Stimmen zum Studiengang

An dieser Stelle wollen wir unsere aktuellen Studierenden (2. Semester) zu Wort kommen lassen:

Rebekka Diestelkamp

"Ich war schon längere Zeit auf der Suche nach der Möglichkeit einer interdisziplinären Auseinandersetzung mit den Themen von Nachhaltigkeit und sozial-ökologischem Wandel, als ich auf den Studiengang gestoßen bin. Transformationsstudien hat in vielerlei Hinsicht meine Erwartungen dazu erfüllt und übertroffen. Man hat von Anfang an gemerkt, wie viele Gedanken in die Planung des Studiengangs gegangen sind, und gleichzeitig wird den Studierenden doch unglaublich viel Raum gelassen Inhalte und Form mitzugestalten. Besonders schön finde ich die familiäre Atmosphäre im Studiengang und auch den Dozierenden merkt man an, wie viel Spaß sie am gemeinsamen Diskutieren haben."

Lukas Weiss

"Endlich habe ich einen Studiengang gefunden, der weitestgehend meinen Bedürfnissen entspricht. Ein Studiengang, der nicht sofort eingrenzt und in Kategorien denkt, sondern ganz im Gegenteil auf das Verbindende, die Beziehungen fokussiert. Es ist der Versuch, ein theoretisches Verständnis für «das große Ganze» zu entwickeln. Ein Versuch, der niemals ganz gelingen kann, mir in meiner politischen Arbeit und als Erwachsenenbildner aber wertvolle Hinweise darauf gibt, wie Zukunft aus einer ganzheitlichen Perspektive heraus überhaupt gedacht und gestaltet werden kann. Die vermittelten, grundlegenden Theorien und das erarbeitete interdisziplinäre Wissen geben mir schon jetzt die Möglichkeit, mich auch in der Praxis gesellschaftlicher Transformation auf dickerem Eis zu bewegen. Ich habe neue Einsichten in die globale Problematik gewonnen, kenne die wichtigsten wissenschaftlichen Diskurse dazu und kann dadurch meine Meinung und Handlungsvorschläge argumentativ besser begründet einbringen."

Marie Marwege

"'Den Wandel studieren' heißt es im Programm. Dazu gilt es, dem näher zu kommen, was es zu kritisieren gilt (Diagnose), wie dies geworden ist (Historie) und wie es sein kann (Utopie). Zugegeben ist das Programm in mehrerlei Hinsicht ambitioniert: Zum Einen liegt eine solche Diagnose nicht auf der Hand, sondern ist eine (umkämpfte) Frage der Perspektive, zum Anderen ist das Studieren von Wandel gewissermaßen eine Fokussierung auf den Kopf bzw. einen wissenschaftlichen Zugang, welche wie ich finde nur eine Komponente für eine aktive Gestaltung von Transformation ist - langfristig gilt es, Kopf, Herz und Hand im alltäglichen Sein ausgleichend zu verbinden, wozu es jedoch auch im Semester zu 'Transformationspraxis' Raum gibt. Zudem zeigt mir der Flensburger Studiengang einmal mehr, dass die Ebene des Verstehens - also der Versuch ein Verständnis für komplexe Zusammenhänge sowie unterschiedliche Perspektiven, Lebensrealitäten und Herangehensweisen zu entwickeln - für ein tragfähiges Zusammenleben fundamental sind. Der Studiengang Transformationsstudien bietet für diese Auseinandersetzung einen wertvollen Rahmen – geprägt von einem engagierten, aufrichtig interessierten Miteinander und dem Versuch gemeinsamer Gestaltung von Studierenden und Lehrenden."

Knud Clasen

"Unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten, das kann nicht funktionieren. Das ist eine der Grundthesen dieses Studienganges. Wir befassen uns mit den Ursachen und Auswirkungen menschlichen Handelns auf unsere Umwelt in den unterschiedlichsten Ausprägungen und versuchen, sinnvolle Handlungsalternativen zu finden. Dabei wird recht schnell deutlich, wie widersprüchlich unsere heutige Gesellschaft ist."

Auch verschiedene Expertinnen und Experten aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen haben uns bei der Realisierung des Studiengangs unterstützt und sich dazu geäußert:

Prof. Dr. Olav Hohmeyer, Europa-Universität Flensburg, Mitglied des IPCC (2002-2008)

»Der Studiengang ›Transformationsstudien‹ beschäftigt sich mit der Frage, wie ein gesellschaftlicher Wandel in Richtung Nachhaltigkeit gelingen kann. Dies ist ohne Zweifel eine der zentralen Fragestellungen des 21. Jahrhunderts und von zunehmender Bedeutung. Ich begrüße die Einrichtung des Studiengangs ausdrücklich, da so die Lehre und Forschung an unserer Universität zum Thema  ›Nachhaltigkeit‹ – zu dem wir uns auch in unserem Leitbild bekannt haben – weiter gestärkt wird. Zusätzlich ist der sozialwissenschaftliche M.A. Transformationsstudien eine ideale Ergänzung zum bestehenden M. Eng. Energie- und Umweltmanagement. Durch die Kooperation und den Austausch zwischen den sozial- und ingenieurswissenschaftlichen/energiewirtschaftlichen Formaten verspreche ich mir zahlreiche Synergien sowie insgesamt eine Steigerung der Attraktivität des Studienangebots an der Europa-Universität Flensburg.«

