einzubeziehen. Die Implementation eines neuen digitalen Mediums im Kontext von Inklusion Die Implementation eines neuen digitalen Mediums im Kontext von Inklusion kann wie folgt skizziert werden: Zunächst ist zu identifizieren, wie die Zielsetzung kann wie folgt skizziert werden: Zunächst ist zu identifizieren, wie die Zielsetzung lautet. Das Ziel könnte beispielsweise darin bestehen, eine bestimmte Anwen-lautet. Das Ziel könnte beispielsweise darin bestehen, eine bestimmte Anwen- dung für den inklusiven Mathematikunterricht zu erproben. Hier muss zunächst dung für den inklusiven Mathematikunterricht zu erproben. Hier muss zunächst entschieden werden, was genau die Prüfkriterien sein könnten. Dazu gehört auch entschieden werden, was genau die Prüfkriterien sein könnten. Dazu gehört auch die Beantwortung der Frage, was - mit Blick auf das jeweilige inklusive Unter-die Beantwortung der Frage, was - mit Blick auf das jeweilige inklusive Unter- richtssetting - als wichtig für eine solche Anwendung erachtet wird, welche Funk-richtssetting - als wichtig für eine solche Anwendung erachtet wird, welche Funk- tionen genutzt werden sollen usw. Im Weiteren kann umrissen werden, von wem tionen genutzt werden sollen usw. Im Weiteren kann umrissen werden, von wem diese Anwendung testweise genutzt werden soll: diese Anwendung testweise genutzt werden soll: • • Können sich mehrere Klassen an dem Test beteiligen?Können sich mehrere Klassen an dem Test beteiligen? • • Sollen es einzelne Schüler*innen und Lehrkräfte sein, die sich an der Anwen-Sollen es einzelne Schüler*innen und Lehrkräfte sein, die sich an der Anwen- dung versuchen?dung versuchen? • • Wie lange soll die Testphase dauern?Wie lange soll die Testphase dauern? • • Wie werden die Eindrücke dokumentiert? Wie werden die Eindrücke dokumentiert? • • Wie kann der finale Entscheidungsprozess aussehen? Wie kann der finale Entscheidungsprozess aussehen? • • Welche Mitglieder in Schule sollen das „Entscheidungsgremium“ bilden?Welche Mitglieder in Schule sollen das „Entscheidungsgremium“ bilden? Die Begleitung dieses Prozesses mündet in einer Die Begleitung dieses Prozesses mündet in einer EvaluationEvaluation, die Aufschluss da-, die Aufschluss da- rüber geben kann, wie geeignet die Anwendung für das Lernen in Mathematik-rüber geben kann, wie geeignet die Anwendung für das Lernen in Mathematik- unterricht ist und ob sie schulweit in den Unterricht integriert werden soll. Die unterricht ist und ob sie schulweit in den Unterricht integriert werden soll. Die Evaluation liefert eine Grundlage für eine etwaige Evaluation liefert eine Grundlage für eine etwaige AnpassungAnpassung. Dieselbe kann . Dieselbe kann darin bestehen, dass die Anwendung für die Schule angeschafft und in größerem darin bestehen, dass die Anwendung für die Schule angeschafft und in größerem Umfang zum Einsatz kommt, nachdem die Vor- und die Nachteile in einem Kom-Umfang zum Einsatz kommt, nachdem die Vor- und die Nachteile in einem Kom- munikationsprozess abgewogen wurden. Neben der Möglichkeit, etwas Neues munikationsprozess abgewogen wurden. Neben der Möglichkeit, etwas Neues ausprobieren und auch wieder verwerfen zu können, bieten Testphasen die Gele-ausprobieren und auch wieder verwerfen zu können, bieten Testphasen die Gele- genheit, dass die Mitglieder in Schule ihre Lehr-Lernsettings mitgestalten können. genheit, dass die Mitglieder in Schule ihre Lehr-Lernsettings mitgestalten können. Vielschichtige Partizipationsprozesse werden hier möglich. Vor allem der Frage Vielschichtige Partizipationsprozesse werden hier möglich. Vor allem der Frage nach dem nach dem WarumWarum, die sich in vielerlei Hinsicht als überaus bedeutsam erweist, , die sich in vielerlei Hinsicht als überaus bedeutsam erweist, 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 125 wird hier nachgegangen: Es wird aufgezeigt wird, warum die Anwendung genutzt wird hier nachgegangen: Es wird aufgezeigt wird, warum die Anwendung genutzt werden soll (Testphase) und warum die Beteiligung daran wichtig ist (Mitglieder werden soll (Testphase) und warum die Beteiligung daran wichtig ist (Mitglieder in Entscheidungsprozesse einbinden). Darüber hinaus kann geklärt werden, wa-in Entscheidungsprozesse einbinden). Darüber hinaus kann geklärt werden, wa- rum es eine Testphase gibt usw. Diese Aspekte, die sich in der Steuerung von rum es eine Testphase gibt usw. Diese Aspekte, die sich in der Steuerung von Prozessen niederschlagen, können nicht nur im Hinblick auf die Zielsetzung (hier: Prozessen niederschlagen, können nicht nur im Hinblick auf die Zielsetzung (hier: Frage nach der Implementation einer neuen Anwendung) wertvoll sein. Vielmehr Frage nach der Implementation einer neuen Anwendung) wertvoll sein. Vielmehr können sie sich auf den Gesamtprozess beziehen und als Reflexionsmöglichkeit können sie sich auf den Gesamtprozess beziehen und als Reflexionsmöglichkeit angesehen werden, im Rahmen derer ausgelotet werden kann, wie die Gestal-angesehen werden, im Rahmen derer ausgelotet werden kann, wie die Gestal- tung des Prozesses an sich vonstatten gegangen ist. Beleuchtet wird die Güte der tung des Prozesses an sich vonstatten gegangen ist. Beleuchtet wird die Güte der Zusammenarbeit z. B. anhand folgender Fragen:Zusammenarbeit z. B. anhand folgender Fragen: • • Wie haben die Kommunikationsprozesse funktioniert? Wie haben die Kommunikationsprozesse funktioniert? • • Waren alle für die Erreichung relevanten Informationen vorhanden?Waren alle für die Erreichung relevanten Informationen vorhanden? • • War der zeitliche Rahmen stimmig gewählt?War der zeitliche Rahmen stimmig gewählt? Aus diesen Retrospektiven können wertvolle Erkenntnisse für die Durchführung Aus diesen Retrospektiven können wertvolle Erkenntnisse für die Durchführung ähnlicher Prozesse gezogen werden. Für alle am Prozess beteiligten Personen ähnlicher Prozesse gezogen werden. Für alle am Prozess beteiligten Personen können reflexive Momente Einblick in die eigenen, zum Einsatz gebrachten Fer-können reflexive Momente Einblick in die eigenen, zum Einsatz gebrachten Fer- tigkeiten geben und Stärken identifizieren. Der Prozess kann unter der Prämisse tigkeiten geben und Stärken identifizieren. Der Prozess kann unter der Prämisse einer gemeinsamen Zielerreichung bewertet werden. Ableitungen für nachfolgen-einer gemeinsamen Zielerreichung bewertet werden. Ableitungen für nachfolgen- de Umsetzungen lassen sich festhalten und in einen nachfolgenden Prozess über-de Umsetzungen lassen sich festhalten und in einen nachfolgenden Prozess über- führen. führen. Ein Blick in die Praxis Der folgende Ausschnitt aus einem Interview mit einer Inklusionsbeaufragen Der folgende Ausschnitt aus einem Interview mit einer Inklusionsbeaufragen Lehrkraft unserer Kooperationsschulen akzentuiert den schrittweisen Pro-Lehrkraft unserer Kooperationsschulen akzentuiert den schrittweisen Pro- zess, dem das übergeordnete Ziel einer Verbindung von Inklusion und Digi-zess, dem das übergeordnete Ziel einer Verbindung von Inklusion und Digi- talisierung zugrunde liegt.talisierung zugrunde liegt. Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Ich würde sagen, es ist utopisch, Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Ich würde sagen, es ist utopisch, dass eine ganze Schule sich zeitgleich inklusiv und digitale Bildung, dass eine ganze Schule sich zeitgleich inklusiv und digitale Bildung, das zu verknüpfen, auf den Weg macht, aber ich glaube, man muss das zu verknüpfen, auf den Weg macht, aber ich glaube, man muss in einem Jahrgang wirklich starten oder vielleicht auch hinsichtlich in einem Jahrgang wirklich starten oder vielleicht auch hinsichtlich bestimmter Kinder, dass man sozusagen schaut: Wem kommt das bestimmter Kinder, dass man sozusagen schaut: Wem kommt das besonders zu zugute? Wie so eine Art Insellösung, und da mal aus-besonders zu zugute? Wie so eine Art Insellösung, und da mal aus- probiert und denkt und guckt und eben da auch noch mal verstärkt probiert und denkt und guckt und eben da auch noch mal verstärkt an umliegende Schulen guckt, wie die denn da schon arbeiten. an umliegende Schulen guckt, wie die denn da schon arbeiten. [...] Genau, aber wir haben uns das auf die Fahne geschrieben, wir [...] Genau, aber wir haben uns das auf die Fahne geschrieben, wir möchten das gerne.“möchten das gerne.“ Die gezielte Ausbildung von Prozessen kann dabei unterstützen, dass komplexe Die gezielte Ausbildung von Prozessen kann dabei unterstützen, dass komplexe Sachverhalte, die im Schulalltag auftreten, leichter überblickt und bewältigt wer-Sachverhalte, die im Schulalltag auftreten, leichter überblickt und bewältigt wer- den können. Ein Beispiel dazu: Wenn es ein ausdifferenziertes Vorgehen dazu den können. Ein Beispiel dazu: Wenn es ein ausdifferenziertes Vorgehen dazu gibt, wie Mitglieder in Schule bei aufkommenden Konflikten unterstützt werden gibt, wie Mitglieder in Schule bei aufkommenden Konflikten unterstützt werden ““ 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 126 können, welche Mitglieder in Schule als Vertrauenspersonen fungieren, welche können, welche Mitglieder in Schule als Vertrauenspersonen fungieren, welche Schlichtungsinstanzen usw. angerufen werden können, können derlei herausfor-Schlichtungsinstanzen usw. angerufen werden können, können derlei herausfor- dernde Vorkommnisse effektiver und nachhaltiger zu einer Lösung geführt wer-dernde Vorkommnisse effektiver und nachhaltiger zu einer Lösung geführt wer- den. Etablierte Strukturen bilden eine Resonanz für Geschehnisse in Schule und den. Etablierte Strukturen bilden eine Resonanz für Geschehnisse in Schule und sind ein Beleg dafür, dass bestimmten Herausforderungen Relevanz beigemessen sind ein Beleg dafür, dass bestimmten Herausforderungen Relevanz beigemessen wird und dies bringt im Umkehrschluss zum Ausdruck: Wir sind füreinander da, wird und dies bringt im Umkehrschluss zum Ausdruck: Wir sind füreinander da, jede Person kann sich mitteilen und wird gehört, gemeinsam suchen wir nach jede Person kann sich mitteilen und wird gehört, gemeinsam suchen wir nach einer Lösung. Werthaltungen vergegenwärtigen sich im Tun und damit dieses Tun einer Lösung. Werthaltungen vergegenwärtigen sich im Tun und damit dieses Tun eine Fundierung erhalten und Nachhaltigkeit entfalten kann, braucht es die Her-eine Fundierung erhalten und Nachhaltigkeit entfalten kann, braucht es die Her- ausbildung von Strukturen. Dieselben schaffen Verlässlichkeit im gemeinsamen ausbildung von Strukturen. Dieselben schaffen Verlässlichkeit im gemeinsamen Wirken in Schule. Dieser Systematik folgend kann den inklusiven Werten in Schu-Wirken in Schule. Dieser Systematik folgend kann den inklusiven Werten in Schu- le Ausdruck verliehen und digitale Medien für deren Umsetzung unterstützend le Ausdruck verliehen und digitale Medien für deren Umsetzung unterstützend herangezogen werden.herangezogen werden. 4.2.4 Weitere Einflussgrößen berücksichtigen Festgestellt wurde bis hierhin, dass das Herausbilden von Strukturen in Schule Festgestellt wurde bis hierhin, dass das Herausbilden von Strukturen in Schule das Verwalten von Ressourcen erfordert, einen besonderen Blick auf die Gestal-das Verwalten von Ressourcen erfordert, einen besonderen Blick auf die Gestal- tung des Schulalltages notwendig macht und dabei berücksichtigt werden muss, tung des Schulalltages notwendig macht und dabei berücksichtigt werden muss, dass Prozesse – im kleinen wie im großen Rahmen – aktiv begleitet werden dass Prozesse – im kleinen wie im großen Rahmen – aktiv begleitet werden sollten. Ergänzt wird nun ein vierter Baustein, durch den vor allem für die Be-sollten. Ergänzt wird nun ein vierter Baustein, durch den vor allem für die Be- rücksichtigung weiterer Einflussgrößen sensibilisiert wird. Konkretisiert wird der rücksichtigung weiterer Einflussgrößen sensibilisiert wird. Konkretisiert wird der Aspekt in dem Ausloten politischer Rahmenbedingungen. Dies meint vor allem Aspekt in dem Ausloten politischer Rahmenbedingungen. Dies meint vor allem die Prüfung etwaig limitierender und begrenzender Rahmenziehungen. Dahinter die Prüfung etwaig limitierender und begrenzender Rahmenziehungen. Dahinter verbirgt sich die Frage, ob die politischen Direktiven verbirgt sich die Frage, ob die politischen Direktiven tatsächlichtatsächlich verhindern, dass verhindern, dass beispielsweise ein Stück weit die zeitliche Strukturierung eines Schultages aufge-beispielsweise ein Stück weit die zeitliche Strukturierung eines Schultages aufge- brochen oder ein orts- und zeitunabhängiges Lernen phasenweise in den Schul-brochen oder ein orts- und zeitunabhängiges Lernen phasenweise in den Schul- alltag integriert wird. Dieser Aspekt zielt vor allem auf den Gestaltungsspielraum alltag integriert wird. Dieser Aspekt zielt vor allem auf den Gestaltungsspielraum von Einzelschule ab, der vielfach geringer eingeschätzt wird, als er defacto ist. von Einzelschule ab, der vielfach geringer eingeschätzt wird, als er defacto ist. Damit verbunden ist die Überzeugung, dass Veränderungen auch im gegenwär-Damit verbunden ist die Überzeugung, dass Veränderungen auch im gegenwär- tigen System möglich sind. Mitunter sind aufwändige Recherchen notwendig, um tigen System möglich sind. Mitunter sind aufwändige Recherchen notwendig, um beispielsweise Finanzierungsmöglichkeiten für den Ausbau notwendiger Ressour-beispielsweise Finanzierungsmöglichkeiten für den Ausbau notwendiger Ressour- cen aufzuspüren. Doch eben dieses aktive Eruieren dessen, was zunächst einmal cen aufzuspüren. Doch eben dieses aktive Eruieren dessen, was zunächst einmal als relevant für eine weitergehende Entwicklung hin zu einer inklusiv-digitalen als relevant für eine weitergehende Entwicklung hin zu einer inklusiv-digitalen Schule ist, gehört zu der aktiv gestalteten Schulentwicklung, die gleichsam Orga-Schule ist, gehört zu der aktiv gestalteten Schulentwicklung, die gleichsam Orga- nisationsentwicklung ist, dazu. nisationsentwicklung ist, dazu. Ein Blick in die schulische Praxis in Bezug auf schulbehördliche und rechtliche Ein Blick in die schulische Praxis in Bezug auf schulbehördliche und rechtliche Rahmenbedingungen zeigt das Folgende: Die beiden Themen Inklusion und Di-Rahmenbedingungen zeigt das Folgende: Die beiden Themen Inklusion und Di- gitalisierung sind einzeln als Querschnittsthemen in den Rahmenlehrplänen fest-gitalisierung sind einzeln als Querschnittsthemen in den Rahmenlehrplänen fest- gelegt, was eine zentrale schulbehördlich-rechtliche Rahmung für jede Thematik, gelegt, was eine zentrale schulbehördlich-rechtliche Rahmung für jede Thematik, darstellt. Ebenfalls thematisch getrennt arbeiten Schulen mit ihren Schulbehör-darstellt. Ebenfalls thematisch getrennt arbeiten Schulen mit ihren Schulbehör- den zusammen. den zusammen. 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 127 Ein Blick in die Praxis Es wurden beispielsweise mehrere Schulen, wie auch eine der Kooperations-Es wurden beispielsweise mehrere Schulen, wie auch eine der Kooperations- schulen, im Rahmen eines Projekts für mehr Individualisierung an den Schu-schulen, im Rahmen eines Projekts für mehr Individualisierung an den Schu- len, durch das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Hol-len, durch das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Hol- stein (IQSH) im Auftrag vom Landkreis begleitet:stein (IQSH) im Auftrag vom Landkreis begleitet: Schulleitung: „Und dann [Ende der 2000er] hat das Schulgesetz ja Schulleitung: „Und dann [Ende der 2000er] hat das Schulgesetz ja hier sozusagen die Schulform Gemeinschaftsschule erdacht und da hier sozusagen die Schulform Gemeinschaftsschule erdacht und da kam eine Anfrage aus dem [Landkreis Standort] an das [Institut kam eine Anfrage aus dem [Landkreis Standort] an das [Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein], dass sie für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein], dass sie gerne die Schulen nicht alleine auf den Weg schicken wollen oder gerne die Schulen nicht alleine auf den Weg schicken wollen oder jede Schule so selber denkt, wie es geht, sondern dass sie das jede Schule so selber denkt, wie es geht, sondern dass sie das mit Hilfe von Moderatoren machen möchten. Und dann haben wir mit Hilfe von Moderatoren machen möchten. Und dann haben wir [das] zusammen mit den Schulräten, Menschen aus dem Ministe-[das] zusammen mit den Schulräten, Menschen aus dem Ministe- rium, denen aus dem [Institut für Qualitätsentwicklung an Schu-rium, denen aus dem [Institut für Qualitätsentwicklung an Schu- len Schleswig-Holstein] [gemacht]. Der Leiter des [Instituts für len Schleswig-Holstein] [gemacht]. Der Leiter des [Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein] hat damals Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein] hat damals zwei Kollegen gebeten, das zu übernehmen und eine davon war zwei Kollegen gebeten, das zu übernehmen und eine davon war ich. Und die Aufgabe sollte sein, Gemeinschaftsschulen, aber auch ich. Und die Aufgabe sollte sein, Gemeinschaftsschulen, aber auch Gymnasien, die sich sozusagen auf den Weg „Individualisierung im Gymnasien, die sich sozusagen auf den Weg „Individualisierung im Unterricht“ machen wollen, gemeinsam zu bespaßen und für die ein Unterricht“ machen wollen, gemeinsam zu bespaßen und für die ein Konzept zu erdenken, wie sie das zügig lernen können.“Konzept zu erdenken, wie sie das zügig lernen können.“ Inzwischen gibt es außerdem von schulbehördlicher Seite Ansätze, eine Ver-Inzwischen gibt es außerdem von schulbehördlicher Seite Ansätze, eine Ver- knüpfung der Bereiche Inklusion und Digitalisierung zu fördern. Eine direkte knüpfung der Bereiche Inklusion und Digitalisierung zu fördern. Eine direkte Verzahnung wird durch das staatliche Angebot von Fortbildungen, wie bei-Verzahnung wird durch das staatliche Angebot von Fortbildungen, wie bei- spielsweise einem Zertifizierungskurs für digitale Medien im Bereich der Son-spielsweise einem Zertifizierungskurs für digitale Medien im Bereich der Son- derpädagogik, ermöglicht. Von einzelnen Bundesländern zur Verfügung ge-derpädagogik, ermöglicht. Von einzelnen Bundesländern zur Verfügung ge- stellte Funktionsstellen geben Schulen zudem die Möglichkeit, diese Stellen stellte Funktionsstellen geben Schulen zudem die Möglichkeit, diese Stellen so auszugestalten, dass digitale und inklusive Schwerpunkte aufeinander be-so auszugestalten, dass digitale und inklusive Schwerpunkte aufeinander be- zogen und synergetisch miteinander verknüpft werden können. Ein Beispiel zogen und synergetisch miteinander verknüpft werden können. Ein Beispiel hierfür ist eine Funktionsstelle, die der Beschaffung und Bewertung digitaler hierfür ist eine Funktionsstelle, die der Beschaffung und Bewertung digitaler Lernangebote (z. B. Lernapps) für Kinder mit einem sonderpädagogischem Lernangebote (z. B. Lernapps) für Kinder mit einem sonderpädagogischem Förderschwerpunkt gewidmet ist.Förderschwerpunkt gewidmet ist. Aus den im Verbundprojekt Dig*In erhobenen Daten konnten unter anderem Aus den im Verbundprojekt Dig*In erhobenen Daten konnten unter anderem Hemmfaktoren herausgearbeitet werden, die zeigen, mit welchen Herausfor-Hemmfaktoren herausgearbeitet werden, die zeigen, mit welchen Herausfor- derungen Schulvertreter*innen hinsichtlich schulbehördlicher Bestimmungen derungen Schulvertreter*innen hinsichtlich schulbehördlicher Bestimmungen konfrontiert sind. Am schwersten wiegen der allgemeine Ressourcenmangel konfrontiert sind. Am schwersten wiegen der allgemeine Ressourcenmangel und der mit der Beantragung von Arbeitsmitteln verbundene bürokratische und der mit der Beantragung von Arbeitsmitteln verbundene bürokratische Aufwand. Essenzielle Ressourcen, wie eine stabile Internetverbindung und Aufwand. Essenzielle Ressourcen, wie eine stabile Internetverbindung und ausreichend Förderschullehrkräfte und Förderstunden, um allen Schüler*in-ausreichend Förderschullehrkräfte und Förderstunden, um allen Schüler*in- nen gerecht zu werden, sind entweder gar nicht vorhanden oder müssen nen gerecht zu werden, sind entweder gar nicht vorhanden oder müssen über ein aufwendiges Prozedere beantragt werden. Einige interviewte Per-über ein aufwendiges Prozedere beantragt werden. Einige interviewte Per- sonen berichten zudem, dass sie bislang noch nicht auf die Gelder aus dem sonen berichten zudem, dass sie bislang noch nicht auf die Gelder aus dem DigitalPakt Schule zugreifen konnten. Eine Reduktion der Klassengröße und/DigitalPakt Schule zugreifen konnten. Eine Reduktion der Klassengröße und/ oder die Möglichkeit von regelmäßigen Teamteachings ist in den wenigsten oder die Möglichkeit von regelmäßigen Teamteachings ist in den wenigsten ““ 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 128 Schulen möglich oder gegeben.Schulen möglich oder gegeben. Fachlehrkraft: „Ich würde mir wünschen, dass dieses Finanzielle Fachlehrkraft: „Ich würde mir wünschen, dass dieses Finanzielle nicht so ganz kompliziert wäre. Dass man als Schule sozusagen, nicht so ganz kompliziert wäre. Dass man als Schule sozusagen, auch wenn die Mittel jetzt zur Verfügung stehen, das ist immer auch wenn die Mittel jetzt zur Verfügung stehen, das ist immer so ganz, ganz viel Bürokratie, dass, bis die Schule da an das Geld so ganz, ganz viel Bürokratie, dass, bis die Schule da an das Geld kommt oder wer auch immer, so viel Zeit vergeht. Und die Zeit ist kommt oder wer auch immer, so viel Zeit vergeht. Und die Zeit ist halt Zeit, die verfliegt viel zu schnell und das ist verlorene Zeit, wo halt Zeit, die verfliegt viel zu schnell und das ist verlorene Zeit, wo die Schüler schon längst davon hätten profitieren können. Und das die Schüler schon längst davon hätten profitieren können. Und das macht mich wirklich traurig, denn die Umsetzung, die klappt bei macht mich wirklich traurig, denn die Umsetzung, die klappt bei uns an der Schule wunderbar, nur halt die ganze Bürokratie, das ist uns an der Schule wunderbar, nur halt die ganze Bürokratie, das ist wirklich mein Wunsch, dass da eine deutliche Vereinfachung statt-wirklich mein Wunsch, dass da eine deutliche Vereinfachung statt- finden würde und wir als Schule dann sagen: ‚Das, das, das und wir finden würde und wir als Schule dann sagen: ‚Das, das, das und wir haben auch schon alle Konzepte fertig, wir haben alle Zusammen-haben auch schon alle Konzepte fertig, wir haben alle Zusammen- stellungen, Aufstellungen alles schon fertig, hier Bitteschön.‘ Aber stellungen, Aufstellungen alles schon fertig, hier Bitteschön.‘ Aber das ist leider nicht möglich, denn dann muss das erst einmal durch das ist leider nicht möglich, denn dann muss das erst einmal durch ein Gremium, dann durch das andere, dann muss noch jemand hier ein Gremium, dann durch das andere, dann muss noch jemand hier zustimmen und dann hat wieder ein Politikerwechsel stattgefunden zustimmen und dann hat wieder ein Politikerwechsel stattgefunden und pipapo bis wir an das Geld kommen als Schule, ist schon zum und pipapo bis wir an das Geld kommen als Schule, ist schon zum Beispiel ein Jahrgang raus.“Beispiel ein Jahrgang raus.“ Des Weiteren äußern Lehrkräfte den Wunsch, an noch mehr Weiterbildungen Des Weiteren äußern Lehrkräfte den Wunsch, an noch mehr Weiterbildungen als bisher teilnehmen zu können, was jedoch durch die hohe Lehrverpflich-als bisher teilnehmen zu können, was jedoch durch die hohe Lehrverpflich- tung erschwert wird. Ebenso ist ein intensiverer Austausch untereinander tung erschwert wird. Ebenso ist ein intensiverer Austausch untereinander gewünscht. Dies gilt nicht nur für einen Austausch zwischen Regelschul-gewünscht. Dies gilt nicht nur für einen Austausch zwischen Regelschul- lehrkräften, sondern bezieht sich auch auf den zwischen Regelschul- und lehrkräften, sondern bezieht sich auch auf den zwischen Regelschul- und Förderschullehrkräften. Des Weiteren zeigt sich: Auch der fehlende oder Förderschullehrkräften. Des Weiteren zeigt sich: Auch der fehlende oder mangelhafte IT-Support und die Verpflichtung zur Wahrung der Datenschutz-mangelhafte IT-Support und die Verpflichtung zur Wahrung der Datenschutz- bestimmungen schränken die Nutzung digitaler Medien stark ein. Die Schu-bestimmungen schränken die Nutzung digitaler Medien stark ein. Die Schu- len wünschen sich eine „White List“ der Regierung, um mit in Sachen Daten-len wünschen sich eine „White List“ der Regierung, um mit in Sachen Daten- schutz unbedenklichen Apps arbeiten zu können.schutz unbedenklichen Apps arbeiten zu können. Medienbeauftragte Lehrkraft: „[D]a müsste man vielleicht mal Medienbeauftragte Lehrkraft: „[D]a müsste man vielleicht mal auch gucken, ob es da nicht eine Möglichkeit gibt, bundesweit dann auch gucken, ob es da nicht eine Möglichkeit gibt, bundesweit dann irgendwie eine einheitliche Richtung einzuschlagen, die dann auch irgendwie eine einheitliche Richtung einzuschlagen, die dann auch beispielsweise in [Bundesland Standort] den Schülerinnen und beispielsweise in [Bundesland Standort] den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, Produkte von Microsoft zu nutzen, wie dieses Schülern ermöglicht, Produkte von Microsoft zu nutzen, wie dieses Office 365 oder so. Dass die zu Hause auch damit arbeiten könn-Office 365 oder so. Dass die zu Hause auch damit arbeiten könn- ten. Denn das wird ja in den Unternehmen von denen erwartet, ten. Denn das wird ja in den Unternehmen von denen erwartet, dass sie das können. Das lernen sie bei uns in der Schule auch, dass sie das können. Das lernen sie bei uns in der Schule auch, aber zu Hause müssen sie dann wieder auf Libre Office oder Open aber zu Hause müssen sie dann wieder auf Libre Office oder Open Office zurückgreifen und es gibt ja Möglichkeiten, das wirklich kos-Office zurückgreifen und es gibt ja Möglichkeiten, das wirklich kos- tengünstig auch für die Schülerinnen und Schüler zur Verfügung zu tengünstig auch für die Schülerinnen und Schüler zur Verfügung zu stellen, aber halt bei uns in [Bundesland Standort] nicht.“stellen, aber halt bei uns in [Bundesland Standort] nicht.“ Barrieren in der Verzahnung, die sich aus Problemen mit dem Datenschutz Barrieren in der Verzahnung, die sich aus Problemen mit dem Datenschutz ergeben, können unter Umständen durch einen engen Austausch zwischen ergeben, können unter Umständen durch einen engen Austausch zwischen ““ ““ 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 129 der Schule und der mit dem Datenschutz befassten Person der Schulbehörde der Schule und der mit dem Datenschutz befassten Person der Schulbehörde überwunden werden.überwunden werden. Schulleitungen berichten zudem von einer als zu hoch empfundenen Be-Schulleitungen berichten zudem von einer als zu hoch empfundenen Be- lastung durch die schulbehördlichen Ansprüche und von einem Mangel an lastung durch die schulbehördlichen Ansprüche und von einem Mangel an einem behördlich geschaffenen Raum für nationalen und internationalen Wis-einem behördlich geschaffenen Raum für nationalen und internationalen Wis- sensaustausch zwischen verschiedenen Schulen.sensaustausch zwischen verschiedenen Schulen. Besonders auffällig sind die widersprüchlichen Aussagen der Schulen zum Besonders auffällig sind die widersprüchlichen Aussagen der Schulen zum Bedarf nach mehr inhaltlicher Unterstützung und Kontrolle durch die Behör-Bedarf nach mehr inhaltlicher Unterstützung und Kontrolle durch die Behör- den. So wünschen sich einige Schulen die Vorgabe von Umsetzungsplänen den. So wünschen sich einige Schulen die Vorgabe von Umsetzungsplänen zu den behördlichen Forderungen nach Inklusion und Digitalisierung und die zu den behördlichen Forderungen nach Inklusion und Digitalisierung und die Bereitstellung von beratenden Personen, wie folgender Interviewausschnitt Bereitstellung von beratenden Personen, wie folgender Interviewausschnitt illustriert:illustriert: Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Ich würde mir mehr Unterstüt-Inklusionsbeauftragte Lehrkraft: „Ich würde mir mehr Unterstüt- zung seitens der Behörde wünschen. Dass eben nicht nur was aus-zung seitens der Behörde wünschen. Dass eben nicht nur was aus- geschüttet wird, sondern dass da einfach auch ein Umsetzungsplan geschüttet wird, sondern dass da einfach auch ein Umsetzungsplan ein bisschen mehr mitgedacht wird, also dass die Herausforderun-ein bisschen mehr mitgedacht wird, also dass die Herausforderun- gen, vor denen Schule steht, da besser mitgedacht werden und gen, vor denen Schule steht, da besser mitgedacht werden und wir dann auch Experten zur Verfügung gestellt kriegen, die uns wir dann auch Experten zur Verfügung gestellt kriegen, die uns vielleicht in einer Anfangsphase unterstützen, hier sind und uns vielleicht in einer Anfangsphase unterstützen, hier sind und uns begleiten, das wäre perfekt. Jemand gerade, der viel Erfahrung begleiten, das wäre perfekt. Jemand gerade, der viel Erfahrung mitbringt, weil er an Schulen gearbeitet hat, die so eben im Pro-mitbringt, weil er an Schulen gearbeitet hat, die so eben im Pro- zess schon weiter ist, die dann einer Schule in den ersten Monaten zess schon weiter ist, die dann einer Schule in den ersten Monaten immer an zwei oder drei Tagen zur Verfügung steht, mitläuft durch immer an zwei oder drei Tagen zur Verfügung steht, mitläuft durch Klassen, sich das anguckt, in die Jahrgangsteams mit reingeht, Klassen, sich das anguckt, in die Jahrgangsteams mit reingeht, in die Leitungsgruppe mit reingeht, in den Medienausschuss mit in die Leitungsgruppe mit reingeht, in den Medienausschuss mit reingeht und da einfach als Berater tätig wäre, das wäre toll. [...] reingeht und da einfach als Berater tätig wäre, das wäre toll. [...] Jemand, der uns begleitet. Weil es ist dramatisch, dass jede Schule Jemand, der uns begleitet. Weil es ist dramatisch, dass jede Schule auch wieder hier das Rad neu erfinden soll.“auch wieder hier das Rad neu erfinden soll.“ Andere Schulen hingegen wünschen sich eine unkomplizierte Bereitstellung Andere Schulen hingegen wünschen sich eine unkomplizierte Bereitstellung aller benötigten Ressourcen und mehr Vertrauen in die inhaltliche Aufberei-aller benötigten Ressourcen und mehr Vertrauen in die inhaltliche Aufberei- tung.tung. Schulleitung: „Also tatsächlich ist das so: Autonomie für Schulen. Schulleitung: „Also tatsächlich ist das so: Autonomie für Schulen. Genau. Das ist der große Begriff, der mich die ganze Zeit umtreibt, Genau. Das ist der große Begriff, der mich die ganze Zeit umtreibt, dass ich sage: ‚Verdammt nochmal, jetzt lassen Sie uns machen. dass ich sage: ‚Verdammt nochmal, jetzt lassen Sie uns machen. Jetzt geben Sie endlich diese Gelder aus dem DigitalPakt frei.‘ Jetzt geben Sie endlich diese Gelder aus dem DigitalPakt frei.‘ Klassisches Beispiel: Kollegen schreiben einen Riesenantrag für Klassisches Beispiel: Kollegen schreiben einen Riesenantrag für so einen Makerspace, für Podcast-Herstellung. Da steht der Gerä-so einen Makerspace, für Podcast-Herstellung. Da steht der Gerä- tetypname drin. Da steht drin, was genau konzeptionell gemacht tetypname drin. Da steht drin, was genau konzeptionell gemacht wird, welche Schülergruppen in welcher Räumlichkeit und so wei-wird, welche Schülergruppen in welcher Räumlichkeit und so wei- ter. Das ist ein Antrag von, keine Ahnung, 18.000 Euro. Jetzt nicht ter. Das ist ein Antrag von, keine Ahnung, 18.000 Euro. Jetzt nicht die Welt für diesen riesen DigitalPakt. Und die Landesschulbehör-die Welt für diesen riesen DigitalPakt. Und die Landesschulbehör- de sagt: ‚Das müssen wir aber jetzt durch das Kultusministerium de sagt: ‚Das müssen wir aber jetzt durch das Kultusministerium prüfen lassen und die müssen gucken, ob das wirklich sinnvoll ist.‘ prüfen lassen und die müssen gucken, ob das wirklich sinnvoll ist.‘ Jetzt wissen wir, wir sind in einem halben Jahr in einem Rückkopp-Jetzt wissen wir, wir sind in einem halben Jahr in einem Rückkopp- ““ ““ 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 130 lungsprozess und sagen: ‚Moment mal. Wir sind eine vom Kultus-lungsprozess und sagen: ‚Moment mal. Wir sind eine vom Kultus- ministerium ausgezeichnete Schule, wir sind von der Bitkom aus-ministerium ausgezeichnete Schule, wir sind von der Bitkom aus- gezeichnete Schule, wir wissen schon ziemlich genau, was wir tun. gezeichnete Schule, wir wissen schon ziemlich genau, was wir tun. Geben Sie uns – da sind wir beim Thema Wertschätzung – bitte die Geben Sie uns – da sind wir beim Thema Wertschätzung – bitte die Wertschätzung, dass WIR die Expertise haben und nicht SIE in den Wertschätzung, dass WIR die Expertise haben und nicht SIE in den Ämtern und lassen Sie uns machen.‘ Das heißt, diese Autonomie Ämtern und lassen Sie uns machen.‘ Das heißt, diese Autonomie für Schulen ist so extrem wichtig.“für Schulen ist so extrem wichtig.“ Aus den aus Sicht der Schulvertreter*innen explizierten Hemmfaktoren las-Aus den aus Sicht der Schulvertreter*innen explizierten Hemmfaktoren las- sen sich Ableitungen für Erfolgsfaktoren für eine inklusiv-digitale Schule in sen sich Ableitungen für Erfolgsfaktoren für eine inklusiv-digitale Schule in Bezug auf die schulbehördlich-rechtlichen Rahmenbedingungen erstellen. In Bezug auf die schulbehördlich-rechtlichen Rahmenbedingungen erstellen. In der nachfolgenden Wortwolke (Abbildung 18) finden sich die gewichteten der nachfolgenden Wortwolke (Abbildung 18) finden sich die gewichteten Gelingensbedingungen für den Baustein Gelingensbedingungen für den Baustein Weitere Einflussfaktoren berücksich-Weitere Einflussfaktoren berücksich- tigentigen.. Abbildung 18: Gelingensbedingungen für die Ebene schulbehördlich-rechtlicher Rahmenbe- dingungen. Erkennbar ist, dass auf der einen Seite sehr wohl Limitationen durch behörd-Erkennbar ist, dass auf der einen Seite sehr wohl Limitationen durch behörd- liche Vorgaben hingenommen werden müssen. Schule kann nicht in einem liche Vorgaben hingenommen werden müssen. Schule kann nicht in einem regulationsfreien Raum gestaltet werden. Allerdings ist es durchaus lohnend, regulationsfreien Raum gestaltet werden. Allerdings ist es durchaus lohnend, den Rahmen, innerhalb dessen Schul- und Unterrichtsentwicklung für Einzel-den Rahmen, innerhalb dessen Schul- und Unterrichtsentwicklung für Einzel- schule gestaltet werden kann, genau auszuloten. Mitunter werden die ge-schule gestaltet werden kann, genau auszuloten. Mitunter werden die ge- steckten Weichen als zu starr eingeschätzt - damit bleiben dann wiederum steckten Weichen als zu starr eingeschätzt - damit bleiben dann wiederum Entwicklungspotenziale ungenutzt.Entwicklungspotenziale ungenutzt. 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 131 4.3 Kapitelzusammenfassung Inklusion und Digitalisierung in Schule zu gemeinsam wirkenden Prin-Inklusion und Digitalisierung in Schule zu gemeinsam wirkenden Prin- zipien werden zu lassen bedeutet, (Einzel-)Schule in umfassender zipien werden zu lassen bedeutet, (Einzel-)Schule in umfassender Weise neu zu arrangieren. Die inklusiven Werte und Prinzipien erfor-Weise neu zu arrangieren. Die inklusiven Werte und Prinzipien erfor- dern ein Neu-Denken des Lernens, Lehrens und Arbeitens in Schule. dern ein Neu-Denken des Lernens, Lehrens und Arbeitens in Schule. Damit mehr Partizipation gelebt werden kann, braucht es Formate der Damit mehr Partizipation gelebt werden kann, braucht es Formate der Mitbestimmung, eine offene, wertschätzende Kommunikation sowie transparente Mitbestimmung, eine offene, wertschätzende Kommunikation sowie transparente und für alle zugängliche Informationen. Das für die Bewerkstelligung dieser An-und für alle zugängliche Informationen. Das für die Bewerkstelligung dieser An- liegen einige Tools, Konzepte und Formate eher geeignet sein können als andere, liegen einige Tools, Konzepte und Formate eher geeignet sein können als andere, ist leicht einzusehen. Inklusion in Schule zu leben meint, dass alle Mitglieder in ist leicht einzusehen. Inklusion in Schule zu leben meint, dass alle Mitglieder in Schule mit ihrer Individualität an Schule teilnehmen und sie mitgestalten kön-Schule mit ihrer Individualität an Schule teilnehmen und sie mitgestalten kön- nen. Das Partizipieren aller und das Anerkennen der Vielfalt müssen die zentralen nen. Das Partizipieren aller und das Anerkennen der Vielfalt müssen die zentralen Anliegen in Schule werden. In diesem Sinne lassen sich Überlegungen anstellen, Anliegen in Schule werden. In diesem Sinne lassen sich Überlegungen anstellen, durch welche Strategien, Maßnahmen und Instrumente eine Beteiligung aller durch welche Strategien, Maßnahmen und Instrumente eine Beteiligung aller möglich gemacht wird. Mit dem Fokus auf diese inklusiven Prinzipien erweisen möglich gemacht wird. Mit dem Fokus auf diese inklusiven Prinzipien erweisen sich verschiedene digitale Medien und digitale Formate, Programme, Plattformen sich verschiedene digitale Medien und digitale Formate, Programme, Plattformen usw. als hilfreich, weil sie Zugänge schaffen, Barrieren überwinden, Individualität usw. als hilfreich, weil sie Zugänge schaffen, Barrieren überwinden, Individualität ermöglichen und Kommunikation vereinfachen. ermöglichen und Kommunikation vereinfachen. Das folgende Das folgende BeispielBeispiel aus der Praxis thematisiert zwei digitale Werkzeuge, die aus der Praxis thematisiert zwei digitale Werkzeuge, die mehrere der Struktur- und Prozessebene im Rahmen einer Verzahnung von In-mehrere der Struktur- und Prozessebene im Rahmen einer Verzahnung von In- klusion und Digitalisierung berühren. So bewirkt der Einsatz eines digitalen Klas-klusion und Digitalisierung berühren. So bewirkt der Einsatz eines digitalen Klas- senbuchs und einer Online-Plattform an einer Schule eine systematische Ver-senbuchs und einer Online-Plattform an einer Schule eine systematische Ver- zahnung der Bereiche „Ressourcen verwalten“ und „Schulalltag gestalten“. Als zahnung der Bereiche „Ressourcen verwalten“ und „Schulalltag gestalten“. Als Gelingensbedingungen im Kontext der inklusiv-digitalen Schulentwicklung werden Gelingensbedingungen im Kontext der inklusiv-digitalen Schulentwicklung werden die Einführung des digitalen Klassenbuchs und die Implementation des schuleige-die Einführung des digitalen Klassenbuchs und die Implementation des schuleige- nen Schulservers IServ gesehen. Vorteile im Kontext von Inklusion werden bei nen Schulservers IServ gesehen. Vorteile im Kontext von Inklusion werden bei dem digitalen Klassenbuch darin gesehen, dass Ergebnisse, Lernfortschritte und dem digitalen Klassenbuch darin gesehen, dass Ergebnisse, Lernfortschritte und Arbeitsmaterialien dokumentiert werden und Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbe-Arbeitsmaterialien dokumentiert werden und Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbe- reitung Zeit einsparen können. Weiterhin verfügt der Schulserver über ein Info-reitung Zeit einsparen können. Weiterhin verfügt der Schulserver über ein Info- board mit Hinweisen zu einzelnen Schüler*innen, zum Beispiel zu Förderschwer-board mit Hinweisen zu einzelnen Schüler*innen, zum Beispiel zu Förderschwer- punkten. Auf Basis dieser Informationen kann die unterrichtende Lehrkraft – also punkten. Auf Basis dieser Informationen kann die unterrichtende Lehrkraft – also auch eine Vertretungslehrkraft, die noch nicht mit der Lerngruppe vertraut ist auch eine Vertretungslehrkraft, die noch nicht mit der Lerngruppe vertraut ist – kurzfristig in den Förderplanordner auf dem Schulserver hineinschauen. Dieser – kurzfristig in den Förderplanordner auf dem Schulserver hineinschauen. Dieser weist folgende Funktionen auf: Die Schule nutzt die Plattform IServ zur Vertei-weist folgende Funktionen auf: Die Schule nutzt die Plattform IServ zur Vertei- lung von Arbeitsmaterialien und Aufgaben, zur Sammlung von und Rückmeldung lung von Arbeitsmaterialien und Aufgaben, zur Sammlung von und Rückmeldung zu Arbeitsergebnissen der Schüler*innen sowie zur Kommunikation via Messen-zu Arbeitsergebnissen der Schüler*innen sowie zur Kommunikation via Messen- ger und in einem Forum. IServ dient auch den Lehrkräften für den Austausch ger und in einem Forum. IServ dient auch den Lehrkräften für den Austausch von Materialien und zur Vernetzung, auch im Bereich Inklusion. Es werden dort von Materialien und zur Vernetzung, auch im Bereich Inklusion. Es werden dort digitale Förderplanordner zur Dokumentation und Weitergabe des Arbeitsstands digitale Förderplanordner zur Dokumentation und Weitergabe des Arbeitsstands und weiterer Informationen über die Förderschüler*innen abgelegt. Folglich findet und weiterer Informationen über die Förderschüler*innen abgelegt. Folglich findet eine Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung auf Unterrichtsebene insofern eine Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung auf Unterrichtsebene insofern systematisch und schulweit dadurch statt, dass Arbeitsstand, Fördermaßnahmen, systematisch und schulweit dadurch statt, dass Arbeitsstand, Fördermaßnahmen, Förderplanordner, Vereinbarungen und Materialien für die Förderschüler*innen Förderplanordner, Vereinbarungen und Materialien für die Förderschüler*innen digital dokumentiert und bereitgestellt werden. Dies wird als deutliche Erleichte-digital dokumentiert und bereitgestellt werden. Dies wird als deutliche Erleichte- rung für die Vorbereitung des inklusiven Unterrichts, die individuelle Förderung rung für die Vorbereitung des inklusiven Unterrichts, die individuelle Förderung und die kollegiale Zusammenarbeit empfunden. Durch das digitale Format stehen und die kollegiale Zusammenarbeit empfunden. Durch das digitale Format stehen Regellehrkräfte und Förderlehrkräfte in einem engen und transparent geführ-Regellehrkräfte und Förderlehrkräfte in einem engen und transparent geführ- 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 132 ten Austausch. Förderschullehrkräfte haben zudem eine Anleitung zur Erstellung ten Austausch. Förderschullehrkräfte haben zudem eine Anleitung zur Erstellung eines Förderplans hinterlegt, die die Regellehrkräfte nutzen können. Die folgende eines Förderplans hinterlegt, die die Regellehrkräfte nutzen können. Die folgende Ausführung einer Schulleitung zeigt, wie das Zusammenspiel der beiden eben be-Ausführung einer Schulleitung zeigt, wie das Zusammenspiel der beiden eben be- schriebenen digitalen Werkzeuge entlastend für Lehrkräfte wirkt.schriebenen digitalen Werkzeuge entlastend für Lehrkräfte wirkt. Schulleitung: „[D]ie Kollegen fühlen sich entlastet durch Material, Schulleitung: „[D]ie Kollegen fühlen sich entlastet durch Material, das sie heute haben durch konkrete Handlungs(unv.). Dadurch ist das sie heute haben durch konkrete Handlungs(unv.). Dadurch ist dieser ganze Bereich Inklusion auch so ein bisschen entmystifiziert dieser ganze Bereich Inklusion auch so ein bisschen entmystifiziert worden. Und die Kollegen haben auch gemerkt, es ist handlebar. worden. Und die Kollegen haben auch gemerkt, es ist handlebar. [E]s ist möglich und ich brauche nicht einen Förderplan schreiben, [E]s ist möglich und ich brauche nicht einen Förderplan schreiben, der achtundzwanzig Seiten lang ist, sondern: zwei Ziele, zwei Maß-der achtundzwanzig Seiten lang ist, sondern: zwei Ziele, zwei Maß- nahmen. […] Ich glaube, […] das hat hier viele Widerstände auf-nahmen. […] Ich glaube, […] das hat hier viele Widerstände auf- gehoben. […] Für mich war dann auch wichtig dann irgendwann zu gehoben. […] Für mich war dann auch wichtig dann irgendwann zu sagen: ‚Okay. [W]ir müssen das erreichen können, was wir er-sagen: ‚Okay. [W]ir müssen das erreichen können, was wir er- reichen können. Nicht weniger, nicht im Elfenbeinturm […].‘ Aber reichen können. Nicht weniger, nicht im Elfenbeinturm […].‘ Aber wichtig, dass wir das Kollegium nicht überfordern, sondern dass wichtig, dass wir das Kollegium nicht überfordern, sondern dass wir immer so da ein Gefühl auch hinterlassen: Wir bieten etwas an. wir immer so da ein Gefühl auch hinterlassen: Wir bieten etwas an. Unterstützen euch. Wir beraten. Wir sind konkret. Und wir stellen Unterstützen euch. Wir beraten. Wir sind konkret. Und wir stellen euch etwas zur Verfügung. Und dadurch haben sich viele Wider-euch etwas zur Verfügung. Und dadurch haben sich viele Wider- stände […] abgebaut. Also ich merke so mittlerweile sind alle Kolle-stände […] abgebaut. Also ich merke so mittlerweile sind alle Kolle- gen, die ihre Förderpläne machen, die Förderpläne hinterlegen […] gen, die ihre Förderpläne machen, die Förderpläne hinterlegen […] ich würde mal sagen zu achtzig Prozent mit einem großen Wohl-ich würde mal sagen zu achtzig Prozent mit einem großen Wohl- wollen und einer großen Verantwortungsbereitschaft auch für die wollen und einer großen Verantwortungsbereitschaft auch für die Schülerinnen und Schüler.“Schülerinnen und Schüler.“ Durch den Einsatz digitaler Medien können Austausch- und Abstimmungsprozesse Durch den Einsatz digitaler Medien können Austausch- und Abstimmungsprozesse erleichtert oder gar erst möglich gemacht werden. Und doch hängt Partizipation erleichtert oder gar erst möglich gemacht werden. Und doch hängt Partizipation nicht bloß von dem Einsatz digitaler Medien ab. Um den individuellen Bedürfnis-nicht bloß von dem Einsatz digitaler Medien ab. Um den individuellen Bedürfnis- sen und Bedarfen der Mitglieder in Schule Rechnung tragen zu können, braucht sen und Bedarfen der Mitglieder in Schule Rechnung tragen zu können, braucht es grundlegende Strukturen, die diese Mitbestimmung möglich machen, die auf es grundlegende Strukturen, die diese Mitbestimmung möglich machen, die auf einen erhöhten Informations- und Weiterbildungsbedarf aufgrund der gestiege-einen erhöhten Informations- und Weiterbildungsbedarf aufgrund der gestiege- nen Anforderungen reagieren und Kollaboration und Kooperation möglich ma-nen Anforderungen reagieren und Kollaboration und Kooperation möglich ma- chen. chen. Dafür können sich verschiedene strukturelle Einbettungen als passend erweisen: Dafür können sich verschiedene strukturelle Einbettungen als passend erweisen: • • Schüler*innenparlament, Schüler*innenparlament, • • Steuerungsgruppe unter der Beteiligung aller Mitglieder in SchuleSteuerungsgruppe unter der Beteiligung aller Mitglieder in Schule • • Testwochen für neue Ideen, Testgruppe usw.Testwochen für neue Ideen, Testgruppe usw. • • Ideen-MarktplatzIdeen-Marktplatz • • Eltern-Cafés Eltern-Cafés • • Lehr-Tandems Lehr-Tandems • • Lern-Tandems Lern-Tandems • • uvm.uvm. ““ 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 133 Schlussendlich sollte (Einzel-)Schule für sich reflektieren, welche Strukturen sich Schlussendlich sollte (Einzel-)Schule für sich reflektieren, welche Strukturen sich für die individuellen Begebenheiten als relevant erweisen können. Anzuerken-für die individuellen Begebenheiten als relevant erweisen können. Anzuerken- nen ist, dass es sich bei der Herausbildung neuer Strukturen und der Etablierung nen ist, dass es sich bei der Herausbildung neuer Strukturen und der Etablierung neuer Prozesse um einen umfassenden Entwicklungsprozess handelt, der Verän-neuer Prozesse um einen umfassenden Entwicklungsprozess handelt, der Verän- derungen mit sich bringt, aber vor allem zu Beginn Zeit benötigt. Das Hineinfin-derungen mit sich bringt, aber vor allem zu Beginn Zeit benötigt. Das Hineinfin- den in Neues, der Austausch darüber, das Nachjustieren und Anpassen und Neu-den in Neues, der Austausch darüber, das Nachjustieren und Anpassen und Neu- starten - all das kostet zunächst einmal Zeit. Vor allem aber benötigt ein solcher starten - all das kostet zunächst einmal Zeit. Vor allem aber benötigt ein solcher Veränderungsprozess eine offene Kommunikation, damit Verunsicherungen und Veränderungsprozess eine offene Kommunikation, damit Verunsicherungen und Skepsis ausgeräumt werden können. Ganz entscheidend für das Gelingen eines Skepsis ausgeräumt werden können. Ganz entscheidend für das Gelingen eines solchen Veränderungsprozesses ist die Haltung der Mitglieder in Schule. Um eine solchen Veränderungsprozesses ist die Haltung der Mitglieder in Schule. Um eine offene, innovationsbereite, inklusive Haltung ausbilden zu können, braucht es offene, innovationsbereite, inklusive Haltung ausbilden zu können, braucht es Strukturen, die gegenseitige Unterstützungen ermöglichen, den Austausch för-Strukturen, die gegenseitige Unterstützungen ermöglichen, den Austausch för- dern und Kompetenzen ausbauen. dern und Kompetenzen ausbauen. 4.4 Literaturverzeichnis Abraham, Martin; Büschges, Günter. 2009. Abraham, Martin; Büschges, Günter. 2009. Einführung in die Organisations-Einführung in die Organisations- soziologie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaftensoziologie. 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HMD Praxis der HMD Praxis der WirtschaftsinformatikWirtschaftsinformatik, 46, 71–79. https://doi.org/10.1007/BF03340345, 46, 71–79. https://doi.org/10.1007/BF03340345 Heitmann, Katja. 2013. Heitmann, Katja. 2013. Wissensmanagement in der Schulentwicklung. Theore-Wissensmanagement in der Schulentwicklung. Theore- tische Analyse und empirische Exploration aus systemischer Sichttische Analyse und empirische Exploration aus systemischer Sicht. Wiesbaden: . Wiesbaden: Springer VS. Springer VS. 4 Baustein Strukturen und Prozesse Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 134 Hofbauer, Günter. 2004. Erfolgsfaktoren bei der Einführung von Innovationen. In: Hofbauer, Günter. 2004. Erfolgsfaktoren bei der Einführung von Innovationen. In: Arbeitsberichte - Arbeitsberichte - Working PapersWorking Papers. Heft Nr. 3, Ingolstadt. Verfügbar unter: https://. Heft Nr. 3, Ingolstadt. 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Partizipative Strukturen als Kenn-Vockerodt, Yvonne; Meisner, Andreas. 2012. Partizipative Strukturen als Kenn- zeichen erfolgreicher Schulen. In: Wege aus dem Bildungsdilemma. ARCHIV für zeichen erfolgreicher Schulen. In: Wege aus dem Bildungsdilemma. ARCHIV für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit. 43. Jahrgang, Nr. 2/2012, 78-81. Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit. 43. Jahrgang, Nr. 2/2012, 78-81. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/materialien/attach/296.pdf#page=80 Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/materialien/attach/296.pdf#page=80 (Zugegriffen: 25.05.22).(Zugegriffen: 25.05.22). 5 Baustein Unterricht Unterricht 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 136 5 Baustein Unterricht Auch wenn es in dieser Handreichung stetig um die Verzahnung von Inklusion Auch wenn es in dieser Handreichung stetig um die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung in Schule und Unterricht geht, so ist insbesondere beim Bau-und Digitalisierung in Schule und Unterricht geht, so ist insbesondere beim Bau- stein Unterricht darauf hinzuweisen, dass digitale Medien nicht um ihrer Selbst stein Unterricht darauf hinzuweisen, dass digitale Medien nicht um ihrer Selbst willen im Unterricht eingesetzt werden sollen. Es geht vor allem darum, Inklusion willen im Unterricht eingesetzt werden sollen. Es geht vor allem darum, Inklusion durch den Einsatz digitaler Medien – und des sich zu Nutze machens der Digi-durch den Einsatz digitaler Medien – und des sich zu Nutze machens der Digi- talität – zu befördern. Erklärtes Ziel ist schließlich, gleichberechtigte Teilhabe an talität – zu befördern. Erklärtes Ziel ist schließlich, gleichberechtigte Teilhabe an Bildung für alle zu erreichen. Hierbei können digitale Medien eine Unterstützung Bildung für alle zu erreichen. Hierbei können digitale Medien eine Unterstützung bieten und neue Möglichkeiten der Teilhabe entfachen. bieten und neue Möglichkeiten der Teilhabe entfachen. 5.1 Die sieben Bestandteile der Unterrichtsebene In diesem Baustein werden die Gelingensbedingungen für einen inklusiv-digitalen In diesem Baustein werden die Gelingensbedingungen für einen inklusiv-digitalen Unterricht behandelt. Das bedeutet, dass neben Aspekten, die sehr offensicht-Unterricht behandelt. Das bedeutet, dass neben Aspekten, die sehr offensicht- lich das Unterrichten an sich betreffen, auch jene Aspekte beleuchtet werden, die lich das Unterrichten an sich betreffen, auch jene Aspekte beleuchtet werden, die eher indirekt Einfluss auf den Unterricht und dessen Gestaltung nehmen. eher indirekt Einfluss auf den Unterricht und dessen Gestaltung nehmen. Über die jeweiligen Unterbausteine werden die wesentlichen Stellschrauben für Über die jeweiligen Unterbausteine werden die wesentlichen Stellschrauben für eine inklusiv-digitale Schule auf Unterrichtsebene markiert. Aus Gründen der bes-eine inklusiv-digitale Schule auf Unterrichtsebene markiert. Aus Gründen der bes- seren Nachvollziehbarkeit wird der grafische Überblick dieses Bausteins und der seren Nachvollziehbarkeit wird der grafische Überblick dieses Bausteins und der dazugehörigen Unterbausteine auf drei Etappen aufgeteilt. Anstatt also eine gro-dazugehörigen Unterbausteine auf drei Etappen aufgeteilt. Anstatt also eine gro- ße Grafik zu präsentieren, werden nach und nach drei Abschnitte vorgestellt. Der ße Grafik zu präsentieren, werden nach und nach drei Abschnitte vorgestellt. Der erste Abschnitt umfasst die Unterbausteine erste Abschnitt umfasst die Unterbausteine LernsettingsLernsettings, , BarrierefreiheitBarrierefreiheit und und Bin-Bin- nendifferenzierungnendifferenzierung und wird einleitend den dazugehörigen Kapiteln vorangestellt. und wird einleitend den dazugehörigen Kapiteln vorangestellt. Der zweite Abschnitt weist den Unterbaustein Der zweite Abschnitt weist den Unterbaustein Inklusiv-digitale Medien(-Bildung)Inklusiv-digitale Medien(-Bildung) aus. Im dritten Abschnitt schließlich soll es um die Unterbausteine aus. Im dritten Abschnitt schließlich soll es um die Unterbausteine Professionali-Professionali- sierungsierung, , ReflexionReflexion, , FeedbackFeedback und und EvaluationEvaluation sowie sowie Durchgängige Sprachbildung Durchgängige Sprachbildung gehengehen. . 