abgebildet ist der Schruftzug Internationaler Frauen*tag auf lila Hintergrund
abgebildet ist der Schruftzug Internationaler Frauen*tag auf lila Hintergrund

Probleme - Projekte - Veranstaltungen

#BreakTheBias ist das Motto des Internationalen Frauentags 2022. Die Initiatorinnen und Initiatoren rufen damit auf, eine Welt frei von Stereotypen, Vorurteilen und Diskriminierung zu erschaffen, die vielfältig, gleichberechtigt und integrativ ist und in der Unterschiede gewürdigt und gefeiert werden.  

Wir vom Team des Arbeitsbereichs Chancengleichheit möchten auf dieser Seite eine Reihe von drängenden Problemen für die Frauen* der Welt thematisieren, und eine kleine Auswahl von Projekten vorstellen sowie auf Veranstaltungen am 8. März und in den Tagen um den Internationalen Frauen*tag herum aufmerksam machen.

8. März in diesem Jahr anders begehen – Ein Aufruf der Feministinnen aus Russland

Liebe Freundinnen einer friedlichen und gerechteren Welt,

uns erreichte über die Städtepartnerschaft Hamburg - St. Petersburg ein Aufruf, den Frauentag am 8. März in diesem Jahr auch auf eine andere Weise zu begehen.

Frauen in Russland wehren sich unter hohen persönlichen Gefahren gegen die aggressive Militäraktion in der Ukraine.

Frauen aus Flensburg werden morgen, am 8. März 2022 diese Idee übernehmen und damit unsere Solidarität mit allen Frauen in Europa zeigen.

Wir nehmen unsere Blumen und legen sie um 14 Uhr beim Denkmal am Platz der Gärtner - Eingang Kloster - nach einer Schweigeminute ab.

Frieden ist die Grundvoraussetzung für ein Leben in Würde und Gleichberechtigung aller Frauen und Kinder.

Bitte senden Sie diesen Aufruf über alle Ihre Verteiler und wenn möglich organisieren Sie eine Kundgebung vor Ort. Machen Sie ein Foto und senden dies an #FeministAntiWarResistance

aus dem Original-Aufruf:

8. März

Blumen niederlegen, gesamtrussische Kampagne

"Wir, die Frauen Russlands, weigern uns in diesem Jahr, den 8. März zu feiern.

Schenken Sie uns keine Blumen, gehen Sie lieber hinaus und legen Sie sie zum Gedenken an die toten Zivilisten der Ukraine nieder, gegen die unser Land aggressive Militäraktionen entfesselt hat. Oder legen Sie die bereits geschenkten Blumen an den Denkmälern für die Gefallenen nieder: Blumen sind besser als Kugeln.

Lassen Sie sich nicht zu Provokationen hinreißen; bereiten Sie sich auf eine Inhaftierung vor - lesen Sie die Mitteilungen des OVD-info."

Wir wissen zu schätzen, dass das für uns in unserem Land nicht zutreffend sein wird.

Feministinnen in Russland protestieren gegen Putins Krieg

Feministinnen in Russland protestieren gegen Putins Krieg

Von Feministischer Widerstand gegen den Krieg

Übersetzung von Nikolas Perneczky

Der Feminismus gehört in Russland zu den wenigen Oppositionsbewegungen, die der staatlichen Repression standgehalten haben. Die Bewegung ruft in diesen Tagen Feministinnen weltweit dazu auf, sich Wladimir Putins Krieg entgegenzustellen.

Der folgende Text ist ein Manifest von Feministinnen in Russland, die sich gegen die Besetzung und den Krieg in der Ukraine zusammengeschlossen haben. Mehrere Dutzend feministische Basisgruppen sind aktuell in mindestens dreißig Städten aktiv. In diesem Manifest rufen Feministinnen, die in die Antikriegsproteste in Russland involviert sind, Feministinnen auf der ganzen Welt dazu auf, sich gegen die militärische Aggression der Putin-Regierung zu wehren.

Am 24. Februar gegen 5.30 Uhr Moskauer Zeit kündigte der russische Präsident Wladimir Putin eine »Sonderoperation« auf dem Gebiet der Ukraine an, um diesen souveränen Staat zu »entnazifizieren« und »entmilitarisieren«. Die Operation war von langer Hand geplant. Seit mehreren Monaten waren russische Truppen an die ukrainische Grenze vorgerückt. Zugleich leugnete die Führung unseres Landes die Möglichkeit eines militärischen Angriffs. Nun sehen wir, dass dies eine Lüge war.

