Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2024 Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 Berichtszeitraum 2024 2Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 2 Inhaltsverzeichnis Titelbild: Gebäude Oslo der EUF, Foto: Christian Berger, EUF Entwicklung der Forschung und der Forschungsförderung an der EUF, Vorwort von Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut, Vizepräsidentin für Forschung und Wissenstransfer ............................... 3 Zahlen und Daten ........................................................... 7 Die profilgebenden Forschungszentren ..................... 16 Forschungsprojekte ..................................................... 48 Forschungspreise ........................................................ 56 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF ............................... 66 Audimax, Foto: Christian Berger, EUF 3Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024Gebäude Oslo der EUF, Foto: Christian Berger, EUF Entwicklung der Forschung und der Forschungsförderung an der EUF 3 Zum Inhaltsverzeichnis 4Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Vorwort von Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut, Vizepräsidentin für Forschung und Wissenstransfer Die Forschung an der EUF konnte im Berichtsjahr 2024 schöne Erfolge verzeichnen, die die Angehörigen unserer Einrichtung darin bestätigen, an einer zukunftsorientier- ten, gut profilierten Universität tätig zu sein. Erstmalig gelang die Beteiligung an zwei Sonderfor- schungsbereichen (SFB) der Deutschen Forschungsge- meinschaft (DFG), die von Prof. Dr. Christiane Reinecke, Seminar für Geschichte, im SFB 1604 „Produktion von Migration“ (Universität Osnabrück) und von Prof. Dr. Anna Katharina Mangold, Abteilung Europarecht, im SFB 1665 „Sexdiversity“ (Universität zu Lübeck) als Teilprojektleite- rinnen eingeworben werden konnten. Daneben gelang es erstmals, eine DFG-Forschungsgruppe (FOR) mit sechs Teilprojekten, einem Koordinationsprojekt, einem Merca- tor-Fellow, einer virtuellen Forschungsumgebung und zahl- reichen Outreach-Aktivitäten mit der EUF in Lead-Funktion einzuwerben. Teilprojektleiter*innen der FOR 5406 „Anti- ziganismus und Ambivalenz in Europa (1850-1950)“ sind Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut (auch Sprecherin und Leiterin des Koordinationsprojekts) und Prof. Dr. Matthias Bauer, beide Institut für Germanistik; weitere Teilprojekte der Forschungsgruppe sind an den Universitäten Heidelberg, Marburg, Gießen und Regensburg angesiedelt. Sowohl die SFB-Teilprojekte als auch die DFG-Forschungsgruppe arbeiten unter dem Dach des Forschungszentrums ICES. Darüber hinaus warben zahlreiche Wissenschaftler*innen der EUF 2024 eine Vielzahl neuer Forschungsprojekte ein, was sich in einer hohen Zunahme der Drittmitteleinnah- men niederschlug (s. Abschnitt „Zahlen und Daten“ sowie den Abschnitt „Forschungsprojekte“, in dem DFG-Bewil- ligungen und größervolumige Projekte gelistet sind). Ex- emplarisch werden einzelne Projekte näher vorgestellt, um auch einen inhaltlichen Einblick in die Forschungsak- tivitäten an der EUF zu ermöglichen. Wir wünschen allen – drittmittelgeförderten und mit eigenen Ressourcen ge- stemmten – Vorhaben viel Erfolg! Zum Inhaltsverzeichnis Foto: Razieh, Hamburg 5Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Nach der vom Wissenschaftsrat im Herbst 2023 vorgeleg- ten Begutachtung des Hochschulsystems in Schleswig- Holstein war das Berichtsjahr von der im Land geführten Debatte über die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Weiterentwicklung der Hochschulen geprägt. Das Land hatte für die Begutachtung sechs zentrale Schwerpunkt- themen zugrunde gelegt. Im Schwerpunkt „Erneuerbare Energien“ wurde eine koordinierende Rolle der EUF (Abtei- lung für Nachhaltige Energiewende und Abteilung Energie und Entwicklungszusammenarbeit) für die Weiterentwick- lung der bereits bestehenden Kooperationen zwischen den Hochschulen Schleswig-Holsteins im Themenfeld „Ener- giewendebezogene Gesellschaftliche Transformation“ an- gedacht. Für den Schwerpunkt „Lebenswissenschaften“ wurde die Planung eines „Innovation Food House“ der EUF-Abteilung Ernährung und Verbraucherbildung anvi- siert. Auf Initiative des EUF-Vizepräsidiums Forschung und Wissenstransfer und mit Unterstützung der profilgeben- den Forschungszentren wurden im Berichtsjahr Gespräche mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) so- wie dem SH-Wissenschaftsministerium über den Aufbau eines weiteren Schwerpunktthemas „Transformation“ auf- genommen, welches Bildungs-, Gesellschafts-, Kultur- und Umweltforschung verbindet, da EUF und CAU Stärken in diesem Bereich haben, die in der Begutachtung unberück- sichtigt geblieben waren. Dieses Schwerpunktthema wur- de nun bereits auf den Weg gebracht. Im Bereich Transfer ging es darum, die Bedeutung der Felder „Forschen und Entwickeln mit der Gesellschaft“, „Wissenschaftsdialog“ sowie „Transferorientierte Lehre und Weiterbildung“ im Rahmen des vom Stifterverband empfohlenen Transferba- rometers herauszustellen, da hier signifikante Stärken im Transferprofil der EUF liegen. Mit einigen Schlaglichtern seien nun hier einige for- schungsinfrastrukturelle Entwicklungen des Jahres 2024 hervorgehoben, die dauerhaft allen Forschungsaktivitä- ten an der EUF zugutekommen sollen. Im Januar 2024 wurde das Graduiertenzentrum (GraZ) gegründet, das sich an Promovierende, Post-Docs bzw. Habilitierende und Juniorprofessor*innen richtet. Das GraZ übernimmt damit die Aufgaben des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) im Bereich der Weiterbildung für Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen. Darüber hinaus werden die Förderangebote gebündelt und quali- tativ weiterentwickelt, indem v.a. überfachliche Weiterbil- dungsangebote zielgerecht für die spezifischen Bedarfe in den verschiedenen Qualifizierungsphasen konzipiert und um neue Unterstützungsangebote erweitert werden. Im Berichtsjahr wurde nach einer Bedarfserhebung ein Qualifizierungskonzept entwickelt und das Kursprogramm gestartet. Die Ende des Vorjahres neu eingerichtete Ethikkommis- sion an der EUF nahm im Berichtsjahr ihre Arbeit auf und entwickelte ein Antragsverfahren, so dass seit Mai 2024 an Zum Inhaltsverzeichnis 6Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 der EUF Anträge auf Ethikvoten für Forschungsvorhaben gestellt und beschieden werden können. Für die Umsetzung der im September 2023 beschlosse- nen Forschungsdaten-Policy wurde ab Januar 2024 der Arbeitsbereich Forschungsdatenmanagement (FDM@ EUF) eingerichtet. Neben der Veröffentlichung einer Infor- mationsplattform und der Durchführung von Schulungen und Beratungsgesprächen stand die Erhebung von FDM- Praxis und -Bedarfen an den einzelnen Fakultäten und Zentren im Mittelpunkt. Im April bildete die EUF die erste Station des „FDM-SH Törn 2024“ der Schleswig-Holstei- nischen Landesinitiative zum Forschungsdatenmanage- ment (FDM-SH). Der Aufbau des Arbeitsbereichs wurde von einer Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus Forschung, Lehre und Verwaltung begleitet. Im Arbeitsbereich For- schungsinformationen konnte zudem die Konfiguration des Forschungsinformationssystems weitestgehend ab- geschlossen und eine erste Testphase gestartet werden. Die EUF beteiligte sich zudem mit Anträgen am Digitali- sierungsprogramm 4.0 des Landes, u.a. zur Unterstützung und Verbreitung von Digital Humanities-Ansätzen an CAU und EUF. Die attraktiven Konditionen für open source, hybrid und Print-Veröffentlichungen über die EUF University Press, deren Name mit Blick auf die Affiliationsrichtlinie ange- passt wurde, konnten, auch nachdem der Verlag wbg seine Aktivitäten einstellte, gesichert werden. Die EUF University Press arbeitet seit Herbst 2024 in Kooperation mit dem Verlag Herder. Leider begannen aufgrund der schwierigen Haushalts- situation der EUF im Berichtsjahr auch Sparmaßnahmen in allen Bereichen der Universität. Insbesondere die auf Qualifikationsstellen und Institutsmittel zielenden Spar- maßnahmen wirkten sich auf Forschungsaktivitäten der EUF aus. Der Ausschuss für Forschung und Wissenstrans- fer musste angesichts des geringeren Budgets eine Neu- planung der Förderangebote vornehmen (s. die näheren Erläuterungen im Abschnitt „Weiterentwicklung der For- schungsförderung an der EUF“). In diesem schwierigen Prozess ist es wichtig, sich die Erfolge der profilgeben- den Forschungszentren und aller Forschenden der EUF zu vergegenwärtigen, um diese von Mangel geprägte Zeit zu überbrücken und das beeindruckende Wachstum der EUF im Bereich Forschung fortzusetzen. Bei Fragen und Anregungen zu diesem Bericht sprechen Sie uns gerne an! Ihre Iulia Patrut Zum Inhaltsverzeichnis 7Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Zahlen und Daten 7 Zum Inhaltsverzeichnis 8Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Weder die Qualität von Forschung noch deren gesellschaft- liche Relevanz lassen sich durch quantitative Kennzahlen ausdrücken. Dennoch stellt die zahlenbasierte Abbildung der Forschungsleistungen einen wesentlichen Teil ihrer Dokumentation dar, die gerade für das Ziel einer for- schungsstarken Universität und eines erfolgversprechen- den Antrags auf Mitgliedschaft in der DFG erforderlich ist. Die Daten werden im Folgenden sowohl für den aktuellen Stand im Jahr 2024 als auch für Entwicklungen der letzten zehn Jahre aufbereitet. Stand 2024 Die Wissenschaftler*innen der EUF haben im Jahr 2024 gut 8 Mio. € an Drittmitteleinnahmen realisiert. Weiterhin größter Fördermittelgeber war der Bund (insbesondere das BMFTR, vormals BMBF). Einen ebenfalls größeren An- teil stellten – wie auch in den Vorjahren – die DAAD-Mittel dar. Die DFG und die EU zählten ebenso zu den wichtigs- ten Drittmittelgebern. Es folgten Stiftungen sowie Finan- zierungen für Projekte mit der gewerblichen Wirtschaft und Mittel kommunaler und anderer öffentlicher Geldge- ber. Diese Kontinuitäten lassen sich zum Teil sicherlich mit der inhaltlichen Ausrichtung der Forschung und dem ge- sellschaftlichen Umfeld erklären. Einerseits ist die Europa- Universität Flensburg international ausgerichtet – dies er- klärt gerade die Erfolge bei den DAAD- und EU-Mitteln. Andererseits existieren in Schleswig-Holstein Landes- und regionale Programme in nur geringem Umfang, insofern konnten hier auch kaum größere Erfolge erreicht werden. Zahlen und Daten Zum Inhaltsverzeichnis Abbildung 1 Drittmitteleinnahmen nach Mittelgeber in 2024 in € 903.532 DFG 122.293 Spenden403.246 Stiftungen 714.315 EU 60.000 Länder 3.887.946 Bund1.583.668 DAAD 246.219 Sonstige Mittel (private Geldgebende) 186.804 Sonstige Mittel (öffentliche Geldgebende) 9Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Entwicklungen 2015-2024 Das Drittmittelvolumen erreichte 2024 erneut eine Steigerung gegenüber den Vorjahren. In den letzten zehn Jahren verzeichnen die jährlichen Drittmitteleinnahmen einen tendenziellen Anstieg, der lediglich durch einen Ein- schnitt im Jahr 2018 unterbrochen wurde. Die Drittmittel- zunahme verlief dabei bis 2021 eher moderat, seit 2022 ist der Anstieg deutlich stärker ausgeprägt, allein gegenüber dem Vorjahr 2023 um über 12 %. Im Zehnjahreszeitraum hat sich damit das Drittmittelvolumen verdoppelt. Zahlen und Daten Zum Inhaltsverzeichnis Abbildung 2 Drittmitteleinnahmen gesamt pro Jahr in € 7. 20 8 .4 8 4 6 .4 9 7. 3 4 8 4 .7 4 6 .1 6 4 4 .5 15 .3 5 1 4 .4 4 3 .0 73 3 .3 79 .9 4 8 4 .0 6 2. 4 75 4 .4 29 .2 0 2 4 .0 5 1. 25 5 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 8 .1 0 8 .0 22 10Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die Anzahl der besetzten Professuren (inkl. Juniorpro- fessuren) stieg in den ersten Jahren des Betrachtungszeit- raums deutlich an und betrug seit 2016 kontinuierlich über 80, seit 2021 um die 90 Professuren. Schwankungen er- gaben sich aufgrund jeweils laufender Berufungsverfahren. Damit variierte auch die eingeworbene Summe pro Professur in der Höhe, wenngleich selbstverständlich nicht alle Drittmitteleinnahmen durch Professor*innen ein- geworben wurden. Im Zeitraum 2015 bis 2021 schwankte dieser Indikator zwischen 41.000-55.000 €. Seit 2022 stieg dieser Wert deutlich an auf 73.000 € eingeworbe- ne Drittmittel je Professur im Jahr 2022 und 87.000 € im Berichtsjahr 2024. Zahlen und Daten Zum Inhaltsverzeichnis Abbildung 3 Anzahl an Professuren 91 938990838482898473 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 11Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die Bundesmittel als wichtigste Drittmittel an der EUF verzeichneten im Zehnjahreszeitraum eine deutliche Stei- gerung, die in 2024 gegenüber dem Vorjahr geringfügig zurückgingen. Der Anstieg des gesamten Drittmittelvo- lumens im Jahr 2024 wurde im Wesentlichen durch die Entwicklung der übrigen an der EUF größten Drittmittel- geber getragen: dem DAAD, der DFG sowie der EU. Bei den Mitteln des DAAD setzte sich der deutliche Anstieg der Vorjahre fort. Die DFG-Mittel verzeichneten im dritten Jahr eine sehr deutliche Zunahme nach einem vorherge- henden vierjährigen Rückgang mit starkem Einschnitt ins- besondere im Jahr 2021. Die EU-Mittel weisen einen im Zehnjahreszeitraum eher schwankenden Verlauf auf. Von Schwankungen geprägt sind auch die Einnahmen aus Mit- teln von Stiftungen, der gewerblichen Wirtschaft sowie von sonstigen öffentlichen Geldgebern (wie z.B. Gemeinden). Zahlen und Daten Zum Inhaltsverzeichnis Bund DAAD EU DFG Länder Sonstige Mittel: öffentl. Geldgebende Spenden Stiftungen Sonstige Mittel: private Geldgebende Abbildung 4 Drittmitteleinnahmen nach Fördermittelgeber pro Jahr in € 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 3.500.000 500.000 3.000.000 2.500.000 2.000.000 1.500.000 1.000.000 4.000.000 12Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Eine gesonderte Ausweisung der für die angestrebte DFG-Mitgliedschaft besonders relevanten EU-, Bundes- und DFG-Mittel zeigt, dass diese im Berichtsjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr in der Summe um über 16 % ge- stiegen sind. Hier waren die Bundesmittel mit einer Höhe von knapp 3,9 Mio. € am stärksten und im Zehnjahres- zeitraum deutlich angestiegen, wenngleich auch im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr geringfügig gesunken. Die Entwicklung der EU-Mittel verlief längerfristig schwankend und wies im Berichtsjahr eine sehr hohe Zunahme auf. Die DFG-Mittel verzeichneten im Zehn- jahreszeitraum einen tendenziellen Anstieg, der sich auch im Berichtsjahr 2024 fortsetzte und hier erstmals über 900.000 € lag. Zahlen und Daten Zum Inhaltsverzeichnis Bund EU DFG Abbildung 5 Drittmitteleinnahmen von Bund, EU und DFG in € 3.500.000 500.000 3.000.000 2.500.000 2.000.000 1.500.000 1.000.000 4.000.000 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 1.541.445 2.028.614 1.531.224 1.932.415 2.152.815 2.128.592 2.872.584 3.275.265 3.945.063 304.324 674.916 393.200 555.251 566.631 564.328 314.513 546.946 267.178236.097 213.506 306.328 363.757 232.947 230.566 85.070 419.241 519.167 903.532 714.315 3.887.946 13Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die Anzahl abgeschlossener Promotionen lag im Zehn- jahreszeitraum jährlich zwischen 20 bis 34 Abschlüssen1). Die höheren Zahlen für 2016-2018 können vermutlich auf die Einführung der neuen Promotionsordnung 2017 zu- rückgeführt werden, die einen Teil der Doktorand*innen zu einer beschleunigten Abgabe nach der alten Promotions- ordnung veranlasst haben könnte. Einen erneuten Anstieg wies das Jahr 2020 mit 28 Pro- motionsabschlüssen auf. Als eine Ursache für die Rück- gänge der beiden anschließenden Jahre 2021 und 2022 können Folgen der Corona-Pandemie angenommen wer- den, die im Hinblick auf empirische Datenerhebungen und möglicherweise erhebliche Mehrbelastungen in anderen Arbeits- und Lebensbereichen zu Verzögerungen, wenn nicht sogar unter den Bedingungen befristeter Finanzie- rungen zu vermehrten Abbrüchen geführt haben könnten. Seit 2023 stieg die Anzahl der Abschlüsse wieder an und erreichte im Berichtsjahr 29 Promotionsabschlüsse. Der Frauenanteil an den Abschlüssen betrug im Zehnjah- reszeitraum zwischen 40 bis 65 %. Seit 2023 zeigt sich ein leichter Anstieg. Im Berichtsjahr liegt der Frauenanteil an den Abschlüssen bei 52 %. 