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 137 Abbildung 19: Unterbausteine Lernsettings, Barriefreiheit und Binnendifferenzierung. 5.2 Lernsettings Prägend für den Weg hin zu einer inklusiv-digitalen Schule ist in vielerlei Hinsicht Prägend für den Weg hin zu einer inklusiv-digitalen Schule ist in vielerlei Hinsicht das Gestalten der Lernsettings für und mit Schüler*innen. So können Lehr-Lern-das Gestalten der Lernsettings für und mit Schüler*innen. So können Lehr-Lern- settings als zentrale Stellschraube angesehen werden, an der es sich zu drehen settings als zentrale Stellschraube angesehen werden, an der es sich zu drehen lohnt, wenn ein Mehr an Inklusion unter Einbeziehung digitaler Medien herbeige-lohnt, wenn ein Mehr an Inklusion unter Einbeziehung digitaler Medien herbeige- führt werden soll. führt werden soll. „Ein Lernsetting oder auch Lehr-/Lernarrangement stellt die Gesamtheit „Ein Lernsetting oder auch Lehr-/Lernarrangement stellt die Gesamtheit der Komponenten dar, in deren Rahmen Lernen geschieht. Hierbei wer-der Komponenten dar, in deren Rahmen Lernen geschieht. Hierbei wer- den sowohl methodische als auch didaktische Elemente berücksichtigt. den sowohl methodische als auch didaktische Elemente berücksichtigt. Ziel ist die Schaffung einer Umgebung, in der Lerninhalte und -zusam-Ziel ist die Schaffung einer Umgebung, in der Lerninhalte und -zusam- menhänge optimal vermittelt werden können […]“ (Heister et al. 2020, menhänge optimal vermittelt werden können […]“ (Heister et al. 2020, 3). 3). 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 138 Lernsettings bilden den Rahmen, in dem Lehren und Lernen organisiert und ge-Lernsettings bilden den Rahmen, in dem Lehren und Lernen organisiert und ge- staltet wird. Wie der nachfolgenden Abbildung 20 entnommen werden kann, las-staltet wird. Wie der nachfolgenden Abbildung 20 entnommen werden kann, las- sen sich diese Arrangements des Lernens entlang zweier Achsen betrachten und sen sich diese Arrangements des Lernens entlang zweier Achsen betrachten und beschreiben. Je nach Ausrichtung und Schwerpunktlegung sind unterschiedliche beschreiben. Je nach Ausrichtung und Schwerpunktlegung sind unterschiedliche Vor- und Nachteile an das Lernsetting geknüpft – und sie bergen unterschiedlich Vor- und Nachteile an das Lernsetting geknüpft – und sie bergen unterschiedlich ausgeprägte Potenziale für inklusiv-digital gestaltetes Lernen. ausgeprägte Potenziale für inklusiv-digital gestaltetes Lernen. Differenziert werden Lernsettings nach der Ortsgebundenheit und der Zeitgebun-Differenziert werden Lernsettings nach der Ortsgebundenheit und der Zeitgebun- denheit, wobei sich hier jeweils unterschiedliche Ausprägungen ergeben. Die auf denheit, wobei sich hier jeweils unterschiedliche Ausprägungen ergeben. Die auf der X-Achse in der Abbildung dargestellte Ortsgebundenheit spannt sich auf zwi-der X-Achse in der Abbildung dargestellte Ortsgebundenheit spannt sich auf zwi- schen den beiden Polen schen den beiden Polen ortsabhängigortsabhängig und und ortsunabhängigortsunabhängig. Die Y-Achse in dieser . Die Y-Achse in dieser Abbildung repräsentiert den Faktor der Zeitgebundenheit und weist die beiden Abbildung repräsentiert den Faktor der Zeitgebundenheit und weist die beiden Pole Pole asynchronasynchron und und synchronsynchron aus. aus. Abbildung 20. Überblick über verschiedene Lernsettings (Quelle: „Lernsettings“ Anna Ansari 2021; https://www.zess.uni-goettingen.de/mediendidaktik/2021/09/17/to-do-hybride-lernset- tings-ein-definitionsversuch-1-4/). Lenkt man den Blick auf die linke, untere Ecke der Abbildung, dann ist zu erken-Lenkt man den Blick auf die linke, untere Ecke der Abbildung, dann ist zu erken- nen, dass die Präsenzlehre in Schule durch Ortsabhängigkeit und Synchronität nen, dass die Präsenzlehre in Schule durch Ortsabhängigkeit und Synchronität gekennzeichnet ist. Wer also nicht zu einer definierten Uhrzeit an einem konkret gekennzeichnet ist. Wer also nicht zu einer definierten Uhrzeit an einem konkret festgelegten Ort – wie beispielsweise einem Klassenraum – sein kann, hat keine festgelegten Ort – wie beispielsweise einem Klassenraum – sein kann, hat keine Möglichkeit teilzuhaben. Dieses Lernsetting ist also eines, das durch physische Möglichkeit teilzuhaben. Dieses Lernsetting ist also eines, das durch physische Anwesenheit geprägt ist. Es gibt vielfältige Gründe, die zu einer etwaigen Abwe-Anwesenheit geprägt ist. Es gibt vielfältige Gründe, die zu einer etwaigen Abwe- senheit eines*einer Schüler*in führen können. Um Barrieren für die Teilnahme zu senheit eines*einer Schüler*in führen können. Um Barrieren für die Teilnahme zu reduzieren, kann ein solches Lernsetting um digitale Angebote ergänzt werden. reduzieren, kann ein solches Lernsetting um digitale Angebote ergänzt werden. Derlei Angebote können in unterschiedlich ausgeprägte Lernsettings münden. Derlei Angebote können in unterschiedlich ausgeprägte Lernsettings münden. Obschon die Ausprägungen unterschiedlich ausfallen können, ist die Bezeichnung Obschon die Ausprägungen unterschiedlich ausfallen können, ist die Bezeichnung dafür recht umfassend: Es handelt sich um hybride Formate, die das Lehren und dafür recht umfassend: Es handelt sich um hybride Formate, die das Lehren und Lernen durch eine Verbindung des Physischen und des Digitalen inklusiver gestal-Lernen durch eine Verbindung des Physischen und des Digitalen inklusiver gestal- ten können. In Abbildung 20 werden die unterschiedlichen Ausprägungen dar-ten können. In Abbildung 20 werden die unterschiedlichen Ausprägungen dar- https://www.zess.uni-goettingen.de/mediendidaktik/2021/09/17/to-do-hybride-lernsettings-ein-definiti https://www.zess.uni-goettingen.de/mediendidaktik/2021/09/17/to-do-hybride-lernsettings-ein-definiti 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 139 gestellt, die sich über die beiden Ebenen Ortsgebundenheit und Zeitgebundenheit gestellt, die sich über die beiden Ebenen Ortsgebundenheit und Zeitgebundenheit aufspannen. aufspannen. Der Gestaltung der Lernsettings und der Frage nach (technischer und personel-Der Gestaltung der Lernsettings und der Frage nach (technischer und personel- ler) Realisierbarkeit geht jedoch das grundlegende Bestreben voraus, das Lehren ler) Realisierbarkeit geht jedoch das grundlegende Bestreben voraus, das Lehren und Lernen so partizipativ wie möglich zu gestalten. Im Zuge der Ausführungen und Lernen so partizipativ wie möglich zu gestalten. Im Zuge der Ausführungen zur zur PartizipationskulturPartizipationskultur, die eine zentrale Säule einer inklusiv-digitalen Schu-, die eine zentrale Säule einer inklusiv-digitalen Schu- le bildet, wurde bereits verdeutlicht, was unter Partizipation verstanden wird. Es le bildet, wurde bereits verdeutlicht, was unter Partizipation verstanden wird. Es geht um die Herausbildung echter Mitgestaltung und Mitbestimmung aller Mitglie-geht um die Herausbildung echter Mitgestaltung und Mitbestimmung aller Mitglie- der in Schule. Dafür muss das Bewusstsein reifen, dass jene Personengruppen in der in Schule. Dafür muss das Bewusstsein reifen, dass jene Personengruppen in Schule teilgeben müssen, die die Deutungshoheit innehaben. Erst dann besteht Schule teilgeben müssen, die die Deutungshoheit innehaben. Erst dann besteht die Möglichkeit, dass beispielsweise Schüler*innen teilhaben können und daraus die Möglichkeit, dass beispielsweise Schüler*innen teilhaben können und daraus Partizipation erwachsen kann. Ein entscheidender Faktor ist: Die Implementa-Partizipation erwachsen kann. Ein entscheidender Faktor ist: Die Implementa- tion inklusiv-digitaler Lernsettings ist in Schule in hohem Maße abhängig von der tion inklusiv-digitaler Lernsettings ist in Schule in hohem Maße abhängig von der Haltung, der Einstellung und der Motivation der agierenden Lehrkräfte (McElvany Haltung, der Einstellung und der Motivation der agierenden Lehrkräfte (McElvany et al. 2018, 831). Der Anspruch, Partizipation zu leben, vergegenwärtigt sich in et al. 2018, 831). Der Anspruch, Partizipation zu leben, vergegenwärtigt sich in Schule allem voran in partizipativ gestaltetem Lernen (Keuler 2019). Schule allem voran in partizipativ gestaltetem Lernen (Keuler 2019). Lehren und Lernen in der Kultur des Digitalen Lehren und Lernen in der Kultur des Digitalen http://www.digitalitaet.comhttp://www.digitalitaet.com Ein Blick in die schulische Praxis Veränderungen im Lernsetting aufgrund des Lockdowns im Rahmen der Veränderungen im Lernsetting aufgrund des Lockdowns im Rahmen der Sars-CoV-2-Pandemie für den PräsenzunterrichtSars-CoV-2-Pandemie für den Präsenzunterricht Lehrkräfte berichten, dass ihr Präsenzunterricht digitaler gestaltet ist und Lehrkräfte berichten, dass ihr Präsenzunterricht digitaler gestaltet ist und den Schüler*innen der Umgang mit digitalen Medien leichter fällt:den Schüler*innen der Umgang mit digitalen Medien leichter fällt: Fachlehrkraft: „Na, ich glaube, das wird sich jetzt nach und nach Fachlehrkraft: „Na, ich glaube, das wird sich jetzt nach und nach einfach auch immer mehr verbessern, weil ich glaube, dass jetzt einfach auch immer mehr verbessern, weil ich glaube, dass jetzt gerade nach dieser Pandemie wirklich deutlich wurde, wir kommen gerade nach dieser Pandemie wirklich deutlich wurde, wir kommen da einfach nicht mehr drum herum und wir brauchen da eine ganz da einfach nicht mehr drum herum und wir brauchen da eine ganz große Innovation, auch wenn man den Eindruck hat, dass das jetzt große Innovation, auch wenn man den Eindruck hat, dass das jetzt gerade schon wieder stockt. Ich habe letztens so gedacht, boah, gerade schon wieder stockt. Ich habe letztens so gedacht, boah, wenn wir jetzt nächste Woche nochmal in einen Lockdown gehen wenn wir jetzt nächste Woche nochmal in einen Lockdown gehen würden, wir haben bis heute unsere Endgeräte noch nicht gekriegt, würden, wir haben bis heute unsere Endgeräte noch nicht gekriegt, also das, was am Anfang gefordert wurde, und ja, wir haben Geld also das, was am Anfang gefordert wurde, und ja, wir haben Geld und wir machen und wir tun, ja, es bleibt dabei, also, ich glau-und wir machen und wir tun, ja, es bleibt dabei, also, ich glau- be, die kommen jetzt irgendwann, aber es ist halt, zwei Jahre fast be, die kommen jetzt irgendwann, aber es ist halt, zwei Jahre fast danach? Wo ich denke, okay, und dann, ja, muss man dann auch danach? Wo ich denke, okay, und dann, ja, muss man dann auch sagen, okay, wie schnell geht es dann bei der Inklusion dann auch sagen, okay, wie schnell geht es dann bei der Inklusion dann auch weiter, ne, also es gibt viel, das will ich gar nicht sagen und die weiter, ne, also es gibt viel, das will ich gar nicht sagen und die ““ http://www.digitalitaet.com 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 140 machen sich da auch wirklich Gedanken, ist ja nicht so, dass sich machen sich da auch wirklich Gedanken, ist ja nicht so, dass sich da keiner Gedanken darüber macht, aber es dauert und es dauert, da keiner Gedanken darüber macht, aber es dauert und es dauert, Schritt für Schritt, aber das ist auch manchmal auch besser als Schritt für Schritt, aber das ist auch manchmal auch besser als sofort alles rein und am Ende passt es dann auch nicht. Wir gucken sofort alles rein und am Ende passt es dann auch nicht. Wir gucken mal. […] Ich bin gespannt, was da noch kommt.“mal. […] Ich bin gespannt, was da noch kommt.“ Fachlehrkraft: „Sagt Ihnen etwas, ne, dieses Microsoft Teams? Da Fachlehrkraft: „Sagt Ihnen etwas, ne, dieses Microsoft Teams? Da gibt es ja dieses Aufgabenmodul zum Beispiel, was wir jetzt über gibt es ja dieses Aufgabenmodul zum Beispiel, was wir jetzt über die Corona-Zeit tatsächlich auch effektiv nutzen, deswegen arbei-die Corona-Zeit tatsächlich auch effektiv nutzen, deswegen arbei- ten wir auch relativ viel mit den iPads. Ähm, dass die Schüler da ten wir auch relativ viel mit den iPads. Ähm, dass die Schüler da dann auch Arbeitsergebnisse hochladen können, auch von der dann auch Arbeitsergebnisse hochladen können, auch von der Schule aus und deswegen nutze ich das häufig wirklich auch, um Schule aus und deswegen nutze ich das häufig wirklich auch, um Aufgaben zu stellen, um ähm auch Arbeiten- Ergebnisse einzusam-Aufgaben zu stellen, um ähm auch Arbeiten- Ergebnisse einzusam- meln, deswegen auch Nachbereitung, da hat man nicht immer die-meln, deswegen auch Nachbereitung, da hat man nicht immer die- se Zettel ständig, dann ist xy nicht da in der Schule. Das erleichtert se Zettel ständig, dann ist xy nicht da in der Schule. Das erleichtert mir schon die Unterrichtsvor- und -nachbereitung. Dass ich dann mir schon die Unterrichtsvor- und -nachbereitung. Dass ich dann auch quasi etwas korrigieren kann, den Schülern so wiedergeben auch quasi etwas korrigieren kann, den Schülern so wiedergeben kann, ähm, das hilft mir enorm. Also das habe ich so entdeckt für kann, ähm, das hilft mir enorm. Also das habe ich so entdeckt für mich.“mich.“ Wertschätzung des Präsenzunterrichts: Die Zeit des Lockdowns und Distanzlernens zeigte den Lehrkräften und Die Zeit des Lockdowns und Distanzlernens zeigte den Lehrkräften und Schüler*innen auf, wie wichtig der Präsenzunterricht ist. Gleichermaßen Schüler*innen auf, wie wichtig der Präsenzunterricht ist. Gleichermaßen haben sie erlebt, dass Schüler*innen durch hybride Lernsettings, beispiels-haben sie erlebt, dass Schüler*innen durch hybride Lernsettings, beispiels- weise im Falle von Krankheit, bessere Möglichkeiten haben, am Unterricht weise im Falle von Krankheit, bessere Möglichkeiten haben, am Unterricht teilzunehmen. teilzunehmen. Fachlehrkraft: „Ja, ich würde schon sagen, ja, also es ist einfach so Fachlehrkraft: „Ja, ich würde schon sagen, ja, also es ist einfach so die Bedeutung des Präsenzunterrichts. Hat natürlich nochmal die die Bedeutung des Präsenzunterrichts. Hat natürlich nochmal die Werthaftigkeit auch des Präsenzunterrichts nochmal gezeigt, denn Werthaftigkeit auch des Präsenzunterrichts nochmal gezeigt, denn man kann in Videokonferenzen zusammensitzen, die Unterrichts-man kann in Videokonferenzen zusammensitzen, die Unterrichts- gespräche haben nie die Qualität, sondern das ist im persönlichen gespräche haben nie die Qualität, sondern das ist im persönlichen Miteinander. Und trotzdem kann ich sagen, dass mit den Videos Miteinander. Und trotzdem kann ich sagen, dass mit den Videos mache ich nach wie vor, das mit dem Aufgabenmodul mache ich mache ich nach wie vor, das mit dem Aufgabenmodul mache ich auch nach wie vor, weil das auch total gut ist, es gibt ja mal Kinder, auch nach wie vor, weil das auch total gut ist, es gibt ja mal Kinder, die sind krank, die sind nicht in der Schule und die haben trotzdem die sind krank, die sind nicht in der Schule und die haben trotzdem immer das ganze Tableau an Aufgaben und Möglichkeiten dann von immer das ganze Tableau an Aufgaben und Möglichkeiten dann von zu Hause abrufbar und das ist ja auch immer für die Eltern auch zu Hause abrufbar und das ist ja auch immer für die Eltern auch wichtig, weil sie dann ganz genau wissen, was ist hier gerade Pha-wichtig, weil sie dann ganz genau wissen, was ist hier gerade Pha- se, was wird hier gerade gemacht und es ist doch nochmal auch ein se, was wird hier gerade gemacht und es ist doch nochmal auch ein Element des Strukturierens.“Element des Strukturierens.“ ““ ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 141 5.2.1 Partizipatives Lernen Das partizipative Lernen gilt als eine wesentliche Grundsäule für die Ausgestal-Das partizipative Lernen gilt als eine wesentliche Grundsäule für die Ausgestal- tung inklusiv-digitaler Lernsettings. Dabei geht es um eine nachhaltige Imple-tung inklusiv-digitaler Lernsettings. Dabei geht es um eine nachhaltige Imple- mentation verschiedener Elemente der Mitgestaltung von Schüler*innen. Um mentation verschiedener Elemente der Mitgestaltung von Schüler*innen. Um zu eruieren, wie hoch der Grad an Mitbestimmung durch die Schüler*innen ist, zu eruieren, wie hoch der Grad an Mitbestimmung durch die Schüler*innen ist, bedarf es einer tiefgehenden Reflexion der Position, die die Lehrkraft einnimmt, bedarf es einer tiefgehenden Reflexion der Position, die die Lehrkraft einnimmt, und der Settings, die für ein Lernen geschaffen werden. Darüber hinaus gilt es zu und der Settings, die für ein Lernen geschaffen werden. Darüber hinaus gilt es zu beachten, mit wie viel Mitbestimmung die Schüler*innen betraut werden können. beachten, mit wie viel Mitbestimmung die Schüler*innen betraut werden können. Unweigerlich hängt der Grad der Mitbestimmungsfähigkeit unter anderem von Unweigerlich hängt der Grad der Mitbestimmungsfähigkeit unter anderem von den bisher gemachten Erfahrungen im Hinblick auf Mitbestimmung im Unterricht den bisher gemachten Erfahrungen im Hinblick auf Mitbestimmung im Unterricht und dem jeweiligen Entwicklungsstand eines*einer Schüler*in ab. Schüler*innen und dem jeweiligen Entwicklungsstand eines*einer Schüler*in ab. Schüler*innen benötigen eine schrittweise Heranführung an verschiedene Lernformen und -for-benötigen eine schrittweise Heranführung an verschiedene Lernformen und -for- mate und an unterschiedliche Formen der Kollaboration. mate und an unterschiedliche Formen der Kollaboration. Um partizipatives Lernen zu bewerkstelligen, kann eine Orientierung an den Säu-Um partizipatives Lernen zu bewerkstelligen, kann eine Orientierung an den Säu- len der inklusiv-digitalen Schulkultur erfolgen. Denn es geht darum, nachhaltige len der inklusiv-digitalen Schulkultur erfolgen. Denn es geht darum, nachhaltige Strukturen und Prozesse zu etablieren, denen der Gedanke der Demokratie ein-Strukturen und Prozesse zu etablieren, denen der Gedanke der Demokratie ein- geschrieben ist. Mitunter sind diese Prozesse neu für eine Schule und die ge-geschrieben ist. Mitunter sind diese Prozesse neu für eine Schule und die ge- schaffenen Strukturen bislang unbekannt: Dieselben können sich umso besser schaffenen Strukturen bislang unbekannt: Dieselben können sich umso besser ausprägen, wenn in Schule eine Reflexionskultur genauso gelebt wird wie eine ausprägen, wenn in Schule eine Reflexionskultur genauso gelebt wird wie eine Unterstützungskultur und eine Kultur des Ausprobierens. Vor allem aber zeigt Unterstützungskultur und eine Kultur des Ausprobierens. Vor allem aber zeigt sich, dass es auf die Haltung der Lehrkräfte ankommt, schließlich hängt von ihrer sich, dass es auf die Haltung der Lehrkräfte ankommt, schließlich hängt von ihrer Willenserklärung ab, wie Partizipation für die Schüler*innen gestaltet wird. Willenserklärung ab, wie Partizipation für die Schüler*innen gestaltet wird. Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang die Nutzung digitaler Medien, da durch Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang die Nutzung digitaler Medien, da durch deren Einsatz individuelle Förderung und Unterstützung möglich wird. Digitale deren Einsatz individuelle Förderung und Unterstützung möglich wird. Digitale Medien können Lernsettings der Orts- und Zeitgebundenheit entheben und damit Medien können Lernsettings der Orts- und Zeitgebundenheit entheben und damit Unterricht und Lernen unter die Maxime der Inklusion stellen. Unterricht und Lernen unter die Maxime der Inklusion stellen. Weiterführende Informationen:Weiterführende Informationen: https://doi.org/10.25353/ubtr-made-1167-4f71https://doi.org/10.25353/ubtr-made-1167-4f71 https://ubt.opus.hbz-nrw.de/opus45-ubtr/frontdoor/deliver/index/docId/1213/https://ubt.opus.hbz-nrw.de/opus45-ubtr/frontdoor/deliver/index/docId/1213/ file/mateneen_dt_03_2019_s5-8.pdffile/mateneen_dt_03_2019_s5-8.pdf Ein Blick in die schulische Praxis Der folgende Ausschnitt eines Interviews mit einer Medienbeauftragte-Lehr-Der folgende Ausschnitt eines Interviews mit einer Medienbeauftragte-Lehr- kraft beschreibt den gegenseitigen Austausch zwischen Lehrkräften und kraft beschreibt den gegenseitigen Austausch zwischen Lehrkräften und Schüler*innen. Partizipation seitens der Schüler*innen wird in diesem Kon-Schüler*innen. Partizipation seitens der Schüler*innen wird in diesem Kon- text dadurch erreicht, dass ihre Vorschläge zur technischen Ausstattung von text dadurch erreicht, dass ihre Vorschläge zur technischen Ausstattung von den Lehrkräften ernst genommen werden und diese wiederum versuchen, den Lehrkräften ernst genommen werden und diese wiederum versuchen, Lösungen für thematisierte Probleme zu finden. Lösungen für thematisierte Probleme zu finden. https://doi.org/10.25353/ubtr-made-1167-4f71 https://ubt.opus.hbz-nrw.de/opus45-ubtr/frontdoor/deliver/index/docId/1213/file/mateneen_dt_03_2019_s5-8.pdf https://ubt.opus.hbz-nrw.de/opus45-ubtr/frontdoor/deliver/index/docId/1213/file/mateneen_dt_03_2019_s5-8.pdf 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 142 Medienbeauftragte Lehrkraft: „[A]lso mit den Schülern ist man Medienbeauftragte Lehrkraft: „[A]lso mit den Schülern ist man irgendwie ständig im Gespräch und die finden das halt auch richtig irgendwie ständig im Gespräch und die finden das halt auch richtig klasse und die probieren auch selbst ganz ganz viel aus und zeigen klasse und die probieren auch selbst ganz ganz viel aus und zeigen uns Lehrern dann immer ganz ganz viel, was sie eben herausge-uns Lehrern dann immer ganz ganz viel, was sie eben herausge- funden haben, was man alles noch irgendwie viel einfacher ma-funden haben, was man alles noch irgendwie viel einfacher ma- chen kann, als die Wege, die wir da irgendwie uns überlegt haben chen kann, als die Wege, die wir da irgendwie uns überlegt haben oder gelernt haben. Und die waren auch teilweise, von Anfang an oder gelernt haben. Und die waren auch teilweise, von Anfang an würde ich behaupten, mit dabei, alleine dadurch, dass ich (unv.): würde ich behaupten, mit dabei, alleine dadurch, dass ich (unv.): ‚Oh können wir nicht mal was anderes als diese blöden Computer-‚Oh können wir nicht mal was anderes als diese blöden Computer- räume haben, das funktioniert doch alles gar nicht‘, so. Ja und da räume haben, das funktioniert doch alles gar nicht‘, so. Ja und da ist es dann quasi immer so der Anreiz zu gucken: Ahja, wie können ist es dann quasi immer so der Anreiz zu gucken: Ahja, wie können wir das hier eigentlich besser machen, dass wir nicht immer zehn wir das hier eigentlich besser machen, dass wir nicht immer zehn Stunden warten müssen, bis die Computer hochgefahren sind und Stunden warten müssen, bis die Computer hochgefahren sind und von den 20 funktionieren dann noch irgendwie zehn oder so- weil von den 20 funktionieren dann noch irgendwie zehn oder so- weil da alles irgendwie zerstört wurde.“da alles irgendwie zerstört wurde.“ Neben dem Aspekt der Partizipation spielt das eigenverantwortlich orga-Neben dem Aspekt der Partizipation spielt das eigenverantwortlich orga- nisierte Lernen eine große Rolle. An einer Schule haben die Lehrkräfte ein nisierte Lernen eine große Rolle. An einer Schule haben die Lehrkräfte ein neues Unterrichtskonzept (neues Unterrichtskonzept (LernwerkstattLernwerkstatt) konzipiert und implementiert, ) konzipiert und implementiert, welches den Schüler*innen ermöglicht, sich selbstständig und flexibel mit welches den Schüler*innen ermöglicht, sich selbstständig und flexibel mit Unterrichtsinhalten und Aufgaben auseinanderzusetzen. Die Lehrkräfte äu-Unterrichtsinhalten und Aufgaben auseinanderzusetzen. Die Lehrkräfte äu- ßern sich zu diesem Konzept wie folgt:ßern sich zu diesem Konzept wie folgt: Fachlehrkraft: „Ja, genau. Also wir haben eine Verzahnung von, Fachlehrkraft: „Ja, genau. Also wir haben eine Verzahnung von, also es ist so eine Mischung zwischen Lenkung und Freiheit. Also also es ist so eine Mischung zwischen Lenkung und Freiheit. Also sie haben in der Lernwerkstatt die Freiheit, sich Themen auszusu-sie haben in der Lernwerkstatt die Freiheit, sich Themen auszusu- chen, sie können auch mal an etwas ganz anderem arbeiten, wenn chen, sie können auch mal an etwas ganz anderem arbeiten, wenn sie jetzt ganz fix waren und sie dürfen sich auch Hausaufgaben ge-sie jetzt ganz fix waren und sie dürfen sich auch Hausaufgaben ge- ben, also sie könnten jetzt theoretisch dieses Matheblatt abarbeiten ben, also sie könnten jetzt theoretisch dieses Matheblatt abarbeiten und dann morgen was ganz anderes machen. Also Soma-Würfel und dann morgen was ganz anderes machen. Also Soma-Würfel bauen, Kopfgeometrie, geometrisches Zeichnen, wir haben da ganz bauen, Kopfgeometrie, geometrisches Zeichnen, wir haben da ganz viele Angebote oder schon Bruchteile benennen, mit irgendwie Le-viele Angebote oder schon Bruchteile benennen, mit irgendwie Le- gesachen, Symbolen und so. Das könnten sie machen. Genau und gesachen, Symbolen und so. Das könnten sie machen. Genau und das ist eingebettet in den Montag und den Freitag. Da sind unsere das ist eingebettet in den Montag und den Freitag. Da sind unsere gelenkten Mathestunden und zwar auch im Band. Also Frau [Name gelenkten Mathestunden und zwar auch im Band. Also Frau [Name 1], von der ich vorhin erzählte, meine ehemalige Mentorin. Frau 1], von der ich vorhin erzählte, meine ehemalige Mentorin. Frau [Name 2] und ich, wir sind alle in der gleichen Stunde drin und wir [Name 2] und ich, wir sind alle in der gleichen Stunde drin und wir könnten theoretisch diese drei-zwei Klassen nehmen und sie drei-könnten theoretisch diese drei-zwei Klassen nehmen und sie drei- teilen und dann sogar mit möglichst homogenen Gruppen arbei-teilen und dann sogar mit möglichst homogenen Gruppen arbei- ten, das machen wir aber selten. Das, was manchmal passiert, ist, ten, das machen wir aber selten. Das, was manchmal passiert, ist, dass Frau [Name 2] sich die Förderschüler mit hohem Förderbedarf dass Frau [Name 2] sich die Förderschüler mit hohem Förderbedarf rausnimmt, die wirklich noch am Anfang des kleinen Ein-mal-Eins rausnimmt, die wirklich noch am Anfang des kleinen Ein-mal-Eins stehen in der Erarbeitung, weil das dann schwierig wird jetzt zum stehen in der Erarbeitung, weil das dann schwierig wird jetzt zum Beispiel. Genau, also das sind so die gelenkten Stunden, da werden Beispiel. Genau, also das sind so die gelenkten Stunden, da werden Dinge eingeführt, da werden Fragen aufgegriffen, da werden auch Dinge eingeführt, da werden Fragen aufgegriffen, da werden auch die Arbeiten aufgegriffen, die in der Lernwerkstatt bearbeitet wor-die Arbeiten aufgegriffen, die in der Lernwerkstatt bearbeitet wor- den sind, ja und die Ergebnisse aus der Lernwerkstatt lassen wir den sind, ja und die Ergebnisse aus der Lernwerkstatt lassen wir uns bei IServ hochladen im Aufgabenmodul und dort kommen auch uns bei IServ hochladen im Aufgabenmodul und dort kommen auch ““ ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 143 die Korrekturen rein. Also die Schüler bekommen dann eine Be-die Korrekturen rein. Also die Schüler bekommen dann eine Be- nachrichtigung, dass eine Korrektur zur Verfügung steht und dann nachrichtigung, dass eine Korrektur zur Verfügung steht und dann können sie sich das angucken, was wir da geschrieben haben.“können sie sich das angucken, was wir da geschrieben haben.“ Fachlehrkaft: „Ja, wir sind mit diesem Konzept „Lernwerkstatt“ ste-Fachlehrkaft: „Ja, wir sind mit diesem Konzept „Lernwerkstatt“ ste- hen wir sozusagen noch in den Kinderschuhen. Wir mussten um-hen wir sozusagen noch in den Kinderschuhen. Wir mussten um- ziehen aus den Lernbüros hier nach oben, wegen dieser Kohorten-ziehen aus den Lernbüros hier nach oben, wegen dieser Kohorten- bildung. Wir sind erst im Bereitstellen der Räume. Wir sind immer bildung. Wir sind erst im Bereitstellen der Räume. Wir sind immer noch auch im Erstellen der Materialien, die ja nicht immer unbe-noch auch im Erstellen der Materialien, die ja nicht immer unbe- dingt so vorhanden müssen durch die iPads, also die müssen nicht dingt so vorhanden müssen durch die iPads, also die müssen nicht immer zum Anfassen vorhanden sein, aber in einigen Fällen schon immer zum Anfassen vorhanden sein, aber in einigen Fällen schon und wir arbeiten uns immer von Thema zu Thema durch und wir und wir arbeiten uns immer von Thema zu Thema durch und wir hoffen, dass das Ganze mal eine tolle Sache wird. Manchmal hängt hoffen, dass das Ganze mal eine tolle Sache wird. Manchmal hängt es noch und wir sind immer weiter dabei, da die ja Steine dann aus es noch und wir sind immer weiter dabei, da die ja Steine dann aus dem Weg zu räumen, die dann plötzlich irgendwie da liegen. Ha-dem Weg zu räumen, die dann plötzlich irgendwie da liegen. Ha- ben wir uns die selber hingelegt oder nicht? Das ist dann egal, aber ben wir uns die selber hingelegt oder nicht? Das ist dann egal, aber manchmal merkt man dann ja auch erst in der Erprobungsphase, manchmal merkt man dann ja auch erst in der Erprobungsphase, was so gut und was schlecht ist und ja. Aber wir glauben, dass das was so gut und was schlecht ist und ja. Aber wir glauben, dass das auf jeden Fall die Schüler, es stecken ja in der Lernwerkstatt drei auf jeden Fall die Schüler, es stecken ja in der Lernwerkstatt drei Mathestunden und wir glauben, also wir sind davon überzeugt, Mathestunden und wir glauben, also wir sind davon überzeugt, dass sie in diesen drei also, dass sie ihr Soll aus drei Mathestunden dass sie in diesen drei also, dass sie ihr Soll aus drei Mathestunden definitiv erreichen und mehr. Also sie sind sehr fleißig und motiviert definitiv erreichen und mehr. Also sie sind sehr fleißig und motiviert und sie dürfen, also die beiden Klassen kommen halt sehr gut zu-und sie dürfen, also die beiden Klassen kommen halt sehr gut zu- recht und sie dürfen auch mal andere Gruppen bilden und das ge-recht und sie dürfen auch mal andere Gruppen bilden und das ge- fällt ihnen und sie sind auch mal ein Stück für sich, also der andere fällt ihnen und sie sind auch mal ein Stück für sich, also der andere Raum ist für, wir geben uns Mühe mit wenig Geld also auch es ein Raum ist für, wir geben uns Mühe mit wenig Geld also auch es ein bisschen hübsch zu machen, ja. Aber es passiert halt nicht von Tag bisschen hübsch zu machen, ja. Aber es passiert halt nicht von Tag auf Tag, das ist einfach so. Es gibt ja Schulen, da ist es anders.“auf Tag, das ist einfach so. Es gibt ja Schulen, da ist es anders.“ Ein*e Schüler*in äußert sich wie folgt zu diesem Unterrichtskonzept:Ein*e Schüler*in äußert sich wie folgt zu diesem Unterrichtskonzept: Schüler*in: „Wir haben ja die Lernwerkstatt. Das hat ja nur die E Schüler*in: „Wir haben ja die Lernwerkstatt. Das hat ja nur die E und die F und das ist schon etwas Besonderes.“und die F und das ist schon etwas Besonderes.“ Dig*In: „Magst du das?“Dig*In: „Magst du das?“ Schüler*in: „Äh, ja. Es ist- also es wär, also es kommt je nach, ich Schüler*in: „Äh, ja. Es ist- also es wär, also es kommt je nach, ich finde je nach Mensch an. Bei mir ist das so, ich brauche etwas, wo-finde je nach Mensch an. Bei mir ist das so, ich brauche etwas, wo- ran ich mich orientieren kann und die Lernwerkstatt ist so ein biss-ran ich mich orientieren kann und die Lernwerkstatt ist so ein biss- chen hinterhergeschmissen, da schaffe ich relativ wenig. Also ich chen hinterhergeschmissen, da schaffe ich relativ wenig. Also ich habe zum Beispiel eine Freundin, die kriegt das zum Beispiel kom-habe zum Beispiel eine Freundin, die kriegt das zum Beispiel kom- plett alles hin und ich kriege das nur mittelmäßig hin.“plett alles hin und ich kriege das nur mittelmäßig hin.“ Erste Ansätze eines partizipativen Unterrichts lassen sich in dem Konzept der Erste Ansätze eines partizipativen Unterrichts lassen sich in dem Konzept der Lernwerkstatt finden.Lernwerkstatt finden. ““ ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 144 Partizipatives Lernen kann über das Arrangement der Lernsettings konstituiert Partizipatives Lernen kann über das Arrangement der Lernsettings konstituiert werden. So kann beispielsweise durch Lernlandschaften eine Möglichkeit geschaf-werden. So kann beispielsweise durch Lernlandschaften eine Möglichkeit geschaf- fen werden, Lernen inklusiv zu gestalten. fen werden, Lernen inklusiv zu gestalten. 5.2.2 Lernlandschaften In Lernlandschaften, also in großen Räumen ohne klassische Klassenzimmer-In Lernlandschaften, also in großen Räumen ohne klassische Klassenzimmer- Strukturen, kann verschiedenen Anliegen einer inklusiv-digital gestalteten Schule Strukturen, kann verschiedenen Anliegen einer inklusiv-digital gestalteten Schule begegnet werden. Hervorzuheben ist, dass Schüler*innen in einem selbstständi-begegnet werden. Hervorzuheben ist, dass Schüler*innen in einem selbstständi- gen und selbstbestimmten und an individuellen Bedürfnissen und Vorlieben aus-gen und selbstbestimmten und an individuellen Bedürfnissen und Vorlieben aus- gerichteten Lernen unterstützt werden. Im Kern werden folgende Aspekte durch gerichteten Lernen unterstützt werden. Im Kern werden folgende Aspekte durch Lernlandschaften intendiert: Lernlandschaften intendiert: • • Eigenverantwortliches LernenEigenverantwortliches Lernen • • Individualisiertes/personalisiertes LernenIndividualisiertes/personalisiertes Lernen • • Selbstorganisiertes LernenSelbstorganisiertes Lernen • • Kooperatives Lernen (IQES 2022) Kooperatives Lernen (IQES 2022) Lernlandschaften bieten den Schüler*innen durch verschiedene Gestaltungs-Lernlandschaften bieten den Schüler*innen durch verschiedene Gestaltungs- elemente eine ungezwungene Atmosphäre, in der sie sowohl physisch als auch elemente eine ungezwungene Atmosphäre, in der sie sowohl physisch als auch mental selbstbestimmt das ganz eigene Lernen organisieren können. Die zur mental selbstbestimmt das ganz eigene Lernen organisieren können. Die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten werden im besten Fall multifunktional aus-Verfügung stehenden Räumlichkeiten werden im besten Fall multifunktional aus- gestattet und genutzt. Beispielsweise ermöglichen (de-)montierbare Tafeln/Prä-gestattet und genutzt. Beispielsweise ermöglichen (de-)montierbare Tafeln/Prä- sentationsflächen flexible Zusammenkünfte für das gemeinsame Arbeiten und sentationsflächen flexible Zusammenkünfte für das gemeinsame Arbeiten und Austauschen. Schüler*innen finden in einer Lernlandschaft unterschiedliche An-Austauschen. Schüler*innen finden in einer Lernlandschaft unterschiedliche An- gebote zum Sitzen, Liegen und auch Lümmeln vor. Sie können an Tischen mit gebote zum Sitzen, Liegen und auch Lümmeln vor. Sie können an Tischen mit Stiften und Papier arbeiten oder sich auf dem Bauch liegend der Arbeit an einem Stiften und Papier arbeiten oder sich auf dem Bauch liegend der Arbeit an einem Tablet widmen. Insbesondere Dreieckstische (mit integrierter Rolle an einem der Tablet widmen. Insbesondere Dreieckstische (mit integrierter Rolle an einem der drei Tischbeine) ermöglichen vielfältige Kombinationsmöglichkeiten, die mit wenig drei Tischbeine) ermöglichen vielfältige Kombinationsmöglichkeiten, die mit wenig Kraftaufwand zu arrangieren sind. Darüber hinaus werden auch Flure als Lern- Kraftaufwand zu arrangieren sind. Darüber hinaus werden auch Flure als Lern- und Freizeitbereiche genutzt.und Freizeitbereiche genutzt. Lernlandschaften kommen ohne eine fixierte Struktur aus und machen Angebote, Lernlandschaften kommen ohne eine fixierte Struktur aus und machen Angebote, die unterschiedlichen Bedarfen entsprechen können. die unterschiedlichen Bedarfen entsprechen können. Lernlandschaften (Projekt der LMU München, Prof. Dr. Uta Hauck-Thum): Lernlandschaften (Projekt der LMU München, Prof. Dr. Uta Hauck-Thum): https://www.iqesonline.net/unterrichtsentwicklung/unterrichtskonzepte-https://www.iqesonline.net/unterrichtsentwicklung/unterrichtskonzepte- aus-iqes-partnerschulen/sek-buerglen-tg/lehren-und-lernen-in-lernlandschaf-aus-iqes-partnerschulen/sek-buerglen-tg/lehren-und-lernen-in-lernlandschaf- ten/ten/ Weitere Anregungen zu Lernlandschaften auf:Weitere Anregungen zu Lernlandschaften auf: https://www.lern-landschaft.dehttps://www.lern-landschaft.de https://www.iqesonline.net/unterrichtsentwicklung/unterrichtskonzepte-aus-iqes-partnerschulen/sek-buerglen-tg/lehren-und-lernen-in-lernlandschaften/ https://www.iqesonline.net/unterrichtsentwicklung/unterrichtskonzepte-aus-iqes-partnerschulen/sek-buerglen-tg/lehren-und-lernen-in-lernlandschaften/ https://www.iqesonline.net/unterrichtsentwicklung/unterrichtskonzepte-aus-iqes-partnerschulen/sek-buerglen-tg/lehren-und-lernen-in-lernlandschaften/ https://www.lern-landschaft.de 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 145 Ein Blick in die schulische Praxis Im unten stehenden Zitat einer Schulleitung wird beispielhaft beschrieben, Im unten stehenden Zitat einer Schulleitung wird beispielhaft beschrieben, welchen positiven Nutzen der Flur als Lernbereich mit sich bringt.welchen positiven Nutzen der Flur als Lernbereich mit sich bringt. Schulleitung: „[…] und wir hatten eben in der Klassenkonferenz, Schulleitung: „[…] und wir hatten eben in der Klassenkonferenz, aus der ich kam, einen Schüler, der gesagt hat: ‚Ich kann nicht aus der ich kam, einen Schüler, der gesagt hat: ‚Ich kann nicht sechs Stunden auf einem Stuhl sitzen. Ich kann es einfach nicht.‘ sechs Stunden auf einem Stuhl sitzen. Ich kann es einfach nicht.‘ Dann ist es das, was eine ganz große Schülerschaft schildert. Und Dann ist es das, was eine ganz große Schülerschaft schildert. Und sobald man sagt: ‚Okay, hier habt ihr eine Gruppenarbeit. Auf-sobald man sagt: ‚Okay, hier habt ihr eine Gruppenarbeit. Auf- gabenerklärung ist da. Ihr habt zwanzig Minuten und könnt nach gabenerklärung ist da. Ihr habt zwanzig Minuten und könnt nach draußen gehen.‘ Dann dauert das ein bisschen, bis die wirklich draußen gehen.‘ Dann dauert das ein bisschen, bis die wirklich arbeiten und bis sie sich daran gewöhnt haben, dass sie trotzdem arbeiten und bis sie sich daran gewöhnt haben, dass sie trotzdem Ergebnisse bringen. Sondern sie machen es irgendwann. Und man Ergebnisse bringen. Sondern sie machen es irgendwann. Und man sieht hier die Kinder – wir haben ja das beste Beispiel bei uns auf sieht hier die Kinder – wir haben ja das beste Beispiel bei uns auf dem Flur, die sitzen da und arbeiten und die fühlen sich wohl, weil dem Flur, die sitzen da und arbeiten und die fühlen sich wohl, weil sie nicht mehr in ihrem Gefängnis Klassenraum sind.“sie nicht mehr in ihrem Gefängnis Klassenraum sind.“ 5.2.3 Vielfältige Lernorte Durch die Einbeziehung vielfältiger Lernorte können Lehr-Lernsettings eine wei-Durch die Einbeziehung vielfältiger Lernorte können Lehr-Lernsettings eine wei- tere Dimension gegeben werden. Das Thema der Ortsgebundenheit erhält hierbei tere Dimension gegeben werden. Das Thema der Ortsgebundenheit erhält hierbei eine weitere Facette, die eine Unterscheidung zwischen der Schule als Präsenzort eine weitere Facette, die eine Unterscheidung zwischen der Schule als Präsenzort und dem Außerschulischen schafft. Dabei können Lernorte ganz unterschiedlich und dem Außerschulischen schafft. Dabei können Lernorte ganz unterschiedlich charakterisiert sein: Das kann ein Agrarbetrieb im nächstgelegenen Dorf sein, charakterisiert sein: Das kann ein Agrarbetrieb im nächstgelegenen Dorf sein, ein Museum, ein Tierpark, der Wald in der Nähe des Schulgeländes, ein Theater, ein Museum, ein Tierpark, der Wald in der Nähe des Schulgeländes, ein Theater, ein Unternehmen im produzierenden Gewerbe usw. In den Möglichkeiten und ein Unternehmen im produzierenden Gewerbe usw. In den Möglichkeiten und der Auswahl gibt es viel Raum für Kreativität. Mitunter bieten digitale Medien die der Auswahl gibt es viel Raum für Kreativität. Mitunter bieten digitale Medien die Option, den Lernort mithilfe von Augmented Reality oder Virtual Reality zu er-Option, den Lernort mithilfe von Augmented Reality oder Virtual Reality zu er- weitern. Ebenso vielfältig wie die sich bietenden Möglichkeiten sind die Merkmale, weitern. Ebenso vielfältig wie die sich bietenden Möglichkeiten sind die Merkmale, die den Lernorten immanent sein können: „erlebnisorientiert, selbstbestimmt, die den Lernorten immanent sein können: „erlebnisorientiert, selbstbestimmt, informell, niedrigschwellig, entdeckend, spielerisch, ganzheitlich, situationsbe-informell, niedrigschwellig, entdeckend, spielerisch, ganzheitlich, situationsbe- zogen“ (Freericks et al. 2017, 8) sowie partizipativ, neuartig, vielfältig anregend zogen“ (Freericks et al. 2017, 8) sowie partizipativ, neuartig, vielfältig anregend (ebd.). Ganz generell gemeinsam ist den Lernorten, so unterschiedlich sie auch (ebd.). Ganz generell gemeinsam ist den Lernorten, so unterschiedlich sie auch sein können, dass darunter „alle Orte zu verstehen [sind], die Lernprozesse anre-sein können, dass darunter „alle Orte zu verstehen [sind], die Lernprozesse anre- gen, ergänzen oder abrunden können“ (Marquardt 2006, 12). gen, ergänzen oder abrunden können“ (Marquardt 2006, 12). Informationen zu assistiven Technologien:Informationen zu assistiven Technologien: www.inklusive-medienarbeit.de/assistive-technologien/www.inklusive-medienarbeit.de/assistive-technologien/ Plattform für freie Bildungsmaterialien: Plattform für freie Bildungsmaterialien: https://wirlernenonline.dehttps://wirlernenonline.de ““ http://www.inklusive-medienarbeit.de/assistive-technologien/ https://wirlernenonline.de 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 146 5.2.4 Projektorientiertes Arbeiten Im Zuge projektorientierten Lernens und Arbeitens lassen sich verschiedene Im Zuge projektorientierten Lernens und Arbeitens lassen sich verschiedene Charakteristika einer inklusiv-digital gestalteten Schule realisieren. So kann eine Charakteristika einer inklusiv-digital gestalteten Schule realisieren. So kann eine Aufgaben- oder Problemstellung durch beispielsweise eine Arbeitsgruppe selbst-Aufgaben- oder Problemstellung durch beispielsweise eine Arbeitsgruppe selbst- ständig erarbeitet werden. Alle für die Bewältigung der Aufgabe notwendigen ständig erarbeitet werden. Alle für die Bewältigung der Aufgabe notwendigen Schritte müssen geplant und organisiert und eine Ergebnispräsentation erdacht Schritte müssen geplant und organisiert und eine Ergebnispräsentation erdacht werden. Die Gruppe muss sich in ihrer spezifischen Zusammensetzung arrangie-werden. Die Gruppe muss sich in ihrer spezifischen Zusammensetzung arrangie- ren und dabei herausfinden, wer welche Aufgabenteile übernehmen kann. Durch ren und dabei herausfinden, wer welche Aufgabenteile übernehmen kann. Durch die in der Gruppe vorzufindende Vielfalt an Fähigkeiten und Fertigkeiten wird es die in der Gruppe vorzufindende Vielfalt an Fähigkeiten und Fertigkeiten wird es möglich, unterschiedliche Stärken, die die jeweiligen Schüler*innen mitbringen, möglich, unterschiedliche Stärken, die die jeweiligen Schüler*innen mitbringen, erfolgreich einzubringen und gleichsam selbstbestimmt zu agieren. Doch nicht erfolgreich einzubringen und gleichsam selbstbestimmt zu agieren. Doch nicht nur die Vielfalt, die die Schüler*innen aufgrund ihrer Persönlichkeiten und indi-nur die Vielfalt, die die Schüler*innen aufgrund ihrer Persönlichkeiten und indi- viduellen Skills mitbringen, können bei projektorientiertem Arbeiten zum Einsatz viduellen Skills mitbringen, können bei projektorientiertem Arbeiten zum Einsatz kommen: Auch die Verschränkung unterschiedlicher Fachkompetenzen kann ge-kommen: Auch die Verschränkung unterschiedlicher Fachkompetenzen kann ge- winnbringend eingesetzt werden, um sich einer Problemstellung zu nähern. Damit winnbringend eingesetzt werden, um sich einer Problemstellung zu nähern. Damit werden verschiedene Kompetenzen ineinander geführt. Digitale Medien können werden verschiedene Kompetenzen ineinander geführt. Digitale Medien können beim projektorientierten Arbeiten vielfältig unterstützen. Sei es, dass beispiels-beim projektorientierten Arbeiten vielfältig unterstützen. Sei es, dass beispiels- weise die Ergebnispräsentation der Schüler*innenarbeiten über ein selbst produ-weise die Ergebnispräsentation der Schüler*innenarbeiten über ein selbst produ- ziertes Video – oder andere Produkte digitaler Natur – erfolgt oder der Arbeits-ziertes Video – oder andere Produkte digitaler Natur – erfolgt oder der Arbeits- prozess an sich durch digitale Medien unterstützt wird.prozess an sich durch digitale Medien unterstützt wird. Christiane Ulmer-Leahey gibt in ihrem Artikel „Schule und Welt – wie Christiane Ulmer-Leahey gibt in ihrem Artikel „Schule und Welt – wie kann ein projektorientierter Schulunterricht aussehen und funktionieren?“ kann ein projektorientierter Schulunterricht aussehen und funktionieren?“ (2019) wertvolle Impulse zu dem Themenfeld des projektorientierten (2019) wertvolle Impulse zu dem Themenfeld des projektorientierten Arbeitens. Den direkten Zugang zu dem Beitrag erhalten Sie hier: Arbeitens. Den direkten Zugang zu dem Beitrag erhalten Sie hier: https://www.pedocs.de/volltexte/2019/17034/pdf/Ulmer-Leahey_2019_Schu-https://www.pedocs.de/volltexte/2019/17034/pdf/Ulmer-Leahey_2019_Schu- le_und_Welt.pdfle_und_Welt.pdf (DOI: 10.25656/01:17034 ) (DOI: 10.25656/01:17034 ) Ein Blick in die schulische Praxis Im Folgenden wird ein Einblick in die Arbeit mit digitalen Endgeräten im Rah-Im Folgenden wird ein Einblick in die Arbeit mit digitalen Endgeräten im Rah- men von Projektarbeit an einer Kooperationsschule gegeben.men von Projektarbeit an einer Kooperationsschule gegeben. Fachlehrkraft: „[…] wir haben ja fast so ganz, ganz viele Endgeräte Fachlehrkraft: „[…] wir haben ja fast so ganz, ganz viele Endgeräte für unsere Schüler und wir arbeiten auch im Unterricht, in jedem für unsere Schüler und wir arbeiten auch im Unterricht, in jedem Fachunterricht, mit den digitalen Medien und das ist für die Schü-Fachunterricht, mit den digitalen Medien und das ist für die Schü- ler mit, also unsere Inklusionsschüler, das ist ja das A und O, die ler mit, also unsere Inklusionsschüler, das ist ja das A und O, die arbeiten ja mit den Schülern zusammen an einem Projekt. Jeder arbeiten ja mit den Schülern zusammen an einem Projekt. Jeder auf seinem Niveau, aber in einer gemeinsamen Gruppe und das ist auf seinem Niveau, aber in einer gemeinsamen Gruppe und das ist natürlich, wenn die so ein Stop-Motion-Video drehen und so weiter, natürlich, wenn die so ein Stop-Motion-Video drehen und so weiter, das ist ja zu sagen alles in einem, das ist ja Medienkonzept, In-das ist ja zu sagen alles in einem, das ist ja Medienkonzept, In- ““ https://www.pedocs.de/volltexte/2019/17034/pdf/Ulmer-Leahey_2019_Schule_und_Welt.pdf https://www.pedocs.de/volltexte/2019/17034/pdf/Ulmer-Leahey_2019_Schule_und_Welt.pdf 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 147 klusionskonzept, weiß was ich und der Schulalltag, ne und das ist klusionskonzept, weiß was ich und der Schulalltag, ne und das ist sozusagen- greift alles ineinander ein.“sozusagen- greift alles ineinander ein.“ 5.2.5 Hybride Lernformate In den einführenden Worten zum Modell-Baustein In den einführenden Worten zum Modell-Baustein LernsettingsLernsettings wurde bereits her- wurde bereits her- vorgehoben, dass sich dieselben entlang ihrer Orts- und Zeitgebundenheit cha-vorgehoben, dass sich dieselben entlang ihrer Orts- und Zeitgebundenheit cha- rakterisieren lassen. Unterscheiden lassen sich grundsätzlich drei verschiedene rakterisieren lassen. Unterscheiden lassen sich grundsätzlich drei verschiedene Typen von Lernsettings:Typen von Lernsettings: 1. 1. Lehren und Lernen in physischer Präsenz, die eine Anwesenheit an einem defi-Lehren und Lernen in physischer Präsenz, die eine Anwesenheit an einem defi- nierten Ort zu einer bestimmten Zeit verlangt.nierten Ort zu einer bestimmten Zeit verlangt. 2. 2. Das digitale Lehren und Lernen. E-Learning findet medienvermittelt im Digita-Das digitale Lehren und Lernen. E-Learning findet medienvermittelt im Digita- len statt und ist zumindest orts- und zumeist auch zeitunabhängig.len statt und ist zumindest orts- und zumeist auch zeitunabhängig. 3. 3. Hybrides Lehren und Lernen. Dieser Typ bildet eine Mischform aus den beiden Hybrides Lehren und Lernen. Dieser Typ bildet eine Mischform aus den beiden vorgenannten Typen, bei dem Präsenzlernen mit Digitallernen kombiniert wird. vorgenannten Typen, bei dem Präsenzlernen mit Digitallernen kombiniert wird. Mit einem Blick zurück auf die Abbildung 20 Mit einem Blick zurück auf die Abbildung 20 Überblick über verschiedene Lernset-Überblick über verschiedene Lernset- tingstings lassen sich Beispiele für hybride Formate finden. So steht beispielsweise das lassen sich Beispiele für hybride Formate finden. So steht beispielsweise das Blended LearningBlended Learning im Mittelpunkt der Achsen, weil sich in diesem Format Präsenz im Mittelpunkt der Achsen, weil sich in diesem Format Präsenz mit Digitalität vermischt – gelernt wird im analogen und digitalen Raum. Ver-mit Digitalität vermischt – gelernt wird im analogen und digitalen Raum. Ver- mischt werden im Format des Blended Learning mischt werden im Format des Blended Learning PräsenzlehrePräsenzlehre und und E-LearningE-Learning. . In diesem Zusammenhang können neue Fragen zu der zeitlichen Organisation In diesem Zusammenhang können neue Fragen zu der zeitlichen Organisation der Lerninhalte gestellt werden: Welche Inhalte müssen synchron bearbeitet und der Lerninhalte gestellt werden: Welche Inhalte müssen synchron bearbeitet und welche können asynchron ergründet werden? welche können asynchron ergründet werden? Der beispielsweise während der Covid-19-Pandemie angewandte Hybridunterricht Der beispielsweise während der Covid-19-Pandemie angewandte Hybridunterricht kann als eine Form des Blended Learning bezeichnet werden, in der eine Lern-kann als eine Form des Blended Learning bezeichnet werden, in der eine Lern- gruppe in Präsenz, und damit ort- und zeitgebunden, lernt und die andere Lern-gruppe in Präsenz, und damit ort- und zeitgebunden, lernt und die andere Lern- gruppe – oftmals auch zur gleichen Zeit, aber mitunter unabhängig vom Unter-gruppe – oftmals auch zur gleichen Zeit, aber mitunter unabhängig vom Unter- richtsgeschehen, das in Präsenz stattfindet – mit E-Learning beschäftigt ist. richtsgeschehen, das in Präsenz stattfindet – mit E-Learning beschäftigt ist. Informationen zum Schaffen von Strukturen innerhalb hybrider Lernfor-Informationen zum Schaffen von Strukturen innerhalb hybrider Lernfor- mate:mate: https://www.distanzunterricht.bayern.de/lehrkraefte/strukturen-schaffen/https://www.distanzunterricht.bayern.de/lehrkraefte/strukturen-schaffen/ Ein Blick in die schulische Praxis Die im Zuge der Sars-CoV-2-Pandemie stattfindenden Schulschließungen Die im Zuge der Sars-CoV-2-Pandemie stattfindenden Schulschließungen und anschließenden Rückkehr in den Präsenzunterricht, führten bei einigen und anschließenden Rückkehr in den Präsenzunterricht, führten bei einigen Lehrkräften dazu, dass sie bestimmte Unterrichtsformate neu in den Prä-Lehrkräften dazu, dass sie bestimmte Unterrichtsformate neu in den Prä- senzunterricht übernommen haben.senzunterricht übernommen haben. https://www.distanzunterricht.bayern.de/lehrkraefte/strukturen-schaffen/ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 148 Hybrides Lernen nach der Rückkehr in die Präsenzlehre unter der Vorgabe in Kohorten zu unterrichten Fachlehrkraft: „Ja, in der Oberstufe habe ich auch damit gearbeitet, Fachlehrkraft: „Ja, in der Oberstufe habe ich auch damit gearbeitet, im Lockdown, als diese Halbgruppen waren, habe ich tatsächlich im Lockdown, als diese Halbgruppen waren, habe ich tatsächlich auch meinen Unterricht dann gestreamt. Das ging auch gut, also auch meinen Unterricht dann gestreamt. Das ging auch gut, also da habe ich mich auch gewundert mit meinem privaten Endgerät, da habe ich mich auch gewundert mit meinem privaten Endgerät, dass die Schüler das dann auch wirklich gut gehört haben, ich saß dass die Schüler das dann auch wirklich gut gehört haben, ich saß dann so wie jetzt hier und die Hälfte im Raum hinten und die Hälf-dann so wie jetzt hier und die Hälfte im Raum hinten und die Hälf- te war dann digital dabei und das ging eigentlich, ich hab es jetzt te war dann digital dabei und das ging eigentlich, ich hab es jetzt nicht gestreamt über das Smartboard, sondern das ging jetzt so nicht gestreamt über das Smartboard, sondern das ging jetzt so ganz gut, dass ich da eben Unterrichtsgespräche führen konnte, ganz gut, dass ich da eben Unterrichtsgespräche führen konnte, auch so per Zoom war das, glaube ich, dann haben sich die Schüler auch so per Zoom war das, glaube ich, dann haben sich die Schüler da gemeldet, die Schüler im Raum, war ganz interessant, aber für da gemeldet, die Schüler im Raum, war ganz interessant, aber für ein Unterrichtsgespräch konnten die gut folgen und das muss man ein Unterrichtsgespräch konnten die gut folgen und das muss man dann ja auch nicht neunzig Minuten machen, sondern ich hatte da, dann ja auch nicht neunzig Minuten machen, sondern ich hatte da, glaube ich, einen Arbeitsauftrag, genau, morgens, hatte meinen glaube ich, einen Arbeitsauftrag, genau, morgens, hatte meinen Schülern, die im Raum waren, das morgens um acht Uhr gegeben, Schülern, die im Raum waren, das morgens um acht Uhr gegeben, die anderen hatten das online, auch um acht Uhr und dann haben die anderen hatten das online, auch um acht Uhr und dann haben wir uns, ich glaube nach vierzig Minuten getroffen, hier bei Zoom wir uns, ich glaube nach vierzig Minuten getroffen, hier bei Zoom und haben dann ein Unterrichtsgespräch geführt.