Russland hat seinem Nachbarn den Krieg erklärt. Es hat der Ukraine das Recht auf Selbstbestimmung und jedwede Hoffnung auf ein friedliches Leben abgesprochen. Wir stellen fest – und das nicht zum ersten Mal – dass die russische Regierung seit acht Jahren Krieg führt. Der Krieg im Donbass ist eine Folge der illegalen Annexion der Krim. Wir sind der Ansicht, dass Russland und sein Präsident sich für das Schicksal der Menschen in Luhansk und Donezk nicht interessieren und dies auch nie getan haben und dass die Anerkennung beider als Republiken acht Jahre später nur ein Vorwand für den Einmarsch in die Ukraine unter dem Deckmantel der Befreiung war.

Als russische Bürgerinnen und Feministinnen verurteilen wir diesen Krieg. Feminismus als politische Kraft kann nicht auf der Seite eines Angriffskrieges und einer militärischen Besatzung stehen. Die feministische Bewegung in Russland kämpft für benachteiligte Gruppen und die Entwicklung einer gerechten, gleichberechtigten Gesellschaft, in der Gewalt und militärische Konflikte keinen Platz haben dürfen.

Krieg bedeutet Gewalt, Armut, Zwangsvertreibung, zerstörte Leben, Unsicherheit und fehlende Zukunft. Er ist unvereinbar mit den grundlegenden Werten und Zielen der feministischen Bewegung. Krieg verschärft die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und wirft menschenrechtliche Errungenschaften um viele Jahre zurück. Krieg bringt nicht nur die Gewalt der Bomben und Geschosse mit sich, sondern auch sexuelle Gewalt: Wie die Geschichte zeigt, steigt zu Kriegszeiten das Risiko, vergewaltigt zu werden, für alle Frauen um ein Vielfaches. Aus diesen und vielen anderen Gründen müssen russische Feministinnen und alle, die feministische Werte teilen, entschieden gegen diesen von der Führung unseres Landes entfesselten Krieg auftreten.

Der gegenwärtige Krieg wird, wie Putins Ansprachen zeigen, auch unter dem Banner jener von Regierungsideologen verkündeten »traditionellen Werte« geführt, die Russland in der ganzen Welt missionarisch zu verbreiten vorgibt, indem es Gewalt gegen diejenigen anwendet, die sich weigern, diese Werte zu akzeptieren oder andere Ansichten vertreten. Alle, die zu kritischem Denken fähig sind, verstehen, dass zu diesen »traditionellen Werten« die Ungleichheit der Geschlechter, die Ausbeutung der Frauen und die staatliche Unterdrückung von Menschen gehören, deren Lebensweise, Selbstverständnis und Handeln solch engen patriarchalischen Normen nicht entsprechen. Dass die Besetzung eines Nachbarstaates mit dem Ansinnen gerechtfertigt wird, derart verdrehte Normen sowie eine demagogische »Befreiung« zu befördern, ist ein weiterer Grund, warum sich Feministinnen in ganz Russland diesem Krieg mit aller Kraft entgegenstellen müssen.

Feministinnen sind heute eine der wenigen aktiven politischen Kräfte in Russland. Lange Zeit wurden wir von den russischen Behörden nicht als gefährliche politische Bewegung wahrgenommen und waren daher vorübergehend weniger von staatlicher Repression betroffen als andere politische Gruppierungen. Derzeit sind mehr als fünfundvierzig verschiedene feministische Organisationen im ganzen Land tätig, von Kaliningrad bis Wladiwostok, von Rostow am Don bis Ulan-Ude und Murmansk. Wir rufen russische feministische Gruppen und einzelne Feministinnen auf, sich dem Feministischen Widerstand gegen den Krieg anzuschließen und ihre Kräfte zu vereinen, um sich aktiv gegen den Krieg und die Regierung, die ihn begonnen hat, zu stellen. Außerdem rufen wir Feministinnen in der ganzen Welt auf, sich unserem Widerstand anzuschließen. Wir sind viele, und gemeinsam können wir viel erreichen: In den letzten zehn Jahren hat die feministische Bewegung eine enorme mediale und kulturelle Macht erlangt. Es ist an der Zeit, diese in politische Macht umzumünzen. Wir sind die Opposition gegen Krieg, Patriarchat, Autoritarismus und Militarismus. Wir sind die Zukunft, die sich durchsetzen wird.

