Veranstaltungen

Veranstaltungsreihe "Didaktisches Dreieck revisited"

Im Fokus dieser Veranstaltungsreihe stehen Forschungsbeiträge, die sich aus didaktischer Perspektive mit (Schul-)Unterricht und dem ihm immanenten Zusammenspiel von Lehrer*innen, Schüler*innen und Lerngegenstand (also dem sogenannten "didaktischen Dreieck") auseinandersetzen.

Entlang von Fragen, die sowohl aus professionalisierungstheoretischer Sicht wie auch aus jener der Bildungs- und Unterrichtsforschung relevant erscheinen, soll die Veranstaltungsreihe Möglichkeiten zum Dialog eröffnen:

  • Wie denken wir unterrichtliche Vermittlung? Wie geschieht dies aus allgemein-didaktischer Perspektive? Wie aus fachdidaktischer Perspektive?
  • Auf welche theoretischen Modelle unterrichtlicher Vermittlung stützen wir uns dabei? Und zu welchen Erkenntnissen kommen wir in der Forschung?
  • Wie verhält sich unterrichtliche Vermittlung zu anderen Aktivitäten im Unterricht?

Alle Interessierten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Referent: Timo Dauth (Europa-Universität Flensburg)
Uhrzeit: 18.15-19.45 Uhr
Ort: Modulbau RIGA 5

Beschreibung:
Wird angenommen, dass musikalische Bildung nicht direkt vermittelt werden kann, sondern durch ästhetische Erfahrungen stattfindet, können Lehrende nur polyvalente Angebote schaffen, während sie Lernenden zugestehen, frei und selbstbestimmt mit diesen umzugehen. Der Vortrag diskutiert aus musikpädagogischer Perspektive die Möglichkeiten räumlich-metaphorischer Sprache, die Asymmetrien musikalisch-ästhetischer Bildungsprozesse – für Forschung und Unterrichtspraxis gleichermaßen – zu verbalisieren und greifbar zu machen.

Referent: Dr. Sascha Kabel (Europa-Universität Flensburg)
Uhrzeit: 18.15-19.45 Uhr
Ort: Modulbau RIGA 5

Beschreibung: In der schulpädagogischen und (fach-)didaktischen Literatur gilt Binnendifferenzierung meist als eine äußerst wirkungsvolle Maßnahme in Hinblick auf den Umgang mit der Heterogenität von Schüler*innen. Im Rahmen des Vortrags wird diese Annahme unter Rekurs auf rekonstruktive Analysen differenzierter Unterrichtsmaterialien für die Grundschule befragt. Geschaut werden soll, welche Differenz(en) wie didaktisch relevant gemacht werden und welche Konstrukte von Schüler*innen/-typen in die didaktischen Materialien eingeschrieben sind.

Referent: Edgar Sauerbier (Europa-Universität Flensburg)
Uhrzeit: 18.15-19.45 Uhr
Ort: Modulbau RIGA 5

Beschreibung: In der Sportdidaktik ist der didaktische Stern nach Scherler die theoretische Basis und in der Auseinandersetzung mit den Anforderungen der Inklusion existiert eine hohe transformierende Korrespondenz zum Trilemma bei M.-A. Boger. Über die Verknüpfung zum Dortmunder Profil für inklusionsorientierte Lehrer*innenbildung wandelt sich eine Formfläche zu einem Raumkörper, der in der Sportdidaktik wiederum seit Balz konstruiert, aber nie ästhetisch reflektiert wurde. Bezogen auf ein resonanzarmes Leistungsparadigma sportunterrichtlicher Vermittlungspraxis – könnten Rosas Resonanzachsen die Verbindung sein, um die Lücke zwischen Kompetenzraum und didaktischer Fläche zu schließen.