“und haben dann ein Unterrichtsgespräch geführt.“ Regelmäßiges, selbstorganisiertes Lernen von zu Hause aus Fachlehrkraft: „[…] Ich glaube, wir sind da eh schon gut vorberei-Fachlehrkraft: „[…] Ich glaube, wir sind da eh schon gut vorberei- tet, aber die Idee war ja zu sagen, vierzehntägig bleibt immer an tet, aber die Idee war ja zu sagen, vierzehntägig bleibt immer an einem Tag eine Gruppe verbindlich zu Hause und die sollen in der einem Tag eine Gruppe verbindlich zu Hause und die sollen in der Zeit eben solche Sachen weiter üben, wie das Aufgabenmodul. Wir Zeit eben solche Sachen weiter üben, wie das Aufgabenmodul. Wir arbeiten über IServ, das ist unser Internet und da kriegen sie eben arbeiten über IServ, das ist unser Internet und da kriegen sie eben Aufgaben und es hat schon hervorragend geklappt in den letzten Aufgaben und es hat schon hervorragend geklappt in den letzten Monaten, aber, dass man das, sage ich mal, ein bisschen entspann-Monaten, aber, dass man das, sage ich mal, ein bisschen entspann- ter ausprobieren kann. Also die sind dann den einen Tag zu Hause ter ausprobieren kann. Also die sind dann den einen Tag zu Hause und sind aber ja am nächsten Tag auch da. Also wenn es Probleme und sind aber ja am nächsten Tag auch da. Also wenn es Probleme gibt, kann man das persönlich klären und kann sagen, ‚Was war gibt, kann man das persönlich klären und kann sagen, ‚Was war denn da?‘, oder ja, dass die auch zu Hause lernen: Ich muss mei-denn da?‘, oder ja, dass die auch zu Hause lernen: Ich muss mei- nen Tag strukturieren und das macht dann jeder Lehrer auch ein nen Tag strukturieren und das macht dann jeder Lehrer auch ein bisschen anders, auch bewusst. Also wir haben jetzt nicht gesagt, bisschen anders, auch bewusst. Also wir haben jetzt nicht gesagt, wir müssen das alle so machen. Es gibt Lehrer, die machen den so-wir müssen das alle so machen. Es gibt Lehrer, die machen den so- genannten Hybridunterricht an dem Tag, die werden also dazu ge-genannten Hybridunterricht an dem Tag, die werden also dazu ge- schaltet. Es gibt Lehrer, die machen das über das Aufgabenmodul. schaltet. Es gibt Lehrer, die machen das über das Aufgabenmodul. Es gibt auch welche, die sagen, ich sage denen das am Tag vorher Es gibt auch welche, die sagen, ich sage denen das am Tag vorher und dann sollen die mir die Ergebnisse hochladen. Also da gibt es und dann sollen die mir die Ergebnisse hochladen. Also da gibt es ganz viele verschiedene Varianten und das auch bewusst, weil wir ganz viele verschiedene Varianten und das auch bewusst, weil wir sagen, die sollen sich darauf einstellen, dass sie alle Formen mög-sagen, die sollen sich darauf einstellen, dass sie alle Formen mög- lichst können und zu Hause sich eine Umgebung schaffen und da lichst können und zu Hause sich eine Umgebung schaffen und da nehmen wir natürlich auch die Eltern mit in die Verantwortung, nehmen wir natürlich auch die Eltern mit in die Verantwortung, dass das geht. Wir machen das aber erst ab Klasse sieben, weil uns dass das geht. Wir machen das aber erst ab Klasse sieben, weil uns schon bewusst ist, natürlich fünf und sechs, die brauchen zu Hause schon bewusst ist, natürlich fünf und sechs, die brauchen zu Hause mehr Unterstützung […].“mehr Unterstützung […].“ ““ ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 149 5.2.6 Sich veränderndes Rollenverständnis Für ein Gelingen von inklusiv-digital ausgerichteten Lernsettings erweist sich ein Für ein Gelingen von inklusiv-digital ausgerichteten Lernsettings erweist sich ein sich veränderndes Rollenverständnis als grundlegend. Das Aufbrechen bisheri-sich veränderndes Rollenverständnis als grundlegend. Das Aufbrechen bisheri- ger Lehr-Lernroutinen, ein Ausgestalten von partizipativem Lernen, ein Kreieren ger Lehr-Lernroutinen, ein Ausgestalten von partizipativem Lernen, ein Kreieren von Lernlandschaften und das Erobern vielfältiger und außerschulischer Lernorte von Lernlandschaften und das Erobern vielfältiger und außerschulischer Lernorte wird nur dann möglich sein, wenn alle Mitglieder in Schule, vor allem aber die mit wird nur dann möglich sein, wenn alle Mitglieder in Schule, vor allem aber die mit formaler Deutungshoheit ausgestatteten Akteur*innen, mit einer offenen, inno-formaler Deutungshoheit ausgestatteten Akteur*innen, mit einer offenen, inno- vationsbereiten, wertschätzenden und professionellen Haltung den anstehenden vationsbereiten, wertschätzenden und professionellen Haltung den anstehenden Veränderungen begegnen. Dabei ist es unerlässlich, dass sich althergebrachte Veränderungen begegnen. Dabei ist es unerlässlich, dass sich althergebrachte und tradierte Rollenbilder in Schule – zumindest teilweise – aufweichen. Im Zuge und tradierte Rollenbilder in Schule – zumindest teilweise – aufweichen. Im Zuge der sich stellenden Herausforderungen braucht es fortwährende Kooperationen der sich stellenden Herausforderungen braucht es fortwährende Kooperationen und Kollaborationen, um den Anforderungen begegnen zu können. Das Austau-und Kollaborationen, um den Anforderungen begegnen zu können. Das Austau- schen und Neuerwerben von Kompetenzen gehört im Zuge einer professionellen schen und Neuerwerben von Kompetenzen gehört im Zuge einer professionellen Haltung dazu und bedeutet, dass auch Schulleitungen, Lehrkräfte, weitere Päda-Haltung dazu und bedeutet, dass auch Schulleitungen, Lehrkräfte, weitere Päda- gog*innen und andere Mitglieder in Schule zu Lernenden werden müssen. Eine gog*innen und andere Mitglieder in Schule zu Lernenden werden müssen. Eine Bereitschaft, tradierte Rollenverständnisse in dieser neu zu gestaltenden Lebens-Bereitschaft, tradierte Rollenverständnisse in dieser neu zu gestaltenden Lebens- welt Schule zu hinterfragen und sich davon zu lösen, ist grundlegend dafür, ein welt Schule zu hinterfragen und sich davon zu lösen, ist grundlegend dafür, ein partizipatives Miteinander in Schule zu leben und Schüler*innen mit einem Mehr partizipatives Miteinander in Schule zu leben und Schüler*innen mit einem Mehr an Verantwortung und Mitbestimmung in Gestaltungsprozesse einzubinden. an Verantwortung und Mitbestimmung in Gestaltungsprozesse einzubinden. Ein Blick in die schulische Praxis Mit dem Blick auf die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung und dem Mit dem Blick auf die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung und dem Fokus auf die daraus entstehenden Potenziale und Veränderungen im Rollen-Fokus auf die daraus entstehenden Potenziale und Veränderungen im Rollen- verständnis berichtet eine Lehrkraft Folgendes:verständnis berichtet eine Lehrkraft Folgendes: Dig*In: „Und für Sie persönlich als Lehrkraft? Was ist da die große Dig*In: „Und für Sie persönlich als Lehrkraft? Was ist da die große Chance?“Chance?“ Fachlehrkraft: „Bei der Verzahnung? Okay. Ich denke, dass ich ein Fachlehrkraft: „Bei der Verzahnung? Okay. Ich denke, dass ich ein bisschen von mir vielleicht dann auch abgebe, ist wahrscheinlich bisschen von mir vielleicht dann auch abgebe, ist wahrscheinlich auch eine Schwierigkeit, dass man das eben nutzt, dass man selber auch eine Schwierigkeit, dass man das eben nutzt, dass man selber nicht mehr so im Fokus steht, sondern eben auch Medien nutzen nicht mehr so im Fokus steht, sondern eben auch Medien nutzen kann, vielleicht auch ein bisschen Abstand zu gewinnen und noch-kann, vielleicht auch ein bisschen Abstand zu gewinnen und noch- mal auf einer anderen Ebene eben zu helfen. Also das sind jetzt mal auf einer anderen Ebene eben zu helfen. Also das sind jetzt ganz spontan meine Gedanken, ähm, wäre vielleicht auch nochmal ganz spontan meine Gedanken, ähm, wäre vielleicht auch nochmal so als Lernhelfer da vielleicht, also, dass man ein Stück zurücktritt so als Lernhelfer da vielleicht, also, dass man ein Stück zurücktritt und über ein Medium laufen lässt und dann vielleicht nochmal ganz und über ein Medium laufen lässt und dann vielleicht nochmal ganz anders helfen, als wenn ich immer in dieser Vermittlerrolle bin.“anders helfen, als wenn ich immer in dieser Vermittlerrolle bin.“ 5.3 Barrierefreiheit Wer Inklusion leben will, der muss Barrierefreiheit gestalten. Denn bei geleb-Wer Inklusion leben will, der muss Barrierefreiheit gestalten. Denn bei geleb- ter Inklusion kann jede Person partizipieren und wird nicht durch behindernde ter Inklusion kann jede Person partizipieren und wird nicht durch behindernde Faktoren ferngehalten oder ausgeschlossen. Gebäude, Räume, Verkehrsmittel, Faktoren ferngehalten oder ausgeschlossen. Gebäude, Räume, Verkehrsmittel, Dokumente, Videos usw. sind demnach so zu gestalten, dass sie für jede Person Dokumente, Videos usw. sind demnach so zu gestalten, dass sie für jede Person ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 150 ohne die Inanspruchnahme der Hilfe anderer zugänglich sind. Gesellschaft im ohne die Inanspruchnahme der Hilfe anderer zugänglich sind. Gesellschaft im Allgemeinen und Schule im Speziellen sollen so gestaltet sein, dass jede*r dabei Allgemeinen und Schule im Speziellen sollen so gestaltet sein, dass jede*r dabei sein kann, der*die möchte. Gemäß des § 4 des Behindertengleichstellungsgeset-sein kann, der*die möchte. Gemäß des § 4 des Behindertengleichstellungsgeset- zes (BGG) sind „die Bedarfe von Menschen mit Behinderung bei der Gestaltung zes (BGG) sind „die Bedarfe von Menschen mit Behinderung bei der Gestaltung der Umwelt genauso gleichberechtigt zu berücksichtigen […]. Vielmehr geht es der Umwelt genauso gleichberechtigt zu berücksichtigen […]. Vielmehr geht es im Sinne eines ‚universal design‘ um eine allgemeine Gestaltung des Lebensum-im Sinne eines ‚universal design‘ um eine allgemeine Gestaltung des Lebensum- feldes für alle Menschen […]“ (Bundesfachstelle Barrierefreiheit 2022). Weiter-feldes für alle Menschen […]“ (Bundesfachstelle Barrierefreiheit 2022). Weiter- gehend zu differenzieren gilt: „Die Definition der Barrierefreiheit nach § 4 BGG gehend zu differenzieren gilt: „Die Definition der Barrierefreiheit nach § 4 BGG als allgemeine Gestaltung ist abzugrenzen von der behindertengerechten Gestal-als allgemeine Gestaltung ist abzugrenzen von der behindertengerechten Gestal- tung […], mit der eine individuelle Gestaltung gemeint ist, die auf die besonde-tung […], mit der eine individuelle Gestaltung gemeint ist, die auf die besonde- ren Bedingungen einer konkreten Person eingeht“ (ebd.). Konkret zu fassen sind ren Bedingungen einer konkreten Person eingeht“ (ebd.). Konkret zu fassen sind darunter beispielsweise assistive Technologien, die den Personen auf der Basis darunter beispielsweise assistive Technologien, die den Personen auf der Basis digitaler Softwarelösungen den Zugang zu Text-, Audio- oder Videoprodukten er-digitaler Softwarelösungen den Zugang zu Text-, Audio- oder Videoprodukten er- leichtern. Klassische Beispiele für assistive Technologien sind darüber hinaus aber leichtern. Klassische Beispiele für assistive Technologien sind darüber hinaus aber auch: Rollstuhl, Gehhilfen usw. Diese Hilfsmittel ermöglichen es Menschen mit auch: Rollstuhl, Gehhilfen usw. Diese Hilfsmittel ermöglichen es Menschen mit Behinderung, durch eine behindertengerechte und damit individuelle Gestaltung Behinderung, durch eine behindertengerechte und damit individuelle Gestaltung die Umwelt zu erleben. Im die Umwelt zu erleben. Im Baustein Inklusiv-digitale Medien(-Bildung)Baustein Inklusiv-digitale Medien(-Bildung) wird wird detaillierter auf assistive Technologien eingegangen. detaillierter auf assistive Technologien eingegangen. Für Schule bedeutet das, Schule an sich als einen inklusiven „Sozialraum“ (Tre-Für Schule bedeutet das, Schule an sich als einen inklusiven „Sozialraum“ (Tre- scher 2021, 4) zu gestalten, in dem ein gemeinsamer Unterricht für Schüler*in-scher 2021, 4) zu gestalten, in dem ein gemeinsamer Unterricht für Schüler*in- nen mit und ohne Behinderung möglich wird. nen mit und ohne Behinderung möglich wird. Informationen der Aktion Mensch zum Thema Barrierefreiheit:Informationen der Aktion Mensch zum Thema Barrierefreiheit: https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/was-ist-inklusion/bar-https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/was-ist-inklusion/bar- rierefreiheit-bedeutungrierefreiheit-bedeutung Bundesfachstelle Barrierefreiheit:Bundesfachstelle Barrierefreiheit: https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Ueber-Uns/Definition-https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Ueber-Uns/Definition- Barrierefreiheit/definition-barrierefreiheit.htmlBarrierefreiheit/definition-barrierefreiheit.html Leserlich. Schritte zu einem inklusiven Kommunikationsdesign:Leserlich. Schritte zu einem inklusiven Kommunikationsdesign: https://www.leserlich.info/https://www.leserlich.info/ Barrierefreie Dokumente erstellen: Barrierefreie Dokumente erstellen: https://tu-dresden.de/tu-dresden/ressourcen/dateien/arbeitsgruppe-stu-https://tu-dresden.de/tu-dresden/ressourcen/dateien/arbeitsgruppe-stu- dium-fuer-blinde-und-sehbehinderte/anleitungen-word-powerpoint/Word_dium-fuer-blinde-und-sehbehinderte/anleitungen-word-powerpoint/Word_ DE_20210201.pdf?lang=deDE_20210201.pdf?lang=de Die UN-Behindertenrechtskonvention:Die UN-Behindertenrechtskonvention: https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/Redaktion/PDF/DB_https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/Redaktion/PDF/DB_ Menschenrechtsschutz/CRPD/CRPD_Konvention_und_Fakultativprotokoll.pdfMenschenrechtsschutz/CRPD/CRPD_Konvention_und_Fakultativprotokoll.pdf Es zeigt sich also, dass das Bestreben, Barrieren im gemeinsamen Lernen und Es zeigt sich also, dass das Bestreben, Barrieren im gemeinsamen Lernen und Arbeiten zu beseitigen, eine wesentliche Gelingensbedingung auf dem Weg hin zu Arbeiten zu beseitigen, eine wesentliche Gelingensbedingung auf dem Weg hin zu einer inklusiv-digitalen Schule darstellt. Wenngleich sich die Forderung nach Bar-einer inklusiv-digitalen Schule darstellt. Wenngleich sich die Forderung nach Bar- https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/was-ist-inklusion/barrierefreiheit-bedeutung https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/was-ist-inklusion/barrierefreiheit-bedeutung https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Ueber-Uns/Definition-Barrierefreiheit/definition-barrierefreiheit.html https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Ueber-Uns/Definition-Barrierefreiheit/definition-barrierefreiheit.html https://www.leserlich.info/ https://tu-dresden.de/tu-dresden/ressourcen/dateien/arbeitsgruppe-studium-fuer-blinde-und-sehbehinderte/anleitungen-word-powerpoint/Word_DE_20210201.pdf?lang=de https://tu-dresden.de/tu-dresden/ressourcen/dateien/arbeitsgruppe-studium-fuer-blinde-und-sehbehinderte/anleitungen-word-powerpoint/Word_DE_20210201.pdf?lang=de https://tu-dresden.de/tu-dresden/ressourcen/dateien/arbeitsgruppe-studium-fuer-blinde-und-sehbehinderte/anleitungen-word-powerpoint/Word_DE_20210201.pdf?lang=de https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/Redaktion/PDF/DB_Menschenrechtsschutz/CRPD/CRPD_Konvention_und_Fakultativprotokoll.pdf https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/Redaktion/PDF/DB_Menschenrechtsschutz/CRPD/CRPD_Konvention_und_Fakultativprotokoll.pdf 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 151 rierefreiheit auf alle Aspekte gesellschaftlichen Lebens bezieht (Gebäude, Woh-rierefreiheit auf alle Aspekte gesellschaftlichen Lebens bezieht (Gebäude, Woh- nungen, Arbeitsstätten, Öffentlicher Raum, Mobilität, Wahlen usw.) (Knappschaft nungen, Arbeitsstätten, Öffentlicher Raum, Mobilität, Wahlen usw.) (Knappschaft Bahn See: Bundesfachstelle Barrierefreiheit 2022), kann der Fokus für eine Bar-Bahn See: Bundesfachstelle Barrierefreiheit 2022), kann der Fokus für eine Bar- rierefreiheit in Schule vor allem auf Kommunikation, den Zugang zu Informatio-rierefreiheit in Schule vor allem auf Kommunikation, den Zugang zu Informatio- nen, den Einsatz von Medien und Technik und auf das Unterrichtsmaterial gelegt nen, den Einsatz von Medien und Technik und auf das Unterrichtsmaterial gelegt werden. Sie sollte also Teil der Schul- und Unterrichtsentwicklungsvorhaben sein.werden. Sie sollte also Teil der Schul- und Unterrichtsentwicklungsvorhaben sein. Zu den Informationsseiten der Bundesfachstelle Barrierefreiheit gelangen Zu den Informationsseiten der Bundesfachstelle Barrierefreiheit gelangen Sie hier: Sie hier: https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Fachwissen/fachwissen_https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Fachwissen/fachwissen_ node.htmlnode.html 5.3.1 Architektur Jedoch darf die Wichtigkeit der baulichen, architektonischen Begebenheiten für Jedoch darf die Wichtigkeit der baulichen, architektonischen Begebenheiten für eine barrierefrei gestaltete Schule nicht außer Acht gelassen werden. Wenngleich eine barrierefrei gestaltete Schule nicht außer Acht gelassen werden. Wenngleich sich umfassende bauliche Veränderungen an Gebäuden nicht immer umsetzen sich umfassende bauliche Veränderungen an Gebäuden nicht immer umsetzen lassen, kann doch versucht werden, sensibel an das Thema heranzugehen. So lassen, kann doch versucht werden, sensibel an das Thema heranzugehen. So kann beispielsweise eine bestimmte Farbgestaltung der Wände genauso zu einer kann beispielsweise eine bestimmte Farbgestaltung der Wände genauso zu einer barrierefreien Umgebung beitragen, wie eine entsprechende Beschilderung der barrierefreien Umgebung beitragen, wie eine entsprechende Beschilderung der Gänge oder Bezeichnungen der Unterrichtsräume. Möglicherweise ergeben sich Gänge oder Bezeichnungen der Unterrichtsräume. Möglicherweise ergeben sich auch für das Thema Raumnutzung weitere Ansatzpunkte, die vor Überforderung auch für das Thema Raumnutzung weitere Ansatzpunkte, die vor Überforderung schützen und es leichter machen, dass sich alle Mitglieder in Schule zurechtfinden schützen und es leichter machen, dass sich alle Mitglieder in Schule zurechtfinden können. können. 5.3.2 Material, Informationen Weitaus mehr Handhabe herrscht mitunter in Bezug auf die Gestaltung von Ma-Weitaus mehr Handhabe herrscht mitunter in Bezug auf die Gestaltung von Ma- terialien, die Bereitstellung von Informationen, die Organisation von Kommuni-terialien, die Bereitstellung von Informationen, die Organisation von Kommuni- kation und hinsichtlich der Nutzung digitaler Medien. Für alle Aspekte gilt das kation und hinsichtlich der Nutzung digitaler Medien. Für alle Aspekte gilt das Bestreben, die Zugänglichkeit für alle Mitglieder in Schule zu ermöglichen. In ver-Bestreben, die Zugänglichkeit für alle Mitglieder in Schule zu ermöglichen. In ver- schiedenen Reflexions- und Evaluationsprozessen kann überprüft werden, wie es schiedenen Reflexions- und Evaluationsprozessen kann überprüft werden, wie es um die Barrierefreiheit in Schule und Unterricht bestellt ist und wo sich Ansatz-um die Barrierefreiheit in Schule und Unterricht bestellt ist und wo sich Ansatz- punkte für eine weitergehende Reduktion von Barrieren ergeben. Verschiedene punkte für eine weitergehende Reduktion von Barrieren ergeben. Verschiedene Fragestellungen, die Impulse für derlei Reflexionsprozesse liefern sollen, finden Fragestellungen, die Impulse für derlei Reflexionsprozesse liefern sollen, finden sich weiter unten im sich weiter unten im Unterbaustein Reflexion, Feedback, EvaluationUnterbaustein Reflexion, Feedback, Evaluation.. 5.4 Binnendifferenzierung In Gesellschaft im Allgemeinen und in Schule im Speziellen werden bestimmte In Gesellschaft im Allgemeinen und in Schule im Speziellen werden bestimmte Personengruppen von einer die Deutungshoheit innehabenden dominierenden Personengruppen von einer die Deutungshoheit innehabenden dominierenden https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Fachwissen/fachwissen_node.html https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Fachwissen/fachwissen_node.html 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 152 anderen Gruppe ausgeschlossen, weshalb sie am Partizipieren in Gesellschaft anderen Gruppe ausgeschlossen, weshalb sie am Partizipieren in Gesellschaft und Schule behindert werden. Durch diese Form der Ausgrenzung agieren Ge-und Schule behindert werden. Durch diese Form der Ausgrenzung agieren Ge- sellschaft und Schule entgegen der geltenden Menschenrechte und der in 2009 sellschaft und Schule entgegen der geltenden Menschenrechte und der in 2009 in Deutschland ratifizierten Behindertenrechtskonvention der Vereinten Natio-in Deutschland ratifizierten Behindertenrechtskonvention der Vereinten Natio- nen (UN-BRK 2009). Wenn Partizipationsbarrieren abgebaut werden sollen, dann nen (UN-BRK 2009). Wenn Partizipationsbarrieren abgebaut werden sollen, dann kann dies nur geschehen, wenn diese Barrieren zunächst identifiziert werden und kann dies nur geschehen, wenn diese Barrieren zunächst identifiziert werden und dann Maßnahmen für eine gleichberechtigte Teilhabe ergriffen werden. Weitere dann Maßnahmen für eine gleichberechtigte Teilhabe ergriffen werden. Weitere Ausführungen zu diesem Themenkomplex finden Sie im Ausführungen zu diesem Themenkomplex finden Sie im Baustein Partizipa-Baustein Partizipa- tionskulturtionskultur.. Auf Ebene des Unterrichts bedeutet dies unter anderem, dass die Selektion und Auf Ebene des Unterrichts bedeutet dies unter anderem, dass die Selektion und Aufteilung nach Kriterien, wie dem vermeintlich diagnostizierten Leistungsniveau, Aufteilung nach Kriterien, wie dem vermeintlich diagnostizierten Leistungsniveau, dem inklusiven Grundgedanken diametral gegenüber steht. Ziel sollte im Sinne dem inklusiven Grundgedanken diametral gegenüber steht. Ziel sollte im Sinne einer inklusiven Lernkultur das gemeinsame Lernen sein, wobei die individuellen einer inklusiven Lernkultur das gemeinsame Lernen sein, wobei die individuellen Stärken der Schüler*innen berücksichtigt werden. Die in einer Lerngruppe bzw. Stärken der Schüler*innen berücksichtigt werden. Die in einer Lerngruppe bzw. Klasse vorhandene Heterogenität und Diversität bereichert das Miteinander in Klasse vorhandene Heterogenität und Diversität bereichert das Miteinander in Unterricht und Schule (siehe hierzu auch Unterricht und Schule (siehe hierzu auch Baustein LernkulturBaustein Lernkultur). Um angemes-). Um angemes- sen auf die vielfältigen Lernvoraussetzungen und -bedürfnisse der Schüler*innen sen auf die vielfältigen Lernvoraussetzungen und -bedürfnisse der Schüler*innen einer Lerngruppe eingehen zu können, bedarf es allerdings einer entsprechenden einer Lerngruppe eingehen zu können, bedarf es allerdings einer entsprechenden Binnendifferenzierung im Unterricht.Binnendifferenzierung im Unterricht. Die methodisch-didaktischen Maßnahmen, um binnendifferenzierten Unterricht zu Die methodisch-didaktischen Maßnahmen, um binnendifferenzierten Unterricht zu gestalten, sind unzählig. In diesem Modell werden denkbare Formen der Binnen-gestalten, sind unzählig. In diesem Modell werden denkbare Formen der Binnen- differenzierung unter den Begriffspaaren differenzierung unter den Begriffspaaren Individualisierung/PersonalisierungIndividualisierung/Personalisierung und und Kooperation/KollaborationKooperation/Kollaboration vereint. vereint. 5.4.1 Individualisierung/Personalisierung Im Forschungsdiskurs existiert keine einheitliche Begriffsdefinition zu Im Forschungsdiskurs existiert keine einheitliche Begriffsdefinition zu Individuali-Individuali- sierungsierung und und PersonalisierungPersonalisierung, die eine klare Unterscheidung beider Begriffe mög-, die eine klare Unterscheidung beider Begriffe mög- lich machen würde. Daher wird in diesem Modell ebenfalls keine Unterscheidung lich machen würde. Daher wird in diesem Modell ebenfalls keine Unterscheidung angestrebt und stattdessen auf die Verschmelzung beider Termini im Hinblick auf angestrebt und stattdessen auf die Verschmelzung beider Termini im Hinblick auf ihre Gemeinsamkeiten fokussiert. Es werden immer beide Begriffe verwendet. ihre Gemeinsamkeiten fokussiert. Es werden immer beide Begriffe verwendet. Unter Individualisierung/Personalisierung wird das Bereitstellen von Lernangebo-Unter Individualisierung/Personalisierung wird das Bereitstellen von Lernangebo- ten bzw. das Schaffen von Lernumgebungen verstanden, die sich an den Lern-ten bzw. das Schaffen von Lernumgebungen verstanden, die sich an den Lern- voraussetzungen, der Lernbereitschaft, den präferierten Lernweisen, persönlichen voraussetzungen, der Lernbereitschaft, den präferierten Lernweisen, persönlichen Interessen und Motivationsfaktoren der Schüler*innen orientieren (Auferkorte-Mi-Interessen und Motivationsfaktoren der Schüler*innen orientieren (Auferkorte-Mi- chaelis & Linde 2018, 26f.; Wiater 2020, 135). chaelis & Linde 2018, 26f.; Wiater 2020, 135). Individualisierung/Personalisierung durch Zuweisung Insbesondere die Individualisierung/Personalisierung je Schüler*in scheint im Insbesondere die Individualisierung/Personalisierung je Schüler*in scheint im Schulalltag als zeitintensiv bis gar nicht realisierbar.Schulalltag als zeitintensiv bis gar nicht realisierbar. Klassischerweise müsste eine Lehrkraft ein individuelles Lernangebot für eine*n Klassischerweise müsste eine Lehrkraft ein individuelles Lernangebot für eine*n Schüler*in zusammenstellen und anschließend zuweisen. Bezogen auf eine ge-Schüler*in zusammenstellen und anschließend zuweisen. Bezogen auf eine ge- samte Klasse könnte dies beispielsweise in 27 individuell zu erstellende Lern-samte Klasse könnte dies beispielsweise in 27 individuell zu erstellende Lern- angebote münden – im Schulalltag ist das nur schwer bis gar nicht leistbar. In angebote münden – im Schulalltag ist das nur schwer bis gar nicht leistbar. In 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 153 diesem Fall können digitale Medien eine wertvolle Unterstützung sein und eine diesem Fall können digitale Medien eine wertvolle Unterstützung sein und eine Lösung für das Thema Individualisierung bieten. Lösung für das Thema Individualisierung bieten. Es gibt beispielsweise Lernprogramme, die Lernangebote in Abhängigkeit zum Es gibt beispielsweise Lernprogramme, die Lernangebote in Abhängigkeit zum aktuellen Lernstand zusammenstellen. Schüler*innen bearbeiten die individuali-aktuellen Lernstand zusammenstellen. Schüler*innen bearbeiten die individuali- sierten Lernangebote, erhalten umgehend ein Feedback zu ihren Antworten bzw. sierten Lernangebote, erhalten umgehend ein Feedback zu ihren Antworten bzw. Lösungen und können je nach Programmierung der Software bei Bedarf zusätz-Lösungen und können je nach Programmierung der Software bei Bedarf zusätz- lich auf sie abgestimmte Übungsangebote erhalten (hier kommen vor allem KI-lich auf sie abgestimmte Übungsangebote erhalten (hier kommen vor allem KI- basierte Anwendungen ins Spiel). basierte Anwendungen ins Spiel). Ein Blick in die schulische Praxis In den Lehrkräfteinterviews wurde nach der aktiven Umsetzung eines in-In den Lehrkräfteinterviews wurde nach der aktiven Umsetzung eines in- klusiv-digitalen Unterrichts gefragt und es zeigte sich, dass die Lehrkräfte klusiv-digitalen Unterrichts gefragt und es zeigte sich, dass die Lehrkräfte digitale Medien nutzen, um ihren Schüler*innen differenziertes Material zur digitale Medien nutzen, um ihren Schüler*innen differenziertes Material zur Verfügung zu stellen. Hierbei ist jedoch auch die Auswahl des geeigneten Verfügung zu stellen. Hierbei ist jedoch auch die Auswahl des geeigneten digitalen Mediums entscheidend. Es kann nicht pauschal allen Schüler*innen digitalen Mediums entscheidend. Es kann nicht pauschal allen Schüler*innen ein Tablet gegeben werden, sondern es muss individuell geschaut werden, ein Tablet gegeben werden, sondern es muss individuell geschaut werden, mit welchem digitalen Medium der*die Schüler*in am besten arbeiten kann.mit welchem digitalen Medium der*die Schüler*in am besten arbeiten kann. Fachlehrkraft: „Ein inklusiv-digitaler Unterricht sieht erstmal so aus, Fachlehrkraft: „Ein inklusiv-digitaler Unterricht sieht erstmal so aus, dass wir natürlich auch, wenn es um die digitalen Kompetenzen dass wir natürlich auch, wenn es um die digitalen Kompetenzen geht, auch Zieldifferenz anbieten können und dass wir auch über geht, auch Zieldifferenz anbieten können und dass wir auch über digitale Angebote auch für alle Leistungsstufen und für alle För-digitale Angebote auch für alle Leistungsstufen und für alle För- derschwerpunkte beziehungsweise für alle Unterstützungsbedarfe derschwerpunkte beziehungsweise für alle Unterstützungsbedarfe dann auch die richtigen technischen Voraussetzungen und auch das dann auch die richtigen technischen Voraussetzungen und auch das abgestufte Material haben.“abgestufte Material haben.“ bettermarks bettermarks ist ein solches Programm, welches im Mathematikunterricht bettermarks ist ein solches Programm, welches im Mathematikunterricht unserer Kooperationsschulen verwendet worden ist, um Gelerntes zu üben unserer Kooperationsschulen verwendet worden ist, um Gelerntes zu üben und zu vertiefen. Dieses Lernprogramm arbeitet mit Künstlicher Intelligenz und zu vertiefen. Dieses Lernprogramm arbeitet mit Künstlicher Intelligenz (KI), wodurch neben einem Feedback in Form von richtig und falsch, be-(KI), wodurch neben einem Feedback in Form von richtig und falsch, be- darfsgerecht Übungsaufgaben durch das Programm selbst zusammengestellt darfsgerecht Übungsaufgaben durch das Programm selbst zusammengestellt werden. Die Lehrkräfte der Kooperationsschulen berichten in den Interviews werden. Die Lehrkräfte der Kooperationsschulen berichten in den Interviews davon, dass es außerdem vorteilhaft ist, verschiedene Aufgaben bestimmten davon, dass es außerdem vorteilhaft ist, verschiedene Aufgaben bestimmten Schüler*innen selbst zuweisen zu können. Schüler*innen selbst zuweisen zu können. Fachlehrkraft: „Wenn ich jetzt an bettermarks zum Beispiel denke, Fachlehrkraft: „Wenn ich jetzt an bettermarks zum Beispiel denke, das ist so ein mathematisches Programm, wo man [...] verschie-das ist so ein mathematisches Programm, wo man [...] verschie- dene Aufgaben einzelnen Schülern zuweisen kann und dann auch dene Aufgaben einzelnen Schülern zuweisen kann und dann auch direkt eine Rückmeldung bekommt, ob es richtig bearbeitet worden direkt eine Rückmeldung bekommt, ob es richtig bearbeitet worden ist oder nicht.“ist oder nicht.“ ““ ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 154 Westermann Online-Diagnose Für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch bietet der Westermann-Für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch bietet der Westermann- Verlag ein Online-Diagnose-Programm mit darauf aufbauenden, individuell Verlag ein Online-Diagnose-Programm mit darauf aufbauenden, individuell zusammengestellten Übungsaufgaben an. Schüler*innen der Klassenstufen zusammengestellten Übungsaufgaben an. Schüler*innen der Klassenstufen fünf bis neun absolvieren zunächst im gewählten Fach eine Lernstandserhe-fünf bis neun absolvieren zunächst im gewählten Fach eine Lernstandserhe- bung, wobei individuelle Stärken und Entwicklungsfelder deutlich werden. bung, wobei individuelle Stärken und Entwicklungsfelder deutlich werden. Auf Basis dieser Ergebnisse erstellt die Software eine personalisierte Förder-Auf Basis dieser Ergebnisse erstellt die Software eine personalisierte Förder- mappe, sodass jede*r Schüler*in passgenaue Übungsaufgaben erhält.mappe, sodass jede*r Schüler*in passgenaue Übungsaufgaben erhält. Die Lehrkraft einer Kooperationsschule empfindet das Programm als unter-Die Lehrkraft einer Kooperationsschule empfindet das Programm als unter- stützend, weil sie zu jeder Zeit in die bearbeiteten Aufgaben hineinschauen stützend, weil sie zu jeder Zeit in die bearbeiteten Aufgaben hineinschauen kann und stets den Überblick über die individuellen Fortschritte jedes*r ein-kann und stets den Überblick über die individuellen Fortschritte jedes*r ein- zelnen Schülers*in behält.zelnen Schülers*in behält. Fachlehrkraft: „Also ich habe Westermann-Diagnose, Online-Diag-Fachlehrkraft: „Also ich habe Westermann-Diagnose, Online-Diag- nose heißt das. Das ist ein Programm und dort kann man die Kin-nose heißt das. Das ist ein Programm und dort kann man die Kin- der anmelden, kostet glaube ich zwei Euro pro Schüler, also ist der anmelden, kostet glaube ich zwei Euro pro Schüler, also ist alles in Ordnung, hatten wir aus der Klassenkasse bezahlt und dort alles in Ordnung, hatten wir aus der Klassenkasse bezahlt und dort machen die eine Diagnose, tatsächlich richtig eine Online-Diag-machen die eine Diagnose, tatsächlich richtig eine Online-Diag- nose zu verschiedenen Bereichen und die Kinder bekommen dann nose zu verschiedenen Bereichen und die Kinder bekommen dann eine Fördermappe, digital. Damit arbeite ich sehr gerne. Ich kann eine Fördermappe, digital. Damit arbeite ich sehr gerne. Ich kann das anklicken, kann dann auch sehen, wer wann was gemacht hat, das anklicken, kann dann auch sehen, wer wann was gemacht hat, kann mir das zeigen lassen. Teilweise gibt es interaktive Aufgaben, kann mir das zeigen lassen. Teilweise gibt es interaktive Aufgaben, die sind aber noch so beim Aufbau, also das ist wenig. Also im Prin-die sind aber noch so beim Aufbau, also das ist wenig. Also im Prin- zip wird dann so eine Mappe zusammengestellt eben, aber inklusiv zip wird dann so eine Mappe zusammengestellt eben, aber inklusiv im Prinzip, also nicht nur für die Inklusionskinder, sondern Differen-im Prinzip, also nicht nur für die Inklusionskinder, sondern Differen- zierung, dass wirklich jeder auf seinem Niveau arbeiten kann.“zierung, dass wirklich jeder auf seinem Niveau arbeiten kann.“ 5.4.2 Selbstdifferenzierung im Rahmen von Individualisierung/Persona- lisierung Neben der Individualisierung/Personalisierung durch Zuweisung, können Lernan-Neben der Individualisierung/Personalisierung durch Zuweisung, können Lernan- gebote und Lernumgebungen so gestaltet sein, dass das Individuum selbst durch gebote und Lernumgebungen so gestaltet sein, dass das Individuum selbst durch das Treffen bestimmter Entscheidungen einen individuellen und persönlichen Zu-das Treffen bestimmter Entscheidungen einen individuellen und persönlichen Zu- gang zu ihnen findet. Voraussetzung hierfür ist, dass Lehrkräfte die Lernangebote gang zu ihnen findet. Voraussetzung hierfür ist, dass Lehrkräfte die Lernangebote so offen gestalten, dass eine solche Selbstdifferenzierung durch die Lernenden so offen gestalten, dass eine solche Selbstdifferenzierung durch die Lernenden ermöglicht wird. Folgender Impuls veranschaulicht exemplarisch, inwiefern digi-ermöglicht wird. Folgender Impuls veranschaulicht exemplarisch, inwiefern digi- tale Medien die Vielfalt der Zugangsmöglichkeiten zu Lernangeboten ergänzen tale Medien die Vielfalt der Zugangsmöglichkeiten zu Lernangeboten ergänzen können.können. Impuls: Lernangebote offen gestalten Stellen Sie sich für das Fach Deutsch vor, dass die Aufgabe für alle Schüler*innen Stellen Sie sich für das Fach Deutsch vor, dass die Aufgabe für alle Schüler*innen lautet: lautet: Fasse den Inhalt der Geschichte zusammen.Fasse den Inhalt der Geschichte zusammen. ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 155 Diese Aufgabe kann unterschiedlich bearbeitet werden, wobei die Schüler*innen Diese Aufgabe kann unterschiedlich bearbeitet werden, wobei die Schüler*innen selbst wählen, über welches Endprodukt sie letztlich den Inhalt der Geschichte selbst wählen, über welches Endprodukt sie letztlich den Inhalt der Geschichte zusammenfassen wollen und welche Arbeitsmaterialien (Stift, Papier, Schreib-zusammenfassen wollen und welche Arbeitsmaterialien (Stift, Papier, Schreib- programm, App, Kamera usw.) sie hierfür benötigen. In Abhängigkeit zu den programm, App, Kamera usw.) sie hierfür benötigen. In Abhängigkeit zu den individuellen Präferenzen im Hinblick auf Endprodukt und Arbeitsmaterial erfolgt individuellen Präferenzen im Hinblick auf Endprodukt und Arbeitsmaterial erfolgt die Auseinandersetzung mit dem Inhalt der Geschichte über selbst gewählte und die Auseinandersetzung mit dem Inhalt der Geschichte über selbst gewählte und damit individuelle Zugänge. damit individuelle Zugänge. Tabelle 7 fasst einige Möglichkeiten zusammen: Tabelle 7 fasst einige Möglichkeiten zusammen: Tabelle 7: Individuelle Zugänge über Wahl von Endprodukten und Materialien. EndproduktEndprodukt MaterialienMaterialien FließtextFließtext Schreibutensilien (Stift, Papier) SchreibprogrammSchreibutensilien (Stift, Papier) Schreibprogramm Stop-Motion-FilmStop-Motion-Film entsprechende App und Requisitenentsprechende App und Requisiten ComicComic Zeichenutensilien (Stifte, Lineal und Papier) Zeichenutensilien (Stifte, Lineal und Papier) App Book Creator App Book Creator Kamera zum Fotografieren szenischer DarstellungenKamera zum Fotografieren szenischer Darstellungen …… …… Es ist darauf hinzuweisen, dass nicht davon ausgegangen werden sollte, dass die Es ist darauf hinzuweisen, dass nicht davon ausgegangen werden sollte, dass die Schüler*innen ohne Weiteres in der Lage sind, sich umfänglich selbst Endproduk-Schüler*innen ohne Weiteres in der Lage sind, sich umfänglich selbst Endproduk- te und Arbeitsmaterialien auszusuchen. Hierbei brauchen sie eine entsprechende te und Arbeitsmaterialien auszusuchen. Hierbei brauchen sie eine entsprechende Begleitung. So sollten die Schüler*innen bereits mit den zur Auswahl stehenden Begleitung. So sollten die Schüler*innen bereits mit den zur Auswahl stehenden Endprodukten und Arbeitsmaterialien vertraut sein und beim Auswahlprozess bei Endprodukten und Arbeitsmaterialien vertraut sein und beim Auswahlprozess bei Bedarf unterstützt werden. Bedarf unterstützt werden. Insbesondere wenn es für Schüler*innen neu ist, das Lernangebot mitbestimmen Insbesondere wenn es für Schüler*innen neu ist, das Lernangebot mitbestimmen zu können, wird es anfangs zu Irritationen kommen, deren Überwindung Zeit und zu können, wird es anfangs zu Irritationen kommen, deren Überwindung Zeit und eine ausführliche Kommunikation braucht.eine ausführliche Kommunikation braucht. Ein Blick in die schulische Praxis Im Folgenden beschreibt die Fachlehrkraft einer Kooperationsschule, wie der Im Folgenden beschreibt die Fachlehrkraft einer Kooperationsschule, wie der Einsatz digitaler Endgeräte und die Verwendung von Lernapps zu mehr Indi-Einsatz digitaler Endgeräte und die Verwendung von Lernapps zu mehr Indi- vidualisierung im Unterricht führt. vidualisierung im Unterricht führt. Fachlehrkraft: „Nehmen wir mal an, wir haben einen Schüler, der Fachlehrkraft: „Nehmen wir mal an, wir haben einen Schüler, der nicht so gut lesen kann. Da werden die digitalen Medien dazu ver-nicht so gut lesen kann. Da werden die digitalen Medien dazu ver- wendet, um beispielsweise einen Textabschnitt vorlesen zu lassen. wendet, um beispielsweise einen Textabschnitt vorlesen zu lassen. Oder einen Schüler, der nicht in der Lage ist, einen Text selber zu Oder einen Schüler, der nicht in der Lage ist, einen Text selber zu verfassen, erstmal aus physiologischen Gründen. [D]ann wird da-verfassen, erstmal aus physiologischen Gründen. [D]ann wird da- rauf geachtet in den besonderen Lerngruppen, dass die Schülerin-rauf geachtet in den besonderen Lerngruppen, dass die Schülerin- nen und Schüler ihre [...] Texte digital darstellen. Die haben auch nen und Schüler ihre [...] Texte digital darstellen. Die haben auch genau so die Möglichkeit, die gesprochene Sprache aufzunehmen. genau so die Möglichkeit, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Nur, um ein paar Beispiele zu nennen. Das sind natürlich sozusagen Nur, um ein paar Beispiele zu nennen. Das sind natürlich sozusagen ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 156 der digitale Einsatz im Unterricht, der einige Hürden nehmen kann. der digitale Einsatz im Unterricht, der einige Hürden nehmen kann. Auf der anderen Seite haben wir viele hilfreiche Apps, die dazu ge-Auf der anderen Seite haben wir viele hilfreiche Apps, die dazu ge- nutzt werden können, um individualisierte Arbeitsaufträge zu stel-nutzt werden können, um individualisierte Arbeitsaufträge zu stel- len.“len.“ Die folgenden Interviewausschnitte verdeutlichen das Potenzial der Persona-Die folgenden Interviewausschnitte verdeutlichen das Potenzial der Persona- lisierung und Individualisierung mittels digitaler Medien:lisierung und Individualisierung mittels digitaler Medien: Fachlehrkraft: „Ja, weil es da wirklich darum geht, dass wir jeden Fachlehrkraft: „Ja, weil es da wirklich darum geht, dass wir jeden Schüler an seinem Standort eigentlich abholen können. Und dass Schüler an seinem Standort eigentlich abholen können. Und dass wir da wirklich […] auf die Person, auf den Schüler und auf das wir da wirklich […] auf die Person, auf den Schüler und auf das individuelle Bedürfnis einfach gucken können. Ja. Und das muss da, individuelle Bedürfnis einfach gucken können. Ja. Und das muss da, glaube ich, im Vordergrund stehen.“glaube ich, im Vordergrund stehen.“ Fachlehrkraft: „Ja, naja, man hat es ja jetzt auch gesehen in der Fachlehrkraft: „Ja, naja, man hat es ja jetzt auch gesehen in der Corona-Phase so, dass man da auch noch individueller mit dem Corona-Phase so, dass man da auch noch individueller mit dem Schüler arbeiten kann und was ich total super finde, dass man Schüler arbeiten kann und was ich total super finde, dass man eigentlich immer gleich ein Feedback bekommt, also in den Apps eigentlich immer gleich ein Feedback bekommt, also in den Apps zum Beispiel. Wie hat der Schüler das Lernen verstanden. Also es zum Beispiel. Wie hat der Schüler das Lernen verstanden. Also es ist ja eigentlich auch so eine gewisse Kontrollgeschichte und natür-ist ja eigentlich auch so eine gewisse Kontrollgeschichte und natür- lich für die Schüler ist es natürlich auch eine hohe Motivation. Also lich für die Schüler ist es natürlich auch eine hohe Motivation. Also eine Bereicherung für den Unterricht.“eine Bereicherung für den Unterricht.“ 5.5 Kooperation und Kollaboration Wie bereits im Wie bereits im Kapitel Kooperations- und KollaborationskulturKapitel Kooperations- und Kollaborationskultur soll sich auch soll sich auch hier der inklusive Gedanke vergegenwärtigen, dass durch eine stärkere Belebung hier der inklusive Gedanke vergegenwärtigen, dass durch eine stärkere Belebung der Zusammenarbeit, einzelne Personen oder ganze Gruppen voneinander profi-der Zusammenarbeit, einzelne Personen oder ganze Gruppen voneinander profi- tieren können. Im unterrichtlichen Kontext stellen Kooperation und Kollaboration tieren können. Im unterrichtlichen Kontext stellen Kooperation und Kollaboration Formen der Binnendifferenzierung dar.Formen der Binnendifferenzierung dar. Nach bestimmten Kriterien wie Leistungsvermögen, Sozialkompetenz, Motivation Nach bestimmten Kriterien wie Leistungsvermögen, Sozialkompetenz, Motivation oder Interesse zusammengestellte Tandems und Gruppen entfalten im Rahmen oder Interesse zusammengestellte Tandems und Gruppen entfalten im Rahmen gelungener Zusammenarbeit Potenziale, die eine einzelne Person allein nicht zu gelungener Zusammenarbeit Potenziale, die eine einzelne Person allein nicht zu entfalten vermag. entfalten vermag. Digitale Medien können die Kooperation und Kollaboration zum Beispiel unterstüt-Digitale Medien können die Kooperation und Kollaboration zum Beispiel unterstüt- zen, indem sie die Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern zeit- und zen, indem sie die Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern zeit- und ortsunabhängig ermöglichen. Dadurch kann beispielsweise die Zusammenarbeit ortsunabhängig ermöglichen. Dadurch kann beispielsweise die Zusammenarbeit nach der Schule im Digitalen fortgesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht nach der Schule im Digitalen fortgesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Gruppenarbeiten während der Unterrichtszeit außerhalb des Klassen-darin, dass Gruppenarbeiten während der Unterrichtszeit außerhalb des Klassen- raums stattfinden und die Arbeitsergebnisse dokumentiert werden können. Dies raums stattfinden und die Arbeitsergebnisse dokumentiert werden können. Dies bringt eine räumliche Entspannung hervor (siehe Interviewausschnitt unten). bringt eine räumliche Entspannung hervor (siehe Interviewausschnitt unten). Darüber hinaus können ähnliche Effekte, wie sie im Abschnitt zur Selbstdifferen-Darüber hinaus können ähnliche Effekte, wie sie im Abschnitt zur Selbstdifferen- zierung im Rahmen von Individualisierung/Personalisierung beschrieben wurden, zierung im Rahmen von Individualisierung/Personalisierung beschrieben wurden, auch im Rahmen von Gruppenarbeiten zum Tragen kommen. Durch mehr Freiheit auch im Rahmen von Gruppenarbeiten zum Tragen kommen. Durch mehr Freiheit im Hinblick auf die Aufgabenstellung erweitert sich auch das Handlungsrepertoire im Hinblick auf die Aufgabenstellung erweitert sich auch das Handlungsrepertoire einer Gruppe, weil sie stärker gemäß ihren eigenen Präferenzen agieren kann.einer Gruppe, weil sie stärker gemäß ihren eigenen Präferenzen agieren kann. ““ ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 157 Ein Blick in die schulische Praxis Der nachfolgende Auszug aus einem Interview mit einer Lehrkraft bietet Der nachfolgende Auszug aus einem Interview mit einer Lehrkraft bietet einen Einblick, inwiefern digitale Medien im Sinne der Binnendifferenzierung einen Einblick, inwiefern digitale Medien im Sinne der Binnendifferenzierung sowohl im Rahmen von Kooperation und Kollaboration - also auch zur Indivi-sowohl im Rahmen von Kooperation und Kollaboration - also auch zur Indivi- dualisierung/Personalisierung - genutzt werden können.dualisierung/Personalisierung - genutzt werden können. Fachlehrkraft: „Da haben wir schon öfter verschiedene Apps ge-Fachlehrkraft: „Da haben wir schon öfter verschiedene Apps ge- nutzt, um Aufgaben zu erledigen, vor allem benutze ich die gerne, nutzt, um Aufgaben zu erledigen, vor allem benutze ich die gerne, also das iPad dann, um Szenen aufzunehmen oder Texte vorlesen also das iPad dann, um Szenen aufzunehmen oder Texte vorlesen zu lassen, Dialoge aufzunehmen, damit die Schüler möglichst viel zu lassen, Dialoge aufzunehmen, damit die Schüler möglichst viel sprechen und dann anschließend schicken sie mir das oder spie-sprechen und dann anschließend schicken sie mir das oder spie- len mir das vor oder spielen der ganzen Klasse das vor. Damit sie len mir das vor oder spielen der ganzen Klasse das vor. Damit sie aber ganz viel Gelegenheit haben auch in Kleingruppen, alleine, aber ganz viel Gelegenheit haben auch in Kleingruppen, alleine, zu zweit oder auch mit drei, vier Personen Texte zu lesen, Dialoge zu zweit oder auch mit drei, vier Personen Texte zu lesen, Dialoge aufzunehmen, die sie selber ausgedacht haben, was in der Klasse aufzunehmen, die sie selber ausgedacht haben, was in der Klasse sonst nicht möglich wäre, dass man aber dann trotzdem Ergeb-sonst nicht möglich wäre, dass man aber dann trotzdem Ergeb- nisse am Ende hat. Die laufen dann durch die Schule, suchen sich nisse am Ende hat. Die laufen dann durch die Schule, suchen sich dann ein nettes Plätzchen und erledigen dann die Aufgaben. Und dann ein nettes Plätzchen und erledigen dann die Aufgaben. Und das kann man auch dann den Förderschülern genauso geben, wie das kann man auch dann den Förderschülern genauso geben, wie den anderen auch. Natürlich sind dann die Dialoge teilweise irgend-den anderen auch. Natürlich sind dann die Dialoge teilweise irgend- wie kürzer, das heißt inhaltlich wird da schon differenziert, wenn sie wie kürzer, das heißt inhaltlich wird da schon differenziert, wenn sie alleine arbeiten oder in ihrer Kleingruppe, aber das Ergebnis oder alleine arbeiten oder in ihrer Kleingruppe, aber das Ergebnis oder die Anwendung der Apps ist dann genau dasselbe. Also eine Kame-die Anwendung der Apps ist dann genau dasselbe. Also eine Kame- ra oder ein Mikrofon zu benutzen, das ist das Gleiche und wenn sie ra oder ein Mikrofon zu benutzen, das ist das Gleiche und wenn sie mit anderen zusammenarbeiten, also meistens mache ich das so, mit anderen zusammenarbeiten, also meistens mache ich das so, dass irgendjemand Stärkeres mit jemanden Schwächeren zusam-dass irgendjemand Stärkeres mit jemanden Schwächeren zusam- menarbeitet, dann unterstützen sie sich eben gegenseitig und dann menarbeitet, dann unterstützen sie sich eben gegenseitig und dann kriegen sie auch die selbe Aufgabenstellung oder der eine kriegt kriegen sie auch die selbe Aufgabenstellung oder der eine kriegt dann eben ein bisschen längeren Text, der andere einen kürzeren dann eben ein bisschen längeren Text, der andere einen kürzeren Text oder so.“Text oder so.“ 5.6 Inklusiv-digitale Medien(-Bildung) Um sich dem Begriff der inklusiv-digitalen Medienbildung nähern zu können, be-Um sich dem Begriff der inklusiv-digitalen Medienbildung nähern zu können, be- darf es einer Auseinandersetzung mit dem Begriff der Medienbildung an sich. darf es einer Auseinandersetzung mit dem Begriff der Medienbildung an sich. Jörissen (2013) hat hierzu fünf Thesen formuliert:Jörissen (2013) hat hierzu fünf Thesen formuliert: 1. 1. „Medienbildung ist Bildung in einer von Medien durchzogenen – „mediatisier-„Medienbildung ist Bildung in einer von Medien durchzogenen – „mediatisier- ten“ – Welt.ten“ – Welt. 2. 2. Medienbildung ist daher nicht nur Bildung über Medien (Medienkompetenz) Medienbildung ist daher nicht nur Bildung über Medien (Medienkompetenz) und nicht nur Bildung mit Medien (E-Learning).und nicht nur Bildung mit Medien (E-Learning). 3. 3. „Bildung“ meint nicht nur Lernen, auch nicht Ausbildung, pädagogische Ver-„Bildung“ meint nicht nur Lernen, auch nicht Ausbildung, pädagogische Ver- mittlung oder altbürgerliche „Gebildetheit“, sondern: Bildung bezeichnet Ver-mittlung oder altbürgerliche „Gebildetheit“, sondern: Bildung bezeichnet Ver- änderungen in der Weise, wie Individuen die Welt (und sich selbst) sehen und änderungen in der Weise, wie Individuen die Welt (und sich selbst) sehen und wahrnehmen – und zwar so, dass sie in einer immer komplexeren Welt mit im-wahrnehmen – und zwar so, dass sie in einer immer komplexeren Welt mit im- mer weniger vorhersehbaren Biografien und Karrieren zurechtkommen, Orien-mer weniger vorhersehbaren Biografien und Karrieren zurechtkommen, Orien- ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 158 tierung gewinnen und sich zu dieser Welt kritisch-partizipativ verhalten.tierung gewinnen und sich zu dieser Welt kritisch-partizipativ verhalten. 4. 4. Medien bestimmen wesentlich die Strukturen von Weltsichten, sowohl auf kul-Medien bestimmen wesentlich die Strukturen von Weltsichten, sowohl auf kul- tureller Ebene wie auch auf individueller Ebene: Orale Kulturen, Schrift- und tureller Ebene wie auch auf individueller Ebene: Orale Kulturen, Schrift- und Buchkulturen, visuelle Kulturen und digital vernetzte Kulturen bringen jeweils Buchkulturen, visuelle Kulturen und digital vernetzte Kulturen bringen jeweils unterschiedliche Möglichkeiten der Artikulation (des Denkens, des Ausdrucks, unterschiedliche Möglichkeiten der Artikulation (des Denkens, des Ausdrucks, der Kommunikation, der Wissenschaften, der Künste) hervor.der Kommunikation, der Wissenschaften, der Künste) hervor. 