ZeBUSS Workshop "Typenbildung in der Dokumentarischen Methode"

01. November 2018 | 09:00 - 17:00 Uhr | RIG 514

Die Dokumentarische Methode orientiert sich als Verfahren der rekonstruktiven Sozialforschung an der Wissenssoziologie Karl Mannheims und wird bei der Analyse unterschiedlicher Datensorten (z.B. Gruppendiskussionen, Interviews, Bild- und Videomaterial) verwendet. Im Kern geht es der Dokumentarischen Methode um die Rekonstruktion praktischen Erlebens und um die Herausarbeitung konjunktiver Erfahrungsräume. Dabei wird ein Zugang zur Handlungspraxis gewählt, indem die sich dokumentierenden Handlungsorientierungen herausgestellt werden. Konstitutiv ist die Unterscheidung verschiedener Wissensformen, die im Rahmen eines mehrstufigen Auswertungsverfahrens zugänglich gemacht werden.

Der eintägige Workshop liefert eine Einführung in die Typenbildung der Dokumentarischen Methode. Die Typenbildung ermöglicht die Ausarbeitung generalisierender Aussagen von qualitativen Daten. Aufbauend auf dem einführenden ZeBUSS-Workshop zur Dokumentarischen Methode im Juni 2018 wird nun der Frage nachgegangen, wie auf der Grundlage der vorangegangenen reflektierenden Interpretationen und Falldarstellungen sowie der sich dort abzeichnenden Orientierungsrahmen eine weitere Rekonstruktion der Daten in Richtung einer Typenbildung erfolgen kann.

Der erste Teil des Workshops gibt einen Überblick zu den drei gegenwärtig diskutierten Formen der Typenbildung: sinngenetische, soziogenetische sowie relationale Typenbildung. Dabei wird sowohl in die theoretischen als auch methodologischen Voraussetzungen für die übergreifende Betrachtung von Rekonstruktionen eingeführt.

Der zweite Teil des Workshops ist als Forschungswerkstatt gestaltet. Hier werden an empirischen Beispielen Ansätze einer Typenbildung mit der Referentin und den Teilnehmer*innen erarbeitet und diskutiert.

Referentin: Prof. Dr. Tanja Sturm (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

Leitung: Dr. Martin Bittner, Marina Dangelat

Zielgruppe: Doktorand*innen und PostDoktorand*innen der Bildungs-, Sozial- und Humanwissenschaften an der EUF