Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg Berichtszeitraum 2021 2022 | Forschung Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 2021 3 Inhaltsverzeichnis Entwicklung der Forschung und der Forschungsförderung an der EUF 4 Zahlen und Daten 10 Die profilgebenden Forschungszentren 24 Forschungsprojekte 38 Forschungspreise 46 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF 56 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 20214 54 Wie im Vorjahr war auch in 2021 die Tätigkeit des Forschungsreferats durch die Corona-Pandemie geprägt Präsenzaktivitäten waren nur phasen- weise und wenn, dann mit deutlichen Einschränkungen möglich Die im Bereich der Lehre weiterhin notwendigen Veränderungen führten erneut zu massiven Mehrbelastungen aller in der Lehre tätigen Wissenschaftler*innen Vor diesem Hintergrund ist allen hoch anzuerkennen, dass trotz aller Herausforderungen auch für das Jahr 2021 retrospektiv betrachtet nicht nur in der Lehre, son- dern auch in der Forschung durch das Engagement der Forschenden und des wissenschaftsunterstützenden Personals umfängliche Leistungen erbracht werden konnten Dies ist umso höher einzuschätzen, da erneut deutlich weniger zeitliche Ressourcen für Forschung zur Verfügung standen Gleichzeitig führten die pandemiebedingten Vorgaben dazu, dass erneut bestimmte Forschungs- aktivitäten nur eingeschränkt oder gar nicht möglich waren Dies betrifft sowohl Forschung an sich, wenn etwa empirische Datenerhebungen nicht mehr in der üblichen Form realisiert werden konnten, sondern andere Möglichkeiten der Erhebung entwickelt werden mussten Es gilt aber auch für die Präsentation von Forschungsergebnissen und die Vernetzung mit Kolleg*innen, die durch die Verschiebung oder Absage von Konferenzen und anderer entsprechender Präsentationsmöglichkeiten nur eingeschränkt erfolgen konnten Aus gleichen Gründen waren auch Outreach-Aktivitäten nur begrenzt möglich Insofern lag ein Schwerpunkt der Aktivitäten des Forschungsreferats im Bestreben, die Konsequenzen der Einschränkungen für die Forschung best- möglich zu minimieren In verschiedenen Kommunikationsformaten wurde das Gespräch mit den EUF-Wissenschaftler*innen gesucht, um pandemiebeding- te Probleme vor allem für Forschungsvorhaben zu identifizieren Mit Unter- stützung von Präsidium und Forschungsausschuss konnten auch 2021 aus- reichend Stellenverlängerungen für promovierende Beschäftigte außerhalb regulärer Qualifikationsstellen bereitgestellt werden, deren Verträge ausliefen und bei denen besondere pandemiebedingte Härten vorlagen (etwa durch zu- sätzliche Betreuungsaufgaben) Entwicklung der Forschung und der Forschungsförderung an der EUF Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 20216 7 Zur weiteren Stärkung des Forschungsprofils der EUF befindet sich derzeit ein drittes Forschungszentrum im Bereich Transformations- und Nachhaltig- keitsforschung in Planung, das die in dem Bereich bestehenden Forschungs- potentiale an der EUF bündeln will Rund 40 Wissenschaftler*innen aus acht Instituten bekundeten ihr Interesse an einer Mitwirkung Ab März 2021 wurden Entwürfe für ein inhaltliches Profil und eine Satzung erarbeitet In dem Ende 2021 verabschiedeten Struktur- und Entwicklungsplan „RISE“ für den Zeitraum 2022-2026 wurde die Einrichtung dieses dritten profilgebenden Forschungs- zentrums als Ziel beschlossen Ein weiteres wesentliches Arbeitsfeld war die Umsetzung des DFG-Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“, mit der die wissen- schaftlichen Qualitätsstandards an der EUF weiterentwickelt werden und die letztlich auch für die weitere Förderung durch die DFG maßgeblich ist Die Flensburg University Press musste neu ausgerichtet werden, da der bis- herige Kooperationspartner Readbox durch Bookwire übernommen wurde und das bisherige Angebot nicht aufrechterhalten wurde Erfreulicherweise konnte hier durch den Abschluss eines entsprechenden Rahmenvertrages mit der Wissen- schaftlichen Buchgesellschaft (wbg) eine hervorragende Lösung geschaffen werden, die eine qualitative Weiterentwicklung des Angebots ermöglicht Die Open Researcher and Contributor ID (ORCID) wurde als Standard an der EUF zur eindeutigen Identifizierung von Wissenschaftler*innen und ihrer Forschungsleistungen eingeführt und der Hochschulöffentlichkeit auf dem 4 Tag der Forschungsförderung vorgestellt Dies soll zugleich als Vorarbeit für den Datenimport in das zu schaffende Forschungsmodul des Campus-Manage- ment-Systems dienen In Kooperation mit dem Justiziariat und der Abteilung Personal wurde zu- dem eine Neufassung der Habilitationsordnung vorbereitet, die auf eine Ver- besserung der Regularien für Habilitierende abzielte und vom Senat im Juli 2021 beschlossen wurde Zur Weiterentwicklung der Qualitätssicherung von wissenschaftlichen Quali- fikationswegen wurden mit Senatsbeschluss im Januar 2021 die Satzung zur Zwischen- und Endevaluation der Leistungen von Juniorprofessor*innen und die Satzung über die Strukturen, Verfahren und Merkmale von Tenure-Track- Professuren modifiziert Zudem wurde ein Leitfaden für Beratungsgespräche des Institutsvorstands mit Juniorprofessor*innen in gleicher Sitzung ver- abschiedet, sodass auch hier jetzt eine Grundlage für die angestrebte Weiter- entwicklung dieses für die EUF zentralen Weges zur Professur gewährleistet ist Im Rahmen des vom Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissen- schaftlichen Nachwuchses finanzierten Projekts „Förderung von Qualität und Internationalisierung von Tenure-Track-Professuren (FQI)“ konnten drei W1- Professuren mit Tenure Track (nach W3) in den folgenden Denominationen be- setzt werden a) Neuere deutsche Literaturwissenschaft, b) Soziologische Theo- rie mit dem Schwerpunkt Konfliktforschung im europäischen Kontext und c) Plurale Ökonomik In einem Fall wird auf diesem Wege eine bestehende Profes- sur wiederbesetzt, in den beiden anderen Fällen handelt es sich um die Neuein- richtung einer Professur Eine vierte entsprechende Stelle aus dem Programm konnte nicht besetzt werden und wurde im Bereich Ökologie und Nachhaltigkeit neu ausgeschrieben Das Verfahren soll 2022 abgeschlossen werden Die vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) verantwortete National Academics Panel Study (NACAPS), die die Qualifizierungsbedingungen von Promovierenden und ihren späteren Berufs- verläufen als Post-Docs untersucht, wurde von der EUF durch Beteiligung an der seit 2019 zweiten Befragungswelle unterstützt nacaps.de Entwicklung der Forschung und der Forschungsförderung an der EUF https://www.nacaps.de Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 20218 9 STUDYasU hat das Ziel, barriere-sen- sible digitale Lehr-Lernformate zu unterstützen. Mit dem Studienbüro für barriere-bewussten Service (STUBBS) besitzt das Projekt eine zentrale Anlauf- stelle auf dem Campus, um Lehrende und Studierende zu unterstützen. ZeBUSS / RP SKM: Refe- renzperson für schulisches Handeln im Kontext sexuel- len Kindesmissbrauchs Projektteam RP SKM (von links nach rechts): Dr. Isabelle von Seeler, Justine Eilfgang, Maike Cigelski und Prof. Dr. Simone Pülschen Auf dem Weg nach Winchester zur International Investigative Interviewing Research Group (iIIRG) Konferenz 2022. Von links nach rechts: Maike Cigelski, Justine Eilfgang und Prof. Dr. Simone Pülschen Ziel der Nachwuchsforschungsgruppe ist die systematische Analyse von Geschlechter-Diversität und Schule sowie die langfristige Verankerung der Thematik in der Bildungsforschung, um Inklusion und gleichberechtigte Bildungsteilhabe geschlechter-diverser Schüler*innen sowie die Umsetzung des Personenstands ‚divers‘ im Be- reich Schule zu gewährleisten. ZeBUSS / Gender 3.0 in der Schule: Herausforderungen und Handlungsbedarfe im Bereich Lehrkräfteausbildung zur An- erkennung von Gender-Diversität unter besonderer Berücksichti- gung des Personenstands divers ZeBUSS / ‘Study as you are!: Anforderungsdesign und Umsetzungsstrategie barrie- re-sensibler Hochschullehre am Beispiel inklusiv-digitaler Sprachenpädagogik Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202110 1110 Stand 2021 Zahlen und Daten Weder die Qualität von Forschung noch deren gesellschaftliche Relevanz lassen sich durch quantitative Kennzahlen ausdrücken Dennoch stellt die zahlenbasierte Abbildung der Forschungsleistungen einen wesentlichen Teil ihrer Dokumentation dar, die gerade für das Ziel einer forschungsstarken Uni- versität und eines erfolgversprechenden Antrags auf Mitgliedschaft in der DFG erforderlich ist Die Daten werden im Folgenden sowohl für den aktuellen Stand im Jahr 2021 als auch für Entwicklungen seit 2012 aufbereitet Aufgrund einer vorzunehmenden Datenkorrektur sind die Drittmitteleinnahmen im Jahresver- lauf seit 2012 leicht abweichend zu den vorhergehenden Forschungsberichten Die Wissenschaftler*innen der EUF haben im Jahr 2021 über 4,7 Mio € Drittmitteleinnahmen realisiert Weiterhin der größte Fördermittelgeber ist der Bund, insbesondere das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Ebenfalls größere Anteile resultieren – wie auch in den Vorjahren – aus DAAD- sowie EU-Mitteln Erneut wurden zudem eher geringe Mittel bei Landesförderungen und im Rahmen von gewerblichen Projekten sowie sons- tigen öffentlichen Geldgebern (wie zB Gemeinden) eingeworben Diese Kon- tinuitäten lassen sich zum Teil sicherlich mit der inhaltlichen Ausrichtung der Forschung und dem gesellschaftlichen Umfeld erklären Einerseits ist die For- schung an der Europa-Universität Flensburg international ausgerichtet – dies erklärt gerade die Erfolge bei den DAAD- und EU-Mitteln Andererseits existie- ren in Schleswig-Holstein Landes- und regionale Programme in nur geringem Umfang, insofern können hier auch kaum größere Erfolge erreicht werden Eine besondere Entwicklung stellt der in 2021 eingetretene Einschnitt bei den Dritt- mitteln der DFG dar (s hierzu die Erläuterung zu Abb 4) Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202112 13 2.872.584 € 93.600 € 953.895 € 58.503 € 122.457 € 85.070 € 314.513 € 225.544 € 20.000 € DFG Abbildung 1: Drittmitteleinnahmen nach Mittelgeber in 2021 Zahlen und Daten Das Drittmittelvolumen ist auf dem höchsten Stand seit 2012, erneut ist aber gegenüber dem Vorjahr ein nur geringfügiger Anstieg zu verzeichnen Ins- gesamt kann somit wie in den Vorjahren ein tendenzieller Anstieg der jähr- lichen Drittmitteleinnahmen konstatiert werden Allerdings ist die Grenze für die Aufnahme in den DFG-Förderatlas, die bei 5 Mio € pro Jahr liegt, noch nicht ganz erreicht worden EU sonstige Mittel / öffentliche Geldgeber*innen Bund DAAD Länder Stiftungen sonstige Mittel / private Geldgeber*innen Spenden Entwicklungen 2012-2021 Abbildung 2: Drittmitteleinnahmen gesamt pro Jahr 2012 2 .7 6 9. 