Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 3 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg Berichtszeitraum 2022 2023 1 Inhaltsverzeichnis Entwicklung der Forschung und der Forschungsförderung an der EUF .................................................................................. 3 Zahlen und Daten ...................................................................................................................5 Die profilgebenden Forschungszentren............................................................................................................... 13 Forschungsprojekte ............................................................................................................. 31 Forschungspreise ................................................................................................................ 35 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF ................................. 41 Titel: Hauptgebäude der EUF, diese Seite: Audimax Inhaltsverzeichnis 2 Entwicklung der Forschung und der Forschungsförderung an der EUF Erweiterungsbau der EUF Inhaltsverzeichnis 3 Eine große Herausforderung für die gesamte Universität stell- te die im Auftrag des Landes erfolgte Landesstrukturbegut- achtung durch die wissenschaftliche Kommission des Wissen- schaftsrates dar. Alle Organisationseinheiten wirkten an der Erarbeitung eines Selbstberichts mit, in dem Forschungs- und Transferaktivitäten in den Schwerpunktbereichen Erneuerbare Energien/Energiewende, Digitalisierung und Künstliche Intel- ligenz, Kreativwirtschaft, Life Sciences, Medizintechnik sowie Meereswissenschaften einen besonderen Stellenwert ein- nahmen. Zum erst genannten Schwerpunkt erfolgte eine ge- meinsam mit der Hochschule Flensburg organisierte Begehung auf dem Campus Flensburg. Begleitend zur themenbezogenen Präsentation durch Fachwissenschaftler*innen der EUF wurden zur allgemeinen Darstellung der EUF von den beiden profil- gebenden Forschungszentren ZeBUSS und ICES sowie den fünf weiteren Forschungszentren frzph, JZF, KURS, NEC und ZNES Poster und Videopräsentationen erstellt und von der Hoch- schulkommunikation für die Gutachter*innen die Webseite uni- flensburg.de/forschung/begutachtung-des-wissenschafts- rats eingerichtet. Auch an den übrigen Begehungen an anderen Hochschulen Schleswig-Holsteins wirkten EUF-Wissenschaft- ler*innen der jeweils behandelten Schwerpunktbereiche aktiv mit. Allen Beteiligten sei an dieser Stelle im Namen des Prä- sidiums nochmals für ihr immenses Engagement herzlich ge- dankt! Zur Weiterentwicklung der Standards der EUF im Bereich guter wissenschaftlicher Praxis entsprechend des DFG-Kodex „Leitlinien zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis“ wurden in Fortführung der Vorjahresaktivitäten Dokumente der EUF angepasst bzw. neu erarbeitet. Die Satzung zur guten wissenschaftlichen Praxis wurde entsprechend modifiziert und um einen neuen Besonderen Kodex Forschung ergänzt, ent- worfen wurde auch eine neue Satzung zur Einrichtung einer Ethikkommission an der EUF. Nach einer ersten Lesung im Senat wurden alle Dokumente zu einer Vorprüfung an die DFG übermittelt, die die Umsetzung des DFG-Kodex auch für den Fortbezug von DFG-Förderungen voraussetzt. Fortgeführt wurden des Weiteren die von rund 40 Wissen- schaftler*innen aus acht Instituten getragenen Aktivitäten zur Vorbereitung eines dritten profilgebenden Forschungszentrums im Bereich Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung. Der Senat sprach sich im Mai in einem Grundsatzbeschluss für die Einrichtung eines dritten profilgebenden Forschungs- zentrums aus und behandelte einen Satzungsentwurf für das Forschungszentrum in 1. Lesung. Das weitere Verfahren ver- zögerte sich leider aufgrund von Finanzierungsproblemen. Die Einführung eines Forschungsinformationssystems an der EUF stellte einen weiteren Arbeitsschwerpunkt dar. Ziel ist es, die Forschungsleistungen der EUF umfassend und struktu- riert abbilden zu können, was von den Forschenden für ihre Web- seiten, Anträge und Berichte nutzbar sein wird, wie auch für das Berichtswesen der Universität sowie für den geplanten Antrag auf Mitgliedschaft in der DFG. Das Forschungsinformations- system wird in das geplante Campus-Managementsystem ein- gebettet sein und sich am Standard des vom Wissenschaftsrat empfohlenen Kerndatensatz Forschung orientieren. Auf Initiative des DokNet konnte eine spezifische Mail- Adresse für Promovierende der EUF mit Unterstützung durch das ZIMT eingerichtet werden. Für die Flensburg University Press wurden nach dem im Vorjahr gelungenen Wechsel zur Wissenschaftlichen Buch- gesellschaft (wbg) im Frühjahr 2022 eine Geschäftsführung sowie ein wissenschaftlicher Beirat eingerichtet. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 4 Entwicklung der Forschung und der Forschungsförderung an der EUF https://www.uni-flensburg.de/forschung/begutachtung-des-wissenschaftsrats https://www.uni-flensburg.de/forschung/begutachtung-des-wissenschaftsrats https://www.uni-flensburg.de/forschung/begutachtung-des-wissenschaftsrats Zahlen und Daten Mensa Inhaltsverzeichnis 5 Das abgebildete Foto hat die Bezeich- nung „Mensa“. In einer Innenansicht der Mensa sitzt eine Person an einem Tisch mit Laptop, Kopfhörer und einem Getränk. DAAD Bund Weder die Qualität von Forschung noch deren gesellschaftliche Relevanz lassen sich durch quantitative Kennzahlen ausdrücken. Dennoch stellt die zahlenbasierte Abbildung der Forschungs- leistungen einen wesentlichen Teil ihrer Dokumentation dar, die gerade für das Ziel einer forschungsstarken Universität und eines erfolgversprechenden Antrags auf Mitgliedschaft in der DFG erforderlich ist. Die Daten werden im Folgenden sowohl für den aktuellen Stand im Jahr 2022 als auch für Entwicklungen seit 2012 aufbereitet. Abbildung 1: Drittmitteleinnahmen nach Mittelgeber in 2022 in € Spenden Stiftungen sonstige Mittel / öffentliche Geldgeber*innen sonstige Mittel / private Geldgeber*innen EU DFG Stand 2022 Die Wissenschaftler*innen der EUF haben im Jahr 2022 knapp 6,5 Mio. € Drittmitteleinnahmen realisiert. Weiterhin der größ- te Fördermittelgeber ist der Bund (insbesondere das BMBF), ebenfalls größere Anteile resultieren – wie auch in den Vor- jahren – aus DAAD- sowie EU-Mitteln. Weiterhin zählte die DFG zu den wichtigsten Drittmittelgebern in 2022. In der Relevanz folgen Stiftungen sowie Finanzierungen für Projekte mit der gewerblichen Wirtschaft. Diese Kontinuitäten lassen sich zum Teil sicherlich mit der inhaltlichen Ausrichtung der Forschung und dem gesellschaftlichen Umfeld erklären. Einerseits ist die Forschung an der Europa-Universität Flensburg international ausgerichtet – dies erklärt gerade die Erfolge bei den DAAD- und EU-Mitteln. Andererseits existieren in Schleswig-Holstein Landes- und regionale Programme in nur geringem Umfang, in- sofern können hier auch kaum größere Erfolge erreicht werden Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 6 Zahlen und Daten 3.275.265 64.290 1.390.831 194.181 300.043 419.241 306.551 546.946 Abbildung 2: Drittmitteleinnahmen gesamt pro Jahr in € Entwicklungen 2012-2022 Das Drittmittelvolumen erreicht in 2022 eine deutliche Stei- gerung gegenüber den Vorjahren. Seit 2012 verzeichnen die jährlichen Drittmitteleinnahmen einen tendenziellen Anstieg. Dieser verlief jedoch eher moderat mit Ausnahme deutlicherer Zunahmen in den Jahren 2014, 2019 (nach einem Einschnitt im Jahr zuvor) sowie dem jetzt aktuellen erneuten Anstieg. Zu berücksichtigen ist, dass die pandemie-bedingten Ein- schränkungen auch der Forschungsaktivitäten zeitversetzt die Möglichkeiten der Einwerbung von Drittmitteln stark er- schwerten, was sich im bisherigen Betrachtungszeitraum noch nicht in den realisierten Einnahmen niederschlägt. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 7 Zahlen und Daten 2012 2. 76 9 .3 4 5 3 .0 3 7. 9 3 2 2013 4 .0 9 3 .0 71 2014 4 .0 5 1. 25 5 2015 4 .4 29 .2 0 2 2016 4 .0 6 2. 4 75 2017 3 .3 79 .9 4 8 2018 4 .4 4 3 .0 73 2019 4 .5 15 .3 5 1 2020 4 .7 4 6 .1 6 4 2021 6 .4 9 7. 3 4 8 2022 Abbildung 3: Anzahl an Professuren Die Anzahl der besetzten Professuren ist in den ersten Jahren des Betrachtungszeitraums deutlich angestiegen und liegt seit 2016 kontinuierlich über 80 Professuren, Schwankun- gen ergeben sich aus jeweils aktuell laufenden Berufungs- verfahren. Dadurch ergibt sich, dass die eingeworbene Summe pro Professur auch in der Höhe variiert, wenngleich selbstverständ- lich nicht alle Drittmitteleinnahmen durch Professor*innen ein- geworben wurden. Im Zeitraum 2012 bis 2021 schwankt dieser Indikator zwischen 41.000 € im Jahr 2018 und 63.000 € im Jahr 2014. Erst im Berichtsjahr 2022 stieg dieser Wert deut- lich an auf 73.000 € eingeworbene Drittmittel je Professur. Im bundesweiten Vergleich deutet dies indes auf einen immer noch im unteren Bereich liegenden Wert hin.¹ 1 Verlässliche Vergleichsdaten liegen über den dreijährlich veröffentlichten DFG-Förderatlas von 2021 derzeit leider nur für das Jahr 2018 vor. Demnach stellt sich diese Drittmittelquote je Professur im Verhältnis zu Universitäten, die nach Größe und Fächerschwerpunkten näherungsweise vergleichbar mit der EUF sind, als relativ niedrig dar, zumal die Einnahmen seit 2018 voraussichtlich weiter gestiegen sind. So betrug beispielsweise die Dritt- mittelquote je Professur nach Daten des DFG-Förderatlas 2021 für das Jahr 2018 an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt 68.103 €, an der Universität Hildesheim 67.021 €, an der Universität Koblenz-Landau 87.356 € und an der Leuphana Universität Lüneburg 100.000 €. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen im Jahr 2018 die durchschnittlichen Drittmitteleinnahmen je Universitätsprofessur in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bei 138.900 € (destatis.de/DE/Presse/Presse- mitteilungen/2020/09/PD20_371_213.html), im Jahr 2020 bei 142.000 € (destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/09/PD22_399_213.html). Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 8 Zahlen und Daten 2012 66 2013 69 2014 65 2015 73 2016 84 2017 89 2021 90 2022 89 2018 82 2019 84 83 2020 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/09/PD20_371_213.html https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/09/PD20_371_213.html https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/09/PD22_399_213.html Abbildung 4: Drittmitteleinnahmen nach Fördermittelgeber pro Jahr in € Der Anstieg des gesamten Drittmittelvolumens in 2022 zeigte sich auch in der Entwicklung bei fast allen Drittmittel- gebern: Die Einnahmen aus Bundesmitteln sind im vierten Jahr nacheinander substantiell und deutlich höher als in der Ver- gangenheit, bei den Mitteln des DAAD wurde das vergleichs- weise hohe Niveau der Vorjahre weiter gesteigert. Die EU-Mit- tel nahmen in 2022 wieder zu, im Jahresverlauf sind sie aber insgesamt schwankend. Eine hohe Zunahme verzeichnen die Einnahmen aus DFG-Mitteln nach einem vorhergehenden vier- jährigen Rückgang mit starkem Einschnitt insbesondere im Vorjahr. Seit zwei bis drei Jahren sind auch die Einnahmen aus Mitteln von Stiftungen und der gewerblichen Wirtschaft an- gestiegen, während die Einnahmen von sonstigen öffentlichen Geldgebern (wie z.B. Gemeinden) eher schwankend verlaufen. DFG Bund DAAD EU sonstige Mittel / öffentliche Geldgeber*innen Länder Stiftungen sonstige Mittel / private Geldgeber*innen Spenden Sponsoring Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 9 Zahlen und Daten 2014 20152012 2013 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 500.000 1.000.000 2.000.000 3.000.000 3.500.000 1.500.000 2.500.000 Abbildung 5: Drittmitteleinnahmen von DFG, Bund und EU in € Eine gesonderte Ausweisung der für die angestrebte DFG- Mitgliedschaft besonders relevanten EU-, Bundes- und DFG- Mittel zeigt, dass diese im Berichtsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr in der Summe um 30% gestiegen sind. Hier sind die Bundesmittel in einer Höhe von knapp 3,3 Mio. € deutlich am stärksten und auch deutlich angestiegen. Kritisch zu sehen ist insbesondere die Entwicklung der DFG-Mittel. Sie verlaufen trotz der in den letzten Jahren ergriffenen Maßnahmen der Forschungsförderung nach wie vor auf relativ niedrigem Niveau. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 10 Zahlen und Daten 2014 20152012 2013 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 DFG Bund EU 231.298 448.310 859.416 304.324 674.916 555.251 566.631 564.328 314.513 546.946 393.200 292.871 128.442 236.097 213.506 363.757 306.328 232.947 230.566 85.070 419.241 1.601.012 2.028.614 1.932.415 2.152.815 2.128.592 2.872.584 3.275.265 1.531.224 1.541.445 500.000 1.000.000 2.000.000 3.000.000 3.500.000 1.500.000 2.500.000 128.930 164.118 428.877 Abbildung 6a: Anzahl an Promotionen nach Geschlecht Die bis 2017 tendenziell steigende Anzahl abgeschlos- sener Promotionen ist seitdem wieder rückläufig (mit Aus- nahme eines erneuten Anstiegs in 2020). Die höheren Zahlen für 2016-2018 können vermutlich auf die Einführung der neuen Promotionsordnung 2017 zurückgeführt werden, die einen Teil der Doktorand*innen zu einer beschleunigten Abgabe nach der alten Promotionsordnung veranlasst haben könnte. Im Be- richtsjahr sind 20 Promotionsabschlüsse erfolgt. Als eine Ursache für die Rückgänge der letzten beiden Jahre können pandemie-bedingte Folgen angenommen wer- den, die im Hinblick auf empirische Datenerhebungen und massive Mehrbelastungen in anderen Arbeits- und Lebens- bereichen zu starken Verzögerungen, wenn nicht sogar unter den Bedingungen befristeter Finanzierungen auch zu ver- mehrten Abbrüchen geführt haben könnten. In den letzten fünf Jahre sind durchschnittlich 51 % der Promotionen durch Frauen abgeschlossen worden. Abbildung 6: Anzahl an Promotionen gesamt Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 11 Zahlen und Daten . 30 34 31 2012 2013 2014 2015 20222016 2017 2018 2019 2020 2021 14 21 20 20 22 28 23 19 18 17 Frauen Männer 8 6 16 5 13 7 15 15 16 14 14 8 8 15 13 10 13 12 12 7 2012 2013 2014 2015 20222016 2017 2018 2019 2020 2021 Erlangung der Berufbarkeit: Im Jahr 2022 wurden, wie auch in den Jahren 2019 und 2020, keine Habilitationsver- fahren abgeschlossen, im Jahr 2021 wurden zwei Habilitations- verfahren (2 Männer) erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen einer Juniorprofessur wurde in 2022 ein End- evaluationsverfahren (1 Mann) erfolgreich abgeschlossen und der Wissenschaftler damit berufungsfähig. In 2021 gab es erfolgreiche Abschlüsse einer Zwischenevaluation (1 Mann) und einer Endevaluation (1 Frau), in 2020 wurden drei Zwischen- evaluationsverfahren erfolgreich abgeschlossen (darunter 2 Männer und 1 Frau). Unter den verschiedenen Qualifizierungs- pfaden zur Professur hat sich die EUF für den Weg der Junior- professur als zentralen Weg zur Professur entschieden. Wie in den letzten beiden Forschungsberichten ist auch weiterhin zu konstatieren, dass die Datengrundlage eine ver- lässliche Aussage zu Publikationsleistungen der Wissen- schaftler*innen nicht zulässt. Insofern sind die dargestellten Werte mit Vorsicht zu verwenden und allenfalls als Mindest- werte zu interpretieren. Im Rahmen der Einführung eines Forschungsinformations- systems wird angestrebt, dass ein Forschungsmodul etabliert wird, durch das derartige Daten künftig (bei entsprechender Unterstützung durch die Angabe der Forschenden) angemessen erstellt werden können. Die Einführung verzögert sich voraus- sichtlich bis zum ersten Quartal 2024. Abbildung 7a: Buchveröffentlichungen Abbildung 7b: Zeitschriftenveröffentlichungen Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 12 Zahlen und Daten 32 2013 30 2014 63 2015 62 2022 61 2016 62 2017 42 2018 62 2019 41 2020 59 2021 79 2013 101 2014 108 2015 169 2022 136 2016 168 2017 137 2018 129 2019 147 2020 168 2021 Die profilgebenden Forschungszentren Mitarbeiterinnen des ZeBUSS Inhaltsverzeichnis 13 Das Zentrum für Bildungs-, Unterrichts-, Schul- und Sozia- lisationsforschung (ZeBUSS) und das Interdisciplinary Centre for European Studies (ICES) sind die beiden profilgebenden Forschungszentren der Europa-Universität Flensburg (EUF). Ein drittes Forschungszentrum im Bereich Transformations- und Nachhaltigkeitsforschung ist derzeit in Gründung. Zusammen repräsentieren, erweitern und vertiefen diese drei Forschungs- zentren die profilgebenden Schwerpunkte der Universität auf Seiten der Forschung: 1) Bildungs- und Sozialisationsforschung, 2) Interdisziplinäre Europawissenschaften und 3) Umweltwissenschaften und Nachhaltige Entwicklung. Ziel und Auftrag der Forschungszentren ist es, das Forschungsprofil der EUF zu erweitern und zu vertiefen. Hier- für engagieren sich die Zentren in den Bereichen Forschungs- förderung, Nachwuchsförderung und Vernetzung. Mit den profil- gebenden Forschungszentren möchte die EUF interdisziplinäre Forschung anstoßen, fördern und international sichtbar ma- chen. Zu den Angeboten der Zentren zählen u.a. Antrags- und Fördermittelberatung, Organisation wissenschaftlicher Ver- anstaltungen und Konferenzen, Fortbildungs- und Coaching- maßnahmen im Bereich Antragstellung und -strategie. Zudem wird über den Editing Service der EUF ein Lektorat englisch- sprachiger Publikationen angeboten. In Kooperation mit dem Forschungsreferat der EUF und umgesetzt durch das ZWW haben die Zentren auch das Qualification Program for early stage Researchers (QP) an der EUF entwickelt. ZeBUSS und ICES haben sich zum Ziel gesetzt, nach innen umfängliche fachspezifische Serviceeinrichtungen für alle EUF-Forschenden und zugleich nach außen hin international sichtbare Orte für exzellente interdisziplinäre und relevante Forschung an der EUF zu sein. Verdeutlicht wird dies durch zwei zentrale Achsen: Abbildung 8: Mandat und Ziele der profilgebenden Forschungszentren (links: ZeBUSS, rechts: ICES) Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 14 Die profilgebenden Forschungszentren Außenwirkung International renommierte Forschungszentren Innenwirkung Service einrichtungen für alle Forschenden der EUF Das Zentrum für Bildungs-, Unterrichts-, Schul- und Sozia- lisationsforschung (ZeBUSS) hat seine Arbeit mit Gründung im November 2016 aufgenommen. Ziel und Auftrag des ZeBUSS ist es, die bildungswissenschaftliche Profilierung der EUF in der Forschung zu erweitern und zu vertiefen. Durch die Vernetzung von Wissenschaftler*innen und Disziplinen sowie die Bünde- lung von Ressourcen bietet das ZeBUSS erstklassige Rahmen- bedingungen für Forschende im Bildungs-, Unterrichts-, Schul- und Sozialisationsbereich und ist somit in der Lage, exzellente, relevante und innovative Forschungsvorhaben anzustoßen, zu fördern und zu realisieren. Zentrum für Bildungs-, Unterrichts-, Schul- und Sozialisationsforschung (ZeBUSS) uni-flensburg. de/zebuss Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 15 Die profilgebenden Forschungszentren Beirat Direktorium Wissenschaftliche Koordination Mitglieder Forschungs- förderung Nachwuchs- förderung Vernetzung Antragsberatung Forschungsakademie Bildung Nationale & internationale Konferenzen Antrags- administration Wissenschaftliche (Weiter-) Qualifikation Networking Events Info- Veranstaltungen Workshops, Kolloquien Beiratstreffen Projekte Abbildung 9: Struktur und Aufgaben des ZeBUSS https://www.uni-flensburg.de/zebuss https://www.uni-flensburg.de/zebuss Umgesetzt werden die o.a. Ziele und Aufgaben vom Di- rektorium des ZeBUSS, der Wissenschaftlichen Koordinatorin und durch das Engagement der 85 Mitglieder sowie des ad- ministrativen Personals. Das Direktorium berät und entscheidet in allen Angelegenheiten des ZeBUSS. Das Direktorium des ZeBUSS - Prof. Dr. Jürgen Budde - Prof. Dr. Ilona Ebbers - Prof. Dr. Solveig Chilla - Dr. Michael Meier-Sternberg - Prof. Dr. Simone Pülschen - Prof. Dr. Sandra Rademacher - Dr. Ann-Kathrin Stoltenhoff Aus den Reihen der Direktoriumsmitglieder wurde Prof. Dr. Jürgen Budde nach Ablauf seiner zweiten Amtszeit erneut in seinem Amt als geschäftsführender Direktor bestätigt, ver- treten wird er von Prof. Dr. Ilona Ebbers. Wissenschaftliche Ko- ordinatorin ist Dr. Simone Onur. Im Sekretariat wurde das Team des ZeBUSS im Berichtszeitraum von Sarah Gueye unterstützt. Der wissenschaftliche Beirat besteht aus Prof. Dr. Merle Hummrich, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Fachbereich Jugend und Schule, Prof. Dr. Georg Breidenstein, Martin- Luther Universität Halle-Wittenberg, Arbeitsbereich Grund- schulpädagogik und Prof. Dr. Jan Erhorn, Universität Osna- brück, Arbeitsbereich Sport und Erziehung. Zentrale Forschungsfelder im ZeBUSS Das ZeBUSS verbindet erziehungswissenschaftliche, fach- didaktische und sonderpädagogische Forschungsperspektiven. Den thematischen Kern der Forschungsinteressen am ZeBUSS bildet die pädagogische Praxis. Dabei wird einerseits didaktischen Fragestellungen im engeren Sinne, andererseits aber auch elementaren schul-, unterrichts- und professions- theoretischen Fragen nachgegangen. Die inhaltliche Klam- mer für die am ZeBUSS stattfindende Unterrichts- und Schul- forschung bildet auf der einen Seite die Perspektive einer subjekttheoretisch orientierten Bildungsforschung, auf der anderen Seite die gesellschaftswissenschaftliche Perspektive einer Erziehungs- und Sozialisationsforschung. Grundlegend verfolgt das ZeBUSS die Idee einer empirischen Erforschung schulischer und außerschulischer pädagogischer Praxis in ihrer gesellschaftlichen Kontextuiertheit. Evaluation des ZeBUSS in 2022 Das ZeBUSS wurde während des Berichtszeitraumes erfolg- reich evaluiert. Auf Vorschlag des Vizepräsidenten für For- schung begutachtete eine mit internen Wissenschaftler*innen und einem externen Mitglied besetzte Kommission die Arbeit der ersten Förderphase (2016-2021). Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 16 Die profilgebenden Forschungszentren Gewürdigt wurde in dem Bericht, dass es gelungen ist ein Forschungszentrum zu etablieren, das in einer Reihe von für die EUF wesentlichen Bereichen sehr gute Bedingungen für For- schung schafft. Insgesamt waren die bisher erbrachten Leis- tungen des ZeBUSS nach Auffassung der Kommission beein- druckend. Hervorgehoben wurden hierbei die beiden in 2021 erfolgreich eingeworbenen Nachwuchsforschungsgruppen, die als ein herausragender Indikator für den Erfolg der Maßnahme gewertet wurden, profilgebende Forschungszentren zur Förde- rung der Forschung an der EUF zu etablieren. Daneben wur- den aber auch die Anzahl der über das ZeBUSS eingereichten Anträge und die steigende Zahl der Antragsberatungen als ein deutlicher Hinweis angesehen, dass einerseits die Unter- stützungsangebote angenommen werden, aber auch, dass mit der Etablierung des ZeBUSS eine Weiterentwicklung der Forschungskultur an der EUF stattgefunden hat. Forschungsbezogene Aktivitäten in 2022 Forschungsförderung Am ZeBUSS werden Forschungsaktivitäten unterstützt und umgesetzt. Ein Schwerpunkt der Tätigkeiten liegt im Bereich der Antragsberatung und der Administration von Antragsver- fahren. Diese Beratung und Begleitung erfolgt individuell mit Blick auf das einzelne Projekt und der entsprechenden Passung zum Förderprogramm. In 2022 wurden 19 Antragstellungen ad- ministrativ begleitet und unterstützt. Mehr als ein Viertel dieser Anträge wurde positiv begutachtet und gefördert. Drittmittelanträge Jeweils 32 % (n=6) der im Berichtszeitraum eingereichten An- träge bewarben sich auf Bundes-(BMBF) und EU-Mittel (Inter- reg, Erasmus +). Vier Anträge wurden bei Stiftungen eingereicht (21 %) und jeweils ein Antrag (5 %) ging an die DFG, den DAAD und an das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig- Holstein (s. Abbildung 10). Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 17 Die profilgebenden Forschungszentren Abbildung 10: gestellte Drittmittelanträge nach avisierten Drittmittelgebern in 2022 Stiftungen DFG BMBF MBWK SH EU DAAD Projekte In 2022 waren am ZeBUSS 16 Projekte angesiedelt (s. Tabel- le 1). Zwölf der Projekte waren drittmittelgefördert. Hierunter befanden sich zwei Nachwuchsforschungsgruppen (NWG), die vom BMBF gefördert, sowie weitere sechs Projekte, die eben- falls durch Bundesmittel finanziert wurden. Zwei Projekte er- hielten Mittel vom Land Schleswig-Holstein und jeweils eins wurde stiftungsgefördert bzw. finanziert vom DAAD. Vier Pro- jekte erhielten eine hausinterne Anschubförderung. Sieben der Projekte waren dem Institut für Sonder- pädagogik zuzuordnen, vier dem Institut für Erziehungswissen- schaften und zwei Projekte dem Institut für Sprache, Literatur und Medien. Zwei Projekte wurden jeweils gemeinsam aus zwei Instituten geleitet (Germanistik / Romanistik und Erziehungs- wissenschaften / Sonderpädagogik) und ein Projekt war dem Institut für Sportwissenschaft zuzuordnen. Ein Projekt konnte im Berichtszeitraum abgeschlossen werden. Die vier hausintern geförderten Projekte erhielten eine Anschubförderung und wer- den z.T. durch weitere hausinterne Fördermittel bis auf Weiteres fortgeführt. Die Summen der extern eingeworbenen Fördermittel der am ZeBUSS angesiedelten Projekte lagen zwischen 179.290 € und 1.935.914 € (inkl. Projektpauschalen). Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 18 Die profilgebenden Forschungszentren 32 % 32 % 21 % 5 % 5 % 5 % Akronym Förderer Laufzeit Projektleitung Institut Gender 3.0 (NWG) BMBF 2021-2026 Prof. Dr. Tamás Fütty Erziehungswissenschaften RP SKM (NWG) BMBF 2021-2026 Prof. Dr. Simone Pülschen Sonderpädagogik GeLebT Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2021-2024 Prof. Dr. Tamás Fütty Erziehungswissenschaften ViContact BMBF 2021-2024 Prof. Dr. Simone Pülschen Sonderpädagogik AIES BMBF 2021-2025 Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut / Prof. Dr. Marco Bosshard Germanistik / Romanistik AIEduLab Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur SH 2022-2025 Prof. Dr. Christian Filk Erziehungswissenschaften DigIn BMBF 2020-2022 Prof. Dr. Christian Filk Erziehungswissenschaften DaF-L BMBF 2021-2024 Prof. Dr. Kirsten Diehl Sonderpädagogik ILEA Basis-T BMBF 2021-2024 Prof. Dr. Steffen Siegemund-Johannsen Sonderpädagogik STUDYasU Stiftung Innovation in der Hochschullehre 2021- 2024 Prof. Dr. Christian Filk / Prof. Dr. Solveig Chilla Erziehungswissenschaften / Sonderpädagogik SPRABIK Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung SH 2021-2025 Prof. Dr. Solveig Chilla Sonderpädagogik SEN-T3 DAAD 2022-2023 Prof. Dr. Marie-Christine Vierbuchen Sonderpädagogik WoLeG ZeBUSS Open Call seit 2020 Prof. Dr. Jürgen Budde Erziehungswissenschaften CoBIS Abt. Schulpädagogik seit 2020 Dr. Georg Rißler Erziehungswissenschaften ReLais ZeBUSS Open Call seit 2021 Prof. Dr. Solveig Chilla Sonderpädagogik Be Ve juMan ZeBUSS Open Call 2022 Prof. Dr. Lina Rahlf Sportwissenschaft Tabelle 1: Am ZeBUSS angesiedelte Projekte in 2022 NWG = Nachwuchsforschungsgruppe Akronym Förderer Laufzeit Projektleitung Institut Gender 3.0 (NWG) BMBF 2021-2026 Prof. Dr. Tamás Fütty Erziehungswissenschaften RP SKM (NWG) BMBF 2021-2026 Prof. Dr. Simone Pülschen Sonderpädagogik GeLebT Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2021-2024 Prof. Dr. Tamás Fütty Erziehungswissenschaften ViContact BMBF 2021-2024 Prof. Dr. Simone Pülschen Sonderpädagogik AIES BMBF 2021-2025 Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut / Prof. Dr. Marco Bosshard Germanistik / Romanistik AIEduLab Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur SH 2022-2025 Prof. Dr. Christian Filk Erziehungswissenschaften DigIn BMBF 2020-2022 Prof. Dr. Christian Filk Erziehungswissenschaften DaF-L BMBF 2021-2024 Prof. Dr. Kirsten Diehl Sonderpädagogik ILEA Basis-T BMBF 2021-2024 Prof. Dr. Steffen Siegemund-Johannsen Sonderpädagogik STUDYasU Stiftung Innovation in der Hochschullehre 2021- 2024 Prof. Dr. Christian Filk / Prof. Dr. Solveig Chilla Erziehungswissenschaften / Sonderpädagogik SPRABIK Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung SH 2021-2025 Prof. Dr. Solveig Chilla Sonderpädagogik SEN-T3 DAAD 2022-2023 Prof. Dr. Marie-Christine Vierbuchen Sonderpädagogik WoLeG ZeBUSS Open Call seit 2020 Prof. Dr. Jürgen Budde Erziehungswissenschaften CoBIS Abt. Schulpädagogik seit 2020 Dr. Georg Rißler Erziehungswissenschaften ReLais ZeBUSS Open Call seit 2021 Prof. Dr. Solveig Chilla Sonderpädagogik Be Ve juMan ZeBUSS Open Call 2022 Prof. Dr. Lina Rahlf Sportwissenschaft Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 19 Die profilgebenden Forschungszentren Nachwuchsförderung, Veranstaltungen und Vernetzung Im März 2022 fand die 4. ZeBUSS Winter School statt. Ins- gesamt hatten sich 50 Teilnehmer*innen registriert, welche hauptsächlich der Gruppe der Nachwuchswissenschaftler*innen zuzuordnen waren. Der Schwerpunkt der Angebote lag zum einen im wissenschaftlichen Arbeiten und zum anderen in der Schulung von Methodologien und Methoden. Insgesamt wur- den sieben verschiedene Workshops angeboten, aus denen je- weils zwei Angebote zum wissenschaftlichen Arbeiten und ein Angebot aus den Methodenworkshops gewählt werden konnte. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Vortrag zur Forschungsethik. Im Rahmen der 4. ZeBUSS Winter School wurde die Forschungsakademie Bildung (FAB) feierlich er- öffnet. Die FAB unterstützt das strategische Ziel der EUF, Wissen- schaftler*innen in Qualifizierungsphasen nachhaltig zu fördern und weiter zu qualifizieren. Hier werden neu zu etablierende als auch bereits vorhandene Angebote des ZeBUSS unter einem Dach gebündelt. Zielgruppe des Angebots sind Promovieren- de und Postdocs der am ZeBUSS angesiedelten Projekte. Die Angebote stehen darüber hinaus Stipendiat*innen und anderen Mitgliedern des ZeBUSS in Qualifizierungsphasen offen. Zu den Angeboten gehören z.B. die seit dem Frühjahrssemester 2022 in zweiwöchigem Abstand stattfindende Schreib- und Interpretationswerkstatt, die von Doktorand*innen am ZeBUSS selbstorganisiert ist sowie die Vortragsreihe „Das didaktische Dreieck - revisited“ und das Qualifikant*innen-Kolloquium (bei- des Start im Herbstsemester 22/23). Des Weiteren unterstützte das ZeBUSS in 2022 die Orga- nisation zweier Arbeitstagungen sowie der 7. internationalen erziehungswissenschaftlichen Ethnographie-Konferenz und der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungs- wissenschaft (DGfE) aus den Sektionen Erwachsenenbildung und der Kommission Qualitative Bildungs- und Biografie- forschung. Zudem veranstaltete das ZeBUSS in Zusammenarbeit mit dem ICES und dem Forschungsreferat das Welcome Forum Forschung, den 5. Tag der Forschungsförderung sowie je eine digitale Info-Veranstaltung für promotionsinteressierte Master- studierende, für Promovierende und eine Infoveranstaltung für die Aufnahme geflüchteter Wissenschaftler*innen. Ausgewähltes Projekt am ZeBUSS Artificial Intelligence enhanced Education Lab (AIEduLab) Die Zielsetzung des Konzeptions- und Umsetzungsprojekts ‚Artificial Intelligence enhanced Education Lab‘ – Anforde- rungsdesign und Umsetzungsstrategie barriere-sensibler Lehrkräftebildung mittels Künstlicher Intelligenz am Beispiel Medienbildung“ (AIEduLab) besteht darin, KI-Bildung über einen niederschwelligen, partizipatorischen, spielerischen und emanzipatorischen Ansatz der Kompetenzvermittlung in den grundständigen Modulen der Medienbildung für alle Lehramts- studiengänge an der Europa-Universität Flensburg (EUF) zu verankern und darüber hinaus KI-Bildung für alle an der EUF Lernenden und Lehrenden zu öffnen. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 20 Die profilgebenden Forschungszentren AIEduLab vereint folgende Komponenten: 1. Stärkung der Medien-, Digital- und Datenkompetenzen von Lehramtsstudierenden in grundständigen Modulen der Medienbildung; 2. Einrichtung eines hochschulweit zugänglichen „Artificial Intelligence enhanced Education Labs“ zur innovativen, emanzipatorischen Forschung und Lehre; 3. Sensibilisierung und Qualifizierung von (angehenden) pä- dagogischen und akademischen Fachkräften in digitalen und KI-unterstützten Lehr-, Methoden- und Gestaltungs- kompetenzen in Kooperation mit weiteren EUF-Einrichtun- gen. Alle AIEduLab-Maßnahmen sind dem primären Ziel verpflichtet, Selbst-, Methoden- respektive Reflexions- kompetenzen von Studierenden und Dozierenden beim individuellen bzw. kooperativen Lernen zu fördern (Digital Empowerment). Institutionen der EUF: - Seminar für Medienbildung, Prof. Dr. Christian Filk - ZeBUSS Laufzeit: 08/2022 - 01/2025 Gefördert durch: Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein Fördersumme EUF: 750.000 € (598.000 € aus Zielvereinbarungsmitteln und 152.000 € aus Hochschulpakt-Mitteln der EUF) Didaktische Aufbereitung der Funktionsweise von Algorithmen für die Primarstufe uni-flensburg.de/medienbildung/projekte/aiedulab uni-flensburg.de/forschung/forschungsprojekte/ insightresearch/erstes-kompaktseminar-des-projekts- aiedulab Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 21 Die profilgebenden Forschungszentren Das abgebildete Foto hat die Bezeichnung „Didaktische Aufbereitung der Funktions- weise von Algorithmen für die Primar- stufe“. Das Foto zeigt Arbeitsblätter mit verschieden eingezeichneten Feldern, auf denen jeweils Schokolinsen in verschie- denen Farben in unterschiedlicher Anzahl liegen. https://www.uni-flensburg.de/medienbildung/projekte/aiedulab https://www.uni-flensburg.de/forschung/forschungsprojekte/insightresearch/erstes-kompaktseminar-des-projekts-aiedulab https://www.uni-flensburg.de/forschung/forschungsprojekte/insightresearch/erstes-kompaktseminar-des-projekts-aiedulab https://www.uni-flensburg.de/forschung/forschungsprojekte/insightresearch/erstes-kompaktseminar-des-projekts-aiedulab ICES, das interdisziplinäre Europaforschungszentrum der Europa-Universität Flensburg (EUF), erweitert und vertieft seit seiner Gründung im März 2018 die europawissenschaftliche Ausrichtung der EUF. Am ICES sind nicht disziplinäre Zuge- hörigkeiten, sondern die Forschung zu europabezogenen The- men das verbindende Element. Unter Europaforschung verstehen wir die multi- und in- terdisziplinäre Betrachtung historischer und aktueller Heraus- forderungen, die Europa betreffen. ICES ist ein Ort für For- schung mit unterschiedlichen Verständnissen von Europa. Es zeichnet sich durch große inter- und multidisziplinäre Offenheit aus und bietet ein Forum für einen reflexiven Umgang mit die- sen unterschiedlichen und facettenreichen Perspektiven. Dadurch ist ICES auf besondere Weise in der Lage, Innovationskraft und Synergien der Zusammenarbeit von ICES Mitgliedern zu fördern und damit aktuellen, konzeptionellen und forschungspraktischen Herausforderungen bestmöglich zu begegnen. Im Zentrum von ICES stehen die 115 Mitglieder. Mit ihrem Engagement und der