1) Für die Jahre 2018 und 2023 mussten Datenbereinigungen vor- genommen werden: Für 2018 wurde im Forschungsbericht 2024 die Anzahl der männlichen Promovierten um -1 nach unten kor- rigiert und im diesjährigen Bericht für 2023 ebenfalls bezogen auf die männlichen Promovierten um +1 nach oben korrigiert. Zahlen und Daten Zum Inhaltsverzeichnis Davon Frauen Gesamt 20 30 34 30 14 28 10 8 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Abbildung 6 Anzahl an Promotionen 29 2024 13 15 16 17 22 15 23 20 22 10 15 14Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Zahlen und Daten Erlangung der Berufbarkeit: Im Jahr 2024 wurden drei Habilitationsverfahren erfolgreich abgeschlossen (alle Kandidaten männlich). Im Rahmen von Juniorprofessu- ren wurden 2024 zwei Zwischenevaluationsverfahren (ein Mann, eine Frau) erfolgreich abgeschlossen, Endevalua- tionsverfahren gab es im Berichtsjahr keine. Die Entwick- lungen im Fünfjahreszeitraum verlaufen uneinheitlich und bewegen sich zwischen 0-3 Habilitationen, 0-3 Zwischen- evaluationen und 0-2 Endevaluationen. Wie auch bei den Promotionsabschlüssen stellte das Jahr 2022 einen Ein- schnitt mit anschließend wieder steigender Entwicklung dar. Die EUF hat den Qualifizierungspfad der Juniorprofes- sur seit ihrer Einführung im Jahr 2002 gezielt gefördert und Juniorprofessuren seit 2012 nach Möglichkeit mit Tenure-Track ausgestattet. Auch Nachwuchsforschungs- gruppenleitungen wird nach Möglichkeit der Status der Juniorprofessur angeboten. Da im Falle einer Rufannahme an eine andere Hochschule nach der Zwischenevaluation nicht jede Zwischenevaluation in eine Endevaluation mün- det, sind die Daten zum Qualifizierungspfad der Habilita- tion nicht unmittelbar vergleichbar. Deutlich wird, dass mit 8 Habilitationen und 7 Zwischenevaluationen im Fünfjah- reszeitraum beide Pfade zur Erlangung der Berufungsfä- higkeit relevant sind. Zum Inhaltsverzeichnis Abbildung 7a Anzahl Habilitationen sowie Zwischen- und Endevaluationen bei Juniorprofessuren, Gesamt Zwischenevaluation Juniorprofessur Habilitation Endevaluation Juniorprofessur 2020 2021 2022 2023 2024 3 2 1 1 1 3 1 2 3 2 Abbildung 7b Anzahl Habilitationen sowie Zwischen- und Endevaluationen bei Juniorprofessuren, Frauen Zwischenevaluation Juniorprofessur Habilitation Endevaluation Juniorprofessur 2020 2021 2022 2023 2024 1 1 1 1 1 15Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Deutlich wird zugleich, dass der Frauenanteil an Habilita- tionen und Juniorprofessuren im Vergleich zu ihrem An- teil an den Promotionsabschlüssen weit geringer ausfällt. Im Fünfjahreszeitraum erfolgte keine Habilitation einer Frau, jedoch 3 von 7 Zwischenevaluationen und 2 von 4 Endevaluationen im Rahmen einer Juniorprofessur. Damit kann die Juniorprofessur an der EUF als ein Instrument zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen angesehen werden. Wie in den Vorjahresberichten ist auch weiterhin zu konstatieren, dass die Datengrundlage eine verlässliche Aussage zu Publikationsleistungen der Wissenschaft- ler*innen nicht zulässt. Insofern sind die dargestellten Werte allenfalls als Mindestwerte zu interpretieren. Nach der in Vorbereitung befindlichen Einführung eines Forschungsinformationssystems können Publikations- und Projektdaten künftig systematisch und standardisiert er- hoben werden (bei entsprechender Unterstützung durch die Angaben der Forschenden). Die Einführung verzögert sich voraussichtlich bis zum vierten Quartal 2025. Zahlen und Daten Zum Inhaltsverzeichnis 626259416242626163 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Abbildung 8b Zeitschrifteneröffentlichungen 156169168147129137168136108 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Abbildung 8a Buchveröffentlichungen 59 2024 190 2024 16Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die profilgebenden Forschungszentren Mensa, Foto: Christian Berger, EUF 16 Zum Inhaltsverzeichnis 17Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die Forschung an der Europa-Universität Flensburg wird durch drei profilgebende Forschungszentren gebündelt und unterstützt: • das Center for Research on Sustainability and Transformation (CREST) • das Interdisciplinary Centre for European Studies (ICES) • das Zentrum für Bildungs-, Unterrichts-, Schul- und Sozialisationsforschung (ZeBUSS) Zusammen repräsentieren, erweitern und vertiefen diese drei Forschungszentren die profilgebenden Schwerpunkte der Universität aufseiten der Forschung. Hierfür engagie- ren sich die Zentren in den Bereichen Forschungsför- derung, Nachwuchsförderung und Vernetzung. Mit den profilgebenden Forschungszentren möchte die EUF inter- disziplinäre Forschung anstoßen, fördern und international sichtbar machen. Zu den Angeboten der Zentren zählen u.a. Antrags- und Fördermittelberatung, Projektbeglei- tung und -unterstützung, Organisation wissenschaftlicher Veranstaltungen und Konferenzen, fachspezifische Work- shops sowie Qualifizierungen und Coachingmaßnahmen im Bereich Antragstellung und -strategie. CREST, ICES und ZeBUSS haben sich zum Ziel gesetzt, nach innen umfängliche fachspezifische Serviceeinrich- tungen für alle EUF-Forschenden und zugleich nach außen hin national und international sichtbare Orte für exzellente interdisziplinäre und relevante Forschung an der EUF zu sein. Verdeutlicht wird dies durch zwei zentrale Achsen: Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis Abbildung 9 Ziele der profilgebenden Forschungszentren CREST, ICES und ZeBUSS in den drei Schwerpunkten Außenwirkung International renommierte Forschungszentren Innenwirkung Serviceeinrichtungen für alle Forschenden der EUF Europa B ild ung und Tr an sf o rm at io n Nachha lt ig ke it 18Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Um die Außendarstellung als profilierter Ort exzellen- ter Forschung in den drei Profilbereichen in Einklang mit einer bestmöglichen Innenwirkung für alle Forschenden an der EUF zu bringen, engagieren sich CREST, ICES und ZeBUSS in den drei Bereichen 1. Forschungsförderung: Begleitung der Mitglieder von der Projektidee bis hin zum fertigen Förderantrag sowie Unterstützung in der Projektadministration. 2. Vernetzung: Förderung der Vernetzung von Forschen- den und Projekten außerhalb und innerhalb der EUF über Instituts- und Disziplingrenzen hinweg. Zugleich sind die Forschungszentren zentrale Ansprechpartner rund um die an der EUF stattfindende Forschung für Ver- treter*innen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. 3. Nachwuchsförderung: Schaffung von Foren für Vernet- zung von Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen im Bereich der in den Profilbereichen stattfindenden For- schung (z.B. Research Schools) und von passenden Quali- fizierungs- und Beratungsangeboten. Als zentrale Serviceeinrichtungen der EUF fördern CREST, ICES und ZeBUSS Forschung in den entsprechenden Dis- ziplinen und stärken Interdisziplinarität. Ziel ist es, auf der einen Seite bestmöglich Qualifizierung und Vernetzung innerhalb der eigenen Disziplin zu befördern und gleich- zeitig die Kompetenzen im Bereich der interdisziplinären Zusammenarbeit zu stärken. Ziele und Aufgabenbereiche der Forschungszentren Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis Welcome Forum Forschung 2024 der EUF-Forschungszentren, Foto: Marlene Langholz-Kaiser, EUF 19Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die profilgebenden Forschungszentren uni-flensburg.de/crest Center for Research on Sustainability and Transformation (CREST) Zum Inhaltsverzeichnis Das Center for Research on Sustainability and Transforma- tion (CREST) wurde im Oktober 2023 gegründet, um die wachsende und sich intensivierende Forschung zu Nach- haltigkeits- und Transformationsthemen an der EUF zu vernetzen und zu fördern. Es zählt über 50 Mitglieder aus allen Fakultäten und Fachrichtungen der EUF; von den na- tur-, über die sozial-, wirtschafts-, rechts- und bildungs- bis zu den kultur- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Damit bündelt das CREST eine große Breite interdiszipli- närer Expertise der Universität zu aktuellen und drängen- den sozialökologischen Forschungsthemen, wie z.B. den Folgen des Klimawandels, Biodiversitätsverluste, zuneh- mende soziale Ungleichheiten und vielfältige Herausforde- rungen soziotechnischer Transformationen. Das Zentrum will mit einer problem-, prozess- und lösungsorientierten Forschung den Übergang zu einer nachhaltigen Zukunft unterstützen. Die Zusammensetzung des CREST-Direktoriums spie- gelt die fachliche Breite der CREST-Forschung wider und setzt sich zusammen aus Prof. Dr. Sybille Bauriedl (Abt. Integrative Geographie; geschäftsführende Direktorin), Dr. Johanna Degen (Abt. Psychologie), Dr. Markus Gitter (Abt. Ernährung und Verbraucherbildung), Prof. Dr. Bernd Möller (Abt. Energie und Entwicklungszusammenarbeit, stellv. geschäftsführender Direktor), Dr. Karl Christoph Reinmuth (Philosophisches Seminar), Prof. Dr. Reto Röss- ler (Institut für Germanistik) und Prof. Dr. Stephanie Stie- gel (Institut für Biologie und ihre Didaktik). Das Berichtsjahr 2024 war am CREST einerseits durch eine verzögerte finanzielle Ausstattung, andererseits durch Maßnahmen zum Strukturaufbau des Zentrums geprägt: Hierzu zählen etwa der Aufbau einer Webseiten-Präsenz (https://www.uni-flensburg.de/crest), die Einrichtung zweier Büros (in RIG 5 und 6) in Abstimmung mit den bestehenden profilgebenden Zentren sowie die Durchführung halbjährli- cher Mitgliederversammlungen, auf denen in partizipativen Formaten Arbeitsgruppenstrukturen zur Nachwuchsförde- rung, zum Wissenstransfer und internationaler Vernetzung initiiert wurden. Zudem wurde im Rahmen des EUF-Post- Doc-Programms eine Post-Doc-Stelle mit dem Ziel der Beantragung eines DFG- oder EU-Projektes ausgeschrie- ben und besetzt. Die beiden Politikwissenschaftler*in- nen Dr. Jenny Simon und Dr. Tobias Kalt konnten für eine Tandembesetzung gewonnen werden, ihr gemeinsames http://uni-flensburg.de/crest 20Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis Vorhaben war die Beantragung eines DFG-Projektes »H2-Ökosysteme in der globalen Wasserstoffökonomie«. Im Sommer 2024 konnte schließlich die Stelle eines wis- senschaftlichen Koordinators ausgeschrieben und mit Christoph Görlich (mit Beginn ab Januar 2025) besetzt werden. Von besonderer Bedeutung für die Forschung inner- halb des CREST waren die aus den Empfehlungen des Wissenschaftsrats resultierenden Debatten zu den Schwerpunktthemen »Erneuerbare Energien« und »Le- benswissenschaften« (letzteres insbesondere zur Ini- tiative »Innovation Food House« der EUF-Abteilung für Ernährung und Verbraucherbildung) sowie nicht zuletzt die Anbahnung des Landesschwerpunktthemas »Transfor- mation«, zu welchem aus der Mitte des CREST Kontakte zum Forschungsschwerpunkt Gesellschaft, Umwelt, Kultur im Wandel (SECC) der CAU geknüpft wurden. Auf diesem Wege sollen in der zukünftigen Ausrichtung der schles- wig-holsteinischen Forschungslandschaft auch über die Energiewende hinausgehende Handlungsfelder laufender Transformationsforschung berücksichtigt werden. Die CREST-Mitglieder auf ihrer Mitgliederversammlung, Foto: Lara Wörner, EUF 21Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die profilgebenden Forschungszentren Gesund und nachhaltig essen mit kleinem Budget – gemeinsam Ernährungsarmut begegnen Ernährungsarmut ist in Deutschland ein wachsendes struk- turelles Problem. Rund 13 Millionen Menschen gelten als armutsgefährdet, vier Millionen sind direkt betroffen. Er- nährungsarmut meint nicht nur einen quantitativen, son- dern auch einen qualitativen Mangel an Nahrung – mit Folgen für Gesundheit, soziale Teilhabe und Lebensqualität. Das vom BMLEH geförderte Verbundprojekt der EUF und der Verbraucherzentralen entwickelt niedrigschwellige, alltagsnahe Bildungsformate für Menschen mit geringem Einkommen. Ziel ist es, gesunde und nachhaltige Ernäh- rung auch unter finanziell schwierigen Bedingungen zu er- möglichen. Der mehrdimensionale Ansatz verbindet aufsuchende Bil- dungsarbeit (z. B. an Tafeln, in Quartieren) mit Angebo- ten in bestehenden Strukturen wie Familienzentren oder Volkshochschulen. Ergänzend werden Multiplikator*innen im Sinne eines „Train-the-Trainer“-Konzepts qualifiziert. Die EUF übernimmt die wissenschaftliche Begleitung, u.a. durch Befragungen und Fallanalysen in Modellregionen. Ziele des dreijährigen deutschlandweiten Projekts: 1. Ernährungskompetenz stärken: Schulung von Fachkräf- ten und Ehrenamtlichen, Förderung gesundheitsbewusster Entscheidungen. 