3 4 5 € 3 .0 3 7. 93 2 € 2013 4 .0 93 .0 71 € 2014 4 .0 5 1. 2 5 5 € 2015 4 .4 2 9. 2 0 2 € 2016 4 .0 6 2 .4 75 € 2017 3 .3 79 .9 4 8 € 2018 4 .4 4 3 .0 73 € 2019 4 .5 15 .3 5 1 € 2020 4 .7 4 6 .1 6 4 € 2021 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202114 15 2012 66 2013 69 2014 65 2015 73 2016 84 2017 89 2021 90 2018 82 2019 84 Abbildung 3: Anzahl an Professuren Die Anzahl der besetzten Professuren ist in den ersten Jahren des Be- trachtungszeitraums deutlich angestiegen und liegt seit 2016 kontinuierlich über 80 Professuren Schwankungen ergeben sich aus jeweils aktuell laufenden Berufungsverfahren 1 Im Vergleich zu Universitäten, die nach Größe und Fächerschwerpunkten näherungsweise ver- gleichbar mit der EUF sind, stellt sich diese Drittmittelquote je Professur als vergleichsweise niedrig dar. So betrug beispielsweise die Drittmittelquote je Professur nach Daten des (dreijähr- lich veröffentlichten) DFG-Förderatlas 2021 für das Jahr 2018 an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt 68.103 €, an der Universität Hildesheim 67.021 €, an der Universität Ko- blenz-Landau 87.356 € und an der Leuphana Universität Lüneburg 100.000 €. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen im Jahr 2018 die durchschnittlichen Drittmitteleinnahmen je Universitätsprofessur in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bei 138.900 € 1 destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/09/PD20_371_213.html im Jahr 2019 bei 144.500 € destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/09/PD21_418_213.html 83 2020 Dadurch ergibt sich, dass die eingeworbene Summe pro Professur auch in der Höhe variiert, wenngleich selbstverständlich nicht alle Drittmittelein- nahmen durch Professor*innen eingeworben wurden Wurden im Jahr 2012 durchschnittlich 42000 € pro Professur eigeworben, so liegt dieser Wert im Jahr 2021 mit ca 53000 € pro Professur höher, ist allerdings im bundesweiten Vergleich noch immer gering1 Im betrachteten Zeitraum schwankt dieser In- dikator zwischen 41000 € im Jahr 2018 und 63000 € im Jahr 2014 Während die Fördersumme insgesamt nahezu unverändert im Vergleich zu den beiden Vorjahren ist, sind doch Entwicklungen bei den unterschiedlichen Drittmittelgebern zu konstatieren Die Einnahmen aus Bundesmitteln sind im dritten Jahr nacheinander substantiell und deutlich höher als in der Vergangen- heit, auch bei den Mitteln des DAAD ist eine Bestätigung des vergleichsweise hohen Niveaus der Vorjahre festzustellen Die Drittmittel von Stiftungen haben sich auf dem Niveau des Vorjahres stabilisiert – dabei jedoch deutlich unter- halb früher erreichter Drittmitteleinnahmen Gleichzeitig ist festzuhalten, dass gerade die bei der DFG eingeworbenen Mittel abgenommen haben, obwohl diese auch in den Vorjahren nicht sehr hoch waren Hier ist sicherlich zu fra- gen, ob gerade die Arbeitsbedingungen zu Beginn der Pandemie zu geringeren Antragsaktivitäten geführt haben, die sich 2021 entsprechend niederschlagen Dies könnte in ähnlicher Weise auch die wechselhafte, in 2021 wieder zurück- gegangene Entwicklung der EU-Mittel erklären Zahlen und Daten https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/09/PD20_371_213.html https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/09/PD21_418_213.html Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202116 17 2014 20142015 20152012 20122013 20132016 20162017 20172018 20182019 20192020 20202021 2021 Abbildung 4: Drittmitteleinnahmen nach Fördermittelgeber pro Jahr Zahlen und Daten Abbildung 5: Drittmitteleinnahmen von DFG, Bund und EU Bund EU DFGDFG EU sonstige Mittel / öffentliche Geldgeber*innen Bund DAAD Länder Stiftungen sonstige Mittel / private Geldgeber*innen Spenden Sponsoring 500.000 € 500.000 € 1.000.000 € 1.000.000 € 2.000.000 € 2.000.000 € 3.000.000 € 3.000.000 € 1.500.000 € 1.500.000 € 128.930 € 428.877 € 231.298 € 448.310 € 859.416 € 304.324 € 674.916 € 555.251 € 566.631€ 564.328 € 314.513 € 393.200 € 292.871 € 128.442 € 236.097 € 213.506 € 363.757 € 306.328 € 232.947 € 230.566 € 85.070 € 1.601.012 € 2.028.614 € 1.932.415 € 2.152.815€ 2.128.592 € 2.872.584 € 1.531.224 € 1.541.445 € 2.500.000 € 2.500.000 € 164.118 € Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202118 19 Eine gesonderte Ausweisung der für die angestrebte DFG-Mitgliedschaft besonders relevanten EU-, Bundes- und DFG-Mittel zeigt, dass diese in der Summe um etwa 10% gestiegen sind Hier sind die Bundesmittel in einer Höhe von ca 2,9 Mio € deutlich am stärksten und auch deutlich angestiegen Kritisch zu sehen ist das extrem niedrige Niveau der DFG-Mittel, sie sind trotz der in den letzten Jahren ergriffenen Maßnahmen der Forschungsförderung noch ein- mal deutlich abgesunken Die bis 2017 tendenziell steigende Anzahl abgeschlossener Promotio- nen hat sich seitdem auf einem etwas niedrigeren Niveau konsolidiert Die hö- heren Zahlen für 2016-2018 können vermutlich auf die Einführung der neuen Promotionsordnung 2017 zurückgeführt werden, die einen Teil der Dokto- rand*innen zu einer beschleunigten Abgabe nach der alten Promotionsordnung veranlasst haben könnte Im Berichtsjahr sind 23 Promotionsabschlüsse er- folgt Aufgrund der insgesamt geringen Zahlen ist eine jährliche Statistik des Anteils von Frauen an den abgeschlossenen Promotionen nicht zielführend, im Mittel über die letzten fünf Jahre sind knapp 53% der Promotionen durch Frau- en abgeschlossen worden Erlangung der Berufbarkeit: Im Jahr 2021 wurden zwei Habilitationsver- fahren (2 Männer) erfolgreich abgeschlossen, nachdem in den Jahren 2019 und 2020 keine Abschlüsse zu verzeichnen waren Im Rahmen einer Juniorprofessur wurde in 2021 ein Zwischenevaluations- verfahren (1 Mann) sowie ein Endevaluationsverfahren (1 Frau) erfolgreich ab- geschlossen und damit die Wissenschaftler*innen berufungsfähig, in 2020 wurden drei Zwischenevaluationsverfahren erfolgreich abgeschlossen (dar- unter 2 Männer und 1 Frau) Unter den verschiedenen Qualifizierungspfaden zur Professur hat sich die EUF für den Weg der Juniorprofessur als zentralen Weg zur Professur entschieden Abbildung 6: Anzahl an Promotionen gesamt Zahlen und Daten 2012 19 2013 14 2014 21 2015 20 2016 30 2017 34 2018 31 2019 22 2021 23 2020 28 Abbildung 6a: Anzahl an Promotionen nach Geschlecht Frauen Männer 8 6 16 5 13 7 15 15 18 16 17 14 14 8 15 13 10 1312 7 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 20212020 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202120 21 79 2013 101 2014 108 2015 136 2016 168 2017 137 2018 129 2019 147 2020 168 2021 Abbildung 7b: Zeitschriftenveröffentlichungen Abbildung 7a: Buchveröffentlichungen 61 5962 42 62 41 Zahlen und Daten Wie in den letzten beiden Forschungsberichten ist auch weiterhin zu kons- tatieren, dass die Datengrundlage eine verlässliche Aussage zu Publikations- leistungen der Wissenschaftler*innen nicht zulässt Insofern sind die dar- gestellten Werte mit Vorsicht zu verwenden und allenfalls als Mindestwerte zu interpretieren Im Rahmen der Einführung eines Campus-Managementsystems wird an- gestrebt, in den Quartalen 4/22 und 1/23 ein Forschungsmodul zu etablieren Durch dieses können (bei entsprechender Unterstützung durch die Angaben der Forschenden) derartige Daten künftig angemessen erstellt werden 32 2013 30 2014 63 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 22 NEC / Entwicklungs- chancen & Hemmnisse suffizienzorientierter Stadtentwicklung (EHSS II) ICES / AccessPlus: Zugang zu sozialen Rechten in Deutschland und Frankreich: Un- gleichheiten und Diskriminierungen, Geschlecht und Migration im jeux d’échelles des europäischen Raums Suffizienzpolitik steht im Mittelpunkt des transdisziplinären Pro- jekts EHSS II, in dem Mitarbeiter*innen der Stadt Flensburg und des Norbert Elias Center for Transformation Design and Research (NEC) der Europa-Universität Flensburg gemeinsam forschen. Das Projekt untersucht Europäisie- rungsprozesse, die die Bedingun- gen des Zugangs zu sozialen Rech- ten und Leistungen in Deutschland und Frankreich beeinflussen und dadurch die Kombination poli- tischer Handlungsrepertoires in Bezug auf die Kompensation sozialer Ungleichheiten und den Kampf gegen Diskriminierungen verändern. Das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Kirsten Diehl leistet einen Beitrag zur digitalen förderbezogenen Diagnostik und daten-basierten Förderplanung im Bereich Lesen in der inklusiven Grund- schule. Ziel ist es, ein test-ökonomisches, adaptives, digitales, kompetenzorien tiertes Lesescreening und darauf abgestimmte Fördereinheiten auf der Onlineplattform »Levumi« als OER bereitzustellen. Bild: Professorin Dr. Kirsten Diehl im Gespräch mit Judith Hanke (Promovendin im Projekt) DaF-L / Digitale alltagsintegrierte Förderdiagnostik – Lesen in der inklusiven Bildung Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202124 25 Die profilgebenden Forschungszentren Das Interdisciplinary Centre for European Studies (ICES) und das Zentrum für Bildungs-, Unterrichts-, Schul- und Sozialisationsforschung (ZeBUSS) sind die beiden profilgebenden Forschungszentren der EUF Zusammen repräsen- tieren, erweitern und vertiefen die beiden Forschungszentren die Schwerpunkte der Universität auf Seiten der Forschung in den Interdisziplinären Europa- wissenschaften und der Bildungs- und