5. 5. Medienbildung ist also der Name für dafür [sic!], dass die Welt- und Selbstver-Medienbildung ist also der Name für dafür [sic!], dass die Welt- und Selbstver- hältnisse von Menschen mit medial geprägten (oder konstituierten) kulturel-hältnisse von Menschen mit medial geprägten (oder konstituierten) kulturel- len Welten entstehen, dass sie sich mit ihnen verändern – und vor allem auch len Welten entstehen, dass sie sich mit ihnen verändern – und vor allem auch dafür, dass Bildungsprozesse Neues hervorbringen können: neue Artikulations-dafür, dass Bildungsprozesse Neues hervorbringen können: neue Artikulations- formen, neue kulturelle/individuelle Sichtweisen und nicht zuletzt neue media-formen, neue kulturelle/individuelle Sichtweisen und nicht zuletzt neue media- le Strukturen.“le Strukturen.“ Somit lässt sich auf Schule bezogen festhalten, dass Unterricht immer eine von Somit lässt sich auf Schule bezogen festhalten, dass Unterricht immer eine von Medien durchzogene Form der Bildung ist. Kurz formuliert: Medienbildung in Medien durchzogene Form der Bildung ist. Kurz formuliert: Medienbildung in Schule ist schulische Bildung im Medium, wobei Medialität als Basis jener Bildung Schule ist schulische Bildung im Medium, wobei Medialität als Basis jener Bildung zu begreifen ist (ebd.).zu begreifen ist (ebd.). Wenn dieser Begriff nun um die Formulierung Wenn dieser Begriff nun um die Formulierung inklusiv-digitalinklusiv-digital ergänzt wird, dann ergänzt wird, dann soll der Fokus auf Medienbildungsprozesse gelegt werden, in und an denen (mög-soll der Fokus auf Medienbildungsprozesse gelegt werden, in und an denen (mög- lichst) alle partizipieren können. Das bedeutet in Anlehnung an Zorn, Schluchter lichst) alle partizipieren können. Das bedeutet in Anlehnung an Zorn, Schluchter und Bosse (2019, 26ff.),und Bosse (2019, 26ff.), 1. 1. dass Gesellschaft im Allgemeinen und die Mitglieder in Schule im Speziellen in dass Gesellschaft im Allgemeinen und die Mitglieder in Schule im Speziellen in den in Schule verwendeten Medien repräsentiert werden,den in Schule verwendeten Medien repräsentiert werden, 2. 2. dass ein barrierefreier Zugang zu digitalen Medien sowie Inhalten für alle dass ein barrierefreier Zugang zu digitalen Medien sowie Inhalten für alle möglich ist undmöglich ist und 3. 3. dass durch die Verwendung digitaler Medien die Teilhabemöglichkeiten der Mit-dass durch die Verwendung digitaler Medien die Teilhabemöglichkeiten der Mit- glieder in Schule erweitert bzw. optimiert werden.glieder in Schule erweitert bzw. optimiert werden. Durch die Bausteine Durch die Bausteine LerninhaltLerninhalt, , WerkzeugWerkzeug und und KonzeptKonzept werden im Folgenden Im- werden im Folgenden Im- pulse gesetzt, durch die aufgezeigt wird, wie inklusiv-digitale Medienbildung auf pulse gesetzt, durch die aufgezeigt wird, wie inklusiv-digitale Medienbildung auf Unterrichtsebene realisiert werden kann. Unterrichtsebene realisiert werden kann. 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 159 Abbildung 21: Baustein inklusiv-digitale Medien(-Bildung). endgerät- integrierte Funktionen und Software assistive Technologien Lernprogramme, Lernplattformen (u.a. KI-gestützt) Gebrauch Ethik Recht Reflexion Lerninhalt Konzept inklusiv- digitale Medien (-Bildung) dynamisches Raum- und Zeitverständnis Werkzeug Präsentieren Produzieren Kollaborieren und Kooperieren Feedback Individuali- sieren/Perso- nalisieren ErforschenÜben Lesen Schreiben Sprechen Hören Dokumen- tieren Kommuni- zieren Lernstands- erhebung Diagnostik Organisieren von Lehr-/Lern- prozessen Hill/Obermeier 2022 5.6.1 Lerninhalt Bildung in einer mediatisierten Welt bringt neue Herausforderungen mit sich, auf Bildung in einer mediatisierten Welt bringt neue Herausforderungen mit sich, auf die in Schule eingegangen werden kann. Es gilt daher, digitale Medien selbst als die in Schule eingegangen werden kann. Es gilt daher, digitale Medien selbst als Lerninhalt zu begreifen. Folgende Themen sind in diesem Zusammenhang von Lerninhalt zu begreifen. Folgende Themen sind in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung, die häufig unter dem Begriff der Medienkompetenz zu-besonderer Bedeutung, die häufig unter dem Begriff der Medienkompetenz zu- sammengefasst werden: Gebrauch, Ethik, Recht und Reflexion. Da dieses The-sammengefasst werden: Gebrauch, Ethik, Recht und Reflexion. Da dieses The- menfeld derart umfassend ist, wird es in dieser Handreichung bei einigen Impul-menfeld derart umfassend ist, wird es in dieser Handreichung bei einigen Impul- sen und Hinweisen zu weiterführender Literatur bleiben.sen und Hinweisen zu weiterführender Literatur bleiben. 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 160 Gebrauch So basal es auch erscheinen mag: Der bloße Gebrauch digitaler Medien muss So basal es auch erscheinen mag: Der bloße Gebrauch digitaler Medien muss erlernt werden. Wo wird ein bestimmtes Gerät eingeschaltet? Wie wird eine be-erlernt werden. Wo wird ein bestimmtes Gerät eingeschaltet? Wie wird eine be- stimmte Software genutzt? Wie sichere ich meine Daten und wie funktionieren stimmte Software genutzt? Wie sichere ich meine Daten und wie funktionieren die Zugänge zu den betreffenden Dokumenten und Programmen? Das sind bei-die Zugänge zu den betreffenden Dokumenten und Programmen? Das sind bei- spielhafte Fragen, die unter diesem Baustein zu versammeln sind.spielhafte Fragen, die unter diesem Baustein zu versammeln sind. Darüber hinaus können bestimmte Personen bestimmte digitale Medien nicht Darüber hinaus können bestimmte Personen bestimmte digitale Medien nicht ohne Weiteres verwendet. Es bedarf bestimmter Modifikationen, damit ein digita-ohne Weiteres verwendet. Es bedarf bestimmter Modifikationen, damit ein digita- les Medium verwendet werden kann (z.B. alternative Tastaturen, die durch mini-les Medium verwendet werden kann (z.B. alternative Tastaturen, die durch mini- male Fingerbewegungen betätigt werden können, Anpassung des Bildschirms im male Fingerbewegungen betätigt werden können, Anpassung des Bildschirms im Hinblick auf Farbgestaltung oder Kontrast). Hinblick auf Farbgestaltung oder Kontrast). Daher sollte im Kontext technischer Vorüberlegungen immer in den Blick genom-Daher sollte im Kontext technischer Vorüberlegungen immer in den Blick genom- men werden,men werden, 1. welche Vorkenntnisse und Bedarfe die Anwender*innen haben (Ist-Stand) und 1. welche Vorkenntnisse und Bedarfe die Anwender*innen haben (Ist-Stand) und 2. welche Vorkenntnisse vorhanden sein sollten und welche Bedarfe gedeckt wer-2. welche Vorkenntnisse vorhanden sein sollten und welche Bedarfe gedeckt wer- den müssen (Soll-Stand). den müssen (Soll-Stand). Nach diesem Ist-Soll-Stand-Abgleich können Maßnahmen getroffen werden, die Nach diesem Ist-Soll-Stand-Abgleich können Maßnahmen getroffen werden, die die Anwender*innen zum Gebrauch des jeweiligen digitalen Mediums befähigen.die Anwender*innen zum Gebrauch des jeweiligen digitalen Mediums befähigen. Ethik Auch ethische Belange sollten im Hinblick auf digitale Medien in Schule behandelt Auch ethische Belange sollten im Hinblick auf digitale Medien in Schule behandelt werden. Hierzu gehören beispielsweise Themen wie der Umgang mit eigenen und werden. Hierzu gehören beispielsweise Themen wie der Umgang mit eigenen und fremden Daten, das Verhalten im Netz und das Identifizieren von und der Um-fremden Daten, das Verhalten im Netz und das Identifizieren von und der Um- gang mit Cybermobbing und Fake News. gang mit Cybermobbing und Fake News. Recht Darüber hinaus gilt es für datenschutzrechtliche Belange zu sensibilisieren und Darüber hinaus gilt es für datenschutzrechtliche Belange zu sensibilisieren und Aufklärung zu leisten. Fragen wie beispielsweiseAufklärung zu leisten. Fragen wie beispielsweise ● Was passiert mit meinen Daten?● Was passiert mit meinen Daten? ● Wann gebe ich die Rechte an meinen eigenen Bildern ab?● Wann gebe ich die Rechte an meinen eigenen Bildern ab? gehören in dieses Themengebiet.gehören in dieses Themengebiet. Reflexion Nicht zuletzt ist eine Reflexion im Hinblick auf den Umgang mit digitalen Medien Nicht zuletzt ist eine Reflexion im Hinblick auf den Umgang mit digitalen Medien für alle Mitglieder in Schule relevant. So sind Lehrkräfte dazu angehalten, stetig für alle Mitglieder in Schule relevant. So sind Lehrkräfte dazu angehalten, stetig zu hinterfragen, ob die verwendeten digitalen Medien dem pädagogischen Ziel zu hinterfragen, ob die verwendeten digitalen Medien dem pädagogischen Ziel der Unterrichtsstunde genügen. Außerdem ist es empfehlenswert, dass Lehrkräf-der Unterrichtsstunde genügen. Außerdem ist es empfehlenswert, dass Lehrkräf- 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 161 te und Schüler*innen gemeinsam reflektieren, ob der Einsatz eines bestimmten te und Schüler*innen gemeinsam reflektieren, ob der Einsatz eines bestimmten digitalen Mediums gewinnbringend für das Lernen und Arbeiten ist. Aber auch digitalen Mediums gewinnbringend für das Lernen und Arbeiten ist. Aber auch Fragen zum Mediennutzungsverhalten (Warum und wie viel nutze ich Plattform Fragen zum Mediennutzungsverhalten (Warum und wie viel nutze ich Plattform bzw. Software XY?) und den Einfluss digitaler Medien auf die Selbst- und Fremd-bzw. Software XY?) und den Einfluss digitaler Medien auf die Selbst- und Fremd- wahrnehmung (Warum sehen auf Plattform XY die gezeigten Personen meistens wahrnehmung (Warum sehen auf Plattform XY die gezeigten Personen meistens so glücklich und scheinbar makellos aus?) werden immer wichtiger.so glücklich und scheinbar makellos aus?) werden immer wichtiger. Ein Blick in die schulische Praxis Der untenstehende Interviewbeitrag einer Schulleitung hebt das Ansinnen Der untenstehende Interviewbeitrag einer Schulleitung hebt das Ansinnen hervor, Schüler*innen einen kritischen Umgang mit digitalen Medien zu ver-hervor, Schüler*innen einen kritischen Umgang mit digitalen Medien zu ver- mitteln. mitteln. Schulleitung: „Und wenn wir das nicht machen, wir können diese Schulleitung: „Und wenn wir das nicht machen, wir können diese Digitalisierung ja nicht aufhalten. Und die haben uns schon ganz Digitalisierung ja nicht aufhalten. Und die haben uns schon ganz schön aufgezeigt – auch natürlich mit Daten und Fakten und Zahlen schön aufgezeigt – auch natürlich mit Daten und Fakten und Zahlen – wie sehr das doch schon in unserem Leben drin ist und wir aber – wie sehr das doch schon in unserem Leben drin ist und wir aber als Schule unbedingt diesen Auftrag – das ist ja auch unser Ansin-als Schule unbedingt diesen Auftrag – das ist ja auch unser Ansin- nen – nutzen müssen, den sorgsamen Umgang mit diesen digitalen nen – nutzen müssen, den sorgsamen Umgang mit diesen digitalen Medien. Nicht nur, dass ich das benutzen kann, diese Medien. Ja, Medien. Nicht nur, dass ich das benutzen kann, diese Medien. Ja, das können wir irgendwie alle. Das ist auch nicht unser Thema, ja. das können wir irgendwie alle. Das ist auch nicht unser Thema, ja. Sondern mein Thema ist, dass sie kritisch mit diesen Dingen auch Sondern mein Thema ist, dass sie kritisch mit diesen Dingen auch umgehen.“umgehen.“ Einige Schüler*innen sowie ihre Lehrkraft berichten von der Einführung des Einige Schüler*innen sowie ihre Lehrkraft berichten von der Einführung des Lehrgangs Internet-ABC. In dessen Rahmen sollen die Schüler*innen den Lehrgangs Internet-ABC. In dessen Rahmen sollen die Schüler*innen den Umgang mit dem World Wide Web erlernen – also etwas Umgang mit dem World Wide Web erlernen – also etwas überüber Medien lernen. Medien lernen. Die Schüler*innen berichten hierzu:Die Schüler*innen berichten hierzu: Schüler*in 1: „Wir haben auch gestern das Internet-ABC angefan-Schüler*in 1: „Wir haben auch gestern das Internet-ABC angefan- gen, da kann man auch für ähm ja, da lernen wir auch.“gen, da kann man auch für ähm ja, da lernen wir auch.“ Schüler*in 2: „Wie wir nicht auf schlimme Sachen kommen und so-Schüler*in 2: „Wie wir nicht auf schlimme Sachen kommen und so- was, weil wenn wir im Internet einfach Hamster oder so eingeben was, weil wenn wir im Internet einfach Hamster oder so eingeben und Meerschweinchen sind ja auch da gegrillte am Spieß, weil das und Meerschweinchen sind ja auch da gegrillte am Spieß, weil das in einem Land ja ganz besonders ist, dass ist da eine Leibspeise.“in einem Land ja ganz besonders ist, dass ist da eine Leibspeise.“ Schüler*in 3: „Und sowas will man sich, glaube ich nicht angu-Schüler*in 3: „Und sowas will man sich, glaube ich nicht angu- cken.“cken.“ Schüler*innen gemeinsam: „Nein.“Schüler*innen gemeinsam: „Nein.“ 5.6.2 Werkzeug Im Hinblick auf inklusiv-digitale Medienbildung besteht außerdem die Möglichkeit, Im Hinblick auf inklusiv-digitale Medienbildung besteht außerdem die Möglichkeit, sich digitale Medien an sich zunutze zu machen. Ihr Einsatz kann motivierend auf sich digitale Medien an sich zunutze zu machen. Ihr Einsatz kann motivierend auf Schüler*innen wirken, Kooperation befördern und die Medienkompetenz erhöhen. Schüler*innen wirken, Kooperation befördern und die Medienkompetenz erhöhen. ““ ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 162 Unter anderem sind Lehrkräfte durch den Einsatz von Tablets in der Lage, ihren Unter anderem sind Lehrkräfte durch den Einsatz von Tablets in der Lage, ihren Unterricht abwechslungsreicher und schüler*innenzentrierter zu gestalten (Tu-Unterricht abwechslungsreicher und schüler*innenzentrierter zu gestalten (Tu- lodziecki et al. 2019, 147). Darüber hinaus werden neue Formen der Zusammen-lodziecki et al. 2019, 147). Darüber hinaus werden neue Formen der Zusammen- arbeit möglich, da das Lernen dynamisch im Hinblick auf Ort und Zeit arrangiert arbeit möglich, da das Lernen dynamisch im Hinblick auf Ort und Zeit arrangiert werden kann (Hösel et al. 2020, 228). Im werden kann (Hösel et al. 2020, 228). Im Kapitel LernsettingsKapitel Lernsettings folgt eine Aus- folgt eine Aus- differenzierung der in diesem Kontext möglich werdenden vielfältigen Lernorte differenzierung der in diesem Kontext möglich werdenden vielfältigen Lernorte und hybriden Lernformate.und hybriden Lernformate. Im Kontext des Modells wurde eine Unterteilung digitaler Medien im Hinblick auf Im Kontext des Modells wurde eine Unterteilung digitaler Medien im Hinblick auf das Anwendungsgebiet der Bildung in Schule in drei Werkzeug-Kategorien vorge-das Anwendungsgebiet der Bildung in Schule in drei Werkzeug-Kategorien vorge- nommen: nommen: 1. 1. endgeräteintegrierte Funktionen und Software,endgeräteintegrierte Funktionen und Software, 2. 2. Assistive Technologien,Assistive Technologien, 3. 3. Lernprogramme und Lernplattformen.Lernprogramme und Lernplattformen. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass ein digitales Medium gleichzeitig mehr Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass ein digitales Medium gleichzeitig mehr als einer Kategorie zugeordnet werden kann. Dies verdeutlicht, wie multifunktio-als einer Kategorie zugeordnet werden kann. Dies verdeutlicht, wie multifunktio- nal digitale Medien zu begreifen sind.nal digitale Medien zu begreifen sind. Unter Unter endgeräteintegrierte Funktionen und Softwareendgeräteintegrierte Funktionen und Software werden beispielsweise Mik- werden beispielsweise Mik- rofon und Kamera an Tablet oder Smartphone, Office-Programme, Lernapps und rofon und Kamera an Tablet oder Smartphone, Office-Programme, Lernapps und Spielsimulationen zusammengefasst. Spielsimulationen zusammengefasst. Assistive TechnologienAssistive Technologien sind solche Technologien, die Hürden für Personen ab- sind solche Technologien, die Hürden für Personen ab- bauen können und eine behindertengerechte Gestaltung, “die auf die besonderen bauen können und eine behindertengerechte Gestaltung, “die auf die besonderen Bedingungen einer konkreten Person eingeht“ (Bundesfachstelle Barrierefreiheit Bedingungen einer konkreten Person eingeht“ (Bundesfachstelle Barrierefreiheit 2022) ermöglichen. Beispielsweise können sogenannte Talker das Sprechen für 2022) ermöglichen. Beispielsweise können sogenannte Talker das Sprechen für Personen übernehmen, oder zusätzlich anschließbare Knöpfe und Hebel das Be-Personen übernehmen, oder zusätzlich anschließbare Knöpfe und Hebel das Be- dienen eines Laptops oder Spielekonsolen ermöglichen. Aber auch sogenannte dienen eines Laptops oder Spielekonsolen ermöglichen. Aber auch sogenannte Mainstream-Produkte werden durch die mit ihnen verbundenen Möglichkeiten der Mainstream-Produkte werden durch die mit ihnen verbundenen Möglichkeiten der Anpassung und Zugänglichkeit zu den assistiven Technologien gezählt.Anpassung und Zugänglichkeit zu den assistiven Technologien gezählt. Lernprogramme und LernplattformenLernprogramme und Lernplattformen sind zum Beispiel IServ, die Lernapp Anton sind zum Beispiel IServ, die Lernapp Anton oder bettermarks. oder bettermarks. Informationen zu assistiven Technologien:Informationen zu assistiven Technologien: www.inklusive-medienarbeit.de/assistive-technologien/www.inklusive-medienarbeit.de/assistive-technologien/ Plattform für freie Bildungsmaterialien: Plattform für freie Bildungsmaterialien: https://wirlernenonline.dehttps://wirlernenonline.de Durch die Unterstützung mit digitalen Medien sind weitere Formen des Lehrens Durch die Unterstützung mit digitalen Medien sind weitere Formen des Lehrens und Lernens möglich, sodass das Handlungsrepertoire von Lehrenden und Ler-und Lernens möglich, sodass das Handlungsrepertoire von Lehrenden und Ler- https://www.inklusive-medienarbeit.de/assistive-technologien/ https://wirlernenonline.de 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 163 nenden erweitert werden kann. Allerdings gelten hier zwei Grundsätze: 1) Quali-nenden erweitert werden kann. Allerdings gelten hier zwei Grundsätze: 1) Quali- tät vor Quantität und 2) es ist stets das Primat des Pädagogischen zu berück-tät vor Quantität und 2) es ist stets das Primat des Pädagogischen zu berück- sichtigen. Der Vorteil, der sich in beiden Grundsätzen vereint, besteht darin, dass sichtigen. Der Vorteil, der sich in beiden Grundsätzen vereint, besteht darin, dass eine qualitativ hochwertige Auswahl verwendeter (digitaler) Werkzeuge leichter eine qualitativ hochwertige Auswahl verwendeter (digitaler) Werkzeuge leichter zu pflegen, zu erlernen und souveräner zu gebrauchen ist. Sobald das (digitale) zu pflegen, zu erlernen und souveräner zu gebrauchen ist. Sobald das (digitale) Werkzeug einen echten Bedarf deckt bzw. eine Lösung für ein Problem offeriert, Werkzeug einen echten Bedarf deckt bzw. eine Lösung für ein Problem offeriert, entfällt die mühselige Überzeugungsarbeit für die Verwendung.entfällt die mühselige Überzeugungsarbeit für die Verwendung. Im Rahmen der Modellentwicklung wurden verschiedene Teilbausteine zum Bau-Im Rahmen der Modellentwicklung wurden verschiedene Teilbausteine zum Bau- stein Werkzeug versammelt, durch die abgebildet wird, welche Möglichkeiten stein Werkzeug versammelt, durch die abgebildet wird, welche Möglichkeiten mithilfe digitaler Werkzeuge neu entstehen bzw. anders wahrgenommen werden mithilfe digitaler Werkzeuge neu entstehen bzw. anders wahrgenommen werden können (siehe Abbildung 22).können (siehe Abbildung 22). Abbildung 22: Teilbausteine zum Baustein Werkzeug. Hill/Obermeier 2022 Präsentieren Produzieren Kollaborieren und Kooperieren Feedback Individuali- sieren/Perso- nalisieren ErforschenÜben Lesen Schreiben Sprechen Hören Dokumen- tieren Kommuni- zieren Lernstands- erhebung Diagnostik Organisieren von Lehr-/Lern- prozessen Werkzeug (endgerätite integrierte Funktionen, assistive Technologien, Lern- programme, Lernplattformen (u.a. KI-gestützt)) In der nachfolgenden Tabelle 8 werden die Potenziale digitaler Werkzeuge den In der nachfolgenden Tabelle 8 werden die Potenziale digitaler Werkzeuge den Teilbausteinen zugeordnet. Teilbausteinen zugeordnet. Tabelle 8: Potenziale digitaler Werkzeuge im Unterricht. TeilbausteineTeilbausteine Mithilfe digitaler Werzeuge ...Mithilfe digitaler Werzeuge ... Lesen Lesen Schreiben Schreiben Sprechen Sprechen HörenHören • • können vermeintlich basale Prozesse wie Le-können vermeintlich basale Prozesse wie Le- sen, Schreiben, Sprechen und Hören unter-sen, Schreiben, Sprechen und Hören unter- stützt werden.stützt werden. ProduzierenProduzieren • • können eigene (Lern-)Produkte wie Videos, können eigene (Lern-)Produkte wie Videos, Clips, Texte und Bücher u. v. m. erzeugt wer-Clips, Texte und Bücher u. v. m. erzeugt wer- den. den. 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 164 TeilbausteineTeilbausteine Mithilfe digitaler Werzeuge ...Mithilfe digitaler Werzeuge ... ÜbenÜben • • können Lernende beim Üben ein sofortiges können Lernende beim Üben ein sofortiges Feedback (richtig/falsch), Tipps und weiterfüh-Feedback (richtig/falsch), Tipps und weiterfüh- rende Übungsaufgaben bereitgestellt bekom-rende Übungsaufgaben bereitgestellt bekom- men.men. FeedbackFeedback • • kann ein kurzfristiges Feedback zum Unterricht kann ein kurzfristiges Feedback zum Unterricht oder zur Präsentation eingeholt werden.oder zur Präsentation eingeholt werden. DokumentationDokumentation • • können Tafelbilder, Poster, Bau- bzw. Kunstwer-können Tafelbilder, Poster, Bau- bzw. Kunstwer- ke, Experimente und vieles mehr digital doku-ke, Experimente und vieles mehr digital doku- mentiert werden.mentiert werden. Lernstandserhebung Lernstandserhebung DiagnostikDiagnostik • • können Lernstandserhebungen und Diagnostik können Lernstandserhebungen und Diagnostik unterstützt werden.unterstützt werden. Organisation von Lehr-/Organisation von Lehr-/ LernprozessenLernprozessen • • können Lehr-Lernprozesse organisiert und ko-können Lehr-Lernprozesse organisiert und ko- ordiniert werden.ordiniert werden. KommunizierenKommunizieren • • kann z. B. über Chatfunktionen, Konferenzsys-kann z. B. über Chatfunktionen, Konferenzsys- teme und E-Mails kommuniziert werden.teme und E-Mails kommuniziert werden. ErforschenErforschen • • kann das Erforschen ausgeweitet werden auf kann das Erforschen ausgeweitet werden auf das Internet oder auf Virtual Reality (VR) und das Internet oder auf Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR).Augmented Reality (AR). Individualisierung/Personali-Individualisierung/Personali- sierung sierung Kooperation und Kollabora-Kooperation und Kollabora- tiontion • • können Individualisierung/Personalisierung können Individualisierung/Personalisierung und Kooperation sowie Kollaboration vielfältig und Kooperation sowie Kollaboration vielfältig unterstützt werden.unterstützt werden. Am Ende der Handreichung, in dem Teil Am Ende der Handreichung, in dem Teil PraxishappenPraxishappen, , Unterkapitel Tool-Unterkapitel Tool- Übersicht für den UnterrichtÜbersicht für den Unterricht, befindet sich eine Sammlung digitaler Werkzeu-, befindet sich eine Sammlung digitaler Werkzeu- ge samt dazugehöriger Kurzbeschreibung ihrer Verwendungsweise, die an den ge samt dazugehöriger Kurzbeschreibung ihrer Verwendungsweise, die an den Kooperationsschulen des Verbundprojektes Dig*In zum Einsatz gekommen sind. Kooperationsschulen des Verbundprojektes Dig*In zum Einsatz gekommen sind. Außerdem finden sie dort ein Unterkapitel mit Außerdem finden sie dort ein Unterkapitel mit Anwendungsbeispiele von digi-Anwendungsbeispiele von digi- talen Anwednungen für den inklusiven Unterrichttalen Anwednungen für den inklusiven Unterricht. Die Sammlung soll erste . Die Sammlung soll erste Impulse für die Implementation digitaler Werkzeuge in Schule geben. Bei weitem Impulse für die Implementation digitaler Werkzeuge in Schule geben. Bei weitem soll nicht damit erreicht werden, dass eine Schule alle Werkzeuge nutzt, da dies soll nicht damit erreicht werden, dass eine Schule alle Werkzeuge nutzt, da dies nicht zuletzt den oben formulierten Grundsätzen widerspricht. nicht zuletzt den oben formulierten Grundsätzen widerspricht. 5.6.3 Konzept Ein Konzept einer inklusiv-digitalen Medienbildung kann ein wertvoller Kompass Ein Konzept einer inklusiv-digitalen Medienbildung kann ein wertvoller Kompass für alle Mitglieder in Schule sein (Breiter et al. 2015). Durch das Konzept sollten für alle Mitglieder in Schule sein (Breiter et al. 2015). Durch das Konzept sollten Vereinbarungen, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen im Hinblick auf eine in-Vereinbarungen, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen im Hinblick auf eine in- klusiv-digitale Medienbildung strukturell in der Schule verankert und koordiniert klusiv-digitale Medienbildung strukturell in der Schule verankert und koordiniert werden (Bos et al. 2018, 5f.). Es sollte eine Auswahl jener Aspekte darin festge-werden (Bos et al. 2018, 5f.). Es sollte eine Auswahl jener Aspekte darin festge- halten werden, die im Hinblick auf die Unterbausteine Lehrinhalt und Werkzeug in halten werden, die im Hinblick auf die Unterbausteine Lehrinhalt und Werkzeug in diesem Modell angeschnitten wurden. Zuvorderst ist darauf zu achten, ein zu-diesem Modell angeschnitten wurden. Zuvorderst ist darauf zu achten, ein zu- gunsten erhöhter Teilhabechancen ausgerichtetes und damit Inklusion im Blick gunsten erhöhter Teilhabechancen ausgerichtetes und damit Inklusion im Blick haltendes Konzept zu entwickeln. Darüber hinaus gilt es den bildungspolitischen haltendes Konzept zu entwickeln. Darüber hinaus gilt es den bildungspolitischen 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 165 Vorgaben gerecht zu werden, indem die in dem Papier der Kultusministerkonfe-Vorgaben gerecht zu werden, indem die in dem Papier der Kultusministerkonfe- renz von 2016/17 zur „Strategie der Bildung in der digitalen Welt“ formulierten renz von 2016/17 zur „Strategie der Bildung in der digitalen Welt“ formulierten sechs Kompetenzbereiche berücksichtigt werden. sechs Kompetenzbereiche berücksichtigt werden. Wie eine entsprechende Umsetzung gestaltet sein kann, skizziert folgendes Bei-Wie eine entsprechende Umsetzung gestaltet sein kann, skizziert folgendes Bei- spiel. Selbstredend sollte jede Schule für sich entscheiden, welche Aufbereitung spiel. Selbstredend sollte jede Schule für sich entscheiden, welche Aufbereitung eines solchen Konzeptes für sie sinnvoll ist. Schließlich ist jede Schule mit ihren eines solchen Konzeptes für sie sinnvoll ist. Schließlich ist jede Schule mit ihren Mitgliedern höchst individuell, weshalb es kein allgemeingültiges Konzept geben Mitgliedern höchst individuell, weshalb es kein allgemeingültiges Konzept geben kann.kann. Impuls: Umsetzung eines Konzeptes zur inklusiv-digitalen Medienbildung In dem inklusiv-digitalen Medienbildungskonzept kann seitens der Schule festge-In dem inklusiv-digitalen Medienbildungskonzept kann seitens der Schule festge- halten werden, dass in jedem Fachcurriculum die sechs Kompetenzbereiche des halten werden, dass in jedem Fachcurriculum die sechs Kompetenzbereiche des KMK-Strategiepapiers zur “Bildung in der digitalen Welt” (2016/2017) unter den KMK-Strategiepapiers zur “Bildung in der digitalen Welt” (2016/2017) unter den Vorzeichen inklusiven Unterrichts einzuarbeiten sind. Außerdem können Themen Vorzeichen inklusiven Unterrichts einzuarbeiten sind. Außerdem können Themen aus dem Unterbaustein Lerninhalt und Einsatzzeitpunkte der digitalen Werkzeu-aus dem Unterbaustein Lerninhalt und Einsatzzeitpunkte der digitalen Werkzeu- ge des Unterbausteins Werkzeug bestimmten Klassenstufen zugeordnet werden, ge des Unterbausteins Werkzeug bestimmten Klassenstufen zugeordnet werden, deren Implementation wiederum die Fachkonferenzen im entsprechenden Fach-deren Implementation wiederum die Fachkonferenzen im entsprechenden Fach- curriculum organisieren.curriculum organisieren. Ein Blick in die schulische Praxis Es konnte festgestellt werden, dass an den meisten untersuchten Schulen Es konnte festgestellt werden, dass an den meisten untersuchten Schulen Konzepte auf unterschiedlichen Ebenen vorliegen, die die inklusive Arbeit Konzepte auf unterschiedlichen Ebenen vorliegen, die die inklusive Arbeit und den Einsatz digitaler Medien beschreiben, strukturieren und Verantwort-und den Einsatz digitaler Medien beschreiben, strukturieren und Verantwort- lichkeiten klären bzw. schulische Zielsetzungen und Entwicklungsziele formu-lichkeiten klären bzw. schulische Zielsetzungen und Entwicklungsziele formu- lieren. Betrachtet man nun jedoch die Verzahnung von Inklusion und Digita-lieren. Betrachtet man nun jedoch die Verzahnung von Inklusion und Digita- lisierung, stellt man fest, dass die konzeptuelle Arbeit überwiegend isoliert lisierung, stellt man fest, dass die konzeptuelle Arbeit überwiegend isoliert erfolgt. Es gibt mehrheitlich keinen expliziten Bezugnahmen, jedoch werden erfolgt. Es gibt mehrheitlich keinen expliziten Bezugnahmen, jedoch werden häufig indirekte Bezüge wahrgenommen, wie der untenstehende Interview-häufig indirekte Bezüge wahrgenommen, wie der untenstehende Interview- auszug exemplarisch aufzeigt. Dabei ist der hier beschriebene Kontext fol-auszug exemplarisch aufzeigt. Dabei ist der hier beschriebene Kontext fol- gender Gestalt: Inklusion würde ja „sowieso“ gemacht und durchdringt alle gender Gestalt: Inklusion würde ja „sowieso“ gemacht und durchdringt alle schulischen Entscheidungen und Prozesse – wenn nun also über den Einsatz schulischen Entscheidungen und Prozesse – wenn nun also über den Einsatz digitaler Medien nachgedacht wird, ist dieser notwendigerweise auch immer digitaler Medien nachgedacht wird, ist dieser notwendigerweise auch immer gleichzeitig ein Stück weit inklusiv, sodass die Verzahnung als solche keine gleichzeitig ein Stück weit inklusiv, sodass die Verzahnung als solche keine eigene Aufmerksamkeit erfordert.eigene Aufmerksamkeit erfordert. Dig*In: „Gibt es hier an der Schule Konzepte, die das Potenzial und Dig*In: „Gibt es hier an der Schule Konzepte, die das Potenzial und den Einsatz digitaler Medien, also dieser auch Endgeräte, ne, die du den Einsatz digitaler Medien, also dieser auch Endgeräte, ne, die du gerade irgendwie angesprochen hast, im Unterricht unter den Vor-gerade irgendwie angesprochen hast, im Unterricht unter den Vor- zeichen von Inklusion näher beschreiben?“zeichen von Inklusion näher beschreiben?“ Medienbeauftragte Lehrkraft: „Also wir haben als Schule noch nie Medienbeauftragte Lehrkraft: „Also wir haben als Schule noch nie irgendwo verschriftlicht und ich erinnere mich auch nicht an ir-irgendwo verschriftlicht und ich erinnere mich auch nicht an ir- gendeine Diskussion, wo wir wirklich Medien und Inklusion deutlich gendeine Diskussion, wo wir wirklich Medien und Inklusion deutlich miteinander verbunden haben. Ich glaube, jeder Lehrer macht es miteinander verbunden haben. Ich glaube, jeder Lehrer macht es automatisch, weil die Grundschule sowieso eine inklusive Schule automatisch, weil die Grundschule sowieso eine inklusive Schule ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 166 ist. Schon immer.“ist. Schon immer.“ An einigen Schulen wird die Notwendigkeit einer An einigen Schulen wird die Notwendigkeit einer konzeptionell verankertenkonzeptionell verankerten Verzahnung gesehen. Wenn es solche Verzahnungen gibt, gehen diese über-Verzahnung gesehen. Wenn es solche Verzahnungen gibt, gehen diese über- wiegend von einem Medienkonzept aus, das an den meisten Schulen zeitlich wiegend von einem Medienkonzept aus, das an den meisten Schulen zeitlich später als das Inklusionskonzept entwickelt wurde. Häufig wird hier der Digi-später als das Inklusionskonzept entwickelt wurde. Häufig wird hier der Digi- talPakt Schule oder die Einführung eines Rahmencurriculums Medienbildung talPakt Schule oder die Einführung eines Rahmencurriculums Medienbildung als Auslöser genannt, ein schulisches Medienkonzept zu entwickeln. Dieses als Auslöser genannt, ein schulisches Medienkonzept zu entwickeln. Dieses erzeugt die Notwendigkeit, nachträglich auch das Inklusionskonzept zu über-erzeugt die Notwendigkeit, nachträglich auch das Inklusionskonzept zu über- arbeiten. Häufig wird dies aber auch als noch nicht vollzogener, sondern als arbeiten. Häufig wird dies aber auch als noch nicht vollzogener, sondern als nächster notwendiger Schritt angesehen.nächster notwendiger Schritt angesehen. Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ (KMK 2016/17): Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ (KMK 2016/17): https://www.kmk.org/themen/bildung-in-der-digitalen-welt/strategie-bil-https://www.kmk.org/themen/bildung-in-der-digitalen-welt/strategie-bil- dung-in-der-digitalen-welt.htmldung-in-der-digitalen-welt.html Weiterführende Informationen zum DigitalPakt Schule des Bundesministeriums Weiterführende Informationen zum DigitalPakt Schule des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sind über den folgenden Link zu finden: für Bildung und Forschung (BMBF) sind über den folgenden Link zu finden: https://www.digitalpaktschule.dehttps://www.digitalpaktschule.de Bos, Wilfried/ Lorenz, Ramona/ Endberg, Manula (2018): Untersuchung des Bos, Wilfried/ Lorenz, Ramona/ Endberg, Manula (2018): Untersuchung des technischen und pädagogischen Supports an Schulen der Sekundarstufe I in technischen und pädagogischen Supports an Schulen der Sekundarstufe I in Deutschland. Eine vertiefende Untersuchung zur Studie Schule digital - der Deutschland. Eine vertiefende Untersuchung zur Studie Schule digital - der Länderindikator 2017, Dortmund. Verfügbar unter: Länderindikator 2017, Dortmund. Verfügbar unter: https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/media/publications/https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/media/publications/ Support-Ergebnisbericht%20der%20Lehrerbefragung.pdfSupport-Ergebnisbericht%20der%20Lehrerbefragung.pdf Nachdem nun bereits die Bausteine Nachdem nun bereits die Bausteine LernsettingsLernsettings, , BarrierefreiheitBarrierefreiheit, , Binnendifferen-Binnendifferen- zierungzierung und und inklusiv-digitale Medien(-Bildung)inklusiv-digitale Medien(-Bildung) thematisiert worden sind, soll es thematisiert worden sind, soll es in den nachfolgenden Abschnitten um die drei verbleibenden Bausteine in den nachfolgenden Abschnitten um die drei verbleibenden Bausteine Professio-Professio- nalisierungnalisierung, , ReflexionReflexion, , FeedbackFeedback, , EvaluationEvaluation und und durchgängige Sprachbildungdurchgängige Sprachbildung mit mit den jeweils dazugehörigen Unterbausteinen gehen. Die untenstehende Abbildung den jeweils dazugehörigen Unterbausteinen gehen. Die untenstehende Abbildung 23 bildet nun also den dritten Teil des eingangs beschriebenen grafischen Über-23 bildet nun also den dritten Teil des eingangs beschriebenen grafischen Über- blicks. Zu erkennen sind die benannten Unterbausteine (Professionalisierung, blicks. Zu erkennen sind die benannten Unterbausteine (Professionalisierung, Reflexion, Feedback, Evaluation und durchgängige Sprachbildung) sowie der Bau-Reflexion, Feedback, Evaluation und durchgängige Sprachbildung) sowie der Bau- stein inklusiv-digitale Medien(-Bildung), der im vorangegangenen Abschnitt be-stein inklusiv-digitale Medien(-Bildung), der im vorangegangenen Abschnitt be- handelt worden ist. handelt worden ist. Der Baustein Professionalisierung umfasst die Unterbausteine: Der Baustein Professionalisierung umfasst die Unterbausteine: Kompetenzaus-Kompetenzaus- bau: Inklusionbau: Inklusion, , MedienbildungMedienbildung sowie sowie Kompetenzausbau: Verzahnung Inklusion Kompetenzausbau: Verzahnung Inklusion und Medienbildungund Medienbildung und und sich veränderndes Rollenverständnissich veränderndes Rollenverständnis. Der Baustein Re-. Der Baustein Re- flexion, Feedback, Evaluation konstituiert sich durch die Unterbausteine flexion, Feedback, Evaluation konstituiert sich durch die Unterbausteine Selbst-Selbst- reflexionreflexion, , InteraktionInteraktion und und UnterrichtsgestaltungUnterrichtsgestaltung. In dem Baustein durchgängige . In dem Baustein durchgängige Sprachbildung finden sich die Unterbausteine Sprachbildung finden sich die Unterbausteine KonzeptKonzept, , Bildungs- und Fachspra-Bildungs- und Fachspra- cheche sowie sowie Einbezug sprachlicher VielfaltEinbezug sprachlicher Vielfalt. . https://www.kmk.org/themen/bildung-in-der-digitalen-welt/strategie-bildung-in-der-digitalen-welt.html https://www.kmk.org/themen/bildung-in-der-digitalen-welt/strategie-bildung-in-der-digitalen-welt.html https://www.digitalpaktschule.de https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/media/publications/Support-Ergebnisbericht%20der%20Lehrerbefragung.pdf https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/media/publications/Support-Ergebnisbericht%20der%20Lehrerbefragung.pdf 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 167 Abbildung 23: Unterbausteine Professionalisierung, Reflexion, Feedback, Evaluation und durch- gängige Sprachbildung. Kompetenz- ausbau: Inklusion, Medienbildung Selbstreflexion KonzeptKonzept inklusiv- digitale Medien (-Bildung) Professionali- sierung Unterricht Reflexion Feedback Evaluation durchgängige Sprachbildung Lerninhalt Kompetenz- ausbau: Verzahnung Inklusion und Medienbildung Bildungs- und Fachsprache Interaktion Werkzeug sich veränderndes Rollen- verständnis Einbezug sprachlicher Vielfalt Unterrichts- gestaltung Hill/Obermeier 2022 5.7 Professionalisierung Der Baustein Professionalisierung zielt auf notwendige Anpassungsbedarfe in den Der Baustein Professionalisierung zielt auf notwendige Anpassungsbedarfe in den beruflichen Feldern Bildung und Schule durch die steigenden Anforderungen im beruflichen Feldern Bildung und Schule durch die steigenden Anforderungen im Kontext von Inklusion und Digitalisierung ab. Diese Anforderungen haben zur Kontext von Inklusion und Digitalisierung ab. Diese Anforderungen haben zur Konsequenz, dass sich Kompetenzen verändern und anpassen müssen, damit Konsequenz, dass sich Kompetenzen verändern und anpassen müssen, damit diese neuen Aufgabenstellungen bewältigt werden können (Christof et al. 2020). diese neuen Aufgabenstellungen bewältigt werden können (Christof et al. 2020). Um das Arbeiten und Lehren in Schule eingedenk der wachsenden Herausfor-Um das Arbeiten und Lehren in Schule eingedenk der wachsenden Herausfor- derungen und sich verändernder Aufgaben bewältigen zu können, werden diese derungen und sich verändernder Aufgaben bewältigen zu können, werden diese Anforderungsprofile nach und nach in die eigene Profession eingeschrieben. Das Anforderungsprofile nach und nach in die eigene Profession eingeschrieben. Das 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 168 bedeutet, dass sich das Curriculum anpassen muss, mit dem die Lehrkräfte im bedeutet, dass sich das Curriculum anpassen muss, mit dem die Lehrkräfte im Studium konfrontiert sind. Zur Konsequenz hat das, dass insbesondere das Lehr-Studium konfrontiert sind. Zur Konsequenz hat das, dass insbesondere das Lehr- amtsstudium veränderte Kompetenzen ausbilden wird. So wird beispielsweise amtsstudium veränderte Kompetenzen ausbilden wird. So wird beispielsweise zu den neuen Curricula das Lernen mit Künstlicher Intelligenz, algorithmisiertes zu den neuen Curricula das Lernen mit Künstlicher Intelligenz, algorithmisiertes Lernen und digitales Lehren und Lernen im Allgemeinen gehören.Lernen und digitales Lehren und Lernen im Allgemeinen gehören. Wenn sich das Professionsprofil verändert, dann gehört zu einem professionali-Wenn sich das Professionsprofil verändert, dann gehört zu einem professionali- sierten Ausführen der beruflichen Tätigkeit in dem betreffenden Feld die eigene sierten Ausführen der beruflichen Tätigkeit in dem betreffenden Feld die eigene Anpassung an die gestellten Anforderungen. Sich mit den gestellten Anforderun-Anpassung an die gestellten Anforderungen. Sich mit den gestellten Anforderun- gen, das sind hier vor allem ein Mehr an Inklusion und die fortschreitende Digi-gen, das sind hier vor allem ein Mehr an Inklusion und die fortschreitende Digi- talisierung in und von Schule, auseinanderzusetzen und entsprechende Kompe-talisierung in und von Schule, auseinanderzusetzen und entsprechende Kompe- tenzen auszubilden, ist somit ein Bestandteil einer professionellen Ausübung des tenzen auszubilden, ist somit ein Bestandteil einer professionellen Ausübung des eigenen Berufes. eigenen Berufes. Professionalisierung bezieht sich also auf zweierlei: Zum einen umfasst Profes-Professionalisierung bezieht sich also auf zweierlei: Zum einen umfasst Profes- sionalisierung die fortwährende, sich an verändernde Anforderungen anpassende sionalisierung die fortwährende, sich an verändernde Anforderungen anpassende Profession, also den Beruf selbst. Es geht hierbei um einen umfassenden Prozess Profession, also den Beruf selbst. Es geht hierbei um einen umfassenden Prozess der (Weiter-)Entwicklung des betreffenden Berufsfeldes. Auf der Basis bestimm-der (Weiter-)Entwicklung des betreffenden Berufsfeldes. Auf der Basis bestimm- ter Attribute der Berufskultur formt sich die Profession immer weiter aus und ter Attribute der Berufskultur formt sich die Profession immer weiter aus und sorgt dafür, dass die Personen, die diesen Beruf ergreifen, ihn durch formalisierte sorgt dafür, dass die Personen, die diesen Beruf ergreifen, ihn durch formalisierte und limitierte Berechtigungen ausüben. Für eine Lehrkraft bedeutet das zum Bei-und limitierte Berechtigungen ausüben. Für eine Lehrkraft bedeutet das zum Bei- spiel ein fachwissenschaftliches Studium, die Ausbildung in pädagogischen und spiel ein fachwissenschaftliches Studium, die Ausbildung in pädagogischen und didaktisch-methodischen Kompetenzen usw. Zum anderen bezieht sich Professio-didaktisch-methodischen Kompetenzen usw. Zum anderen bezieht sich Professio- nalisierung auf die individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten der einzelnen Fach-nalisierung auf die individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten der einzelnen Fach- kraft. Gemeint sind damit konkret auch die Prozesse der Fortbildung und Weiter-kraft. Gemeint sind damit konkret auch die Prozesse der Fortbildung und Weiter- qualifizierungen. qualifizierungen. Für die Ausgestaltung einer inklusiv-digitalen Schule und insbesondere für die Für die Ausgestaltung einer inklusiv-digitalen Schule und insbesondere für die Gestaltung des Unterrichts gilt Professionalisierung als eine Gelingensbedingung Gestaltung des Unterrichts gilt Professionalisierung als eine Gelingensbedingung von zentralem Stellenwert. Es müssen also Kompetenzen, aber auch Strategien von zentralem Stellenwert. Es müssen also Kompetenzen, aber auch Strategien geschaffen werden, die es den Lehrkräften, den Schulleitungen, aber auch allen geschaffen werden, die es den Lehrkräften, den Schulleitungen, aber auch allen anderen Mitgliedern in Schule ermöglichen, mit den veränderten Anforderungen anderen Mitgliedern in Schule ermöglichen, mit den veränderten Anforderungen Schritt zu halten und Herausforderungen zu begegnen. Schritt zu halten und Herausforderungen zu begegnen. Folglich steht hier der Kompetenzausbau für die Felder Inklusion und Mediennut-Folglich steht hier der Kompetenzausbau für die Felder Inklusion und Mediennut- zung mitsamt den Themen zur Digitalisierung im Fokus. Darüber hinaus gilt der zung mitsamt den Themen zur Digitalisierung im Fokus. Darüber hinaus gilt der Kompetenzausbau für die Verzahnung von Inklusion und Medienbildung bezie-Kompetenzausbau für die Verzahnung von Inklusion und Medienbildung bezie- hungsweise Digitalisierung als unumgänglich. Um der Notwendigkeit des Kompe-hungsweise Digitalisierung als unumgänglich. Um der Notwendigkeit des Kompe- tenzausbaus in den verschiedenen Feldern begegnen zu können, muss ein Fokus tenzausbaus in den verschiedenen Feldern begegnen zu können, muss ein Fokus auf verschiedene Formen der Weiterbildung gelegt werden. Dazu können sowohl auf verschiedene Formen der Weiterbildung gelegt werden. Dazu können sowohl schulinterne Strukturen geschaffen werden als auch externe Angebote Berück-schulinterne Strukturen geschaffen werden als auch externe Angebote Berück- sichtigung finden. Strategien und verschiedene Fortbildungsformate finden sich in sichtigung finden. Strategien und verschiedene Fortbildungsformate finden sich in dieser Handreichung im dieser Handreichung im Kapitel UnterstützungskulturKapitel Unterstützungskultur. . 5.7.1 Kompetenzausbau: Inklusion und Medienbildung Für den Kompetenzausbau im Hinblick auf die Themenfelder Inklusion und Medi-Für den Kompetenzausbau im Hinblick auf die Themenfelder Inklusion und Medi- enbildung kann in dieser Handreichung lediglich der Impuls gesetzt werden, dass enbildung kann in dieser Handreichung lediglich der Impuls gesetzt werden, dass dies im Rahmen des Schul- und Unterrichtsentwicklungsprogramms an Schule dies im Rahmen des Schul- und Unterrichtsentwicklungsprogramms an Schule mitzudenken ist. Im Sinne einer strukturellen Verankerung kann sichergestellt mitzudenken ist. Im Sinne einer strukturellen Verankerung kann sichergestellt 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 169 werden, dass langfristig angelegt alle Lehrkräfte einer Schule sich in diesen bei-werden, dass langfristig angelegt alle Lehrkräfte einer Schule sich in diesen bei- den Themenfeldern weiterbilden. Sei es, dass deutliche Empfehlungen ausgespro-den Themenfeldern weiterbilden. Sei es, dass deutliche Empfehlungen ausgespro- chen werden, für einen bestimmten Zeitraum den Fokus auf Fort- bzw. Weiter-chen werden, für einen bestimmten Zeitraum den Fokus auf Fort- bzw. Weiter- bildungsangebote zum Thema Inklusion bzw. Medienbildung zu legen. Oder aber bildungsangebote zum Thema Inklusion bzw. Medienbildung zu legen. Oder aber beispielsweise dafür Schulentwicklungstage zu nutzen.beispielsweise dafür Schulentwicklungstage zu nutzen. 5.7.2 Kompetenzausbau: Verzahnung von Inklusion und Medienbildung Neben einer voneinander getrennt stattfindenden Fort- bzw. Weiterbildung in den Neben einer voneinander getrennt stattfindenden Fort- bzw. Weiterbildung in den Bereichen Inklusion und Medienbildung können diese beiden Themenfelder auch Bereichen Inklusion und Medienbildung können diese beiden Themenfelder auch miteinander verzahnt zum Schwerpunkt ausgewählter Professionalisierungsmaß-miteinander verzahnt zum Schwerpunkt ausgewählter Professionalisierungsmaß- nahmen werden. Denn, wie es bereits im Kerngedanken dieser Handreichung nahmen werden. Denn, wie es bereits im Kerngedanken dieser Handreichung angelegt ist, kann Inklusion an Schule durch digitale Medien unterstützt und angelegt ist, kann Inklusion an Schule durch digitale Medien unterstützt und beflügelt werden. Es gelten die selbigen Überlegungen wie im Abschnitt zuvor: beflügelt werden. Es gelten die selbigen Überlegungen wie im Abschnitt zuvor: Eine strukturelle Verankerung in Schule sorgt für einen nachhaltigen Effekt in der Eine strukturelle Verankerung in Schule sorgt für einen nachhaltigen Effekt in der Professionalisierung. Professionalisierung. 5.7.3 Sich veränderndes Rollenverständnis Wie bereits formuliert wurde, ist der Professionalisierung die Anpassung an ver-Wie bereits formuliert wurde, ist der Professionalisierung die Anpassung an ver- änderte Anforderungen an das Berufsfeld immanent. Neben dem gewichtigen änderte Anforderungen an das Berufsfeld immanent. Neben dem gewichtigen Aspekt, die Kompetenzen durch Weiterqualifizierungen auszubilden, gilt die Aner-Aspekt, die Kompetenzen durch Weiterqualifizierungen auszubilden, gilt die Aner- kennung sich verändernder Rollenbilder in Schule als relevant. Es zeigt sich, dass kennung sich verändernder Rollenbilder in Schule als relevant. Es zeigt sich, dass sich Lernformate und die Organisation von Lehren und Lernen verändern. Dafür sich Lernformate und die Organisation von Lehren und Lernen verändern. Dafür als ursächlich anzuführen sind: als ursächlich anzuführen sind: 1. 1. die Verwendung digitaler Lernangebote (Plattformen, Applikationen, Program-die Verwendung digitaler Lernangebote (Plattformen, Applikationen, Program- me usw.), me usw.), 2. 2. die Möglichkeiten digital gestützter Kommunikation über entsprechende Pro-die Möglichkeiten digital gestützter Kommunikation über entsprechende Pro- gramme für Videotelefonie und schriftsprachlichen Austausch undgramme für Videotelefonie und schriftsprachlichen Austausch und 3. 3. die Tatsache, dass durch das Internet ein schier unerschöpflicher Speicher an die Tatsache, dass durch das Internet ein schier unerschöpflicher Speicher an Informationen präsent ist. Informationen präsent ist. Durch die Nutzung digitaler Medien im Unterricht, womit auch Plattformen, Pro-Durch die Nutzung digitaler Medien im Unterricht, womit auch Plattformen, Pro- gramme usw. gemeint sind, kann Lernen neu arrangiert werden, wodurch sich gramme usw. gemeint sind, kann Lernen neu arrangiert werden, wodurch sich Kapazitäten für eine vertiefte Begleitung einzelner Schüler*innen ergeben kön-Kapazitäten für eine vertiefte Begleitung einzelner Schüler*innen ergeben kön- nen. Durch die Vielfalt an Möglichkeiten der Wissensvermittlung und Aneignung nen. Durch die Vielfalt an Möglichkeiten der Wissensvermittlung und Aneignung kann das Konzept der allwissenden Lehrkraft abgelöst werden. Dieser Umstand kann das Konzept der allwissenden Lehrkraft abgelöst werden. Dieser Umstand kann zu einer Entlastung aufseiten der Lehrkräfte führen. kann zu einer Entlastung aufseiten der Lehrkräfte führen. Eingedenk der sich durch den Einsatz digitaler Medien bietenden Möglichkeiten Eingedenk der sich durch den Einsatz digitaler Medien bietenden Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung erscheint es auch im Lichte partizipativ gestalteter der Unterrichtsgestaltung erscheint es auch im Lichte partizipativ gestalteter Lernprozesse gewinnbringend zu sein, von der Notwendigkeit eines sich verän-Lernprozesse gewinnbringend zu sein, von der Notwendigkeit eines sich verän- dernden Rollenverständnis zu sprechen. In einer Schulkultur, die Heterogenität dernden Rollenverständnis zu sprechen. In einer Schulkultur, die Heterogenität und Diversität als Kompetenz und Gewinn erachtet, darf nicht nur die Annahme und Diversität als Kompetenz und Gewinn erachtet, darf nicht nur die Annahme der Allwissenheit der Lehrkraft verworfen werden. So gilt es, die Kompetenzen, der Allwissenheit der Lehrkraft verworfen werden. So gilt es, die Kompetenzen, 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 170 die Schüler*innen für bestimmte Themenfelder mitbringen, für den Lernprozess die Schüler*innen für bestimmte Themenfelder mitbringen, für den Lernprozess zu nutzen. Schüler*innen können sich in die Rolle der lehrenden Person begeben, zu nutzen. Schüler*innen können sich in die Rolle der lehrenden Person begeben, während sich die Lehrkraft in die Rolle der lernenden Person versetzen darf. während sich die Lehrkraft in die Rolle der lernenden Person versetzen darf. Ein Blick in die schulische Praxis Der nachfolgende Interviewauszug zeigt, welchen Effekt ein verändertes Rol-Der nachfolgende Interviewauszug zeigt, welchen Effekt ein verändertes Rol- lenverständnis auf Schüler*innen und Lehrkräfte haben kann. Die Lehrkraft lenverständnis auf Schüler*innen und Lehrkräfte haben kann. Die Lehrkraft berichtet, wie sich Schüler*innen freuen, wenn sie bei der Bedienung von berichtet, wie sich Schüler*innen freuen, wenn sie bei der Bedienung von digitalen Medien helfen können. Außerdem berichtet sie von der Ausbildung digitalen Medien helfen können. Außerdem berichtet sie von der Ausbildung von Smartboard-Expert*innen. Hier wurden Schüler*innen zu Lehrenden be-von Smartboard-Expert*innen. Hier wurden Schüler*innen zu Lehrenden be- fähigt, die Lehrkräfte bei Fragen und Problemen helfen:fähigt, die Lehrkräfte bei Fragen und Problemen helfen: Fachlehrkraft: „Also das finde ich schwierig, dass man da auch kei-Fachlehrkraft: „Also das finde ich schwierig, dass man da auch kei- ne so Einweisungen und so, dass ich mir alles das selber aneignen ne so Einweisungen und so, dass ich mir alles das selber aneignen muss. Das finde ich schon technisch. Ich gebe dann aber auch so muss. Das finde ich schon technisch. Ich gebe dann aber auch so zu bei den Schülern, die freuen sich dann auch. Gestern bei dem zu bei den Schülern, die freuen sich dann auch. Gestern bei dem Film habe ich dieses Fenster nicht gleich gefunden, wo man das so Film habe ich dieses Fenster nicht gleich gefunden, wo man das so Vollbild ne und [Name Schüler*in], der daneben ist, der freut sich Vollbild ne und [Name Schüler*in], der daneben ist, der freut sich dann total immer, dass er mir helfen kann. Wir haben auch Smart-dann total immer, dass er mir helfen kann. Wir haben auch Smart- board-Experten, hatten wir eine Zeit lang, die wir mal ausgebildet board-Experten, hatten wir eine Zeit lang, die wir mal ausgebildet haben. Das ist ein bisschen eingeschlafen, weil unsere Medienbe-haben. Das ist ein bisschen eingeschlafen, weil unsere Medienbe- auftragte die Schule gewechselt hat. Medien und Inklusion, Förder-auftragte die Schule gewechselt hat. Medien und Inklusion, Förder- beauftragte. Das ist ein bisschen schade. Die hat sowas sonst im-beauftragte. Das ist ein bisschen schade. Die hat sowas sonst im- mer übernommen.