Akademische Karrieren in Preußen und Deutschland 1850-1945

Die Datenbank enthält Daten zu Prüfungen, Bestand und Arbeitsmarkt von sechs akademischen Karrieren von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts: evangelische Theologie, Jura, Medizin einschließlich Pharmazie und Zahnmedizin, Lehramt an höheren Schulen, Ingenieurswissenschaften und Chemie, in den Gebieten von Preußen und Deutschland. Die Daten sind zum überwiegenden Teil in Primär- und Sekundärquellen, z.B. in Verbandszeitschriften oder amtlichen Statistiken, vorhanden. Ein großer Teil der Daten ist im folgenden, zur Datenbank gehörigen Buch in Tabellen veröffentlicht:

Müller-Benedict, Volker unter Mitarbeit von Jörg Janssen und Tobias Sander 2007: Akademische Karrieren in Preußen und Deutschland 1850-1945. Datenhandbuch zur Deutschen Bildungsgeschichte, Band VI. Göttingen:Vandenhoeck&Ruprecht

In diesem Buch finden sich neben weiteren Informationen zu den Daten detaillierte Darstellungen der historischen Entwicklung der Karrieren und eine vergleichende Analyse. Die Datenbank sollte nicht ohne dieses Buch benutzt werden.

Inhaltliche Hinweise zum Suchen und Finden von Daten befinden sich unter Inhaltshilfe.
Technische Hinweise zur Bedienung befinden sich unter Technikhilfe.  

Ein Beispiel, was man aus diesen Daten machen kann:

Die Altersstruktur der Lehrer an höheren Schulen in %. Bis 1939: Preußen, ab 1949: BRD (Gymnasium/Sek II). Quelle: bis 1939: TITZE/NATH/MÜLLER-BENEDICT 1985, dazu Stat. Bundesamt Fachserie A, Reihe 10,11. Zwischen 1940 und 1955 Datenlücke. Lesehilfe: der höchst Punkt des „Gebirges“ z.B. zeigt an, dass um 1941 etwa 6,7% aller Lehrer an höheren Schulen 53 Jahre alt waren. („Fußpunkt“ dieses höchsten Punktes ist die Kreuzung aus den zwei Achsen „Jahr“ 1941 und „Alter“ 53, seine Höhe ist ca. 6,7 „%“)

Die Grafik zeigt, dass die Nachfrage nach Gymnasiallehrern in den letzten 130 Jahren zyklisch mit einem Rhythmus von ca. 30-35 Jahren schwankte. Immer, wenn die "Bergrücken" die Pensionsgrenze (den hinteren Rand der Grafik) erreichen, ist die Nachfrage besonders hoch, z.B. der heutigen Zeit (seit 2005). Da alle Akademiker die höhere Schule durchlaufen müssen, ist zu vermuten, dass diese Schwankung auch Auswirkungen auf die anderen Karrieren hatte und weiterhin haben wird: ein seit 150 Jahren wiederkehrender Akademikermangel. Die weitere Analyse der Konsequenzen findet sich im Artikel "Ist Akademikermangel unvermeidbar?" (Müller-Benedict) in der Zeitschrift für Erziehungswissenschaften 4/2002, S. 672-692