Sozialisationsforschung Hierfür engagieren sich die Zentren in den Bereichen Forschungsförderung, Nachwuchsförderung und Vernetzung Mit den profilgebenden Forschungs- zentren möchte die EUF interdisziplinäre Forschung fördern und international sichtbar machen Zu den Angeboten der Zentren zählen ua Antrags- und Förder- mittelberatung, Organisation wissenschaftlicher Veranstaltungen und Konferen- zen, Fortbildungs- und Coachingmaßnahmen im Bereich Antragstellung und -strategie In Kooperation mit dem Forschungsreferat der EUF und dem Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) haben die Zentren das Qualification Program for early stage Researchers (QP) an der EUF entwickelt uni-flensburg.de/zww/veranstaltungen-fuer-doktorandinnen- postdocs-juniorprofessorinnen ICES und ZeBUSS haben sich zum Ziel gesetzt, nach innen umfängliche fach- spezifische Serviceeinrichtungen für alle EUF-Forschenden und zugleich nach außen hin international sichtbare Orte für exzellente interdisziplinäre und rele- vante Forschung an der EUF zu sein Verdeutlicht wird dies durch zwei zentrale Achsen: https://www.uni-flensburg.de/zww/veranstaltungen-fuer-doktorandinnen-postdocs-juniorprofessorinnen https://www.uni-flensburg.de/zww/veranstaltungen-fuer-doktorandinnen-postdocs-juniorprofessorinnen Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202126 27 Mitglieder wurden regelmäßig themenspezifische Workshops organisiert, Feld- forschungsaufenthalte finanziert und das Research Colloquium als Plattform für Feedback und Austausch angeboten Die ICES Research School wird erweitert um zwölf Mitglieder des European Wasatia Graduiertenkollegs, wodurch eine Vielzahl von Synergien im Bereich Qualifizierung und Vernetzung geschaffen werden Ausgewählte Projekte am ICES AccessPlus: Zugang zu sozialen Rechten in Deutschland und Frankreich: Ungleichheiten und Diskriminierungen, Geschlecht und Migration im jeux d’échelles des europäischen Raums Im deutsch-französischen Forschungsprojekt AcessPlus werden soziale Un- gleichheiten und Diskriminierungen im Zugang zu sozialen Rechten im Hinblick auf Frauen und Migrant*innen untersucht In beiden Ländern sind beide Be- völkerungsgruppen historisch sowohl auf dem Arbeitsmarkt, als auch im Kon- text sozialer Sicherung marginalisiert worden Das Projekt umfasst drei aufeinander aufbauende Vorhaben: Erstens wird auf der Basis von Primärquellen für Deutschland und Frankreich eine histo- rische Soziologie (i) der Problematisierungsformen des Zugangs zu sozialen Rechten, (ii) der juristischen Kodifizierungen und (iii) der Politikinstrumente der Kompensation sozialer Ungleichheiten und des Antidiskriminierungskampfs im Bereich Geschlechtergleichstellung, Migration und Ethnizität erarbeitet Zwei- tens wird auf der Basis administrativer und juristischer Dokumente eine Be- standsaufnahme der europäischen Bestimmungen und Regulierungen des Zu- gangs zu sozialen Rechten und Leistungen vorgenommen Drittens wird den Wirkungen der Europäisierung auf den Zugang zu sozialen Rechten und Leis- tungen in beiden Ländern nachgegangen –insbesondere im Hinblick auf die ausgewählten Bevölkerungsgruppen Hierbei steht insbesondere der Zeitraum nach der Verabschiedung der europäischen Antidiskriminierungsrichtlinie im Jahr 2000 im Fokus Die profilgebenden Forschungszentren In 2021 konnten Profil, Forschungsstärke und Sichtbarkeit von ICES deut- lich gesteigert werden Dies zeigt insbesondere die erfolgreiche Beantragung und Anbindung von drei Verbundforschungsprojekten und einem Graduierten- kolleg mit einem Fördervolumen in Höhe von insgesamt ca 1,2 Mio € Damit sind inzwischen elf Forschungsprojekte mit insgesamt acht wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen am ICES Die Projekte sind zum größten Teil der Grundlagen- forschung zuzuordnen Einen wichtigen Beitrag haben auch internationale Ver- anstaltungen wie die drittmittelgeförderte Border Complexities Tagung und die Herausgabe des Open Access Journals Culture, Practice and Europeanisation geleistet Als EUF-Serviceeinrichtung hat sich ICES bewährt und seine Förderung in vielen Bereichen ausgebaut So wurden bspw 2021 mehr als doppelt so viele Anträge beraten wie im Vorjahr Insbesondere Anträge in renommierten und kompetitiven EU- und DFG-Förderlinien werden zunehmend unterstützt Auch die Nachwuchsförderung wurde sichtbar gestärkt Die ICES Research School umfasste 16 Doktorand*innen und 7 Post-Docs aus 9 Fachbereichen Für die Interdisciplinary Centre for European Studies (ICES) Abbildung 8: Mandat und Ziele der profilgebenden Forschungszentren (links: ZeBUSS, rechts: ICES) Außenwirkung: International renommierte Forschungszentren Innenwirkung: Service einrichtungen für alle Forschenden der EUF Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202128 29 Ziel des Projektes ist, die Veränderungen, Anpassungen und Schwierig- keiten in der juristischen Kodifizierung sowie in der Entwicklung von Politik- instrumenten herauszuarbeiten, auf deren Basis in Deutschland und Frankreich Ungleichheiten kompensiert und Diskriminierungen bekämpft werden Institutionen der EUF: • Seminar für Soziologie, Prof Dr Monika Eigmüller (Lead) • Abteilung Europa- und Völkerrecht, Prof Dr Anna Katharina Mangold • Seminar für Politikwissenschaft und Politikdidaktik, Prof Dr Christof Roos • Philosophisches Seminar, Prof Dr Anne Reichold • Seminar für Geschichte, Prof Dr Christiane Reinecke Partner*innen: • Dr habil Oliver Giraud (LISE/CNRS, Paris) • PD Dr Nikola Tietze (CNAM, Paris) Projektlaufzeit: 01082021 - 31072024 Gefördert durch: DFG und ANR Fördersumme: 396430,00 € uni-flensburg.de/ices/forschung/projekte/accessplus Paradoxien der EU-Personenfreizügigkeit: Präferenzbildungsprozesse für und gegen Europäische Integration Effekte von EU-Personenfreizügigkeit in EU-Herkunftsländern sind wenig erforscht Entlastung der dortigen Arbeitsmärkte durch EU-Migration und posi- tive Effekte durch Rücküberweisungen werden zunehmend mit politisch-so- zialen Fragen der Abwanderung (besonders junger EU-Bürger) aus Ost- und Südeuropa in Beziehung gesetzt In diesem Zusammenhang thematisiert die EU-Ebene seit Ende der 2010er Jahre den sogenannten ‚Brain Drain‘, die un- gleichen Wettbewerbsbedingungen der EU-Mitgliedstaaten für attraktive Löhne und Arbeitsplätze Entgegen der integrationstheoretischen Annahme eines positiven Zusammenhangs von Personenfreizügigkeit und europäischer Integ- ration werden die möglichen Paradoxien des EU-Grundprinzips identifiziert Vor diesem Hintergrund bearbeitet das Projekt die folgenden Forschungsfragen: 1) Wie nehmen kollektive Akteure in EU-Herkunftsstaaten die Effekte der Personenfreizügigkeit wahr? Das Projekt erfasst die Effekte der Freizügigkeit in umfassender Form unter Bezug auf kollektive Akteure in EU-Herkunftsländern Inwiefern die vor- herrschende ökonomische Begründung der Personenfreizügigkeit (und ihre antizipierten Konsequenzen) infrage gestellt, unterstützt oder Alternativen zu ihr definiert werden, ist das Ergebnis dieser ersten Forschungsfrage 2) Wie beeinflusst die Praxis der Freizügigkeit Einstellungen zur EU-Integration? Das Projekt untersucht, ob und wie sich die Wahrnehmung von Effekten der Freizügigkeit in Positionen und Präferenzen der Akteure gegenüber Dimensio- nen der EU-Integration ausdrücken Welche Einstellungen artikuliert werden, lässt nicht nur Aussagen zum Zusammenhang von Personenfreizügigkeit und EU-Integration zu, sondern bietet auch die Möglichkeit, über Strategien der Konfliktlösung im Mehrebenensystem der EU nachzudenken Die profilgebenden Forschungszentren https://www.uni-flensburg.de/ices/forschung/projekte/accessplus Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202130 31 verlauf abgeschlossen werden Die Schwerpunkte der am ZeBUSS verorteten Forschungsprojekte liegen in den Bereichen Inklusion, Unterrichtsforschung und Lehrer*innenprofessionalisierung, Prävention von sexuellem Missbrauch in pädagogischen Kontexten sowie Gender Nahezu alle Arbeitsplätze im Gebäude RIGA 5 sind von Mitarbeiter*innen besetzt, die in am ZeBUSS angesiedelten Projekten arbeiten Zudem nutzen zwei Landesstipendiatinnen Arbeitsplätze und Infrastruktur des ZeBUSS Im Frühjahr 2021 veranstaltete das ZeBUSS unter Pandemiebedingungen die 3 ZeBUSS Winter School im Online-Format mit insgesamt vier Workshops und einem Vortrag An zwei Tagen nahmen insgesamt 49 Nachwuchswissen- schaftler*innen der gesamten EUF teil Um die Vernetzung innerhalb und außer- halb der EUF zu fördern, unterstützte das ZeBUSS eine größere Tagung (DGfE Jahrestagung) sowie kleinere Arbeitstagungen, welche in den Räumlichkeiten des ZeBUSS stattfanden Die in 2021 durchgeführte (und 2022 erfolgreich abgeschlossene) Evaluation zeigt, dass sich das ZeBUSS als Serviceeinrichtung für Forschende bewährt und etabliert hat Immer mehr Wissenschaftler*innen nutzen die Unterstützung, die das ZeBUSS insbesondere bei der administrativen Begleitung von Antragsver- fahren anbietet So wurden im Berichtsjahr 13 Anträge vom ZeBUSS begleitet und eingereicht, davon mehr als die Hälfte beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Sieben Anträge waren erfolgreich, vier wurden negativ beschieden und zwei befinden sich noch in der Begutachtung Für die kommenden vier Jahre bis zur nächsten Evaluation hat sich das ZeBUSS die Fortführung der bestehenden Angebote vorgenommen Darüber hinaus soll die Intensivierung von DFG-Antragsaktivitäten sowie die Inter- nationalisierung zur Weiterentwicklung des Zentrums vorangetrieben werden Die profilgebenden Forschungszentren Institution der EUF: • Seminar für Politikwissenschaft und Politikdidaktik, Prof Dr Christof Roos Partner: • Dr Martin Seeliger (Universität Bremen) Projektlaufzeit: 01092021 - 31082024 Gefördert durch: DFG Fördersumme: 486369,00 € uni-flensburg.de/ices/forschung/projekte/paradoxien-der-eu- personenfreizuegigkeit 2021 war für das ZeBUSS das bisher forschungsstärkste Jahr seit seiner Gründung im November 2016 Insgesamt wurden Drittmittel in Höhe von 6607038 Euro