Abschlussveranstaltung zu "Rechtsextremismus als Provokation für 'Freiheit' - eine Suche nach Umgangsmöglichkeiten in der Schule"

Datum: der Termin muss auf Grund der Coroa-Einschränkungen nachgeholt werden
Uhrzeit: 18:00 - 20:00 Uhr
Raum: Gebäude Helsinki, HEL 063
Referent: Prof. Dr. Thomas Bliesener
Veranstaltungsnummer: EUL 0260

Programm

17:45 Uhr      Ankommen & Austausch
18:15 Uhr      Grußworte & Organisatorisches
                          Prof. Dr. Torsten Eckermann, Vize-Direktor des ZfL Flensburg
                          Greta Braun, 1. Vorsitzende des AStA der EUF
                          Torsten Nagel, AWO Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

18:45 Uhr      Wie radikalisieren sich Jugendliche?
                           Vortrag von Prof. Dr. Thomas Bliesener
                           Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN)


19:30 Uhr      Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein
                           Bestandsaufnahme von Torsten Nagel
                           AWO Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

20:00 Uhr      aktiver Ausklang

Wie radikalisieren sich Jugendliche?

Die Bedeutung rechter Kontakte, rechter Einstellungen und allgemeiner Gewaltneigungen für die Radikalisierung im Jugendalter

Eine Kurzbeschreibung zum Vortrag von Herrn Prof. Dr. Thomas Bliesener.

Politische oder weltanschauliche Radikalisierungen stellen für das gesellschaftliche Miteinander ein zunehmendes Problem dar. Die detaillierte Analyse einiger individueller Radikalisierungsverläufe der Vergangenheit hat verschiedene Risiko- und Bedingungsfaktoren der Radikalisierung aufgedeckt. Fraglich bleibt allerdings, inwieweit diese verschiedenen Faktoren hinreichende Bedingungen für eine Radikalisierung sind und es sich nicht um lediglich jugendtypische Einstellungs- und Verhaltensmuster handelt, die einen beginnenden Radikalisierungsprozess keineswegs zweifelsfrei erkennen lassen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein falscher Alarm, ein unangebrachtes frühes Eingreifen und die damit einhergehende Etikettierung die Radikalisierung eines Jugendlichen erst anstoßen kann. In einer groß angelegten Untersuchung wurden Schülerinnen und Schülern (N > 2.800) aus Schleswig-Holstein zu ihren politischen und weltanschaulichen Einstellungen, ihrer Gewaltbilligung und ihrem extremistischen Verhalten befragt. Die Ergebnisse dieser Studie und weiterer Befragungen des KFN in diesem Themenfeld stellen einige bisherige Annahmen zum Verlauf von Radikalisierungen infrage und legen Erweiterungen der präventiven Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen nahe. Der Vortrag informiert über die vorliegenden Erkenntnisse zu Radikalisierungsverläufen, die Bedingungen, die Radikalisierungen begünstigen, und die Zuverlässigkeit von Frühwarnzeichen. Auch mögliche präventive Ansätze im schulischen Kontext werden diskutiert.

Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein - Eine Bestandsaufnahme

Eine Kurzbeschreibung zum Beitrag des Regionalen Beratungsteams von Herrn Thomas Nagel.

Die Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus nehmen in ihrer Arbeit in Schleswig-Holstein eine Zunahme von Ideologien der Ungleichwertigkeit innerhalb der Gesellschaft wahr. Immer häufiger bleibt dieser "Hass" nicht in geschlossenen "Whats-up" Gruppen oder sozialen Medien. Rassismus richtet sich gegen Geflüchtete, Muslime und People of Color, wie bei den rassistischen, rechtsterroristischen und antisemitischen Attentaten und Angriffen von Hanau und Halle. Rassismus, Antifeminismus und Antisemitismus und damit einhergehende Ungleichwertigkeitsvorstellungen sind innerhalb der Gesellschaft verankert und dienen als Scharniere, an die Rechtsextreme mit ihrer Ideologie andocken können.

In einer Bestandsaufnahme wird unter Einbeziehung der Situation an Schulen ein Blick auf die derzeitige Lage in Schleswig-Holstein geworfen, ein Bundesland das 2017 mit 1,63 rechtsextrem motivierten Gewalttaten auf 100000 Einwohner*innen gerechnet den Spitzenplatz bei den alten Bundesländern einnahm (vgl. Statista.com).

Anmeldungen

Anmeldungen sind bis zum 09.04.2020 über Formix möglich.