Verantwortlich

Prof. Dr. Jürgen Budde

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Laufzeit

01.10.2017 - 30.09.2020

Projektmitarbeitende

Institutionen der EUF

Finanzierung

Dieses Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).


KoPra - Kooperationspraxis im inklusiven Unterricht

Das Teilprojekt Kooperationspraxis im inklusiven Unterricht (KoPra) gehört zum Projektverbund Professionalisierung durch Fallarbeit in inklusiven Settings (ProFiS), welchs vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) drei Jahre lang (2017 - 2020) gefördert wird.

Stichworte

KoPra, Kooperationspraxis, ProFIS, BMBF

Beschreibung

Die Projekttitel drücken bereits wesentliche Ziele aus: Es geht darum, die – im Rahmen der Umsetzung von Inklusion zunehmend multiprofessionelle –  Kooperationspraxis von Regelschullehrer*innen, Sonderpädagog*innen, Sozialpädagog*innen und Schulbegleiter*innen im Unterricht empirisch zu untersuchen. Für das Verbundprojekt soll KoPra dadurch einen Beitrag dazu leisten, Elemente einer fallbezogenen, kasuistischen Lehrerbildung zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren.

Das KoPra-Projekt beschäftigt sich empirisch mit der Frage, wie pädagogische Ordnung unter den Bedingungen der Kooperation im Unterricht hergestellt wird: Dem liegt die praxistheoretische Annahme zugrunde, dass die beobachtbaren Aktivitäten der Akteur*innen weder durch die Organisation von Schule und Unterricht determiniert werden noch von diesen unabhängig sind. Vielmehr produzieren, reproduzieren und kommunizieren die Akteur*innen durch ihr konkretes Tun ein bestimmtes pädagogisches Know-How, ein Wissen darüber, "wie es geht", wenn man als Lehrer*in in einer Klasse bzw. Schule kooperierend Unterricht hält. Dies tun sie auf der Basis etablierter Praktiken (des Lehrers, in der Klasse, an der Schule, im Stadtteil, etc.), die jedoch nie nur nachgeahmt, sondern an die konkrete Situation angepasst werden. Ihr Tun ist begrenzt durch Möglichkeitsräume, die bestimmen, was legitimes, angemessenes und professionelles pädagogisches Handeln ausmacht, an deren Gestaltung sie jedoch gleichzeitig auch selbst mitwirken. Dies gilt sowohl im materiellen Sinne – die Dinge im Klassenraum und ihre Anordnung legen als arrangements bestimmte Praktiken nahe und verhindern andere – als auch für situationsübergreifende, nicht direkt sichtbare Einflüsse wie die kumulierte Erfahrung der Akteur*innen (vgl. Schatzki 2016: 29-44).

KoPra will das hierin liegende, implizite Wissen (vgl. Budde 2017: 811) durch teilnehmende Beobachtung und  Videographie von Unterricht sowie durch die Begleitung anschließender, video-gestützter Fallarbeit freilegen und so Aufschluss darüber geben, welche impliziten Wissensbestände für die Akteur*innen im konkreten Unterricht bedeutsam werden, woran sie ihre Handlungen orientieren, welche Erziehungsstile sie pflegen, welche (differierenden) Einstellungen sichtbar und wie diese aufeinander bezogen werden.

Auf dieser Basis werden dann innerhalb des gesamten Forschungsverbundes gemeinsame Fortbildungskonzepte für Regel- und Sonderschullehrer*innen entwickelt und erprobt.