eingeworben (entspricht 66% aller eingeworbenen Drittmittel der EUF in 2021), die sich auf neun Projekte verteilten Hervorzuheben sind hier die beiden Nachwuchsforschungsgruppen, die im „Rahmenprogramm Empiri- sche Bildungsforschung“ für fünf Jahre vom BMBF gefördert werden Darüber hinaus starteten vier Verbundprojekte sowie drei Einzelprojekte Insgesamt wur- den in 2021 17 Forschungsprojekte am ZeBUSS betreut, vier konnten im Jahres- Zentrum für Bildungs-, Unterrichts-, Schul- und Sozialisationsforschung (ZeBUSS) https://www.uni-flensburg.de/ices/forschung/projekte/paradoxien-der-eu-personenfreizuegigkeit https://www.uni-flensburg.de/ices/forschung/projekte/paradoxien-der-eu-personenfreizuegigkeit https://www.uni-flensburg.de/ices/forschung/projekte/paradoxien-der-eu-personenfreizuegigkeit Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202132 33 Die profilgebenden Forschungszentren Ausgewählte Projekte am ZeBUSS Nachwuchsforschungsgruppe »Gender 3.0 in der Schule - Herausforde- rungen und Handlungsbedarfe im Bereich Lehrkräfteausbildung zur Aner- kennung von Geschlechter-Diversität unter besonderer Berücksichtigung des Personenstands ‚divers‘« In der Nachwuchsforschungsgruppe „Gender 30“ steht das Themenfeld von Geschlechter-Diversität, Schule und Bildungsteilhabe im Mittelpunkt Seit 2019 gibt es den Personenstand ‚divers‘ zusätzlich zu weiblich und männlich Auch wird es bald ein Gesetz zur geschlechtlichen Selbstbestimmung geben In dem Projekt wird der Frage nachgegangen, was die Einführung des Personenstands divers für die Schule und die pädagogische Praxis bedeutet Die wissenschaft- lichen Arbeitsziele dieser Nachwuchsforschungsgruppe sind: • Die Erarbeitung des theoretisch und empirisch fundierten Zusammen- hangs von Geschlechter-Diversität, Schule und Bildungsteilhabe • Die empirische Erhebung von Diskriminierungen und Bedarfen von Trans*, Inter*(geschlechtlich), nicht-binär, agender Schüler*innen zur Gewähr- leistung ihrer Inklusion und gleichwertigen Bildungsteilhabe • Die Aufbereitung des (inter)nationalen Forschungsstands zum Themenfeld Geschlechter-Diversität und Schule • Die Analyse bestehender Fortbildungspraxis in Deutschland zum Themen- feld kooperativ mit Praxispartner*innen • Die Konzeption, Durchführung und Evaluation eines Pilotprojekts zur inno- vativen Wissensvermittlung zu Geschlechterdiversität in der Lehramtsaus- bildung an der EUF in der Erziehungswissenschaft • Die Identifikation von strukturellen Veränderungsbedarfen zur Umsetzung des Personenstands divers im Bereich Schule und Bildung sowie die lang- fristige Verankerung der Thematik in der pädagogischen Aus- und Weiter- bildung Institutionen der EUF: • Abteilung Schulpädagogik, Prof Dr Tamás Jules Fütty • ZeBUSS Kooperationspartner*innen: • LI – Landesinstitut für Lehrerbildung & Schulentwicklung Hamburg • IQSH – Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein • Alice Salomon Hochschule, Berlin • Akademie Waldschlösschen, Projekt Schule lernt Vielfalt • QUEERFORMAT – Fachstelle Queere Bildung • ABqueer eV, Projekt teach out: Aufklärung & Beratung zu geschlechtlicher & sexueller Vielfalt • i-PÄD Initiative intersektionale Pädagogik Laufzeit: 01052021 - 31042026 Gefördert vom: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Rahmenprogramm Empirische Bildungsforschung Fördersumme EUF: 1935913,87 € uni-flensburg.de/zebuss/forschung/projekte/aktuelle-projekte/nwg-gen- der-30-in-der-schule/ https://www.uni-flensburg.de/zebuss/forschung/projekte/aktuelle-projekte/nwg-gender-30-in-der-schule/ https://www.uni-flensburg.de/zebuss/forschung/projekte/aktuelle-projekte/nwg-gender-30-in-der-schule/ Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202134 35 Nachwuchsforschungsgruppe »Zusatzausbildung ‚Referenzperson für schulisches Handeln im Kontext sexuellen Kindesmissbrauchs‘ (RP SKM)« In der Nachwuchsforschungsgruppe „Zusatzausbildung ‚Referenzperson für schulisches Handeln im Kontext sexuellen Kindesmissbrauchs‘ (RP SKM)“ steht die Entwicklung und Evaluation eines Curriculums zur studienbegleitenden Aus- bildung einer Referenzperson für schulisches Handeln im Kontext sexuellen Kindesmissbrauchs mit Schwerpunkt Sekundärprävention im Mittelpunkt Die teilnehmenden Lehramtsstudierenden dieses Trainings werden in die Lage ver- setzt, in den Schulen, an denen sie (später) tätig sind, in Zusammenarbeit mit der Schulleitung • ein Schutzkonzept zu entwickeln, • ein Netzwerk von Fachkräften für dieses Themengebiet aufzubauen und zu begleiten sowie • als Ansprechperson zu fungieren und Gespräche mit Betroffenen und ihren Angehörigen zu führen und hierbei die Anzeigenerstattung im Blick zu behalten Diese Ausbildung wird für Lehrkräfte, Schulpsycholog*innen und Schul- sozialarbeiter*innen offenstehen Für eine passgenaue Erstellung des Curricu- lums sind Expert*innen aus dem Hilfeprozess und der Strafverfolgung an der Erstellung der Ausbildungsinhalte beteiligt (s Abb 9: Forschungsphase I und II) Die Etablierung der im Projekt ausgebildeten Referenzpersonen wird im letzten Projektjahr an zwei Modellschulen begleitet (Forschungsphase IV) Die so gewonnenen Erkenntnisse zu Gelingensbedingungen und zum Abbau von Barrieren werden abschließend in die Ausbildung integriert Institutionen der EUF: • Abteilung Sonderpädagogische Psychologie, Prof Dr Simone Pülschen • ZeBUSS Phase I: Leitfaden- interviews Phase III: Trainings- evaluation Phase II: Fragebogen- erhebung Phase IV: Modell- schulen Rohversion Curriculum Endversion Curriculum + Lehr- videos Phase I: Hypothesengenerie- rende Interviews werden mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Schule, Hilfesystem und Straf- verfolgung geführt Phase III: Trainingsdurchführung und -evaluation (Wartekontrollgruppe, Prä-Post-Messung) Phase II: Fragebögen werden zur landesweiten Befragung von Agie- renden in Schulen, im Hilfesystem und in der Strafverfolgung eingesetzt Phase IV: Begleitung zweier Modellschulen mittels Gruppendiskussionen zur Optimierung der Ausbildung der RP SKM Die profilgebenden Forschungszentren Abbildung 9: Projektablauf zur Entwicklung eines Curriculums im Projekt »RP SKM« Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202136 37 Partner*innen: • Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung Altenholz, Fachbereich Polizei • Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig–Holstein (IQSH) des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig–Holstein, Zentrum für Prävention • Opferschutzbeauftragte des Landes Schleswig–Holstein, Ministerium für Justiz, Europa und Verbraucherschutz • Stadt Flensburg, Fachbereich Jugend • Flensburg-Wagemut – pro familia Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen Laufzeit: 01072021 - 31062026 Gefördert vom: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Rahmenprogramm Empirische Bildungsforschung Fördersumme EUF: 1642573,00 € uni-flensburg.de/zebuss/forschung/projekte/ aktuelle-projekte/nwg-rp-skm Die profilgebenden Forschungszentren https://www.uni-flensburg.de/zebuss/forschung/projekte/aktuelle-projekte/nwg-rp-skm https://www.uni-flensburg.de/zebuss/forschung/projekte/aktuelle-projekte/nwg-rp-skm Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202138 39 Seit 2018 verfügt die Europa-Universität Flensburg über eine aus- differenzierte Forschungsdatenbank, in der sämtliche Forschungsprojekte eingepflegt und dokumentiert werden können uni-flensburg.de/forschung/forschungsprojekte Für das angestrebte Ziel der DFG-Mitgliedschaft sind DFG-geförderte Vor- haben von besonderer Relevanz In 2021 wurden an der EUF insgesamt vier von der DFG geförderte Vorhaben (drei Forschungsprojekte und eine Konferenz) durchgeführt Titel Projektleitung Laufzeit Projekt-Website Wissen (über) Morgen 20: Indigen-Nordamerikanische Zukunftsarchive des 21 Jahrhunderts Prof Dr Birgit Däwes 042019 - 092021 uni-flensburg.de/ ?id=28025 Levinas and the Real (Conference) Dr Pascal Delhom 072021 - 012022 uni-flensburg.de/ ?id=50018 Zugang zu sozialen Rechten in Deutschland und Frankreich (kofinanziert durch ANR) Prof Dr Monika Eigmüller 082021 - 072024 uni-flensburg.de/ ?id=29397 Paradoxien der EU-Personenfreizügigkeit Prof Dr Christof Roos 092021 - 082024 uni-flensburg.de/ ?id=30768 Forschungsprojekte https://www.uni-flensburg.de/forschung/forschungsprojekte https://www.uni-flensburg.de/?id=28025 https://www.uni-flensburg.de/?id=28025 https://www.uni-flensburg.de/?id=50018 https://www.uni-flensburg.de/?id=50018 https://www.uni-flensburg.de/?id=29397 https://www.uni-flensburg.de/?id=29397 https://www.uni-flensburg.de/?id=30768 https://www.uni-flensburg.de/?id=30768 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202140 41 Neben den im Berichtsjahr durchgeführten DFG-Projekten sind an der EUF zahlreiche weitere Forschungsprojekte unterschiedlicher Förderinstitutionen angesiedelt Im Berichtsjahr 2021 starteten zusätzlich zu den zwei DFG-Projek- ten von Monika Eigmüller und Christof Roos zwölf weitere Forschungsprojekte, die mit einer Summe von mehr als 200000 € gefördert wurden Forschungsprojekte Titel Projektleitung Förderer Laufzeit Projekt-Website Sprachen- bildung in Kitas Prof Dr Solveig Chilla Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung SH 042021 - 122022 uni-flensburg.de/ ?id=30663 CoalExit Prof Dr Pao-Yu Oei BMBF 042021 - 092022 (Start 102017 an anderer Hochschule) uni-flensburg.de/ ?id=30528 Growing Inequality Prof Dr Marcel Smolka Horizon 2020 042021 - 032025 uni-flensburg.de/ ?id=30781 Nachwuchsfor- schungsgruppe: Gender 30 in der Schule Prof Dr Tamás Jules Fütty BMBF 052021 - 042026 uni-flensburg.de/ ?id=30814 Gesundheits- förderung in Lebenswelten von Trans*Men- schen Prof Dr Tamás Jules Fütty BZgA 072021 - 062024 uni-flensburg.de/ ?id=49703 Titel Projektleitung Förderer Laufzeit Projekt-Website Nachwuchsfor- schungsgruppe: Zusatzausbildung »Referenzperson für schulisches Handeln im Kon- text sexuellen Kin- desmissbrauchs« Prof Dr Simone Pülschen BMBF 072021 - 062026 uni-flensburg.de/ ?id=31018 »Study as you are!