Wir rufen Feministinnen auf der ganzen Welt auf:

Beteiligt euch an friedlichen Demonstrationen, startet Offline- und Online-Kampagnen gegen den Krieg in der Ukraine und Putins Diktatur, und organisiert eure eigenen Aktionen. Gerne könnt ihr das Symbol des Feministischen Widerstands gegen den Krieg in euren Materialien und Publikationen verwenden, ebenso wie die Hashtags #FeministAntiWarResistance und #FeministsAgainstWar.

Verbreitet Informationen über den Krieg in der Ukraine und Putins Aggression. Wir brauchen die ganze Welt, um die Ukraine in diesem Moment zu unterstützen und Putins Regime jede Unterstützung zu entziehen.

Teilt dieses Manifest mit anderen. Es ist notwendig zu zeigen, dass Feministinnen gegen diesen Krieg sind – und gegen jede Art von Krieg. Ebenso wichtig ist es zu beweisen, dass es noch russische Aktivistinnen gibt, die bereit sind, sich zum Widerstand gegen Putins Regime zusammenzuschließen. Wir alle laufen jetzt Gefahr, vom Staat verfolgt zu werden und brauchen eure Unterstützung.


Der Feministische Widerstand gegen den Krieg hat einen Telegram-Kanal mit zusätzlichen Informationen (auf Russisch). Die Mitglieder der Initiative sind aus Sicherheitsgründen anonym. Ihre Vertreterin in London ist Ella Rossman.

Amnesty International beklagt anhaltende Menschenrechtsverletzungen an Frauen

In vielen Ländern der Welt werden Frauen weiterhin diskriminiert und unterdrückt. Sie werden aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt, erleiden Gewalt oder werden sogar ermordet. Daran erinnert Amnesty am 8. März, dem Weltfrauentag. Die Amnesty-Themengruppe "Menschenrechtsverletzungen an Frauen" und die Amnesty-Ländergruppen Türkei und El Salvador haben Materialien und Aktionsvorschläge zusammengestellt, damit du gegen diese untragbaren Zustände aktiv werden kannst.

Türkei: Kein Schutz vor Gewalt

Das Ausmaß an Gewalt gegen Frauen in der Türkei ist laut eines aktuellen Amnesty-Berichts erschreckend. Im Durchschnitt wird täglich mindestens eine Frau aufgrund ihres Geschlechts ermordet. Diese Zahlen sind nicht vollständig, denn nicht selten werden Morde als Selbstmorde deklariert. Auch Mordversuche, bei denen Frauen oft schwer verletzt werden, gehören zum Alltag. Trotzdem hat der türkische Präsident Recep Erdoğan im März 2021 den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention verkündet, dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Seit dem 1. Juli 2021 ist der Austritt der Türkei rechtskräftig. Damit wurde signalisiert, dass Gewalt gegen Frauen in der Türkei akzeptiert wird und dass der Staat den Frauen seinen Schutz entzieht.

Auf www.amnesty-frauen.de findest du einen Flyer mit der Schilderung von Einzelfällen, eine Postkarte an die türkische Gesundheitsministerin, eine Aktionsanleitung sowie Musterbriefe an den türkischen Justizminister und den türkischen Innenminister zum Ausdrucken

USA: Das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche  schützen

 In den USA ist das Recht auf Schwangerschaftsabbruch stark bedroht. Im Bundesstaat Texas ist vor kurzem ein Gesetz in Kraft getreten, das eine Abtreibung bereits ab der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet. Oft ist zu diesem Zeitpunkt eine Schwangerschaft noch gar nicht bekannt. Dieses Verbot beinhaltet ein Selbstjustizprogramm, bei dem jede Person verklagt werden kann, die im Verdacht steht, einer Person, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen will, zu helfen – gegen ein Kopfgeld von 10.000 US-Dollar. Andere Bundesstaaten haben bereits entsprechende Gesetzesentwürfe eingebracht.