2. Strukturellen Zugang verbessern: Verankerung der Ange- bote in sozialen Einrichtungen, Aufbau fairer Ernährungs- umgebungen, Abbau sprachlicher und kultureller Barrieren. 3. Teilhabe ermöglichen: Stärkung von Selbstwirksamkeit durch partizipative Formate, direkte Ansprache betroffe- ner Zielgruppen, Förderung sozial gerechter und ökolo- gisch tragfähiger Ernährung. Gesellschaftliche Bedeutung: Das Projekt zielt über in- dividuelles Verhalten hinaus auf strukturelle Veränderun- gen: Gerechte Rahmenbedingungen für eine gesunde und nachhaltige Ernährung sind Voraussetzung für mehr Chan- cengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe. uni-flensburg.de?56753 Zum Inhaltsverzeichnis Ausgewählte Projekte am CREST http://uni-flensburg.de?56753 22Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Institutionen der EUF: • Abteilung Ernährung und Verbraucherbildung, Fakultät I, Prof. Dr. Ulrike Johannsen • CREST Projektpartner: • Verbraucherzentrale NRW (stellvertretend für Verbraucherzentralen der Länder) Laufzeit: 05/2024 - 05/2027 Gefördert durch: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM Fördersumme EUF: 2.400.537 € Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis Alltagslebensmittel mit allen Sinnen entdecken: An der mobilen Fahrradküche auf dem Butcher Jam am Flensburger Schlachthof (17.–19. Mai 2024) erleben Teilnehmende den Weg vom Mahlen der Körner bis zum Braten eines frischen Pfannkuchens – praxis- nah, alltagsbezogen und zum Mitmachen; Foto: Projektteam, EUF 23Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die profilgebenden Forschungszentren Voices and Imaginaries to Secure the Inclusion Of local Narratives (VISION) Das VISION-Projekt zielt darauf ab, die wissenschaftliche und politische Debatte über eine gerechte Transformation mit lokalen Perspektiven zu verknüpfen. Themen wie die Renaturierung von Kohleabbaugebieten, der Ausbau er- neuerbarer Energien und die Eigentumsverhältnisse in der Region sowie die Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen des Energiesektors spielen eine zentrale Rolle in diesem Prozess. Dennoch werden diese Aspekte von Entschei- dungsträgern häufig übersehen. Unser Ziel ist es daher, die Entwicklung lokaler Vorstellun- gen einer gerechten Transformation zu fördern und diese aktiv in nationale und internationale Debatten einzubrin- gen. Im Rahmen des Projekts organisieren wir ein Commu- nity-Theater mit Gemeinden in der Provinz Mpumalanga – einer Region, in der über 80 % des südafrikanischen Kohleabbaus stattfinden. Hier bestehen historische Kon- flikte im Zusammenhang mit dem Kohleabbau, darunter Landenteignungen, Migration, die Zerstörung von Gemein- schaftsstrukturen und Umweltbelastungen. Gleichzeitig ist die Region stark von der Kohlewirtschaft abhängig, was die Vorstellung einer Zukunft ohne Kohle erschwert. Das Konzept des Community-Theaters ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden und schafft kreative Räume, in denen gemeinsam Visionen für eine gerechte lokale Transformation entwickelt werden können. Darüber hinaus unterstützt das Projekt die Kommunikation dieser Visionen zwischen verschiedenen politischen Ebe- nen in Südafrika im Rahmen von Positionspapieren und Dialogveranstaltungen. Dabei werden lokale und nationale Entscheidungsträger, Vertreter von NGOs und der Kohle- industrie sowie Menschen aus den betroffenen Gemein- schaften zusammengebracht. Das inzwischen stillgelegte Kohlekraftwerk Komati in Mpumalanga (Südafrika). Die Regierung versucht unter Nutzung internationaler Förderhilfen, alternative Arbeitsplätze für ehemalige Beschäftigte zu schaffen. Foto: Pao-Yu Oei, EUF Zum Inhaltsverzeichnis 24Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Institutionen der EUF: • Abteilung für Nachhaltige Energiewende, Fakultät III, Prof. Dr. Pao-Yu Oei • CREST Projektpartner: • groundWork South Africa, Pietermaritzburg, Südafrika Laufzeit: 01.09.2024 - 28.02.2026 Gefördert durch: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Fördersumme EUF: 149.563 € Präsentation von Workshopergebnissen im Projekt VISION in der südafrikanischen Kohleregion Mpumalanga, Foto: Pao-Yu Oei, EUF Die profilgebenden Forschungszentren uni-flensburg.de?57126 Zum Inhaltsverzeichnis http://uni-flensburg.de?57126 25Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die profilgebenden Forschungszentren Interdisciplinary Centre for European Studies (ICES) ICES, das interdisziplinäre Europaforschungszentrum der Europa-Universität Flensburg (EUF), erweitert und ver- tieft seit seiner Gründung im März 2018 die europawis- senschaftliche Ausrichtung der EUF. Am ICES sind nicht disziplinäre Zugehörigkeiten, sondern die Forschung zu europabezogenen Themen das verbindende Element. Unter Europaforschung verstehen wir die multi- und inter- disziplinäre Betrachtung historischer und aktueller Her- ausforderungen, die Europa betreffen. ICES ist ein Ort für Forschung mit unterschiedlichen Verständnissen von Euro- pa. Es zeichnet sich durch große inter- und multidisziplinä- re Offenheit aus und bietet ein Forum für einen reflexiven Umgang mit diesen unterschiedlichen und facettenreichen Perspektiven. Im Zentrum von ICES stehen die 160 Mitglieder. Mit ih- rem Engagement und der Unterstützung der wissenschaft- lichen Koordinatorinnen (Dr. Maria Schwab und Marlene Langholz-Kaiser), ebenso wie des administrativen Perso- nals (Britta Lietz) waren in den letzten Jahren viele For- schungserfolge zu verzeichnen. Das ICES-Direktorium verantwortet die strategische Ausrichtung und Zielsetzung des Forschungszentrums. Es wird von den Mitgliedern des ICES für zwei Jahre gewählt. Aus den Reihen der Direk- toriumsmitglieder wird die geschäftsführende Direktorin gewählt. Seit November 2022 ist das Direktorium wie folgt besetzt und wurde im Dezember 2024 in dieser Besetzung wieder gewählt (s. Foto). uni-flensburg.de/ices ICES-Direktorium (v.l.n.r.): Dr. Tobias Nanz, Prof. Dr. Uwe Puetter, Prof. Dr. Monika Eigmüller (geschäftsführende Direktorin), Prof. Dr. Christiane Reinecke, Prof. Dr. Claudius Gräbner-Radkowitsch (fehlend: Prof. Dr. Ulrich Glassmann), Foto: Laura Cunniff, EUF Zum Inhaltsverzeichnis http://uni-flensburg.de/ices 26Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Im Berichtsjahr wurde die Evaluation der fünfjährigen Auf- bauphase (2018–2023) des Interdisciplinary Centre for European Studies (ICES) erfolgreich abgeschlossen. Die interdisziplinär besetzte Evaluationskommission – be- stehend aus drei EUF-internen Wissenschaftler*innen und einem externen Mitglied des wissenschaftlichen Beirats – würdigte insbesondere die positive Entwicklung im Be- reich der Drittmittelakquise und den damit verbundenen Ausbau einer international vernetzten, interdisziplinären Projektlandschaft im Bereich der Europaforschung. Hervor- gehoben wurde auch das Potenzial in der Nachwuchsför- derung: Die ICES Research School bietet Promovierenden und Post-Docs ein interdisziplinäres Qualifizierungs- und Vernetzungsangebot mit hoher Relevanz für die individuel- le Karriereentwicklung. Die Gutachter*innen betonten zudem das klare interdis- ziplinäre Profil des ICES, das durch die gezielte Integ- ration kultur-, rechts- und wirtschaftswissenschaftlicher Perspektiven sowie die Zusammenarbeit mit den Zentren KURS – Zentrum für kleine und regionale Sprachen, CaNoFF – Campus Nord für Frankreich & Frankophonie und CfIS – Centre for Irish Studies weiter geschärft wird. Die Evaluation hob dabei die strategische Bedeutung des ICES für das universitätsweite Profil „Europa – Bildung – Nachhaltigkeit“ hervor: Aufbauend auf den geschaffenen Strukturen ist ICES künftig in der Lage – gemeinsam mit ZeBUSS und CREST – forschungsschwerpunktübergrei- fende Vorhaben wie ein DFG-Graduiertenkolleg oder eine Forschungsgruppe auf den Weg zu bringen und damit die internationale Sichtbarkeit der EUF zu stärken. Forschungsförderung Ein wichtiger Service im Bereich der Forschungsförderung ist die Drittmittelberatung. Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 31 Anträge beraten. Im April 2024 wurde eine Post-Doc-Stelle am ICES im Rahmen des EUF-Post-Doc- Programms zur Erarbeitung eines EU- oder DFG-Antrags besetzt. Im Dezember 2024 wurde darüber ein Heisen- berg-Antrag eingereicht. Insgesamt wurden insbesondere DFG-Forschungsprojekte zunehmend beantragt (18 von 31 Anträgen). Die Erfolgsquote der bereits begutachteten An- träge (17 von 20 eingereichten Anträgen) lag 2024 trotz der meist sehr kompetitiven Ausschreibungen bei 47%. Evaluation des ICES Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis 27Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die profilgebenden Forschungszentren ICES unterstützt die angesiedelten Projekte bei der Ad- ministration eingeworbener Mittel, hilft bei der Prü- fung der Bestimmungen von Fördermittelgebern und EUF-Richtlinien und steht den Mitarbeiter*innen bei der Organisation von Projekttreffen, Workshops, Gastwissen- schaftleraufenthalten und Fachtagungen unterstützend zur Seite. Projektmitarbeiter*innen können Büroarbeitsplätze und -ausstattung in RIGA 6 nutzen. Zum Inhaltsverzeichnis Bund EU (Horizon Europe, Interreg) DFG Sonstige (DFH, Erasmus, DAAD) Stiftungen (v.a Volkswagen, AvH) 20% Stiftungen 30% Sonstige (DAAD, Botschaft) 35% DFG Abbildung 10 gestellte Drittmittelanträge nach avisierten Drittmittelgebern in 2024 Abbildung 11 Eingeworbene Drittmittel pro Jahr in Euro nach Drittmittelgeber (Jahresdurchschnittswerte der bewilligten Fördersummen nach Projektlaufzeit) 15% EU 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 500.000 2.000.000 1.500.000 1.000.000 0 28Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis Im Dezember 2024 waren 22 laufende Projekte angebun- den, davon starteten neun im Berichtszeitraum. Drei weitere Projekte wurden bewilligt, starten aber erst 2025. Insgesamt wurden seit Gründung bis Ende 2024 ca. 9,8 Mio. Euro an Drittmitteln bewilligt. Die Projekte sind weitestgehend der Grundlagenforschung zuzuordnen. In ihnen spiegelt sich der Anspruch wider, ein multi- und interdisziplinäres For- schungszentrum mit einem großen Spektrum an Themen (siehe Tabelle 1) zu sein. Themen-Cluster Projekttitel Drittmittelgeber Laufzeit Projektleitung Disziplin, Fakultät Bildung, Arbeitsmarkt & soziale Ungleichheit AccessPlus: Zugang zu sozialen Rechten in Deutschland und Frankreich DFG, ANR 2021–2024 Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie, Fk3 ACCESS: Institutionelle Hürden bei Studienentscheidungen BMFTR 2022-2026 Prof. Dr. Florian Hertel Sozialökonomik, Fk3 TICS - Urban Platform Economies DFG, FWF, SNF 2022-2025 Prof. Dr. Sybille Bauriedl Geographie, Fk3 Gi-Ni-Growing Inequality Horizon 2020 2021–2025 Prof. Dr. Marcel Smolka Ökonomik, Fk3 Gesellschaftliche Transformation & Konflikte ValCon - Value conflicts in a differentiated Europe Volkswagen Stiftung 2020-2024 Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie, Fk3 REGROUP - Rebuilding governance and resilience out of the pandemic Horizon Europe 2022–2025 Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie, Fk3 Agendis – Geschlechterpolitik und (Anti-) Gender Diskurse Gerda-Henkel-Stiftung 2023-2026 Dr. Stefan Wallaschek & Prof. Dr. Monika Eigmüller Soziologie, Fk3 SFB Sexdiversity, Teilprojekt Normative Implikationen der Menschenrechte von Menschen mit DSD in einer nicht-binären Rechtswelt DFG 2024-2028 Prof. Dr. Anna Katharina Mangold Europarecht, Fk3 European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution BMFTR 2024-2026 Prof. Dr. R. Wüstenberg, Dr. Z. Barakat Theologie & Friedensforschung, Fk3 Tabelle 1: Am ICES angesiedelte Projekte in 2024 Forschungsprojekte 29Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis Themen-Cluster Projekttitel Drittmittelgeber Laufzeit Projektleitung Disziplin, Fakultät Verflechtungsgeschichte, Migration & Integration Paradoxien der Personenfreizügigkeit DFG 2021-2024 Prof. Dr. Christof Roos Politikwissenschaft, Fk3 Sensing „race“, whiteness and the nation VolkswagenStiftung 2022-2024 Dr. Christine Barwick-Gross Soziologie, Fk3 Die Konturen des Kolonialstaats. Steuer- und Haushaltspolitik in den deutschen Kolonien DFG 2024-2027 Prof. Dr. Marc Buggeln Geschichte, Fk3 SFB Production of Migration, Teilprojekt Unmaking Migrants DFG 2024-2028 Prof. Dr. Christiane Reinecke Geschichte, Fk3 FOR Antiziganismus und Ambivalenz in Europa (1850-1950), Verbund mit sechs Teilprojekten DFG 2024-2028 Prof. Dr. Iulia Patrut Germanistik, Fk2 FOR Teilprojekt Publizistik von Rom*nja (1918-1939) DFG 2024-2028 Prof. Dr. Iulia Patrut Germanistik, Fk2 FOR Teilprojekt Ambiguitäten des Audiovisuellen DFG 2024-2028 Prof. Dr. Matthias Bauer Germanistik, Fk2 Umwelt & Nachhaltigkeit Green Transition and Economic Polarization DFG, NCN 2023-2026 Prof. Dr. Claudius Gräbner-Radkowitsch Plurale Ökonomik, Fk3 ClimatePol - Climate Adaptation & Policy across the Border Interreg D-DK 2024-2026 Prof. Dr. Emanuel Deutschmann Soziologie, Fk3 Green Transition Attitudes DFG, FWO, ARIS 2024-2027 Dr. Vincent Gengnagel Soziologie, Fk3 Kultur, Sprache & Medien Hope and Despair: Concepts for a cross-border culture of remembrance Interreg D-DK 2023-2026 Prof. Dr. Hedwig Wagner Medienwissenschaft, Fk2 Visibilizing Normative Regional Historical Multilingualism DFG 2023-2026 Dr. Samantha Litty Soziolinguistik, Fk2 War as Spiritual Mission Humboldt-Stiftung (PSI) 2023-2026 Dr. Nadia Zasanska Medienwissenschaft, Fk2 Fortsetzung Tabelle 1: Am ICES angesiedelte Projekte in 2024 30Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Campus Suite, Foto: Arne Weychardt, im Auftrag der EUF 30 Zum Inhaltsverzeichnis 31Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Journal “Culture, Practice and Europeanization” Culture, Practice & Europeanization (CPE) (ISSN 2566- 7742) ist eine von Expert*innen begutachtete Fach- zeitschrift für die Veröffentlichung von Artikeln, die sich vorwiegend mit der Erforschung der Vielzahl sozialer Pro- zesse, Interaktionen und Politiken im Zusammenhang mit der Europäisierung befasst. Seit 2022 erscheint CPE im NOMOS-Verlag als Printversion und auch digital. Um sicherzustellen, dass alle Artikel weiterhin im Open Ac- cess-Format verfügbar sind, trägt ICES die Kosten für die Herausgabe bis 2026. Nachwuchsförderung, Veranstaltungen und Vernetzung Im Jahr 2024 bot ICES ein vielfältiges Programm wissen- schaftlicher Veranstaltungen. Das ICES Research Collo- quium ermöglichte ICES-Mitgliedern die Vorstellung und Diskussion laufender Forschungsvorhaben in interdiszipli- närer Runde. Mit der ICES Lecture von Dr. Janka Oertel zu Chinas Einfluss, der EU und der transatlantischen Allianz und der ersten Minerva Lecture mit Robert Menasse zur Zukunft Europas wurden aktuelle europabezogene The- men mit der Stadtgesellschaft diskutiert. Im Rahmen der Wasatia Lecture-Reihe im Frühjahrs- und Herbst- semester standen Fragen von Versöhnung, Bildung und politischer Transformation im Zentrum. Ergänzt wurde das Programm durch eine Vortragsreihe zu Künstlicher In- telligenz, mehrere Book Club-Formate, die Beteiligung an der Villa Vigoni Autumn School sowie eine Podiums- diskussion zur Europawahl mit Expert*innen aus Wissenschaft und Politik. Die ICES Research School bietet seit 2020 eine zentrale Plattform zur interdisziplinären Vernetzung und Qualifizie- rung von Nachwuchswissenschaftler*innen in der Europa- forschung. Im Jahr 2024 waren 20 Promovierende und 7 Post-Docs aus neun Fachbereichen sowie externen Institu- tionen beteiligt. Zentrales Element ist das Research Atelier, ein interdisziplinäres Kolloquium zur Diskussion laufender Forschungsarbeiten. 