« Prof Dr Solveig Chilla, Prof Dr Christian Filk Stiftung Innovation in der Hoch- schullehre 082021 - 072024 uni-flensburg.de/ ?id=30938 Entwicklungs- chancen und -hemmnisse einer suffizienz-orien- tierten Stadtent- wicklung II Dr Michaela Christ BMBF 082021 - 072023 uni-flensburg.de/ ?id=51370 Antisemitismus im europäischen Schulunterricht Prof Dr Iulia- Karin Patrut, Prof Dr Marco Bosshard BMBF 082021 - 072025 uni-flensburg.de/ ?id=49183 uni-flensburg.de/ ?id=31140 Digitale alltags- integrierte Förderdiagnostik Prof Dr Kirsten Diehl BMBF 092021 - 082024 uni-flensburg.de/ ?id=31008 ViContact 20: Erst- gespräche bei Ver- dacht auf sexuellen Missbrauch Prof Dr Simone Pülschen BMBF 102021 - 092024 uni-flensburg.de/ ?id=49495 Women in Innovation Dr Kirsten Mikkelsen BMBF 122021 - 112024 uni-flensburg.de/ ?id=15019 https://www.uni-flensburg.de/?id=30663 https://www.uni-flensburg.de/?id=30663 https://www.uni-flensburg.de/?id=30528 https://www.uni-flensburg.de/?id=30528 https://www.uni-flensburg.de/?id=30781 https://www.uni-flensburg.de/?id=30781 https://www.uni-flensburg.de/?id=30814 https://www.uni-flensburg.de/?id=30814 https://www.uni-flensburg.de/?id=49703 https://www.uni-flensburg.de/?id=49703 https://www.uni-flensburg.de/?id=31018 https://www.uni-flensburg.de/?id=31018 https://www.uni-flensburg.de/?id=30938 https://www.uni-flensburg.de/?id=30938 https://www.uni-flensburg.de/?id=51370 https://www.uni-flensburg.de/?id=51370 https://www.uni-flensburg.de/?id=49183 https://www.uni-flensburg.de/?id=49183 https://www.uni-flensburg.de/?id=49183 https://www.uni-flensburg.de/?id=31140 https://www.uni-flensburg.de/?id=31140 https://www.uni-flensburg.de/?id=31008 https://www.uni-flensburg.de/?id=31008 https://www.uni-flensburg.de/?id=49495 https://www.uni-flensburg.de/?id=49495 https://www.uni-flensburg.de/?id=15019 https://www.uni-flensburg.de/?id=15019 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202142 43 Im Folgenden möchten wir exemplarisch zwei Projekte inhaltlich näher vor- stellen: Entwicklungschancen und -hemmnisse suffizienzorientierter Stadtentwicklung (EHSS II) Wie muss ein Stadtquartier gestaltet sein, in dem Menschen gut leben und möglichst wenig Ressourcen verbrauchen können? Wie sieht nachhaltige Mobilität oder nachhaltiges Wohnen in der Stadt der Zukunft aus? Welche Kollektivgüter (Infrastrukturen und Dienstleistungen) braucht ein Quartier, das in sozialer und ökologischer Hinsicht als gerecht gelten kann und nicht auf die Nutzung fossiler Brennstoffe angewiesen ist? Wie lässt sich Suffizienz messen und welche Eigentumsformen sind der Nachhaltigkeit zuträglich? Welche Bar- rieren stehen der normativen Zielsetzung Nachhaltigkeit im Wege? Antworten auf diese Fragen suchen Mitarbeiter*innen der Stadt Flensburg und des Nor- bert Elias Centers der EUF im gemeinsamen Forschungs- und Umsetzungs- projekt EHSS, das 2021 für zwei weitere Jahre verlängert wurde Konkreter Untersuchungsgegenstand ist der Flensburger Hafen-Ost, ein rund 55 Hektar großes Sanierungsgebiet direkt an der Förde, in dem künftig mehrere tausend Menschen wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen sollen Institution der EUF: • Norbert Elias Center for Transformation Design and Research, Dr Michaela Christ Partnerin: • Stadt Flensburg Laufzeit: • Förderphase I: 11/2017-01/2021 (Leitung: Dr Michaela Christ und Dr Bernd Sommer) • Förderphase II: 08/2021-07/2023 (Leitung: Dr Michaela Christ) Gefördert vom: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Fördersumme EUF: • Förderphase I: 322539,64 € • Förderphase II: 254604,48 € uni-flensburg.de/nec/forschung/ehss-2 GI-NI – Growing Inequality: a Novel integration of transformations research Das GI-NI Projekt untersucht die Effekte der drei mächtigen Trans- formationen Technologie, Globalisierung und Migration auf Ungleichheit in Europa Ausgangspunkt des Projekts ist die Beobachtung, dass die Ungleich- heit zwischen verschiedenen Bevölkerungsteilen in den meisten Ländern Euro- pas zugenommen hat GI-NI beantwortet die Frage, zu welchen Teilen dies auf technologischen Fortschritt, auf Globalisierung und auf Migration zurück- zuführen ist und inwiefern diese drei Transformationen dabei miteinander in Verbindung stehen und interagieren Konzeptionell klärt das Projekt zunächst, wie Ungleichheit und die drei Transformationen gemessen und in einen sinn- vollen Zusammenhang gebracht werden können Auf der empirischen Seite zieht GI-NI daran anschließend neuartige länderspezifische wie auch länder- übergreifende Datensätze mit äußerst reichhaltigen Informationen zu Indivi- duen und Firmen heran, um diese mit modernsten ökonometrischen Methoden zu untersuchen Beim technologischen Fortschritt liegt das Hauptaugen- merk auf den Bereichen Digitalisierung, Automatisierung und Robotisierung Beim Thema Globalisierung wird insbesondere die Bedeutung globaler Wert- schöpfungsketten für wachsende Ungleichheit untersucht Im Bereich der Mi- gration werden verschiedene Mechanismen neu beleuchtet, wie sie Ungleich- heit beeinflussen kann Mit einer integrierten Betrachtungsweise auf die Trends in Technologie, Globalisierung und Migration betritt GI-NI wissenschaftliches Neuland Das Ziel von GI-NI ist es, konzeptionell fundierte und evidenzbasierte Forschungsprojekte https://www.uni-flensburg.de/nec/forschung/ehss-2 44 Handlungsempfehlungen für die Politik zu entwerfen und in den Dialog mit Politik und Öffentlichkeit einzuspeisen GI-NI verbindet dabei die Mikroebene (vor allem Firmen und Individuen) mit der Makroebene (Länder und Regionen in der EU) GI-NI ist interdisziplinär und bringt Forscher*innen aus den Wirt- schaftswissenschaften, den Politikwissenschaften und der Soziologie aus sie- ben Partnerländern zusammen Institution der EUF: • Abteilung Internationale und Institutionelle Ökonomik, Prof Dr Marcel Smolka Partnerinnen und Partner: • TNO Nederlandse Organisatie Voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek (Niederlande) (Project Coordinator) • Centre for European Policy Studies (Belgien) • Conservatoire National des Arts Et Metiers (Frankreich) • Kozgazdasag - Es Regionalis Tudomanyi Közgazdaság (Ungarn) • Rijksuniversiteit Groningen (Niederlande) • Universidad Del Pais Vasco / Euskal Herriko Unibertsitatea (Spanien) • Universiteit Utrecht (Niederlande) • Universitetet i Adger (Norwegen) Projektlaufzeit: • 04/2021 – 03/2025 Gefördert vom: Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union „Horizon 2020“, Fördernummer 101004494 Fördersumme EUF: • 366626 € (Fördersumme Verbund: 3000000 €) gini-research.org Forschungsprojekte https://www.gini-research.org Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202146 4746 Forschungspreise Der Forschungspreis der Europa-Universität Flensburg wird einmal jährlich für an der EUF entstandene herausragende, kreative und innovative wissen- schaftliche Leistungen vergeben Seit der Ausschreibung 2020 wurde der Preis fokussiert auf Nachwuchswissenschaftler*innen und ausdifferenziert in die beiden Kategorien „Preis für eine herausragende Dissertation“ und „Preis für ein herausragendes Forschungsprojekt“ Da letzterer in der Ausschreibung 2020 nicht vergeben werden konnte, wurde der Preis in dieser Kategorie in der Ausschreibung 2021 zweimal vergeben Wir freuen uns, hier die Forschungs- arbeiten der Preisträgerinnen vorstellen zu können uni-flensburg.de/hochschulkommunikation/pressemitteilungen/ news/damit-beruehrt-die-zeitenwende-auch-uns EUF-Forschungspreis in der Kategorie »herausragende Dissertation« – A Grammar of Paunaka – Dr. Lena Terhart Bei dieser Dissertation handelt es sich um die erste umfassende Gramma- tik der Arawak-Sprache Paunaka Die Dokumentation und Beschreibung der Sprache wurde innerhalb des zweijährigen Paunaka Documentation Project (gefördert vom Endangered Languages Documentation Programme) unter der Leitung von Swintha Danielsen begonnen und anschließend privat und mithilfe eines Reisestipendiums des DAAD weitergeführt Paunaka wird im bolivianischen Tiefland heute von noch acht Personen ge- sprochen, zu Beginn der Forschung 2011 waren es hingegen noch zehn Spre- cher*innen Alle gehören der sogenannten Großelterngeneration an, denn die intergenerationale Weitergabe der Sprache ist seit über 50 Jahren unter- brochen Grund dafür ist eine doppelte Marginalisierung: Paunaka konkurriert nicht nur mit dem prestigereichen Spanisch, sondern auch mit Bésiro, einer nicht näher verwandten indigenen Sprache, die mindestens seit der Kolonial- zeit eine dominante Rolle in der Region eingenommen hat Der Zeitpunkt für diese Arbeit hätte somit kaum dringlicher sein können, gab es doch zuvor nur spärliche Informationen über die Sprache https://www.uni-flensburg.de/hochschulkommunikation/pressemitteilungen/news/damit-beruehrt-die-zeitenwende-auch-uns https://www.uni-flensburg.de/hochschulkommunikation/pressemitteilungen/news/damit-beruehrt-die-zeitenwende-auch-uns Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202148 49 Forschungspreise Der Aufbau der Arbeit orientiert sich an der typischen Grammatikographie: Lena Terhart skizziert in der Einleitung knapp die geschichtliche Entwicklung und die heutige soziolinguistische Situation der Sprache und ihrer Sprecher*in- nen Im Anschluss werden Phonologie, Morphologie und Syntax des Paunaka beschrieben Dabei wird auf einige seltene bzw bisher wenig beschriebene Kategorien eingegangen, wie z B die Kennzeichnung vom Status des „Ver- storbenseins“ an Substantiven, die Personen benennen, oder associated mo- tion, also die Markierung von zeitgleicher, nachfolgender oder vorangehender Bewegung an Verben ohne eigenständiges Bewegungsverb Damit leistet die Arbeit auch einen wichtigen Beitrag zur Sprachtypologie, welche sich mit dem Aufbau und Vergleich menschlicher Sprachen auseinandersetzt EUF-Forschungspreis in der Kategorie »herausragendes Forschungsprojekt« – Energiespeicherung in Lithiummetall-Batterien – Dr. Dominique Rosenberg Lithium-Ionen-Akkumulatoren in Kombination mit Redox-Flow-Batteries auf Vanadiumbasis