Die Entkriminalisierung und Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Ländern wie Argentinien, Irland und Mexiko in den vergangenen Jahren ist ein großer Erfolg für die Weltgemeinschaft. Die Verbote in den USA sind hingegen ein düsteres Zeichen. Schwarze, indigene und Minderheiten angehörende Frauen und Mädchen sowie LBTQ+ und Menschen mit geringem Einkommen sind von den Einschränkungen des Rechts auf einen sicheren Schwangerschaftsabbruch besonders stark betroffen.

Werde aktiv und beteilige dich an der Online-Petition der US-amerikanischen Amnesty-Sektion auf amnestyusa.org (auf Englisch)

Auf www.amnesty-frauen.de findest du unter anderem eine Aktionsanleitung und ein Info-Blatt

El Salvador: Sie hätten niemals festgenommen werden dürfen

Das absolute Abtreibungsverbot in El Salvador gefährdet Leib und Leben von Frauen und Mädchen. Frauen, die Fehlgeburten erleiden, werden beschuldigt, einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen zu haben, und zu hohen Haftstrafen verurteilt. Sogar schwer erkrankten Frauen wird während der Schwangerschaft eine medizinische Behandlung verweigert, wenn dabei unter Umständen der Fötus geschädigt werden könnte, etwa bei Krebs. Darüber hinaus müssen Frauen, deren Fötus nachweislich nicht lebensfähig ist, das Kind bis zur natürlichen Geburt austragen. Selbst Zwölfjährige, die vergewaltigt worden sind, müssen das Kind austragen.

Amnesty International setzt sich für die Abschaffung des absoluten Abtreibungsverbotes ein, damit die Gesundheit von Frauen und Mädchen nicht gefährdet wird und Frauen für die Wahrnehmung ihrer reproduktiven Rechte nicht bestraft werden.

Auf www.amnesty-frauen.de findest du einen Musterbrief an den Präsidenten El Salvadors zum Ausdrucken auf Deutsch und Spanisch

Weitere Informationen zur Lage in El Salvador findest du auf www.ai-el-salvador.de
 

 Afghanistan: #OpenSchoolsForGirls

Am 22. März 2022 endet in Afghanistan die Winterpause, die Schule fängt wieder an. Amnesty fordert, dass die Mädchen der Sekundarstufe dann wieder zur Schule gehen dürfen. Am 24. Januar, dem Weltbildungstag, startete die Aktion #OpenSchoolsForGirls, die sich an die in Afghanistan herrschenden Taliban richtet und das Recht auf Bildung für Mädchen einfordert. Auch die deutsche Amnesty-Sektion hat sich an der Aktion beteiligt. Am 8. März 2022 werden alle Amnesty-Sektionen ihre für die Rechte von Frauen und Mädchen in Afghanistan gesammelten Unterschriften an die Regierungen ihres Landes übergeben, um weiteren internationalen Druck aufzubauen.

Zeige deine Solidarität mit Schülerinnen und Frauen in Afghanistan: Drucke eine dieser drei Grafiken aus, mach ein Foto davon, wie du sie hochhältst, und poste dieses Foto anschließend in den sozialen Medien. Bitte füge @amnestysasia ein und verwende #OpenSchoolsforGirls, #SpeakUpforAfghanWomen und #EducationForAll als Hashtags.

Es wäre schön, wenn du viele andere Menschen zur Teilnahme an dieser Online-Aktion bewegen könntest.

Equal Pay Day 7.3.22 - Fakten und Ursachen

Der aktuelle Gender Pay Gap in Deutschland

Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer, das hat das Statistische Bundesamt für das Jahr 2020 berechnet. Als Gender Pay Gap oder geschlechtsspezifische Lohnlücke wird die prozentuale Differenz zwischen durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Männer und dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Frauen im Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Männer bezeichnet. Frauen verdienten im Jahr 2020 mit durchschnittlich 18,62 Euro brutto in der Stunde 4,16 Euro weniger als Männer (22,78 Euro).

Rechnet man den Wert von 18 Prozent in Tage um, arbeiten Frauen vom 1. Januar an 66 Tage umsonst. Der nächste Equal Pay Day findet deshalb am 7. März 2022 statt.