Unterstützung der wissenschaft- lichen Koordinator*innen (Dr. Maria Schwab und Dr. Samantha Litty), ebenso wie des administrativen Personals (Sarah Gueye) waren in den letzten Jahren viele Forschungs- erfolge zu verzeichnen. Das ICES Direktorium verant- wortet die strategische Ausrichtung und Zielsetzung des Forschungszentrums. Es wird von den ICES Mitgliedern für 2 Jahre gewählt. Aus den Reihen der Direktoriumsmitglieder wird die geschäftsführende Direktorin gewählt. Das ICES Direktorium seit November 2022 - Prof. Dr. Monika Eigmüller (geschäftsführende Direktorin) - Prof. Dr. Ulrich Glassmann - Prof. Dr. Claudius Gräbner-Radkowitsch - Dr. Tobias Nanz - Prof. Dr. Uwe Puetter - Prof. Dr. Christiane Reinecke Seit November 2018 hat ICES einen wissenschaftlichen Beirat, der ICES auch 2022 beratend zur Seite stand. Er besteht aus folgenden Mitgliedern: 1. Prof. Dr. Marius Busemeyer, Universität Konstanz, Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft, 2. Prof. Dr. Lorenz Engell, Bauhaus-Universität Weimar, Inter- nationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medien- philosophie (IKKM) und 3. Prof. Dr. Peter Starke, Syddansk Universitet, Fachbereich Politikwissenschaft und Public Management. Interdisciplinary Centre for European Studies (ICES) uni-flensburg. de/ices Die profilgebenden Forschungszentren Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 22 https://www.uni-flensburg.de/ices https://www.uni-flensburg.de/ices Ziele und Aufgabenbereiche Um die Außendarstellung als profilierter Ort exzellenter Europa- forschung in Einklang mit einer bestmöglichen Innenwirkung für alle Europaforschenden an der EUF zu bringen, engagiert sich ICES in den drei Bereichen 1. Forschungsförderung: ICES begleitet die Mitglieder von der Projektidee bis hin zum fertigen Förderantrag und unterstützt sie in der Projektadministration. 2. Vernetzung: ICES fördert die Vernetzung von Forschenden und Projekten außerhalb und innerhalb der EUF über Insti- tuts- und Disziplingrenzen hinweg. Zugleich ist ICES zen- traler Ansprechpartner rund um die Europaforschung für Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. 3. Nachwuchsförderung: Mit der ICES Research School schafft ICES ein Forum für Vernetzung von Wissen- schaftler*innen in der frühen Karrierephase im Bereich der Europaforschung und bietet passende Qualifizierungs- und Beratungsangebote. Als zentrale Serviceeinrichtung der EUF fördert ICES Europaforschung aus allen Disziplinen und stärkt Inter- disziplinarität. Ziel ist es, auf der einen Seite bestmöglich Qualifizierung und Vernetzung innerhalb der eigenen Disziplin zu befördern und gleichzeitig die Kompetenzen im Bereich der interdisziplinären Zusammenarbeit zu stärken. Ein wichtiger Service im Bereich der Forschungsförderung ist die Drittmittelberatung. Im Berichtszeitraum wurden insge- samt 24 Antragsteller*innen beraten und unterstützt. Insbe- sondere EU-Forschungsprojekte werden zunehmend beantragt. Allein in 2022 wurden bspw. 4 ERC Anträge und ein MSCA Doc- toral Network Antrag jeweils in koordinierender Funktion, eben- so wie ein Interreg und ein Societal Challenges Verbundantrag in Partnerfunktion gestellt. Die Erfolgsquote der bereits begut- achteten Anträge (19 von 24 Anträgen) lag 2022 trotz der meist sehr kompetitiven Ausschreibungen bei 47%. Abbildung 11: Anzahl an Antragsberatungen nach Drittmittelgeber im Jahr 2022 Bund sonstige (DAAD, Botschaft) EU DFG Stiftungen Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 23 Die profilgebenden Forschungszentren 6 3 8 52 6 3 8 52 Angesiedelte Projekte und Fachzeitschrift ICES unterstützt die angesiedelten Projekte bei der Ad- ministration und Bewirtschaftung eingeworbener Mittel, hilft bei der Prüfung der Bestimmungen von Fördermittelgebern und EUF-Richtlinien und steht den Mitarbeiter*innen bei der Organisation von Projekttreffen, Workshops, Gastwissen- schaftleraufenthalten und Fachtagungen unterstützend zur Seite. Projektmitarbeiter*innen können Büroarbeitsplätze und -ausstattung in RIGA 6, dem Modulbau, der ICES zur Verfügung steht, nutzen. Im Dezember 2022 waren 11 bewilligte Projekte an- gebunden, davon starteten fünf im Berichtszeitraum. Vier wei- tere Projekte wurden bewilligt, begannen aber erst 2023. Ins- gesamt wurden bis Ende 2022 ca. 6,3 Mio. Euro an Drittmitteln bewilligt. Die Projekte sind weitestgehend der Grundlagen- forschung zuzuordnen. In ihnen spiegelt sich der Anspruch wider, ein multi- und interdisziplinäres Forschungszentrum zu sein. Gerade größere Verbundprojekte sind häufig interdiszi- plinär angelegt. So bindet bspw. das Wasatia Graduiertenkolleg zwölf EUF-Professor*innen aus verschiedenen Disziplinen ein. Bund sonstige (DFH, Erasmus, DAAD) DFG Stiftungen Abbildung 12: Eingeworbene Drittmittel pro Jahr in Euro nach Drittmittelgeber (Jahresdurchschnittswerte der bewilligten Fördersummen nach Projektlaufzeit) Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 24 Die profilgebenden Forschungszentren 100.000 200.000 400.000 600.000 700.000 300.000 500.000 20222018 2019 2020 2021 2. Titel Förderer Projekttyp Laufzeit EUF-Verantwort- liche*r Institut / Abteilung / Seminar 1. ValCon: Value conflicts in a differentiated Europe Volkswagen Stiftung Verbund- forschung 09/2020 - 08/2023 Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie 2. EuKiD: Europabezogene Kompetenzen im Deutschunterricht Erasmus+, Jean Monnet Verbund- forschung / Lehre 09/2020 - 08/2023 Dr. Ivo Theele Literatur- und Medienwissenschaft 3. European Wasatia Graduate School BMBF Graduierten- kolleg 11/2020 – 10/2023 Prof. Dr. Ralf K. Wüstenberg Evangelische Theologie 4. ACCESS+: Zugang zu sozialen Rechten DFG-ANR Verbund- forschung 08/2021 - 07/2024 Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie 5. Lockdown of the public sphere Volkswagen Stiftung Verbund- forschung 09/2021 - 03/2023 Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie 6. Paradoxien der EU- Personen freizügigkeit DFG Verbund- forschung 10/2021 - 09/2024 Prof. Dr. Christof Roos Politikwissenschaft 7. Philipp-Schwartz Fellowship Humboldt Stiftung Fellowship 08/2022 – 01/2024 Prof. Dr. Hedwig Wagner Literatur- und Medienwissenschaft 8. REGROUP Horizon Europe Verbund 09/2022 - 08/2025 Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie 9. TICS – Urban Platform Economies DFG Verbund- forschung 10/2022 – 09/2025 Prof. Dr. Sybille Bauriedl Geographie 10. Joyce Lecture Series Irish Embassy Tagung 11/2022 – 02/2023 Prof. Dr. Michelle Witen Anglistik und Amerikanistik 11. Sensing „race“, whiteness and the nation Volkswagen Stiftung Verbund- forschung 12/2022 – 05/2024 Dr. Christine Barwick-Gross Soziologie Tabelle 2: Forschungsprojekte, die 2022 am ICES angesiedelt sind (Reihenfolge beruht auf jeweiligem Projektstart) Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 25 Die profilgebenden Forschungszentren 2. Titel Förderer Projekttyp Laufzeit EUF-Verantwort- liche*r Institut / Abteilung / Seminar 1. ValCon: Value conflicts in a differentiated Europe Volkswagen Stiftung Verbund- forschung 09/2020 - 08/2023 Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie 2. EuKiD: Europabezogene Kompetenzen im Deutschunterricht Erasmus+, Jean Monnet Verbund- forschung / Lehre 09/2020 - 08/2023 Dr. Ivo Theele Literatur- und Medienwissenschaft 3. European Wasatia Graduate School BMBF Graduierten- kolleg 11/2020 – 10/2023 Prof. Dr. Ralf K. Wüstenberg Evangelische Theologie 4. ACCESS+: Zugang zu sozialen Rechten DFG-ANR Verbund- forschung 08/2021 - 07/2024 Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie 5. Lockdown of the public sphere Volkswagen Stiftung Verbund- forschung 09/2021 - 03/2023 Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie 6. Paradoxien der EU- Personen freizügigkeit DFG Verbund- forschung 10/2021 - 09/2024 Prof. Dr. Christof Roos Politikwissenschaft 7. Philipp-Schwartz Fellowship Humboldt Stiftung Fellowship 08/2022 – 01/2024 Prof. Dr. Hedwig Wagner Literatur- und Medienwissenschaft 8. REGROUP Horizon Europe Verbund 09/2022 - 08/2025 Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie 9. TICS – Urban Platform Economies DFG Verbund- forschung 10/2022 – 09/2025 Prof. Dr. Sybille Bauriedl Geographie 10. Joyce Lecture Series Irish Embassy Tagung 11/2022 – 02/2023 Prof. Dr. Michelle Witen Anglistik und Amerikanistik 11. Sensing „race“, whiteness and the nation Volkswagen Stiftung Verbund- forschung 12/2022 – 05/2024 Dr. Christine Barwick-Gross Soziologie Journal “Culture, Practice and Europeanization” Culture, Practice & Europeanization (CPE) (ISSN 2566-7742) ist eine von Expert*innen begutachtete Fachzeitschrift für die Veröffentlichung von Artikeln, die sich vorwiegend mit der Er- forschung der Vielzahl sozialer Prozesse, Interaktionen und Politiken im Zusammenhang mit der Europäisierung befasst. Seit 2022 erscheint CPE im NOMOS-Verlag als Printversion und auch digital. Um sicherzustellen, dass alle Artikel weiterhin im Open Access Format verfügbar sind, trägt ICES gemeinsam mit dem Europaausschuss der EUF die Kosten für zunächst drei Jahre. Veranstaltungen, Nachwuchsförderung und Vernetzung Wissenschaftliche Veranstaltungen Seit 2018 organisiert ICES eine regelmäßig stattfindende Veranstaltungsreihe, das ICES Research Colloquium. Es bietet allen ICES-Mitgliedern und interessierten Gästen die Gelegen- heit Forschungsprojekte vorzustellen. ICES unterstützt auch die Mitglieder und die angesiedelten Projekte bei der Orga- nisation eigener wissenschaftlicher Veranstaltungen. Im Jahr 2022 haben bspw. zwei internationale Tagungen in Kooperation mit ICES stattgefunden. Dazu zählt die DFG-finanzierte Ta- gung „Levinas and the Real: Politics, Community, Religion“, die von Dr. Pascal Delhom (EUF, Philosophisches Seminar) mit Prof. Dr. Annabell Herzog (University of Haifa) organisiert wurde. Zusammen mit dem European Centre for Minority Issues (ECMI) wurde eine Konferenz zum Thema „Multi-plat- form and Connecting Communities: Contemporary Challenges for Minority Language Media“ unter Federführung von Craig Willis (EUF, Soziologie und ECMI) organisiert. ICES Research School Im Januar 2019 wurde die ICES Research School gegründet. Im Jahr 2022 waren 16 Doktorand*innen und 7 Post-Docs an- gebunden aus insgesamt 9 verschiedenen Fachbereichen. Mit der Research School schafft ICES eine wichtige Platt- form zur Vernetzung im Bereich der Europaforschung und er- gänzt das überfachliche Angebot im Rahmen des vom ZWW organisierten Qualification Program for early stage Re- searchers (QP) mit fachspezifischen Angeboten. Seit dem Frühjahrs-Semester 2022 gibt es bspw. regelmäßige Sitzun- gen für die Research School (Research Atelier). Hier kön- nen die Promovierenden und Post-Docs „work-in-progress“ vorstellen und peer-to-peer diskutieren. Für die Mitglieder der Research School und andere EUF-Wissenschaftler*innen in einer frühen Karrierephase veröffentlicht ICES seit 2019 regel- mäßig einen Call for Field Research Proposals. Im Rahmen des Calls werden Feldforschungs- und Archivaufenthalte finanziert. Seit 2022 wird er um die Möglichkeit, an Methodenschulungen teilzunehmen, ergänzt. Im Jahr 2022 wurde die ICES Research School erweitert um die aktuell elf Mitglieder der European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution. Die Graduiertenschule will einen Prozess der Versöhnung über Grenzen hinweg anstoßen und wird von der Idee des inter- kulturellen und interreligiösen Austauschs getragen. Ihr Ziel ist es, kompetente Multiplikator*innen aus Israel, Palästina und anderen Ländern der Welt auszubilden. Im Rahmen der Wasa- tia Graduiertenschule findet jedes Semester ein themenspezi- fisches Qualifizierungsprogramm statt, das auch von anderen Mitgliedern der Research School in Anspruch genommen wird. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 26 Die profilgebenden Forschungszentren Die empirischen Studien werden in den Großstädten Ham- burg, Wien und Zürich durchgeführt, die einen Vergleich lokaler Ausprägungen und staatlicher Regulationen ermöglichen. Institutionen der EUF: - Abteilung Geographie, Prof. Dr. Sybille Bauriedl - ICES Projektpartner*innen - Universität Zürich - Universität Graz Laufzeit: 01.10.2022 – 30.09.2025 Gefördert durch: DFG weave, in Kooperation mit FWF (Österreich) und SNF (Schweiz) Fördersumme EUF: 376.595 € Ausgewählte Projekte am ICES Urban Platform Economies: Transformations of labour and intersectional Inequalities in Care Services (TICS) Das Aufkommen von digitalen Plattformen verändert das All- tagsleben der Menschen in Städten und modifiziert bestehende Ungleichheitsmuster. Plattformen wie Helpling, Care.com oder Lieferando reorganisieren Arbeitsverhältnisse, Dienstleistungs- formen und Konsummuster und damit die sozialräumlichen Strukturen in urbanen Räumen. Während sich die Forschung zur Plattformökonomie bisher primär auf Crowdwork (z.B. Amazon MTurk), Fahrdienste (z.B. Uber) und Kurzzeitwohnen (z.B. Airbnb) konzentrierte, untersucht das vorliegende Projekt die Transformation von Sorgedienstleistungen. Untersuchungs- gegenstand sind sowohl die Geschäftsmodelle von Plattform- unternehmen als Marktplatz und Logistikanbieter als auch die Arbeitsverhältnisse der Dienstleister*innen. Als plattformisierte Sorgedienstleistungen betrachtet das Forschungsprojekt das Putzen von Privathaushalten, die häus- liche Betreuung von Kindern und älteren Menschen sowie Essenslieferungen. Mit Bezug auf Theorieansätze feministi- scher digitaler Geographien werden die Auswirkungen von Care-Plattformen auf die räumliche und soziale (Re-)Organisa- tion von Stadtgesellschaften analysiert entlang der Forschungs- fragen: - Wen adressieren Plattformdienstleistungen und wie strukturieren diese den städtischen Raum? - Wie wird plattformvermittelte Care-Arbeit geleistet und von den Beschäftigten erlebt? - Auf welche Weise (re)produziert und verändert die Plattformisierung von Sorgedienstleistungen intersektionale Ungleichheiten? uni-flensburg.de/geographie/ integrative-geographie/forschung/tics Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 27 Die profilgebenden Forschungszentren https://www.uni-flensburg.de/geographie/integrative-geographie/forschung/tics https://www.uni-flensburg.de/geographie/integrative-geographie/forschung/tics Die profilgebenden Forschungszentren Team des Projekts TICS während eines Workshops in Zürich Inhaltsverzeichnis 28 Das abgebildete Foto hat die Bezeich- nung „Team des Projekts TICS während eines Workshops in Zürich“. Das Foto zeigt eine Gruppenaufnahme von neun Personen auf den Eingangsstufen eines Gebäudes. Gemeinsam mit Wissenschaftler*innen von ICES und dem European Centre for Minority Issues (ECMI) organi sierte sie für das Frühjahrssemester 2023 an der EUF die Vortrags- reihe: „Russia’s war, Ukraine’s resistance: historical, cultural, religious and media aspects“. Sie arbeitete an der Konzep- tion eines Expertenworkshops am ECMI über den Krieg in der Ukraine und seine Auswirkungen auf ethnisch-religiöse Minder- heiten in der Region mit. Und sie ist Mitorganisatorin des Work- shops „Digital wars: media and technologies during the war in Ukraine“ an der EUF im Oktober 2023. Alle Vorträge finden Sie hier: uni-flensburg.de/?id=53274 Krieg als spirituelle Mission: Russlands Einmarsch in die Ukraine in der online Kommunikation der russisch-orthodoxen Kirche Das ICES hat 2022 im Rahmen der Philipp Schwartz-Initia- tive, die Fellowships für gefährdete Forschende unterstützt, eine Förderung für die Aufnahme einer ukrainischen Wissen- schaftlerin erhalten. Der EUF wurden zudem Mittel für den Auf- bau von universitätsweiten Strukturen zur Verfügung gestellt, die die Aufnahme von geflüchteten Forschenden stärken. In ihrem Projekt „Krieg als spirituelle Mission“ untersucht Nadia Zasanska den digitalen religiösen Diskurs über den Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 aus der Perspektive der Medien- und der digital-kommunikativen Religionswissen- schaft. Um verschiedene religiöse Stimmen und Ansichten zu untersuchen, wird der Fokus im Projekt gelegt auf: 1. die verschiedenen digitalen Räume, die zur Legitimierung der russischen Aggression gegen die Ukraine genutzt werden (z. B. offizielle Medien der russisch-orthodoxen Kirche, soziale Medien, Vlogging und Blogging); 2. die diskursiven Strategien der russisch-orthodoxen Kirche während des Krieges; 3. religiöse Akteure in sozialen Medien (offizielle und nicht-offizielle Stellen); und 4. den Diskurs orthodoxer Dissident*innen in Russland und der Ukraine. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 29 Die profilgebenden Forschungszentren https://www.uni-flensburg.de/?id=53274 Institution der EUF: - ICES, verantwortlich: Prof. Dr. Hedwig Wagner, Fellow: Dr. Nadia Zasanska Projektpartner: - European Centre for Minority Issues (ECMI) Laufzeit: 01.08.2022 - 31.01.2024 Gefördert durch: - Alexander von Humboldt-Stiftung, - Philipp Schwartz-Initiative Fördersumme EUF: 97.952,00 € uni-flensburg.de/ices/forschung/projekte /philipp-schwartz-initiative-fellowship Plakat zu einer im Projekt „Krieg als spirituelle Mission“ organisierten Vortragsreihe Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 30 Die profilgebenden Forschungszentren Das Bild hat die Bezeichnung „Plakat zu einer im Projekt „Krieg als spirituelle Missi- on“ organisierten Vortragsreihe“. Im oberen Bildbereich steht der Titel: „ICES Lecture Series“. Im Zentrum des Bildes ist eine in den Farben Blau und Gelb gehaltene Land- karte der Ukraine abgebildet. Diese trägt die Aufschrift: „Russia’s war, Ukraine’s resistan- ce: historical, cultural, religious and media aspects“. Im unteren Bildbereich befindet sich ein QR-Code für weitergehende Infor- mationen sowie die Logos der Europa-Uni- versität Flensburg und des Interdisciplinary Centre for European Studies. https://www.uni-flensburg.de/ices/projekte/war-as-spiritual-mission https://www.uni-flensburg.de/ices/projekte/war-as-spiritual-mission Forschungsprojekte Forschungsreise in Rumänien im Rahmen des Projekts »Paradoxien der EU-Personenfreizügigkeit« unter der Leitung von Prof. Dr. Christof Roos Inhaltsverzeichnis 31 Das abgebildete Foto hat die Bezeichnung Forschungsreise in Rumänien im Rahmen des Projekts »Paradoxien der EU-Personenfreizügigkeit« unter der Leitung von Prof. Dr. Christof Roos. Seit 2018 verfügt die Europa-Universität Flensburg über eine ausdifferenzierte Forschungsdatenbank, in der sämtliche Forschungsprojekte eingepflegt und dokumentiert werden können. Die Forschungsdatenbank ist unter uni-flensburg.de/ forschung/forschungsprojekte zugänglich. Für das angestrebte Ziel der DFG-Mitgliedschaft sind DFG-geförderte Vorhaben von besonderer Relevanz. In 2022 wurden an der EUF insgesamt sechs von der DFG geförderte Vorhaben (drei Forschungsprojekte und drei Konferenzen) durchgeführt. Titel Projektleitung Laufzeit Projekt-Website Levinas and the Real (Conference) Dr. Pascal Delhom 07.2021 – 01.2022 uni-flensburg.de/?id=50018 Zugang zu sozialen Rechten in Deutschland und Frankreich (kofinanziert durch ANR) Prof. Dr. Monika Eigmüller 08.2021 – 07.2024 uni-flensburg.de/?id=29397 Paradoxien der EU-Personenfreizügigkeit Prof. Dr. Christof Roos 10.2021-09.2024 uni-flensburg.de/?id=30768 Whats’s New? (Conference) Prof. Dr. Jürgen Budde 06.2022 ethnography-conference.eu/ Objects of Understanding (Conference) Prof. Dr. Peter Heering 07.2022 idw-online.de/de/news798894 Urban Platform Economies (kofinanziert durch FWF und SNF) Prof. Dr. Sybille Bauriedl 10.2022 – 09.2025 uni-flensburg.de/?id=51882 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 32 Forschungsprojekte Titel Projektleitung Laufzeit Projekt-Website Levinas and the Real (Conference) Dr. Pascal Delhom 07.2021 – 01.2022 uni-flensburg.de/?id=50018 Zugang zu sozialen Rechten in Deutschland und Frankreich (kofinanziert durch ANR) Prof. Dr. Monika Eigmüller 08.2021 – 07.2024 uni-flensburg.de/?id=29397 Paradoxien der EU-Personenfreizügigkeit Prof. Dr. Christof Roos 10.2021-09.2024 uni-flensburg.de/?id=30768 Whats’s New? (Conference) Prof. Dr. Jürgen Budde 06.2022 ethnography-conference.eu/ Objects of Understanding (Conference) Prof. Dr. Peter Heering 07.2022 idw-online.de/de/news798894 Urban Platform Economies (kofinanziert durch FWF und SNF) Prof. Dr. Sybille Bauriedl 10.2022 – 09.2025 uni-flensburg.de/?id=51882 https://www.uni-flensburg.de/forschung/forschungsprojekte https://www.uni-flensburg.de/forschung/forschungsprojekte Neben den im Berichtsjahr durchgeführten DFG-Projek- ten sind an der EUF zahlreiche weitere Forschungsprojekte unterschiedlicher Förderinstitutionen angesiedelt. Im Berichtsjahr 2022 starteten zusätzlich zu dem DFG- Projekt von Sybille Bauriedl drei weitere Forschungsprojekte, die mit einer Summe von mehr als 200.000 € gefördert wurden. Titel Projektleitung Förderer Laufzeit Projekt-Website openENTRANCE Prof. Dr. Pao-Yu Oei Horizon 2020 02.2022 – 04.2023 (Start 05.2019 an anderer Hochschule) openentrance.eu/ AIEduLab Prof. Dr. Christian Filk Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein 08.2022 – 01.2025 uni-flensburg.de/?id=51843 Modernes Nordfriesisch Prof. Dr. Nils Langer Prof. Dr. h.c. mult. Frederik Paulsen 09.2022 – 08.2025 uni-flensburg.de/?id=13947 Im Folgenden möchten wir exemplarisch ein Projekt inhaltlich näher vorstellen: openENTRANCE – open ENergy TRansition ANalyses for a low-Carbon Economy Das vierjährige Projekt openENTRANCE untersucht mit För- derung aus dem EU-Horizon-2020-Programm, wie die EU bis 2050 das Ziel der Treibhausgasneutralität erreichen kann. Dafür entwickelt openENTRANCE eine Open-Source-Modellierungs- plattform, die genutzt werden kann für: - wissenschaftliche Berechnungen und Bewertungen für ver- schiedene Pfade, die ein CO2-armes Europa ermöglichen, - Verknüpfung von makroökonomischen und Energiesystem- modellen sowie Bereitstellung von wirtschaftlichen (z. B. BIP, Beschäftigung) und verhaltensbezogenen Daten (z. B. Energieverbrauchsgewohnheiten) zur Verwendung in Mo- dellen sowie - Unterstützung der Interessengruppen bei der Bestimmung der makroökonomischen Folgen der Energiewende und der Ermittlung der besten Pfade für den Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 33 Forschungsprojekte Titel Projektleitung Förderer Laufzeit Projekt-Website openENTRANCE Prof. Dr. Pao-Yu Oei Horizon 2020 02.2022 – 04.2023 (Start 05.2019 an anderer Hochschule) openentrance.eu/ AIEduLab Prof. Dr. Christian Filk Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein 08.2022 – 01.2025 uni-flensburg.de/?id=51843 Modernes Nordfriesisch Prof. Dr. Nils Langer Prof. Dr. h.c. mult. Frederik Paulsen 09.2022 – 08.2025 uni-flensburg.de/?id=13947 https://openentrance.eu https://www.uni-flensburg.de/?id=51843 https://www.uni-flensburg.de/?id=13947 Die Plattform steht allen zur Verfügung und richtet sich vor allem an Forscher*innen und Modellierer*innen. Sie bietet Daten zu menschlichem Verhalten, die in Modellen verwendet werden können. Offene Daten aus Verhaltensexperimenten und Feldversuchen zu Reaktionen auf flexible Stromtarife stehen für die Verwendung in den Modellen zur Verfügung. Zudem können Dritte eigene Daten hochladen und Modellierungen