Rhythmus, Macht und Subversion: interdisziplinäre und frankophone Perspektiven
Call for Paper
5.-7. November 2026 an der Europa-Universität Flensburg
Internationale Tagung des Campus Nord für Frankreich und Frankophonie (CaNoFF)
Rhythmen sind allgegenwärtig in kulturellen, gesellschaftlichen und in naturgebundenen Zusammenhängen: Ein Gedicht, ein Musikstück oder die Sprache als Ganzes, der Herz- und Biorhythmus, die Menstruation oder die Jahreszeiten sind ebenso wie gesellschaftliche Zeit-Räume von bestimmten Rhythmen, z.B. der Arbeit, Freizeit oder Wahlperioden geprägt. Auch wenn die Definitionen von Rhythmus je nach Fachdisziplin sehr unterschiedlich ausfallen und die Abgrenzungen von Begriffen wie „Zeit“, „Taktung“ oder „Zyklus“ keineswegs immer trennscharf verlaufen, lässt sich doch eine Minimalbestimmung ausmachen, die als Ausgangspunkt der Tagung dienen soll: Während Zeit das Medium ist, ist Rhythmus die konkrete Organisation dieses Mediums.
Mögliche thematische Schwerpunkte sind:
• Gestaltung von Rhythmus als Machtinstrument und als Machtkritik
• Takt- und Rhythmuskonzepte in frankophonen Kontexten und in vergleichender Perspektive
• Kulturelle Reflexionen und Repräsentationen von Rhythmus
• Rhythmus der Sprache, Stimme und Literatur – machtkritische Dimensionen
• Kadenzen und Frequenzen in Literatur, Musik und Physik
• Rhythmus, Taktung, Flow in Kunst und Arbeit: Macht- und Freiheitsdimensionen des Rhythmus
• Idiorrhythmie (individueller Rhythmus) als Widerstand und Eigensinn
• Rhythmus/Sprachrhythmus als Machtinstrument sozialer und postkolonialer Hierarchisierung
• Durchsetzung europäischer Rhythmusvorstellungen im Kolonialismus: Auswirkungen, alternative Rhythmuskonzepte und kulturelle Repräsentationen
• Gender-Perspektiven auf männlich codierte Zeitlogiken und die Entwertung alternativer Rhythmusvorstellungen
• Arrhythmie: Destruktive und konstruktive Rhythmusstörungen und ihre Repräsentations- und Diskursformen
• Hegemonie des menschlichen Rhythmus im Anthropozän und die Folgen
• Rhythmusgerechtigkeit, temporale Biopolitik
• Rhythmus in der Geschichte: zyklisch, linear, sprunghaft
• Politische Entscheidungsrhythmen und demokratische Prozesse
• Rhythmus in Musik und Film als politische Selbstermächtigung im frankophonen Raum
Organisation – Einreichung:
Die Tagung findet vom 5. bis 7. November 2026 an der Europa-Universität Flensburg (Deutschland) statt. Die Vorträge können auf Deutsch oder Französisch gehalten werden.
Wir bitten alle Interessierten, uns Vorschläge für einen 25-minütigen Vortrag (zuzüglich 15 Minuten Diskussion) zu unterbreiten. Bitte schicken Sie uns Ihren (vorläufigen) Vortragstitel, ein Abstract (ca. 1500–2000 Zeichen, einschließlich Leerzeichen und Literaturverzeichnis) sowie eine kurze biografisch-bibliografische Angabe (inkl. aktuelle institutionelle Zugehörigkeit) als pdf-Format an margot.brink@uni-flensburg.de und jan.rhein@uni-flensburg.de. Die Einreichungsfrist endet am 15.06.2026. Sie werden bis zum 15.06.2026 über die Annahme informiert. Eine Online-Teilnahme ist auf Anfrage möglich, falls eine Anreise nicht möglich sein sollte.
Die Tagung beginnt am 05.11.2026 gegen 13 Uhr und endet am 07.11.2026 gegen 14 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine finanzielle Unterstützung für Reise- und Unterkunftskosten wird beantragt, kann aber derzeit noch nicht bestätigt werden. Bei organisatorischen Fragen wenden Sie sich bitte an: jan.rhein@uni-flensburg.de.