In den vergangenen Jahren hat sich der Gender Pay Gap nur sehr langsam verringert. Damit bleiben wir Schlusslicht im europäischen Vergleich. Ein Teil dieser Lohnlücke lässt sich auf sogenannte strukturelle Unterschiede zurückführen. Viele Frauen erlernen Berufe, die schlechter bezahlt sind, arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs.

Ursachen

In Sachen Lohngerechtigkeit scheint alles mit allem zusammenzuhängen. Aber diese Ursachenvielfalt darf nicht entmutigen! Im Wesentlichen sind es die folgenden Punkte, die sich in vielen Studien als ausschlaggebend herausstellten:

  1. Horizontale Segregation: Frauen und Männer verteilen sich auf unterschiedliche Branchen und Berufe. Frauen ergreifen häufig Berufe im Bereich der personenbezogenen und sozialen Dienstleistungen, wie z.B. Krankenschwester oder Erzieherin, überwiegend mit geringen Verdienst-, Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Umgekehrt sieht es in sogenannten Männerberufen aus: Überdurchschnittlicher Verdienst mit Karriereoptionen. Die unterschiedliche Berufswahl wird stark von Rollenstereotypen beeinflusst.
     
  2. Vertikale Segregation: Frauen und Männer arbeiten in Betrieben auf unterschiedlichen Positionen und Hierarchiestufen. Der Anteil von Frauen in Leitungs- und Entscheidungspositionen ist nach wie vor gering.
     
  3. Familienbedingte Unterbrechungen: Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt durch z.B. Elternzeit oder Pflege von Angehörigen häufiger und länger als Männer. Diese "Fehlzeiten" und darauf folgende Einstiegshemmnisse haben lang nachwirkende Einbußen bei Lohn- und Einkommensentwicklung zur Folge, was sich bis in die Rentenphase niederschlägt.
     
  4. Geschlechterstereotype beeinflussen Arbeitsbewertung: Frauentypische Berufe sind weiterhin unterbewertet. Aufwertung dieser Berufe heißt nicht nur, die Wahrnehmung des gesellschaftlichen Werts von frauendominierten Berufen zu erhöhen, sondern auch die Berufe endlich ihren Anforderungen gemäß besser zu bezahlen.
     
  5. Fehlende Gehaltstransparenz: Entgeltgleichheit setzt Transparenz voraus. Bestehende (auch unbewusste) Entgeltunterschiede können nur durch transparente Entgeltstruktur aufgedeckt werden.

Weiterführende Links:
Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 9. März 2021
4. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland: Auf dem Weg zur Entgeltgleichheit von Frauen und Männern
Dossier des BMFSFJ vom 4. September 2020

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation - FGM)

"Eine grausame Tradition: Mädchen wird der Genitalbereich abgeschnitten, meist ohne Betäubung, mit Rasierklingen oder sogar Glasscherben. Der Eingriff verursacht körperliche und seelische Schmerzen, die ein Leben lang anhalten, und viele sterben an Infektionen. Schätzungen zufolge gibt es weltweit rund 200 Millionen Mädchen und Frauen, die beschnitten wurden. Da die weibliche Genitalverstümmelung aber meist im Verborgenen geschieht, liegt die eigentliche Zahl wahrscheinlich wesentlich höher."

Mehr zu dieser Menschenrechtsverletzung, die auch in Deutschland praktiziert wird, lesen Sie hier.

Gender Care Gap - Sorgarbeit und Corona - Care Revolution - "Mental Load"

"Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Hausarbeit, Ehrenamt: Frauen wenden pro Tag im Durchschnitt 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Dieser Unterschied wird als 'Gender Care Gap' bezeichnet. Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an gesellschaftlichen Prozessen ist eine Herausforderung. Möglich ist das nur, wenn auch die unbezahlte Sorgearbeit - der Einsatz für Familie, Haushalt und Ehrenamt - von Frauen und Männern gemeinsam wahrgenommen wird. Wie das funktionieren kann, ist ein Thema der Gleichstellungspolitik." Hier gibt's mehr Informationen zum Gender Care Gap