Dr. Kora Kristof, Leiterin der Grundsatzabteilung im Umweltbundesamt (UBA)

»Der Master-Studiengang schließt eine wichtige Lücke im Studienangebot der Universitätslandschaft, denn er vermittelt den Studierenden die interdisziplinäre Analyse der Ursachen und Folgen verschiedenster sozial-ökologischer Probleme. Außerdem erwerben die Studierenden solide Kenntnisse über die Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung sozialer Transformationen (Models of Change). Die Studierenden können ihre Erkenntnisse durch die breite Anwendung in der Praxis und interessante Formate des Forschenden Lernens festigen. Nicht nur für das Umweltbundesamt, das forscht, aber auch die Politik wissenschaftlich berät und andere gesellschaftliche Akteure bei der sozial-ökologischen Transformation unterstützt, sind Absolventen und Absolventinnen außerordentlich wichtig, die sowohl eine fundierte Wissensbasis über sozial-ökologische Transformationen als auch solides Wissen und Kompetenzen zu den Erfolgsfaktoren für Veränderungsprozesse mitbringen. Auch für Unternehmen und Zivilgesellschaft werden solche Qualifikationen immer wichtiger.«

Prof. Dr. Stephan Lessenich, LMU München, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

»Dieser Studiengang passt in die Zeit – man ist versucht zu sagen: ›leider‹. Die ökologischen Grenzen und negativen Externalitäten jenes Produktions- und Reproduktionsmodells, das in den ›überentwickelten‹ Gesellschaften der westlichen Industriemoderne spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg etabliert ist, sind offensichtlich und nicht mehr zu verleugnen. Was in dieser Konstellation ansteht, ist eine gesellschaftliche Transformationsaufgabe ungeahnten Ausmaßes: Es geht darum, die in unseren Breitengraden gewachsenen Vorstellungen und Praktiken des Wirtschaftens und Konsumierens, Arbeitens und Lebens von Grund auf zu überdenken und umzustellen. In diesem Sinne passt der Master-Studiengang ›Transformationsstudien‹ in unsere gesellschaftshistorische Zeit – und man darf sagen: zum Glück. Denn er kann in Ansatz, Konzeption und Didaktik vollständig als ein sach- und problemangemessener Versuch bezeichnet werden, universitäres Studium und akademische Lehre den Herausforderungen der gesellschaftlichen Gegenwart und insbesondere der weltgesellschaftlichen Zukunft anzupassen. Aus soziologischer Perspektive ist er im Ansatz nicht nur gelungen, weil er konstitutiv von der sozialen Dimension sowohl der Strukturprobleme des gegenwärtigen Entwicklungsmodells wie auch der Leitideen einer nachhaltigen Transformation desselben ausgeht – sondern auch deswegen, weil er diese Perspektive überzeugend in eine interdisziplinäre Perspektivenvielfalt einbettet und mit ihr ›kreuzt‹. Der Dreischritt Gegenwart – Vergangenheit –Zukunft ist, gerade auch in dieser Reihenfolge, klug gewählt, und die didaktischen Konzepte, insbesondere jenes des Forschenden Lernens, entsprechen den Notwendigkeiten einer neuen – individuellen und kollektiven – sozialen Praxis transformatorischen Handelns, in eine offene Zukunft hinein. Dieser Studiengang musste entwickelt werden, es braucht ihn – am Ende bleibe ich dann doch dabei: ›leider‹.«

Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)

»In Paris hat sich die Weltgemeinschaft im Winter 2015 zu gemeinsamen Klimaschutzzielen verpflichtet. Um die Ziele zu erreichen ist der Umbau zentraler Bereiche von Ökonomie und Gesellschaft notwendig. Solche Transformationen erfordern neue Formen des Wissens und der Integration von Wissen. Diese Herausforderungen lassen sich mit dem Begriff der transformative literacy rahmen. Mit der Fähigkeit also, Informationen über gesellschaftliche Veränderungsprozesse produktiv zu verarbeiten und eigenes Handeln in diese Prozesse einzubringen. Gegenwärtig wird im Zusammenhang mit Klimaschutz zumeist von technologischen Veränderungen gesprochen, doch auch ökonomische, institutionelle und kulturelle Transformationen sind dringend geboten. Um Transformationen in Richtung Nachhaltigkeit zu meistern, muss dieses Ungleichgewicht beseitigt werden. Der an der Europa-Universität Flensburg konzipierte Master-Studiengang ›Transformationsstudien‹ macht sich dies beispielhaft zum Anliegen. Ihm kommt damit im deutschen Universitätssystem bei der
Vermittlung einer transformative literacy eine Vorreiterrolle zu.«