durchführen. Die Forschungsfragen werden mit politischen Ent- scheidungsträger*innen und Forscher*innen formuliert. Neue Szenarien für eine CO2-arme Zukunft werden verwendet, um die verschiedenen Dimensionen der Energiewende zu ana- lysieren. Zu den Dimensionen gehören unter anderem die makroökonomischen Folgen der Energiewende, die Reaktion auf die Nachfrage, das Verhalten von Gemeinden, die Sektoren- kopplung, Integration Erneuerbarer Energien und der daraus resultierende Bedarf an Flexibilität und Speicherung. Institution der EUF: - Abteilung Energie- und Umweltmanagement – Industrial Countries, Prof. Dr. Pao-Yu Oei Projektpartner*innen: - SINTEF Energi AS (Projektkoordination) - Norwegian University of Science and Technology - International Institute for Applied Systems Analysis - Technische Universität Wien - EI – Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz - Universidad Pontificia Comillas - Nederlandse organisatie voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek - Kadir Has Universitesi - Technical University of Denmark - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. - Fraunhofer – Fraunhofer Institute for Energy Economics and Energy System Technology IEE - Electricité de France SA - Technische Universität Berlin Laufzeit: 01.05.2019 – 01.04.2023 (Projektwechsel an die EUF zum 01.02.2022) Gefördert durch: Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union „Horizon 2020“, Fördernummer 835896 Fördersumme EUF: 242.345,00 € openentrance.eu/ Prof. Dr. Pao-Yu Oei beim Klimadialog 2022 in Berlin Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 34 Forschungsprojekte https://openentrance.eu Forschungspreise Vergabe der EUF-Forschungspreise v.l.n.r.: Karin Prien, Wissenschaftsministerin SH, Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut, Vizepräsidentin für Forschung und Wissenstransfer, Dr. Vincent Gengnagel, Preisträger herausragende Forschungs- arbeit, Karl Christoph Reinmuth, Preisträger herausragende Dissertation, Prof. Dr. Anne Reichold, Professorin für Philosophie Inhaltsverzeichnis 35 Das abgebildete Foto trägt die Bildunterschrift: „Vergabe der EUF-Forschungspreise v.l.n.r.: Karin Prien, Wissenschaftsminis- terin SH, Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut, Vizepräsidentin für For- schung und Wissenstransfer, Dr. Vincent Gengnagel, Preisträger herausragende Forschungsarbeit, Karl Christoph Reinmuth, Preisträger herausragende Dissertation, Prof. Dr. Anne Reichold, Professorin für Philosophie“. Das Foto zeigt die in der Bild- unterschrift genannten Personen im Audimax vor den Sitzreihen stehend. Die beiden Preisträger Dr. Vincent Gengnagel und Karl Christoph Reinmuth halten jeweils eine Urkunde mit in die Ka- mera gerichtetem Urkundentext in der Hand. Der Forschungspreis der Europa-Universität Flensburg wird ein- mal jährlich für an der EUF entstandene herausragende, kreati- ve und innovative wissenschaftliche Leistungen vergeben. Seit der Ausschreibung 2020 wurde der Preis fokussiert auf Wissen- schaftler*innen in Qualifizierungsphasen und ausdifferenziert in die beiden Kategorien „Preis für eine herausragende Dis- sertation“ und „Preis für ein herausragendes Forschungs- projekt“. Wir freuen uns, hier die Forschungsarbeiten der Preis- träger vorstellen zu können (siehe auch Pressemitteilung vom 20.06.2023, uni-flensburg.de/?id=40162). EUF-Forschungspreis in der Kategorie „herausragende Dissertation“ Regelwerke und ihre Beurteilung – Karl Christoph Reinmuth Regeln sind nahezu allgegenwärtig. Sie leiten menschliches Han- deln in den verschiedensten Bereichen, wie z. B. in den Wissen- schaften, in Recht, Schule, Wirtschaft und im alltäglichen sozia- len Miteinander. Diese Arbeit entfaltet eine Beurteilungslehre, anhand derer ersichtlich wird, wie sich die Qualität von Normen und Regelwerken nachvollziehbar und systematisch evaluieren lässt. Regeln sind ein Dreh- und Angelpunkt im Beurteilungs- geschehen. Entsprechend wirft die vorliegende philosophische Analyse einen genaueren Blick darauf, wie Regeln funktionie- ren, wie sie Handeln koordinieren, in welchem Verhältnis sie zu Sanktionen stehen und wie sie beurteilt werden können. Die Arbeit leistet insofern einen Beitrag zur Regeltheorie und kann anhand der Regelanalyse unter sprechakttheoretischen Voraus- setzungen die handlungsanleitende Kraft von Regeln erklären sowie Wege zu ihrer rational-argumentativen Beurteilung auf- zeigen. Mit der Bereitstellung eines grundlegenden und an- wendungsbezogenen Rahmenwerks der Beurteilung können transparente Beurteilungen von Evaluationsobjekten bzw. Eva- luanda in verschiedenen Hinsichten vorgenommen sowie vor- liegende Evaluationen analysiert werden. Um das Beurteilungsverfahren zu veranschaulichen, wird das erarbeitete Evaluationsinstrumentarium für die moralische Beurteilung eines die intergenerationelle Gerechtigkeit be- treffenden Regelwerks eingesetzt: die Düngeverordnung. In Bezug auf ihre Evaluation wird das umweltethisch und -politisch aktuelle Thema der Düngung aufgegriffen und gezeigt, wie eine konkrete und begründete Beurteilung eines Regelwerks in mo- ralischer Hinsicht erfolgen kann. Hierfür wird eine Konzeption der starken Nachhaltigkeit logisch rekonstruiert und zur Er- stellung eines Maßstabes zur moralischen Beurteilung genutzt, indem die Beurteilungskriterien für den Umweltbereich spezi- fiziert werden. Das Evaluationsbeispiel zeigt auch, wie mithilfe des in der Arbeit bereitgestellten Beurteilungsrahmens inter- disziplinär relevante Evaluationsresultate gesichert werden können. Zur Publikationsankündigung des Verlags: brill.com/display/title/64941 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 36 Forschungspreise https://www.uni-flensburg.de/?id=40162 https://brill.com/display/title/64941 EUF-Forschungspreis in der Kategorie „herausragendes Forschungsprojekt“ ‘Closer to the Market’: EU Research Governance and Symbolic Power – Dr. Vincent Gengnagel Welchen Einfluss hat die Sprache der EU-Forschungsrahmen- programme auf sozialwissenschaftliches Schreiben? Von Gengnagel et al. als Emergenz eines EU-spezifischen „gravi- tational pulls“ konzipiert, spielt die Standardisierung von Be- griffen und Sprachcodes in Drittmittel-Ausschreibungen eine entscheidende Rolle. Die Beherrschung des „EU-Sprachspiels“ befähigt Sozialwissenschaftler*innen allerdings nicht nur dazu, EU-Fördermittel zu erhalten – sie führt auch zu individuellen und disziplinären Reibungen, da sie eine Neuausrichtung der beforschten Themen auf Konzepte aus der Agenda der EU nahelegt. Auf der Grundlage einer quantitativen Textanalyse von 5.780 Zeitschriftenartikel-Abstracts aus EU-geförderter und nicht EU-geförderter Forschung (2000-2019) und 20 qualita- tiven Interviews in Spanien und Deutschland (2016/17) zeigt die Studie, dass viele Forscher*innen die Notwendigkeit sehen, ihre Forschung an Konzepte der EU-Förderlinien anzulehnen und grundsätzlich „näher am Markt“ zu platzieren. Gleichzeitig findet sich in den Interviews eine ganze Bandbreite von Um- gangsweisen – von euphorischer konzeptioneller Anpassung bis hin zu widerwilligen Lippenbekenntnissen, die in der rela- tiven Autonomie der EU-Forschungsförderung ebenfalls ihren Platz finden. Die Mixed-Methods-Analyse ermöglicht zwei zentrale Er- kenntnisse: Erstens verhalten sich Sozialwissenschaftler*innen nicht nur strategisch zur Forschungssteuerung, sondern ver- handeln zugleich innerakademische Loyalitäten zum europäi- schen Projekt. Zweitens zeigen die Daten, dass der europäische Forschungskontext eine Tendenz zur Marktintegration nahe- legt, während Fragen der Sozialintegration weniger direkt den geförderten Forschungsprofilen entsprechen. Die von Vincent Gengnagel als Erstautor mit Katharina Zimmermann und Sebastian M. Büttner im Journal of Common Market Studies erschienene Studie ist im open access verfüg- bar unter: onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jcms.13326 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 37 Forschungspreise https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jcms.13326 Preisträger*in Preis und verleihende Organisation Ziel des Preises und Dotierung Titel des gewürdigten Werkes Links Dr. Vincent Gengnagel Young Academy Fellow der Akademie der Wissenschaften in Hamburg Herausragende*r Nachwuchs- wissenschaftler*in an nord- deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen; Förderumfang: Ideelle und finanzielle Förderung, Netz- werkbildung – zum Preis: awhamburg.de /akademie/young-academy- fellows.html Dr. Josefa Kny Dr.-Hans-Adolf-Rossen-Preis der Pressestiftung Flensburg Beste Dissertation im Bereich Wirtschaftswissenschaften und Technik (Preis aus 2021, ver- geben 2022); Förderumfang: 2.500 € “Too big to do good? Eine empirische Studie zur Gemeinwohlorien- tierung von Großunter- nehmen am Beispiel der Gemeinwohl-Ökonomie“ zum gewürdigten Werk: oekom.de/buch/too-big-to- do-good-9783962382391 Artikel zum Thema: link.springer.com/ chapter/10.1007/ 978-3-658-38503-3_4 Robert Langhanke (gemeinsam mit PD Dr. Birte Arendt, Universität Greifswald) Fritz-Reuter-Literaturpreis des Fritz-Reuter- Literaturmuseums und der Stadt Stavenhagen Prämierung neuer Literatur in niederdeutscher Sprache oder für sprach- und literaturwissenschaftliche Arbeiten; Förderumfang: 2.000 € Hrsg.-Band „Nieder- deutschdidaktik. Grundlagen und Perspektiven zwischen Varianz und Standardisierung“ zum gewürdigten Werk: peterlang.com/ document/1215314 zum Preis: museum.de/ news-article/fritz-reuter- literaturpreis-fuer- sachbuch-ueber-plattdeutsch Für ihre Forschungsleistungen wurden EUF-Wissenschaft- ler*innen zudem mit den folgenden externen Forschungs- preisen und Auszeichnungen im Jahr 2022 gewürdigt: Externe Forschungspreise Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 38 Forschungspreise Preisträger*in Preis und verleihende Organisation Ziel des Preises und Dotierung Titel des gewürdigten Werkes Links Dr. Vincent Gengnagel Young Academy Fellow der Akademie der Wissenschaften in Hamburg Herausragende*r Nachwuchs- wissenschaftler*in an nord- deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen; Förderumfang: Ideelle und finanzielle Förderung, Netz- werkbildung – zum Preis: awhamburg.de /akademie/young-academy- fellows.html Dr. Josefa Kny Dr.-Hans-Adolf-Rossen-Preis der Pressestiftung Flensburg Beste Dissertation im Bereich Wirtschaftswissenschaften und Technik (Preis aus 2021, ver- geben 2022); Förderumfang: 2.500 € “Too big to do good? Eine empirische Studie zur Gemeinwohlorien- tierung von Großunter- nehmen am Beispiel der Gemeinwohl-Ökonomie“ zum gewürdigten Werk: oekom.de/buch/too-big-to- do-good-9783962382391 Artikel zum Thema: link.springer.com/ chapter/10.1007/ 978-3-658-38503-3_4 Robert Langhanke (gemeinsam mit PD Dr. Birte Arendt, Universität Greifswald) Fritz-Reuter-Literaturpreis des Fritz-Reuter- Literaturmuseums und der Stadt Stavenhagen Prämierung neuer Literatur in niederdeutscher Sprache oder für sprach- und literaturwissenschaftliche Arbeiten; Förderumfang: 2.000 € Hrsg.