“mer übernommen.“ Trotz der Potenziale, die das Digitale für den Unterricht mitbringt, bleiben die Trotz der Potenziale, die das Digitale für den Unterricht mitbringt, bleiben die Fertigkeiten und Fähigkeiten, die die Lehrkräfte tagtäglich einbringen, von Fertigkeiten und Fähigkeiten, die die Lehrkräfte tagtäglich einbringen, von essenzieller Bedeutung. Eine Lehrkraft beschreibt dies folgendermaßen: essenzieller Bedeutung. Eine Lehrkraft beschreibt dies folgendermaßen: Fachlehrkraft: „[…] aber trotzdem, dass die Unterrichtsarbeit, näm-Fachlehrkraft: „[…] aber trotzdem, dass die Unterrichtsarbeit, näm- lich zu erklären, auch für die Schüler da zu sein, dass das dadurch lich zu erklären, auch für die Schüler da zu sein, dass das dadurch ja nicht abgenommen wird, sondern die klassische Lehrerrolle ja nicht abgenommen wird, sondern die klassische Lehrerrolle bleibt die klassische Lehrerrolle und ich muss trotzdem immer noch bleibt die klassische Lehrerrolle und ich muss trotzdem immer noch erklären können und ich muss einen emotionalen-empathischen erklären können und ich muss einen emotionalen-empathischen Bezug auch zu den Schülern haben und das ist dann, es lässt sich Bezug auch zu den Schülern haben und das ist dann, es lässt sich leider nicht alles oder es lässt sich Gott sei Dank nicht alles digitali-leider nicht alles oder es lässt sich Gott sei Dank nicht alles digitali- sieren.“ sieren.“ Im Folgenden beschreibt die Fachlehrkraft einer Kooperationsschule, wie sie Im Folgenden beschreibt die Fachlehrkraft einer Kooperationsschule, wie sie den Prozess des täglichen Dazulernens für sich erlebt und sich damit in klei-den Prozess des täglichen Dazulernens für sich erlebt und sich damit in klei- nen Schritten der Rolle einer Lehrkraft annähert, die einen inklusiven Unter-nen Schritten der Rolle einer Lehrkraft annähert, die einen inklusiven Unter- richt durchführt. richt durchführt. Fachlehrkraft: „Ja. Ich habe tatsächlich ganz bewusst mich dafür Fachlehrkraft: „Ja. Ich habe tatsächlich ganz bewusst mich dafür damals entschieden, als ich studiert habe, Grundschullehrer zu ma-damals entschieden, als ich studiert habe, Grundschullehrer zu ma- ““ ““ ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 171 chen und nicht Förderschule. Das war bei mir so ein Denkprozess. chen und nicht Förderschule. Das war bei mir so ein Denkprozess. Und da habe ich mich ganz bewusst für Grundschule entschieden, Und da habe ich mich ganz bewusst für Grundschule entschieden, weil ich damals das Gefühl hatte, ich bin dem Ganzen nicht ge-weil ich damals das Gefühl hatte, ich bin dem Ganzen nicht ge- wachsen. Und das fühle- Das ist immer noch in mir drin, dass ich wachsen. Und das fühle- Das ist immer noch in mir drin, dass ich das immer noch sehr schwierig finde. Aber ich lerne jeden Tag das immer noch sehr schwierig finde. Aber ich lerne jeden Tag dazu. Ich lerne auch von der Frau, die die temporäre Lerngruppe dazu. Ich lerne auch von der Frau, die die temporäre Lerngruppe macht [...] sehr, sehr viel. Die ist da sehr engagiert und hat ganz macht [...] sehr, sehr viel. Die ist da sehr engagiert und hat ganz viele Ideen. Und da lerne ich jeden Tag dazu. Und bin mittlerweile viele Ideen. Und da lerne ich jeden Tag dazu. Und bin mittlerweile tatsächlich auch offen dafür. Ich habe jetzt, wie gesagt, zwei Kinder tatsächlich auch offen dafür. Ich habe jetzt, wie gesagt, zwei Kinder in meiner Klasse, die da diesen Förderstatus sogar haben. Und die in meiner Klasse, die da diesen Förderstatus sogar haben. Und die bereichern auf irgendeine Art und Weise auch den Unterricht. Und bereichern auf irgendeine Art und Weise auch den Unterricht. Und wenn es nur die Kompetenz der anderen ist, das Ganze wahrzu-wenn es nur die Kompetenz der anderen ist, das Ganze wahrzu- nehmen, dass auch diese Kinder leistungsstark- Ideen haben, Leis-nehmen, dass auch diese Kinder leistungsstark- Ideen haben, Leis- tungen bringen. Ja. Es ist bei mir auch so ein Prozess. Ich bin dafür tungen bringen. Ja. Es ist bei mir auch so ein Prozess. Ich bin dafür auf jeden Fall offen, ich finde, das ist ein Thema, was man voran-auf jeden Fall offen, ich finde, das ist ein Thema, was man voran- treiben muss. Und lerne aber, wie gesagt, jeden Tag dazu und bin treiben muss. Und lerne aber, wie gesagt, jeden Tag dazu und bin froh über Tipps und Tricks. Und wenn irgendetwas, was ich mache froh über Tipps und Tricks. Und wenn irgendetwas, was ich mache auch klappt und Lernzuwachs da ist.“auch klappt und Lernzuwachs da ist.“ Eine an Inklusion und Digitalisierung ausgerichtete Schule wird langfristig Ab-Eine an Inklusion und Digitalisierung ausgerichtete Schule wird langfristig Ab- stand von eher traditionellen Konzepten des Lehrens und Lernens nehmen. Digi-stand von eher traditionellen Konzepten des Lehrens und Lernens nehmen. Digi- tale Medien können dabei eine Unterstützung sein, die sowohl individuelle Bedar-tale Medien können dabei eine Unterstützung sein, die sowohl individuelle Bedar- fe des Lernens berücksichtigt, als auch eine Entlastung für die Lehrkraft darstellt. fe des Lernens berücksichtigt, als auch eine Entlastung für die Lehrkraft darstellt. Auf dieser Basis kann mehr Zeit und Raum für Beziehungsarbeit entstehen. Auf dieser Basis kann mehr Zeit und Raum für Beziehungsarbeit entstehen. 5.8 Reflexion, Feedback, Evaluation Der Reflexion kommt in einer inklusiv-digital geprägten Schule eine besondere Der Reflexion kommt in einer inklusiv-digital geprägten Schule eine besondere Relevanz zu, da sie routinierte Handlungen, vertraute Interaktionen und etablier-Relevanz zu, da sie routinierte Handlungen, vertraute Interaktionen und etablier- te Prozesse überdenkt und zur Diskussion stellt. Gleichsam kommt es zu einem te Prozesse überdenkt und zur Diskussion stellt. Gleichsam kommt es zu einem Abgleich zwischen dem, was schon ist, und dem, was gestaltet werden kann. Das Abgleich zwischen dem, was schon ist, und dem, was gestaltet werden kann. Das damit verbundene Ziel ist, die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung in damit verbundene Ziel ist, die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung in Schule voranzutreiben. Schule voranzutreiben. Mittels der Reflexion des eigenen Handelns und Denkens oder dem Reflektie-Mittels der Reflexion des eigenen Handelns und Denkens oder dem Reflektie- ren von Interaktionen mit anderen Mitgliedern in Schule und den verschiedenen ren von Interaktionen mit anderen Mitgliedern in Schule und den verschiedenen Prozessen in der Gestaltung des Schulalltages wird die Möglichkeit geschaffen, Prozessen in der Gestaltung des Schulalltages wird die Möglichkeit geschaffen, sich in Beziehung zu dem zu setzen, was um einen herum vonstattengeht. Dabei sich in Beziehung zu dem zu setzen, was um einen herum vonstattengeht. Dabei geht es um weit mehr als ein bloßes Wahrnehmen oder Beschreiben der eigenen geht es um weit mehr als ein bloßes Wahrnehmen oder Beschreiben der eigenen Handlungen, der Interaktionen oder Kontexte, in denen man sich in Schule tag-Handlungen, der Interaktionen oder Kontexte, in denen man sich in Schule tag- täglich bewegt. Es geht vielmehr um ein kritisches, offenes und ehrliches Hinter-täglich bewegt. Es geht vielmehr um ein kritisches, offenes und ehrliches Hinter- fragen, das sich deutlich von einer impulsiven, unüberlegten Reaktion auf einen fragen, das sich deutlich von einer impulsiven, unüberlegten Reaktion auf einen Sachverhalt unterscheidet. So bildet die Fähigkeit zur Reflexion auch gleichsam Sachverhalt unterscheidet. So bildet die Fähigkeit zur Reflexion auch gleichsam das Potenzial aus, Herausforderungen meistern und Probleme lösen zu können, das Potenzial aus, Herausforderungen meistern und Probleme lösen zu können, weil man in die Lage einer Rekapitulation bestimmter Ereignisse versetzt wird. In weil man in die Lage einer Rekapitulation bestimmter Ereignisse versetzt wird. In einem bewussten Betrachtungsprozess nimmt man sich selbst mit seinen Hand-einem bewussten Betrachtungsprozess nimmt man sich selbst mit seinen Hand- lungen quasi aus einer Beobachtungsperspektive wahr. Man nimmt also ein we-lungen quasi aus einer Beobachtungsperspektive wahr. Man nimmt also ein we- nig Abstand von sich selbst und dem Geschehen um sich herum, um erfassen nig Abstand von sich selbst und dem Geschehen um sich herum, um erfassen 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 172 zu können, wie man handelt, welche Bedeutungen damit verwoben sind und wie zu können, wie man handelt, welche Bedeutungen damit verwoben sind und wie dieses Verhalten in einem bestimmten Kontext wirkt. Der hier benannte Kontext dieses Verhalten in einem bestimmten Kontext wirkt. Der hier benannte Kontext konstituiert sich aus den Bemühungen, Schule inklusiver zu gestalten, und für konstituiert sich aus den Bemühungen, Schule inklusiver zu gestalten, und für dessen Unterstützung, digitale Medien zum Einsatz zu bringen. dessen Unterstützung, digitale Medien zum Einsatz zu bringen. Eine reflektierende Auseinandersetzung mit einer Situation eröffnet die Möglich-Eine reflektierende Auseinandersetzung mit einer Situation eröffnet die Möglich- keit, Verhalten zu verändern, Prozesse zu beeinflussen und umzugestalten. Erst keit, Verhalten zu verändern, Prozesse zu beeinflussen und umzugestalten. Erst durch eine Reflexion wird beispielsweise das eigene Handeln beleuchtet und sich durch eine Reflexion wird beispielsweise das eigene Handeln beleuchtet und sich damit auseinandergesetzt. Dadurch ergibt sich die Chance, Fragen zu stellen und damit auseinandergesetzt. Dadurch ergibt sich die Chance, Fragen zu stellen und das eigene Verhalten in einem besonderen Kontext zu bewerten. Dadurch kann das eigene Verhalten in einem besonderen Kontext zu bewerten. Dadurch kann die Erkenntnis reifen, dass das eigene Verhalten nicht zu dem Ziel passt, das mit die Erkenntnis reifen, dass das eigene Verhalten nicht zu dem Ziel passt, das mit bestimmten Handlungen intendiert ist oder intendiert werden soll. Durch eine sol-bestimmten Handlungen intendiert ist oder intendiert werden soll. Durch eine sol- che Feststellung kann dann das eigene Handeln angepasst oder aber in größeren che Feststellung kann dann das eigene Handeln angepasst oder aber in größeren Kontexten eine Veränderung herbeigeführt werden. Kontexten eine Veränderung herbeigeführt werden. In Schule kann Reflexion ganz unterschiedliche Kontexte tangieren: Dazu gehört In Schule kann Reflexion ganz unterschiedliche Kontexte tangieren: Dazu gehört das eigene Handeln, das sich als Selbstreflexion beschreiben lässt, genauso, wie das eigene Handeln, das sich als Selbstreflexion beschreiben lässt, genauso, wie die Reflexion der in Schule stattfindenden Interaktionen, an denen man beteiligt die Reflexion der in Schule stattfindenden Interaktionen, an denen man beteiligt ist, und die verschiedenen Prozesse der Unterrichtsgestaltung. ist, und die verschiedenen Prozesse der Unterrichtsgestaltung. 5.8.1 Selbstreflexion Im Zuge der Selbstreflexion geht es um eine bewusste Auseinandersetzung mit Im Zuge der Selbstreflexion geht es um eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Handlungen, Haltungen und Gedanken. Adressiert werden können den eigenen Handlungen, Haltungen und Gedanken. Adressiert werden können ganz unterschiedliche Aspekte im Komplex des schulischen Alltags. Reflexionen ganz unterschiedliche Aspekte im Komplex des schulischen Alltags. Reflexionen können sich auf die in der nachfolgenden Tabelle 9 dargestellten Aspekte bezie-können sich auf die in der nachfolgenden Tabelle 9 dargestellten Aspekte bezie- hen und dabei Fragen ganz unterschiedlicher Couleur aufwerfen. hen und dabei Fragen ganz unterschiedlicher Couleur aufwerfen. Tabelle 9: Fragen der Selbstreflexion. Der eigene Unter-Der eigene Unter- richtricht UnterrichtsmaterialUnterrichtsmaterial • • Welches Unterrichtsmaterial verwende ich und war-Welches Unterrichtsmaterial verwende ich und war- um? um? • • Wie barrierefrei ist das Material, das ich verwende?Wie barrierefrei ist das Material, das ich verwende? • • Können die Schüler*innen die gestellten Aufgaben Können die Schüler*innen die gestellten Aufgaben gemäß ihrer individuellen Ansprüchen bearbeiten? gemäß ihrer individuellen Ansprüchen bearbeiten? • • Inwiefern lassen sich durch digital zur Verfügung ge-Inwiefern lassen sich durch digital zur Verfügung ge- stellte Materialien Zugänge und Lösungswege indi-stellte Materialien Zugänge und Lösungswege indi- viduell gestalten und die Schüler*innen auf ihren viduell gestalten und die Schüler*innen auf ihren individuellen Wegen unterstützen? individuellen Wegen unterstützen? 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 173 Der eigene Unter-Der eigene Unter- richtricht UnterrichtsgestaltungUnterrichtsgestaltung • • Inwiefern lasse ich meine Schüler*innen an dem Inwiefern lasse ich meine Schüler*innen an dem Unterrichtsgeschehen mitwirken? Unterrichtsgeschehen mitwirken? • • Welche Räume der Mitgestaltung und Mitbestim-Welche Räume der Mitgestaltung und Mitbestim- mung biete ich meinen Schüler*innen? mung biete ich meinen Schüler*innen? • • Wie sorge ich dafür, dass alle meine Schüler*innen Wie sorge ich dafür, dass alle meine Schüler*innen eine Chance auf Mitbestimmung erhalten? eine Chance auf Mitbestimmung erhalten? • • In welchen Situationen übertrage ich Verantwor-In welchen Situationen übertrage ich Verantwor- tung? tung? • • Inwiefern können Schüler*innen in die Rolle der Inwiefern können Schüler*innen in die Rolle der Lehrperson schlüpfen und eigenes Wissen teilen? Lehrperson schlüpfen und eigenes Wissen teilen? • • Inwiefern berücksichtige ich Sprachenvielfalt in mei-Inwiefern berücksichtige ich Sprachenvielfalt in mei- nem Unterricht? nem Unterricht? • • Inwiefern spielt projektorientiertes Arbeiten eine Inwiefern spielt projektorientiertes Arbeiten eine Rolle in meinem Unterricht? Rolle in meinem Unterricht? • • Wie binde ich meine Schüler*innen in Neues ein? Wie binde ich meine Schüler*innen in Neues ein? Wie viel Raum gebe ich dem Erforschen von Neuem Wie viel Raum gebe ich dem Erforschen von Neuem und wie ausführlich erkläre ich, wie und warum wir und wie ausführlich erkläre ich, wie und warum wir bestimmte Dinge tun. bestimmte Dinge tun. • • Inwiefern fördert mein Unterricht die Kooperation Inwiefern fördert mein Unterricht die Kooperation und Kollaboration der Schüler*innen untereinander und Kollaboration der Schüler*innen untereinander und mit anderen Mitgliedern in Schule? und mit anderen Mitgliedern in Schule? • • Inwiefern habe ich die Zeit und den Raum, Schü-Inwiefern habe ich die Zeit und den Raum, Schü- ler*innen ganz gezielt in Lernphasen zu begleiten? ler*innen ganz gezielt in Lernphasen zu begleiten? • • Wie gebe ich meinen Schüler*innen Feedback?Wie gebe ich meinen Schüler*innen Feedback? • • Wie behandle ich sensible Themen wie Rassismus, Wie behandle ich sensible Themen wie Rassismus, Gewalt, Mobbing usw.?Gewalt, Mobbing usw.? LernsettingsLernsettings • • In welcher Umgebung dürfen die Schüler*innen In welcher Umgebung dürfen die Schüler*innen selbstständig lernen? selbstständig lernen? • • Inwiefern nutze ich hybride Lernformate?Inwiefern nutze ich hybride Lernformate? • • Welche Rolle spielen digitale Lernumgebungen für Welche Rolle spielen digitale Lernumgebungen für meinen Unterricht? meinen Unterricht? • • Inwiefern bestehen Kooperationen mit außerschuli-Inwiefern bestehen Kooperationen mit außerschuli- schen Partner*innen? schen Partner*innen? • • Welchen Kontakt pflegen wir zu den Organisationen, Welchen Kontakt pflegen wir zu den Organisationen, Unternehmen, Vereinen und Initiativen an unserem Unternehmen, Vereinen und Initiativen an unserem Standort? Standort? • • Gibt es Kontakt zu Schulen im internationalen oder Gibt es Kontakt zu Schulen im internationalen oder gar globalen Kontext? gar globalen Kontext? 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 174 Die eigene HaltungDie eigene Haltung • • Wie spreche ich vor meinen Schüler*innen oder an-Wie spreche ich vor meinen Schüler*innen oder an- deren Mitgliedern in Schule über Schüler*innen mit deren Mitgliedern in Schule über Schüler*innen mit Förderbedarf? Förderbedarf? • • Wie nutze ich Sprache? Wie sensibel gehe ich Wie nutze ich Sprache? Wie sensibel gehe ich sprachlich mit Heterogenität und Diversität um? sprachlich mit Heterogenität und Diversität um? • • Wie positioniere ich mich zu der Forderung nach Wie positioniere ich mich zu der Forderung nach einer Schule für alle? einer Schule für alle? • • Was bedeutet Inklusion für mich? Was bedeutet Inklusion für mich? • • Welche Werte und Prinzipien tragen meinen Unter-Welche Werte und Prinzipien tragen meinen Unter- richt? richt? • • Welche Überzeugungen prägen den Umgang mit Welche Überzeugungen prägen den Umgang mit meinen Schüler*innen? meinen Schüler*innen? • • Wie reagiere ich auf Innovationen in der Gestaltung Wie reagiere ich auf Innovationen in der Gestaltung von Schule und im Unterricht? von Schule und im Unterricht? • • Wie gehe ich mit Konflikten mit Schüler*innen und Wie gehe ich mit Konflikten mit Schüler*innen und zwischen Schüler*innen um? zwischen Schüler*innen um? Der Einsatz digitaler Der Einsatz digitaler MedienMedien • • Wie stehe ich zu dem Einsatz von digitalen Medien Wie stehe ich zu dem Einsatz von digitalen Medien im Unterricht? im Unterricht? • • Wie nutze ich digitale Medien in meinem Unterricht?Wie nutze ich digitale Medien in meinem Unterricht? • • Wofür nutze ich digitale Medien in meinem Unter-Wofür nutze ich digitale Medien in meinem Unter- richt? richt? • • Welches Medienrepertoire nutze ich im schulischen Welches Medienrepertoire nutze ich im schulischen Alltag? Alltag? • • Wie sicher und souverän fühle ich mich im Umgang Wie sicher und souverän fühle ich mich im Umgang mit digitalen Medien? mit digitalen Medien? • • Was möchte ich dazu lernen? Welche Medien und Was möchte ich dazu lernen? Welche Medien und Programme möchte ich kennenlernen? Programme möchte ich kennenlernen? • • Was lernen meine Schüler*innen über digitale Medi-Was lernen meine Schüler*innen über digitale Medi- en als Werkzeug und was über deren Gebrauch und en als Werkzeug und was über deren Gebrauch und die damit in Verbindung stehende Verantwortung? die damit in Verbindung stehende Verantwortung? Neben diesen vielfältigen Fragen der Reflexion des eigenen Handelns, Denkens Neben diesen vielfältigen Fragen der Reflexion des eigenen Handelns, Denkens und der eigenen Haltung lassen sich auch größere Interaktionen in einen Refle-und der eigenen Haltung lassen sich auch größere Interaktionen in einen Refle- xionskontext überführen, damit geht es dann nicht nur um die Betrachtung des xionskontext überführen, damit geht es dann nicht nur um die Betrachtung des eigenen Handelns, sondern auch um die reflexive Auseinandersetzung des eige-eigenen Handelns, sondern auch um die reflexive Auseinandersetzung des eige- nen Wirkens in Verbindung mit anderen Mitgliedern in Schule. Dadurch kommt nen Wirkens in Verbindung mit anderen Mitgliedern in Schule. Dadurch kommt das entscheidende Moment des Austauschs, der Kooperation und Kollaboration das entscheidende Moment des Austauschs, der Kooperation und Kollaboration hinzu. hinzu. 5.8.2 Interaktion In einem Reflexionsprozess, der sich auf Interaktionen und somit auf das Zusam-In einem Reflexionsprozess, der sich auf Interaktionen und somit auf das Zusam- 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 175 menwirken von verschiedenen Mitgliedern in Schule bezieht, findet ein Nachden-menwirken von verschiedenen Mitgliedern in Schule bezieht, findet ein Nachden- ken im Hinblick auf soziale Situationen statt. Somit kann sich eine derart ausge-ken im Hinblick auf soziale Situationen statt. Somit kann sich eine derart ausge- richtete Reflexion beispielsweise auf verschiedene Interaktionen mit den eigenen richtete Reflexion beispielsweise auf verschiedene Interaktionen mit den eigenen Schüler*innen beziehen, aber auch solche Situationen meinen, die sich zwischen Schüler*innen beziehen, aber auch solche Situationen meinen, die sich zwischen den Schüler*innen ereignen. Darüber hinaus beziehen sich Reflexionsprozes-den Schüler*innen ereignen. Darüber hinaus beziehen sich Reflexionsprozes- se auch auf die Interaktion, die man mit Kolleg*innen erlebt oder in denen man se auch auf die Interaktion, die man mit Kolleg*innen erlebt oder in denen man sich mit Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten befindet. Auch in diesem sich mit Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten befindet. Auch in diesem Kontext des distanzierten Nachdenkens über soziale Situationen stellen sich vor-Kontext des distanzierten Nachdenkens über soziale Situationen stellen sich vor- nehmlich die Fragen: Wie wurde von wem in dieser Situation gehandelt? Warum nehmlich die Fragen: Wie wurde von wem in dieser Situation gehandelt? Warum wurde so (von mir) gehandelt? wurde so (von mir) gehandelt? Diese Fragen dienen der Betrachtung einer bestimmten Situation und können An-Diese Fragen dienen der Betrachtung einer bestimmten Situation und können An- lass dazu geben, Anpassungen im Verhalten für zukünftige Situationen dieser Art lass dazu geben, Anpassungen im Verhalten für zukünftige Situationen dieser Art vorzunehmen. vorzunehmen. Impuls: Reflexion im Kontext von Konflikten Eine Lehrkraft beobachtet, dass ein*e Schüler*in zu Beginn einer Unterrichts-Eine Lehrkraft beobachtet, dass ein*e Schüler*in zu Beginn einer Unterrichts- stunde eine*n andere*n Schüler*in rassistisch beleidigt. Sensibilisiert für einen stunde eine*n andere*n Schüler*in rassistisch beleidigt. Sensibilisiert für einen offenen, respektvollen Umgang mit Heterogenität und Diversität nimmt die Lehr-offenen, respektvollen Umgang mit Heterogenität und Diversität nimmt die Lehr- kraft dieses Verhalten des*der Schüler*in als unpassend wahr. Sie begibt sich in kraft dieses Verhalten des*der Schüler*in als unpassend wahr. Sie begibt sich in die Situation und maßregelt den*die Schüler*in in der Anwesenheit aller anderen die Situation und maßregelt den*die Schüler*in in der Anwesenheit aller anderen Mitschüler*innen in aufgebrachtem Tonfall und mit erhöhter Gesprächslautstärke. Mitschüler*innen in aufgebrachtem Tonfall und mit erhöhter Gesprächslautstärke. Beide Schüler*innen wirken erschrocken, verstummen und ziehen sich zu ihren Beide Schüler*innen wirken erschrocken, verstummen und ziehen sich zu ihren Sitzplätzen zurück. Sitzplätzen zurück. Die Lehrkraft ist in dieser Situation aktiv geworden, weil sie ein Verhalten als un-Die Lehrkraft ist in dieser Situation aktiv geworden, weil sie ein Verhalten als un- rechtmäßig bewertet hat – zudem hat sie eine Rückmeldung in Richtung des*der rechtmäßig bewertet hat – zudem hat sie eine Rückmeldung in Richtung des*der agierenden Schüler*in gegeben. Am Ende der Unterrichtsstunde denkt die Lehr-agierenden Schüler*in gegeben. Am Ende der Unterrichtsstunde denkt die Lehr- kraft an die Situation zurück und beleuchtet das eigene Handeln: kraft an die Situation zurück und beleuchtet das eigene Handeln: Wie habe ich reagiert? Wie habe ich reagiert? Warum habe ich so reagiert? Warum habe ich so reagiert? Wie habe ich das Feedback in dieser Situation gestaltet? Wie habe ich das Feedback in dieser Situation gestaltet? Wie könnte mein Handeln auf die anderen Personen gewirkt haben? Wie könnte mein Handeln auf die anderen Personen gewirkt haben? Die Lehrkraft reflektiert ihr Verhalten und resümiert für sich, dass sie diesen Vor-Die Lehrkraft reflektiert ihr Verhalten und resümiert für sich, dass sie diesen Vor- fall so nicht stehen lassen möchte. Die Intention ihres Handelns ist für sie richtig, fall so nicht stehen lassen möchte. Die Intention ihres Handelns ist für sie richtig, jedoch möchte sie aufklärend und sensibilisierend mit dem Thema Rassismus jedoch möchte sie aufklärend und sensibilisierend mit dem Thema Rassismus umgehen. Sie beschließt zum einen ein klärendes Gespräch mit den beiden Schü-umgehen. Sie beschließt zum einen ein klärendes Gespräch mit den beiden Schü- ler*innen zu führen. Zum anderen wird sie in einem ruhigen Rahmen den Vorfall ler*innen zu führen. Zum anderen wird sie in einem ruhigen Rahmen den Vorfall aufgreifen und mit der gesamten Klasse über das Thema Rassismus sprechen.aufgreifen und mit der gesamten Klasse über das Thema Rassismus sprechen. Deutlich wird: Möchte eine Reflexion bestimmter Interaktionen bzw. Situationen Deutlich wird: Möchte eine Reflexion bestimmter Interaktionen bzw. Situationen auf ein bestimmtes Verhalten (anderer) aufmerksam machen und für ein ver-auf ein bestimmtes Verhalten (anderer) aufmerksam machen und für ein ver- ändertes Verhalten durch andere bei zukünftigen, vermeintlich ähnlich ablaufen-ändertes Verhalten durch andere bei zukünftigen, vermeintlich ähnlich ablaufen- den Situationen sensibilisieren, so braucht es den Austausch und das Geben von den Situationen sensibilisieren, so braucht es den Austausch und das Geben von Feedback. Diese Reflexionsprozesse zielen neben dem eigenen Handeln und Den-Feedback. Diese Reflexionsprozesse zielen neben dem eigenen Handeln und Den- 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 176 ken in bestimmten Situationen auch auf das Verhalten anderer Personen ab, die ken in bestimmten Situationen auch auf das Verhalten anderer Personen ab, die sich ebenfalls in der Situation befinden, oder fokussiert auf die Interaktion von sich ebenfalls in der Situation befinden, oder fokussiert auf die Interaktion von Dritten. Dritten. Ausgehend von den für die Selbstreflexion formulierten Fragen, lassen sich für Ausgehend von den für die Selbstreflexion formulierten Fragen, lassen sich für die Reflexion von Interaktionen und sozialen Situationen, die auf den Unterricht die Reflexion von Interaktionen und sozialen Situationen, die auf den Unterricht bezogen sind, folgende ableiten: bezogen sind, folgende ableiten: Tabelle 10: Fragen der Reflexion von Interaktionen. InteraktionInteraktion • • Wie sprechen meine Schüler*innen oder andere Mitglieder in Wie sprechen meine Schüler*innen oder andere Mitglieder in Schule über Schüler*innen mit Förderbedarf? Schule über Schüler*innen mit Förderbedarf? • • Wie wird Sprache in unserem Unterricht genutzt? Wie sensibel Wie wird Sprache in unserem Unterricht genutzt? Wie sensibel gehen wir sprachlich mit Heterogenität und Diversität um? gehen wir sprachlich mit Heterogenität und Diversität um? • • Welche Sprachen nutzen wir im Unterricht? Welche Sprachen nutzen wir im Unterricht? • • Wie arbeiten die Schüler*innen zusammen? Wie und inwiefern Wie arbeiten die Schüler*innen zusammen? Wie und inwiefern unterstützen sie sich gegenseitig? unterstützen sie sich gegenseitig? • • Wie gestalten wir die Beziehungen zueinander? Wie gestalten wir die Beziehungen zueinander? • • Inwiefern dürfen Schüler*innen Neues vorschlagen und aus-Inwiefern dürfen Schüler*innen Neues vorschlagen und aus- probieren?probieren? In enger Verbindung mit der Reflexion steht im Kontext von Interaktionen bezie-In enger Verbindung mit der Reflexion steht im Kontext von Interaktionen bezie- hungsweise Situationen die Kommunikation über diesen Prozess und den damit hungsweise Situationen die Kommunikation über diesen Prozess und den damit einhergehenden Erkenntnissen und Abteilungen. So kann diesen Reflexionser-einhergehenden Erkenntnissen und Abteilungen. So kann diesen Reflexionser- kenntnissen in Feedbacks Ausdruck verliehen werden. kenntnissen in Feedbacks Ausdruck verliehen werden. 5.8.3 Unterrichtsgestaltung Gegenstand von Reflexionen können verschiedene Aspekte der Unterrichtsgestal-Gegenstand von Reflexionen können verschiedene Aspekte der Unterrichtsgestal- tung sein. So können Abstimmungsprozesse – beispielsweise über die Gestaltung tung sein. So können Abstimmungsprozesse – beispielsweise über die Gestaltung eines Funktionsraumes oder einer Schulfläche – dahingehend reflektiert werden, eines Funktionsraumes oder einer Schulfläche – dahingehend reflektiert werden, ob sie die Mitgestaltung aller Mitglieder in Schule ermöglichen – also partizipativ ob sie die Mitgestaltung aller Mitglieder in Schule ermöglichen – also partizipativ sind. Das gemeinsame Arbeiten in Schule und die dafür zugrunde gelegten Pro-sind. Das gemeinsame Arbeiten in Schule und die dafür zugrunde gelegten Pro- zesse können einer Überprüfung unterzogen werden, ob sie (noch) zu den gelten-zesse können einer Überprüfung unterzogen werden, ob sie (noch) zu den gelten- den inklusiv-digitalen Prinzipien und Werten passen, die in Schule gelten sollen. den inklusiv-digitalen Prinzipien und Werten passen, die in Schule gelten sollen. Im Sinne einer partizipativ gestalteten Schule lassen sich nahezu alle Prozesse Im Sinne einer partizipativ gestalteten Schule lassen sich nahezu alle Prozesse einer Reflexion unterziehen und dann zusätzlich die Komponente der Nutzung di-einer Reflexion unterziehen und dann zusätzlich die Komponente der Nutzung di- gitaler Medien einbeziehen. Per se liefert die Reflexion der Unterrichtsgestaltung gitaler Medien einbeziehen. Per se liefert die Reflexion der Unterrichtsgestaltung sowie schulweiter Prozesse und auch Inhalten die Chance, sich systematisiert, im sowie schulweiter Prozesse und auch Inhalten die Chance, sich systematisiert, im Sinne einer Evaluation in eine Bestandsaufnahme zu begeben, in der jedoch auch Sinne einer Evaluation in eine Bestandsaufnahme zu begeben, in der jedoch auch jede Person für sich den eigenen Anteil an den Gegebenheiten beleuchten kann. jede Person für sich den eigenen Anteil an den Gegebenheiten beleuchten kann. Aus der Reflexion bestehender Gestaltungsprozedere und beispielsweise gelehrter Aus der Reflexion bestehender Gestaltungsprozedere und beispielsweise gelehrter Inhalte kann eine Umdeutung erfolgen. Inhalte kann eine Umdeutung erfolgen. 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 177 Ein Blick in die schulische Praxis Die Lehrkräfte der Kooperationsschulen berichten, dass sie regelmäßig den Die Lehrkräfte der Kooperationsschulen berichten, dass sie regelmäßig den Einsatz digitaler Medien mit ihren Schüler*innen reflektieren. Dazu werden Einsatz digitaler Medien mit ihren Schüler*innen reflektieren. Dazu werden unterschiedliche Methoden genutzt wie bspw. das Verteilen von Punkten zu unterschiedliche Methoden genutzt wie bspw. das Verteilen von Punkten zu Aussagen oder die App FeedbackSchule. Das Stellen von spezifischen Fragen Aussagen oder die App FeedbackSchule. Das Stellen von spezifischen Fragen ist hierbei entscheidend, um differenzierte Aussagen der Schüler*innen zu ist hierbei entscheidend, um differenzierte Aussagen der Schüler*innen zu erhalten:erhalten: Fachlehrkraft: „Vor allem meine Frage ist, ‚Wie fandet ihr es?‘, das Fachlehrkraft: „Vor allem meine Frage ist, ‚Wie fandet ihr es?‘, das ist das zum Beispiel viel zu allgemein, da kriege ich nur ‚gut‘, ‚sehr ist das zum Beispiel viel zu allgemein, da kriege ich nur ‚gut‘, ‚sehr gut‘, ‚ganze Woche war toll‘. So und ich muss wirklich fragen, ‚Was gut‘, ‚ganze Woche war toll‘. So und ich muss wirklich fragen, ‚Was hat dir geholfen?‘ und ‚Was hat dich gestört?‘. So wirklich versu-hat dir geholfen?‘ und ‚Was hat dich gestört?‘. So wirklich versu- chen genau nachzufragen, was hilft ihnen, denn ich sag immer wie-chen genau nachzufragen, was hilft ihnen, denn ich sag immer wie- der häufiger mit denen, gerade in HWS, ich mache den Unterricht der häufiger mit denen, gerade in HWS, ich mache den Unterricht für sie, sie sollen sagen, wie sie es beigebracht haben wollen, dar-für sie, sie sollen sagen, wie sie es beigebracht haben wollen, dar- um. Also einige Kinder lieben diese Arbeitspläne, aber nur Arbeits-um. Also einige Kinder lieben diese Arbeitspläne, aber nur Arbeits- pläne finden andere wieder ganz scheußlich. Die brauchen wirklich pläne finden andere wieder ganz scheußlich. Die brauchen wirklich dieses Schritt für Schritt und immer mit Stundenbesprechung und dieses Schritt für Schritt und immer mit Stundenbesprechung und so das klassische Frontale brauchen andere Kinder und so muss so das klassische Frontale brauchen andere Kinder und so muss es halt, das reflektieren wir tatsächlich relativ häufig und auch den es halt, das reflektieren wir tatsächlich relativ häufig und auch den Medieneinsatz, vor allem wenn ich merke, dass etwas schiefgeht, Medieneinsatz, vor allem wenn ich merke, dass etwas schiefgeht, aber häufig genug auch so.“aber häufig genug auch so.“ Die Prozesse und Inhalte, die reflexiv betrachtet werden sollen, können sich Die Prozesse und Inhalte, die reflexiv betrachtet werden sollen, können sich auf einen einzelnen Unterricht beziehen, aber auch übergeordnete Kontexte der auf einen einzelnen Unterricht beziehen, aber auch übergeordnete Kontexte der Schulgestaltung betreffen. In der nachfolgenden Tabelle 11 sind einige Fragen Schulgestaltung betreffen. In der nachfolgenden Tabelle 11 sind einige Fragen präsentiert, die sich für eine Reflexion eignen und dabei auf verschiedene Kontex-präsentiert, die sich für eine Reflexion eignen und dabei auf verschiedene Kontex- te abstellen. te abstellen. Tabelle 11: Fragen zur Reflexion, Inhalten und Prozessen in Unterricht und Schulorganisation. UnterrichtsgeschehenUnterrichtsgeschehen UnterrichtsmaterialUnterrichtsmaterial • • Welches Unterrichtsmaterial wird für welches Fach Welches Unterrichtsmaterial wird für welches Fach verwendet und warum? verwendet und warum? • • Wie barrierefrei ist das Material, das wir in unserer Wie barrierefrei ist das Material, das wir in unserer Schule verwenden? Schule verwenden? • • Wo bekommen wir das Material her?Wo bekommen wir das Material her? • • Inwiefern findet Kollaboration hinsichtlich der Er-Inwiefern findet Kollaboration hinsichtlich der Er- stellung von Unterrichtsmaterialien statt? stellung von Unterrichtsmaterialien statt? • • Inwiefern lassen sich durch digital aufbereitete Inwiefern lassen sich durch digital aufbereitete Materialien Zugänge und Lösungswege individuell Materialien Zugänge und Lösungswege individuell gestalten und die Schüler*innen auf ihren indivi-gestalten und die Schüler*innen auf ihren indivi- duellen Wegen unterstützen?duellen Wegen unterstützen? ““ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 178 UnterrichtsgeschehenUnterrichtsgeschehen UnterrichtsgestaltungUnterrichtsgestaltung • • Inwiefern kennen wir die Bedürfnisse und Bedarfe Inwiefern kennen wir die Bedürfnisse und Bedarfe der Schüler*innen? der Schüler*innen? • • Wie werden Informationen für die Schüler*innen Wie werden Informationen für die Schüler*innen und deren Sorgeberechtigte und Erziehungsbetei-und deren Sorgeberechtigte und Erziehungsbetei- ligte bereitgestellt? ligte bereitgestellt? • • Wie werden Sorgeberechtigte und Erziehungsbe-Wie werden Sorgeberechtigte und Erziehungsbe- teiligte über das Unterrichtsgeschehen informiert teiligte über das Unterrichtsgeschehen informiert und wie in die Gestaltung von Schule eingebun-und wie in die Gestaltung von Schule eingebun- den? den? • • Wie partizipativ und barrierefrei ist Unterricht ge-Wie partizipativ und barrierefrei ist Unterricht ge- staltet? staltet? • • Wie inklusiv ist unser Unterricht und ist unsere Wie inklusiv ist unser Unterricht und ist unsere Schule gestaltet? Schule gestaltet? • • Inwiefern übernehmen Schüler*innen eigene Pro-Inwiefern übernehmen Schüler*innen eigene Pro- jekte in meinem Unterricht? jekte in meinem Unterricht? • • Welche Rolle spielen Kooperation und Kollaborati-Welche Rolle spielen Kooperation und Kollaborati- on der Schüler*innen untereinander und mit ande-on der Schüler*innen untereinander und mit ande- ren Mitgliedern in Schule? ren Mitgliedern in Schule? • • Wie tauschen Lehrkräfte Informationen über das Wie tauschen Lehrkräfte Informationen über das Unterrichtsgeschehen oder einzelne Schüler*innen Unterrichtsgeschehen oder einzelne Schüler*innen aus?aus? LernsettingsLernsettings • • In welchen Settings lernen unsere Schüler*innen? In welchen Settings lernen unsere Schüler*innen? Wie vielfältig sind Lernräume und Lernorte? Wie vielfältig sind Lernräume und Lernorte? • • Inwiefern werden die vielfältigen Bedarfe der Inwiefern werden die vielfältigen Bedarfe der Schüler*innen bei der Wahl der Lernsettings be-Schüler*innen bei der Wahl der Lernsettings be- rücksichtigt? rücksichtigt? HaltungHaltung • • Welche Kultur wird in Schule gelebt? Welche Kultur wird in Schule gelebt? • • Welches Verständnis von Inklusion herrscht in Welches Verständnis von Inklusion herrscht in meiner/unserer Schule vor? meiner/unserer Schule vor? • • Wie wird Sprache in unserem Unterricht genutzt? Wie wird Sprache in unserem Unterricht genutzt? Wie sensibel gehen wir sprachlich mit Heterogeni-Wie sensibel gehen wir sprachlich mit Heterogeni- tät und Diversität um?tät und Diversität um? • • Wie gestalten wir die Beziehungen zueinander? Wie gestalten wir die Beziehungen zueinander? • • Inwiefern dürfen Schüler*innen Neues vorschla-Inwiefern dürfen Schüler*innen Neues vorschla- gen und ausprobieren?gen und ausprobieren? 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 179 Einsatz digitaler Me-Einsatz digitaler Me- diendien • • Wie und was lernen die Schüler*innen über und Wie und was lernen die Schüler*innen über und mit digitalen Medien? Wie tauschen sie sich darü-mit digitalen Medien? Wie tauschen sie sich darü- ber aus? ber aus? • • Wie gehen wir als Klasse damit um, wenn einzel-Wie gehen wir als Klasse damit um, wenn einzel- ne Schüler*innen mehr Zeit brauchen, um sich mit ne Schüler*innen mehr Zeit brauchen, um sich mit digitalen Medien vertraut zu machen? digitalen Medien vertraut zu machen? • • Inwiefern gibt es ein Konzept für die Nutzung digi-Inwiefern gibt es ein Konzept für die Nutzung digi- taler Medien an meiner/unserer Schule?taler Medien an meiner/unserer Schule? Organisation von Organisation von SchuleSchule • • An wen kann ich mich wenden, wenn ich Unter-An wen kann ich mich wenden, wenn ich Unter- stützung brauche, weil es zu einem Konflikt ge-stützung brauche, weil es zu einem Konflikt ge- kommen ist? kommen ist? • • Wie sind schulinterne Fortbildungen organisiert? Wie sind schulinterne Fortbildungen organisiert? Erhalte ich ein Angebot, wenn ich Bedarf für eine Erhalte ich ein Angebot, wenn ich Bedarf für eine Fortbildung habe? Fortbildung habe? • • Inwiefern können Mitglieder in Schule mitgestalten Inwiefern können Mitglieder in Schule mitgestalten und werden in Entscheidungsprozesse eingebun-und werden in Entscheidungsprozesse eingebun- den? den? • • Wie sind Entscheidungsprozesse gestaltet? Wie sind Entscheidungsprozesse gestaltet? • • Wie ist der Grad an Inklusion an meiner/unserer Wie ist der Grad an Inklusion an meiner/unserer Schule ausgeprägt? Schule ausgeprägt? • • Wie ist der Grad an Digitalisierung an meiner/un-Wie ist der Grad an Digitalisierung an meiner/un- serer Schule ausgeprägt? serer Schule ausgeprägt? • • Wie begegnen wir Innovationen in Schule?Wie begegnen wir Innovationen in Schule? • • Inwiefern besteht die Möglichkeit, Neues auszu-Inwiefern besteht die Möglichkeit, Neues auszu- probieren? probieren? • • Welche außerschulischen Kooperationen pflegt die Welche außerschulischen Kooperationen pflegt die Schule? Schule? • • Inwiefern bestehen Kooperationen mit anderen Inwiefern bestehen Kooperationen mit anderen Schulen? Schulen? • • Wie werden Informationen bereitgestellt und wer Wie werden Informationen bereitgestellt und wer hat Zugriff darauf? hat Zugriff darauf? • • Welche Kommunikations- und Kollaborationstools Welche Kommunikations- und Kollaborationstools werden (z.B. im Kollegium) genutzt?werden (z.B. im Kollegium) genutzt? Wichtig zu betonen ist an dieser Stelle, dass eine Reflexion, die auf Interaktio-Wichtig zu betonen ist an dieser Stelle, dass eine Reflexion, die auf Interaktio- nen, Prozesse und Inhalte in Unterricht und Schule abzielt, auch immerzu den nen, Prozesse und Inhalte in Unterricht und Schule abzielt, auch immerzu den Austausch mit anderen Mitgliedern in Schule über die Ergebnisse dieses Refle-Austausch mit anderen Mitgliedern in Schule über die Ergebnisse dieses Refle- xionsprozesses mitdenken muss. Feedback und eine systematisch abgewickelte xionsprozesses mitdenken muss. Feedback und eine systematisch abgewickelte Evaluation sind relevant, wenn es darum gehen soll, die Reflexionsergebnisse Evaluation sind relevant, wenn es darum gehen soll, die Reflexionsergebnisse zielgerichtet für eine Veränderung bestimmter Begebenheiten einzusetzen. Durch zielgerichtet für eine Veränderung bestimmter Begebenheiten einzusetzen. Durch eine Evaluation wird eine formalisierte Bestandsaufnahme möglich, die durch eine eine Evaluation wird eine formalisierte Bestandsaufnahme möglich, die durch eine vertiefte Reflexion weitergehende Erkenntnisse befördern kann. Diese Erkenntnis-vertiefte Reflexion weitergehende Erkenntnisse befördern kann. Diese Erkenntnis- 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 180 se können dann dazu führen, dass Schule Veränderungen beschließt, die zu ei-se können dann dazu führen, dass Schule Veränderungen beschließt, die zu ei- nem Mehr an Inklusion und einer Unterstützung durch digitale Medien beitragen. nem Mehr an Inklusion und einer Unterstützung durch digitale Medien beitragen. 5.9 Durchgängige Sprachbildung In diesem Baustein soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass eine inklusiv-In diesem Baustein soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass eine inklusiv- digital gestaltete Schule die Sprachenvielfalt ihrer Mitglieder berücksichtigen, ein-digital gestaltete Schule die Sprachenvielfalt ihrer Mitglieder berücksichtigen, ein- beziehen und wertschätzen sollte. Gesellschaft ist multilingual - folglich trifft dies beziehen und wertschätzen sollte. Gesellschaft ist multilingual - folglich trifft dies auch auf Schule zu (Gogolin 2008). Daraus erwächst die Konsequenz, Schule und auch auf Schule zu (Gogolin 2008). Daraus erwächst die Konsequenz, Schule und Unterricht dahingehend zu überprüfen, inwiefern Multilingualität Raum zugestan-Unterricht dahingehend zu überprüfen, inwiefern Multilingualität Raum zugestan- den bekommt. Das gilt nicht zuletzt, weil das deutsche Schulsystem monolingual den bekommt. Das gilt nicht zuletzt, weil das deutsche Schulsystem monolingual deutsch ausgerichtet ist und „[b]ildungssprachliche Kompetenzen in der deut-deutsch ausgerichtet ist und „[b]ildungssprachliche Kompetenzen in der deut- schen Sprache für alle Schülerinnen und Schüler die wesentliche Voraussetzung schen Sprache für alle Schülerinnen und Schüler die wesentliche Voraussetzung zum Lernen und für den Schulerfolg [sind].“ (KMK 2019, 2). Das Augenmerk in zum Lernen und für den Schulerfolg [sind].“ (KMK 2019, 2). Das Augenmerk in diesem Kapitel wird sowohl auf die Aspekte diesem Kapitel wird sowohl auf die Aspekte Bildungs- und FachspracheBildungs- und Fachsprache im Deut- im Deut- schen als auch auf den Aspekt schen als auch auf den Aspekt Einbezug sprachlicher VielfaltEinbezug sprachlicher Vielfalt gelegt. gelegt. 5.9.1 Bildungs- und Fachsprache Für ein erfolgreiches Bestehen im deutschen Schulsystem ist das Beherrschen Für ein erfolgreiches Bestehen im deutschen Schulsystem ist das Beherrschen der deutschen Bildungs- und Fachsprache sehr relevant (Gogolin & Lange 2011). der deutschen Bildungs- und Fachsprache sehr relevant (Gogolin & Lange 2011). Die folgenden Ausführungen beschreiben verkürzt, was unter Bildungs- und Fach-Die folgenden Ausführungen beschreiben verkürzt, was unter Bildungs- und Fach- sprache zu verstehen ist. Darüber hinaus wird aufgezeigt, inwiefern der Einsatz sprache zu verstehen ist. Darüber hinaus wird aufgezeigt, inwiefern der Einsatz digitaler Medien bei der Förderung dieser speziellen sprachlichen Kompetenzen digitaler Medien bei der Förderung dieser speziellen sprachlichen Kompetenzen unterstützen kann.unterstützen kann. Bildungssprache „Mit Bildungssprache ist also ein Ausschnitt sprachlicher Kompetenzen bezeich-„Mit Bildungssprache ist also ein Ausschnitt sprachlicher Kompetenzen bezeich- net. Gemeint ist ein formelles Sprachregister, d.h. eine Art und Weise Sprache zu net. Gemeint ist ein formelles Sprachregister, d.h. eine Art und Weise Sprache zu verwenden, die bestimmte formale Anforderungen beachtet“ (Gogolin & Lange verwenden, die bestimmte formale Anforderungen beachtet“ (Gogolin & Lange 2011, 111). Bildungssprache stellt ein sprachliches Register dar, das fächerüber-2011, 111). Bildungssprache stellt ein sprachliches Register dar, das fächerüber- greifende Relevanz hat und daher in allen Unterrichtsfächern gleichermaßen zum greifende Relevanz hat und daher in allen Unterrichtsfächern gleichermaßen zum Tragen kommt. Gogolin und Lange (2011, 113f.) haben eine von Reich (2008) Tragen kommt. Gogolin und Lange (2011, 113f.) haben eine von Reich (2008) vorgenommene Systematisierung der Merkmale von Bildungssprache wie folgt vorgenommene Systematisierung der Merkmale von Bildungssprache wie folgt dargestellt:dargestellt: „„Diskursive Merkmale Diskursive Merkmale betreffen den Rahmen und die Formen, die kennzeichnend betreffen den Rahmen und die Formen, die kennzeichnend für Bildungssprache sind, z. B.:für Bildungssprache sind, z. B.: • • eine klare Festlegung von Sprecherrollen und Sprecherwechsel;eine klare Festlegung von Sprecherrollen und Sprecherwechsel; • • ein hoher Anteil monologischer Formen (z.B. Vortrag, Referat, Aufsatz);ein hoher Anteil monologischer Formen (z.B. Vortrag, Referat, Aufsatz); • • fachgruppentypische Textsorten (z.B. Protokoll, Bericht, Erörterung);fachgruppentypische Textsorten (z.B. Protokoll, Bericht, Erörterung); • • stilistische Konventionen (z.B. Sachlichkeit, logische Gliederung, angemessene stilistische Konventionen (z.B. Sachlichkeit, logische Gliederung, angemessene Textlänge).Textlänge). 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 181 Lexikalisch-semantische MerkmaleLexikalisch-semantische Merkmale beziehen sich auf die Eigenarten des Wort- beziehen sich auf die Eigenarten des Wort- schatzes und einzelne Bedeutungen. Kennzeichnend für Bildungssprache sindschatzes und einzelne Bedeutungen. Kennzeichnend für Bildungssprache sind • • differenzierende und abstrahierende Ausdrücke (z.B. ‚nach oben transportie-differenzierende und abstrahierende Ausdrücke (z.B. ‚nach oben transportie- ren‘ statt ‚raufbringen‘);ren‘ statt ‚raufbringen‘); • • Präfixverben, darunter viele mit untrennbarem Präfix und mit Reflexivprono-Präfixverben, darunter viele mit untrennbarem Präfix und mit Reflexivprono- men (z. B. ‚erhitzen‘, ‚sich entfalten‘, ‚sich beziehen‘);men (z. B. ‚erhitzen‘, ‚sich entfalten‘, ‚sich beziehen‘); • • nominale Zusammensetzungen (z. B. ‚Winkelmesser‘);nominale Zusammensetzungen (z. B. ‚Winkelmesser‘); • • normierte Fachbegriffe (z. B. ‚rechtwinklig‘; ‚Dreisatz‘).normierte Fachbegriffe (z. B. ‚rechtwinklig‘; ‚Dreisatz‘). Syntaktische MerkmaleSyntaktische Merkmale der Bildungssprache beziehen sich auf Besonderheiten im der Bildungssprache beziehen sich auf Besonderheiten im Satzbau:Satzbau: • • explizite Markierungen der Kohäsion (also des Textzusammenhangs);explizite Markierungen der Kohäsion (also des Textzusammenhangs); • • Satzgefüge (z. B. Konjunktionalsätze, Relativsätze, erweiterte Infinitive);Satzgefüge (z. B. Konjunktionalsätze, Relativsätze, erweiterte Infinitive); • • unpersönliche Konstruktionen (z. B. Passivsätze, man-Sätze);unpersönliche Konstruktionen (z. B. Passivsätze, man-Sätze); • • Funktionsverbgefüge (z. B. ‚zur Explosion bringen‘, ‚einer Prüfung unterzie-Funktionsverbgefüge (z. B. ‚zur Explosion bringen‘, ‚einer Prüfung unterzie- hen‘, ‚in Betrieb nehmen‘);hen‘, ‚in Betrieb nehmen‘); • • umfängliche Attribute (z. B. ‚die nach oben offene Richter-Skala‘, ‚der sich dar-umfängliche Attribute (z. B. ‚die nach oben offene Richter-Skala‘, ‚der sich dar- aus ergebende Schluss‘).“aus ergebende Schluss‘).“ Fachsprache Fachsprache beschreibt demgegenüber das sprachliche Register, “das fachspezi-Fachsprache beschreibt demgegenüber das sprachliche Register, “das fachspezi- fische Lexik, Semantik und Genres bezeichnet” (Dirim & Knappik 2018, 232). fische Lexik, Semantik und Genres bezeichnet” (Dirim & Knappik 2018, 232). Das Erlernen der Fachsprache geschieht fachbezogen und umfasst beispielsweise Das Erlernen der Fachsprache geschieht fachbezogen und umfasst beispielsweise themenspezifische Begriffe zu einem Lerninhalt (ebd.).themenspezifische Begriffe zu einem Lerninhalt (ebd.). Im Mathematikunterricht sind beispielsweise Begriffe im Rahmen einer Einheit Im Mathematikunterricht sind beispielsweise Begriffe im Rahmen einer Einheit zur Flächeninhaltsbestimmung wie zur Flächeninhaltsbestimmung wie die Flächedie Fläche, , das Rechteckdas Rechteck, , die Seitedie Seite und und das das FlächeninhaltsquadratFlächeninhaltsquadrat relevant. Für das Fach Deutsch sind es im Rahmen einer relevant. Für das Fach Deutsch sind es im Rahmen einer Lektüre beispielsweise Begriffe wie Lektüre beispielsweise Begriffe wie ProtagonistProtagonist, , RomanRoman und und HandlungsverlaufHandlungsverlauf fachspezifisch zu erlernen.fachspezifisch zu erlernen. Digitale Medien können zur Förderung bildungs- und fachsprachlicher Kompeten-Digitale Medien können zur Förderung bildungs- und fachsprachlicher Kompeten- zen eine wertvolle Unterstützung darstellen, wie die nachfolgenden Ausführungen zen eine wertvolle Unterstützung darstellen, wie die nachfolgenden Ausführungen deutlich machen.deutlich machen. Ein Blick in die schulische Praxis In den Kooperationsschulen werden digitale Medien in diesem Kontext häu-In den Kooperationsschulen werden digitale Medien in diesem Kontext häu- fig genutzt, um sowohl spontan und situationsbezogen als auch geplant und fig genutzt, um sowohl spontan und situationsbezogen als auch geplant und strukturiert sprachliche Entlastungen für Schüler*innen zu schaffen.strukturiert sprachliche Entlastungen für Schüler*innen zu schaffen. Durch schnell zur Verfügung stehende Visualisierungen (Online-Bildersuche) Durch schnell zur Verfügung stehende Visualisierungen (Online-Bildersuche) oder digitale Übersetzungsprogramme werden beispielsweise Wortschatzlü-oder digitale Übersetzungsprogramme werden beispielsweise Wortschatzlü- 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 182 cken geschlossen, wie folgende Lehrkraft berichtet: cken geschlossen, wie folgende Lehrkraft berichtet: Fachlehrkraft: „Und was eigentlich immer total gut hilft, dass sie Fachlehrkraft: „Und was eigentlich immer total gut hilft, dass sie sich das Bild anzeigen lassen, dass sie in ihrer Sprache ihr Wort sich das Bild anzeigen lassen, dass sie in ihrer Sprache ihr Wort eingeben und dann spuckt sozusagen Google das Bild dazu aus so eingeben und dann spuckt sozusagen Google das Bild dazu aus so oder halt auch mit Skizzen also ne Kombination gerade in Mathe oder halt auch mit Skizzen also ne Kombination gerade in Mathe gibt es viel.“gibt es viel.“ Digitale Vokabeltrainer werden wiederum dafür genutzt, um den Wortschatz Digitale Vokabeltrainer werden wiederum dafür genutzt, um den Wortschatz zu festigen. Vorlesefunktionen wie Screenreader oder Anybook Reader wer-zu festigen. Vorlesefunktionen wie Screenreader oder Anybook Reader wer- den eingesetzt, um das Lesen zu unterstützen.den eingesetzt, um das Lesen zu unterstützen. Fachlehrkraft: „Dinge vorlesen lassen, das geht natürlich auch und Fachlehrkraft: „Dinge vorlesen lassen, das geht natürlich auch und dann kann man ja auf entweder auf Schildkröte stellen und dann dann kann man ja auf entweder auf Schildkröte stellen und dann ist es langsam oder man kann es in schneller stellen, dann ist es ist es langsam oder man kann es in schneller stellen, dann ist es halt schnell wie ein Tiger.“halt schnell wie ein Tiger.“ Darüber hinaus werden digitale Medien auch hinzugezogen, um den (Schrift-)Darüber hinaus werden digitale Medien auch hinzugezogen, um den (Schrift-) Spracherwerb im Allgemeinen zu unterstützen, ohne explizit auf die Förderung Spracherwerb im Allgemeinen zu unterstützen, ohne explizit auf die Förderung bildungs- und fachsprachlicher Kompetenzen abzuzielen.bildungs- und fachsprachlicher Kompetenzen abzuzielen. Für Informationen und Unterrichtsideen zur Entwicklung bildungssprach-Für Informationen und Unterrichtsideen zur Entwicklung bildungssprach- licher Kompetenzen im Deutschen hat das Mercator-Institut für Sprach-licher Kompetenzen im Deutschen hat das Mercator-Institut für Sprach- förderung und Deutsch als Zweitsprache diverse kurze Handreichungen förderung und Deutsch als Zweitsprache diverse kurze Handreichungen veröffentlicht. veröffentlicht. Siehe hierzu: Siehe hierzu: https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/de/publi-https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/de/publi- kationen/material-fuer-die-praxis/unterricht-und-sprachliches-lernen-digital/kationen/material-fuer-die-praxis/unterricht-und-sprachliches-lernen-digital/ (Zugriff am 09.06.2022).