2024 fand erneut eine vielfältige Rei- he von Sitzungen statt, die methodische und thematische Zugänge aus unterschiedlichen Fachrichtungen aufgriff. Neben dem Atelier bietet ICES Fördermöglichkeiten für Feldforschungen, Methodenschulungen, die Mitgliedschaft in Fachgesellschaften sowie administrative Beratung. Die Kooperation mit dem Graduiertenzentrum GraZ stärkt die Anbindung an universitätsweite Qualifizierungsangebote. Ein besonderer Bestandteil ist die European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution, deren Mitglieder seit 2022 Teil der Research School sind. Im Mai 2024 wurde die zweite Kohorte mit 13 Promovieren- den aus acht Ländern begrüßt. Ihr begleitendes Qualifi- zierungsprogramm steht auch anderen ICES-Mitgliedern offen und stärkt die internationale Ausrichtung der EUF im Bereich Friedens- und Konfliktforschung. Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis 32Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Antiziganismus und Ambivalenz in Europa (1850–1950) Die interdisziplinäre DFG-Forschungsgruppe (Germanis- tik, Romanistik, Medienwissenschaft, Geschichte, Kunstge- schichte) analysiert in einer transnational vergleichenden, europäischen Perspektive die Wechselwirkungen zwischen Fremdzuschreibungen und Selbstrepräsentationen von Sinti*zze und Rom*nja 1850–1950 in Wissenschaft, Kunst und diskursiven Repräsentationen, um ein grundlegendes Verständnis des Antiziganismus samt seiner Wechselbe- ziehungen zum Kolonialrassismus und Antisemitismus zu ermöglichen. Im Fokus stehen trianguläre Ambivalenzen zwischen Emanzipation, Elimination und Faszination. Die politischen Emanzipationsbewegungen dieser größten Minderheit in Europa, ihre Exklusion bis zum negativen Kul- minationspunkt des Holocaust sowie ihre von Faszination geprägte Exotisierung stehen in einem untersuchungsbe- dürftigen Verhältnis zueinander. Neben Teilprojekten (TP) an den Universitäten Heidelberg, Marburg und Gießen sind an der EUF das Koordinationsprojekt, der Mercator- Fellow Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal sowie folgende TP angesiedelt: TP 3 untersucht narrative und visuelle Stereotypen in eu- ropäischen und US-amerikanischen Filmen (1895–1950). Über intermediale Bezüge wird eine Genealogie antiziga- nistischer Bildwelten wie auch der Selbstermächtigungs- chancen erstellt, wobei mikroskopische Szenenanalysen in einer multimodalen Datenbank relationiert werden. TP 5 analysiert die Rom*nja-Publizistik der Zwischen- kriegszeit in Osteuropa mit Blick auf (widerständige) politische Positionierungen und literarisch-künstlerische Ausdrucksformen sowie geheimdienstliche Akten. Das Projekt trägt zur Sichtbarkeit von Rom*nja als historische Akteur*innen bei, die eigene Perspektiven auf Europa ent- wickelten. Ausgewählte Projekte am ICES uni-flensburg.de/fogr-antiziganismus Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis http://uni-flensburg.de/fogr-antiziganismus 33Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Institutionen der EUF: • Institut für Germanistik, Fakultät II, Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut (Sprecherin und Leitung TP5) / Prof. Dr. Matthias Bauer (Leitung TP 3) • ICES Projektpartner*innen: • Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Romanistik und Historisches Institut • Philipps-Universität Marburg, Kunstgeschichtliches Institut • Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Historisches Seminar • Universität Regensburg, Institut für Kunstgeschichte Laufzeit: 01.11.2024 – 31.10.2028 Gefördert durch: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Fördersumme EUF (Koordination + TP 3 + TP 5): 880.000 € (gesamt: ca. 2,5 Mio. €) 33 Zum Inhaltsverzeichnis Die neuen Doktorand*innen und Post-Docs beim ersten gemeinsamen Workshop der DFG-Forschungsgruppe „Antiziganismus und Ambivalenz in Europa“ an der EUF, Foto: Maria Schwab, EUF 34Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution (Wasatia Graduate School) Das trilaterale Promotionskolleg European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution zielt auf die Analyse von Konzeptionen und Bedingungen von Versöhnung in Nahost aus der Perspektive übergreifen- der Diskurse (Conflict Resolution, Versöhnungsforschung, Transitional Justice) unterschiedlicher Wissenschaften und unter Berücksichtigung des deutschen Kontexts. Wei- tere internationale Konfliktfelder sollen mit Blick auf Trans- fers auf den Nahost-Konflikt einbezogen werden und auf diese Weise mutuale Lernprozesse initiieren. Die Analyse von sozialen, rechtlichen, politischen und (inter-)religiösen Bedingungen für Versöhnung wird dabei mit dem Erlernen praktischer Dialogkompetenzen verbunden. So soll zur Ausbildung dialogfähiger Multiplikator*innen angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen, besonders im Be- zugsfeld Antisemitismus, auf akademischer wie zivilgesell- schaftlicher Ebene beigetragen werden. Die Graduiertenschule bietet ein strukturiertes Promo- tionsprogramm, das wissenschaftliche Seminare, inter- disziplinäre Workshops, Exkursionen, Vortragsreihen, Lesekreise sowie öffentliche Dialogformate beinhaltet. Die Forschungsschwerpunkte der Promovierenden liegen u.a. auf kollektiven Narrativen, Identitätskonstruktionen, Erinnerungskultur und transformativer Friedensarbeit. Die intensive internationale Vernetzung ermöglicht einen multidisziplinären Austausch und stärkt die wissenschaftli- che Qualität sowie gesellschaftliche Relevanz der Projekte. uni-flensburg.de/trilateral-graduate-school 34 Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis http:// uni-flensburg.de/trilateral-graduate-school http:// uni-flensburg.de/trilateral-graduate-school 35Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Institutionen der EUF: • Seminar für Evangelische und Katholische Theologie, Fakultät III, Prof. Dr. Ralf K. Wüstenberg • ICES Projektpartner*innen: • Maecenata Stiftung, Berlin • European Centre for Minority Issues (ECMI), Flensburg • Hebrew University of Jerusalem, Jerusalem • Bethlehem University, Bethlehem • Ben-Gurion University of the Negev (Be’er Sheva University), Be’er Sheva • Bar-Ilan University, Ramat Gan • Friedrich-Schiller-Universität Jena, Jena • University of Cambridge, St Edmund’s College, UK • University of Cambridge, Woolf Institute, UK • Rijksuniversiteit Groningen, Groningen • Epoka University, Tirana • Stellenbosch University, RSA • Katholische Akademie in Berlin, Berlin • House of One, Berlin • Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin • Katholischer Akademischer Ausländer-Dienst (KAAD), Bonn Laufzeit: 01.11.2020 – 31.12.2029 (über drei Projektphasen) Gefördert durch: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Fördersumme EUF: 1.076.378 € (2. Projektphase 2024-2026) Zum Inhaltsverzeichnis Gruppenfoto mit Promovierenden der Wasatia Graduate School, Projektteam und SH-Wissenschaftsministerin Karin Prien (Mitte), Foto: EUF 36Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 uni-flensburg.de/zebuss Das Zentrum für Bildungs-, Unterrichts-, Schul- und Soziali- sationsforschung (ZeBUSS) hat seine Arbeit mit Gründung im November 2016 aufgenommen. Ziel und Auftrag des ZeBUSS ist es, die bildungswissenschaftliche Profilierung der EUF in der Forschung zu erweitern und zu vertiefen. Durch die Vernetzung von Wissenschaftler*innen und Dis- ziplinen sowie die Bündelung von Ressourcen bietet das ZeBUSS erstklassige Rahmenbedingungen für Forschen- de im Bildungs-, Unterrichts-, Schul- und Sozialisations- bereich und ist somit in der Lage, exzellente, relevante und innovative Forschungsvorhaben anzustoßen, zu fördern und zu realisieren. Am ZeBUSS werden bildungswissenschaftliche For- schungs- und Wissenstransferprojekte mit quantitativer und qualitativer Ausrichtung umgesetzt. Dabei ist die For- schung dezidiert theorie- und methodenplural aufgestellt. Die trans- und interdisziplinären Aktivitäten am ZeBUSS verbinden Theorie und Praxis und nutzen vielfältige wissen- schaftliche Ansätze, um wissenschaftliche Grundlagen für eine umfassende, nachhaltige und zukunftsorientierte Bil- dung zu generieren. Dies geschieht in vier Schwerpunkten: Zentrum für Bildungs-, Unterrichts-, Schul- und Sozialisationsforschung (ZeBUSS) 1. Differenz und Inklusion: Untersuchung von Bedingungen und Barrieren in pädagogischen Kontexten, die auf Differen- zen basierende ungleiche Teilhabe fördern, mit dem Ziel, inklusive und diversitätssensible Bil- dungsräume zu gestalten. 2. Gewalt und Diskriminierung: Analyse verschiedener Formen von Gewalt und Diskriminierung in Bildungskontexten, um deren Zusammenhänge zu verstehen und Strategien zur Prävention und Intervention zu entwickeln. 3. Kompetenzförderung und Professionalisierung: Forschung zur Entwicklung und Förderung von Kompetenzen bei Lernenden und Lehrenden, einschließlich der Analyse von Lehrprozessen und subjektiven Theorien im Bildungskontext. 4. Medialität und Digitalität: Untersuchung der Auswirkungen digitaler Trans- formation auf Bildungsprozesse, einschließlich der Integration von Künstlicher Intelligenz und Algorithmik, zur Förderung von Medienkompe- tenz und digitalem Empowerment. Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis http://uni-flensburg.de/zebuss 37Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Diese Schwerpunkte spiegeln das Bestreben des ZeBUSS wider, Bildung in ihrer gesellschaftlichen Relevanz zu er- forschen und aktiv zur Gestaltung einer gerechten und in- klusiven Bildungslandschaft beizutragen. Umgesetzt werden die Ziele und Aufgaben des ZeBUSS von dessen Direktorium (s. Foto), welches in allen Ange- legenheiten des ZeBUSS berät und entscheidet und dem Prof. Dr. Jürgen Budde seit Gründung als geschäftsführen- der Direktor vorsteht. Verantwortlich für die strategische und operative Umsetzung der Ziele ist die Wissenschaftli- che Koordinatorin Dr. Simone Onur, die von Britta Lietz im Sekretariat unterstützt wird. Zusätzlich lebt das ZeBUSS vom Engagement seiner 118 Mitglieder (Stand 31.12.2024). Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis Das Direktorium des ZeBUSS (hinten v.l.: Prof. Dr. Ilona Ebbers, Prof. Dr. Jürgen Budde (geschäftsführender Direktor), Dr. Sascha Kabel, Dr. Magnus Frank, vorne v.l.: Prof. Dr. Anja Steinbach, Prof. Dr. Simone Pülschen, Prof. Dr. Marie-Christine Vierbuchen), Foto: Simone Onur, EUF 38Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Forschungsförderung Am ZeBUSS werden Forschungsaktivitäten unterstützt und umgesetzt. Ein Schwerpunkt der Tätigkeiten liegt im Bereich der Antragsberatung und der Administration von Antragsverfahren, welche individuell mit Blick auf das einzelne Projekt und der entsprechenden Passung zum Förderprogramm erfolgt. Im Berichtszeitraum wurden 32 Antragstellungen administrativ begleitet und unterstützt. Die Förderquote der in 2024 über das ZeBUSS eingereich- ten Anträge lag bei 25%. Knapp 41% der im Berichtszeitraum eingereichten Anträ- ge bewarben sich auf Bundesmittel (BMFTR). Acht Anträ- ge wurden bei Stiftungen und anderen Fördermittelgebern eingereicht (25 %), sechs beim Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kul- tur des Landes Schleswig-Holstein (19%; MBWFK SH), drei bei der EU (9%, Interreg, Erasmus +) und zwei Anträge (6 %) gingen an die DFG (s. Abbildung 12). Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis Abbildung 12 gestellte Drittmittelanträge nach avisierten Drittmittelgebern in 2024 25% Stiftungen 6% DFG 41% Bund 19% MBWFK SH 9% EU 39Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Seit Gründung des ZeBUSS hat sich die Summe der pro Jahr zur Verfügung stehenden Drittmittel nahezu durch- gängig gesteigert (s. Abbildung 13) und erreicht ihren vor- läufigen Höchststand im aktuellen Berichtszeitraum. Die Abbildung zeigt die Jahresdurchschnittswerte der bewil- ligten Fördersummen nach Projektlaufzeit, aufgeteilt nach Fördermittelgeber. Hauptförderer der am ZeBUSS ange- siedelten Projekte ist das BMFTR (Name im Berichtsjahr: BMBF). Abbildung 13 Eingeworbene Drittmittel pro Jahr in Euro nach Drittmittelgeber (Jahresdurchschnittswerte der bewilligten Fördersummen nach Projektlaufzeit) Andere 500.000 2.000.000 2.500.000 1.500.000 1.000.000 0 2018 2019 2020 2021 2022 2023 202420172016 3.500.000 3.000.000 Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis Bund EU DFG Land SH Stiftungen 40Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Forschungsprojekte In 2024 waren am ZeBUSS 25 Projekte angesiedelt (s. Tabelle 2). Hierunter befanden sich drei Nachwuchsfor- schungsgruppen (NWG) sowie sechs (Verbund-)Projekte (alle gefördert vom BMFTR). Fünf Projekte erhielten Mittel vom Land Schleswig-Holstein, drei Projekte wurden von der EU (Interreg/Erasmus+) gefördert, zwei Vorhaben er- hielten eine Förderung aus EFRE-Mitteln und Mitteln des Landes SH, zwei Projekte waren durch Stiftungen finan- ziert und eines von der DFG. Ein Projekt wurde über das ZeBUSS gefördert und zwei Vorhaben hatten andere För- dermittelgeber. Sieben Projekte sind im Berichtszeitraum gestartet und vier konnten abgeschlossen werden. Insgesamt wurden 6,2 Mio. € Drittmittel im Jahr 2024 durch das ZeBUSS ein- geworben. Das ZeBUSS unterstützt die angesiedelten Projekte bei der Administration inkl. Prüfung der Bestimmungen von Fördermittelgebern und EUF-Richtlinien sowie bei der Organisation von Projekttreffen, Workshops, Gastwissen- schaftleraufenthalten und Fachtagungen. Zudem stellt das ZeBUSS seinen Mitgliedern Infrastruktur wie z.B. Büro- arbeitsplätze (bei Verfügbarkeit), kleinere Tagungsräume und Forschungssoftware in RIGA 5 zur Verfügung. Forschungsschwerpunkt Akronym Drittmittelgeber Laufzeit Projektleitung Institut/Fach, Fakultät Kompetenzförderung und Professionalisierung SPRABIK MSGJFS SH 2021-2027 Prof. Dr. Solveig Chilla Sonderpädagogik, Fk2 Sprachenbildung KIGa Linz Stadt Linz, Österreich 2023-2025 Prof. Dr. Marion Döll Germanistik, Fk2 VITEPE DFG 2023-2026 Prof. Dr. Dr. Tim Heemsoth Sportwissenschaft, Fk1 EuViS BMFTR 2023-2026 Dr. Nele Schlapkohl Sportwissenschaft, Fk1 GerDa EU/Interreg 2023-2026 Prof. Dr. Axel Grimm Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik, Fk1 Hybrid-Elevate EU/Erasmus + 2023-2025 Prof. Dr. Axel Grimm Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik, Fk1 MOBAK-DigiKo BMFTR 2023-2026 Prof. Dr. Jürgen Schwier Sportwissenschaft, Fk1 INSIGHT EU/Erasmus + 2024-2027 Prof. Dr. Peter Heering Physik und ihre Didaktik, Fk1 SANSCHO MBWFK SH 2024-2027 Prof. Dr. Marie-Christine Vierbuchen Sonderpädagogik, Fk2 SinU MBWFK SH 2024-2025 Prof. Dr. Karsten Damerau Biologie und ihre Didaktik, Fk1 Tabelle 2: Am ZeBUSS angesiedelte Projekte in 2024 Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis 41Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die profilgebenden Forschungszentren Forschungsschwerpunkt Akronym Drittmittelgeber Laufzeit Projektleitung Institut/Fach, Fakultät Gewalt und Diskriminierung RP SKM (NWG) BMFTR 2021-2026 Prof. Dr. Simone Pülschen Sonderpädagogik, Fk2 ViContact 2.0 BMFTR 2021-2024 Prof. Dr. Simone Pülschen Sonderpädagogik, Fk2 AIES BMFTR 2021-2025 Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut / Prof. Dr. Marco Bosshard Germanistik / Romanistik, Fk2 KoNIR (NWG) BMFTR 2023-2027 Dr. Magnus Frank/ Prof. Dr. Anja Steinbach Erziehungs- wissenschaften, Fk3 Differenz und Inklusion Gender 3.0 (NWG) BMFTR 2021-2026 Prof. Dr. Tamás Fütty Erziehungs- wissenschaften, Fk3 DaF-L BMFTR 2021-2024 Prof. Dr. Kirsten Diehl Sonderpädagogik, Fk2 Dysmate Literate AS 2021- Prof. Dr. Marie-Christine Vierbuchen Sonderpädagogik, Fk2 ILEA Basis-T BMFTR 2021-2024 Prof. Dr. Steffen Siegemund-Johannsen Sonderpädagogik, Fk2 Netzwerk Diklusion Stiftung IHL 2023-2026 Dr. Lea Schulz Sonderpädagogik, Fk2 BibeKI MBWFK SH 2024-2025 Prof. Dr. Marion Döll Germanistik, Fk2 EVA-SRT ZeBUSS 2024-2025 Dr. Lina Abed-Ibrahim Sonderpädagogik, Fk2 Differenz und Inklusion / Medialität und Digitalität STUDYasU Stiftung IHL 2021- 2024 Prof. Dr. Christian Filk / Prof. Dr. Solveig Chilla Erziehungs- wissenschaften, Fk3 / Sonderpädagogik, Fk2 Medialität und Digitalität AIEduLab MBWFK SH 2022-2025 Prof. Dr. Christian Filk Erziehungs- wissenschaften, Fk3 DLC Entwicklungshub EU/MBWFK SH 2024-2028 Prof. Dr. Christian Filk Erziehungs- wissenschaften, Fk3 DLC Lernort FL - AILiSH EU/MBWFK SH 2024-2028 Prof. Dr. Christian Filk / Prof. Dr. Axel Grimm Erziehungs- wissenschaften, Fk3 / Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik, Fk1 Fortsetzung Tabelle 2: Am ZeBUSS angesiedelte Projekte in 2024 41 Zum Inhaltsverzeichnis 42Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Forschungs- und Publikationsförderung Im Rahmen der Publikationsförderung für Mitglieder des ZeBUSS konnten drei Dissertationen, ein Jahrbuch und ein Tagungsband gefördert und veröffentlicht werden. Darüber hinaus förderte das ZeBUSS die Durchführung einer Ta- gung, den Fachtag für Sonderpädagogik, ein Symposium zum Thema Rassismus/Antisemitismus und einen Vortrag im Rahmen des Tags der Lehrkräftebildung. Nachwuchsförderung, Veranstaltungen und Vernetzung Im Februar 2024 fand die 6. ZeBUSS Winter School statt, die von ca. 40 (vorrangig) Nachwuchswissenschaftler*in- nen genutzt wurde, um sich im wissenschaftlichen Arbei- ten und in fachspezifischen Methodologien und Methoden weiterzuqualifizieren. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Keynote zum Thema „Wie hängen Technologie, Bildungspraxis und Politik zusammen?“. Im Rahmen der im Berichtszeitraum organisierten ZeBUSS DFG-Initiative konnte zunächst das Angebot von Peer- to-Peer-Beratungen für DFG-Anträge genutzt werden. Im Rahmen der abschließenden Podiumsdiskussion zur DFG-Strategie der EUF wurde innerhalb der Hochschulöffentlichkeit ausgiebig diskutiert. Unter dem Dach der Forschungsakademie Bildung (FAB) wurde neben dem Forschungskolloquium für Promovierende und Postdocs ein Workshop zu „KI in der qualitativen Forschung“ organisiert und durchgeführt. Beim 2. ZeBUSS Forschungstag hatten alle Projektleitungen und -mitarbeiter*innen der am ZeBUSS angesiedelten Projekte die Möglichkeit, sich ihre jeweiligen Projekte gegenseitig vorzustellen, zusammen zu diskutieren und sich interdisziplinär zu vernetzen. Des Weiteren unterstützte das ZeBUSS in 2024 die Organisation und Durchführung zweier Arbeitstagungen, organisierte einen Book Launch sowie einen Vortrag zu „Weibliche Perspektiven auf Männlichkeit und transformative Potentiale.“ In Zusammenarbeit mit dem ICES und dem Forschungs- referat veranstaltete das ZeBUSS das Welcome Forum Forschung sowie je eine digitale Info-Veranstaltung für promotionsinteressierte Masterstudierende, für Promo- vierende und für Postdocs. Erstmals führten ZeBUSS und ICES in 2024 gemeinsam eine DFG-Antragswerkstatt durch, welche auf große Resonanz traf und nunmehr ein weiteres Instrument in der Antragsvorbereitung auf dem Weg zur DFG-Mitgliedschaft der EUF darstellt. 42 Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis 43Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die profilgebenden Forschungszentren „Innovation durch Partizipation und Digitalität in Schleswig-Holstein“ – DLC-Entwicklungshub (DLC-Hub) „Niederschwellige Künstliche Intelligenz-Bildung und Computational Thinking für ALLE“ (AILiSH@DLC-FL) Der DLC-Entwicklungshub ist die zentrale Koordinierungs- und Innovationsinstanz des „Digital Learning Campus Schleswig-Holstein“ (DLC-SH). Sein Ziel ist der Aufbau ei- nes zukunftsfähigen, vernetzten Bildungsökosystems, das Menschen jeden Alters und Hintergrunds den Zugang zu digitalen Schlüsselkompetenzen („Future Skills“) eröffnet. Im Fokus stehen zukunftsrelevante Themen wie Künstliche Intelligenz, Big Data, Robotik und Computational Thinking. So werden Gesellschaft und Arbeitswelt gezielt auf die Herausforderungen des digitalen Zeitalters und der Netz- werkgesellschaft vorbereitet. Als Schnittstelle zwischen digitalen Lernplattformen und sechs innovativen Lernorten in Schleswig-Holstein schafft der DLC-Hub hybride Bildungszugänge für formales, infor- melles sowie lebenslanges Lernen. Durch die Etablierung agiler Arbeitsstrukturen und die Entwicklung modularer Zertifikatsformate werden passgenaue Angebote für ver- schiedene Zielgruppen – etwa Schüler*innen, Studierende, Lehrkräfte, Beschäftigte in Unternehmen oder Bürger*in- nen – geschaffen. Einer der innovativen Lernorte wird am Campus Flens- burg durch das Projekt AILiSH@DLC-FL gestaltet. Ziel des Vorhabens ist es, künstliche Intelligenz (KI) und Com- putational Thinking praxisnah und niedrigschwellig für Menschen aller Altersgruppen und Bildungshintergründe zugänglich zu machen. Grundlegend für AILiSH@DLC-FL ist der Betrieb der „CreAItive Lounge“ und des „CreAItive Space“ am Campus Flensburg. Diese bieten individuelle und kollaborative Lernmöglichkeiten, Zugang zu moderner KI-Technologie und dienen als zentrale Anlaufstellen für Weiterbildungsmaßnahmen. Ausgewählte Projekte am ZeBUSS uni-flensburg.de?55429 uni-flensburg.de?57114 43 Zum Inhaltsverzeichnis http://uni-flensburg.de?55429 http://uni-flensburg.de?57114 44Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Christiane Schätzle, EUF präsentiert den Digital Learning Campus auf der EGNO-Fachtagung „Wirtschaft trifft Schule“ im Kulturwerk Norderstedt, Foto: Anna Rüscher, EUF Die „CreaAItiv Lounge“ im Projekt AILiSH@DLC-FL mit Teilnehmenden, Foto: Jiliana Sünkens, EUF 44 Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis 45Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Institutionen der EUF: • Seminar für Medienbildung, Fakultät III, Prof. Dr. Christian Filk (DLC-Hub und AILiSH@DLC-FL) • Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat), Fakultät I, Prof. Dr. Axel Grimm (AILiSH@DLC-FL) • Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZfL) (AILiSH@DLC-FL) • ZeBUSS Projektpartner*innen: • Technische Hochschule Lübeck (THL), Lübeck (DLC-Hub) • Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), Kiel (DLC-Hub) • Hochschule Flensburg (HSFL), Flensburg (AILiSH@DLC-FL) • NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft Elmshorn (NAK), Elmshorn (AILiSH@DLC-FL) Laufzeit: 01.01.2024 bis 31.12.2028 (DLC-Hub) 01.07.2024 bis 30.06.2029 (AILiSH@DLC-FL) Gefördert durch: • Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) • Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein (MBWFK) • Landesprogramm Wirtschaft Schleswig-Holstein 2021-2027 (LPW) Fördersumme EUF: 2.455.414 Euro (DLC-Hub) 2.199.261 Euro (AILiSH@DLC-FL) Die profilgebenden Forschungszentren 45 Zum Inhaltsverzeichnis 46Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Inquiry-based educational investigations with historical scientific instruments (INSIGHT) Das EU-geförderte Projekt INSIGHT unter Leitung der Europa-Universität Flensburg will zusammen mit Part- ner*innen aus Estland, Italien und Griechenland die Wissenschaften als lebendige, von Menschen gemach- te Aktivitäten präsentieren. Die Prozesse zur Gewinnung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, wie Problemlösung, kollaboratives Denken oder Kreativität, werden in Klas- senraumszenarien durch die Rekonstruktion und Nutzung historischer Apparaturen sichtbar gemacht. Zentrale Methode für die Klassenraumszenarien ist das Inquiry-Based Learning. Lerngegenstand sind historische Instrumente, die von den Schüler*innen aus Alltagsmate- rialien oder durch 3D-Druck rekonstruiert und unmittelbar danach auch genutzt werden. Aus den eigens gewonne- nen Erfahrungen heraus wird der Diskurs zur Deutung der Erkenntnisse und die Möglichkeiten zur Stabilisierung der Ergebnisse eingeleitet, der thematisch direkt an die schu- lischen Curricula anknüpfen kann. INSIGHT wird hierfür geeignete Materialien basierend auf historischen Fallstudien zur Verfügung stellen. Diese werden in Kollaboration mit Lehrer*innen in Online-Schu- lungen oder auch Summer Schools für den schulischen Ein- satz weiterentwickelt. Die Fortbildung der Lehrer*innen im Hinblick auf die Nutzung der historischen Fallstudien soll dazu beitragen, Hemmnisse zu deren Einbindung in den Unterricht zu überwinden, die in diesen Studien nur ein vermeintlich überkommenes Wissen repräsentiert sehen. Im Ergebnis können die Lehrkräfte mit dieser Methode ihren Schüler*innen eine neue Perspektive auf die weniger bekannten Aspekte des wissenschaftlichen Arbeitens ver- mitteln. In anderen Formaten wie den sogenannten Open Schooling Actions wird verstärkt auf die Erlebnisse der Schüler*innen eingegangen. insight4schools.eu Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis http:// insight4schools.eu http:// insight4schools.eu 47Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Institutionen der EUF: • Institut für Physik und ihre Didaktik und Geschichte, Fakultät I, Prof. Dr. Peter Heering • ZeBUSS Projektpartner*innen: • Tartu Ülikool (Universität/Universitätsmuseum Tartu), Tartu, Estland • Ellinogermaniki Agogi (Sekundarschule), Pallini, Griechenland • National and Kapodistrian University Athens (Universität), Athen, Griechenland • Museo Giovanni Poleni (Universität/Universitätsmuseum Padua), Padua, Italien Laufzeit: 01.09.2024 – 31.08.2027 Gefördert durch: EU, Erasmus+ Fördersumme: EUF: 90.000€ (gesamt: 400.000€) Gebäude Madrid der EUF, Foto: Arne Weychardt, im Auftrag der EUF Die profilgebenden Forschungszentren Zum Inhaltsverzeichnis 48Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Forschungsprojekte Klimagarten der EUF, Foto: Marvin Mathiebe, EUF 48 Zum Inhaltsverzeichnis 49Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Forschungsprojekte Zum Inhaltsverzeichnis Seit 2018 verfügt die Europa-Universität Flensburg über eine ausdifferenzierte Forschungsdatenbank, in der sämtliche Forschungsprojekte eingepflegt und dokumen- tiert werden können. Die Forschungsdatenbank ist unter uni-flensburg.de?40760 zugänglich. Für das angestrebte Ziel der DFG-Mitgliedschaft sind DFG- geförderte Vorhaben von besonderer Relevanz für die EUF. In 2024 wurden insgesamt dreizehn von der DFG-geför- derte Forschungsprojekte durchgeführt (s. Tabelle 3). Titel Projektleitung, Fach, Fakultät, Forschungszentrum Laufzeit Projekt-Webseite QR Code AccessPlus: Zugang zu sozialen Rechten in Deutschland und Frankreich (kofinanziert durch ANR) Prof. Dr. Monika Eigmüller, Seminar für Soziologie, Fakultät III, ICES 08.2021 - 07.2024 uni-flensburg.de/?id=29397 Paradoxien der EU-Personenfreizügigkeit Prof. Dr. Christof Roos, Seminar für Politikwissenschaft und Politikdidaktik, Fakultät III, ICES 09.2021 - 08.2024 uni-flensburg.de/?id=30768 Urban Platform Economies (ko- finanziert durch FWF und SNF) Prof. Dr. Sybille Bauriedl, Abteilung Integrative Geographie, Fakultät III, ICES 10.2022 - 09.2025 uni-flensburg.de/?id=51882 