Aktuelles

Gemeinsame Doktoranden-Sozietät

Vergangenes Wochenende trafen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Dialog der Religionen mit den Kolleginnen und Kollegen der Systematischen Theologie und Ethik der CAU Kiel zur gemeinsamen Graduierten-Sozietät. Auf dieser von den Professoren Hartmut Rosenau, André Munzinger und Ralf K. Wüstenberg durchgeführten Veranstaltung stellten die gemeinsamen Doktorandinnen und Doktoranden sowie Habilitandinnen und Habilitanden ihre ihre Arbeiten und deren aktuellen Stand vor.

Iclal Baki stellte hier ihr interreligiöses Projekt über die Frage der christlich-theologischen Dialogmodelle in islamisch-theologischer Perspektive erstmalig vor.

Maria Höppe gab einen Einblick in ihre gegenwärtige Studie zur Frage der faktischen und potenziellen Dialogfähigkeit christlicher und islamischer Schulbücher.

Maria Palme gab einen Abschlussbericht ihrer Studie über den Vergleich der politischen Versöhnungsprozesse in Südkorea und Ostdeutschland.

Dr. Thies Münchow präsentierte sein aktuelles Buchprojekt zur Frage der politisch-ethischen Institution und ihres theologischen Gehalts.

Flensburg, 10. März 2020

Promotionen & Habilitationen

Promotionsprojekte

Jelena Beljin

Menschenbild in der Theologie Dietrich Bonhoeffers

Methodisch wird mit Hilfe eines Kriterienkatalogs der Versuch einer Rekonstruktion des Menschenbilds Bonhoeffers, mit besonderem Fokus auf die Gefängniskorrespondenz, unternommen und die These vertreten, dass Bonhoeffers Menschenbild in hohem Maße anschlussfähig ist für die gegewärtigen ethische Debatten um Menschenrechte und Menschenwürde (und deren Begründungsfragen) sowie um grundlegende Erwägungen zur theologischen Anthropologie.

Maria Höppe

Der Vergleich christlicher und islamischer Schulbücher hinsichtlich ihres Dialogpotentials

In dem Dissertationsprojekt werden christliche und islamische Schulbücher auf ihr Bild hinsichtlich der jeweils anderen Religion untersucht. Es wird überprüft, welches Dialogpotential durch die Schulbücher an Schüler*innen und Lehrer*innen vermittelt wird. Diese Ergebnisse werden in einem zweiten Schritt verglichen, sodass ein Bild der verschiedenen Religionsbücher im Zusammenhang von interreligiösen und dialogischen Fragestellungen vor allem aus der Komparativen Theologie her deutlich wird.

Maria Palme

Aussöhnungspolitik. Ein interdisziplinärer Vergleich der opfer- und täterfokussierten Aufarbeitung In Südkorea Und Ostdeutschland nach Ende des Kalten Krieges


Das Dissertationsprojekt setzt sich mit dem originären Thema von Aussöhnungspolitik als Handlungstheorie für die institutionelle, nationale Aufarbeitung von Diktaturen in Folge von Systemwechselprozessen auseinander. Am Fallbeispiel von Südkorea und (Ost-)Deutschland werden jene von Wahrheits- und Versöhnungskommissionen erarbeiteten aussöhnungspolitischen Strategien im Bereich der erinnerungskulturellen Praxis auf ihre Wirkung hin untersucht, welche Einfluss die Transformation von Freund-Feind-Denkmustern zwischen Opfer- und Tätergruppen genommen haben. Einerseits werden anhand der interkulturellen, institutionellen Vergleichsstudie unterschiedliche Bewältigungsstrategien zur Überwindung gesellschaftlicher Spaltung in Folge der kommunistischen und anti-kommunistischen Diktaturen im 20. Jahrhundert in den Blick genommen. Andererseits, werden Kausalitäten zwischen historisch-politischen Bedingungen analysiert, welche zum Einsetzen der parlamentarischen Untersuchungen beigetragen haben. Zudem werden die institutionellen  Aufarbeitungsprozesse hinsichtlich ihrer Verfahrensweise, Herausforderungen und Wirken selbst auf innergesellschaftliche und nationale Aussöhnungsprozesse hin untersucht.  Erkenntnisleitende Frage der interkulturellen Vergleichsstudie ist, inwieweit das Aussöhnungsnarrativ nicht nur in der symbolischen Rhetorik repräsentativer Institutionen Eingang in den öffentlichen und politischen Diskurs genommen hat, sondern auch zum nachhaltigen Wandel im Freund-Feind-Denken in den Postdiktaturgesellschaften beitragen hat?