(Zugriff am 09.06.2022). 5.9.2 Einbezug sprachlicher Vielfalt Neben der Förderung bildungs- und fachsprachlicher Kompetenzen in der deut-Neben der Förderung bildungs- und fachsprachlicher Kompetenzen in der deut- schen Sprache, gilt es darüber hinaus die sprachliche Vielfalt in Schule zu be-schen Sprache, gilt es darüber hinaus die sprachliche Vielfalt in Schule zu be- denken. Gesellschaft ist multilingual und daher ist Schule dies auch (Gogolin denken. Gesellschaft ist multilingual und daher ist Schule dies auch (Gogolin 2008). Gerade unter den Vorzeichen gleichberechtigter Teilhabe ist an dieser 2008). Gerade unter den Vorzeichen gleichberechtigter Teilhabe ist an dieser Stelle darauf aufmerksam zu machen, dass dies auch bedeuten kann, dass alle in Stelle darauf aufmerksam zu machen, dass dies auch bedeuten kann, dass alle in Schule mit den von ihnen gesprochenen Sprachen partizipieren können sollten. Schule mit den von ihnen gesprochenen Sprachen partizipieren können sollten. Dieser Impuls bezieht sich auf mehrsprachige Schüler*innen wie Lehrkräfte, auf Dieser Impuls bezieht sich auf mehrsprachige Schüler*innen wie Lehrkräfte, auf Erziehungsinvolvierte und viele weitere. Ein sogenanntes Sprachen-Gebot des Erziehungsinvolvierte und viele weitere. Ein sogenanntes Sprachen-Gebot des Deutschen oder ein sogenanntes Sprachen-Verbot anderer Sprachen als der deut-Deutschen oder ein sogenanntes Sprachen-Verbot anderer Sprachen als der deut- schen kann in hohem Maße ausgrenzend wirken.schen kann in hohem Maße ausgrenzend wirken. ““ ““ https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/de/publikationen/material-fuer-die-praxis/unterricht-und-sprachliches-lernen-digital/ https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/de/publikationen/material-fuer-die-praxis/unterricht-und-sprachliches-lernen-digital/ 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 183 Doch wie kann die sprachliche Vielfalt in eine monolingual deutschsprachig aus-Doch wie kann die sprachliche Vielfalt in eine monolingual deutschsprachig aus- gerichtete Schule einbezogen werden?gerichtete Schule einbezogen werden? Zunächst ist es wichtig, sich über den Umstand bewusst zu werden, dass die Ge-Zunächst ist es wichtig, sich über den Umstand bewusst zu werden, dass die Ge- sellschaft, in der wir leben, multilingual ist. Sprachen aus der Schule auszuschlie-sellschaft, in der wir leben, multilingual ist. Sprachen aus der Schule auszuschlie- ßen bedeutet, einen Teil gesellschaftlichen Reichtums auszuschließen. Die Parti-ßen bedeutet, einen Teil gesellschaftlichen Reichtums auszuschließen. Die Parti- zipationskultur in Schule ernst zu nehmen bedeutet folglich, allen Sprachen, die zipationskultur in Schule ernst zu nehmen bedeutet folglich, allen Sprachen, die in Schule vertreten sind, Raum zu geben. Das bedeutet nicht, dass jede Lehrkraft in Schule vertreten sind, Raum zu geben. Das bedeutet nicht, dass jede Lehrkraft künftig mindestens vier Sprachen sprechen muss und nur noch multilingualer künftig mindestens vier Sprachen sprechen muss und nur noch multilingualer Unterricht angeboten werden darf. Vielmehr sollte es darum gehen, wann immer Unterricht angeboten werden darf. Vielmehr sollte es darum gehen, wann immer es möglich ist, unterschiedliche Sprachen in Schule und Unterricht einzubezie-es möglich ist, unterschiedliche Sprachen in Schule und Unterricht einzubezie- hen. Allerdings ist dringlich zu berücksichtigen, dass nicht jede*r offen mit der hen. Allerdings ist dringlich zu berücksichtigen, dass nicht jede*r offen mit der eigenen Mehrsprachigkeit umgeht und diese deshalb ggf. eher privat behandelt. eigenen Mehrsprachigkeit umgeht und diese deshalb ggf. eher privat behandelt. Niemand sollte explizit dazu aufgefordert werden, die eigene Mehrsprachigkeit Niemand sollte explizit dazu aufgefordert werden, die eigene Mehrsprachigkeit einzubringen. einzubringen. Digitale Medien können auch im Hinblick auf den Einbezug sprachlicher Vielfalt Digitale Medien können auch im Hinblick auf den Einbezug sprachlicher Vielfalt eine wertvolle Ressource darstellen.eine wertvolle Ressource darstellen. Für Informationen und Unterrichtsideen, zum Einbezug der sprachlichen Für Informationen und Unterrichtsideen, zum Einbezug der sprachlichen Vielfalt in einer Klasse, siehe hier:Vielfalt in einer Klasse, siehe hier: https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/fileadmin/Redaktion/PDF/https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/fileadmin/Redaktion/PDF/ Publikationen/200804_Handreichung_A3_final.pdfPublikationen/200804_Handreichung_A3_final.pdf (Zugriff am 03.06.2022).(Zugriff am 03.06.2022). Impuls: Mehrsprachigkeit im Kontext der Schulwebseite und des Vertre- tungsplans Die Schulwebseite stellt unterschiedliche Informationen über die Schule zur Ver-Die Schulwebseite stellt unterschiedliche Informationen über die Schule zur Ver- fügung. Im Rahmen von Kleinprojekten können Inhalte von Schüler*innen und fügung. Im Rahmen von Kleinprojekten können Inhalte von Schüler*innen und Lehrkräften auf der Webseite in unterschiedlichen Sprachen aufbereitet werden.Lehrkräften auf der Webseite in unterschiedlichen Sprachen aufbereitet werden. Ein Erklärvideo zum Lesen des Vertretungsplans kann beispielsweise in mehreren Ein Erklärvideo zum Lesen des Vertretungsplans kann beispielsweise in mehreren Sprachen angefertigt werden. Dies sorgt in mehrfacher Weise dafür, dass der Zu-Sprachen angefertigt werden. Dies sorgt in mehrfacher Weise dafür, dass der Zu- gang zu den Informationen des Vertretungsplans barrierefreier wird.gang zu den Informationen des Vertretungsplans barrierefreier wird. Impuls: Mehrsprachigkeit im Kontext Unterricht Auch wenn der Unterricht vorrangig auf Deutsch stattfindet, so können bestimm-Auch wenn der Unterricht vorrangig auf Deutsch stattfindet, so können bestimm- te Bereiche auch mehrsprachig gestaltet sein:te Bereiche auch mehrsprachig gestaltet sein: • • (Online-)Recherchen können in unterschiedlichen Sprachen erfolgen, (Online-)Recherchen können in unterschiedlichen Sprachen erfolgen, • • Lernvideos können auch in anderen Sprachen angesehen werden,Lernvideos können auch in anderen Sprachen angesehen werden, https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/fileadmin/Redaktion/PDF/Publikationen/200804_Handreichung_A3_final.pdf https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/fileadmin/Redaktion/PDF/Publikationen/200804_Handreichung_A3_final.pdf 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 184 • • Texte können mehrsprachig produziert werdenTexte können mehrsprachig produziert werden • • u.v.m.u.v.m. Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache hat im Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache hat im Rahmen einer eigenen Handreichung viele Vorschläge entwickelt, die sich mit Rahmen einer eigenen Handreichung viele Vorschläge entwickelt, die sich mit dem Einbezug sprachlicher Vielfalt unter Verwendung digitaler Medien befassen.dem Einbezug sprachlicher Vielfalt unter Verwendung digitaler Medien befassen. Die Webseite des Mercator Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Die Webseite des Mercator Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache stellt eine gelungene Anlaufstelle dar, wenn Sie sich mit den Zweitsprache stellt eine gelungene Anlaufstelle dar, wenn Sie sich mit den Themen Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweitsprache und Sprachbildung in Themen Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweitsprache und Sprachbildung in Schule auseinandersetzen möchten. Siehe hierzu:Schule auseinandersetzen möchten. Siehe hierzu: https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.dehttps://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de 5.9.3 Konzept Da Bildungs- und Fachsprache deutlich andere Anforderungen haben als die Um-Da Bildungs- und Fachsprache deutlich andere Anforderungen haben als die Um- gangssprache, bedarf es der Förderung bildungs- und fachsprachlicher Kom-gangssprache, bedarf es der Förderung bildungs- und fachsprachlicher Kom- petenzen petenzen alleraller Schüler*innen. Schüler*innen. Durchgängige SprachbildungDurchgängige Sprachbildung beschreibt ein im beschreibt ein im Schulentwicklungsplan fest verankertes Konzept zur Förderung bildungs- und Schulentwicklungsplan fest verankertes Konzept zur Förderung bildungs- und fachsprachlicher Kompetenzen. Diesbezüglich ist es besonders wichtig, Lehrende fachsprachlicher Kompetenzen. Diesbezüglich ist es besonders wichtig, Lehrende dafür zu sensibilisieren, dass in ihrem Fach sogenannte sprachliche Register An-dafür zu sensibilisieren, dass in ihrem Fach sogenannte sprachliche Register An- wendung finden, die die Schüler*innen erst erlernen müssen. Jedes Fach in Schu-wendung finden, die die Schüler*innen erst erlernen müssen. Jedes Fach in Schu- le ist gleichzeitig ein Fach, in dem Sprache angewendet und gelernt wird. Darüber le ist gleichzeitig ein Fach, in dem Sprache angewendet und gelernt wird. Darüber hinaus bedarf es gezielter Fortbildungen für Lehrkräfte im Hinblick auf die Förde-hinaus bedarf es gezielter Fortbildungen für Lehrkräfte im Hinblick auf die Förde- rung bildungs- und fachsprachlicher Kompetenzen.rung bildungs- und fachsprachlicher Kompetenzen. Für eine nachhaltige Implementierung der Förderung bildungssprachlicher Kom-Für eine nachhaltige Implementierung der Förderung bildungssprachlicher Kom- petenzen ist im Rahmen von Schulentwicklungsbemühungen eine fächerübergrei-petenzen ist im Rahmen von Schulentwicklungsbemühungen eine fächerübergrei- fende Verankerung vonnöten, da – wie im oberen Abschnitt erläutert – Bildungs-fende Verankerung vonnöten, da – wie im oberen Abschnitt erläutert – Bildungs- sprache ein fächerübergreifendes sprachliches Register ist. sprache ein fächerübergreifendes sprachliches Register ist. Die nachhaltige Implementierung der Förderung fachsprachlicher Kompetenzen Die nachhaltige Implementierung der Förderung fachsprachlicher Kompetenzen ist wiederum auf Fachebene anzusiedeln. Deshalb könnte eine entsprechende ist wiederum auf Fachebene anzusiedeln. Deshalb könnte eine entsprechende Verankerung vor allem im Rahmen der Fachkonferenzen und des über die Fach-Verankerung vor allem im Rahmen der Fachkonferenzen und des über die Fach- konferenz stetig weiterzuentwickelnden Fachcurriculums sinnvoll sein. konferenz stetig weiterzuentwickelnden Fachcurriculums sinnvoll sein. Für eine nachhaltige Implementierung eines Konzeptes zur durchgängigen Für eine nachhaltige Implementierung eines Konzeptes zur durchgängigen Sprachbildung bedarf es einer strukturellen Verankerung. Die Form der Veran-Sprachbildung bedarf es einer strukturellen Verankerung. Die Form der Veran- kerung sollte so gewählt sein, dass sie einen echten Nutzen hat, damit das Kon-kerung sollte so gewählt sein, dass sie einen echten Nutzen hat, damit das Kon- zept tatsächlich genutzt wird. Denkbar wäre eine Variante, in der Aspekte der zept tatsächlich genutzt wird. Denkbar wäre eine Variante, in der Aspekte der durchgängigen Sprachbildung in das Schulkonzept und in jedes Fachcurriculum durchgängigen Sprachbildung in das Schulkonzept und in jedes Fachcurriculum eingewoben werden, um eine flächendeckende Präsenz zu erreichen. Hierbei eingewoben werden, um eine flächendeckende Präsenz zu erreichen. Hierbei sollten neben einem Fortbildungskonzept als Teil des Konzeptes für durchgängi-sollten neben einem Fortbildungskonzept als Teil des Konzeptes für durchgängi- https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 185 ge Sprachbildung auch Vereinbarungen zu Fördermaßnahmen für bildungs- und ge Sprachbildung auch Vereinbarungen zu Fördermaßnahmen für bildungs- und fachsprachliche Kompetenzen und den Einbezug sprachlicher Vielfalt integriert fachsprachliche Kompetenzen und den Einbezug sprachlicher Vielfalt integriert sein. Damit einhergehend ist eine Sensibilisierung im Hinblick auf Mehrsprachig-sein. Damit einhergehend ist eine Sensibilisierung im Hinblick auf Mehrsprachig- keit in Schule, wie sie im Kapitel keit in Schule, wie sie im Kapitel Einbezug sprachlicher VielfaltEinbezug sprachlicher Vielfalt unter den Vorzei- unter den Vorzei- chen von Deutungshoheiten thematisiert wurde, sinnvoll.chen von Deutungshoheiten thematisiert wurde, sinnvoll. 5.10 Kapitelzusammenfassung Im Hinblick auf die Unterrichtsebene wurden für folgende Unterbau-Im Hinblick auf die Unterrichtsebene wurden für folgende Unterbau- steine Gelingensbedingungen identifiziert, die unter den Vorzeichen steine Gelingensbedingungen identifiziert, die unter den Vorzeichen einer inklusiv-digital zu gestaltenden Schule als relevant erachtet wer-einer inklusiv-digital zu gestaltenden Schule als relevant erachtet wer- den: Lernsettings, Barrierefreiheit, Inklusiv-digitale Medien(-Bildung), den: Lernsettings, Barrierefreiheit, Inklusiv-digitale Medien(-Bildung), Professionalisierung, Reflexion, Feedback und Evaluation sowie Durch-Professionalisierung, Reflexion, Feedback und Evaluation sowie Durch- gängige Sprachbildung.gängige Sprachbildung. Es wurde gezeigt, dass über die Wahl bestimmter Es wurde gezeigt, dass über die Wahl bestimmter LernsettingsLernsettings die Partizipations- die Partizipations- möglichkeiten erweitert werden können. Insbesondere hybride Lernformate er-möglichkeiten erweitert werden können. Insbesondere hybride Lernformate er- möglichen einen anteilig orts- und zeitunabhängigen Unterricht. Dadurch können möglichen einen anteilig orts- und zeitunabhängigen Unterricht. Dadurch können beispielsweise bestimmte Arbeitsphasen aus dem Präsenzunterricht ausgelagert beispielsweise bestimmte Arbeitsphasen aus dem Präsenzunterricht ausgelagert werden, Schüler*innen, die aufgrund von Krankheit nicht physisch in der Schule werden, Schüler*innen, die aufgrund von Krankheit nicht physisch in der Schule präsent sein können, können dennoch am Unterricht teilnehmen und vieles mehr. präsent sein können, können dennoch am Unterricht teilnehmen und vieles mehr. Wird Schule als Lernlandschaft konzipiert, so lassen sich flexibler unterschiedli-Wird Schule als Lernlandschaft konzipiert, so lassen sich flexibler unterschiedli- che Lernformate umsetzen. Projektorientiertes Arbeiten und partizipatives Lernen che Lernformate umsetzen. Projektorientiertes Arbeiten und partizipatives Lernen bieten den Schüler*innen ein Mehr an Selbstbestimmung und Selbststeuerung bieten den Schüler*innen ein Mehr an Selbstbestimmung und Selbststeuerung im Hinblick auf ihr Lernen. Erweitert wird Schule und Unterricht durch vielfälti-im Hinblick auf ihr Lernen. Erweitert wird Schule und Unterricht durch vielfälti- ge Lernorte, die auch außerschulischer Natur sein können. Durch die Anbindung ge Lernorte, die auch außerschulischer Natur sein können. Durch die Anbindung an die Mitwelt – regionale Betriebe, andere Bildungsinstitutionen etc. – wird der an die Mitwelt – regionale Betriebe, andere Bildungsinstitutionen etc. – wird der Lebensweltbezug beim Lernen verstärkt. All dies kann jedoch nur gelingen, wenn Lebensweltbezug beim Lernen verstärkt. All dies kann jedoch nur gelingen, wenn damit ein verändertes Rollenverständnis einhergeht. Lehrkräfte werden Lehrende damit ein verändertes Rollenverständnis einhergeht. Lehrkräfte werden Lehrende und Lernende, Lern-Begleiter*innen der Schüler*innen. Schüler*innen überneh-und Lernende, Lern-Begleiter*innen der Schüler*innen. Schüler*innen überneh- men mehr Verantwortung und können in die Rolle der Lehrenden wechseln.men mehr Verantwortung und können in die Rolle der Lehrenden wechseln. Im Baustein Im Baustein BarrierefreiheitBarrierefreiheit werden Impulse gesetzt, sowohl die Architektur werden Impulse gesetzt, sowohl die Architektur einer Schule, als auch das (Unterrichts-)Material und die zur Verfügung gestellten einer Schule, als auch das (Unterrichts-)Material und die zur Verfügung gestellten Informationen (wie Vertretungsplan, Leitbild, Schulprogramm etc.) hinsichtlich Informationen (wie Vertretungsplan, Leitbild, Schulprogramm etc.) hinsichtlich Barrierefreiheit zu prüfen und anzupassen.Barrierefreiheit zu prüfen und anzupassen. Im Baustein Im Baustein Inklusiv-digitale Medien(-Bildung)Inklusiv-digitale Medien(-Bildung) wird aufgezeigt, dass digitale wird aufgezeigt, dass digitale Medien an sich als Lerninhalt zu begreifen sind. Darüber hinaus wurde skizziert, Medien an sich als Lerninhalt zu begreifen sind. Darüber hinaus wurde skizziert, dass digitale Medien in ihrer Funktion als Werkzeug Barrieren abbauen und Leh-dass digitale Medien in ihrer Funktion als Werkzeug Barrieren abbauen und Leh- ren wie Lernen unterstützen können. Die strukturelle Einbettung eines inklusiv-ren wie Lernen unterstützen können. Die strukturelle Einbettung eines inklusiv- digitalen Medien(-Bildungs)-Konzept wird als wesentliche Gelingensbedingung digitalen Medien(-Bildungs)-Konzept wird als wesentliche Gelingensbedingung hervorgehoben.hervorgehoben. Im Baustein Im Baustein ProfessionalisierungProfessionalisierung wird thematisiert, dass in allen Phasen der Lehr- wird thematisiert, dass in allen Phasen der Lehr- kräftebildung ein Kompetenzzuwachs im Bereich Inklusion und digitale Medien(-kräftebildung ein Kompetenzzuwachs im Bereich Inklusion und digitale Medien(- Bildung) erforderlich ist, um den Unterricht in Eben diesen Feldern voranzubrin-Bildung) erforderlich ist, um den Unterricht in Eben diesen Feldern voranzubrin- gen. Eine besondere Betonung erfährt die Verzahnung der beiden Großaufgaben gen. Eine besondere Betonung erfährt die Verzahnung der beiden Großaufgaben in Schule. in Schule. Eng damit verwoben ist der Baustein Eng damit verwoben ist der Baustein Reflexion, Feedback, EvaluationReflexion, Feedback, Evaluation, in dem , in dem 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 186 sich eine verstetigte Selbstreflexion der eigenen Haltung und Handlungen und sich eine verstetigte Selbstreflexion der eigenen Haltung und Handlungen und eine Reflexion bezogen auf Interaktionen, die Unterrichtsgestaltung und damit in eine Reflexion bezogen auf Interaktionen, die Unterrichtsgestaltung und damit in Verbindung stehende Inhalte und Prozesse im schulischen Kontext vereint. Feed-Verbindung stehende Inhalte und Prozesse im schulischen Kontext vereint. Feed- back und Evaluation können hierbei wertvolle Begleiter für Prozesse der Profes-back und Evaluation können hierbei wertvolle Begleiter für Prozesse der Profes- sionalisierung sein.sionalisierung sein. Der letzte Baustein Der letzte Baustein Durchgängige SprachbildungDurchgängige Sprachbildung sensibilisiert dafür, dass in Schu- sensibilisiert dafür, dass in Schu- le bildungs- und fachsprachliche Register in der Unterrichtskommunikation ge-le bildungs- und fachsprachliche Register in der Unterrichtskommunikation ge- fordert werden, die sich deutlich von der Umgangssprache unterscheiden. Folg-fordert werden, die sich deutlich von der Umgangssprache unterscheiden. Folg- lich gilt es, diese besonderen sprachlichen Register im Unterricht zu vermitteln. lich gilt es, diese besonderen sprachlichen Register im Unterricht zu vermitteln. Darüber hinaus gibt der Baustein Anregungen dafür, dass die sprachliche Vielfalt Darüber hinaus gibt der Baustein Anregungen dafür, dass die sprachliche Vielfalt der Mitglieder in Schule Raum in Schule erhalten sollte, um auch diesbezüglich der Mitglieder in Schule Raum in Schule erhalten sollte, um auch diesbezüglich die Partizipationsmöglichkeiten zu erweitern. Beide Aspekte sollten konzeptuell in die Partizipationsmöglichkeiten zu erweitern. Beide Aspekte sollten konzeptuell in Schule verankert werden, um nachhaltig Berücksichtigung im Unterricht zu fin-Schule verankert werden, um nachhaltig Berücksichtigung im Unterricht zu fin- den.den. Unterricht kann als Kerngeschäft von Schule bezeichnet werden. Alle anderen Unterricht kann als Kerngeschäft von Schule bezeichnet werden. Alle anderen Bausteine (Schulkultur, Mitglieder in Schule, Strukturen und Prozesse) stehen in Bausteine (Schulkultur, Mitglieder in Schule, Strukturen und Prozesse) stehen in enger Verbindung mit dem Baustein Unterricht. Wenn man so will, dann können enger Verbindung mit dem Baustein Unterricht. Wenn man so will, dann können hier die Früchte geerntet werden, deren Samen in den anderen Bausteinen gesät hier die Früchte geerntet werden, deren Samen in den anderen Bausteinen gesät wurden. Ein originäres Ziel inklusiv-digitaler Schul- und Unterrichtsentwicklung wurden. Ein originäres Ziel inklusiv-digitaler Schul- und Unterrichtsentwicklung besteht darin, den Unterricht im Hinblick auf den Ausbau inklusiver Praktiken und besteht darin, den Unterricht im Hinblick auf den Ausbau inklusiver Praktiken und den Einsatz digitaler Medien zu verbessern. Was in Schule und Unterricht letzt-den Einsatz digitaler Medien zu verbessern. Was in Schule und Unterricht letzt- lich unter besser zu verstehen ist, legt jede Schule für sich selbst fest. In dieser lich unter besser zu verstehen ist, legt jede Schule für sich selbst fest. In dieser Handreichung wird darunter verstanden, dass die Partizipation für die Mitglieder Handreichung wird darunter verstanden, dass die Partizipation für die Mitglieder in Schule maximal ermöglicht wird und dass Schule und Unterricht die bestmögli-in Schule maximal ermöglicht wird und dass Schule und Unterricht die bestmögli- chen Teilhabechancen an Bildung bereitstellen können. Durch eine inklusiv-digital chen Teilhabechancen an Bildung bereitstellen können. Durch eine inklusiv-digital ausgerichtete Schul- und Unterrichtsentwicklung soll dies – gemäß dem gelten-ausgerichtete Schul- und Unterrichtsentwicklung soll dies – gemäß dem gelten- den Verständnis in dieser Handreichung – erreicht werden.den Verständnis in dieser Handreichung – erreicht werden. 5.11 Literaturverzeichnis Ansari, Anna. 2021. Ansari, Anna. 2021. Hybride Lernsettings - ein DefinitionsversuchHybride Lernsettings - ein Definitionsversuch. Verfügbar . Verfügbar unter: https://www.zess.uni-goettingen.de/mediendidaktik/2021/09/17/to-do-unter: https://www.zess.uni-goettingen.de/mediendidaktik/2021/09/17/to-do- hybride-lernsettings-ein-definitionsversuch-1-4/ (Zugegriffen: 08.06.2022)hybride-lernsettings-ein-definitionsversuch-1-4/ (Zugegriffen: 08.06.2022) Auferkorte-Michaelis, Nicole; Linde, Frank. 2018. Diversität im Lehr-Lern-Gesche-Auferkorte-Michaelis, Nicole; Linde, Frank. 2018. Diversität im Lehr-Lern-Gesche- hen. In: Auferkorte-Michaelis, Nicole; Linde, Frank (Hg): hen. In: Auferkorte-Michaelis, Nicole; Linde, Frank (Hg): Diversität lernen und Diversität lernen und lehren – ein Hochschulbuchlehren – ein Hochschulbuch. Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich, . Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich, 17-30. https://doi.org/10.25656/01:15847 17-30. https://doi.org/10.25656/01:15847 Behindertengleichstellungsgesetz vom 27. April 2002 (BGBl. I S. 1467, 1468), Behindertengleichstellungsgesetz vom 27. April 2002 (BGBl. I S. 1467, 1468), das zuletzt durch Artikel 7 des Gesetzes vom 23. Mai 2022 (BGBl. I S. 760) ge-das zuletzt durch Artikel 7 des Gesetzes vom 23. Mai 2022 (BGBl. I S. 760) ge- ändert worden ist. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/bgg/ändert worden ist. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/bgg/ BJNR146800002.html#:~:text=(4)%20Träger%20öffentlicher%20Gewalt%20BJNR146800002.html#:~:text=(4)%20Träger%20öffentlicher%20Gewalt%20 sollen,Sprache%20auf-%20und%20ausgebaut%20werden. (Zugegriffen: sollen,Sprache%20auf-%20und%20ausgebaut%20werden. (Zugegriffen: 08.06.2022)08.06.2022) Bos, Wilfried; Lorenz, Ramona; Endberg, Manula. 2018. UBos, Wilfried; Lorenz, Ramona; Endberg, Manula. 2018. Untersuchung des tech-ntersuchung des tech- 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 187 nischen und pädagogischen Supports an Schulen der Sekundarstufe I in Deutsch-nischen und pädagogischen Supports an Schulen der Sekundarstufe I in Deutsch- land. Eine vertiefende Untersuchung zur Studie Schule digital - der Länderindi-land. Eine vertiefende Untersuchung zur Studie Schule digital - der Länderindi- kator 2017kator 2017, Dortmund. Verfügbar unter: https://www.telekom-stiftung.de/sites/, Dortmund. Verfügbar unter: https://www.telekom-stiftung.de/sites/ default/files/files/media/publications/Support-Ergebnisbericht%20der%20Lehrer-default/files/files/media/publications/Support-Ergebnisbericht%20der%20Lehrer- befragung.pdf (Zugegriffen: 04.05.2022) befragung.pdf (Zugegriffen: 04.05.2022) Breiter, Andreas; Stolpmann, Björn Eric; Zeising, Anja. 2015. Breiter, Andreas; Stolpmann, Björn Eric; Zeising, Anja. 2015. Szenarien lernför-Szenarien lernför- derlicher IT-Infrastrukturen in Schulenderlicher IT-Infrastrukturen in Schulen. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung. Ver-. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung. Ver- fügbar unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publika-fügbar unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publika- tion/did/szenarien-lernfoerderlicher-it-infrastrukturen-in-schulen/ (Zugegriffen: tion/did/szenarien-lernfoerderlicher-it-infrastrukturen-in-schulen/ (Zugegriffen: 03.06.22) 03.06.22) Bundesfachstelle Barrierefreiheit, Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bundesfachstelle Barrierefreiheit, Deutsche Rentenversicherung Knappschaft- Bahn-See (Hg). 2022. Bahn-See (Hg). 2022. Wie ist Barrierefreiheit definiert?Wie ist Barrierefreiheit definiert? https://www.bundesfach- https://www.bundesfach- stelle-barrierefreiheit.de/DE/Ueber-Uns/Definition-Barrierefreiheit/definition-bar-stelle-barrierefreiheit.de/DE/Ueber-Uns/Definition-Barrierefreiheit/definition-bar- rierefreiheit_node.html (Zugegriffen: 12.04.2022)rierefreiheit_node.html (Zugegriffen: 12.04.2022) Christof, Eveline; Obex, Tanja; Pham-Xuan, Robert; Schauer, Gabriele; Schratz, Christof, Eveline; Obex, Tanja; Pham-Xuan, Robert; Schauer, Gabriele; Schratz, Michael; Symeonidis, Vasileios. 2020. Professionsspezifische Haltungen in der Michael; Symeonidis, Vasileios. 2020. Professionsspezifische Haltungen in der Lehrer*innenbildung. Was zeigt sich in der Ausbildung? Lehrer*innenbildung. Was zeigt sich in der Ausbildung? Journal für LehrerInnen-Journal für LehrerInnen- bildungbildung, 20 (2), 52-65. https://doi.org/10.25656/01:20533 , 20 (2), 52-65. https://doi.org/10.25656/01:20533 Dirim, İnci; Knappik, Magdalena. 2018. Deutsch in allen Fächern. In: Dirim, İnci; Dirim, İnci; Knappik, Magdalena. 2018. Deutsch in allen Fächern. In: Dirim, İnci; Mecheril, Paul (Hg.): Mecheril, Paul (Hg.): Heterogenität, Sprache(n), Bildung. Eine differenz- und dis-Heterogenität, Sprache(n), Bildung. Eine differenz- und dis- kriminierungstheoretische Einführungkriminierungstheoretische Einführung. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt, . Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt, 227-245.227-245. Freericks, Renate; Brinkmann, Dieter; Wulf, Denise. 2017. Freericks, Renate; Brinkmann, Dieter; Wulf, Denise. 2017. Didaktische Modelle Didaktische Modelle für außerschulische Lernortefür außerschulische Lernorte. Hochschule Bremen, Bremen: Institut für Freizeit-. Hochschule Bremen, Bremen: Institut für Freizeit- wissenschaft und Kulturarbeit e.V. Verfügbar unter: https://media.suub.uni-bre-wissenschaft und Kulturarbeit e.V. Verfügbar unter: https://media.suub.uni-bre- men.de/bitstream/elib/4358/1/Lernorte-A.pdf (Zugegriffen: 08.06.2022)men.de/bitstream/elib/4358/1/Lernorte-A.pdf (Zugegriffen: 08.06.2022) Gogolin, Ingrid. 2008. Gogolin, Ingrid. 2008. Der monolinguale Habitus der multilingualen SchuleDer monolinguale Habitus der multilingualen Schule. 2. . 2. unv. Auflage, Münster: Waxmann Verlag.unv. Auflage, Münster: Waxmann Verlag. Gogolin, Ingrid; Lange, Imke. 2011. Bildungssprache und Durchgängige Sprach-Gogolin, Ingrid; Lange, Imke. 2011. Bildungssprache und Durchgängige Sprach- bildung. In: Fürstenau, Sara; Gomolla, Mechtild (Hg.): bildung. In: Fürstenau, Sara; Gomolla, Mechtild (Hg.): Migration und schulischer Migration und schulischer Wandel: MehrsprachigkeitWandel: Mehrsprachigkeit. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 107-. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 107- 127. 127. Heister, Werner; Neubauer, Flavia; Olek, Ariane; Vomberg, Marieke. 2020. Heister, Werner; Neubauer, Flavia; Olek, Ariane; Vomberg, Marieke. 2020. Digi-Digi- tale Lernsettings: Forschungsstand und Best Practicetale Lernsettings: Forschungsstand und Best Practice. Working Paper No. 1 im . Working Paper No. 1 im Rahmen des Projekts IDiT – INCLUDING.DIGITAL.TWINS Inklusives Mentoring Rahmen des Projekts IDiT – INCLUDING.DIGITAL.TWINS Inklusives Mentoring und mediale Kompetenzen für RehabilitandInnen und Azubis in kaufmännischen und mediale Kompetenzen für RehabilitandInnen und Azubis in kaufmännischen Berufen/Berufsausbildung. Teilvorhaben: Konzeption, Evaluation und Commu-Berufen/Berufsausbildung. Teilvorhaben: Konzeption, Evaluation und Commu- nity, Hochschule Niederrhein. Verfügbar unter: https://www.hs-niederrhein.de/nity, Hochschule Niederrhein. Verfügbar unter: https://www.hs-niederrhein.de/ fileadmin/dateien/Institute_und_Kompetenzzentren/SO.CON/Publikationen_fileadmin/dateien/Institute_und_Kompetenzzentren/SO.CON/Publikationen_ und_Downloads/Working_Paper_Digitale_Lernsettings_final.pdf (Zugegriffen: und_Downloads/Working_Paper_Digitale_Lernsettings_final.pdf (Zugegriffen: 13.04.2022) 13.04.2022) 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 188 Hösel, Fanny; Bößneck, Ariane; Preissler, Anzhela. 2020. Schulentwicklung im Hösel, Fanny; Bößneck, Ariane; Preissler, Anzhela. 2020. Schulentwicklung im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen und individuellen Anforderungen Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen und individuellen Anforderungen Gestaltungs- und Handlungsansätze für ein organisationales Gestaltungsmo-Gestaltungs- und Handlungsansätze für ein organisationales Gestaltungsmo- dell »Inklusive Schule«. dell »Inklusive Schule«. Journal für PsychologieJournal für Psychologie, 27 (2), 212–236. https://doi., 27 (2), 212–236. https://doi. org/10.30820/0942-2285-2019-2-212 org/10.30820/0942-2285-2019-2-212 IQESonline. 2022. IQESonline. 2022. Lehren und Lernen in LernlandschaftenLehren und Lernen in Lernlandschaften. Verfügbar unter: . Verfügbar unter: https://www.iqesonline.net/unterrichtsentwicklung/unterrichtskonzepte-aus-iqes-https://www.iqesonline.net/unterrichtsentwicklung/unterrichtskonzepte-aus-iqes- partnerschulen/sek-buerglen-tg/lehren-und-lernen-in-lernlandschaften/ (Zuge-partnerschulen/sek-buerglen-tg/lehren-und-lernen-in-lernlandschaften/ (Zuge- griffen: 13.04.2022) griffen: 13.04.2022) Jörissen, Benjamin. 2013. Jörissen, Benjamin. 2013. „Medienbildung“ in 5 Sätzen – Mediality, Aesthetics & „Medienbildung“ in 5 Sätzen – Mediality, Aesthetics & EducationEducation. Verfügbar unter: https://joerissen.name/medienbildung/medienbil-. Verfügbar unter: https://joerissen.name/medienbildung/medienbil- dung-in-5-satzen/ (Zugegriffen: 03.06.2022)dung-in-5-satzen/ (Zugegriffen: 03.06.2022) Keuler, Charlotte. 2019. Keuler, Charlotte. 2019. Unterricht partizipativ gestalten. mateneen - Praxis-Unterricht partizipativ gestalten. mateneen - Praxis- hefte Demokratische Schulkulturhefte Demokratische Schulkultur, 03, 5-8. https://doi.org/10.25353/ubtr-made-, 03, 5-8. https://doi.org/10.25353/ubtr-made- 1167-4f711167-4f71 Kultusministerkonferenz. 2017. Kultusministerkonferenz. 2017. Bildung in der digitalen Welt. Strategie der Kul-Bildung in der digitalen Welt. Strategie der Kul- tusministerkonferenztusministerkonferenz. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 08.12.2016 in . Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 08.12.2016 in der Fassung vom 07.12.2017. der Fassung vom 07.12.2017. Kultusministerkonferenz. 2019. Kultusministerkonferenz. 2019. Bildungssprachliche StandardsBildungssprachliche Standards. Beschluss der . Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 05.12.2019.Kultusministerkonferenz vom 05.12.2019. Marquardt, Anja. 2006. Marquardt, Anja. 2006. Der Bauernhof als erlebnispädagogischer Lernort. Eine Der Bauernhof als erlebnispädagogischer Lernort. Eine wissenschaftliche Studiewissenschaftliche Studie. Lüneburg: Verl. Ed. Erlebnispädagogik.. Lüneburg: Verl. Ed. Erlebnispädagogik. McElvany, Nele; Schwabe, Franziska; Hartwig, Svenja; Igler, Jennifer. 2018. In-McElvany, Nele; Schwabe, Franziska; Hartwig, Svenja; Igler, Jennifer. 2018. In- klusive Lehr-Lern-Settings. Einstellungen und Motivation von Lehrkräften. klusive Lehr-Lern-Settings. Einstellungen und Motivation von Lehrkräften. Zeit-Zeit- schrift für Pädagogikschrift für Pädagogik, 64, 831-852. https://doi.org/10.25656/01:22176 , 64, 831-852. https://doi.org/10.25656/01:22176 Reich, Hans. 2008. Reich, Hans. 2008. Materialien zum Workshop “Bildungssprache”Materialien zum Workshop “Bildungssprache”. Unveröffent-. Unveröffent- lichtes Schulungsmaterial für die FörMig-Weiterqualifizierung “Berater(in) für lichtes Schulungsmaterial für die FörMig-Weiterqualifizierung “Berater(in) für sprachliche Bildung, Deutsch als Zweitsprache”.sprachliche Bildung, Deutsch als Zweitsprache”. Trescher, Hendrik. 2021. Inklusion, Sozialraum und die vielen Fragen aus der Trescher, Hendrik. 2021. Inklusion, Sozialraum und die vielen Fragen aus der Wissenschaft. In: Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (Hg): Wissenschaft. In: Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (Hg): InitiativeSozialraumInklusiv. Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der Regio-InitiativeSozialraumInklusiv. Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der Regio- nalkonferenzennalkonferenzen, 4-7. Verfügbar unter: https://www.bundesfachstelle-barrierefrei-, 4-7. 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Verfügbar unter: https://www.behindertenrechts-. Verfügbar unter: https://www.behindertenrechts- konvention.info/uebereinkommen-ueber-die-rechte-von-menschen-mit-behinde-konvention.info/uebereinkommen-ueber-die-rechte-von-menschen-mit-behinde- 5 Baustein Unterricht Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 189 rungen-3101/#29-artikel-29---teilhabe-am-politischen-und-öffentlichen-leben rungen-3101/#29-artikel-29---teilhabe-am-politischen-und-öffentlichen-leben (Zugegriffen: 18.04.2022)(Zugegriffen: 18.04.2022) Wiater, Werner. 2020. Wiater, Werner. 2020. Unterrichtsplanung: Prüfungswissen - Basiswissen Schul-Unterrichtsplanung: Prüfungswissen - Basiswissen Schul- pädagogikpädagogik. 4. Auflage, Augsburg: Auer Verlag. . 4. Auflage, Augsburg: Auer Verlag. Zorn, Isabel; Schluchter, Jan-René; Bosse, Ingo. 2019. Theoretische Grundlagen Zorn, Isabel; Schluchter, Jan-René; Bosse, Ingo. 2019. Theoretische Grundlagen inklusiver Medienbildung. In: Bosse, Ingo; Schluchter, Jan-René; Zorn, Isabel inklusiver Medienbildung. In: Bosse, Ingo; Schluchter, Jan-René; Zorn, Isabel (Hg): (Hg): Handbuch Inklusion und MedienbildungHandbuch Inklusion und Medienbildung. Weinheim: Beltz Juventa, 16-33. . Weinheim: Beltz Juventa, 16-33. 6 Zusammenfassung UmweltMitwelt Einzelschule Mitglieder in Schule Unterricht Strukturen und Prozesse Schulkultur 6 Zusammenfassung Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 191 6 Zusammenfassung Eine inklusiv-digitale Schule folgt der Überzeugung, dass all ihre Mitglieder(-Eine inklusiv-digitale Schule folgt der Überzeugung, dass all ihre Mitglieder(- gruppen) an der Gestaltung von Schule beteiligt werden müssen. Gezeigt werden gruppen) an der Gestaltung von Schule beteiligt werden müssen. Gezeigt werden konnte anhand des Modells einer inklusiv-digitalen Schule, dass vor allem eine konnte anhand des Modells einer inklusiv-digitalen Schule, dass vor allem eine inklusiv-digitale Schulkultur, eine an diesen Werten und Prinzipien ausgerich-inklusiv-digitale Schulkultur, eine an diesen Werten und Prinzipien ausgerich- tete Haltung der Mitglieder in Schule, unterstützende Strukturen und Prozesse tete Haltung der Mitglieder in Schule, unterstützende Strukturen und Prozesse sowie ein partizipativ-digital gestalteter Unterricht relevante Größen sind. Ge-sowie ein partizipativ-digital gestalteter Unterricht relevante Größen sind. Ge- tragen wird die Entwicklung hin zu einer inklusiv-digitalen Schule von inklusiven tragen wird die Entwicklung hin zu einer inklusiv-digitalen Schule von inklusiven Werten und entsprechend ausgeprägten Haltungen. Dabei zeigt sich, dass Offen-Werten und entsprechend ausgeprägten Haltungen. Dabei zeigt sich, dass Offen- heit, Respekt, eine gegenseitige Unterstützung, Kollaboration und Kooperation, heit, Respekt, eine gegenseitige Unterstützung, Kollaboration und Kooperation, das Ausprobieren-Können von Neuem, eine gewisse Innovationsbereitschaft und das Ausprobieren-Können von Neuem, eine gewisse Innovationsbereitschaft und die Einsicht, dass Veränderungen Zeit benötigen und Unbekanntes erprobt wer-die Einsicht, dass Veränderungen Zeit benötigen und Unbekanntes erprobt wer- den kann, genau die Aspekte sind, die sowohl ein Mehr an Inklusion als auch die den kann, genau die Aspekte sind, die sowohl ein Mehr an Inklusion als auch die Implementation von digitalen Medien fördern. Für die synergetische Verzahnung Implementation von digitalen Medien fördern. Für die synergetische Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung braucht es also die gleichen Werthaltungen. von Inklusion und Digitalisierung braucht es also die gleichen Werthaltungen. Zu einem solchen Mindset gehört auch anzuerkennen, dass sich Schule auf dem Zu einem solchen Mindset gehört auch anzuerkennen, dass sich Schule auf dem Weg zu mehr Inklusion und Digitalität in einem umfassenden Veränderungspro-Weg zu mehr Inklusion und Digitalität in einem umfassenden Veränderungspro- zess befindet, der vor allem Folgendes braucht: Zeit, gegenseitiges Verständnis, zess befindet, der vor allem Folgendes braucht: Zeit, gegenseitiges Verständnis, gegenseitige Unterstützung, den Mut, Neues auszuprobieren, sowie Kollaboration gegenseitige Unterstützung, den Mut, Neues auszuprobieren, sowie Kollaboration und Kooperation innerhalb von Einzelschule und in Netzwerken. und Kooperation innerhalb von Einzelschule und in Netzwerken. Digitale Medien und Bildung im digitalen Medium spielen bei der Bewältigung die-Digitale Medien und Bildung im digitalen Medium spielen bei der Bewältigung die- ser neuen Herausforderungen eine bedeutende Rolle – und sind gleichsam selbst ser neuen Herausforderungen eine bedeutende Rolle – und sind gleichsam selbst eine Aufgabe. In dem Modell einer inklusiv-digitalen Schule haben digitale Medien eine Aufgabe. In dem Modell einer inklusiv-digitalen Schule haben digitale Medien eine besondere Relevanz, weil sie diese vielfältigen Prozesse im Zuge dieser Ent-eine besondere Relevanz, weil sie diese vielfältigen Prozesse im Zuge dieser Ent- wicklung helfen zu gestalten. Über digitale Medien können Zugänge geschaffen wicklung helfen zu gestalten. Über digitale Medien können Zugänge geschaffen und Barrieren überwunden werden, die in einer rein physischen Konstellation und Barrieren überwunden werden, die in einer rein physischen Konstellation nicht überwindbar wären. Digitale Medien leisten eine Unterstützung dabei, Zu-nicht überwindbar wären. Digitale Medien leisten eine Unterstützung dabei, Zu- sammenarbeit zu organisieren und Informationen zugänglich zu machen. Sie sammenarbeit zu organisieren und Informationen zugänglich zu machen. Sie verschaffen neben neuen Formen des Zusammenarbeitens vor allem auch Mög-verschaffen neben neuen Formen des Zusammenarbeitens vor allem auch Mög- lichkeiten für individuelles Lernen. Für den Einsatz im Unterricht entfalten sie um-lichkeiten für individuelles Lernen. Für den Einsatz im Unterricht entfalten sie um- fassende Potenziale für personalisiertes / individualisiertes Lernen, können Schü-fassende Potenziale für personalisiertes / individualisiertes Lernen, können Schü- ler*innen unterstützen, Zugänge schaffen, aber auch bestimmte Prozesse in ihrer ler*innen unterstützen, Zugänge schaffen, aber auch bestimmte Prozesse in ihrer Komplexität und ihrem Arbeitsaufwand reduzieren. Für ein Leben in einer Kultur Komplexität und ihrem Arbeitsaufwand reduzieren. Für ein Leben in einer Kultur des Digitalen ist es unablässig, das Digitale als Element zu verstehen, in dem des Digitalen ist es unablässig, das Digitale als Element zu verstehen, in dem sich alle Mitglieder in Schule bewegen können sollten. Folglich ist es relevant zu sich alle Mitglieder in Schule bewegen können sollten. Folglich ist es relevant zu eruieren, welche Art der Auseinandersetzung gepflegt werden soll, welche Kom-eruieren, welche Art der Auseinandersetzung gepflegt werden soll, welche Kom- petenzen vonnöten sind, um sich im Digitalen bewegen zu können und aufmerk-petenzen vonnöten sind, um sich im Digitalen bewegen zu können und aufmerk- sam dafür zu sein, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Mitglieder in sam dafür zu sein, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Mitglieder in Schule hat. Schule hat. Werden digitale Medien als Unterstützung, Instrumente und Werkzeuge verstan-Werden digitale Medien als Unterstützung, Instrumente und Werkzeuge verstan- den, die nicht zu ihrem Selbstzweck genutzt werden, können sie einen wertvollen den, die nicht zu ihrem Selbstzweck genutzt werden, können sie einen wertvollen Beitrag auf verschiedenen Ebenen der Schulgestaltung leisten. Das Zugänglich-Beitrag auf verschiedenen Ebenen der Schulgestaltung leisten. Das Zugänglich- Machen von Informationen (Reduzieren von verschiedenen Barrieren), was in Machen von Informationen (Reduzieren von verschiedenen Barrieren), was in einem Mehr an Beteiligung münden kann, ist ein Mehrwert von digitalen Medien, einem Mehr an Beteiligung münden kann, ist ein Mehrwert von digitalen Medien, der gar nicht genug betont werden kann. der gar nicht genug betont werden kann. 6 Zusammenfassung Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 192 Um zum Ende dieser Handreichung die Synergien zu betonen, die die Verzahnung Um zum Ende dieser Handreichung die Synergien zu betonen, die die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung hervorbringen kann, möchten wir ein Beispiel von Inklusion und Digitalisierung hervorbringen kann, möchten wir ein Beispiel anführen: Es geht um den Vertretungsplan in Schule. anführen: Es geht um den Vertretungsplan in Schule. Der Vertretungsplan: Partizipation schaffen Der Vertretungsplan ist ein Organisationsinstrument der Schule. Über ihn werden Der Vertretungsplan ist ein Organisationsinstrument der Schule. Über ihn werden Abweichungen im Hinblick auf die zeitliche und personelle Zuteilung der Unter-Abweichungen im Hinblick auf die zeitliche und personelle Zuteilung der Unter- richtsstunden an alle Mitglieder der Schule kommuniziert. Ein gängiges Vorgehen richtsstunden an alle Mitglieder der Schule kommuniziert. Ein gängiges Vorgehen ist dabei, dass der Vertretungsplan als Druckerzeugnis in der Schule ausgehängt ist dabei, dass der Vertretungsplan als Druckerzeugnis in der Schule ausgehängt und zusätzlich über die Website der Schule für alle ort- und zeitunabhängig zur und zusätzlich über die Website der Schule für alle ort- und zeitunabhängig zur Verfügung gestellt wird. Verfügung gestellt wird. Allerdings ergibt sich eine Herausforderung: Solche Vertretungspläne sind nicht Allerdings ergibt sich eine Herausforderung: Solche Vertretungspläne sind nicht immer ohne Weiteres zu überblicken und zu verstehen. immer ohne Weiteres zu überblicken und zu verstehen. Was bei der Aufbereitung des Vertretungsplans oftmals nicht beachtet wird, Was bei der Aufbereitung des Vertretungsplans oftmals nicht beachtet wird, ist der Umstand, dass es Personengruppen gibt, die über die traditionell visu-ist der Umstand, dass es Personengruppen gibt, die über die traditionell visu- ell-schriftliche Präsentation des Vertretungsplanes keinen Zugang zu den Infor-ell-schriftliche Präsentation des Vertretungsplanes keinen Zugang zu den Infor- mationen erhalten können (beispielsweise Personen mit Sehbeeinträchtigung/mationen erhalten können (beispielsweise Personen mit Sehbeeinträchtigung/ Sehbehinderung, Personen mit einer Leseschwäche). Darüber hinaus können Sehbehinderung, Personen mit einer Leseschwäche). Darüber hinaus können Sprachbarrieren ein Nachvollziehen des Vertretungsplans erschweren. Sprachbarrieren ein Nachvollziehen des Vertretungsplans erschweren. Den Vertretungsplan nicht verstehen oder keinen passenden Zugang dazu erhal-Den Vertretungsplan nicht verstehen oder keinen passenden Zugang dazu erhal- ten zu können bedeutet zwangsläufig, nicht eigenständig an der Organisation des ten zu können bedeutet zwangsläufig, nicht eigenständig an der Organisation des Schultages teilhaben zu können. Je nach Mitgliedergruppe gestalten sich daraus Schultages teilhaben zu können. Je nach Mitgliedergruppe gestalten sich daraus Konsequenzen, die im Folgenden durch zwei Beispiele ausschnitthaft veranschau-Konsequenzen, die im Folgenden durch zwei Beispiele ausschnitthaft veranschau- licht werden.licht werden. Beispiel 1:Beispiel 1: Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte können sich nicht eigenständig Sorgeberechtigte und Erziehungsbeteiligte können sich nicht eigenständig über mögliche Abweichungen des Schultages ihres Kindes informieren. In-über mögliche Abweichungen des Schultages ihres Kindes informieren. In- folgedessen können sie nicht angemessen dafür Sorge tragen, dass ihr Kind folgedessen können sie nicht angemessen dafür Sorge tragen, dass ihr Kind rechtzeitig zum Unterricht erscheint, die passenden Unterrichtsmaterialien rechtzeitig zum Unterricht erscheint, die passenden Unterrichtsmaterialien einpackt oder nach Schulschluss betreut ist. einpackt oder nach Schulschluss betreut ist. Beispiel 2:Beispiel 2: Schüler*innen können sich nicht eigenständig über den bevorstehenden Schüler*innen können sich nicht eigenständig über den bevorstehenden Schultag informieren und dadurch nur eingeschränkt selbst dafür Sorge tra-Schultag informieren und dadurch nur eingeschränkt selbst dafür Sorge tra- gen, zeitig zum Unterricht zu erscheinen, die passenden Unterrichtsutensili-gen, zeitig zum Unterricht zu erscheinen, die passenden Unterrichtsutensili- en dabei zu haben und am vorgesehenen Lernort anwesend zu sein.en dabei zu haben und am vorgesehenen Lernort anwesend zu sein. Die Herausforderung besteht folglich darin, zu eruieren, wie der Vertretungsplan Die Herausforderung besteht folglich darin, zu eruieren, wie der Vertretungsplan für alle Personen barrierefrei zugänglich gemacht werden kann. Hierbei können für alle Personen barrierefrei zugänglich gemacht werden kann. Hierbei können 6 Zusammenfassung Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 193 digitale Medien einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie als barrierearmes/-digitale Medien einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie als barrierearmes/- freies Medium für die Bereitstellung genutzt werden. Weitere Potenziale, die die freies Medium für die Bereitstellung genutzt werden. Weitere Potenziale, die die Verständlichkeit erhöhen, können in Form von bspw. Erklärvideos genutzt wer-Verständlichkeit erhöhen, können in Form von bspw. Erklärvideos genutzt wer- den. Der digitale Vertretungsplan selbst kann für einen leichten Zugang stehen. den. Der digitale Vertretungsplan selbst kann für einen leichten Zugang stehen. Zudem können digitale Medien für die Erstellung und die Erklärung desselben Zudem können digitale Medien für die Erstellung und die Erklärung desselben unterstützend zum Einsatz kommen. unterstützend zum Einsatz kommen. Eine Strategie entwickeln Eine Strategie, den Vertretungsplan zugänglicher und verständlicher zu gestalten, Eine Strategie, den Vertretungsplan zugänglicher und verständlicher zu gestalten, kann über ein Projekt im Klassenverbund oder Interessenverbund (z. B.: klassen-kann über ein Projekt im Klassenverbund oder Interessenverbund (z. B.: klassen- übergreifende Interessengemeinschaft im Rahmen einer Projektwoche) realisiert übergreifende Interessengemeinschaft im Rahmen einer Projektwoche) realisiert werden. Durch diese Strategie können verschiedene wertvolle Aspekte miteinan-werden. Durch diese Strategie können verschiedene wertvolle Aspekte miteinan- der verschränkt werden.der verschränkt werden. In einem ersten Schritt kann eruiert werden, welche Mitglieder in Schule an dem In einem ersten Schritt kann eruiert werden, welche Mitglieder in Schule an dem Projekt „neuer Vertretungsplan“ mitwirken möchten. Da die Zielsetzung beinhal-Projekt „neuer Vertretungsplan“ mitwirken möchten. Da die Zielsetzung beinhal- tet, den Vertretungsplan möglichst gut verständlich für alle Mitglieder in Schule tet, den Vertretungsplan möglichst gut verständlich für alle Mitglieder in Schule zu gestalten und dabei ihre Vielfältigkeit zu berücksichtigen, empfiehlt es sich, zu gestalten und dabei ihre Vielfältigkeit zu berücksichtigen, empfiehlt es sich, die Projektgruppe möglichst heterogen zusammenzusetzen. Dazu gehört auch, die Projektgruppe möglichst heterogen zusammenzusetzen. Dazu gehört auch, die Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten mitzudenken – immerhin sind die Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten mitzudenken – immerhin sind sie ebenfalls Adressat*innen des Vertretungsplans. sie ebenfalls Adressat*innen des Vertretungsplans. Der nächste Schritt kann aus einer Ideensammlung und Recherche bestehen, die Der nächste Schritt kann aus einer Ideensammlung und Recherche bestehen, die eruieren möchte, wie der Vertretungsplan zugänglicher und verständlicher gestal-eruieren möchte, wie der Vertretungsplan zugänglicher und verständlicher gestal- tet werden kann. Dabei steht die Frage im Raum, was denselben bisher schwer tet werden kann. Dabei steht die Frage im Raum, was denselben bisher schwer verständlich macht oder worin die Barrieren liegen. verständlich macht oder worin die Barrieren liegen. Im Anschluss daran geht es um die konkrete Umsetzung: Wie muss der neue Im Anschluss daran geht es um die konkrete Umsetzung: Wie muss der neue Vertretungsplan gestaltet werden? Wie kann dieser Prozess organisiert werden? Vertretungsplan gestaltet werden? Wie kann dieser Prozess organisiert werden? Welche Schritte müssen dafür gegangen und welche weiteren Personen involviert Welche Schritte müssen dafür gegangen und welche weiteren Personen involviert werden? werden? Auf dem Weg hin zu dem neuen Vertretungsplan sind verschiedene Kompetenzen Auf dem Weg hin zu dem neuen Vertretungsplan sind verschiedene Kompetenzen gefragt und es müssen verschiedene Prozesse organisiert werden – dabei können gefragt und es müssen verschiedene Prozesse organisiert werden – dabei können sich die Mitglieder der Projektgruppe gemäß ihrer individuellen Stärken einbrin-sich die Mitglieder der Projektgruppe gemäß ihrer individuellen Stärken einbrin- gen und lernen zudem Neues hinzu.gen und lernen zudem Neues hinzu. Durch das Arbeiten mit digitalen Medien zur inklusiveren Gestaltung des Ver-Durch das Arbeiten mit digitalen Medien zur inklusiveren Gestaltung des Ver- tretungsplans wird der Nutzen selbiger durch die Sache an sich begründet. Die tretungsplans wird der Nutzen selbiger durch die Sache an sich begründet. Die Projektbeteiligten entwickeln ihre Medienkompetenzen über das Bearbeiten ihres Projektbeteiligten entwickeln ihre Medienkompetenzen über das Bearbeiten ihres Teilprojektes geradezu beiläufig fort.Teilprojektes geradezu beiläufig fort. Projektschwerpunkte können sein:Projektschwerpunkte können sein: • • Vertretungsplan für den Screen-Reader tauglich machen, sodass sich Personen Vertretungsplan für den Screen-Reader tauglich machen, sodass sich Personen selbigen vorlesen lassen könnenselbigen vorlesen lassen können • • Verfassen eines Erklärtextes, einer Erklärgrafik, eines Erklärvideos als Ergän-Verfassen eines Erklärtextes, einer Erklärgrafik, eines Erklärvideos als Ergän- zung zum Vertretungsplan (in unterschiedlichen Sprachen)zung zum Vertretungsplan (in unterschiedlichen Sprachen) • • u.v.m.u.v.m. 6 Zusammenfassung Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 194 Im Rahmen der Umsetzungen können verschiedene Kooperationen und Kollabora-Im Rahmen der Umsetzungen können verschiedene Kooperationen und Kollabora- tionen eingegangen werden, die über die Gruppengrenzen hinaus gehen können. tionen eingegangen werden, die über die Gruppengrenzen hinaus gehen können. Kooperations- und Kollaborationspartner*innen können beispielsweise sein:Kooperations- und Kollaborationspartner*innen können beispielsweise sein: 1. 