Visibilizing Normative Regional Historical Multilingualism Dr. Samantha Litty, Institut für Frisistik und Minderheitenforschung, Fakultät II, ICES 01.2023 - 01.2026 uni-flensburg.de/?id=53363 The green transition and economic polarization in Europe (kofinanziert durch NCN) Prof. Dr. Claudius Gräbner-Radkowitsch, Abteilung Plurale Ökonomik, Fakultät III, ICES 06.2023 - 05.2026 uni-flensburg.de/?id=53204 Video-Teaching Examples in Physical Education Experiment Prof. Dr. Dr. Tim Heemsoth, Institut für Sportwissenschaft, Fakultät I, ZeBUSS 06.2023 - 05.2026 uni-flensburg.de/?id=54421 Tabelle 3: Im Berichtszeitraum laufende DFG-geförderte Projekte http://uni-flensburg.de/?id=29397 http://uni-flensburg.de/?id=30768 http://uni-flensburg.de/?id=51882 http://uni-flensburg.de/?id=53363 http://uni-flensburg.de/?id=53204 uni-flensburg.de/?id=54421 50Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Titel Projektleitung, Fach, Fakultät, Forschungszentrum Laufzeit Projekt-Webseite QR Code Die Konturen des Kolonialstaats Prof. Dr. Marc Buggeln, Seminar für Geschichte, Fakultät III, ICES 01.2024 - 12.2026 uni-flensburg.de/?id=56000 SFB Produktion von Migration, Teilprojekt Unmaking Migrants? Prof. Dr. Christiane Reinecke, Seminar für Geschichte, Fakultät III, ICES 04.2024 - 12.2027 uni-flensburg.de/?id=56706 SFB Sexdiversity, Teilprojekt Normative Implikationen der Menschenrechte von Menschen mit DSD in einer nicht-binä- ren Rechtswelt Prof. Dr. Anna Katharina Mangold, Abteilung Europarecht, Fakultät III, ICES 04.2024 - 12.2027 uni-flensburg.de/?id=56335 Green Transition Attitudes: Social Risks and Deservingness in the context of Climate Change Dr. Vincent Gengnagel, Seminar für Soziologie, Fakultät III, ICES 08.2024 - 07.2027 uni-flensburg.de/?id=56341 FOR Antiziganismus und Ambivalenz in Europa (1850–1950), Verbund mit sechs Teilprojekten Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut, Institut für Germanistik, Fakultät II, ICES 11.2024 - 10.2028 uni-flensburg.de/?id=55144 FOR Teilprojekt Publizistik von Rom*nja (1918-1939) Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut, Institut für Germanistik, Fakultät II, ICES 11.2024 - 10.2028 uni-flensburg.de/?id=55367 FOR Teilprojekt Ambiguitäten des Audiovisuellen Prof. Dr. Matthias Bauer, Institut für Germanistik, Fakultät II, ICES 11.2024 - 10.2028 uni-flensburg.de/?id=55365 Fortsetzung Tabelle 3: Im Berichtszeitraum laufende DFG-geförderte Projekte SFB: Sonderforschungsbereich FOR: Forschungsgruppe Forschungsprojekte Zum Inhaltsverzeichnis http://uni-flensburg.de/?id=56000 http://uni-flensburg.de/?id=56706 http://uni-flensburg.de/?id=56335 http://uni-flensburg.de/?id=56341 http://uni-flensburg.de/?id=55144 http://uni-flensburg.de/?id=55367 http://uni-flensburg.de/?id=55365 51Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Forschungsprojekte Neben den im Berichtsjahr durchgeführten DFG-Projekten sind an der EUF zahlreiche weitere Forschungsprojekte unterschiedlicher Förderinstitutionen angesiedelt. Im Be- richtsjahr 2024 starteten zusätzlich zu den DFG-Projekten von M. Buggeln, C. Reinecke, A. K. Mangold, V. Gengnagel, I. Patrut (mit zwei Projekten) und M. Bauer neun weitere Forschungsprojekte, die mit einer Summe von mehr als 200.000 € gefördert wurden (s. Tabelle 4). Titel Projektleitung, Fach, Fakultät, Forschungszentrum Drittmittelgeber Laufzeit Projekt-Webseite QR Code European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution Prof. Dr. Ralf K. Wüstenberg, Seminar für evangelische und katholische Theologie, Fakultät III, ICES BMFTR 01.2024 – 12.2026 uni-flensburg.de/?id=30166 Transformative Teaching Lab Prof. Dr. Stephanie Stiegel, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Fakultät I, CREST Stiftung Innovation in der Hochschullehre 04.2024 – 03.2026 uni-flensburg.de/?id=56261 Climate Adaptation and Policy across the Border Prof. Dr. Emanuel Deutschmann, Seminar für Soziologie, Fakultät III, ICES EU Interreg 6a 03.2024 – 02.2027 uni-flensburg.de/?id=56479 Gesund und nach- haltig essen mit kleinem Budget – gemeinsam Ernährungsarmut begegnen Prof. Dr. Ulrike Johannsen, Abteilung Ernährung und Verbraucherbildung, Fakultät I, CREST Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat 05.2024 – 05.2027 uni-flensburg.de/?id=56753 DLC-Entwicklungshub Prof. Dr. Christian Filk, Seminar für Medienbildung, Fakultät III, ZeBUSS EFRE, MBWFK SH, Landesprogramm Wirtschaft SH 2021-2027 01.2024 – 12.2028 uni-flensburg.de/?id=55429 Tabelle 4: Im Berichtszeitraum gestartete Projekte mit einer Fördersumme über 200.000 € Zum Inhaltsverzeichnis http://uni-flensburg.de/?id=30166 http://uni-flensburg.de/?id=56261 http://uni-flensburg.de/?id=56479 http://uni-flensburg.de/?id=56753 http://uni-flensburg.de/?id=55429 52Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Fortsetzung Tabelle 4: Im Berichtszeitraum gestartete Projekte mit einer Fördersumme über 200.000 € Titel Projektleitung, Fach, Fakultät, Forschungszentrum Drittmittelgeber Laufzeit Projekt-Webseite QR Code DLC Lernort Flensburg – AILiSH Prof. Dr. Christian Filk, Seminar für Medienbildung, Fakultät III / Prof. Dr. Axel Grimm, Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik, Fakultät I, ZeBUSS EFRE, MBWFK SH, Landesprogramm Wirtschaft SH 2021-2027 07.2024 – 06.2029 uni-flensburg.de/?id=57114 Schulbesuch und Schulabbruch in Schleswig-Holstein Prof. Dr. Marie-Christine Vierbuchen, Abteilung Sonderpädagogik des Lernens, Fakultät II, ZeBUSS MBWFK SH 05.2024 – 12.2027 uni-flensburg.de/?id=56966 Igniting H2 transport innova- tion ecosystems in the North Sea Region Prof. Dr. Susanne Royer, Abteilung Strategisches und Internationales Management, Fakultät III EU Interreg Nordsee 09.2024 – 08.2027 uni-flensburg.de/?id=57385 Inquiry-based educational investigations with historical scientific instruments Prof. Dr. Peter Heering, Institut für Physik und ihre Didaktik und Geschichte, Fakultät I, ZeBUSS EU Erasmus+ 09.2024 – 08.2027 uni-flensburg.de/?id=58509 Forschungsprojekte Zum Inhaltsverzeichnis http://uni-flensburg.de/?id=57114 http://uni-flensburg.de/?id=56966 uni-flensburg.de/?id=57385 http://uni-flensburg.de/?id=58509 53Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024Audimax, Foto: Christian Berger, EUF 53 Zum Inhaltsverzeichnis 54Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Igniting H2 transport innovation ecosystems in the North Sea Region (H2ignite) Das Interreg Nordsee Projekt H2ignite verfolgt das Ziel, die Innovationspotenziale von grünem Wasserstoff zur Unterstützung der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung auf regionaler und transnationaler Ebene zu identifizieren und zur Minderung der CO2-Emissionen im Schwerlastverkehr einzusetzen. Für die Untersuchung wer- den regionale Innovationsökosysteme im Nordseeraum analysiert, die entweder bereits gegenwärtig grünen Was- serstoff zur Defossilisierung des Schwerlastverkehrs ver- wenden oder es zeitnah planen (siehe Grafik rechts). Im Rahmen von H2ignite ist Prof. Dr. Susanne Royer, Ab- teilung Strategisches und Internationales Management, für die Erforschung der Geschäftsmodelle von Wasserstoff- akteuren in den aufkommenden Wasserstoffökosystemen verantwortlich. Die Aufgabe der Flensburger Arbeitsgruppe liegt speziell in der Untersuchung innovativer Geschäfts- modelle zur Lösung des Henne-Ei-Problems bezüglich des Einsatzes von grünem Wasserstoff im Schwerlastver- kehr. In diesem Bereich existiert weder eine umfangrei- che H2-Tankstelleninfrastruktur, noch werden ausreichend H2-Schwerlastfahrzeuge von Herstellerseite angeboten. Dieses Problem möchten die Pilotregionen auf regionaler Ebene durch Kooperationen lösen und die wachsenden Ökosysteme miteinander verbinden, wodurch die Ver- breitung des innereuropäischen H2-Schwerlasttransports gefördert wird. Die gewonnenen Erkenntnisse werden es interessierten Unternehmen ermöglichen, ihre Investitionsunsicherhei- ten in Wasserstofftechnologien effektiver zu bewerten und ein umfassendes Verständnis des Potenzials zur Wert- schöpfung und -abschöpfung in diesem Wirtschaftssektor zu erlangen. Beteiligte Pilotregionen im Projekt H2ignite, Quelle: Projekt-Webseite Forschungsprojekte Im Folgenden möchten wir exemplarisch ein Projekt inhaltlich näher vorstellen. Zum Inhaltsverzeichnis 55Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Institution der EUF: • Abteilung Strategisches und Internationales Management, Fakultät III, Prof. Dr. Susanne Royer Projektpartner*innen: • Københavns Universitet • Kiel Institut für Weltwirtschaft – Leibniz Zentrum zur Erforschung globaler ökonomischer Herausforderungen • Volvo Technology Corp. • Lindholmen Science Park AB • DFDS A/S • Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz Schleswig-Holstein (MLLEV) • Region Sjælland • Provincie Drenthe • Hafen Hamburg Marketing e.V. • Pôlénergie Laufzeit: 01.09.2024 - 31.08.2027 Gefördert durch: EU / Interreg North Sea Fördersumme: EUF: ca. 160.000 € H2ignite-Projektteam der EUF (v.l.n.r.): Danny Nainzadeh, Anika Fahrenkrug-Matthiesen, Prof. Dr. Susanne Royer und Sebastian Wirth, Foto: Finn Ole Semrau (Kiel Institut für Weltwirtschaft) Forschungsprojekte interregnorthsea.eu/h2ignite Zum Inhaltsverzeichnis http:// interregnorthsea.eu/h2ignite http:// interregnorthsea.eu/h2ignite 56Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Forschungspreise Gebäude Oslo der EUF, Foto: Christian Berger, EUF 56 Zum Inhaltsverzeichnis 57Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Der Forschungspreis der Europa-Universität Flensburg wird einmal jährlich für an der EUF entstandene heraus- ragende, kreative und innovative wissenschaftliche Leis- tungen vergeben. Seit der Ausschreibung 2024 wurde die Preisvergabe in den zuvor zwei Kategorien neu geregelt: Der „Preis für ein herausragendes Forschungsprojekt“ wird zentral fortgeführt, aber wieder auf Wissenschaftler*in- nen aller Qualifizierungsstufen erweitert. Die Vergabe des „Preises für eine herausragende Dissertation“ wurde von den Fakultäten übernommen und damit auf jeweils eine eigene Ausschreibung je Fakultät ausgeweitet. Im fol- genden Abschnitt werden die Forschungsarbeiten der Preisträger*innen des EUF-Forschungspreises, der Fakul- tätspreise der EUF sowie ein externer Forschungspreis aus dem Jahr 2024 vorgestellt. Publikationen zur Folgeforschung des DFG Projekts ‚Buchmessen als Räume kultureller und ökonomi- scher Verhandlung‘ – Forschungsteam Prof. Dr. Marco Thomas Bosshard, Dr. Matteo Anastasio, Dr. Fernando García Naharro und Dr. Luise Hertwig Das Forschungsteam untersuchte im Rahmen eines DFG- geförderten Projektes Buchmessen als kulturpolitische, ästhetische und ökonomische Verhandlungsräume auf der Grundlage der gängigen Praxis der Messen, Länder, Regi- onen oder Städte als sog. Ehrengäste einzuladen. Anhand des institutionellen Schnittpunkts der wichtigsten interna- tionalen Buchmessen in Deutschland (Frankfurter Buch- messe), Mexiko (FIL Guadalajara) und Spanien (Feria del Libro de Madrid und LIBER) – in der zweiten Projektphase zusätzlich in Argentinien (FIL Buenos Aires) – wurden die Interferenzen der Buchmärkte und literarischen Felder der genannten Länder kartographiert und interpretiert. Auf der Grundlage von empirisch erhobenen Daten verglich das Projekt die multimedialen Selbstdarstellungen der je- weiligen Literaturen und Kulturen mit deren Wahrnehmung durch das lokale Publikum. Die erste Projektlinie leistete eine sozialanthropologische Studie zu den Akteuren auf den spanischsprachigen Buchmärkten und untersuchte de- ren institutionalisierte Austauschprozesse, Strategien zur Selbstdarstellung sowie Abhängigkeiten von der Politik im Kontext internationaler Buchmessen. Die zweite Projekt- linie betrachtete die ästhetische Dimension multimedialer Repräsentationen von Ehrengastländern (Pavillons, beglei- tende Ausstellungen und Retrospektiven, Theater und Mu- sik, Imagefilme etc.). Die dritte Projektlinie untersuchte die verschiedenen Kulturförderungsinstrumente und Subven- tionsmaßnahmen (insbes. Übersetzungsförderungspro- gramme) im internationalen Messe- und Gastlandkontext sowie die Strategien des Kultur- und Literaturmarketings EUF-Forschungspreis Forschungspreise Zum Inhaltsverzeichnis 58Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Forschungspreise Zum Inhaltsverzeichnis durch offizielle Kulturinstitutionen und Verlage unter be- sonderer Berücksichtigung der Auswirkungen solcher Pro- gramme auf die kulturelle Diversität (‚Bibliodiversität‘) in der Buchindustrie. Die Forschung wurde auch nach Projektende fortgesetzt und führte zu zahlreichen Publikationen, die in ihrer Ge- samtheit mit dem EUF-Forschungspreis gewürdigt wurden. Hierzu zählen exemplarisch: • Anastasio, Matteo/Bosshard, Marco Thomas/García Naharro, Fernando (Hg.) (2024): España, país invitado de honor en la Feria del libro de Fráncfort (Dossier in Estudios Culturales Hispánicos, Nr. 6, 2024). ech.uni-regensburg.de/article/view/97 • Hertwig, Luise (2023): Bibliodiversität im Kontext des französischen Ehrengastauftritts Francfort en français auf der Frankfurter Buchmesse 2017. Tübingen: Narr, Francke, Attempto. euf.li/spdqd Die internationale Buchmesse im Retiro-Park, Madrid, 2017, organi- siert als Straßenfestival. Foto: Forschungsteam „Buchmessen“, EUF Link zur Pressemitteilung der Preisvergabe am 11.11.2025 euf.li/res25 Die Preisträger*innen des EUF-Forschungspreises bei der Verleihung auf dem EUF-Jahresempfang am 11.11.2025, v.l.n.r.: Prof. Dr. Marco T. Bosshard, Dr. Luise Hertwig und Dr. Matteo Anastasio (fehlend: Dr. Fernando García Naharro), Foto: Julius Demant, im Auftrag der EUF http://ech.uni-regensburg.de/article/view/97 http://euf.li/spdqd http://euf.li/res25 59Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 59 Campus vor Gebäude Helsinki und Gebäude Oslo der EUF, Foto: Christian Berger, EUF Zum Inhaltsverzeichnis 60Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Zur Ausschreibung 2024 erfolgten Preisverleihungen der Fakultäten II und III. Die Fakultät III vergab zu dieser Ausschreibung einen ersten sowie einen zweiten Preis. Dissertationspreis der Fakultät II der EUF Bajo el semblante de la literatura: La exposición lite- raria de naciones y otras „comunidades