"Die Corona-Krise hat das soziale und ökonomische Leben in Deutschland innerhalb weniger Tage fast komplett lahm gelegt. Das Schließen vieler Geschäfte und das Herunterfahren der Produktion von Waren, die nicht als systemkritisch eingestuft werden, hat viele Beschäftigte sehr hart getroffen. Hinzu kommt, dass viele Arbeitnehmer*innen aufgrund der Schließung von Kitas und Schulen dazu gezwungen sind, ihre Erwerbstätigkeit zu reduzieren beziehungsweise komplett aufzugeben, um ihre Kinder zu betreuen. Diese Last der verminderten Erwerbstätigkeit einerseits und der vermehrten Kinderbetreuung andererseits trifft Frauen aber noch stärker als Männer, was vor allem auf lange Sicht verheerende Folgen haben kann."
Lesen Sie hier weiter.

"Das Netzwerk Care Revolution ist ein Zusammenschluss von über 80 Gruppen und Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in verschiedenen Feldern sozialer Reproduktion – Hausarbeit, Gesundheit, Pflege, Assistenz, Erziehung, Bildung, Wohnen und Sexarbeit – aktiv sind. Gemeinsam ist ihnen der Kampf gegen Lücken in der öffentlichen Daseinsvorsorge, die zu Überforderung und Zeitmangel führen." Informationen zum Netzwerk Care Revolution und zur Kampagne "Platz für Sorge" gibt's hier.

Haben Sie schon mal von Mental Load gehört? Hier geht's zu einem Auszug aus dem gleichnamigen Comic . 

Westafrika - sexualisierte Gewalt, Genitalverstümmelung, mangelnder Bildungszugang

"Die Länder der Mano-River-Region, wozu neben Liberia auch Sierra Leone und die Elfenbeinküste gehören, sind Teil eines regionalen Konfliktsystems. Jahrzehnte von Gewalt, Aufständen und politischer Instabilität haben die Region geprägt. In allen Konflikten hat es ein großes Ausmaß an sexualisierter Gewalt gegeben. Bis heute ist geschlechtsspezifische Gewalt weit verbreitet. Während die Täter meist straffrei ausgehen, haben die Überlebenden kaum Zugang zu Unterstützung und Schutz und werden zudem oft stigmatisiert."

Mehr über die Situation der Frauen in Westafrika erfahren Sie hier.

Häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen

"Frauen erfahren Gewalt aufgrund ihres Geschlechts. Gewalt gegen Frauen ist Ausdruck eines Macht-Ungleichgewichtes zwischen den Geschlechtern. Es gibt viele Erscheinungsformen von Gewalt gegen Frauen: körperliche Gewalt, sexualisierte Gewalt und sexuelle Belästigung, psychische Gewalt und strukturelle Gewalt, die persönliche Freiheiten und Lebenschancen einschränkt." Weitere Informationen gibt es z.B. hier und hier.  

"Nach Angaben der Vereinten Nationen ist sexualisierte Gewalt zwischen Personen in partnerschaftlicher beziehungsweise familiärer Lebensgemeinschaft in 125 Ländern gesetzlich verboten. Das sind immerhin knapp zwei Drittel aller Länder dieser Welt. Die weltweite Frauenbewegung hat also viel bewirkt. Sexualisierte Gewalt ist auch innerhalb der Familie keine Privatsache mehr. Aber die Umsetzung der Gesetze trifft auf Widerstände. Warum praktizieren viele PolizistInnen, StaatsanwältInnen, RichterInnen oder Dorfälteste nach wie vor eine Rechtsausübung zugunsten der Täter?
10 Gründe, warum sexualisierte Gewalt kein Zufall und durch nichts zu entschuldigen ist", lesen Sie hier.

Sie möchten einer betroffenen Person helfen? Unterstützung finden Sie hier.

Menschenhandel und Zwangsprostitution

"Die Zahl der weltweit dokumentierten Fälle von Menschenhandel ist weiter angestiegen – das zeigt der Globale Bericht über Menschenhandel 2018, der im Januar vom Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODOC) herausgegeben wurde. Für die Studie wurden Daten aus 142 Ländern gesammelt und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen deutlich: besonders gefährdet sind Mädchen und Frauen; fast drei Viertel aller Betroffenen sind weiblich. Die Frauen werden insbesondere zum Zweck der Zwangsprostitution versklavt und ausgebeutet."

Mehr zum Thema lesen Sie hier.