1. Die für das Hosting der Schulwebsite zuständige PersonDie für das Hosting der Schulwebsite zuständige Person Von ihr können die Schüler*innen beispielsweise lernen, wie ihre Arbeitspro-Von ihr können die Schüler*innen beispielsweise lernen, wie ihre Arbeitspro- dukte auf die Schulwebsite geladen werden können.dukte auf die Schulwebsite geladen werden können. 2. 2. Die Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten der Schüler*innen Die Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten der Schüler*innen Die Schüler*innen können ihre Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten Die Schüler*innen können ihre Sorgeberechtigten und Erziehungsbeteiligten um eine Rückmeldung im Hinblick auf Verständlichkeit und Zugänglichkeit zu um eine Rückmeldung im Hinblick auf Verständlichkeit und Zugänglichkeit zu den Arbeitsprodukten bitten, woraufhin selbige angepasst werden können.den Arbeitsprodukten bitten, woraufhin selbige angepasst werden können. Nachhaltige Implementation von Projektprozessen Das erstmalige Bestreiten eines solchen Projektvorhabens benötigt in der Re-Das erstmalige Bestreiten eines solchen Projektvorhabens benötigt in der Re- gel mehr Zeit und Aufwand als die Wiederholung eines Projektvorhabens. Dies gel mehr Zeit und Aufwand als die Wiederholung eines Projektvorhabens. Dies liegt vor allem darin begründet, dass beim erstmaligen Durchlaufen notwendige liegt vor allem darin begründet, dass beim erstmaligen Durchlaufen notwendige Strukturen neu erschlossen oder gar geschaffen und Ressourcen sowie geeignete Strukturen neu erschlossen oder gar geschaffen und Ressourcen sowie geeignete Prozesse erkundet werden müssen. Bei einer Wiederholung sind diese Parameter Prozesse erkundet werden müssen. Bei einer Wiederholung sind diese Parameter bereits bekannt, weshalb schneller mit der inhaltlichen Auseinandersetzung des bereits bekannt, weshalb schneller mit der inhaltlichen Auseinandersetzung des Vorhabens begonnen werden kann. Vorhabens begonnen werden kann. Diese Erkenntnis kann man sich zunutze machen, indem man der Durchführung Diese Erkenntnis kann man sich zunutze machen, indem man der Durchführung eines Projektes eine Prozessexploration anschließt, in deren Rahmen jene Para-eines Projektes eine Prozessexploration anschließt, in deren Rahmen jene Para- meter zunächst reflektiert und dann dokumentiert werden, die bei gleichen oder meter zunächst reflektiert und dann dokumentiert werden, die bei gleichen oder artverwandten Projekten erneut von Relevanz sein können. Für die Dokumentati-artverwandten Projekten erneut von Relevanz sein können. Für die Dokumentati- on dieser Schritte können verschiedene Mitgliedergruppen zuständig sein. Es soll-on dieser Schritte können verschiedene Mitgliedergruppen zuständig sein. Es soll- te in jedem Fall je Projekt eine dafür verantwortliche Person gewählt werden, die te in jedem Fall je Projekt eine dafür verantwortliche Person gewählt werden, die die Verschriftlichung koordiniert. Es empfiehlt sich, die Ergebnisse der Prozess-die Verschriftlichung koordiniert. Es empfiehlt sich, die Ergebnisse der Prozess- exploration festzuhalten – das kann bspw. in einem Schulwiki realisiert werden. exploration festzuhalten – das kann bspw. in einem Schulwiki realisiert werden. Das Schulwiki fungiert als digitales Nachschlagewerk, das von jedem Mitglied der Das Schulwiki fungiert als digitales Nachschlagewerk, das von jedem Mitglied der Schule orts- und zeitunabhängig genutzt werden kann. In Bezug auf das Projekt Schule orts- und zeitunabhängig genutzt werden kann. In Bezug auf das Projekt „Vertretungsplan“ könnten folgende Parameter für weitere Projekte bedeutsam „Vertretungsplan“ könnten folgende Parameter für weitere Projekte bedeutsam sein:sein: • • Wer ist für das Hosting der Schulwebseite zuständig?Wer ist für das Hosting der Schulwebseite zuständig? • • Wo erhalte ich Informationen zur barrierefreien/-armen Gestaltung von Web-Wo erhalte ich Informationen zur barrierefreien/-armen Gestaltung von Web- seiten?seiten? • • Wo gibt es wertvolle Tipps für das Erstellen von:Wo gibt es wertvolle Tipps für das Erstellen von: • • ErklärvideosErklärvideos • • ErklärtextenErklärtexten • • Stop-Motion-FilmenStop-Motion-Filmen • • Welche Arbeitsschritte waren sehr wichtig?Welche Arbeitsschritte waren sehr wichtig? • • Was war besonders hilfreich für die Zusammenarbeit in einer Gruppe?Was war besonders hilfreich für die Zusammenarbeit in einer Gruppe? • • Welche Zeitplanung hat sich als sinnvoll erwiesen? Welche Zeitplanung hat sich als sinnvoll erwiesen? 6 Zusammenfassung Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 195 Durch das Pflegen des Schulwikis werden Strukturen und Prozesse verankert, die Durch das Pflegen des Schulwikis werden Strukturen und Prozesse verankert, die sich gewinnbringend auf Folgeprojekte auswirken. In Schule werden dadurch Ka-sich gewinnbringend auf Folgeprojekte auswirken. In Schule werden dadurch Ka- pazitäten erschlossen, die es zuvor nicht gab. Zum wird die Möglichkeit geschaf-pazitäten erschlossen, die es zuvor nicht gab. Zum wird die Möglichkeit geschaf- fen, Strukturen aus einem gemeinsamen Bezugsrahmen heraus zu generieren: fen, Strukturen aus einem gemeinsamen Bezugsrahmen heraus zu generieren: Das Gerüst eines Vertretungsplans, das von einer heterogen zusammengesetzten Das Gerüst eines Vertretungsplans, das von einer heterogen zusammengesetzten Gruppe entwickelt wird, wird für viele verschiedene Bedürfnisse anschlussfä-Gruppe entwickelt wird, wird für viele verschiedene Bedürfnisse anschlussfä- hig sein. Das partizipative Moment wird in diesem Falle besonders betont: Nicht hig sein. Das partizipative Moment wird in diesem Falle besonders betont: Nicht nur, dass der Vertretungsplan für alle Mitglieder in Schule verständlich sein soll, nur, dass der Vertretungsplan für alle Mitglieder in Schule verständlich sein soll, es soll auch dafür gesorgt werden, dass Viele zum Gelingen beitragen und sich es soll auch dafür gesorgt werden, dass Viele zum Gelingen beitragen und sich beteiligen können. So ein „Pilotprojekt“ anzustoßen erfordert eine große Bereit-beteiligen können. So ein „Pilotprojekt“ anzustoßen erfordert eine große Bereit- schaft, sich auf Neues einzulassen und auszuprobieren. Dafür ist das Reflektieren schaft, sich auf Neues einzulassen und auszuprobieren. Dafür ist das Reflektieren und Anpassen bestehender Prozesse und der in Schule wirkenden Dynamiken und Anpassen bestehender Prozesse und der in Schule wirkenden Dynamiken wichtig. Möglich gemacht werden solche Unterfangen durch inklusive Werte, die wichtig. Möglich gemacht werden solche Unterfangen durch inklusive Werte, die von den Mitgliedern in Schule gelebt werden. von den Mitgliedern in Schule gelebt werden. In Schule gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, zu einem Mehr an Partizipation In Schule gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, zu einem Mehr an Partizipation zu gelangen und sich dabei die Potenziale von digitalen Medien zunutze zu ma-zu gelangen und sich dabei die Potenziale von digitalen Medien zunutze zu ma- chen. Um Ihnen noch weitere Ansatzpunkte dafür liefern zu können, halten wir chen. Um Ihnen noch weitere Ansatzpunkte dafür liefern zu können, halten wir in dem sich anschließenden Kapitel Praxishappen für Sie bereit. Darin enthalten in dem sich anschließenden Kapitel Praxishappen für Sie bereit. Darin enthalten sind die Porträts zweier Schulen, die die unterschiedlichen Wege hin zu einer in-sind die Porträts zweier Schulen, die die unterschiedlichen Wege hin zu einer in- klusiv-gestalteten Schule zeigen. Darüber hinaus finden Sie in den Praxishappen klusiv-gestalteten Schule zeigen. Darüber hinaus finden Sie in den Praxishappen Anwendungsbeispiele von digitalen Medien im inklusiven Unterricht und eine Tool-Anwendungsbeispiele von digitalen Medien im inklusiven Unterricht und eine Tool- Übersicht für den Unterricht. Abgerundet wird das Kapitel Praxishappen mit ein Übersicht für den Unterricht. Abgerundet wird das Kapitel Praxishappen mit ein paar Literaturempfehlungen. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Stöbern. paar Literaturempfehlungen. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Stöbern. 7 Praxishappen 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 197 7 Praxishappen 7.1 Zwei Schulen, unterschiedliche Schwerpunkte: auf dem individuellen Weg zur inklusiv-digitalen Schule Im folgenden werden zwei ausführliche Schulportraits vorgestellt. Dabei handelt Im folgenden werden zwei ausführliche Schulportraits vorgestellt. Dabei handelt es sich um zwei Kooperationsschulen des Projektes und ihrem individuellen Weg es sich um zwei Kooperationsschulen des Projektes und ihrem individuellen Weg zur inklusiv-digitalen Schule. Die Namen der Schulen wurden durch Pseudonyme zur inklusiv-digitalen Schule. Die Namen der Schulen wurden durch Pseudonyme ersetzt.ersetzt. 7.1.1 Schulportrait 1: Monika-Hartmann-Schule 1. Allgemeine Darstellung der Schule1. Allgemeine Darstellung der Schule Die erste Schule, die an dieser Stelle vorgestellt werden soll, hat sich in einigen Die erste Schule, die an dieser Stelle vorgestellt werden soll, hat sich in einigen Bereichen der Schulentwicklung bereits erfolgreich auf den Weg gemacht, die Bereichen der Schulentwicklung bereits erfolgreich auf den Weg gemacht, die beiden Themen Digitalisierung und Inklusion aufeinander zu beziehen. Im Folgen-beiden Themen Digitalisierung und Inklusion aufeinander zu beziehen. Im Folgen- den wird zunächst ein allgemeiner Überblick über die Schule gegeben, während den wird zunächst ein allgemeiner Überblick über die Schule gegeben, während zeitgleich ein Augenmerk auf die Ausgestaltung von Inklusion und Digitalisierung zeitgleich ein Augenmerk auf die Ausgestaltung von Inklusion und Digitalisierung gelegt wird. Im zweiten Abschnitt des Kurzportraits wird nachgezeichnet, wie gelegt wird. Im zweiten Abschnitt des Kurzportraits wird nachgezeichnet, wie eine Verzahnung beider Thematiken erreicht wird, worin Gelingensbedingungen eine Verzahnung beider Thematiken erreicht wird, worin Gelingensbedingungen bestehen und in welchen Bereichen Stolpersteine zu finden sind. Wünsche und bestehen und in welchen Bereichen Stolpersteine zu finden sind. Wünsche und perspektivische nächste Schritte werden ebenfalls erläutert.perspektivische nächste Schritte werden ebenfalls erläutert. Die Sekundarschule ohne gymnasiale Oberstufe besuchen Schüler*innen der 5. Die Sekundarschule ohne gymnasiale Oberstufe besuchen Schüler*innen der 5. - 10. Klasse. Als teilgebundene Ganztagsschule bietet die Schule an drei Wochen-- 10. Klasse. Als teilgebundene Ganztagsschule bietet die Schule an drei Wochen- tagen verpflichtenden Nachmittagsunterricht an. Die Schule ist in den letzten tagen verpflichtenden Nachmittagsunterricht an. Die Schule ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und hat inzwischen etwa 820 Schüler*innen und Jahren kontinuierlich gewachsen und hat inzwischen etwa 820 Schüler*innen und 65 Lehrkräfte sowie eine Schulsozialpädagogin. Die räumliche Ausstattung, die 65 Lehrkräfte sowie eine Schulsozialpädagogin. Die räumliche Ausstattung, die sachlich-materielle Ausstattung sowie die Personalsituation werden als eher gut sachlich-materielle Ausstattung sowie die Personalsituation werden als eher gut eingeschätzt. Hinsichtlich der Umsetzung des inklusiven Unterrichts wird jedoch eingeschätzt. Hinsichtlich der Umsetzung des inklusiven Unterrichts wird jedoch in den Interviews eine unzureichende personelle Ausstattung kritisiert.in den Interviews eine unzureichende personelle Ausstattung kritisiert. Weniger als 25% der Schüler*innen stammen aus wirtschaftlich benachteiligten Weniger als 25% der Schüler*innen stammen aus wirtschaftlich benachteiligten Familien, allerdings stammen auch weniger als 10% aus Häusern eher „wohl-Familien, allerdings stammen auch weniger als 10% aus Häusern eher „wohl- habender“ Sorgeberechtigten. Weniger als 10% der Schüler*innen haben einen habender“ Sorgeberechtigten. Weniger als 10% der Schüler*innen haben einen Migrationshintergrund. Das Engagement der Sorgeberechtigten und die häusliche Migrationshintergrund. Das Engagement der Sorgeberechtigten und die häusliche Lernförderung werden als eher gut eingeschätzt.Lernförderung werden als eher gut eingeschätzt. Mit der Schulreform im Jahr 2015 wurde aus der Haupt- und Realschule eine Mit der Schulreform im Jahr 2015 wurde aus der Haupt- und Realschule eine inklusive Oberschule. Zu diesem Zeitpunkt bestanden bereits umfassende Er-inklusive Oberschule. Zu diesem Zeitpunkt bestanden bereits umfassende Er- fahrungen mit dem Einsatz digitaler Medien: 2010 wurde auf Initiative einzelner fahrungen mit dem Einsatz digitaler Medien: 2010 wurde auf Initiative einzelner Lehrkräfte die erste 7. Klasse mit Laptops ausgestattet, seit 2012 kamen durch Lehrkräfte die erste 7. Klasse mit Laptops ausgestattet, seit 2012 kamen durch Sorgeberechtigte finanzierte Tablets hinzu. Etwa zur selben Zeit sammelte die Sorgeberechtigte finanzierte Tablets hinzu. Etwa zur selben Zeit sammelte die Schule erste Erfahrungen mit inklusivem Unterricht, da erstmalig zwei Schü-Schule erste Erfahrungen mit inklusivem Unterricht, da erstmalig zwei Schü- ler*innen mit Down-Syndrom die Schule besuchten. Allerdings fand der Unter-ler*innen mit Down-Syndrom die Schule besuchten. Allerdings fand der Unter- richt in dieser Zeit noch häufig separiert, in der Verantwortung von an die Schule richt in dieser Zeit noch häufig separiert, in der Verantwortung von an die Schule stundenweise abgeordneten Förderlehrkräften, statt.stundenweise abgeordneten Förderlehrkräften, statt. Inzwischen werden an der Schule wöchentlich festgelegte Unterrichtsstunden in Inzwischen werden an der Schule wöchentlich festgelegte Unterrichtsstunden in 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 198 Doppelbesetzung unterrichtet. Die Klassenleitung erfolgt in Klassenleitungsteams. Doppelbesetzung unterrichtet. Die Klassenleitung erfolgt in Klassenleitungsteams. Zur Verbesserung der individuellen Unterstützung der Schüler*innen mit Förder-Zur Verbesserung der individuellen Unterstützung der Schüler*innen mit Förder- bedarf wurden Regellehrkräfte fortgebildet, die in einem Doppelsteckungssystem bedarf wurden Regellehrkräfte fortgebildet, die in einem Doppelsteckungssystem als sog. „Rucksacklehrkräfte“ die Regellehrkräfte im Unterricht unterstützen und als sog. „Rucksacklehrkräfte“ die Regellehrkräfte im Unterricht unterstützen und sich, in enger Abstimmung mit den Förderlehrkräften, speziell um die Schüler*in-sich, in enger Abstimmung mit den Förderlehrkräften, speziell um die Schüler*in- nen mit Förderbedarf kümmern.nen mit Förderbedarf kümmern. Die Kooperation erfolgt vor allem informell, indem zahlreiche Lehrkräfte, die im Die Kooperation erfolgt vor allem informell, indem zahlreiche Lehrkräfte, die im Kollegium als Expert*innen bekannt sind, ihren Kolleg*innen bei Bedarf Unter-Kollegium als Expert*innen bekannt sind, ihren Kolleg*innen bei Bedarf Unter- stützung und Beratung sowie Hospitationen anbieten. Die klassenübergreifende stützung und Beratung sowie Hospitationen anbieten. Die klassenübergreifende Kooperation und Kommunikation werden weiterhin digital unterstützt, z. B. durch Kooperation und Kommunikation werden weiterhin digital unterstützt, z. B. durch ein digitales Klassenbuch oder durch eine schuleigene Online-Plattform.ein digitales Klassenbuch oder durch eine schuleigene Online-Plattform. Das Innovationsklima an der Schule wird übereinstimmend sehr positiv einge-Das Innovationsklima an der Schule wird übereinstimmend sehr positiv einge- schätzt. Dies betrifft sowohl die Bereitschaft des Kollegiums, sich auf Neuerungen schätzt. Dies betrifft sowohl die Bereitschaft des Kollegiums, sich auf Neuerungen einzulassen, als auch das Handeln der Schulleitung und die Beurteilung der indi-einzulassen, als auch das Handeln der Schulleitung und die Beurteilung der indi- viduellen Haltung der Befragten. Insbesondere wird eine große Aufgeschlossen-viduellen Haltung der Befragten. Insbesondere wird eine große Aufgeschlossen- heit für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht betont. Das Kollegium erhält heit für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht betont. Das Kollegium erhält Freiräume, um neue Technologien und Anwendungen auszuprobieren. Befürwor-Freiräume, um neue Technologien und Anwendungen auszuprobieren. Befürwor- tete Innovationen werden schnell umgesetzt, da die Schulleitung die Digitalisie-tete Innovationen werden schnell umgesetzt, da die Schulleitung die Digitalisie- rung stark unterstützt. Einige Lehrkräfte auf entsprechenden Funktionsstellen rung stark unterstützt. Einige Lehrkräfte auf entsprechenden Funktionsstellen informieren sich kontinuierlich über technische Neuerungen und Einsatzmöglich-informieren sich kontinuierlich über technische Neuerungen und Einsatzmöglich- keiten und bringen diese in den Kollegenkreis ein. Für den Wissenstransfer wird keiten und bringen diese in den Kollegenkreis ein. Für den Wissenstransfer wird weiterhin die oben bereits erwähnte Online-Plattform genutzt, auf der die Lehr-weiterhin die oben bereits erwähnte Online-Plattform genutzt, auf der die Lehr- kräfte Erklärvideos und Hilfen abrufen können. Beratungs- und Unterstützungs-kräfte Erklärvideos und Hilfen abrufen können. Beratungs- und Unterstützungs- angebote wirken sich positiv auf die Bereitschaft nicht so medienaffiner Lehrkräf-angebote wirken sich positiv auf die Bereitschaft nicht so medienaffiner Lehrkräf- te aus, digitale Medien im Unterricht zu nutzen. Im Bereich Inklusion werden die te aus, digitale Medien im Unterricht zu nutzen. Im Bereich Inklusion werden die Lehrkräfte ebenfalls als aufgeschlossen beschrieben, auch wenn anfangs Wider-Lehrkräfte ebenfalls als aufgeschlossen beschrieben, auch wenn anfangs Wider- stände gegen die Einführung der inklusiven Schule bestanden.stände gegen die Einführung der inklusiven Schule bestanden. Der Einsatz neuer Technologien und Lernprogramme, wie auch die Umsetzung Der Einsatz neuer Technologien und Lernprogramme, wie auch die Umsetzung von Inklusion werden regelmäßig im Kollegium reflektiert. Dabei handelt es sich von Inklusion werden regelmäßig im Kollegium reflektiert. Dabei handelt es sich meist um einen prozessbegleitenden, reflektierten Erfahrungsaustausch in der meist um einen prozessbegleitenden, reflektierten Erfahrungsaustausch in der Steuergruppe bzw. im Rahmen von Konferenzen. Auch über die digitale Lernplatt-Steuergruppe bzw. im Rahmen von Konferenzen. Auch über die digitale Lernplatt- form der Schule werden Befragungen des Kollegiums durchgeführt bzw. Erfahrun-form der Schule werden Befragungen des Kollegiums durchgeführt bzw. Erfahrun- gen gesammelt und ausgetauscht. Die Schüler*innen und die Sorgeberechtigten gen gesammelt und ausgetauscht. Die Schüler*innen und die Sorgeberechtigten werden durch Befragungen in den Schulentwicklungsprozess ebenfalls eingebun-werden durch Befragungen in den Schulentwicklungsprozess ebenfalls eingebun- den. Um Kritik und Verbesserungsvorschläge systematischer zu sammeln und zu den. Um Kritik und Verbesserungsvorschläge systematischer zu sammeln und zu bündeln, ist ein „Antragsverfahren“ geplant, über das zunächst die Lehrkräfte, bündeln, ist ein „Antragsverfahren“ geplant, über das zunächst die Lehrkräfte, später ggf. auch Schüler*innen und Sorgeberechtigte ihre Ideen zur Schulent-später ggf. auch Schüler*innen und Sorgeberechtigte ihre Ideen zur Schulent- wicklung einbringen können.wicklung einbringen können. Eine externe Evaluation der Bereiche Inklusion und Digitalisierung und/oder ihrer Eine externe Evaluation der Bereiche Inklusion und Digitalisierung und/oder ihrer Verzahnung hat bislang nicht stattgefunden. Eine systematische Evaluation im Verzahnung hat bislang nicht stattgefunden. Eine systematische Evaluation im Bereich Digitalisierung wird aufgrund der Fülle von Faktoren, die die Arbeit mit Bereich Digitalisierung wird aufgrund der Fülle von Faktoren, die die Arbeit mit digitalen Medien beeinflussen (z. B. Qualität der Lehrmaterialien) problematisch digitalen Medien beeinflussen (z. B. Qualität der Lehrmaterialien) problematisch gesehen.gesehen. 2. Verzahnung Inklusion-Digitalisierung2. Verzahnung Inklusion-Digitalisierung Die Verbindung von Inklusion und Digitalisierung hat sich an der Schule aus Die Verbindung von Inklusion und Digitalisierung hat sich an der Schule aus 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 199 der Digitalisierung heraus entwickelt, indem mit der Einführung des inklusiven der Digitalisierung heraus entwickelt, indem mit der Einführung des inklusiven Unterrichts z. B. beim Einsatz der Tablets erprobt wurde, wie sich diese gewinn-Unterrichts z. B. beim Einsatz der Tablets erprobt wurde, wie sich diese gewinn- bringend auch bei und mit den Förderschüler*innen einsetzen lassen. Bei strate-bringend auch bei und mit den Förderschüler*innen einsetzen lassen. Bei strate- gischen Entscheidungen im Bereich der Digitalisierung (etwa der Einrichtung der gischen Entscheidungen im Bereich der Digitalisierung (etwa der Einrichtung der Tabletklassen oder Anschaffung bestimmter Apps) wurde/wird der inklusive As-Tabletklassen oder Anschaffung bestimmter Apps) wurde/wird der inklusive As- pekt seitdem insofern mitbedacht, als dass die Digitalisierung für alle Schüler*in-pekt seitdem insofern mitbedacht, als dass die Digitalisierung für alle Schüler*in- nen der Schule einen Mehrwert bringen soll, ohne dass die Förderschüler*innen nen der Schule einen Mehrwert bringen soll, ohne dass die Förderschüler*innen explizit im Vordergrund stehen. In den Stoffverteilungsplänen werden ebenfalls explizit im Vordergrund stehen. In den Stoffverteilungsplänen werden ebenfalls beide Bereiche berücksichtigt und implizit verzahnt, da sie für die Fächer Hin-beide Bereiche berücksichtigt und implizit verzahnt, da sie für die Fächer Hin- weise zur Mediennutzung und zur Stoffverteilung im inklusiven Unterricht enthal-weise zur Mediennutzung und zur Stoffverteilung im inklusiven Unterricht enthal- ten. Allerdings geben diese Pläne nur einen Rahmen vor, der von den Lehrkräften ten. Allerdings geben diese Pläne nur einen Rahmen vor, der von den Lehrkräften eigenständig fach- und schüler*innenbezogen individuell angepasst und mit (di-eigenständig fach- und schüler*innenbezogen individuell angepasst und mit (di- gitalen, differenzierten) Lernmaterialien unterlegt werden muss, was trotz allen gitalen, differenzierten) Lernmaterialien unterlegt werden muss, was trotz allen Unterstützungsangeboten eine Herausforderung für die Lehrkräfte darstellt.Unterstützungsangeboten eine Herausforderung für die Lehrkräfte darstellt. Ein eigenes Konzept zur Verbindung von Inklusion und Digitalisierung gibt es bis-Ein eigenes Konzept zur Verbindung von Inklusion und Digitalisierung gibt es bis- lang an der Schule nicht. Die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung wird lang an der Schule nicht. Die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung wird erst in jüngerer Zeit als explizite Entwicklungsaufgabe der Schule verstanden.erst in jüngerer Zeit als explizite Entwicklungsaufgabe der Schule verstanden. Dennoch findet eine Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung auf Unter-Dennoch findet eine Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung auf Unter- richtsebene insofern systematisch und schulweit dadurch statt, dass Arbeits-richtsebene insofern systematisch und schulweit dadurch statt, dass Arbeits- stand, Fördermaßnahmen, Förderplanordner, Vereinbarungen und Materialien für stand, Fördermaßnahmen, Förderplanordner, Vereinbarungen und Materialien für die Förderschüler*innen digital dokumentiert und bereitgestellt werden, was als die Förderschüler*innen digital dokumentiert und bereitgestellt werden, was als deutliche Erleichterung für die Vorbereitung des inklusiven Unterrichts, die indi-deutliche Erleichterung für die Vorbereitung des inklusiven Unterrichts, die indi- viduelle Förderung und die kollegiale Zusammenarbeit empfunden wird. Weiter-viduelle Förderung und die kollegiale Zusammenarbeit empfunden wird. Weiter- hin finden sich in den Interviews zahlreiche Beispiele, wie digitale Medien den hin finden sich in den Interviews zahlreiche Beispiele, wie digitale Medien den inklusiven Unterricht unterstützen. Genannt werden hier die Verbesserung der inklusiven Unterricht unterstützen. Genannt werden hier die Verbesserung der individuellen Förderung durch adaptive Lernprogramme, die Differenzierung über individuellen Förderung durch adaptive Lernprogramme, die Differenzierung über die Bereitstellung unterschiedlicher Aufgaben und Materialien auf der Lernplatt-die Bereitstellung unterschiedlicher Aufgaben und Materialien auf der Lernplatt- form sowie die Bereitstellung von Apps mit unterschiedlich komplexen Funktions-form sowie die Bereitstellung von Apps mit unterschiedlich komplexen Funktions- umfängen und Bedienoberflächen (und diesbezügliche Beratung der Lehrkräfte) umfängen und Bedienoberflächen (und diesbezügliche Beratung der Lehrkräfte) sowie die Verbesserung der Partizipationsmöglichkeiten von Schüler*innen am sowie die Verbesserung der Partizipationsmöglichkeiten von Schüler*innen am Unterricht, indem digitale Medien (Sprachausgabe, mehrsprachige Videos) zur Unterricht, indem digitale Medien (Sprachausgabe, mehrsprachige Videos) zur Kompensierung individueller Defizite (Mutismus, sprachliche Defizite) eingesetzt Kompensierung individueller Defizite (Mutismus, sprachliche Defizite) eingesetzt werden.werden. Als schwierig erweist sich, dass nicht genügend Programme für Schüler*innen mit Als schwierig erweist sich, dass nicht genügend Programme für Schüler*innen mit Förderbedarf zur Verfügung stehen bzw. die digitalen Angebote der Schulbuch-Förderbedarf zur Verfügung stehen bzw. die digitalen Angebote der Schulbuch- verlage den inklusiven Unterricht (noch) vernachlässigen. Einige Schüler*innen, verlage den inklusiven Unterricht (noch) vernachlässigen. Einige Schüler*innen, insbesondere diejenigen im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, haben au-insbesondere diejenigen im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, haben au- ßerdem generell Schwierigkeiten mit der Bedienung digitaler Geräte bzw. Apps.ßerdem generell Schwierigkeiten mit der Bedienung digitaler Geräte bzw. Apps. Die Bereiche Inklusion und Digitalisierung werden auch personell durch eine eige-Die Bereiche Inklusion und Digitalisierung werden auch personell durch eine eige- ne Funktionsstelle verzahnt, die für die Medienentwicklung und -beratung im Be-ne Funktionsstelle verzahnt, die für die Medienentwicklung und -beratung im Be- reich Inklusion neu eingerichtet wurde. Ihre Aufgabe besteht in der Sichtung von reich Inklusion neu eingerichtet wurde. Ihre Aufgabe besteht in der Sichtung von geeigneten digitalen Lernmaterialien für den inklusiven Unterricht. Die Inhaberin geeigneten digitalen Lernmaterialien für den inklusiven Unterricht. Die Inhaberin dieser Stelle ist sowohl Mitglied in einem Digitalisierungsteam als auch im Inklu-dieser Stelle ist sowohl Mitglied in einem Digitalisierungsteam als auch im Inklu- sionsteam der Schule.sionsteam der Schule. 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 200 Gelingensbedingungen:Gelingensbedingungen: • • Gute, funktionsfähige technische Ausstattung der Schule ist als Grundvoraus-Gute, funktionsfähige technische Ausstattung der Schule ist als Grundvoraus- setzung gegebensetzung gegeben • • Gute Auswahl an Apps und Programmen für den inklusiven Unterricht (wenn Gute Auswahl an Apps und Programmen für den inklusiven Unterricht (wenn auch noch ausbaufähig)auch noch ausbaufähig) • • Interkollegialer Austausch und SupportInterkollegialer Austausch und Support • • Funktionsstelle für die Verzahnung von Inklusion und DigitalisierungFunktionsstelle für die Verzahnung von Inklusion und Digitalisierung Barrieren:Barrieren: • • Zu wenig/unzureichende Materialien: Schulbuchverlage stellen bislang zu we-Zu wenig/unzureichende Materialien: Schulbuchverlage stellen bislang zu we- nige Materialien zur Verfügung, die Inklusion und Digitalisierung verbinden; nige Materialien zur Verfügung, die Inklusion und Digitalisierung verbinden; Apps weisen nicht die notwendigen Differenzierungsstufen und -niveaus aufApps weisen nicht die notwendigen Differenzierungsstufen und -niveaus auf • • Lehrkräften fehlt die kombinierte Expertise von Inklusion und Digitalisierung: Lehrkräften fehlt die kombinierte Expertise von Inklusion und Digitalisierung: Fachlehrkräfte kennen sich tw. mit Digitalisierung gut aus, aber ihnen fehlt Ex-Fachlehrkräfte kennen sich tw. mit Digitalisierung gut aus, aber ihnen fehlt Ex- pertise im Bereich der sonderpädagogischen Förderung, bei den Förderschul-pertise im Bereich der sonderpädagogischen Förderung, bei den Förderschul- lehrkräften verhält es sich umgekehrtlehrkräften verhält es sich umgekehrt Wünsche:Wünsche: • • Aufstockung des Kontingents an (gut ausgebildeten) Förderschullehrkräften Aufstockung des Kontingents an (gut ausgebildeten) Förderschullehrkräften und Schulbegleiter*innen, die neben dem Unterricht auch für Beratungen zur und Schulbegleiter*innen, die neben dem Unterricht auch für Beratungen zur Verfügung stehenVerfügung stehen • • Förderlehrkräfte sollten fest an der Schule angestellt sein und Vorerfahrungen Förderlehrkräfte sollten fest an der Schule angestellt sein und Vorerfahrungen zur Nutzung digitaler Medien im inklusiven Unterricht mitbringen bzw. bereit zur Nutzung digitaler Medien im inklusiven Unterricht mitbringen bzw. bereit sein, sich mit Digitalisierung auseinander zu setzensein, sich mit Digitalisierung auseinander zu setzen • • Erweiterung der Fortbildungsmöglichkeiten zu Inklusion und DigitalisierungErweiterung der Fortbildungsmöglichkeiten zu Inklusion und Digitalisierung Nächste Schritte:Nächste Schritte: Zur Vernetzung von Inklusion und Digitalisierung ist die Einrichtung einer neuen Zur Vernetzung von Inklusion und Digitalisierung ist die Einrichtung einer neuen Gruppe aus Lehrkräften, die in den Inklusionsklassen mit digitalen Medien arbei-Gruppe aus Lehrkräften, die in den Inklusionsklassen mit digitalen Medien arbei- ten, geplant. Das Angebot spezifischer Hard- oder Software zur Förderung von ten, geplant. Das Angebot spezifischer Hard- oder Software zur Förderung von Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf soll durch die Einrichtung Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf soll durch die Einrichtung der o. g. Funktionsstelle ausgebaut werden.der o. g. Funktionsstelle ausgebaut werden. 7.1.2 Schulportrait 2: Gabriele-Baader-Grundschule 1. Allgemeine Darstellung der Schule1. Allgemeine Darstellung der Schule Die zweite Schule wird nach demselben Prinzip vorgestellt. Deutlich wird jedoch, Die zweite Schule wird nach demselben Prinzip vorgestellt. Deutlich wird jedoch, dass, im Vergleich zur Monika-Hartmann-Schule (s. oben), andere Zugänge für dass, im Vergleich zur Monika-Hartmann-Schule (s. oben), andere Zugänge für eine inklusiv-digitale Schulentwicklung gewählt werden, indem beispielsweise ein eine inklusiv-digitale Schulentwicklung gewählt werden, indem beispielsweise ein Fokus auf das Thema „Haltung“ als Gelingensbedingung gelegt wird.Fokus auf das Thema „Haltung“ als Gelingensbedingung gelegt wird. Die im städtischen Randgebiet liegende Gabriele-Baader-Grundschule ist eine Die im städtischen Randgebiet liegende Gabriele-Baader-Grundschule ist eine 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 201 Ganztagsschule in offener Form (teilgebunden). Die Schule in öffentlicher Träger-Ganztagsschule in offener Form (teilgebunden). Die Schule in öffentlicher Träger- schaft bietet alle Jahrgangsstufen von 1 bis 6 an. Sie ist vergleichsweise klein, schaft bietet alle Jahrgangsstufen von 1 bis 6 an. Sie ist vergleichsweise klein, wird von Schüler*innen aus hauptsächlich wohlhabenden Familien besucht und wird von Schüler*innen aus hauptsächlich wohlhabenden Familien besucht und hat 354 Schüler*innen und 24 Lehrkräfte sowie weiteres pädagogisches Personal. hat 354 Schüler*innen und 24 Lehrkräfte sowie weiteres pädagogisches Personal. Die personelle Versorgung der Schule wird in der schriftlichen Befragung als eher Die personelle Versorgung der Schule wird in der schriftlichen Befragung als eher gut beschrieben, obwohl es insbesondere im Bereich der Sonderpädagogik Eng-gut beschrieben, obwohl es insbesondere im Bereich der Sonderpädagogik Eng- pässe gibt. Es erfolgt eine kontinuierliche Doppelbesetzung in wöchentlich festge-pässe gibt. Es erfolgt eine kontinuierliche Doppelbesetzung in wöchentlich festge- legten Unterrichtsstunden, die Bildung von Jahrgangsteams und die gemeinsame legten Unterrichtsstunden, die Bildung von Jahrgangsteams und die gemeinsame Klassenführung von zwei Lehrpersonen. Es gibt Fachberatungen und Fachkonfe-Klassenführung von zwei Lehrpersonen. Es gibt Fachberatungen und Fachkonfe- renzen sowie pädagogische Gesprächsrunden des Kollegiums für die Arbeit am renzen sowie pädagogische Gesprächsrunden des Kollegiums für die Arbeit am Schulprogramm. Darüber hinaus werden Teams je nach aktuellem Bedarf ge-Schulprogramm. Darüber hinaus werden Teams je nach aktuellem Bedarf ge- bildet. Die räumliche Ausstattung wird als eher gut eingeschätzt. Die sachlich-bildet. Die räumliche Ausstattung wird als eher gut eingeschätzt. Die sachlich- materielle Ausstattung wird in der schriftlichen Befragung ebenfalls als eher gut materielle Ausstattung wird in der schriftlichen Befragung ebenfalls als eher gut eingeschätzt, obwohl auch hier, insbesondere im Bereich der technischen Aus-eingeschätzt, obwohl auch hier, insbesondere im Bereich der technischen Aus- stattung, Engpässe bestehen. Die Schule war schon sehr früh digital ausgestattet stattung, Engpässe bestehen. Die Schule war schon sehr früh digital ausgestattet und wurde dahingehend Ende der 2010er Jahre ausgezeichnet. Seit 2014 ist die und wurde dahingehend Ende der 2010er Jahre ausgezeichnet. Seit 2014 ist die Schule „kreidefrei“. Schule „kreidefrei“. Die Zusammenarbeit mit den Sorgeberechtigten und die Lernförderung der Schü-Die Zusammenarbeit mit den Sorgeberechtigten und die Lernförderung der Schü- ler*innen durch die Sorgeberechtigten werden als insgesamt eher gut einge-ler*innen durch die Sorgeberechtigten werden als insgesamt eher gut einge- schätzt. Weniger als 10 % der Schüler*innen haben einen Migrationshintergrund. schätzt. Weniger als 10 % der Schüler*innen haben einen Migrationshintergrund. Die Schule betrachtet sich selbst als eine des „Willkommenheißens“. Dies spiegelt Die Schule betrachtet sich selbst als eine des „Willkommenheißens“. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass sie bei Familien mit Kindern mit einem Förderbedarf sich auch darin wider, dass sie bei Familien mit Kindern mit einem Förderbedarf in der lokalen Schullandschaft als begehrt gilt. Der Schule geht der Ruf voraus, in der lokalen Schullandschaft als begehrt gilt. Der Schule geht der Ruf voraus, Kinder mit einem Förderbedarf gut aufzunehmen. Kinder mit einem Förderbedarf gut aufzunehmen. Die derzeitige Schulleitung übernahm die Leitung der Schule interimsmäßig im Die derzeitige Schulleitung übernahm die Leitung der Schule interimsmäßig im Jahr 2007, zu einem Zeitpunkt, als die Schule im Begriff war, vom Träger ge-Jahr 2007, zu einem Zeitpunkt, als die Schule im Begriff war, vom Träger ge- schlossen zu werden. Mitte 2010 wurde die Schulleitung schließlich offiziell be-schlossen zu werden. Mitte 2010 wurde die Schulleitung schließlich offiziell be- setzt und die Schule zog an einen neuen Standort. Der Umzug barg die Chance, setzt und die Schule zog an einen neuen Standort. Der Umzug barg die Chance, zukünftige Ziele der Schulentwicklung kritisch zu reflektieren und im Anschluss zukünftige Ziele der Schulentwicklung kritisch zu reflektieren und im Anschluss konsequent umzusetzen. Nicht zuletzt infolge dieser erfolgreichen Schulentwick-konsequent umzusetzen. Nicht zuletzt infolge dieser erfolgreichen Schulentwick- lungsarbeit war die Nachfrage zum Zeitpunkt des Interviews inzwischen so hoch, lungsarbeit war die Nachfrage zum Zeitpunkt des Interviews inzwischen so hoch, dass noch mindestens zwei weitere Klassen hätten eröffnet werden können. An-dass noch mindestens zwei weitere Klassen hätten eröffnet werden können. An- fang der 2020er Jahre gab es erneut einen Wechsel in der Schulleitung. fang der 2020er Jahre gab es erneut einen Wechsel in der Schulleitung. Das schulische Innovationsklima wird als sehr offen empfunden. Die hohe Inno-Das schulische Innovationsklima wird als sehr offen empfunden. Die hohe Inno- vationsbereitschaft im Kollegium und auf der Schulleitungsebene bewahrte die vationsbereitschaft im Kollegium und auf der Schulleitungsebene bewahrte die Schule vor der oben genannten Schließung: Diese hohe Bereitschaft wirkte auf Schule vor der oben genannten Schließung: Diese hohe Bereitschaft wirkte auf Sorgeberechtigte attraktiv. Die Vorbildfunktion und Motivation durch die Schul-Sorgeberechtigte attraktiv. Die Vorbildfunktion und Motivation durch die Schul- leitung werden durchgehend hervorgehoben. So überzeugten Erzählungen der leitung werden durchgehend hervorgehoben. So überzeugten Erzählungen der Schulleitung aus der eigenen pädagogischen Praxis Lehrer*innen, ebenfalls neue Schulleitung aus der eigenen pädagogischen Praxis Lehrer*innen, ebenfalls neue Wege zu gehen oder Erfolgsmodelle zu übernehmen. Die Innovationsbereitschaft Wege zu gehen oder Erfolgsmodelle zu übernehmen. Die Innovationsbereitschaft Einzelner wird damit zum „schleichende[n] Prozess“. Die Kooperation mit exter-Einzelner wird damit zum „schleichende[n] Prozess“. Die Kooperation mit exter- nen Partner*innen seitens der Schulleitung steigerte ebenfalls die Innovations-nen Partner*innen seitens der Schulleitung steigerte ebenfalls die Innovations- bereitschaft im Kollegium. Es besteht jedoch kein ‚Innovationszwang‘ und es ist bereitschaft im Kollegium. Es besteht jedoch kein ‚Innovationszwang‘ und es ist legitim, auf bekannte Lösungen zurückzugreifen, sollte sich Neues nicht bewäh-legitim, auf bekannte Lösungen zurückzugreifen, sollte sich Neues nicht bewäh- ren. Die Innovationsbereitschaft orientiert sich dabei stets am Puls der Zeit. So-ren. Die Innovationsbereitschaft orientiert sich dabei stets am Puls der Zeit. So- wohl neue als auch alte Kolleg*innen müssen sich mit der zwingenden Nutzung wohl neue als auch alte Kolleg*innen müssen sich mit der zwingenden Nutzung digitaler Medien auseinandersetzen, weil die Schule keine Kreidetafeln mehr be-digitaler Medien auseinandersetzen, weil die Schule keine Kreidetafeln mehr be- 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 202 sitzt. Dafür mussten Lehrer*innen Weiterbildungen absolvieren. Befördert durch sitzt. Dafür mussten Lehrer*innen Weiterbildungen absolvieren. Befördert durch die hohe Innovationsbereitschaft konnten bei mehreren Wettbewerben und durch die hohe Innovationsbereitschaft konnten bei mehreren Wettbewerben und durch Kontakte in die Wirtschaft Gelder für digitale Medien eingeworben werden. Die Kontakte in die Wirtschaft Gelder für digitale Medien eingeworben werden. Die Innovationsbereitschaft im Kollegium wird weiterhin maßgeblich gefördert, indem Innovationsbereitschaft im Kollegium wird weiterhin maßgeblich gefördert, indem Räume für Mitsprachemöglichkeit des Kollegiums, wie beispielsweise offene Kaf-Räume für Mitsprachemöglichkeit des Kollegiums, wie beispielsweise offene Kaf- feetisch-Gespräche, eingeräumt werden. Im Rahmen von verpflichtenden, schul-feetisch-Gespräche, eingeräumt werden. Im Rahmen von verpflichtenden, schul- internen Fortbildungen kooperieren Lehrer*innen und Schulleitung miteinander. internen Fortbildungen kooperieren Lehrer*innen und Schulleitung miteinander. An diesen Fortbildungen, die teilweise auch von Lehrkräften angeboten werden, An diesen Fortbildungen, die teilweise auch von Lehrkräften angeboten werden, nehmen auch die Erzieher*innen teil. Kollegiale Fallberatung ist eine weitere nehmen auch die Erzieher*innen teil. Kollegiale Fallberatung ist eine weitere Form der schulinternen Zusammenarbeit. Zum einen werden Erfolgsgeschichten Form der schulinternen Zusammenarbeit. Zum einen werden Erfolgsgeschichten auf eine eher informelle Art an das Kollegium weitergegeben und führten in der auf eine eher informelle Art an das Kollegium weitergegeben und führten in der Vergangenheit bereits zu einem Wandel der Haltung bei verschiedenen Akteur*in-Vergangenheit bereits zu einem Wandel der Haltung bei verschiedenen Akteur*in- nen im Kontext von Inklusion. Zum anderen wird im Rahmen von Dienstbespre-nen im Kontext von Inklusion. Zum anderen wird im Rahmen von Dienstbespre- chungen, Klassenkonferenzen, Teamsitzungen und Gesamtkonferenzen (hier sind chungen, Klassenkonferenzen, Teamsitzungen und Gesamtkonferenzen (hier sind Erzieher*innen und zusätzlich Sorgeberechtigte anwesend) über erfolgreiche Erzieher*innen und zusätzlich Sorgeberechtigte anwesend) über erfolgreiche digital-inklusive Unterrichtsstunden berichtet. Es gibt eine Arbeitsgruppe Sonder-digital-inklusive Unterrichtsstunden berichtet. Es gibt eine Arbeitsgruppe Sonder- pädagogik, die sich aus der Schulleitung, Lehrer*innen, Erzieher*innen und einer pädagogik, die sich aus der Schulleitung, Lehrer*innen, Erzieher*innen und einer Schulhelferin zusammensetzt sowie eine Arbeitsgruppe Digitalisierung, bestehend Schulhelferin zusammensetzt sowie eine Arbeitsgruppe Digitalisierung, bestehend aus der Schulleitung, einer Lehrkraft, die auch in der erweiterten Schulleitung aus der Schulleitung, einer Lehrkraft, die auch in der erweiterten Schulleitung tätig ist, einer weiteren Lehrkraft, die für die IT zuständig ist und einer angestell-tätig ist, einer weiteren Lehrkraft, die für die IT zuständig ist und einer angestell- ten PKB Lehrkraft (Informatik / Ansprechpartner für technischen Support). Die ten PKB Lehrkraft (Informatik / Ansprechpartner für technischen Support). Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Digitalisierung tragen als Multiplikator*innen Inhalte Mitglieder der Arbeitsgruppe Digitalisierung tragen als Multiplikator*innen Inhalte aus Weiterbildungen ins Kollegium und laden dafür auch externe Sprecher*innen, aus Weiterbildungen ins Kollegium und laden dafür auch externe Sprecher*innen, beispielsweise von der Universität, ein.beispielsweise von der Universität, ein. Je nach aktuellem Bedarf werden weitere Teams gebildet. Je nach aktuellem Bedarf werden weitere Teams gebildet. Weiterhin verfügt die Schule über eine eigene Onlineplattform, über die Leh-Weiterhin verfügt die Schule über eine eigene Onlineplattform, über die Leh- rer*innen und Schüler*innen miteinander kommunizieren und kooperieren kön-rer*innen und Schüler*innen miteinander kommunizieren und kooperieren kön- nen.nen. Die Schulleitung knüpfte in der Vergangenheit aktiv Kontakte und bemüht sich Die Schulleitung knüpfte in der Vergangenheit aktiv Kontakte und bemüht sich erfolgreich um die Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartner*innen. erfolgreich um die Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartner*innen. Sie ist diesbezüglich sehr engagiert. Kooperationen werden beispielsweise ange-Sie ist diesbezüglich sehr engagiert. Kooperationen werden beispielsweise ange- strebt, um Gelder einzuwerben oder Fortbildungen durchzuführen. Dabei können strebt, um Gelder einzuwerben oder Fortbildungen durchzuführen. Dabei können Fortbildungen im inklusiven Bereich an die Bedarfe der Schule angepasst werden. Fortbildungen im inklusiven Bereich an die Bedarfe der Schule angepasst werden. Es bestehen Kooperationen mit Firmen, Stiftungen, externen Coaches aus der Es bestehen Kooperationen mit Firmen, Stiftungen, externen Coaches aus der Wirtschaft und marginal mit anderen Schulen. Einen wichtigen, semi-externen Wirtschaft und marginal mit anderen Schulen. Einen wichtigen, semi-externen Kooperationspartner stellen die engagierten Sorgeberechtigten dar, die teilweise Kooperationspartner stellen die engagierten Sorgeberechtigten dar, die teilweise in politischen Gremien vertreten sind. Dies wird als Chance gesehen, auf die Inte-in politischen Gremien vertreten sind. Dies wird als Chance gesehen, auf die Inte- ressen und Bedarfe der Schule aufmerksam zu machen (z. B. auf die erschwerte ressen und Bedarfe der Schule aufmerksam zu machen (z. B. auf die erschwerte Mittelabrufung der Gelder aus dem Digitalpakt). Des Weiteren stand die Schullei-Mittelabrufung der Gelder aus dem Digitalpakt). Des Weiteren stand die Schullei- tung in Kontakt mit dem Schulamt und Akteur*innen des Bezirks (Referatsleitung tung in Kontakt mit dem Schulamt und Akteur*innen des Bezirks (Referatsleitung und Abteilungsleitung). Diesen Gremien sind die Probleme der Schule bekannt. und Abteilungsleitung). Diesen Gremien sind die Probleme der Schule bekannt. Ein großes externes Netzwerk wird als Gelingensbedingung für eine schnellere Ein großes externes Netzwerk wird als Gelingensbedingung für eine schnellere Schulentwicklungsarbeit identifiziert. Im Rahmen der Schulinspektion wird mit Schulentwicklungsarbeit identifiziert. Im Rahmen der Schulinspektion wird mit dem Schulamt kooperiert.dem Schulamt kooperiert. Kontinuierliches Feedback und zielgerichtete Evaluation sind Teile der Schulent-Kontinuierliches Feedback und zielgerichtete Evaluation sind Teile der Schulent- wicklung. Teilweise wird hierfür auch auf externe Partner zurückgegriffen (z. B. wicklung. Teilweise wird hierfür auch auf externe Partner zurückgegriffen (z. B. Coaches). Die Verbindung von Inklusion und Digitalisierung stand weder in inter-Coaches). Die Verbindung von Inklusion und Digitalisierung stand weder in inter- 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 203 ner noch in externer Evaluation bislang im Fokus, wurde implizit bei der Reflexion ner noch in externer Evaluation bislang im Fokus, wurde implizit bei der Reflexion des inklusiven Unterrichts jedoch mitgedacht. Digitalisierung wird durch formati-des inklusiven Unterrichts jedoch mitgedacht. Digitalisierung wird durch formati- ve Befragungen von Sorgeberechtigten, Lehrer*innen und Schüler*innen sowohl ve Befragungen von Sorgeberechtigten, Lehrer*innen und Schüler*innen sowohl in Hinblick auf die Nutzung digitaler Medien im Unterricht und deren Möglichkei-in Hinblick auf die Nutzung digitaler Medien im Unterricht und deren Möglichkei- ten als auch auf die Medienkompetenzen der Schüler*innen evaluiert. Inklusion ten als auch auf die Medienkompetenzen der Schüler*innen evaluiert. Inklusion wurde zum Zeitpunkt des Interviews nicht formativ evaluiert, war aber bei der wurde zum Zeitpunkt des Interviews nicht formativ evaluiert, war aber bei der Steuergruppe in Planung. Bislang gab es formelle Austausche, etwa im World-Steuergruppe in Planung. Bislang gab es formelle Austausche, etwa im World- Café, das von der Schulleitung im Rahmen eines Schulentwicklungstags initiiert Café, das von der Schulleitung im Rahmen eines Schulentwicklungstags initiiert wurde und teilweise mit Externen durchgeführt wurde. Hier zeigten sich Entwick-wurde und teilweise mit Externen durchgeführt wurde. Hier zeigten sich Entwick- lungsbedarfe beim Zeitmanagement und in Bezug auf die Haltung der Lehrkräfte. lungsbedarfe beim Zeitmanagement und in Bezug auf die Haltung der Lehrkräfte. Beide Aspekte sollen bearbeitet werden, so die Schulleitung. Die AG Sonderpäd-Beide Aspekte sollen bearbeitet werden, so die Schulleitung. Die AG Sonderpäd- agogik initiierte eine interne, informelle Evaluation in Form einer Gesprächsrunde agogik initiierte eine interne, informelle Evaluation in Form einer Gesprächsrunde mit allen Lehrkräften und Erzieher*innen, um die Erfahrungen und Informationen mit allen Lehrkräften und Erzieher*innen, um die Erfahrungen und Informationen des Kollegiums in die weitere inklusive Schulentwicklungsplanung einzubeziehen.des Kollegiums in die weitere inklusive Schulentwicklungsplanung einzubeziehen. 2. Verzahnung Inklusion-Digitalisierung2. Verzahnung Inklusion-Digitalisierung Die beiden Arbeitsgruppen für Inklusion und Digitalisierung stehen zum einen Die beiden Arbeitsgruppen für Inklusion und Digitalisierung stehen zum einen über die Schulleitung in Kontakt miteinander und darüber hinaus über eine Kol-über die Schulleitung in Kontakt miteinander und darüber hinaus über eine Kol- legin, die die Homepage der Schule betreut und mit der Thematik der Inklusion legin, die die Homepage der Schule betreut und mit der Thematik der Inklusion intensiv befasst ist. Nur diese Kollegin und die Schulleitung stellen die „Schnitt-intensiv befasst ist. Nur diese Kollegin und die Schulleitung stellen die „Schnitt- stelle“ beider Themenbereiche an der Schule dar. Über die Funktion der Kollegin stelle“ beider Themenbereiche an der Schule dar. Über die Funktion der Kollegin sind beide Teams informiert. sind beide Teams informiert. In Bezug zur Verzahnung beider Themen fließen z. B. bei der Unterrichtsplanung In Bezug zur Verzahnung beider Themen fließen z. B. bei der Unterrichtsplanung (für den Regelunterricht) mit digitalen Medien eher selten Überlegungen dazu (für den Regelunterricht) mit digitalen Medien eher selten Überlegungen dazu ein, wie diese speziell von Kindern mit einem Förderbedarf genutzt werden kön-ein, wie diese speziell von Kindern mit einem Förderbedarf genutzt werden kön- nen. Vielmehr wird die Verwendung der digitalen Medien so didaktisiert, dass nen. Vielmehr wird die Verwendung der digitalen Medien so didaktisiert, dass jede*r Einzelne bestmöglich gefördert werden kann. Digitale Medien werden folg-jede*r Einzelne bestmöglich gefördert werden kann. Digitale Medien werden folg- lich nicht aus dem Impuls heraus in den Unterricht integriert, um eine digital-in-lich nicht aus dem Impuls heraus in den Unterricht integriert, um eine digital-in- klusive Lehr- und Lernumgebung zu schaffen, sondern um individuelle Lernwege klusive Lehr- und Lernumgebung zu schaffen, sondern um individuelle Lernwege für jedes Kind anzubieten, wie es schon lange gängige Praxis ist. Digitale Medien für jedes Kind anzubieten, wie es schon lange gängige Praxis ist. Digitale Medien stellen lediglich ein „neues Material“ dar.stellen lediglich ein „neues Material“ dar. Zugleich werden Beispiele aus der Unterrichtspraxis genannt, wo digitale Me-Zugleich werden Beispiele aus der Unterrichtspraxis genannt, wo digitale Me- dien zum Zweck der „Erleichterung“ für die Schüler*innen eingesetzt werden, dien zum Zweck der „Erleichterung“ für die Schüler*innen eingesetzt werden, beispielsweise bei der Verwendung eines Laptops durch Kinder mit einer LRS beispielsweise bei der Verwendung eines Laptops durch Kinder mit einer LRS (Rechtschreibkontrolle). Im Rahmen von temporären Lerngruppen (außerhalb (Rechtschreibkontrolle). Im Rahmen von temporären Lerngruppen (außerhalb des Regelunterrichts) werden Computer oder Tablets von der Schulhelferin für die des Regelunterrichts) werden Computer oder Tablets von der Schulhelferin für die Förderung der Kinder mit Förderschwerpunkt eingesetzt, um die Lerninhalte spie-Förderung der Kinder mit Förderschwerpunkt eingesetzt, um die Lerninhalte spie- lerischer zu vermitteln. Lehrer*innen recherchieren eigenständig im Internet, um lerischer zu vermitteln. Lehrer*innen recherchieren eigenständig im Internet, um Ideen für die Gestaltung eines inklusiv-digitalen Unterrichts einzuholen.Ideen für die Gestaltung eines inklusiv-digitalen Unterrichts einzuholen. Es findet noch keine systematische Verzahnung der Themenbereiche Inklusion Es findet noch keine systematische Verzahnung der Themenbereiche Inklusion und Digitalisierung auf konzeptioneller Ebene statt. In der AG Sonderpädago-und Digitalisierung auf konzeptioneller Ebene statt. In der AG Sonderpädago- gik werden beide Themenbereiche jedoch bereits berücksichtigt. Die AG führte gik werden beide Themenbereiche jedoch bereits berücksichtigt. Die AG führte eine Art Zukunftswerkstatt durch, wo Wünsche des Kollegiums erhoben wurden eine Art Zukunftswerkstatt durch, wo Wünsche des Kollegiums erhoben wurden („Wo soll es hingehen?“, Schaffung von Transparenz). Die Erkenntnisse aus der („Wo soll es hingehen?