-Band „Nieder- deutschdidaktik. Grundlagen und Perspektiven zwischen Varianz und Standardisierung“ zum gewürdigten Werk: peterlang.com/ document/1215314 zum Preis: museum.de/ news-article/fritz-reuter- literaturpreis-fuer- sachbuch-ueber-plattdeutsch https://www.awhamburg.de/akademie/young-academy-fellows.html https://www.awhamburg.de/akademie/young-academy-fellows.html https://www.awhamburg.de/akademie/young-academy-fellows.html https://www.oekom.de/buch/too-big-to-do-good-9783962382391 https://www.oekom.de/buch/too-big-to-do-good-9783962382391 https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-38503-3_4 https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-38503-3_4 https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-38503-3_4 https://www.peterlang.com/document/1215314 https://www.peterlang.com/document/1215314 https://www.museum.de/news-article/fritz-reuter-literaturpreis-fuer-sachbuch-ueber-plattdeutsch https://www.museum.de/news-article/fritz-reuter-literaturpreis-fuer-sachbuch-ueber-plattdeutsch https://www.museum.de/news-article/fritz-reuter-literaturpreis-fuer-sachbuch-ueber-plattdeutsch https://www.museum.de/news-article/fritz-reuter-literaturpreis-fuer-sachbuch-ueber-plattdeutsch Preisträger*in Preis und verleihende Organisation Ziel des Preises und Dotierung Titel des gewürdigten Werkes Links Prof. Dr. Christiane Reinecke, (gemeinsam mit Dr. Inken Bartels, Prof. Dr. Isabella Löhr, Dr. Laura Stielike und Dr. Philipp Schäfer, alle Universität Osnabrück) Open Access Preis der Universität Osnabrück herausragende Open-Access-Publikationen der Wissenschaftler*innen der Uni Osnabrück; Förderumfang: 2.000 Wissenschaftliche Online-Plattform “Inventar der Migra- tionsbegriffe” zum gewürdigten Werk: migrationsbegriffe.de zum Preis: ub.uni-osnabrueck. de/forschen_publizieren/ open_access/open_access_ preis_der_universitaet/open_ access_preis_2022.html Prof Dr. Marcel Smolka (gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Koch und Ilya Manuylov, beide Aarhus University) Royal Economic Society Prize der Royal Economic Society (UK) Bestes Paper 2021 und herausragender Beitrag zu den Wirtschaftswissenschaften; Förderumfang: 2.500 brit. Pfund „Robots and firms“ zum gewürdigten Werk: academic.oup.com/ej/article/ 131/638/2553/6124631 zum Preis: res.org.uk/2021-royal- economic-society-prize/ Dr. Paul Vehse Förderpreis für ausge- zeichnete Arbeiten junger Erziehungswissenschaft- lerinnen und Erziehungs- wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft Prämierung einer Publikation in einer Fachzeitschrift oder einem Sammelband; Förderumfang: 1.500 € „Unintendierte Effekte der Strategie der Dekonstruktion. Zu dekonstruktiven Umgangsweisen mit Differenz in der Pädagogik“ zum gewürdigten Werk: brill.com/view/journals/vfp/ 96/4/article-p539_7.xml zum Preis: dgfe.de/dgfe-wir-ueber-uns/ foerderpreis Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 39 Forschungspreise Preisträger*in Preis und verleihende Organisation Ziel des Preises und Dotierung Titel des gewürdigten Werkes Links Prof. Dr. Christiane Reinecke, (gemeinsam mit Dr. Inken Bartels, Prof. Dr. Isabella Löhr, Dr. Laura Stielike und Dr. Philipp Schäfer, alle Universität Osnabrück) Open Access Preis der Universität Osnabrück herausragende Open-Access-Publikationen der Wissenschaftler*innen der Uni Osnabrück; Förderumfang: 2.000 Wissenschaftliche Online-Plattform “Inventar der Migra- tionsbegriffe” zum gewürdigten Werk: migrationsbegriffe.de zum Preis: ub.uni-osnabrueck. de/forschen_publizieren/ open_access/open_access_ preis_der_universitaet/open_ access_preis_2022.html Prof Dr. Marcel Smolka (gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Koch und Ilya Manuylov, beide Aarhus University) Royal Economic Society Prize der Royal Economic Society (UK) Bestes Paper 2021 und herausragender Beitrag zu den Wirtschaftswissenschaften; Förderumfang: 2.500 brit. Pfund „Robots and firms“ zum gewürdigten Werk: academic.oup.com/ej/article/ 131/638/2553/6124631 zum Preis: res.org.uk/2021-royal- economic-society-prize/ Dr. Paul Vehse Förderpreis für ausge- zeichnete Arbeiten junger Erziehungswissenschaft- lerinnen und Erziehungs- wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft Prämierung einer Publikation in einer Fachzeitschrift oder einem Sammelband; Förderumfang: 1.500 € „Unintendierte Effekte der Strategie der Dekonstruktion. Zu dekonstruktiven Umgangsweisen mit Differenz in der Pädagogik“ zum gewürdigten Werk: brill.com/view/journals/vfp/ 96/4/article-p539_7.xml zum Preis: dgfe.de/dgfe-wir-ueber-uns/ foerderpreis https://www.migrationsbegriffe.de https://www.ub.uni-osnabrueck.de/forschen_publizieren/open_access/open_access_preis_der_universitaet/open_access_preis_2022.html https://www.ub.uni-osnabrueck.de/forschen_publizieren/open_access/open_access_preis_der_universitaet/open_access_preis_2022.html https://www.ub.uni-osnabrueck.de/forschen_publizieren/open_access/open_access_preis_der_universitaet/open_access_preis_2022.html https://www.ub.uni-osnabrueck.de/forschen_publizieren/open_access/open_access_preis_der_universitaet/open_access_preis_2022.html https://www.ub.uni-osnabrueck.de/forschen_publizieren/open_access/open_access_preis_der_universitaet/open_access_preis_2022.html https://academic.oup.com/ej/article/131/638/2553/6124631 https://academic.oup.com/ej/article/131/638/2553/6124631 https://res.org.uk/2021-royal-economic-society-prize/ https://res.org.uk/2021-royal-economic-society-prize/ https://brill.com/view/journals/vfp/96/4/article-p539_7.xml https://brill.com/view/journals/vfp/96/4/article-p539_7.xml https://www.dgfe.de/dgfe-wir-ueber-uns/foerderpreis https://www.dgfe.de/dgfe-wir-ueber-uns/foerderpreis Screenshot der Seite „Inventar der Migrationsbegriffe“ (migrationsbegriffe.de), eine Webseite der Universität Osnabrück unter Mitverantwortung von Prof. Dr. Christiane Reinecke migrations- begriffe.de Inhaltsverzeichnis 40 https://www.migrationsbegriffe.de https://www.migrationsbegriffe.de Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Zentrale Hochschulbibliothek der EUF Inhaltsverzeichnis 41 Die Forschungsförderangebote der EUF, die in den Programm- bereichen „FPFF – Flensburger Programm zur Forschungs- förderung“ und „FQ-WiN – Programm zur Förderung und Quali- fizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses“ gebündelt sind, wurden 2022 erweitert: - Am Forschungszentrum ZeBUSS wurde im März 2022 im Rahmen der 4. ZeBUSS Winter School die Forschungs- akademie Bildung (FAB) feierlich eröffnet. Die FAB bündelt neu zu etablierende sowie bereits vorhandene Angebote des ZeBUSS für Wissenschaftler*innen in Quali- fizierungsphasen. - Als neue Angebote unter dem Dach der FAB finden eine von Doktorand*innen am ZeBUSS selbstorganisierte Schreib- und Interpretationswerkstatt regelmäßig seit dem Frühjahrssemester 2022 sowie seit dem Herbst- semester 2022/23 eine fachliche Vortragsreihe und ein Qualifikant*innen-Kolloquium statt. - Das Forschungszentrum ICES ergänzte 2022 das Förder- angebot des Call for Field Research Proposals um die Teil- nahme an Methodenschulungen, der Name des Calls wurde erweitert auf „ICES Call: Field Research and Qualifica- tion Grants”. - Seit dem Frühjahrssemester 2022 erweiterte ICES das Angebot seiner Research School um das Research Ate- lier, in dem Promovierende und Post-Docs ihre laufenden Forschungsarbeiten vorstellen und peer-to-peer diskutieren können. - Die Konditionen der Publikationszuschüsse für reine Open Access-Veröffentlichungen, die seit dem Vorjahr über den Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer beantragbar sind, wurden im Januar 2022 erweitert und präzisiert und er- möglichen nun u.a. auch erfahrenen Wissenschaftler*innen vergleichbar attraktive Fördermöglichkeiten für Zeit- schriftenbeiträge in reinen Open Access-Zeitschriften, wie sie aus Mitteln des Landespublikationsfonds zuvor nur für Nachwuchswissenschaftler*innen nutzbar waren. - Seit Mai 2022 fördert der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer als neues Förderangebot die Finanzierung von Ethikvoten, die zur Durchführung von Forschungs- aktivitäten erforderlich sind. - Zuschüsse für Transferveranstaltungen führte der Aus- schuss für Forschung und Wissenstransfer im Juli 2022 als neues Förderangebot ein. - Zudem verstetigte der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer das im Vorjahr neu eingeführte Förderan- gebot einer Publikationsförderung auch für hybride Open Access-Publikationen, die parallel oder nachfolgend zu einer Printausgabe im Open Access veröffentlicht werden. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 42 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Außerhalb der beiden Programmbereiche FPFF und FQ-WiN wurden folgende Angebote realisiert: Informations-, Diskussions- und Vernetzungsmöglich- keiten zur Forschungsförderung boten u.a. folgende Ver- anstaltungen: - eine Online-Infoveranstaltung von ICES (mit Unter- stützung von Forschungsreferat und ZeBUSS) für Promo- vierende im Januar 2022, - eine Info-Veranstaltung von ICES und ZeBUSS für gefährdete Wissenschaftler*innen in der Ukraine im März 2022, - ein Willkommens- und Info-Forum für neue Wissen- schaftler*innen an der EUF, organisiert von ZeBUSS und ICES (unter Mitwirkung des Forschungsreferats) im September 2022, - der 5. Tag der Forschungsförderung im November 2022, - eine Online-Infoveranstaltung von ZeBUSS (mit Unter- stützung von Forschungsreferat und ICES) für promotions- interessierte MA-Studierende zum Thema „Wege zur Promotion“ im Dezember 2022. Die EUF förderte auch 2022 den jährlichen International Research Workshop im Rahmen des PhD-Network, in dem die EUF mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungsein- richtungen aus Deutschland, Dänemark und Kroatien beteiligt ist. Dessen Ziele sind Kooperation und Informationsaustausch über die Aktivitäten in der Doktorand*innenausbildung. Die nachfolgende Übersicht stellt den zum Redaktionsschluss aktuellen, im laufenden Jahr erneut erweiterten Stand dar. Plakatankündigung für den 5. Tag der Forschungsförderung Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 43 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Flensburger Programm zur Forschungsförderung (FPFF) Programm zur Förderung und Qualifizierung von wissenschaftlichem Nachwuchs (FQ-WiN) Modul Beratung und Unterstützung Modul Freiraum für Forschung Modul finanzielle Förderung Modul Qualifizierung Modul Stellen und Stipendien Vernetzung und Profilierung Fördermittel- und Antragsberatung Lehrdeputatsreduktion Erstellung von Drittmittelanträgen Qualification Program for Early Stage Researchers (QP) Landesgraduierten- stipendien International Short Term Academic Exchange (in Vorbereitung) Projekt - unterstützung Wissenschaftliche Veranstaltungen Research Schools Post-Doc-Programm International Fellowships in Research and Teaching (in Vorbereitung) Editing Service Transfer - veranstaltungen Fachspezifische Quali- fizierung und wiss. Veranstaltungen Call for Field Research and Qualification Grants Mobilitätsförderung Erasmus+ Arbeits- und Besprechungsräume Publikationszuschüsse (DEAL-Verträge, reine / hybride Open Access-Publikationen) Coachingprogramm SHK/WHK- Unterstützung Tagungs- und Kongressteilnahmen Open Calls Härtefallfonds Unterstützung Gast- wissenschaftler*innen und Kooperationen Ethik-Voten Publikationsförderung (Dissertations- und Habilitationsschriften, Open Access- Journal-Beiträge) Forschungsförderung an der EUF (inkl. Angebote von Forschungszentren, Ausschüssen und anderen Einrichtungen) uni-flensburg.de/?id=40741 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 44 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Flensburger Programm zur Forschungsförderung (FPFF) Programm zur Förderung und Qualifizierung von wissenschaftlichem Nachwuchs (FQ-WiN) Modul Beratung und Unterstützung Modul Freiraum für Forschung Modul finanzielle Förderung Modul Qualifizierung Modul Stellen und Stipendien Vernetzung und Profilierung Fördermittel- und Antragsberatung Lehrdeputatsreduktion Erstellung von Drittmittelanträgen