werden als Energiespeichertechnologie bei den regenerativen Energietechniken bereits eingesetzt und erprobt Ebenso sind Batterien auf Li- thium-Ionen-Basis in der heutigen Zeit die meistverwendeten Energiespeicher für Elektronikgeräte wie Tablets, Smartphones etc Auch in der Automobil- branche im Bereich der Elektro- und Hybridfahrzeuge gelten sie als Hoffnungs- träger zur Energiespeicherung Dabei wird vor allem an verschiedenen Elek- trolyten und Elektrodenmaterialien der Lithium-Ionen-Technologie geforscht Einige heute bereits im Handel erhältliche Lithium-Batterien wie die Lithium- Mangandioxid-Batterie, die Lithium-Pyrit-Batterie und die Lithium-Iod-Bat- terie, die für Herzschrittmacher verwendet wird, weisen somit einen hohen Alltagsbezug für Schülerinnen und Schüler auf Mit Blick auf die Zukunft der Elektromobilität werden vor allem Lithium-Sauerstoff-Akkumulatoren und Li- thium-Schwefel-Akkumulatoren diskutiert Bei diesem Projekt wird der Frage nachgegangen, wie sich diese Alltags- batterien sowie Lithiummetall-Batterien aus der Forschung mit einfachen Ver- suchsaufbauten, ungefährlichen Chemikalien und verständlichen Versuchs- durchführungen in den Chemieunterricht integrieren lassen Das Aufzeigen solcher Experimente und Konzeptionen dieser aktuellen Forschungsfelder wie beispielsweise die Lithium-Batterien sowie Lithium-Metall-Batterien sind zu- kunftsbedeutende Forschungsfelder, die Einzug in den Chemieunterricht er- halten müssen Neben dem Lithium-Sauerstoff-Akkumulator wird auch der Natrium-Sauerstoff-Akkumulator intensiv erforscht, ist doch die Verfügbarkeit an Natrium praktisch unbegrenzt Auch eine Natrium-Sauerstoff-Batterie lässt sich mit einfachen Versuchen hervorragend demonstrieren In diesem fach- didaktischen Forschungsfeld besteht noch viel Potential für die fachdidaktische Erschließung für den Chemieunterricht EUF-Forschungspreis in der Kategorie »herausragendes Forschungsprojekt« – The Future Imaginary in Indigenous North American Arts and Literatures – Dr. Kristina Sülter Wenn man an die Ureinwohner Nordamerikas denkt, steigen oft verklärte Bilder einer glorreichen und längst vergangenen Zeit auf Diesem kolonialen Topos des Aussterbens setzen indigen-nordamerikanische Kulturen bewusst Zukunftsbilder entgegen Kristina Sülters (Baudemann) englischsprachige Forschungsarbeit The Future Imaginary in Indigenous North American Arts and Literatures widmet sich als erste Monographie ausschließlich diesen Zukunfts- darstellungen in ausgewählten Werken indigen-nordamerikanischer Schrift- steller*innen und Künstler*nnen In ihrem Buch beschreibt Sülter die Zukunft als ein Produkt einer semiotischen Struktur, des „future imaginary“ (Jason Ed- ward Lewis [Cherokee/Native Hawaiian/Samoan]), und verarbeitet sowohl in- digene als auch nicht-indigene Theoreme Damit entwirft Sülter ein hilfreiches Mittel zur Textanalyse, das eine respektvolle Annäherung an indigene Werke erlaubt und einen wertvollen Beitrag zum Diskurs um die neue Gattung der „Indigenous Futurisms“ (Grace Dillon [Anishinaabe]) leistet Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202150 51 Forschungspreise Externe Forschungspreise The Future Imaginary ist eine überarbeitete Fassung der Doktorarbeit Sig- nifying Futures: Future Imaginaries in Indigenous North American Literatures and New Media Arts, die im Frühjahr 2019 an der Europa-Universität Flens- burg verteidigt wurde Sülters Monographie wurde als Teil des DFG-Projekts „Knowing Tomorrow: Twenty-First Century Native North American Archives of Futurity“ (Prof Dr Birgit Däwes) für die Publikation vorbereitet und erschien 2021 im Routledge-Verlag in der Reihe Routledge Research in Transnational Indigenous Perspectives. Mit dem diesjährigen Forschungsbericht beginnen wir zudem, Forschungs- leistungen von EUF-Wissenschaftler*innen vorzustellen, für die sie im Jahr 2021 externe Forschungspreise und Auszeichnungen erhalten haben – Die Ungleichheit der Städte – Wiener Preis für Stadtgeschichtsforschung an Prof. Dr. Christiane Reinecke Für ihre Studie und Habilitationsschrift »Die Ungleichheit der Städte Urba- ne Problemzonen im postkolonialen Frankreich und der Bundesrepublik« hat Christiane Reinecke, Professorin für Neuere und Neueste Europäische Ge- schichte an der EUF, 2021 den Wiener Preis für Stadtgeschichtsforschung er- halten Der Wiener Preis für Stadtgeschichtsforschung ist mit 5000 € dotiert und wird alle zwei Jahre vom Österreichischen Arbeitskreis für Stadtgeschichts- forschung an eine deutschsprachige Habilitations- oder Dissertationsschrift vergeben, die sich aus vergleichender Sicht mit stadtgeschichtlichen Fragen im europäischen Raum befasst vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/aktuelles/preis-stadtgeschichts- forschung-reinecke# In ihrer Studie, die 2021 erschienen ist, untersucht die Historikerin, wie sich im Zeichen von urbaner Modernisierung, Dekolonisation und De- industrialisierung der Umgang mit urbanen Problemlagen wandelte Sie geht dabei von urbanen Problemzonen in Frankreich und der Bundesrepublik aus Denn viele Zeitgenossinnen und Zeitgenossen begaben sich dort immer wieder in konkrete urbane Räume, um sich ein Bild von den Problemen ihrer Gegen- wart zu machen Sie machten Problemzonen wie periphere Großsiedlungen, Barackenlager oder innerstädtische Sanierungsviertel zu Experimentierfeldern für die Beobachtung von und Arbeit an gesellschaftlichen Veränderungen Um diese Faszination geht es in der Studie von Christiane Reinecke, die darin für einen räumlich situierten, wissensbasierten Blick auf soziale Ungleichheit plä- diert Sie verankert den Abschied von der Klassengesellschaft und die eth- nische Diversifizierung der westeuropäischen Gesellschaften seit den 1950er Jahren im Nahraum Stadt und entwirft damit eine andere, urbane Erzählung sozialer Ungleichheit im fortgeschrittenen 20 Jahrhundert – Experimentelle Erschließung von Redox-Flow-Batteries für den Chemieunterricht – Manfred und Wolfgang-Flad-Preis an Dr. Dominique Rosenberg Der Manfred und Wolfgang-Flad-Preis wird von der Gesellschaft Deutscher Chemiker ua für die experimentelle Erschließung eines fachwissenschaft- lichen Gebietes in Ausbildung, Unterricht und Lehre verliehen chf.de/chf/flad-preis.html Die Verleihung des Preises würdigt die wertvolle Arbeit für den chemi- schen Experimentalunterricht, diesen in Niveau und Bedeutung anzuheben und damit den Chemieunterricht insgesamt attraktiver zu gestalten Dr Dominique Rosenberg erhielt den mit 4000 € dotierten Preis für die Entwicklung von Schulexperimenten zum zukunftsträchtigen Thema der Energiespeicherung https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/aktuelles/preis-stadtgeschichtsforschung-reinecke# https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/aktuelles/preis-stadtgeschichtsforschung-reinecke# https://www.chf.de/chf/flad-preis.html Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202152 53 Die regenerativen Energieträger sollen zu einer tragenden Rolle der Energie- versorgung werden und die Speicherung der erzeugten elektrischen Energie gewinnt eine immer größer werdende Bedeutung Eine wichtige Aufgabe des Chemieunterrichts ist es unter anderem, dass Schülerinnen und Schüler auf den Gebieten, wie z B der Problematik der Energiespeicherung bei den er- neuerbaren Energien, in die aktuelle Forschung und deren Probleme eingeführt werden, für die eine fachdidaktische Erschließung mit passenden Versuchen und Materialien für den Chemieunterricht erforderlich ist Bei den verschiedenen Speichermöglichkeiten bilden die Batterien bzw Akkumulatoren einen Bereich als mögliche Energiespeicher, insbesondere die Redox-Flow-Batterie In diesem Projekt werden Schulexperimente zu organi- schen Redox-Flow-Batteries und Modell-Versuche zur Funktionsweise derer entwickelt, die im Rahmen des Chemieunterrichts der Sekundarstufe II ein- gesetzt werden können Es wurde ein einfach zu realisierender Versuchsaufbau für die Untersuchung organischer Batteriesysteme entwickelt sowie weitere Modellversuche zur Funktionsweise von Redox-Flow-Batterien konzipiert Des Weiteren wurden verschiedene organische Redox-Paare und deren Wiederauf- ladbarkeit mittels Cyclovoltammetrie untersucht Zukunftsweisend sind dabei polymere Naturstoffe Aufnahme von Dr. Stefan Wallaschek als Young Academy Fellow in die Akademie der Wissenschaften in Hamburg Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg hat 2020 das Young Academy Fellow Programm gestartet, um herausragende PostDocs sowie etablierte For- scher*innen in der Akademie aus verschiedenen Disziplinen aus Norddeutsch- land zusammenzubringen und die interdisziplinäre Forschung voranzutreiben In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden sieben weitere Fellows 2021 ausgewählt, unter Ihnen Dr Stefan Wallaschek, Mitarbeiter am ICES und im ValCon-Forschungsprojekt awhamburg.de/nachwuchsfoerderung/young-academy-fellows.html Neben dem akademischen Austausch und der Organisation von öffentli- chen Veranstaltungen zu diversen Themen plant Dr Wallaschek mit mehreren Fellows eine Projektgruppe zu Resilienz und Diversität und bringt dabei seine sozialwissenschaftliche Expertise zu Online-Kommunikation, sozialen Medien und Solidarität ein – Solidarity in the Public Sphere: A Discourse Network Analysis of German Newspapers (2008–2017) – Nachwuchspreis der Sektion »Soziologische Netzwerkforschung« der Deutschen Gesellschaft für Soziologie an Dr. Stefan Wallaschek Im August 2021 wurde Dr Stefan Wallaschek zusammen mit zwei Kolleg*in- nen (Dr Christopher Starke, Carlotta Brüning) mit dem Nachwuchspreis der Sektion „Soziologische Netzwerkforschung“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie ausgezeichnet Prämiert wurde ihr 2020 veröffentlichter Artikel »So- lidarity in the Public Sphere: A Discourse Network Analysis of German Newspa- pers (2008–2017)« in der peer-reviewed Zeitschrift Politics and Governance Darin untersuchen die Autor*innen anhand einer Netzwerkanalyse, wie Solidari- tät im öffentlichen Diskurs verstanden wird, welche Akteure wie Solidarität pro- klamieren und inwiefern sich das im Zeitverlauf ändert sociohub-fid.de/s/soziologische-netzwerkforschung/ custom_pages/view?id=30 (Preis und Laudatio) cogitatiopress.com/politicsandgovernance/article/view/2609 (Forschungsartikel) Forschungspreise https://www.awhamburg.de/nachwuchsfoerderung/young-academy-fellows.html https://sociohub-fid.de/s/soziologische-netzwerkforschung/custom_pages/view?id=30 https://sociohub-fid.de/s/soziologische-netzwerkforschung/custom_pages/view?id=30 https://www.cogitatiopress.com/politicsandgovernance/article/view/2609 1: einfacher Schulversuch einer Redox-Flow-Batterie mit dem Eschenrinden-Tee (ein Naturprodukt aus dem Reform- haus) und der orangefarbenen Cer(IV)sulfat-Lösung: das Sys- tem ist so leistungsstark, dass sich damit mehrere Motoren betreiben lassen. 