INA: Innovative Arbeitsgruppenkonzepte zur Integration von Informatik und beruflicher Selbstständigkeit für junge Frauen

Verbundprojekt der Universitäten Flensburg und Siegen

Prof. Dr. Ilona Ebbers/Prof. Dr. Volker Wulf

Das Ziel des Projektes ist die Erschließung junger Frauen (Mittelstufe des Gymnasiums) für die berufliche Option der unternehmerischen Selbstständigkeit in der IT-Branche (High-Tech-Gründerinnen). Dieses Ziel soll erreicht werden, indem junge Frauen schon frühzeitig mit dem Themengebiet der Informatik praktisch und spielerisch in Berührung kommen. Hierzu wird ein Lehr-Lern-Konzept für eine Arbeitsgemeinschaft (AG) mit einer Laufzeit von einem Schulhalbjahr konzipiert, das unter genderspezifischen Gesichtspunkten IT für junge Frauen attraktiver werden lassen soll. Dies geschieht durch handlungsorientierte Lehr-Lern-Arrangements, in denen die Teilnehmenden die Entwicklung von IT-Produkten und -Ideen, wie im Ernstfall bei einer Existenzgründung, selbstständig in didaktisch reduzierter Form erleben. Als Pilotschulen fungieren im Rahmen des Projektes insgesamt drei mono- und koedukative Gymnasien in Nordrhein-Westfalen.

Im Rahmen qualitativer Interviews soll im Vorfeld ein fundierter Einblick in das soziale und schulische Umfeld der jungen Frauen sowie deren Interessen, Fertigkeiten und Ziele gewonnen werden. Dieser wird anschließend zu den Daten, die im Rahmen von Unterrichtsbeobachtungen vor und während der ersten inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Thematik der unternehmerischen Selbstständigkeit in der IT-Branche gewonnen werden, in Bezug gesetzt.

Im zweiten Schritt werden inhaltliche Grundlagen geschaffen und die Teilnehmenden der Informatik-AG für die Thematik der unternehmerischen Selbständigkeit im Informatikbereich sensibilisiert und motiviert. Aufbauend auf den aktuellen Forschungsergebnissen zu diesem Thema sowie den Ergebnissen der qualitativen Studie und den Unterrichtsbeobachtungen soll mit den Teilnehmenden im dritten Schritt ein Gründungskonzept im Bereich der Informatik umrissen werden. Mit der visuellen Programmierumgebung Scratch entwickeln die Jugendlichen ein IT-Produktkonzept, das sie dann im Rahmen des Gründungskonzepts "vermarkten". Während der Implementierung des AG-Konzeptes findet fortwährend teilnehmende Beobachtung zur Untersuchung des Sensibilisierungsprozesses statt.

Zur Förderung ganzheitlichen Lernens und für die Gewährleistung eines nachhaltigen Einsatzes der Projekt-AG werden Workshops konzipiert und durchgeführt, die den Lehrpersonen des Informatikbereichs den Umgang mit der Idee der Projekt-AG erleichtern und die Grundlagen der Unternehmensgründung vermitteln. Parallel zu den Aktivitäten in der Projekt-AG werden mit der Kontrollgruppe, bestehend aus Jugendlichen, die sich gegen eine Teilnahme an der Projekt-AG entschieden haben, qualitative Interviews durchgeführt, um die Gründe für ihre anfängliche Entscheidung gegen die Projekt-AG zu ermitteln.

Auf Grundlage der Ergebnisse der Konzeptevaluation und der qualitativen Studien wird ein Praxishandbuch für Lehrpersonen erstellt und bundesweit veröffentlicht.