AMPHIBIEN

Illustration: Caroline Panozzo

Ein deutsch-dänisches Abstimmungs-Schauspiel

zum 100. Jahrestag der Volksabstimmungen von 1920 über den Verlauf der deutsch-dänischen Grenze.

BIS VOR KURZEM war alles selbstverständlich. Wir waren Amphibien. Amphibien? Wir lebten in zwei Elementen: auf dem Land gehen, im Wasser schwimmen. In gewisser Weise tun wir's noch. Wir gehen von der einen Sprache in die andere wie durch eine offene Tür. Je nach Umgebung leben wir in dänischen Liedern oder in deutschen. Im Wasser schwammen sie und an Land gingen sie. Ich rede wie von einem Kindheitsparadies, von einem fernen Zuhause ... Wir redeten und wir sangen deutsch, in der Kirche und im Dorf war alles dänisch, und gingen deutsch oder umgekehrt. Je nachdem, wir konnten uns gar nicht vorstellen, dass es auch anders geht. Ja aber, das Leben in beiden Welten? Wir haben uns schlafen gelegt und sind alle als Landtiere mit Eck​ zähnen aufgewacht. Alles fiel auseinander. Und was war daran schuld?

Die Schleswigsche Frage ...Aus dem Roman "Riß durchs Festland" von Uwe Pörksen

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Die Theater-Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig in Apenrade hat dieses Stück in Zusammenarbeit mit Studierenden und Lehrenden der Abteilungen Kunst und Visuelle Medien, Textil und Mode sowie Darstellendes Spiel der Europa-Universität Flensburg zum 100. Jahrestag der Volksabstimmungen von 1920 über den Verlauf der deutsch-dänischen Grenze entwickelt.

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KÜNSTLERISCHE LEITUNG

Jürgen Schultze / Deutsches Gymnasium für Nordschleswig
Dr. Miriam Baghai-Thordsen / Darstellendes Spiel, EUF
Dr. Markus J. Herschbach / Institut für Ästhetisch-Kulturelle Bildung/ Kunst und Visuelle Medien, EUF 
Anja Rüther, Nadja Rogalski / Institut für Ästhetisch-Kulturelle Bildung/ Textil und Mode, EUF

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HISTORISCHE EINORDNUNG

Den Impuls zu diesem Abstimmungs-Schauspiel gab der Roman "Riß durchs Festland" von Prof. Dr. Uwe Pörksen: Die Auseinandersetzungen und Grenzlandkämpfe zwischen Dänen und Deutschen, das Erwachen des Nationalismus, die Verfolgung national Andersdenkender, die Toten von fünf Kriegen (Deutsch-Dänische Kriege 1848-1850 und 1864, Preußisch-Österreichischer Krieg 1866, Deutsch-Französischer Krieg1870/71 und der Erste Weltkrieg 1914-1918) sind die Signaturen einer Epoche, gleichsam ein Panorama der Landes- und Zeitgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert.

Der Roman macht deutlich, was diese kriegerischen Auseinandersetzungen für den Alltag und das Zusammenleben der Menschen und ihre Familien im deutsch-dänischen Grenzland bedeuteten. Nach Uwe Pörksen ging das von ihm so genannte "amphibische Zeitalter" im Laufe dieser Epoche verloren. Gemeint ist damit das friedliche Miteinander der deutschen und der dänischen Kultur.

Historische Dokumente und Romanfragmente dienen als Basis für die szenische Lesung. Daraus werden Charaktere zum Leben erweckt und agieren über die Zeiten hinweg miteinander. Die Schüler*innen und Studenten*innen werfen dabei einen Blick auf 100 Jahre Grenzlandgeschichte, aber auch auf das Jetzt und wagen darüber hinaus einen Blick in die Zukunft.

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Fotos: Hannah Maaßen

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