2: einfacher Schulversuch einer Redox-Flow-Ba;erie mit Substanzen aus dem Alltag, die den roten Anthocyanfarb- stoff enthalten, der sich elek- trochemisch in den Ba;erien umsetzen lässt. Anthocyan- farbstoffe sind beispielsweise in roten Beerensäften, Rotkohl und Rotwein enthalten. In ihrer Studie und Habilitationsschrift hat Christiane Reinecke, Professorin für Neuere und Neueste Europäische Geschichte an der EUF, untersucht, wie sich im Zeichen von urbaner Moderni- sierung, Dekolonisation und Deindus- trialisierung der Umgang mit urbanen Problemlagen wandelte. Die Ungleichheit der Städte. Urbane Problemzonen im postkolonialen Frankreich und der Bundesrepublik vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/ aktuelles/preis-stadtgeschichtsfor- schung-reinecke Experimentelle Erschließung von Redox-Flow-Batteries für den Che- mieunterricht / Manfred und Wolfgang- Flad-Preis an Dr Dominique Rosenberg »Die Ungleichheit der Städte. Urbane Problemzonen im postkolonialen Frankreich und der Bundesrepublik« / Wiener Preis für Stadtgeschichtsforschung an Prof Dr Christiane Reinecke Die Young Academy Fellows 2021 der Akademie der Wissenschaften in Hamburg: (v. l. n. r.) Dr. Alexander Stark, Dr. Martina Creydt, Dr. Peter Müller, Dr. Dana-Sophia Valentiner, Jun. Prof. Dr. Johannes Hertel, Dr. med. Charlotte Schubert und Dr. Stefan Wallaschek sowie Jun. Prof. Dr. Paula Prenzel (nicht auf dem Bild) Die Preisträgerinnen des EUF-Forschungspreises und ihre Betreuerinnen: (v. l.) Prof. Dr. Birgit Däwes, Dr. Kristina Sülter, Prof. Dr. Eva Gugenberger, Dr. Lena Terhart, Prof. Dr. Maike Busker und Dr. Dominique Rosenberg 1 2 Interview Lena Terhart mit der inzwischen ver- storbenen Pau- naka-Sprecherin María Cuasase Choma im Haus ihrer Schwie- gertochter in Concepción. Oktober 2015. A Grammar of Paunaka / EUF-Forschungspreis in der Kategorie »heraus- ragende Dissertation« an Dr Lena Terhart https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/aktuelles/preis-stadtgeschichtsforschung-reinecke https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/aktuelles/preis-stadtgeschichtsforschung-reinecke https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/aktuelles/preis-stadtgeschichtsforschung-reinecke Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202156 57 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Die Forschungsförderangebote der EUF, die in den Programmbereichen »FPFF – Flensburger Programm zur Forschungsförderung« und «FQ-WiN – Pro- gramm zur Förderung und Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses« gebündelt sind, wurden 2021 erweitert: • Der in 2020 erstmalig ausgeschriebene »Corona-Krisenfonds der EUF für Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen«, der mit Finan- zierung durch den Forschungsausschuss und das Präsidium eine drei- monatige Stellenverlängerung im Umfang einer 0,5-Stelle für bis zu 6 Nachwuchswissenschaftler*innen je Ausschreibungsrunde vorsah, wurde mit einer letzten Einreichungsfrist zum 01092021 verlängert • Ergänzend richtete der Forschungsausschuss ein Angebot zur Forschungsunterstützung für Doktorand*innen der EUF ein, deren Forschungsvorhaben Corona-bedingt nur einschränkt durchgeführt werden konnten Im Rahmen einer einmaligen Ausschreibung zur Einreichungs- frist 01092021 wurde eine Unterstützung der Forschungsvorhaben durch studentische / wissenschaftliche Hilfskräfte gefördert • Neu strukturiert wurde die beim Präsidium beantragbare Gewährung von Druckkostenzuschüssen, die dem Ausschuss für Forschung und Wissens- transfer übertragen und von diesem im Januar 2021 auf Publikations- zuschüsse für reine Open Access-Veröffentlichungen neu ausgerichtet wurde • Der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer erweiterte im Juni 2021 die Publikationsförderung um ein Förderangebot auch für hybride Open Access-Publikationen, die parallel oder nachfolgend zu einer Printaus- gabe im Open Access veröffentlicht werden • Eine in 2020 eingeführte zentrale Finanzierung von Open Access-Publika- tionen, die im Rahmen der DEAL-Verträge mit Wiley und Springer Na- ture veröffentlicht wurden, mussten Ende 2021 zur Kostenbegrenzung auf die grundsätzliche Förderung für jährlich eine Publikation von EUF-Wissen- schaftler*innen in einer der hier angeschlossenen Zeitschriftenverlage be- schränkt werden, bei weiteren Publikationen ist im Vorfeld die Möglichkeit einer Kostenübernahme durch die jeweilige Organisationseinheit zu klären Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202158 59 • Der vom Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer in 2020 erstmalig ausgeschriebene und befristet zu erprobende Open Call wurde nach der zweiten Ausschreibungsrunde in 2021 vom Ausschuss im November 2021 als jährliches Angebot etabliert • Die Konditionen der über den Stipendienausschuss vergebenen Landes- graduiertenstipendien wurden erfreulicherweise durch das Land von monatlich 900 € (ohne Kind) ab 2021 um 450 €/Monat erhöht Da aber hierfür keine zusätzlichen Landesmittel bereitgestellt wurden, musste im Ergebnis der Spielraum für neue Stipendien stark eingeschränkt werden musste Jährlich können neben den Verlängerungen laufender Stipendien seit 2021 nur drei, ab 2024 dann vier Erstanträge bewilligt werden • Auf Initiative aus dem Kreis der Juniorprofessor*innen wurde dem Senat im September 2021 ein Antrag zur Ermöglichung einer forschungs- orientierten Lehrdeputatsreduktion auch für Juniorprofessor*innen vor- gelegt und vom Senat angenommen Außerhalb der beiden Programmbereiche FPFF und FQ-WiN wurden folgen- de Angebote realisiert: • Informations-, Diskussions- und Vernetzungsangebote zur Forschungs- förderung ua auf dem 4 Tag der Forschungsförderung im November 2021, ein Willkommens- und Info-Forum für neue Wissenschaftler*innen an der EUF, organisiert von ZeBUSS und ICES (unter Mitwirkung des Forschungsreferats) im September 2021, eine Online-Infoveranstaltung von ZeBUSS (mit Unterstützung von Forschungsreferat und ICES) für promotionsinteressierte MA-Studierende zum Thema »Wege zur Promo- tion« im Dezember 2021 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF • Die EUF förderte auch 2021 den jährlichen International Research Work- shop im Rahmen des PhD-Network, in dem die EUF mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Dänemark und Kroatien beteiligt ist Dessen Ziele sind Kooperation und Informationsaustausch über die Aktivitäten in der Doktorand*innenaus- bildung hermes.hsu-hh.de/doctoralstudy/irws/programme/ • Die seit Ende 2019 zur Verbesserung der Forschungsinfrastruktur an- gebotene zentrale Kostenübernahme für die Nutzung von EvaSys-Lizen- zerweiterungen Forschung & Lehre bei campusexternen Forschungs- vorhaben wurde mit Wirkung ab Juli 2021 in einen Lizenzvertrag mit Evasys überführt Das vom Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer finanzierte Angebot kann von Wissenschaftler*innen und Studierenden für Forschungsvorhaben genutzt werden, die nicht durch Drittmittel finanziert werden können Die nachfolgende Übersicht stellt den zum Redaktionsschluss aktuellen, im laufenden Jahr erneut erweiterten Stand dar https://hermes.hsu-hh.de/doctoralstudy/irws/programme/ Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202160 61 Zur Förderung der Forschung hat die Europa-Universität Flensburg das Flensburger Programm zur Forschungsförderung (FPFF) entwickelt I. Modul Beratung und Unterstützung a) Für die Anbahnung forschungsbezogener Aktivitäten bieten das Forschungsreferat sowie die Forschungszentren ZeBUSS und ICES eine Fördermittel- und Antragsberatung an, die ua Fördermittelrecherche, Erstellung von Kalkulationen, administrative Zuarbeiten für Drittmittel- anträge und Antragssichtungen umfassen b) Laufende Forschungsprojekte erhalten auf Wunsch eine nähere Projekt- unterstützung, wie zB Hilfe bei der Beantragung von Änderungs- anträgen oder Beratung zu Fragen des Projektmanagements, durch das Forschungsreferat sowie die Forschungszentren ZeBUSS und ICES – die Forschungszentren bieten zusätzlich auch Unterstützung bei der Vor- bereitung wissenschaftlicher Tagungen und anderer Aktivitäten sowie bei administrativen Fragen der Projektumsetzung an c) Der Editing Service der EUF unterstützt Wissenschaftler*innen bei der Erstellung hochwertiger englischsprachiger Drittmittelanträge und Zeit- schriftenbeiträge d) Die Forschungszentren ZeBUSS und ICES stellen Arbeits- und Be- sprechungsräume für ihre Mitglieder, nach Möglichkeit auch für alle an der EUF Forschenden zur Verfügung II. Modul Freiraum für Forschung a) Für herausragende wissenschaftliche Vorhaben gewährt das Präsidium auf Antrag eine Lehrdeputatsreduktion Flensburger Programm zur Forschungsförderung (FPFF) Programm zur Förderung und Qualifizierung von wissenschaftlichem Nachwuchs (FQ-WiN) Modul Beratung und Unterstützung Modul Freiraum für Forschung Modul finanzielle Förderung Modul Qualifizierung Modul Stellen und Stipendien Internationale Vernetzung und Profilierung Fördermittel- und Antragsberatung Lehrdeputats- reduktion Erstellung von Dritt- mittelanträgen Qualification Program for Early Stage Re- searchers (QP) Landesgra- duierten- stipendien