Qualification Program for Early Stage Researchers (QP) Landesgraduierten- stipendien International Short Term Academic Exchange (in Vorbereitung) Projekt - unterstützung Wissenschaftliche Veranstaltungen Research Schools Post-Doc-Programm International Fellowships in Research and Teaching (in Vorbereitung) Editing Service Transfer - veranstaltungen Fachspezifische Quali- fizierung und wiss. Veranstaltungen Call for Field Research and Qualification Grants Mobilitätsförderung Erasmus+ Arbeits- und Besprechungsräume Publikationszuschüsse (DEAL-Verträge, reine / hybride Open Access-Publikationen) Coachingprogramm SHK/WHK- Unterstützung Tagungs- und Kongressteilnahmen Open Calls Härtefallfonds Unterstützung Gast- wissenschaftler*innen und Kooperationen Ethik-Voten Publikationsförderung (Dissertations- und Habilitationsschriften, Open Access- Journal-Beiträge) https://www.uni-flensburg.de/?id=40741 Flensburger Programm zur Forschungsförderung (FPFF) Zur Förderung der Forschung hat die Europa-Universität Flens- burg das Flensburger Programm zur Forschungsförderung (FPFF) entwickelt. I. Modul Beratung und Unterstützung a. Für die Anbahnung forschungsbezogener Aktivitäten bieten das Forschungsreferat sowie die Forschungs- zentren ZeBUSS und ICES eine Fördermittel- und Antragsberatung an, die u.a. Fördermittelrecherche, Erstellung von Kalkulationen, administrative Zu- arbeiten für Drittmittelanträge und Antragssichtungen umfassen. b. Laufende Forschungsprojekte erhalten auf Wunsch eine nähere Projektunterstützung, wie z.B. Hilfe bei der Beantragung von Änderungsanträgen oder Be- ratung zu Fragen des Projektmanagements, durch das Forschungsreferat sowie die Forschungszentren ZeBUSS und ICES – die Forschungszentren bieten zusätzlich auch Unterstützung bei der Vorbereitung wissenschaftlicher Tagungen und anderer Aktivi- täten sowie bei administrativen Fragen der Projekt- umsetzung an. c. Der Editing Service der EUF unterstützt Wissen- schaftler*innen bei der Erstellung hochwertiger englischsprachiger Drittmittelanträge und Zeit- schriftenbeiträge. d. Die Forschungszentren ZeBUSS und ICES stellen Arbeits- und Besprechungsräume für ihre Mit- glieder, nach Möglichkeit auch für alle an der EUF For- schenden zur Verfügung. II. Modul Freiraum für Forschung a. Für herausragende wissenschaftliche Vorhaben ge- währt das Präsidium auf Antrag eine Lehrdeputats- reduktion. III. Finanzielle Förderung a. Finanzielle Unterstützung für die Erstellung von Drittmittelanträgen bietet insbesondere der Aus- schuss für Forschung und Wissenstransfer laufend auf Antrag, daneben bieten auch die Forschungszentren ZeBUSS und ICES Unterstützung an. b. Finanzielle Förderung wissenschaftlicher Veran- staltungen an der EUF gewähren der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer sowie bei ent- sprechender inhaltlicher Ausrichtung die Forschungs- zentren ZeBUSS oder ICES laufend auf Antrag. Ta- gungen mit deutlich europäischer, bzw. internationaler Ausrichtung fördert der Europa-Ausschuss, siehe Merkblatt und Musterantrag. c. Der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer för- dert die Finanzierung von Transferveranstaltungen, bei denen die EUF bzw. ihre Organisationseinheiten als Veranstalter*in auftreten, siehe Merkblatt und Musterantrag.. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 45 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF d. Publikationszuschüsse: – Für Open Access-Veröffentlichungen sind aus zent- ralen Mitteln Publikationszuschüsse im Rahmen der DEAL-Verträge mit Springer Nature und Wiley für jährlich eine Publikation von EUF-Wissenschaft- ler*innen in einer der hier angeschlossenen Zeit- schriftenverlage nutzbar. Bitte beachten Sie, bei weiteren Publikationen im Vorfeld die Bestätigung der Kostenübernahme durch Ihre Organisations- einheit einzuholen. – Der Ausschuss für Forschung und Wissens- transfer gewährt Publikationszuschüsse für reine Open Access-Publikationen, die nicht über den Landespublikationsfonds förderfähig sind, wie z.B. Zeitschriftenbeiträge von erfahrenen Wissen- schaftler*innen sowie Buchpublikationen, siehe Übersicht Publikationsförderungen und Antrags- formular. – Publikationszuschüsse für hybride Open Ac- cess-Publikationen können für Buch- und Zeit- schriftenveröffentlichungen beim Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer beantragt werden, siehe Merkblatt und Antragsformular. – Das ZeBUSS gewährt seinen Mitgliedern finan- zielle Unterstützung bei wissenschaftlichen Publikationsvorhaben mit einem thematischen Bezug zum ZeBUSS, siehe ZeBUSS-Webseite. e. Open Calls werden vom Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer sowie den Forschungszentren ZeBUSS und ICES mit jeweils spezifischen Schwer- punkten ausgeschrieben. Das ZeBUSS fördert Forschungsaktivitäten in drei verschiedenen Förder- linien („Forschung“, „wissenschaftlicher Nachwuchs“ und „Vernetzung“), siehe ZeBUSS-Webseite. f. Der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer för- dert die Finanzierung von Ethikvoten, die zur Durch- führung von Forschungsaktivitäten erforderlich sind. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 46 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Programm zur Förderung und Qualifizierung von wissenschaftlichem Nachwuchs (FQ-WiN) In der Nachwuchsförderung hat die Europa Universität Flens- burg mit dem Programm zur Förderung und Qualifizierung von wissenschaftlichem Nachwuchs (FQ-WiN) ein modula- risiertes Förderungs- und Qualifikationsprogramm umgesetzt. Dies umfasst folgende Module: I. Modul Qualifizierung a. Das Qualification Programme for early stage re- searchers (QP) wird vom ZWW aktuell mit Finanzierung durch die Forschungszentren ZeBUSS und ICES sowie den Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer, wie auch aus Mitteln des ZWW realisiert und bietet für Promovierende, Post-Docs und Juniorprofessor*innen der EUF kostenfreie Workshops im Bereich überfach- licher bzw. Querschnittskompetenzen an. b. Die profilgebenden Forschungszentren haben Re- search Schools for early stage researchers (RS) eta- bliert bzw. initiiert: die ZeBUSS Forschungsakademie Bildung sowie die ICES Research School. Diese haben eine fachliche Ausrichtung und bieten u.a. Workshops, Summer-/Winterschools sowie Interpretationswerk- stätten an. c. Fachspezifische Qualifizierung und wissenschaft- liche Veranstaltungen bieten die Forschungszentren ZeBUSS und ICES mit unterschiedlichen Formaten an, die auch eine Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch und zur Vernetzung bieten. d. Promovierende, Post-Docs und Juniorprofessor*innen erhalten in einem vom Gleichstellungsbüro und dem ZWW getragenen Coaching-Programm die Möglich- keit, besondere Herausforderungen in ihrer Quali- fizierungsphase zu reflektieren und zu bearbeiten. II. Modul Stellen und Stipendien a. Für Promovierende bietet die EUF durch Landes- graduiertenstipendien finanzielle Unterstützung für die Promotion für die Dauer von max. drei Jahren. b. Das Post-Doc-Programm bietet in strategisch rele- vanten Einheiten in begrenztem Umfang zusätzliche Qualifikationsstellen im Post-Doc-Bereich mit dem Ziel, einen DFG- oder EU-Antrag auch für die eigene Stelle zu erstellen. c. Mit dem vom Forschungszentrum ICES regelmäßig ausgeschriebenen Call for Field Research and Quali fication Grants werden Forschungsaufenthalte zur Datenerhebung oder Archivarbeit gefördert, eben- so wie die Teilnahme an Methodenschulungen. d. Eine Finanzierung von SHK/WHK zur Unterstützung für Qualifizierungsarbeiten von Nachwuchswissen- schaftler*innen kann beim Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer beantragt werden. e. Der Härtefallfonds des Promotionsausschusses er- möglicht eine kurzfristige Überbrückung bei An- schlusslücken in der Endphase der Promotion. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 47 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF III. Modul Profilierung und internationale Vernetzung a. Ein Beratungsangebot zur Förderung des Inter- national Short-term Academic Exchange prioritär für Pre-Docs (auch Post-Docs und Professor*innen) mit Schwerpunkt Lehre und Vernetzung befindet sich aktuell noch im Aufbau. b. Ein Beratungsangebot zur Förderung von Interna- tio nal Fellowships in Research and Teaching mit Lehrdeputat (ein Semester) prioritär für Juniorprofes- sor*innen (auch Professor*innen) ist aktuell noch in Vorbereitung. c. Mobilitätsförderung Erasmus+: Durch das Pro- gramm Erasmus+ können Auslandsaufenthalte u.a. für Doktorand*innen und Lehrende gefördert werden. Nähere Informationen bietet das International Center. d. Finanzielle Förderung von Tagungs- und Kongress- teilnahmen bietet der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer (dient auch der Vernetzung), siehe Merkblatt und Musterantrag. e. Unterstützung für Gastwissenschaftler*innen und Kooperationen bieten die Forschungszentren ZeBUSS und ICES. f. Publikationsförderungen: – Eine Publikationsförderung für Dissertations- und Habilitationsschriften gewährt der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer. – Eine Publikationsförderung für Open Access- Journal-Beiträge bietet der Ausschuss für For- schung und Wissenstransfer aus Mitteln des Landespublikationsfonds, siehe Merkblatt und An- tragsformular. Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 48 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Forschungsförderberatung an der EUF – Ihre Ansprechpersonen Forschungsreferat: Dr. Martina Kattein, Forschungsreferentin Tel.: 0461 / 805-2788 forschungsreferat@uni-flensburg.de für gewünschte Antragsunterstützungen: Marlene Langholz-Kaiser, Antragsmanagerin Tel.: 0461 / 805-2571 antragsberatung@uni-flensburg.de Forschungszentrum ICES: Dr. Maria Schwab, Wissenschaftliche Koordinatorin Tel.: 0461 / 805-2499 maria.schwab@uni-flensburg.de Marlene Langholz-Kaiser, Wissenschaftliche Koordinatorin Tel.: 0461 / 805-2571 ices@uni-flensburg.de Forschungszentrum ZeBUSS: Dr. Simone Onur, Wissenschaftliche Koordinatorin Tel.: 0461 / 805-3042 simone.onur@uni-flensburg.de Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2023 – Berichtszeitraum 2022 Inhaltsverzeichnis 49 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF mailto:forschungsreferat%40uni-flensburg.de?subject= mailto:antragsberatung%40uni-flensburg.de?subject= mailto:maria.schwab%40uni-flensburg.de?subject= mailto:ices%40uni-flensburg.de?subject= mailto:simone.onur%40uni-flensburg.de?subject= Impressum Herausgeber: Präsident der Europa-Universität Flensburg Prof. Dr. Werner Reinhart Auf dem Campus 1 24943 Flensburg Projektkoordination und Redaktion: Vizepräsidentin für Forschung und Wissenstransfer Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut Dr. Martina Kattein, Forschungsreferat Gestaltung: Sabine von Bassewitz Fotos / Abbildungen: Titel, S. 2, 3, 51: Christian Berger (EUF); S. 5, 13, 41 , 50: Christina Kloodt; S. 21: Kathrin Fischer (EUF), S. 28: Marisol Keller; S. 31: Hanna Kieschnick (EUF), S. 34: BMBF; S.35: Lars Franzen; S. 40: Screenshot des Projekts „Inventar der Migrationsbegriffe“ Flensburg, September 2023 Skulptur am Audimax Inhaltsverzeichnis 50 Für Fragen, Anregungen und Kritik stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an: Vizepräsident*in für Forschung Tel. 0461 805 2802 vpforschung@uni-flensburg.de Forschungsreferat Tel. 0461 805 2788 forschungsreferat@uni-flensburg.de Audimax Inhaltsverzeichnis 51 mailto:vpforschung%40uni-flensburg.de?subject= mailto:forschungsreferat%40uni-flensburg.de?subject=
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