imaginadas“ en las ferias internacionales del libro (dt. Unter dem Anschein der Literatur: Das literarische Ausstellen von Ländern und anderen „imaginierten Gemeinschaften“ auf internationalen Buchmessen) – Dr. Matteo Anastasio Welche Bedeutung kommt Büchern und Literatur in der kulturellen Repräsentation von Nationen und nationalen Identitäten zu? Im Fokus der Dissertation von Matteo Anastasio stehen Länderauftritte auf internationalen Buch- messen seit Einführung der Länderschwerpunkte in Frank- furt im Jahr 1988 – eines Modells, das inzwischen weltweit übernommen wurde. Die Studie beleuchtet kritisch die Funktion von „Nationalkulturen“ und anderen „imagined communities“ (Benedict Anderson) als Referenzrahmen für die Definition, Zirkulation und Vermittlung von Literatur im globalen Raum. Die Arbeit entstand im Rahmen des Flensburger DFG-Pro- jekts Buchmessen als Räume kultureller und ökonomischer Verhandlung und analysiert die ästhetische Dimension li- terarischer Ausstellungen. Der Titel Bajo el semblante de la literatura („Unter dem Anschein des Literarischen“) ver- weist auf Überlagerungen literarischer Motive, Diskurse und Formen durch politische oder ökonomische Interes- sen. Im Zentrum steht die Frage, wie Literatur als mate- rielles Ausstellungsobjekt präsentiert wird, aber auch zur Imagination, Imagebildung und Inszenierung von literari- schen Gemeinschaften beitragen kann. Anhand von sieben Fallstudien (zu Italien, Mexiko, Portugal, Frankreich und Deutschland) verteilt über drei Jahrzehnte bietet die spa- nisch verfasste Dissertation erstmals eine diachrone, ver- gleichende Analyse von Literaturausstellungen im Rahmen des Ehrengastformats auf den international wichtigsten Buchmessen in Frankfurt, Guadalajara und Madrid. Dissertationspreise der Fakultäten Link zur Dissertation: euf.li/p2huo Forschungspreise Zum Inhaltsverzeichnis http://euf.li/p2huo 61Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Forschungspreise Ein Blick in den Deutschen Pavillon auf der Internationalen Buchmesse in Guadalajara (Mexiko) im Jahr 2011 (Design: Studio Schleßl/Weismüller). Das Ausstellungskonzept, das in der Dissertation von Dr. Matteo Anastasio als eine der Fallstudien untersucht wurde, spielte mit dem literarischen Motiv des „deutschen“ Waldes und setzte auf ein kommunikatives Modell. Foto: © Courtesy FIL/Bernardo De Niz. Zum Inhaltsverzeichnis 62Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 1. Dissertationspreis der Fakultät III der EUF Constrained Opportunities. A Comparative Study on the Impact of Immigrant Political Incorporation on Diaspora Nationalism – Dr. Efe Can Özek In dieser Studie widmet sich Özek dem politischen Trans- nationalismus, nämlich der politischen Identifikation von Menschen mit Migrationsgeschichte mit ihrem Herkunfts- land. Er stellt die These auf, dass die Identifikation von Menschen mit Migrationsgeschichte mit politischen Ak- teur*innen in ihrem Herkunftsland auch davon abhängt, welche politischen Inklusionsmechanismen ihnen in ihrem Aufenthaltsland zur Verfügung stehen. Anhand einer qualita- tiven Analyse der Wahrnehmung transnationaler Türk*innen der zweiten Generation hinsichtlich der politischen Oppor- tunitätsstrukturen in Deutschland und den Niederlanden untersucht er die Frage: „Wie prägen politische Opportuni- tätsstrukturen im Aufnahmeland den politischen Transnati- onalismus unter der türkischen Diaspora in Westeuropa?“ Die Studie liefert eine kausale Erklärung für den Ein- fluss politischer Opportunitätsstrukturen auf den politi- schen Transnationalismus anhand eines Modells namens „Constrained Opportunities“, indem sie die politischen Kulturen, Staatsbürgerschaftsregelungen und Mechanismen der politischen Inklusion von Eingewanderten in Deutsch- land und den Niederlanden untersucht. Als Ergebnis der Feldforschung in München, Köln, Rotterdam und Amsterdam zu den Hauptdynamiken zeigen die empirischen Ergebnis- se „Einschränkungen“ politischer Opportunitätsstruktu- ren, die zu einer unzureichenden politischen Inklusion im Aufenthaltsland führen und die politische Bindung an das Herkunftsland verstärken. Link zur Dissertation: link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-47428-7 Dr. Özek während einer Präsentation seiner Arbeit an der Universität Pompeu Fabra (UPF) in Barcelona 2021, Foto: Mohsen Manouchehri, UPF, Barcelona 62 Forschungspreise Zum Inhaltsverzeichnis http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-47428-7 63Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 2. Dissertationspreis der Fakultät III der EUF How Subsidiaries of Multinational Corporations Drive Organizational Change – Dr. Maike Simon Subsidiary Initiatives sind unternehmerische Initiativen wie z.B. Produkt- oder Prozessinnovationen, die von Toch- tergesellschaften multinationaler Unternehmen ergriffen werden. Diese bringen so nicht nur ihre Themen und Ideen ein, sondern können auch ihre eigene Position im Unter- nehmensnetzwerk verändern. Da genehmigte Initiativen zu Wandel und zu Verschiebungen im Machtgefüge der multi- nationalen Unternehmung führen, stoßen sie regelmäßig auf Widerstand aus der Organisation. Ein Großteil der Ini- tiativen scheitert. In ihrer Dissertation untersuchte Dr. Maike Simon die Be- dingungen, unter denen Tochtergesellschaften ihre Ideen erfolgreicher verhandeln. Sie beschäftigte sich zudem mit der Frage, wie Tochtergesellschaften, deren Stimme wenig Gewicht hat, ihre Position stärken können. Metho- disch wurde für den Forschungsbereich Neuland betreten, indem eine Metasynthese publizierter qualitativer Fallstu- dien durchgeführt wurde. Die Arbeit liefert Erklärungen dafür, wie proaktiv handeln- de Manager*innen von Tochtergesellschaften zur Wettbe- werbsfähigkeit des gesamten Unternehmens beitragen. Dabei entwickelt die Dissertation eine Reihe sogenannter voice-Taktiken, die von Tochtergesellschaften gezielt ein- gesetzt werden, um organisationalen Widerstand zu ver- meiden oder zu überwinden. Damit trägt sie zum einen zum Verständnis von Bottom-up-Wandel in Organisationen bei, zum anderen zeigt sie einen Weg auf, wie multinatio- nale Unternehmen lokales Wissen in ihr globales Netzwerk integrieren. Link zur Veröffentlichung: euf.li/v0dc6 Forschungspreise Zum Inhaltsverzeichnis http://euf.li/v0dc6 64Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Paul-Bunge-Preis der Hans-R.-Jenemann-Stiftung Für das Lebenswerk, insbesondere die Replikation historischer Experimente – Prof. Dr. Peter Heering Prof. Dr. Peter Heering, Professor für Physik und ihre Didaktik und Geschichte wurde mit dem Paul-Bunge-Preis 2024 ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für sein Lebens- werk, insbesondere für seine Arbeiten zur Analyse histo- rischer Experimente. In der Begründung heißt es: „Peter Heering gilt als einer der führenden Vertreter für histo- risch exakte Nachbildungen von Experimenten. …. Im Zuge seiner ‚experimentellen Wissenschaftsgeschichte‘ re- konstruiert Heering verloren gegangene Fertigkeiten und kombiniert historische und didaktische Ansätze. Dabei beweist Heering ein tiefes Verständnis für die Komplexi- tät der Verwendung und Handhabung von Materialien. Mit seinen Erkenntnissen trug er bereits wiederholt dazu bei, historische instrumentelle Methoden zu verstehen, und zeigte, wie diese für die Lehre und die wissenschaftliche Anwendung relevant sein können.“ Der Paul-Bunge-Preis ist einer der bedeutendsten Prei- se in der Wissenschaftsgeschichte und wird gemeinsam von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Che- mie (DBG) für Arbeiten zur Geschichte wissenschaftlicher Instrumente verliehen. Externer Forschungspreis: Auszeichnung für Lebenswerk Zur Arbeit des Preisträgers: uni-flensburg.de?16083 Zum Preis: gdch.de/gdch/stiftungen/hans-r-jenemann-stiftung.html Forschungspreise Zum Inhaltsverzeichnis http://uni-flensburg.de?16083 http://gdch.de/gdch/stiftungen/hans-r-jenemann-stiftung.html 65Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Prof. Dr. Peter R. Schreiner, GDCh-Vorstandsmitglied und Prof. Dr. Peter Heering, EUF bei der Urkundenübergabe, Foto: Hans-R.-Jenemann-Stiftung Forschungspreise Zum Inhaltsverzeichnis 66Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Zentrale Hochschulbibliothek der EUF, Foto: Semiha Yilmaz (Fotowettbewerb 2016) 66 Zum Inhaltsverzeichnis 67Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Die Forschungsförderangebote der EUF sind in den Pro- grammbereichen „FPFF – Flensburger Programm zur Forschungsförderung“ und „FQ-WiQ – Programm zur Förderung und Qualifizierung von Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen“ gebündelt. Letzteres wurde im Berichtsjahr umbenannt, um die seit längerem in der Zielgruppe bestehende Kritik am Begriff des „wissen- schaftlichen Nachwuchses“ aufzugreifen. Die Programme umfassen Angebote von Forschungsreferat, Forschungs- zentren, Graduiertenzentrum, Ausschüssen und anderen Einrichtungen der EUF, sie wurden 2024 wie folgt weiter- entwickelt: • Der Ausschuss für Forschung und Wissenstrans- fer verstetigte im Januar 2024 das im Vorjahr neu ein- geführte Förderangebot zur Finanzierung einer SHK-/ WHK-Unterstützung für Qualifizierungsarbeiten von Nachwuchswissenschaftler*innen. Aufgrund erforderli- cher Einsparmaßnahmen an der EUF musste allerdings auch der Ausschuss eine Neuplanung des verringerten Finanzrahmens vornehmen. Im Ergebnis wurden im Früh- jahr 2024 einige Förderangebote vorerst ausgesetzt, zu denen auch die SHK-/WHK-Unterstützung gehörte sowie die Förderung der Vorbereitung von Drittmittelanträgen, Publikationsförderungen für hybride und sonstige reine Open Access-Publikationen sowie der jährliche Open Call. Diese Förderangebote sollen baldmöglichst wieder auf- genommen werden. Fortgeführt wurde die Förderung von wissenschaftlichen und Transferveranstaltungen an der EUF sowie für Wissenschaftler*innen in Qualifizierungs- phasen die Förderung von Tagungsreisen und die Publi- kation von Dissertations- und Habilitationsschriften, wie auch von Zeitschriftenbeiträgen in reinen Open Access- Publikationen aus Mitteln des Landespublikationsfonds. Damit wurde diese Zielgruppe weitgehend von Einsparun- gen ausgenommen. • Die finanzielle Förderung aus zentralen Mitteln für jähr- lich eine Publikation je EUF-Wissenschaftler*in in einer Zeitschrift, deren Verlag unter die DEAL-Verträge fällt, er- weiterte sich mit dem Beitritt der EUF zum DEAL-Vertrag mit Elsevier seit Januar 2024 auf alle Zeitschriften, die zu diesem Verlag gehören. • Im Rahmen des Post-Doc-Programms wurden im Be- richtsjahr an allen drei profilgebenden Forschungszentren jeweils eine Vollzeitstelle besetzt, darunter am CREST als Tandem von zwei halben Stellen. Ziel der Stellen war je- weils die Erarbeitung eines Forschungsantrags an die DFG oder die EU und damit die Eröffnung einer weiteren Qua- lifizierungsperspektive für die Stelleninhaber*innen. Das Programm wurde aus dem vorhergehenden Förderangebot Eigen.Zeit ausgeweitet auf insgesamt drei Stellen in Voll- zeit mit einjähriger Laufzeit und 6-monatiger Verlänge- rungsoption. Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Zum Inhaltsverzeichnis 68Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 • Die Forschungszentren ICES und ZeBUSS starteten im Berichtsjahr Antragswerkstätten als neues gemeinsa- mes Unterstützungsangebot für Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen. Diese richteten sich vorrangig an Post-Docs, die im Erarbeitungsprozess eines Drittmittel- antrags durch Inputs und Feedback begleitet wurden und sich untereinander austauschten. Aufgrund der positiven Erfahrung und der großen Nachfrage wurde das Instru- ment verstetigt. Seit dem Frühjahrssemester 2024 startet jeweils einmal im Semester eine neue Antragswerkstatt mit Schwerpunkt auf DFG-Sachbeihilfeanträge. • Das ZeBUSS begann im Berichtsjahr mit einer Initiative zum Ausbau von DFG-geförderten Forschungsprojekten. In einer Tagesveranstaltung im März 2024 wurde über DFG-Förderprogramme informiert, Peer-to-Peer-Beratun- gen für DFG-Anträge angeboten sowie die DFG-Strategie der EUF diskutiert. • Zur Unterstützung qualitativer Forschung stellte das ZeBUSS seinen Mitgliedern im Berichtsjahr erstmalig die Transkriptionssoftware TRINT zur Verfügung. Aufgrund des hohen Interesses an deren Nutzung wird das Angebot fortgeführt. • Neben der bereits bestehenden Mitgliedschaft des Forschungszentrums ICES im European Consortium for Political Research (ECPR) erwarb das ICES im Berichts- jahr auch die Mitgliedschaft im European Consortium for Sociological Research (ECSR). Die Mitgliedschaft in bei- den Fachgesellschaften bietet den ICES-Mitgliedern zahl- reiche Vorteile, darunter deutlich ermäßigte Gebühren für ECSR- und ECPR-Konferenzen und Methodenschulen so- wie Zugang zu Fördermöglichkeiten und Arbeitsgruppen. • Das Graduiertenzentrum (GraZ) bereitete im Berichts- jahr die Erweiterung seines Qualifizierungsprogramms um ein Mentoring-Programm für Promovierende vor, dessen Planung in Kooperation mit dem interdisziplinären Dokto- rand*innen-Netzwerk DokNet erfolgte. Außerhalb der beiden Programmbereiche FPFF und FQ-WiQ wurden folgende Angebote realisiert: • Informations-, Diskussions- und Vernetzungsmög- lichkeiten zur Forschungsförderung boten u.a. folgende Veranstaltungen: - eine Info-Veranstaltung von ZeBUSS und ICES (mit Unterstützung des Forschungsreferats) für promotions- interessierte Masterstudierende im Januar 2024, - eine Info-Veranstaltung von ICES und ZeBUSS (mit Unterstützung des Forschungsreferats) zur Forschungs- förderung für Promovierende im Februar 2024, Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Zum Inhaltsverzeichnis 69Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 - eine Info-Veranstaltung für Post-Docs von ICES und ZeBUSS im Mai 2024, - ein Welcome-Forum Forschung für neue Wissen- schaftler*innen an der EUF, organisiert von ZeBUSS und ICES (unter Mitwirkung des Forschungsreferats) im September 2024. • Die Vergabe der EUF-Forschungspreise wurde im Be- richtsjahr neu geregelt. Diese waren zuvor fokussiert auf Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen und wur- den in den Kategorien „herausragende Dissertation“ und „herausragende Forschungsarbeit“ vergeben. Seit 2024 werden die Dissertationspreise von den Fakultäten ausge- schrieben und vergeben, der Preis für eine herausragende Forschungsarbeit wurde als zentraler EUF-Forschungs- preis wieder auf Wissenschaftler*innen aller Qualifizie- rungsstufen ausgeweitet. Die nachfolgende Übersicht stellt den zum Redaktions- schluss aktuellen Stand dar. Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Gebäude Oslo der EUF, Foto: Christian Berger, EUF Zum Inhaltsverzeichnis 70Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Forschungsförderung an der EUF Angebote von Forschungszentren, Forschungsreferat, Graduiertenzentrum, Ausschüssen und anderen Einrichtungen der EUF Flensburger Programm zur Forschungsförderung (FPFF) für Wissenschaftler*innen aller Berufs-/Karrierephasen Modul Beratung und Unterstützung Modul finanzielle Förderung Fördermittel- und Antragsberatung Erstellung von Drittmittelanträgen Wissenschaftliches Lektorat für engl. Artikel und Anträge wissenschaftliche Veranstaltungen Ethik-Voten Transferveranstaltungen Projektunterstützung Publikationszuschüsse (DEAL-Verträge etc.) Arbeits- und Besprechungsräume Open Calls Unterstützung Gastwissen- schaftler*innen und Kooperationen Erasmus+ Auslandsaufenthalte Lehrdeputatsreduktion Programm zur Förderung und Qualifizierung von Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen (FQ-WiQ) Modul Qualifizierung Modul Stellen und Stipendien Vernetzung und Profilierung Qualifizierungs- angebote überfach- liche Kompetenzen Landespromotions- stipendien Internationale Gastaufenthalte für EUF Junior-Professor*innen Fachspezifische Qualifizierungs- programme Post-Doc-Programm Mobilitätsförderung Erasmus+ für Pre- und Post-Docs Teilnahme an externen Schulungen und an wiss. Veranstaltungen Forschungsaufenthalte Tagungs- und Kongressteilnahmen Coachingprogramm vorerst ausgesetzt: SHK/WHK- Unterstützung Publikationsförderung (Dissertations- und Habilitationsschriften, Open Access- Zeitschriftenbeiträge) Mentoring-Programm Härtefallfonds für die Promotionsendphase uni-flensburg.de/?id=40741 Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Zum Inhaltsverzeichnis 71Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 xxx 71 Zentrale Hochschulbibliothek der EUF, Foto: Jan N. Jung, EUF Zum Inhaltsverzeichnis 72Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Zur Förderung der Forschung hat die Europa-Universität Flensburg das Flensburger Programm zur Forschungs- förderung (FPFF) für Wissenschaftler*innen aller Berufs-/ Karrierephasen entwickelt. I. Modul Beratung und Unterstützung a) Für die Anbahnung forschungsbezogener Aktivitäten bieten das Forschungsreferat sowie die Forschungszen- tren ZeBUSS, ICES und CREST eine Fördermittel- und Antragsberatung an, die u.a. Fördermittelrecherche, Er- stellung von Kalkulationen, Forschungsdatenmanagement, administrative Zuarbeiten für Drittmittelanträge und An- tragssichtungen umfassen. Die Forschungszentren bieten gemeinsam vertiefende Antragswerkstätten an. b) Das wissenschaftliche Lektorat des International Center unterstützt Wissenschaftler*innen bei der Erstel- lung hochwertiger englischsprachiger Drittmittelanträge und Zeitschriftenbeiträge. c) Ethikvoten können bei der Ethikkommission der EUF beantragt werden. Diese sind ggf. für einen Drittmittelan- trag oder eine geplante Publikation relevant und sind vor Beginn des Forschungsprozesses zu beantragen. d) Laufende Forschungsprojekte erhalten auf Wunsch eine nähere Projektunterstützung, wie z.B. Hilfe bei der Beantragung von Änderungsanträgen oder Beratung zu Fragen des Projektmanagements, durch das Forschungs- referat sowie die Forschungszentren ZeBUSS, ICES und CREST. Die Forschungszentren bieten zusätzlich auch Unterstützung bei der Vorbereitung wissenschaftlicher Ta- gungen und anderer Aktivitäten sowie bei administrativen Fragen der Projektumsetzung an. Das Forschungsreferat berät zum Forschungsdatenmanagement. e) Die Forschungszentren stellen Arbeits- und Bespre- chungsräume für ihre Mitglieder, nach Möglichkeit auch für alle an der EUF Forschenden zur Verfügung. f) Unterstützung für Gastwissenschaftler*innen und Kooperationen bieten die Forschungszentren ZeBUSS und ICES. Im Rahmen des ICES Open Calls kann eine (Ko-)Finanzierung von Gastaufenthalten beantragt werden. g) Für herausragende wissenschaftliche Vorhaben gewährt das Präsidium auf Antrag eine Lehrdeputatsreduktion. Flensburger Programm zur Forschungsförderung (FPFF) Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Zum Inhaltsverzeichnis 73Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 II. Modul Finanzielle Förderung a) Finanzielle Unterstützung für die Erstellung von Drittmittelanträgen bieten die Forschungszentren ZeBUSS und ICES bei entsprechender inhaltlicher Aus- richtung an. Das Förderangebot des Ausschusses für Forschung und Wissenstransfer ist vorerst ausgesetzt. b) Finanzielle Förderung wissenschaftlicher Veran- staltungen an der EUF gewährt der Ausschuss für For- schung und Wissenstransfer laufend auf Antrag. Daneben bieten auch die Forschungszentren ZeBUSS und ICES bei entsprechender inhaltlicher Ausrichtung Fördermöglich- keiten. Tagungen mit deutlich europäischer bzw. interna- tionaler Ausrichtung fördert der Ausschuss für Europa und Internationales. c) Der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer för- dert die Finanzierung von Transferveranstaltungen, bei denen die EUF bzw. ihre Organisationseinheiten als Ver- anstalter*in auftreten. d) Publikationszuschüsse: • Für Open Access-Veröffentlichungen sind aus zentra- len Mitteln Publikationszuschüsse im Rahmen der DEAL- Verträge mit Springer Nature, Wiley und Elsevier für jährlich eine Publikation von EUF-Wissenschaftler*innen in einer der hier angeschlossenen Zeitschriftenverlage nutzbar. Bitte beachten Sie, bei weiteren Publikationen im Vorfeld die Bestätigung der Kostenübernahme durch Ihre Organisationseinheit einzuholen. • Die Forschungszentren ZeBUSS und ICES gewähren ihren Mitgliedern finanzielle Unterstützung bei wissen- schaftlichen Publikationsvorhaben bei einem entspre- chenden thematischen Bezug. • Vorerst ausgesetzt: Der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer gewährt Publikationszuschüsse für reine Open Access-Publikationen, die nicht über den Landespublikationsfonds förderfähig sind, wie z.B. Zeit- schriftenbeiträge von erfahrenen Wissenschaftler*innen sowie Buchpublikationen. • Vorerst ausgesetzt: Publikationszuschüsse für hybride Open Access-Publikationen können für Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen beim Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer beantragt werden. e) Open Calls werden vom ICES mit spezifischen Schwerpunkten ausgeschrieben. Das ZeBUSS fördert Forschungsaktivitäten in drei verschiedenen Förderlinien („Forschung“, „wissenschaftlicher Nachwuchs“ und „Ver- netzung“). Vorerst ausgesetzt ist der jährliche Open Call des Ausschusses für Forschung und Wissenstransfer. f) Erasmus+ Auslandsaufenthalte: Durch das Programm Erasmus+ können Auslandsaufenthalte zur Durchführung von Lehre, Fort- und Weiterbildung sowie Ausrichtung von Blended Intensive Programmes an der EUF für Lehrende und übrige Personalgruppen gefördert werden. Nähere In- formationen bietet das International Center. Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Zum Inhaltsverzeichnis 74Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 In der Nachwuchsförderung hat die Europa-Universi- tät Flensburg mit dem Programm zur Förderung und Qualifizierung von Wissenschaftler*innen in Quali- fizierungsphasen (FQ-WiQ) ein modularisiertes För- derungs- und Qualifikationsprogramm umgesetzt. Dies umfasst folgende Module: I. Modul Qualifizierung a) Qualifizierungsangebote zu überfachlichen Kom- petenzen werden vom Graduiertenzentrum (GraZ) für Promovierende, Post-Docs, Habilitierende und Junior- professor*innen angeboten. Die im Zentrum stehenden Qualifizierungsbereiche sind (1) Forschen, Schreiben, Pu- blizieren, (2) Drittmittelbeantragung und Wissenschafts- kommunikation, (3) Karriere- und Profilentwicklung. b) Zur Förderung von Qualifizierung und Vernetzung bie- ten die profilgebenden Forschungszentren v.a. im Rahmen der ICES Research School bzw. ZeBUSS Forschungsaka- demie Bildung vielfältige fachspezifische Qualifizie- rungsprogramme an. c) Teilnahme an externen Schulungen und an wis- senschaftlichen Veranstaltungen: Das ZeBUSS fördert im Rahmen der offenen Nachwuchsförderung Workshops, Vorträge und Methodenschulungen (vorrangig in-house). Mit regelmäßigen Ausschreibungen fördert das ICES die Teilnahme an Methodenschulungen. Zudem wird der jährlich an der Akademie Sankelmark (nahe Flensburg) stattfindende International Research Workshop des PhD Network, an dem die EUF mitwirkt, mit einer Förderung für die zentrale Organisation durch die EUF unterstützt. Die Teilnahmegebühren für den 5-tägigen Workshop sind ge- sondert zu finanzieren. d) Promovierende, Post-Docs und Juniorprofessor*innen erhalten in einem vom Gleichstellungsbüro getragenen Coaching-Programm die Möglichkeit, besondere Heraus- forderungen in ihrer Qualifizierungsphase zu reflektieren und zu bearbeiten. Ergänzend bietet das GraZ die Gele- genheit zu Einzelcoachings im Rahmen von Workshops zur Karriereentwicklung. e) Das vom Graduiertenzentrum gemeinsam mit dem in- terdisziplinären Doktorand*innennetzwerk (DokNet) entwi- ckelte Mentoring-Programm für Promovierende befindet sich aktuell in der Pilotphase. Programm zur Förderung und Qualifizierung von Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen (FQ-WiQ) Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Zum Inhaltsverzeichnis 75Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 II. Modul Stellen und Stipendien a) Promovierende fördert der Stipendienausschuss der EUF durch Landespromotionsstipendien für die Dauer von max. drei Jahren. b) Das Post-Doc-Programm bietet in strategisch rele- vanten Einheiten in begrenztem Umfang zusätzliche Quali- fikationsstellen im Post-Doc-Bereich. c) Mit regelmäßigen Ausschreibungen des Forschungs- zentrums ICES werden Forschungsaufenthalte zur Da- tenerhebung oder Archivarbeit gefördert. d) Vorerst ausgesetzt: Eine Finanzierung von SHK/WHK für Qualifizierungsarbeiten von Nachwuchswissenschaft- ler*innen kann beim Ausschuss für Forschung und Wis- senstransfer beantragt werden. e) Der Härtefallfonds des Promotionsausschusses er- möglicht eine kurzfristige Überbrückung bei Anschlusslü- cken in der Endphase der Promotion. III. Modul Profilierung und internationale Vernetzung a) Internationale Gastaufenthalte für EUF Junior- Professor*innen: Information und Beratung zu interna- tionalen Gastaufenthalten für Forschung und Lehre (mit Lehrdeputat für möglichst ein Semester) prioritär für Juni- orprofessor*innen bietet das Referat für Europa und Inter- nationales. b) Mobilitätsförderung Erasmus+ für Pre- und Post- Docs: Ergänzend zu der Erasmusförderung für Lehre und Weiterbildung aller Personalgruppen können für Wissen- schaftler*innen in Qualifizierungsphasen zusätzlich inter- nationale Forschungsaufenthalte gefördert werden. Nähere Informationen bietet das International Center. c) Finanzielle Förderung von Tagungs- und Kongress- teilnahmen bietet der Ausschuss für Forschung und Wis- senstransfer (dient auch der Vernetzung). d) Publikationsförderungen: • Eine Publikationsförderung für Dissertations- und Ha- bilitationsschriften gewährt der Ausschuss für Forschung und Wissenstransfer. • Eine Publikationsförderung für Open Access-Journal- Beiträge bietet der Ausschuss für Forschung und Wis- senstransfer aus Mitteln des Landespublikationsfonds. Weiterentwicklung der Forschungsförderung an der EUF Zum Inhaltsverzeichnis 76Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an ... ... für eine Forschungsförderberatung: Forschungszentrum CREST Christoph Görlich Wissenschaftlicher Koordinator Tel.: 0461 / 805-2893, christoph.goerlich@uni-flensburg.de Forschungszentrum ICES Dr. Maria Schwab Wissenschaftliche Koordinatorin Tel.: 0461 / 805-2499 maria.schwab@uni-flensburg.de Marlene Langholz-Kaiser Wissenschaftliche Koordinatorin Tel.: 0461 / 805-2571 ices@uni-flensburg.de Forschungszentrum ZeBUSS Dr. Simone Onur Wissenschaftliche Koordinatorin Tel.: 0461 / 805-3042 simone.onur@uni-flensburg.de Forschungsreferat Dr. Martina Kattein Forschungsreferentin Tel.: 0461 / 805-2788 forschungsreferat@uni-flensburg.de Antragsunterstützungen: Anna Schwarzinger Antragsmanagerin Tel.: 0461 / 805-2664 antragsberatung@uni-flensburg.de Klimagarten der EUF, Foto: Christian Stolz, EUF Zum Inhaltsverzeichnis mailto:christoph.goerlich%40uni-flensburg.de%20?subject= mailto:maria.schwab%40uni-flensburg.de?subject= mailto:ices%40uni-flensburg.de?subject= mailto:simone.onur%40uni-flensburg.de%20?subject= mailto:forschungsreferat%40uni-flensburg.de%20?subject= mailto:antragsberatung%40uni-flensburg.de?subject= 77Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024 ... für eine Beratung zu Qualifizierungsangeboten: Graduiertenzentrum GraZ Dr. Kathrin Rheinländer Geschäftsführerin Tel.: 0461 / 805-3335 graz@uni-flensburg.de ... für eine Beratung zum Forschungsdatenmanagement Forschungsreferat Bastian Voigtmann-Meising Referent für Forschungsinfrastruktur Tel.: 0461 / 805-2861 fdm@uni-flensburg.de ... bei Fragen, Anregungen und Kritik Vizepräsident*in für Forschung Tel. 0461 / 805 2802 vpforschung@uni-flensburg.de Forschungsreferat Tel. 0461 / 805 2788 forschungsreferat@uni-flensburg.de Herausgeberin: Präsidentin der Europa-Universität Flensburg Prof. Dr. Christiane Hipp Auf dem Campus 1 24943 Flensburg Projektkoordination und Redaktion: Vizepräsidentin für Forschung und Wissenstransfer Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut Dr. Martina Kattein, Forschungsreferat Gestaltung: Andrea Lechler, sightworks.de Flensburg, September 2025 Impressum Zum Inhaltsverzeichnis mailto:graz%40uni-flensburg.de%20?subject= mailto:fdm%40uni-flensburg.de%20?subject= mailto:vpforschung%40uni-flensburg.de?subject= mailto:forschungsreferat%40uni-flensburg.de?subject= http://sightworks.de 78Forschungsbericht der Europa-Universität Flensburg 2025 – Berichtszeitraum 2024
-
File type
- application/pdf
-
Referenced at
-