International Short Term Academic Exchange Projektunter- stützung wissenschaft- liche Veranstal- tungen Research Schools Post-Doc- Programm International Fellowships in Research and Teaching Editing Service Transferveran- staltungen Fachspezifi- sche Qualifizie- rung und Ver- anstaltungen EigenZeit (Stellenaus- schreibung) Tagungs- und Kongress- teilnahmen Arbeits- und Besprechungs- räume Publikations- zuschüsse im Rahmen der DEAL-Verträge Coaching- programm Call for Field Research Proposals Unterstützung Gastwissenschaft- ler*innen und Koope rationen Publikationszu- schüsse reine Open Access- Publikationen Härtefallfonds Publikations- förderung Disser- tations- und Habi- litationsschriften Publikationszu- schüsse hybride Open Access- Publikationen Publikationsförde- rung Open Access- Journal-Beiträge Open Calls Ethik-Voten Forschungsförderung an der EUF (inkl. Angebote von Forschungszentren, Ausschüssen und anderer Einrichtungen); grau schattiert = in Vorbereitung uni-flensburg. de/?id=40741 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Flensburger Programm zur Forschungsförderung (FPFF) https://www.uni-flensburg.de/?id=40741 https://www.uni-flensburg.de/?id=40741 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202162 63 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF In der Nachwuchsförderung hat die Europa Universität Flensburg mit dem Programm zur Förderung und Qualifizierung von wissenschaftlichem Nach- wuchs (FQ-WiN) ein modularisiertes Förderungs- und Qualifikationsprogramm umgesetzt Dies umfasst folgende Module: I. Modul Qualifizierung a) Das Qualification Programme for early stage researchers (QP) wird vom ZWW aktuell mit Finanzierung durch die Forschungszentren ZeBUSS und ICES sowie den Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer, wie auch aus Mitteln des ZWW realisiert und bietet für Promovierende, Post- Docs und Juniorprofessor*innen der EUF kostenfreie Workshops im Be- reich überfachlicher bzw Querschnittskompetenzen an b) Die profilgebenden Forschungszentren haben Research Schools for early stage researchers (RS) etabliert bzw initiiert: die ZeBUSS Forschungsakademie Bildung sowie die ICES Research School Diese haben eine fachliche Ausrichtung und bieten ua Workshops, Summer-/ Winterschools sowie Interpretationswerkstätten an c) Fachspezifische Qualifizierung und wissenschaftliche Veranstal- tungen bieten die Forschungszentren ZeBUSS und ICES mit unter- schiedlichen Formaten an, die auch eine Möglichkeit zum wissenschaft- lichen Austausch und zur Vernetzung bieten Programm zur Förderung und Qualifizierung von wissenschaftlichem Nachwuchs (FQ-WiN) III. Modul Finanzielle Förderung a) Finanzielle Unterstützung für die Erstellung von Drittmittelanträgen bietet insbesondere der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer laufend auf Antrag, daneben bieten auch die Forschungszentren ZeBUSS und ICES Unterstützung an b) Finanzielle Förderung wissenschaftlicher Veranstaltungen an der EUF gewähren der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer sowie bei entsprechender inhaltlicher Ausrichtung die Forschungszentren Ze- BUSS oder ICES laufend auf Antrag Tagungen mit deutlich europäischer, bzw internationaler Ausrichtung fördert der Europa-Ausschuss, s Merk- blatt und Musterantrag c) Der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer fördert die Finan- zierung von Transferveranstaltungen, bei denen die EUF bzw ihre Organisationseinheiten als Veranstalter*in auftreten, s Merkblatt und Musterantrag d) Für Open Access-Veröffentlichungen sind aus zentralen Mitteln Publikationszuschüsse im Rahmen der DEAL-Verträge mit Springer Nature und Wiley für jährlich eine Publikation von EUF-Wissenschaft- ler*innen in einer der hier angeschlossenen Zeitschriftenverlage nutzbar Bitte beachten Sie, bei weiteren Publikationen im Vorfeld die Bestätigung der Kostenübernahme durch Ihre Organisationseinheit einzuholen e) Der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer gewährt Publikations- zuschüsse für reine Open Access-Publikationen, die nicht über den Landespublikationsfonds förderfähig sind, wie zB Zeitschriftenbeiträge von erfahrenen Wissenschaftler*innen sowie Monographien, s Übersicht Publikationsförderungen und Antragsformular f) Publikationszuschüsse für hybride Open Access-Publikationen kön- nen für Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen beim Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer beantragt werden, s Merkblatt und An- tragsformular g) Open Calls werden vom Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer sowie den Forschungszentren ZeBUSS und ICES ausgeschrieben h) Der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer fördert die Finanzie- rung von Ethikvoten, die zur Durchführung von Forschungsaktivitäten erforderlich sind Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2022 – Berichtszeitraum 202164 65 c) Finanzielle Förderung von Tagungs- und Kongressteilnahmen bietet der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer (dient auch der Ver- netzung), s Merkblatt und Musterantrag d) Unterstützung für Gastwissenschaftler*innen und Kooperationen bie- ten die Forschungszentren ZeBUSS und ICES e) Eine Publikationsförderung für Dissertations- und Habilitationsschriften gewährt der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer f) Eine Publikationsförderung für Open Access-Journal-Beiträge bietet der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer aus Mitteln des Landes- publikationsfonds, s Merkblatt und Antragsformular Forschungsreferat: Dr Martina Kattein, Forschungsreferentin Tel: 0461 / 805-2788, forschungsreferat@uni-flensburg.de für gewünschte Antragsunterstützungen: Dr Samantha Litty, Antragsmanagerin Tel: 0461 / 805-2215, antragsberatung@uni-flensburg.de Forschungszentrum ICES: Dr Maria Schwab, Wissenschaftsmanagerin Tel: 0461 / 805-2499, maria.schwab@uni-flensburg.de Forschungszentrum ZeBUSS: Dr Simone Onur, Wissenschaftsmanagerin Tel: 0461 / 805-3042, simone.onur@uni-flensburg.de Forschungsförderberatung an der EUF – Ihre Ansprechpersonen d) Promovierende, Post-Docs und Juniorprofessor*innen erhalten in einem vom Gleichstellungsbüro und dem ZWW getragenen Coaching-Pro- gramm die Möglichkeit, besondere Herausforderungen in ihrer Quali- fizierungsphase zu reflektieren und zu bearbeiten II. Modul Stellen und Stipendien a) Für Promovierende bietet die EUF durch Landesgraduiertenstipendien finanzielle Unterstützung für die Promotion für die Dauer von max drei Jahren b) Das Post-Doc-Programm bietet in strategisch relevanten Einheiten in begrenztem Umfang zusätzliche Qualifikationsstellen im Post-Doc-Be- reich – es ist aktuell noch in Vorbereitung c) Die jährlich ausgeschriebene Eigen.Zeit ist ein auf ein Jahr befristetes Post-Doc-Programm mit dem Ziel, einen DFG-Antrag auf eigene Stelle zu erstellen Das Programm wird jährlich unter wechselnder Ansiedlung an eines der profilgebenden Forschungszentren aufgelegt d) Mit dem vom Forschungszentrum ICES regelmäßig ausgeschriebenen Call for Field Research Proposals werden Forschungsaufenthalte zur Datenerhebung oder Archivarbeit gefördert e) Der Härtefallfonds des Promotionsausschusses ermöglicht eine kurz- fristige Überbrückung bei Anschlusslücken in der Endphase der Promo- tion III. Modul Profilierung und internationale Vernetzung a) Ein Beratungsangebot zur Förderung des international Short-term Academic Exchange prioritär für Pre-Docs (auch Post-Docs und Profes- sor*innen) mit Schwerpunkt Lehre und Vernetzung befindet sich aktuell noch im Aufbau b) Ein Beratungsangebot zur Förderung von International Fellowships in Research and Teaching mit Lehrdeputat (1 Semester) prioritär für Junior- professor*innen (auch Professor*innen) ist aktuell noch in Vorbereitung Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF mailto:forschungsreferat@uni-flensburg.de mailto:antragsberatung@uni-flensburg.de mailto:maria.schwab@uni-flensburg.de mailto:simone.onur@uni-flensburg.de twitter.com/FossilExit Der Schwerpunkt in Lehre und Forschung der Forschungsgruppe FossilExit liegt auf der Transformation von fossilen zu 100% erneuerbaren Energiesystemen, um den Anstieg der globalen Durchschnittstem- peratur auf maximal 1,5°C zu begrenzen. ZNES / FossilExit: 30-köpfige Forschungsgruppe zur Transformation von fossilen zu 100% erneuerbaren Energiesystemen unter der Leitung von Prof Dr Pao-Yu Oei, (Bild oben 1 v r), Panel Diskussion beim DAAD-Fest Oben: interner Workshop Abteilung Energie- und Umweltmanagement (EUM), Unten: Prof Dr Pao-Yu Oei beim Peters- berger Klimadialog im Auswärtigen Amt ICES / Paradoxien der EU-Per- sonenfreizügigkeit: Präferenz- bildungsprozesse für und gegen Europäische Integration Das Forschungs- projekt will her- ausfinden, ob und wie die Personen- freizügigkeit und ihre Auswirkun- gen in süd- und osteuropäischen Gesellschaften die Unterstützung der EU-Integration, EU-Skepsis oder eine Reformagenda fördern. https://twitter.com/FossilExit Europa-Universität Flensburg (Hrsg) Forschungsreferat Prof Dr Peter Heering, Dr Martina Kattein Gestaltung, Konzept, Umsetzung: Sabine Große-Aust, EUF-Hochschulkommunikation & Sabine von Bassewitz Fotos: S 7 / 8: privat / Team StudyasYou, privat / Team RP SKM, EUF / Christina Kloodt S 21 / 22: Thomas Raake (Luftbild), privat / Team DaF-L, privat / Team AcessPlus S 53 / 54: Dr Lena Terhart EUF / Federico Villalta Rojas, AdWHH / Jann Wilken, EUF / Dr Dominique Rosenberg, EUF / Christina Kloodt S 65 / 66: EUF-FossilExit / DAAD, EUF-FossilExit / Auswärtiges Amt, EUF / Prof Dr Christof Roos Flensburg, September 2022 Für Fragen, Anregungen und Kritik stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung Bitte wenden Sie sich an: Vizepräsident*in für Forschung Tel 0461 805 2803 vpforschung@uni-flensburg.de Forschungsreferat Tel 0461 805 2788 forschungsreferat@uni-flensburg.de Impressum: mailto:vpforschung@uni-flensburg.de mailto:forschungsreferat@uni-flensburg.de
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