1. Abteilung für Bibelwissenschaften, Bibeldidaktik und Religionspädagogik

Buchempfehlungen für Studium und Praxis

Zitate

Zur Sprache der Bibel

"Nicht nur dem Geängsteten bietet die Bibel eine Sprache für seine Angst,
sondern der Verzweifelte findet [...] eine Sprache für seine Verzweiflung,
der unter dem Zynismus der Mächtigen Leidende eine Sprache für seinen Zorn [...],
der Glückliche eine Sprache für sein Glück und für die Schönheit des Lebens [...],
der nach Hoffnung Dürstende eine Sprache der Hoffnung [...].
Wo sonst finden wir eine solche Sprache, die Tränen versiegen läßt,
Luft zum Atmen gibt und Mut, um wieder aufzustehen?"

(Ingo Baldermann, Einführung in die Bibel, utb 1486, Göttingen 1988, S. 12)

Zum Theologiestudium

"Nicht in der ungebändigten Vielfalt der Leidenschaft
läßt sich das Studium der Theologie erstürmen,
sondern das rechte Studium der theologia sacra beginnt dort,
wo der Mensch mitten in seinem Fragen und Suchen auf das Kreuz stößt;
wo er im Leiden Gottes unter der Menschen Hand
das Ende aller seiner Leidenschaften erkennt,
das Gericht über seine ganze Vitalität vernimmt.
Hier geschieht der große Umschwung, der für das Studium
die Wende zur theologischen Sachlichkeit bedeutet."

(Dietrich Bonhoeffer, Literarisches Fragment von 1933, in: Dietrich Bonhoeffer Werke Bd. 12, S. 417)

Zum Christsein

"Der Mensch wird aufgerufen,
das Leiden Gottes an der gottlosen Welt mitzuleiden [...].
Christsein heißt [...] Menschsein,
nicht einen Menschentypus, sondern den Menschen schafft Christus in uns.
Nicht der religiöse Akt macht den Christen,
sondern das Teilnehmen am Leiden Gottes im weltlichen Leben.
Das ist die 'metanoia' [griechisch für 'Umkehr, Blickwechsel'],
nicht zuerst an die eigenen Nöte, Fragen, Sünden, Ängste denken,
sondern sich in den Weg Jesu mithineinreißen zu lassen,
in das messianische Ereignis [...],
das - messianische - Leiden Gottes in Jesus Christus [...]"

(Dietrich Bonhoeffer, Brief an E. Bethge vom 18.07.1944, in: Dietrich-Bonhoeffer-Werke Bd. 8, S. 535-538, hier S. 535f)