“, Schaffung von Transparenz). Die Erkenntnisse aus der Zukunftswerkstatt bergen Potenzial, um beide Themen (weiter) miteinander zu Zukunftswerkstatt bergen Potenzial, um beide Themen (weiter) miteinander zu verknüpfen. Sobald die AG Sonderpädagogik das Inklusionskonzept erweitert verknüpfen. Sobald die AG Sonderpädagogik das Inklusionskonzept erweitert 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 204 hat, soll eine konzeptionelle Verbindung beider Themen noch stärker ins Blickfeld hat, soll eine konzeptionelle Verbindung beider Themen noch stärker ins Blickfeld rücken. rücken. Als Gelingensbedingungen werden herausgestellt:Als Gelingensbedingungen werden herausgestellt: • • Haltung als zentrale Voraussetzung für das Gelingen einer inklusiv-digitalen Haltung als zentrale Voraussetzung für das Gelingen einer inklusiv-digitalen SchuleSchule • • Technik, Personal und Wissen zur UnterrichtsgestaltungTechnik, Personal und Wissen zur Unterrichtsgestaltung Als Barrieren / Hindernisse werden genannt:Als Barrieren / Hindernisse werden genannt: • • bereits bestehende hohe Arbeitsbelastung der Lehrer*innen; Verknüpfung bei-bereits bestehende hohe Arbeitsbelastung der Lehrer*innen; Verknüpfung bei- der Themen als zusätzlicher zeitlich intensiver Workloadder Themen als zusätzlicher zeitlich intensiver Workload • • wenige Materialien im digitalen Bereich in der inklusiven Arbeit (bei Lernsoft-wenige Materialien im digitalen Bereich in der inklusiven Arbeit (bei Lernsoft- wares, Verlagen)wares, Verlagen) • • Defizit an inklusiv-digitalen Fortbildungen für Lehrer*innen und SchulleitungenDefizit an inklusiv-digitalen Fortbildungen für Lehrer*innen und Schulleitungen • • knappe zeitliche Ressourcen der Schulleitungknappe zeitliche Ressourcen der Schulleitung • • keine feste (Ansprech-)Person mit fundierten Kenntnissen zum Einsatz sowie keine feste (Ansprech-)Person mit fundierten Kenntnissen zum Einsatz sowie Wartung der Technik im Rahmen der Durchführung eines inklusiv-digitalen Wartung der Technik im Rahmen der Durchführung eines inklusiv-digitalen UnterrichtsUnterrichts 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 205 7.2 Anwendungsbeispiele von digitalen Medien im inklusiven Unterricht Auf den folgenden Seiten finden Sie Anwendungsbeispiele von digitalen Medien Auf den folgenden Seiten finden Sie Anwendungsbeispiele von digitalen Medien im inklusiven Unterricht, welche im Rahmen des Projektes gesammelt wurden. im inklusiven Unterricht, welche im Rahmen des Projektes gesammelt wurden. Neben einer Anwendungsbeschreibung werden auch die Voraussetzungen seitens Neben einer Anwendungsbeschreibung werden auch die Voraussetzungen seitens der Schüler*innen sowie die fachlichen, pädagogischen und technischen Vorüber-der Schüler*innen sowie die fachlichen, pädagogischen und technischen Vorüber- legungen aus Sicht der Lehrkräfte beschrieben. Die Beispiele schließen mit einer legungen aus Sicht der Lehrkräfte beschrieben. Die Beispiele schließen mit einer Einschätzung durch die Lehrkräfte und zumeist einem Fazit der Schüler*innen ab. Einschätzung durch die Lehrkräfte und zumeist einem Fazit der Schüler*innen ab. 7.2.1 Für das Fach Mathematik Digitales MediumDigitales Medium bettermarks Erfolgreich Mathe lernenbettermarks Erfolgreich Mathe lernen Anwendung in Klas-Anwendung in Klas- senstufesenstufe 5. Klasse5. Klasse Beschreibung des Beschreibung des ToolsTools Adaptives Lernsystem für MathematikAdaptives Lernsystem für Mathematik • • Schulmathematik für die Klassenstufen 4 bis 10Schulmathematik für die Klassenstufen 4 bis 10 • • alle grundlegenden Themen der Oberstufealle grundlegenden Themen der Oberstufe • • Grundwissen-Mathematik für AusbildungsberufeGrundwissen-Mathematik für Ausbildungsberufe • • Aufgaben für jedes Lernziel und jeden LernstandAufgaben für jedes Lernziel und jeden Lernstand • • automatische Auswertungautomatische Auswertung • • https://de.bettermarks.com/https://de.bettermarks.com/ Anwendungsbeschrei-Anwendungsbeschrei- bung und Begründungbung und Begründung bettermarks wird über einen Laptop genutzt. Eine bettermarks wird über einen Laptop genutzt. Eine kleine Anzahl an Laptops, welche die Lehrkraft stets kleine Anzahl an Laptops, welche die Lehrkraft stets ausleihen muss, stehen hinten im Klassenraum und ausleihen muss, stehen hinten im Klassenraum und die Schüler*innen können sich abwechselnd und in die Schüler*innen können sich abwechselnd und in Absprache mit der Lehrkraft für ca. 10 bis 15 Minu-Absprache mit der Lehrkraft für ca. 10 bis 15 Minu- ten an den Laptop setzen und die Aufgaben auf bet-ten an den Laptop setzen und die Aufgaben auf bet- termarks bearbeiten. Es stehen allen Schüler*innen termarks bearbeiten. Es stehen allen Schüler*innen Aufgaben im Grundniveau zur Übung zur Verfügung. Aufgaben im Grundniveau zur Übung zur Verfügung. Die Aufgaben beziehen sich auf das aktuelle Unter-Die Aufgaben beziehen sich auf das aktuelle Unter- richtsthema und sollen der Vorbereitung auf Klassen-richtsthema und sollen der Vorbereitung auf Klassen- arbeiten dienen.arbeiten dienen. Die Schüler*innen verfügen über eine sogenannte Die Schüler*innen verfügen über eine sogenannte Checkliste, auf der die Aufgaben der Unterrichtsstun-Checkliste, auf der die Aufgaben der Unterrichtsstun- de und des derzeitigen Unterrichtsthemas aufgelistet de und des derzeitigen Unterrichtsthemas aufgelistet sind. Eine Übungsphase mit bettermarks wurde in sind. Eine Übungsphase mit bettermarks wurde in diese Checkliste integriert und stellt somit eine feste diese Checkliste integriert und stellt somit eine feste und regelmäßig stattfindende Größe für die Schü-und regelmäßig stattfindende Größe für die Schü- ler*innen dar.ler*innen dar. Voraussetzungen sei-Voraussetzungen sei- tens der Schüler*in-tens der Schüler*in- nennen Den Schüler*innen sollte der Umgang mit dem Lap-Den Schüler*innen sollte der Umgang mit dem Lap- top bekannt sein. Außerdem sollten sie in der Lage top bekannt sein. Außerdem sollten sie in der Lage sein, sich bei bettermarks einzuloggen, was eine sein, sich bei bettermarks einzuloggen, was eine eigenständige Verwaltung des persönlichen Passwor-eigenständige Verwaltung des persönlichen Passwor- tes und Benutzer*innennamens voraussetzt.tes und Benutzer*innennamens voraussetzt. https://de.bettermarks.com/ 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 206 Fachliche Fachliche VorüberlegungenVorüberlegungen bettermarks soll zum wiederholten Üben genutzt bettermarks soll zum wiederholten Üben genutzt werden. Es sollten Aufgaben mit unterschiedlichen werden. Es sollten Aufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden vorhanden sein, um den Schü-Schwierigkeitsgraden vorhanden sein, um den Schü- ler*innen differenzierte Übungen zur Verfügung zu ler*innen differenzierte Übungen zur Verfügung zu stellen. Es sollte erkennbar sein, welche Aufgaben stellen. Es sollte erkennbar sein, welche Aufgaben von den Schüler*innen bearbeitet wurden, damit er-von den Schüler*innen bearbeitet wurden, damit er- kennbar ist, welche Anforderungen sie derzeit mei-kennbar ist, welche Anforderungen sie derzeit mei- den.den. Pädagogische Pädagogische VorüberlegungenVorüberlegungen Der Lehrkraft war es wichtig, dass alle Schüler*innen Der Lehrkraft war es wichtig, dass alle Schüler*innen mittels bettermarks Aufgaben auf ihrem Übungsni-mittels bettermarks Aufgaben auf ihrem Übungsni- veau erhalten und zusätzlich die Möglichkeit besteht, veau erhalten und zusätzlich die Möglichkeit besteht, dass sie weitere Aufgaben erhalten können, welche dass sie weitere Aufgaben erhalten können, welche einen erhöhten Schwierigkeitsgrad aufweisen. Wobei einen erhöhten Schwierigkeitsgrad aufweisen. Wobei eine Anpassung der Anzahl an Aufgaben je Schü-eine Anpassung der Anzahl an Aufgaben je Schü- ler*in einen weiteren wichtigen Faktor darstellt.ler*in einen weiteren wichtigen Faktor darstellt. Technische Technische VorüberlegungenVorüberlegungen Die Lehrkraft überlegte zunächst grundsätzlich, ob Die Lehrkraft überlegte zunächst grundsätzlich, ob die Lernplattform bettermarks auch in der Schule die Lernplattform bettermarks auch in der Schule realisierbar ist und effektiv in den Unterricht ein-realisierbar ist und effektiv in den Unterricht ein- gebettet werden kann. Hierbei war es hilfreich, dass gebettet werden kann. Hierbei war es hilfreich, dass die Lizenzen von der Stadt bereits gekauft wurden. die Lizenzen von der Stadt bereits gekauft wurden. Zudem war der Lehrkraft wichtig, dass die Plattform Zudem war der Lehrkraft wichtig, dass die Plattform auch zu Hause von den Schüler*innen genutzt wer-auch zu Hause von den Schüler*innen genutzt wer- den kann.den kann. Personalisierung / Personalisierung / Individualisierung des Individualisierung des digitalen Mediumsdigitalen Mediums Die Möglichkeiten des differenzierten und individua-Die Möglichkeiten des differenzierten und individua- lisierten Gestaltens von Aufgaben / Übungen werden lisierten Gestaltens von Aufgaben / Übungen werden von der Lehrkraft noch nicht ausgeschöpft.von der Lehrkraft noch nicht ausgeschöpft. Feedback LehrkraftFeedback Lehrkraft Die Lehrkraft sieht, dass die Hilfen, die das Pro-Die Lehrkraft sieht, dass die Hilfen, die das Pro- gramm bietet, noch nicht umfassend von den Schü-gramm bietet, noch nicht umfassend von den Schü- ler*innen genutzt werden, weswegen es im Unter-ler*innen genutzt werden, weswegen es im Unter- richt nochmal thematisiert werden soll. Auch stellen richt nochmal thematisiert werden soll. Auch stellen sich die Hilfen je nach Thema sehr unterschiedlich sich die Hilfen je nach Thema sehr unterschiedlich dar: Beim Thema Geometrie werden zunächst Hin-dar: Beim Thema Geometrie werden zunächst Hin- weise gegeben, bevor die richtige Lösung genannt weise gegeben, bevor die richtige Lösung genannt wird. Dies findet sich nicht bei allen Themen wieder. wird. Dies findet sich nicht bei allen Themen wieder. Eine große Schwierigkeit stellt die Selbstverwaltung Eine große Schwierigkeit stellt die Selbstverwaltung der Passwörter durch die Schüler*innen dar. better-der Passwörter durch die Schüler*innen dar. better- marks ist sehr motivierend für die Schüler*innen und marks ist sehr motivierend für die Schüler*innen und sie arbeiten gerne und freiwillig an den Übungsauf-sie arbeiten gerne und freiwillig an den Übungsauf- gaben.gaben. Feedback der Schü-Feedback der Schü- ler*innen (Zitat)ler*innen (Zitat) „Wir arbeiten gut mit bettermarks, wir lernen da-„Wir arbeiten gut mit bettermarks, wir lernen da- durch viel - muss man gar nicht so viel im Buch durch viel - muss man gar nicht so viel im Buch nachblättern, sondern kann einfach bettermarks ma-nachblättern, sondern kann einfach bettermarks ma- chen und ähm, so mache ich das Lernen gleichzeitig chen und ähm, so mache ich das Lernen gleichzeitig und mir macht es auch Spaß.“und mir macht es auch Spaß.“ 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 207 7.2.2 Für das Fach Deutsch Digitales MediumDigitales Medium LearningApps.orgLearningApps.org Anwendung in Klas-Anwendung in Klas- senstufesenstufe 7. Klasse7. Klasse Beschreibung des Beschreibung des ToolsTools Anwendung zum Üben verschiedener FachinhalteAnwendung zum Üben verschiedener Fachinhalte • • große Auswahl verschiedener Apps zu unter-große Auswahl verschiedener Apps zu unter- schiedlichen Fächern und Themenschiedlichen Fächern und Themen • • selbstständiges Erstellen einer App auf Basis einer selbstständiges Erstellen einer App auf Basis einer Vorlage (Quiz, Verständnissicherung über Fragen Vorlage (Quiz, Verständnissicherung über Fragen zu einem gelesenen Text)zu einem gelesenen Text) • • vielfältige Übungsformatevielfältige Übungsformate • • Statistik zur App-Nutzung der Schüler*innenStatistik zur App-Nutzung der Schüler*innen • • https://learningapps.org/https://learningapps.org/ Anwendungsbeschrei-Anwendungsbeschrei- bung und Begründungbung und Begründung LearningApps.org bietet die Möglichkeit, verschiede-LearningApps.org bietet die Möglichkeit, verschiede- ne Themeninhalte vertiefend zu üben. Dabei nutzt ne Themeninhalte vertiefend zu üben. Dabei nutzt die Lehrkraft verschiedene Übungen auf der Platt-die Lehrkraft verschiedene Übungen auf der Platt- form. In den Lernvereinbarungen wurde mit den form. In den Lernvereinbarungen wurde mit den Schüler*innen festgehalten, dass sie drei verschiede-Schüler*innen festgehalten, dass sie drei verschiede- ne Übungen pro Woche durchführen sollen. Die Lehr-ne Übungen pro Woche durchführen sollen. Die Lehr- kraft stellt hierbei die Auswahl der Übungen für die kraft stellt hierbei die Auswahl der Übungen für die Klasse zusammen.Klasse zusammen. Voraussetzungen sei-Voraussetzungen sei- tens der Schüler*in-tens der Schüler*in- nennen Es wurden keine vertieften Vorkenntnisse im Umgang Es wurden keine vertieften Vorkenntnisse im Umgang mit digitalen Medien vorausgesetzt. Die Nutzung der mit digitalen Medien vorausgesetzt. Die Nutzung der Anwendung wurde im Unterricht besprochen.Anwendung wurde im Unterricht besprochen. Fachliche Fachliche VorüberlegungenVorüberlegungen Die Schüler*innen sollen insbesondere zu Hause von Die Schüler*innen sollen insbesondere zu Hause von dem höheren Aufforderungscharakter der Learnin-dem höheren Aufforderungscharakter der Learnin- gApps.org profitieren und zum Wiederholen des Un-gApps.org profitieren und zum Wiederholen des Un- terrichtsstoffes angeregt werden.terrichtsstoffes angeregt werden. Pädagogische Pädagogische VorüberlegungenVorüberlegungen Insbesondere leistungsschwächere Schüler*innen Insbesondere leistungsschwächere Schüler*innen sind motivierter, zu Hause mit einer App zu üben als sind motivierter, zu Hause mit einer App zu üben als mit einem Arbeitsblatt, weil sie gern etwas mit digi-mit einem Arbeitsblatt, weil sie gern etwas mit digi- talen Medien machen.talen Medien machen. Technische Technische VorüberlegungenVorüberlegungen Der Umgang mit der Plattform muss durch die Lehr-Der Umgang mit der Plattform muss durch die Lehr- kraft eingeführt werden, um die grundlegenden kraft eingeführt werden, um die grundlegenden Funktionen zu erklären. Dabei kann auch das Pass-Funktionen zu erklären. Dabei kann auch das Pass- wort zum individuellen Account ausgegeben und die wort zum individuellen Account ausgegeben und die Anmeldung mehrmals geübt werden, da die Pass-Anmeldung mehrmals geübt werden, da die Pass- wortverwaltung und -eingabe eine große Herausfor-wortverwaltung und -eingabe eine große Herausfor- derung darstellt.derung darstellt. https://learningapps.org/ 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 208 Personalisierung / Personalisierung / Individualisierung des Individualisierung des digitalen Mediumsdigitalen Mediums Die Anwendung ermöglicht das Erstellen personali-Die Anwendung ermöglicht das Erstellen personali- sierter Übungen/Apps. Auch kann die Lehrkraft für sierter Übungen/Apps. Auch kann die Lehrkraft für die Schüler*innen passende Aufgaben zusammen-die Schüler*innen passende Aufgaben zusammen- stellen. Grundlegend bietet die Lehrkraft Aufgaben stellen. Grundlegend bietet die Lehrkraft Aufgaben mit dem Niveau G (grundlegend) und E (erweitert) mit dem Niveau G (grundlegend) und E (erweitert) an. Auch passt sie die Textlänge bei Sachtexten an.an. Auch passt sie die Textlänge bei Sachtexten an. Feedback LehrkraftFeedback Lehrkraft Die Motivation zum Üben wird erhöht und die indi-Die Motivation zum Üben wird erhöht und die indi- viduelle Auswahl oder Erstellung von Übungen er-viduelle Auswahl oder Erstellung von Übungen er- möglicht eine gute Differenzierung. Auch wird die möglicht eine gute Differenzierung. Auch wird die Akzeptanz bei den Sorgeberechtigten und Erzie-Akzeptanz bei den Sorgeberechtigten und Erzie- hungsbeteiligten als positiver eingeschätzt, wenn sich hungsbeteiligten als positiver eingeschätzt, wenn sich das Kind zwar mit einem digitalen Medium beschäf-das Kind zwar mit einem digitalen Medium beschäf- tigt, aber es für die Schule eingesetzt wird.tigt, aber es für die Schule eingesetzt wird. Feedback der Schü-Feedback der Schü- ler*innen (Zitat)ler*innen (Zitat) „Gut, weil man die Aufgaben auch von zu Hause aus „Gut, weil man die Aufgaben auch von zu Hause aus bearbeiten kann.“bearbeiten kann.“ 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 209 Digitales MediumDigitales Medium Erstellen eines Kurzfilms mithilfe des iPadsErstellen eines Kurzfilms mithilfe des iPads Anwendung in Klas-Anwendung in Klas- senstufesenstufe 5. Klasse5. Klasse Beschreibung des Beschreibung des ToolsTools Geräteinterne Videofunktion des iPadGeräteinterne Videofunktion des iPad Anwendungsbeschrei-Anwendungsbeschrei- bung und Begründungbung und Begründung Die Schüler*innen erstellen in Kleingruppen einen Die Schüler*innen erstellen in Kleingruppen einen Kurzfilm zum Thema Gedichte, indem sie z. B. zum Kurzfilm zum Thema Gedichte, indem sie z. B. zum Unterrichtsgegenstand passende Bilder gestalten, Unterrichtsgegenstand passende Bilder gestalten, diese unter die Kamera schieben und dabei erklären diese unter die Kamera schieben und dabei erklären oder vortragen. Die erstellten Filme werden gemein-oder vortragen. Die erstellten Filme werden gemein- sam mit der Klasse angeschaut.sam mit der Klasse angeschaut. Voraussetzungen sei-Voraussetzungen sei- tens der Schüler*in-tens der Schüler*in- nennen Es werden keine vertieften Voraussetzungen vonsei-Es werden keine vertieften Voraussetzungen vonsei- ten der Schüler*innen erwartet, da sie die im Kame-ten der Schüler*innen erwartet, da sie die im Kame- raprogramm des Tablets integrierte Videofunktion raprogramm des Tablets integrierte Videofunktion nutzen.nutzen. Fachliche Fachliche VorüberlegungenVorüberlegungen Bevor das Gedicht verfilmt werden kann, muss das Bevor das Gedicht verfilmt werden kann, muss das Gedicht zunächst analog geübt werden, um Pausen Gedicht zunächst analog geübt werden, um Pausen und Betonungen im Film umsetzen zu können.und Betonungen im Film umsetzen zu können. Pädagogische Pädagogische VorüberlegungenVorüberlegungen Die Schüler*innen sind besonders aufmerksam und Die Schüler*innen sind besonders aufmerksam und arbeiten motiviert, wenn sie mit digitalen Medien ler-arbeiten motiviert, wenn sie mit digitalen Medien ler- nen dürfen, weswegen die Lehrkraft gerne die iPads nen dürfen, weswegen die Lehrkraft gerne die iPads in den Unterricht integriert.in den Unterricht integriert. Zudem teilt die Lehrkraft die Gruppen ein, die ge-Zudem teilt die Lehrkraft die Gruppen ein, die ge- meinsam einen Film drehen. So ist sichergestellt, meinsam einen Film drehen. So ist sichergestellt, dass die Gruppen ausgewogen sind und jeweils ein*e dass die Gruppen ausgewogen sind und jeweils ein*e Schüler*in gerne liest, während ein*e andere*r Schüler*in gerne liest, während ein*e andere*r Schüler*in besonders gut mit dem Tablet umgehen Schüler*in besonders gut mit dem Tablet umgehen kann oder die Regie führt. Es wurde auch vorher kann oder die Regie führt. Es wurde auch vorher festgelegt, dass ausschließlich der*die Regisseur*in festgelegt, dass ausschließlich der*die Regisseur*in das Tablet bedienen darf.das Tablet bedienen darf. Technische Technische VorüberlegungenVorüberlegungen Die Lehrkraft empfindet die Videofunktion des iPads Die Lehrkraft empfindet die Videofunktion des iPads generell als vorteilhaft, weil die Schüler*innen nur generell als vorteilhaft, weil die Schüler*innen nur ein geringes Vorwissen im Umgang mit digitalen Me-ein geringes Vorwissen im Umgang mit digitalen Me- dien benötigen und sie gleichzeitig langsam an den dien benötigen und sie gleichzeitig langsam an den Umgang mit digitalen Geräten herangeführt werden Umgang mit digitalen Geräten herangeführt werden können. Die Lehrkraft braucht die Schüler*innen nur können. Die Lehrkraft braucht die Schüler*innen nur kurz in die Videofunktion des Tablets einzuführen. Es kurz in die Videofunktion des Tablets einzuführen. Es muss das Mikrofon gezeigt werden, damit die Schü-muss das Mikrofon gezeigt werden, damit die Schü- ler*innen daran erinnert werden, dort rein zu spre-ler*innen daran erinnert werden, dort rein zu spre- chen, damit der*die Sprecher*in auf der Aufnahme chen, damit der*die Sprecher*in auf der Aufnahme gut zu verstehen ist.gut zu verstehen ist. Personalisierung / Personalisierung / Individualisierung des Individualisierung des digitalen Mediumsdigitalen Mediums Die Kurzfilme werden insbesondere durch das indivi-Die Kurzfilme werden insbesondere durch das indivi- duell gestaltete Bildmaterial personalisiert. Die Per-duell gestaltete Bildmaterial personalisiert. Die Per- sonalisierung erfolgt somit durch die Schüler*innen sonalisierung erfolgt somit durch die Schüler*innen selbst.selbst. 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 210 Feedback LehrkraftFeedback Lehrkraft Die Lehrkraft empfindet den kreativen Umgang mit Die Lehrkraft empfindet den kreativen Umgang mit Gedichten sehr motivierend für die Schüler*innen. Gedichten sehr motivierend für die Schüler*innen. Außerdem erlangt sie mithilfe der iPads eine große Außerdem erlangt sie mithilfe der iPads eine große Aufmerksamkeit von ihren Schüler*innen und kann Aufmerksamkeit von ihren Schüler*innen und kann das Thema spannend gestalten.das Thema spannend gestalten. Feedback der Schü-Feedback der Schü- ler*innen (Zitat)ler*innen (Zitat) Die Kleingruppenarbeit ist den Schüler*innen in Er-Die Kleingruppenarbeit ist den Schüler*innen in Er- innerung geblieben: „Ganz am Anfang, also nicht so innerung geblieben: „Ganz am Anfang, also nicht so richtig am Anfang, so bisschen früher hatten wir mal richtig am Anfang, so bisschen früher hatten wir mal so ein Märchen, so eine Märchenreihe und da müssen so ein Märchen, so eine Märchenreihe und da müssen wir das filmen mit einem Tablet. Man hat so einen wir das filmen mit einem Tablet. Man hat so einen Ständer, wo wir das Tablet rauflegen können und wir Ständer, wo wir das Tablet rauflegen können und wir haben also Kameraperspektive gemacht: Froschpers-haben also Kameraperspektive gemacht: Froschpers- pektive, Vogelperspektive und Normalsicht. Da haben pektive, Vogelperspektive und Normalsicht. Da haben wir dann Fotos gemacht und dann haben wir das auf wir dann Fotos gemacht und dann haben wir das auf dem Smartboard gesehen.“dem Smartboard gesehen.“ 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 211 7.2.3 Fächerübergreifender Einsatz: Digitales MediumDigitales Medium Book CreatorBook Creator Anwendung in Klas-Anwendung in Klas- senstufesenstufe ab 5. Klasseab 5. Klasse Beschreibung des Beschreibung des ToolsTools Individuelle Erstellung und Gestaltung von digitalen Individuelle Erstellung und Gestaltung von digitalen BüchernBüchern • • beliebig viele Bücher mit beliebig vielen Seiten er-beliebig viele Bücher mit beliebig vielen Seiten er- stellbarstellbar • • vielfältige Individualisierungsoptionen durch das vielfältige Individualisierungsoptionen durch das Einfügen von Bildern, Videos oder TonEinfügen von Bildern, Videos oder Ton • • https://bookcreator.com/https://bookcreator.com/ Anwendungsbeschrei-Anwendungsbeschrei- bung und Begründungbung und Begründung Im Deutschunterricht wurde die Anwendung genutzt, Im Deutschunterricht wurde die Anwendung genutzt, damit jede*r Schüler*in anstelle eines analogen Pla-damit jede*r Schüler*in anstelle eines analogen Pla- kates ein digitales Buch erstellt und es am Ende der kates ein digitales Buch erstellt und es am Ende der Klasse präsentiert.Klasse präsentiert. Im Mathematikunterricht wurde die Anwendung ge-Im Mathematikunterricht wurde die Anwendung ge- nutzt, um ein gemeinsames Regelwerk zu erstellen. nutzt, um ein gemeinsames Regelwerk zu erstellen. Dies dient einer gemeinsamen Lerngrundlage und Dies dient einer gemeinsamen Lerngrundlage und wurde von den Schüler*innen individuell gestaltet.wurde von den Schüler*innen individuell gestaltet. Voraussetzungen sei-Voraussetzungen sei- tens der Schüler*in-tens der Schüler*in- nennen Es ist hilfreich, zunächst gemeinsam mit den Schü-Es ist hilfreich, zunächst gemeinsam mit den Schü- ler*innen den Aufbau der App zu entdecken. So kann ler*innen den Aufbau der App zu entdecken. So kann die Lehrkraft zunächst am Smartboard/Activeboard die Lehrkraft zunächst am Smartboard/Activeboard die Erstellung und Gestaltungsmöglichkeiten eines die Erstellung und Gestaltungsmöglichkeiten eines Buches demonstrieren. Dieses Vorgehen ermöglicht Buches demonstrieren. Dieses Vorgehen ermöglicht es den Schüler*innen, Rückfragen zu stellen. Schü-es den Schüler*innen, Rückfragen zu stellen. Schü- ler*innen, die die App bereits kennen, können die ler*innen, die die App bereits kennen, können die Lehrkraft bei der Darbietung und dem Beantworten Lehrkraft bei der Darbietung und dem Beantworten von Fragen unterstützen.von Fragen unterstützen. Fachliche Fachliche VorüberlegungenVorüberlegungen Mithilfe von Book Creator kann ein verbindliches Mithilfe von Book Creator kann ein verbindliches Fachbuch innerhalb der Klasse erstellt werden. Ins-Fachbuch innerhalb der Klasse erstellt werden. Ins- besondere unmittelbar nach dem Übergang zur besondere unmittelbar nach dem Übergang zur Oberschule kann durch das Kreieren eines Buches Oberschule kann durch das Kreieren eines Buches mit denselben Inhalten eine gemeinsame fachliche mit denselben Inhalten eine gemeinsame fachliche Grundlage erarbeitet werden. Zudem setzt das Er-Grundlage erarbeitet werden. Zudem setzt das Er- stellen eines digitalen Buches eine intensive Aus-stellen eines digitalen Buches eine intensive Aus- einandersetzung mit dem Unterrichtsgegenstand einandersetzung mit dem Unterrichtsgegenstand voraus, sodass die Schüler*innen zunächst tief in voraus, sodass die Schüler*innen zunächst tief in den Inhalt eingestiegen sein müssen, bevor sie eine den Inhalt eingestiegen sein müssen, bevor sie eine eigene Darstellung in Form des digitalen Buches vor-eigene Darstellung in Form des digitalen Buches vor- nehmen können.nehmen können. https://bookcreator.com/ 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 212 Pädagogische Pädagogische VorüberlegungenVorüberlegungen Book Creator kann vielfältige Kompetenzen der Book Creator kann vielfältige Kompetenzen der Schüler*innen fördern: So können die Schüler*in-Schüler*innen fördern: So können die Schüler*in- nen üben, Informationen aus Texten sinnvoll aufzu-nen üben, Informationen aus Texten sinnvoll aufzu- bereiten und ihren Mitschüler*innen zur Verfügung bereiten und ihren Mitschüler*innen zur Verfügung zu stellen. So erkennen die Schüler*innen die viel-zu stellen. So erkennen die Schüler*innen die viel- fältigen Zugänge zu demselben Lerngegenstand und fältigen Zugänge zu demselben Lerngegenstand und können ihr eigenes Buch kritisch prüfen oder In-können ihr eigenes Buch kritisch prüfen oder In- spirationen sammeln. Wird das erstellte Buch der spirationen sammeln. Wird das erstellte Buch der Lerngruppe vorgestellt, wird zudem die Präsentati-Lerngruppe vorgestellt, wird zudem die Präsentati- ons- und Sprachkompetenz gefördert. Die individuell ons- und Sprachkompetenz gefördert. Die individuell gestalteten Bücher können darüber hinaus das For-gestalteten Bücher können darüber hinaus das For- mulieren konstruktiver Kritik schulen, wenn Mitschü-mulieren konstruktiver Kritik schulen, wenn Mitschü- ler*innen zu einem Feedback angehalten werden.ler*innen zu einem Feedback angehalten werden. Technische Technische VorüberlegungenVorüberlegungen Eine Lehrkraft schätzt die Anwendung, da die Me-Eine Lehrkraft schätzt die Anwendung, da die Me- dienkompetenz der Schüler*innen anhand eines be-dienkompetenz der Schüler*innen anhand eines be- liebigen Fachgegenstandes geschult werden kann. So liebigen Fachgegenstandes geschult werden kann. So kann der Umgang mit dem Tablet zunächst an we-kann der Umgang mit dem Tablet zunächst an we- niger komplexen Unterrichtsgegenständen mit dem niger komplexen Unterrichtsgegenständen mit dem Fokus auf den technischen Funktionen der Hard- und Fokus auf den technischen Funktionen der Hard- und Software geübt werden.Software geübt werden. Personalisierung / Personalisierung / Individualisierung des Individualisierung des digitalen Mediumsdigitalen Mediums Durch die vielfältigen Gestaltungsoptionen, die die Durch die vielfältigen Gestaltungsoptionen, die die Anwendung Book Creator bietet, gelingt es den Schü-Anwendung Book Creator bietet, gelingt es den Schü- ler*innen leicht, ihr digitales Buch nach ihren indivi-ler*innen leicht, ihr digitales Buch nach ihren indivi- duellen Bedürfnissen zu gestalten. Die Schüler*innen duellen Bedürfnissen zu gestalten. Die Schüler*innen können je nach Bedarf eher visuelle oder verstärkt können je nach Bedarf eher visuelle oder verstärkt auditive Elemente einbetten, mit Hervorhebungen auditive Elemente einbetten, mit Hervorhebungen und Farben arbeiten sowie das Layout nach ihren und Farben arbeiten sowie das Layout nach ihren Wünschen gestalten. Somit kann jede*r Schüler*in Wünschen gestalten. Somit kann jede*r Schüler*in das Buch an den persönlichen, optimalen Lernzugang das Buch an den persönlichen, optimalen Lernzugang anpassen.anpassen. Feedback LehrkraftFeedback Lehrkraft Insbesondere die Möglichkeiten der individuellen Ge-Insbesondere die Möglichkeiten der individuellen Ge- staltung eines jeden Buches bringen einen großen staltung eines jeden Buches bringen einen großen Vorteil mit sich und motivieren die Schüler*innen, Vorteil mit sich und motivieren die Schüler*innen, sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen.sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Feedback der Schü-Feedback der Schü- ler*innen (Zitat)ler*innen (Zitat) „Ich persönlich mag Book Creator ein bisschen lieber, „Ich persönlich mag Book Creator ein bisschen lieber, weil das Keynote ist immer irgendwie ein bisschen weil das Keynote ist immer irgendwie ein bisschen kompliziert und Book Creator geht dann einfach ein-kompliziert und Book Creator geht dann einfach ein- facher.“facher.“ 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 213 Digitales MediumDigitales Medium ActionboundActionbound Anwendung in Klas-Anwendung in Klas- senstufesenstufe ab 5. Klasseab 5. Klasse Beschreibung des Beschreibung des ToolsTools App zum Erstellen interaktiver RallyesApp zum Erstellen interaktiver Rallyes • • selbstständiges Erstellen von individuellen Schnit-selbstständiges Erstellen von individuellen Schnit- zeljagden, Führungen, Quiz und Lehrpfadenzeljagden, Führungen, Quiz und Lehrpfaden • • Rätsel, Bilder, QR-Codes, GPS-Koordinaten u.v.m. Rätsel, Bilder, QR-Codes, GPS-Koordinaten u.v.m. können in die Rallye eingebaut werdenkönnen in die Rallye eingebaut werden • • Mitschüler:innen und weitere Nutzer:innen können Mitschüler:innen und weitere Nutzer:innen können die erstellten Rallyes durchführendie erstellten Rallyes durchführen • • https://de.actionbound.com/https://de.actionbound.com/ Anwendungsbeschrei-Anwendungsbeschrei- bung und Begründungbung und Begründung Mithilfe der App Actionbound haben die Schüler*in-Mithilfe der App Actionbound haben die Schüler*in- nen eine Stadtrallye erstellt, mit dessen Hilfe die nen eine Stadtrallye erstellt, mit dessen Hilfe die Schulumgebung erkundet werden konnte. In Klein-Schulumgebung erkundet werden konnte. In Klein- gruppen haben sie die Rallye als Schatzsuche gestal-gruppen haben sie die Rallye als Schatzsuche gestal- tet. Die Schüler*innen haben somit gelernt, selbstor-tet. Die Schüler*innen haben somit gelernt, selbstor- ganisiert und gruppenorientiert Routen zu erarbeiten ganisiert und gruppenorientiert Routen zu erarbeiten und vertieften dabei fachliche Inhalte, wie z. B. das und vertieften dabei fachliche Inhalte, wie z. B. das sachliche Beschreiben eines Weges. Die erstellten sachliche Beschreiben eines Weges. Die erstellten Rallyes wurden zwischen den Gruppen geteilt, sodass Rallyes wurden zwischen den Gruppen geteilt, sodass eine andere Gruppe von Mitschüler*innen den Schatz eine andere Gruppe von Mitschüler*innen den Schatz suchen mussten.suchen mussten. Voraussetzungen sei-Voraussetzungen sei- tens der Schüler*in-tens der Schüler*in- nennen Es wurden keine vertieften Vorkenntnisse im Umgang Es wurden keine vertieften Vorkenntnisse im Umgang mit digitalen Medien vorausgesetzt. Die Nutzung der mit digitalen Medien vorausgesetzt. Die Nutzung der App wurde gemeinsam im Unterricht besprochen: App wurde gemeinsam im Unterricht besprochen: Sie wurde zunächst über das Smartboard aufgerufen Sie wurde zunächst über das Smartboard aufgerufen und gemeinsam mit den Schüler*innen wurden die und gemeinsam mit den Schüler*innen wurden die grundlegenden Funktionen besprochen. Das Entde-grundlegenden Funktionen besprochen. Das Entde- cken der vielfältigen Möglichkeiten, die Rallye durch cken der vielfältigen Möglichkeiten, die Rallye durch den Einsatz verschiedener Medien auszugestalten, den Einsatz verschiedener Medien auszugestalten, wurde den Gruppen überlassen.wurde den Gruppen überlassen. Fachliche Fachliche VorüberlegungenVorüberlegungen Actionbound kann in verschiedenen Fächern an Actionbound kann in verschiedenen Fächern an unterschiedliche Inhalte angeknüpft oder als fach-unterschiedliche Inhalte angeknüpft oder als fach- übergreifendes Projektmedium begriffen werden. Im übergreifendes Projektmedium begriffen werden. Im Deutschunterricht kann das sachliche Beschreiben Deutschunterricht kann das sachliche Beschreiben eines Weges mit den korrekten Richtungsangaben eines Weges mit den korrekten Richtungsangaben geübt werden. Müssen bei der Rallye z. B. historisch geübt werden. Müssen bei der Rallye z. B. historisch oder biologisch relevante Orte in der Umgebung ver-oder biologisch relevante Orte in der Umgebung ver- pflichtend von den Schüler*innen eingebunden wer-pflichtend von den Schüler*innen eingebunden wer- den, kann die App das Bindeglied für ein überfachli-den, kann die App das Bindeglied für ein überfachli- ches Projekt darstellen.ches Projekt darstellen. https://de.actionbound.com/ 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 214 Pädagogische Pädagogische VorüberlegungenVorüberlegungen Durch das Erstellen einer Rallye lernen die Schü-Durch das Erstellen einer Rallye lernen die Schü- ler*innen ihre Umgebung besser kennen und trainie-ler*innen ihre Umgebung besser kennen und trainie- ren, sich sicher allein außerhalb der Schule zu bewe-ren, sich sicher allein außerhalb der Schule zu bewe- gen. Zudem ist der Einsatz sinnvoll, da die Planung gen. Zudem ist der Einsatz sinnvoll, da die Planung und Durchführung der Rallye das selbstorganisierte, und Durchführung der Rallye das selbstorganisierte, kooperative und zuverlässige Arbeiten fördert.kooperative und zuverlässige Arbeiten fördert. Technische Technische VorüberlegungenVorüberlegungen Damit die Schüler*innen in verschiedenen Gruppen Damit die Schüler*innen in verschiedenen Gruppen unterschiedliche Rallyes konzipieren können, muss unterschiedliche Rallyes konzipieren können, muss jede Gruppe über mindestens ein internetfähiges jede Gruppe über mindestens ein internetfähiges Gerät verfügen. Wenn die App auf der Hardware in-Gerät verfügen. Wenn die App auf der Hardware in- stalliert ist, kann die Rallye auch offline erstellt wer-stalliert ist, kann die Rallye auch offline erstellt wer- den, muss dann aber über eine Internetverbindung den, muss dann aber über eine Internetverbindung hochgeladen werden, damit die Mitschüler*innen die hochgeladen werden, damit die Mitschüler*innen die Rallye sehen und durchführen können.Rallye sehen und durchführen können. Die ersten Rallyes können ohne eine Anmeldung bei Die ersten Rallyes können ohne eine Anmeldung bei Actionbound erstellt werden.Actionbound erstellt werden. Personalisierung / Personalisierung / Individualisierung des Individualisierung des digitalen Mediumsdigitalen Mediums Die Schüler*innen können selbst entscheiden, welche Die Schüler*innen können selbst entscheiden, welche Medienformate sie einbinden und so ihre Rallye indi-Medienformate sie einbinden und so ihre Rallye indi- vidualisieren.vidualisieren. Feedback LehrkraftFeedback Lehrkraft Die Schüler*innen freuen sich, wenn die von ihnen Die Schüler*innen freuen sich, wenn die von ihnen konzipierte Rallye funktioniert und sie sehen, dass konzipierte Rallye funktioniert und sie sehen, dass auch andere Nutzer*innen der App die Rallye durch-auch andere Nutzer*innen der App die Rallye durch- geführt haben.geführt haben. 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 215 7.3 Tool-Übersicht für den Unterricht Die nachfolgende Tabelle ist dem Die nachfolgende Tabelle ist dem Baustein UnterrichtBaustein Unterricht und weiter dem und weiter dem Unter-Unter- baustein inklusiv-digitale Medien(-Bildung)baustein inklusiv-digitale Medien(-Bildung) zuzuordnen. Sie ordnet den Teil- zuzuordnen. Sie ordnet den Teil- bausteinen zum dazugehörigen bausteinen zum dazugehörigen Unterbaustein WerkzeugUnterbaustein Werkzeug digitale Tools zu, die digitale Tools zu, die in den Kooperationsschulen verwendet werden.in den Kooperationsschulen verwendet werden. Hill/Obermeier 2022 Präsentieren Produzieren Kollaborieren und Kooperieren Feedback Individuali- sieren/Perso- nalisieren ErforschenÜben Lesen Schreiben Sprechen Hören Dokumen- tieren Kommuni- zieren Lernstands- erhebung Diagnostik Organisieren von Lehr-/Lern- prozessen Werkzeug (endgerätite integrierte Funktionen, assistive Technologien, Lern- programme, Lernplattformen (u.a. KI-gestützt)) 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 216 TeilbausteineTeilbausteine ToolsTools LesenLesen SchreibenSchreiben SprechenSprechen HörenHören Smartphone: Smartphone: • • Abspielen von Hörspielen Abspielen von Hörspielen Smartboard: Smartboard: • • gemeinsames Bearbeiten von Übungen (z. B. Text-Bau-gemeinsames Bearbeiten von Übungen (z. B. Text-Bau- steine in die richtige Reihenfolge bringen, Mathematik-steine in die richtige Reihenfolge bringen, Mathematik- Aufgaben gemeinsam lösen)Aufgaben gemeinsam lösen) Notability: Notability: • • individuelles Bearbeiten von Dokumentenindividuelles Bearbeiten von Dokumenten Nutzung gängiger Programme (für den PC): Nutzung gängiger Programme (für den PC): • • bspw. Excel, Word, Paint und PowerPointbspw. Excel, Word, Paint und PowerPoint Anybook Reader:Anybook Reader: • • Stift, der eine Aufnahme- und Abspielfunktion (Audio) hatStift, der eine Aufnahme- und Abspielfunktion (Audio) hat digitale Lehrwerke:digitale Lehrwerke: • • BiBox (digitalisierte Bücher des Westermann-Verlags, BiBox (digitalisierte Bücher des Westermann-Verlags, zusätzlich mit Videos und interaktivem Material, Lizenz zusätzlich mit Videos und interaktivem Material, Lizenz erforderlich)erforderlich) • • Scook-App (digitalisierte Bücher des Cornelsen-Verlags, Scook-App (digitalisierte Bücher des Cornelsen-Verlags, Lizenz erforderlich)Lizenz erforderlich) • • Anmerkung: Vorteilhaft ist, dass Aufgaben z. B. für Schü-Anmerkung: Vorteilhaft ist, dass Aufgaben z. B. für Schü- ler*innen mit Sehbeeinträchtigung auf dem Tablet via ler*innen mit Sehbeeinträchtigung auf dem Tablet via Zoomfunktion vergrößert werden könnenZoomfunktion vergrößert werden können ProduzierenProduzieren Smartboard: Smartboard: • • Erstellen von TafelbildernErstellen von Tafelbildern Tablet: Tablet: • • Streamen von Tafelbildern, Erstellen von Präsentationen, Streamen von Tafelbildern, Erstellen von Präsentationen, Filmen uvm.Filmen uvm. LEGOLEGO®® WeDo: WeDo: • • gemeinsames Bauen und Programmieren von Legobau-gemeinsames Bauen und Programmieren von Legobau- werkenwerken Flinga: Flinga: • • kollaboratives Brainstormingkollaboratives Brainstorming 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 217 TeilbausteineTeilbausteine ToolsTools ProduzierenProduzieren PräsentierenPräsentieren ÜbenÜben Book Creator/Keynote: Book Creator/Keynote: • • individuelles und kollaboratives Erstellen von Präsentatio-individuelles und kollaboratives Erstellen von Präsentatio- nen/ Lernbüchernnen/ Lernbüchern (PowerPoint-)Präsentationen:(PowerPoint-)Präsentationen: • • Lehrkräfte erstellen insb. zur Einführung in ein Thema Lehrkräfte erstellen insb. zur Einführung in ein Thema eine Präsentation, die sie beim Vortrag zur Visualisierung eine Präsentation, die sie beim Vortrag zur Visualisierung an das Smartboard spiegeln und die sie den Schüler*in-an das Smartboard spiegeln und die sie den Schüler*in- nen ggf. auch auf der Lernplattform zur Klassenarbeits-nen ggf. auch auf der Lernplattform zur Klassenarbeits- vorbereitung oder zum vertiefenden Üben zur Verfügung vorbereitung oder zum vertiefenden Üben zur Verfügung stellen.stellen. Smartboard:Smartboard: • • Abspielen von Videos/Filmen, Demonstration neuer Inhal-Abspielen von Videos/Filmen, Demonstration neuer Inhal- tete Dokumentenkamera: Dokumentenkamera: • • Visualisierung für das Erklären von Aufgaben und das Visualisierung für das Erklären von Aufgaben und das Vergleichen von LösungenVergleichen von Lösungen Anybook Reader:Anybook Reader: • • Stift, der eine Aufnahme- und Abspielfunktion (Audio) hatStift, der eine Aufnahme- und Abspielfunktion (Audio) hat Lernvideos:Lernvideos: • • Diese werden von Lehrkräften teilweise selbst erstellt und Diese werden von Lehrkräften teilweise selbst erstellt und u. a. auf YouTube veröffentlicht, sodass die Schüler*innen u. a. auf YouTube veröffentlicht, sodass die Schüler*innen mithilfe eines Links bspw. zu Hause Inhalte wiederholen mithilfe eines Links bspw. zu Hause Inhalte wiederholen können oder die Lösungswege von Aufgaben in ihrer Ge-können oder die Lösungswege von Aufgaben in ihrer Ge- schwindigkeit (und mit Wiederholungen) nachvollziehen schwindigkeit (und mit Wiederholungen) nachvollziehen können.können. ÜbenÜben bettermarks (Lernplattform): bettermarks (Lernplattform): • • passgenaues zur Verfügung stellen von Übungen im Ma-passgenaues zur Verfügung stellen von Übungen im Ma- thematikunterrichtthematikunterricht Kahoot (Quiz-App)Kahoot (Quiz-App) Plickers (Umfrage-App)Plickers (Umfrage-App) ANTON (Übungs-App): passgenaues ÜbenANTON (Übungs-App): passgenaues Üben Diverse Vokabeltrainer-Apps (für Smartphones)Diverse Vokabeltrainer-Apps (für Smartphones) QR-Codes:QR-Codes: • • führen zu vertiefenden Videos und zu anderen Inhaltenführen zu vertiefenden Videos und zu anderen Inhalten 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 218 TeilbausteineTeilbausteine ToolsTools DokumentierenDokumentieren Smartboard/Tablet: Smartboard/Tablet: • • Fotografieren, Audio- und VideoaufnahmenFotografieren, Audio- und Videoaufnahmen Notability: Notability: • • individuelles Bearbeiten von Dokumentenindividuelles Bearbeiten von Dokumenten Office-ProgrammeOffice-Programme ErforschenErforschen Recherche mit verschiedenen Endgeräten:Recherche mit verschiedenen Endgeräten: • • Schüler*innen sollen z.B. unbekannte Wörter im Duden Schüler*innen sollen z.B. unbekannte Wörter im Duden online nachschlagen, im Internet zu einem bestimmten online nachschlagen, im Internet zu einem bestimmten Thema recherchieren und ggf. auch einen Vortrag dazu Thema recherchieren und ggf. auch einen Vortrag dazu erarbeiten (auch Produzieren)erarbeiten (auch Produzieren) FeedbackFeedback FeedbackSchule (App): FeedbackSchule (App): • • Schüler*innen geben ein unmittelbares Feedback zum Schüler*innen geben ein unmittelbares Feedback zum UnterrichtUnterricht KommunizierenKommunizieren Organisieren von Organisieren von Lehr-/Lernpro-Lehr-/Lernpro- zessenzessen IServ (Lernplattform): IServ (Lernplattform): • • Kommunikation zwischen Schüler*innen und Lehrkräften Kommunikation zwischen Schüler*innen und Lehrkräften oder zwischen Schüler*innen und Schüler*innen oder oder zwischen Schüler*innen und Schüler*innen oder zwischen Lehrkräften und Lehrkräften, Bereitstellen und zwischen Lehrkräften und Lehrkräften, Bereitstellen und Einsehen von UnterrichtsmaterialienEinsehen von Unterrichtsmaterialien LearningView (Lern-Management-Software):LearningView (Lern-Management-Software): • • Verwalten von Lerninhalten, Stellen von Aufgaben, Über-Verwalten von Lerninhalten, Stellen von Aufgaben, Über- sicht über Aktivitäten der Schüler*innen, Dokumentation sicht über Aktivitäten der Schüler*innen, Dokumentation und Reflexion von Lernprozessen, Selbsttests u.v.m.und Reflexion von Lernprozessen, Selbsttests u.v.m. Lernstandserhe-Lernstandserhe- bungbung DiagnostikDiagnostik Organisieren von Organisieren von Lehr-/Lernpro-Lehr-/Lernpro- zessenzessen bettermarks (Lernplattform): bettermarks (Lernplattform): • • passgenaues zur Verfügung stellen von Übungen im Ma-passgenaues zur Verfügung stellen von Übungen im Ma- thematikunterrichtthematikunterricht LearningView (Lern-Management-Software):LearningView (Lern-Management-Software): • • Verwalten von Lerninhalten, Stellen von Aufgaben, Über-Verwalten von Lerninhalten, Stellen von Aufgaben, Über- sicht über Aktivitäten der Schüler*innen, Dokumentation sicht über Aktivitäten der Schüler*innen, Dokumentation und Reflexion von Lernprozessen, Selbsttests u.v.m.und Reflexion von Lernprozessen, Selbsttests u.v.m. 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 219 TeilbausteineTeilbausteine ToolsTools Organisieren von Organisieren von Lehr-/Lernpro-Lehr-/Lernpro- zessenzessen Digitale Checkliste (Smartphone):Digitale Checkliste (Smartphone): • • Schüler*innen können sich eine Checkliste auf dem Han-Schüler*innen können sich eine Checkliste auf dem Han- dy herunterladen und nachvollziehen, was noch zu tun istdy herunterladen und nachvollziehen, was noch zu tun ist Tablet:Tablet: • • Schüler*innen mit eigenem Tablet können sich individuel-Schüler*innen mit eigenem Tablet können sich individuel- le Ordner-Strukturen anlegen und individualisierte Aufga-le Ordner-Strukturen anlegen und individualisierte Aufga- ben bearbeitenben bearbeiten • • digitaler Taschenrechner von Westermanndigitaler Taschenrechner von Westermann • • Wochenpläne, HausaufgabenWochenpläne, Hausaufgaben IServ (Lernplattform): IServ (Lernplattform): • • Kommunikation zwischen Schüler*innen und Lehrkräften Kommunikation zwischen Schüler*innen und Lehrkräften oder zwischen Schüler*innen und Schüler*innen oder oder zwischen Schüler*innen und Schüler*innen oder zwischen Lehrkräften und Lehrkräften, Bereitstellen und zwischen Lehrkräften und Lehrkräften, Bereitstellen und Einsehen von UnterrichtsmaterialienEinsehen von Unterrichtsmaterialien LearningView (Lern-Management-Software):LearningView (Lern-Management-Software): • • Verwalten von Lerninhalten, Stellen von Aufgaben, Über-Verwalten von Lerninhalten, Stellen von Aufgaben, Über- sicht über Aktivitäten der Schüler*innen, Dokumentation sicht über Aktivitäten der Schüler*innen, Dokumentation und Reflexion von Lernprozessen, Selbsttests u.v.m.und Reflexion von Lernprozessen, Selbsttests u.v.m. 7 Praxishappen Inklusiv-digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung: Wie gelingt das? 220 7.4 Literatur zum Stöbern Althoff, Frank; Döbber, Karl-Otto; Gerstlauer, Traudel; Hörtdörfer, Heinrich; Althoff, Frank; Döbber, Karl-Otto; Gerstlauer, Traudel; Hörtdörfer, Heinrich; Rüttler, Michael; Wiedenmann, Rudolf. 2007. Rüttler, Michael; Wiedenmann, Rudolf. 2007. Handbuch OESHandbuch OES. Handreichung 8. . Handreichung 8. Prozessmanagement. Kronach: Wolters Kluwer Deutschland. Verfügbar unter: Prozessmanagement. Kronach: Wolters Kluwer Deutschland. Verfügbar unter: https://www.schule-bw.de/themen-und-impulse (Zugegriffen: 30.05.2022). https://www.schule-bw.de/themen-und-impulse (Zugegriffen: 30.05.2022). Brückel, Frank; Spirig, Regula. 2021. Auf die Haltung kommt es an! Zum Um-Brückel, Frank; Spirig, Regula. 2021. Auf die Haltung kommt es an! Zum Um- gang mit Haltungen und Emotionen in der schulischen Führungsarbeit. gang mit Haltungen und Emotionen in der schulischen Führungsarbeit. #schule-#schule- verantworten. führungskultur_innovation_autonomieverantworten. führungskultur_innovation_autonomie, 1 (2), 29-41. https://doi., 1 (2), 29-41. https://doi. org/10.53349/sv.2021.i2.a105 org/10.53349/sv.2021.i2.a105 Berglehner, Florian. 2015. Berglehner, Florian. 2015. Prozessmanagement als Instrument eines prozessori-Prozessmanagement als Instrument eines prozessori- entierten Qualitätsmanagements an beruflichen Schulenentierten Qualitätsmanagements an beruflichen Schulen. Dissertation. Friedrich-. Dissertation. Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Berlin: epuli GmbH. Verfügbar unter: Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Berlin: epuli GmbH. Verfügbar unter: https://opus4.kobv.de/opus4-fau/files/6792/Diss_Berglehner_final_A4_OPUS.pdf https://opus4.kobv.de/opus4-fau/files/6792/Diss_Berglehner_final_A4_OPUS.pdf (Zugegriffen: 15.06.2022) (Zugegriffen: 15.06.2022) Dirim, İnci; Mecheril, Paul (Hg). 2018. Dirim, İnci; Mecheril, Paul (Hg). 2018. Heterogenität, Sprache(n), Bildung. Eine Heterogenität, Sprache(n), Bildung. Eine differenz- und diskriminierungstheoretische Einführungdifferenz- und diskriminierungstheoretische Einführung. Bad Heilbrunn: Verlag . Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.Julius Klinkhardt. Fürstenau, Sara; Gomolla, Mechtild (Hg). 2011. Fürstenau, Sara; Gomolla, Mechtild (Hg). 2011. Migration und schulischer Wan-Migration und schulischer Wan- del: Mehrsprachigkeitdel: Mehrsprachigkeit. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden. Laloux, Frederic. 2015. Laloux, Frederic. 2015. Reinventing Organizations. Ein Leitfaden zur Gestaltung Reinventing Organizations. Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeitsinnstiftender Formen der Zusammenarbeit. München: Verlag Franz Vahlen. . München: Verlag Franz Vahlen. Lotter, Dennis. 2019. Lotter, Dennis. 2019. Digital Transformation Design. 33 Prinzipien, wie Sie Orga-Digital Transformation Design. 33 Prinzipien, wie Sie Orga- nisationen ins intelligente Zeitalter führennisationen ins intelligente Zeitalter führen. Göttingen: BusinessVillage.. Göttingen: BusinessVillage. Reinmuth, Sandra; Voß, Sophie Christel. 2010. Reinmuth, Sandra; Voß, Sophie Christel. 2010. Die 120 besten Checklisten zum Die 120 besten Checklisten zum ProzessmanagementProzessmanagement. München: mi-Wirtschaftsbuch, FinanzBuch Verlag. Verfüg-. München: mi-Wirtschaftsbuch, FinanzBuch Verlag. Verfüg- bar unter: https://www.m-vg.de/mediafiles/Leseprobe/9783636031280.pdf (Zu-bar unter: https://www.m-vg.de/mediafiles/Leseprobe/9783636031280.pdf (Zu- gegriffen: 25.05.22).gegriffen: 25.05.22). Titel Impressum Projektmitglieder Inhaltsverzeichnis Danksagung 1 Einblick in das Verbundprojekt Dig*In 1.1 Intention der Handreichung 1.2 Struktur des Verbundprojektes 1.3 Forschungsdesigns der Teilprojekte 1.3.1 Teilprojekt I: Auf dem Weg zum Modell 1.3.2 Teilprojekt II: Fokus auf die Schulentwicklu 1.3.3 Teilprojekt III: Eine Perspektive auf die Unterrichtsentwicklung 1.3.4 Teilprojekt IV: Erstellen der Lernplattform LAYA 1.4 Modellgenese 1.5 Das Modell im Überblick 1.6 Aufbau und Verwendung der Handreichung 1.7 Literaturverzeichnis 2 Baustein Schulkultur 2.1 Schulkultur - Vorbemerkungen 2.2 Die acht Bestandteile der Schulkultur 2.3 Partizipationskultur 2.4 Unterstützungskultur 2.5 Kooperations- und Kollaborationskultur 2.6 Reflexionskultur 2.7 Kultur des Ausprobierens 2.8 Lernkultur 2.9 Innovationskultur 2.10 Kapitelzusammenfassung 2.11 Literaturverzeichnis 3 Baustein Mitglieder in Schule 3.1 Wer wirkt in Schule? 3.2 Auf die Menschen kommt es an 3.3 Die Mitglieder in Schule 3.4 Haltung macht Schule 3.5 Haltungen werden zu Handlungen 3.6 Kapitelzusammenfassung 3.7 Literaturverzeichnis 4 Baustein Strukturen und Prozesse 4.1 Strukturen schaffen und Prozesse etablieren 4.1.1 Strukturen – eine Einordnung 4.1.2 Strukturen schaffen – Prozesse gestalten 4.2 Relevante Bausteine für die Implementation von Strukturen und dieGestaltung von Prozessen 4.2.1 Ressourcen verwalten 4.2.2 Schulalltag gestalten 4.2.3 Prozesse steuern 4.2.4 Weitere Einflussgrößen berücksichtigen 4.3 Kapitelzusammenfassung 4.4 Literaturverzeichnis 5 Baustein Unterricht 5.1 Die sieben Bestandteile der Unterrichtsebene 5.2 Lernsettings 5.2.1 Partizipatives Lernen 5.2.2 Lernlandschaften 5.2.3 Vielfältige Lernorte 5.2.4 Projektorientiertes Arbeiten 5.2.5 Hybride Lernformate 5.2.6 Sich veränderndes Rollenverständnis 5.3 Barrierefreiheit 5.3.1 Architektur 5.3.2 Material, Informationen 5.4 Binnendifferenzierung 5.4.1 Individualisierung/Personalisierung 5.4.2 Selbstdifferenzierung im Rahmen von Individualisierung/Personalisierung 5.5 Kooperation und Kollaboration 5.6 Inklusiv-digitale Medien(-Bildung) 5.6.1 Lerninhalt 5.6.2 Werkzeug 5.6.3 Konzept 5.7 Professionalisierung 5.7.1 Kompetenzausbau: Inklusion und Medienbildung 5.7.2 Kompetenzausbau: Verzahnung von Inklusion und Medienbildung 5.7.3 Sich veränderndes Rollenverständnis 5.8 Reflexion, Feedback, Evaluation 5.8.1 Selbstreflexion 5.8.2 Interaktion 5.8.3 Unterrichtsgestaltung 5.9 Durchgängige Sprachbildung 5.9.1 Bildungs- und Fachsprache 5.9.2 Einbezug sprachlicher Vielfalt 5.9.3 Konzept 5.10 Kapitelzusammenfassung 5.11 Literaturverzeichnis 6 Zusammenfassung 7 Praxishappen 7.1 Zwei Schulen, unterschiedliche Schwerpunkte: auf dem individuellenWeg zur inklusiv-digitalen Schule 7.1.1 Schulportrait 1: Monika-Hartmann-Schule 7.1.2 Schulportrait 2: Gabriele-Baader-Grundschule 7.2 Anwendungsbeispiele von digitalen Medien im inklusiven Unterricht 7.2.1 Für das Fach Mathematik 7.2.2 Für das Fach Deutsch 7.2.3 Fächerübergreifender Einsatz 7.3 Tool-Übersicht für den Unterricht 7.4 Literatur zum Stöbern
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