Referentin & Referent: Prof.in Dr. Birgit Peuker & Prof. Dr. Volkmar Herkner (Europa-Universität Flensburg)
Uhrzeit: 18.15-19.45 Uhr
Ort: Modulbau RIGA 7

Beschreibung: 
Unter anderem mit Handlungsorientierung und Lernfeldkonzept zog in den 1990er Jahren die arbeitsorientierte Wende der Berufspädagogik auch zunehmend in den berufsbezogenen Unterricht ein. Seitdem dient die Orientierung an der vollständigen Handlung den Lehrkräften an berufsbildenden Schulen als Leitplanke, durch die sie Unterricht strukturieren. Das Paradigma hat eine immense Bedeutung erhalten und trägt dazu bei, dass zukünftige Fachkräfte nicht nur fachliche Inhalte durch Auseinandersetzung mit ihnen aufnehmen, sondern auch die für die Berufs- und Lebenswelt besonders wichtigen Prozesse und Verfahren verstehen. Inzwischen ist die vollständige Handlung sogar schon so wirkungsstark geworden, dass Skepsis wegen einer zu starken Dominanz im berufsbezogenen Unterricht aufkommen sollte.

Referentin: Prof.in Dr. Maria Hallitzky (Universität Leipzig)
Uhrzeit: 18.15-19.45 Uhr
Ort: Modulbau RIGA 7

Beschreibung: 
Der Vortrag arbeitet zunächst – beispielhaft am (schriftlichen) Austausch von Wissenschaftler*innen mit einer Lehrer*in – die Differenz unterschiedlicher Perspektivierungen von Unterricht heraus. Die differenten Perspektiven auf denselben oder zumindest als "derselbe" gedachten Gegenstand und die darin geborgenen Verständnisse der unterrichtlichen Sache und ihrer Vermittlung werden in ihrer Funktionalität für das jeweilige Bezugsfeld ausgeleuchtet. Dabei wird der Versuch unternommen, unterschiedliche Vorstellungen und Konzepte von Unterricht und dessen analytischer Reflexion wahrzunehmen und produktiv in das eigene Verständnis von Unterricht aufzunehmen, ohne die je eigene Dignität der unterschiedlichen Handlungsfelder infrage zu stellen.

Referent: Dr. Michael Meier (Europa-Universität Flensburg)
Uhrzeit: 18.15-19.45 Uhr
Ort: Modulbau RIGA 7

Beschreibung: Eine bekannte Revision des didaktischen Dreiecks ist von Andreas Gruschka (2002) vorgelegt worden: Das didaktische Dreieck sei besser als didaktische Pyramide zu denken. Ebenso wie das didaktische Dreieck entwirft die didaktische Pyramide das Verhältnis zwischen Schüler*in und Gegenstand/Objekt - andere Schüler*innen als Koakteure der Unterrichtssituation, als Vermittler*innen und Aneigner*innen, sind in diesem Modell nicht integriert. Der Beitrag wird aus Sicht der schulischen Unterrichts- und Peerkulturforschung Fragen aufwerfen, die sich mit Blick auf eine Weiterentwicklung des Modells als weiterführend herausstellen könnten.

Referentin: Melanie Richter-Oertel (Europa-Universität Flensburg)
Uhrzeit: 18.15-19.45 Uhr
Ort: Modulbau RIGA 7

Beschreibung: 
Der Vortrag nimmt die Konstruktion von Unterrichtsgegenständen in gesellschaftswissenschaftlichen Verbundfächern kritisch in den Blick und argumentiert mit Transdisziplinariät als theorieleitendem Prinzip für eine neue Perspektive, die sowohl die Schüler*innen als Akteure im Unterricht ernst nimmt, als auch die fachdidaktische und gesellschaftstheoretische Standortgebundenheit der Lehrkräfte stärker in den Fokus rückt.

Ausgehend von dem Desiderat einer Verbundfachdidaktik besteht hierbei ein Schwerpunkt in der Abgrenzung des spezifischen Gegenstands der Verbundfächer gegenüber dem Unterricht im Einzelfach.