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Den Wandel studieren

Die heute dominierende Wirtschaftsweise hat zu einem historisch einzigartigen Niveau des gesellschaftlichen Wohlstands geführt. Diese Entwicklung ging einher mit zahlreichen negativen ökologischen und sozialen Folgen. Massenkonsum, stetig wachsender Ressourcen- und Energieverbrauch sind wesentliche Ursachen für den menschengemachten Klimawandel, für den Verlust der Artenvielfalt und zahlreiche andere sozial-ökologische Krisen. Die Folgen von Erderwärmung und zunehmender Umweltverschmutzung sind nicht nur im Globalen Norden zu spüren. Sie belasten vor allem Gesellschaften im Globalen Süden, die am geringsten zu diesem Problem beigetragen haben. Mit anderen Worten: Wir leben nicht nur über unsere Verhältnisse, sondern auch über die Verhältnisse anderer. Deutlicher ist: Die zur Blaupause gewordene Wirtschafts- und Lebensweise der Gesellschaften des Globalen Nordens ist nicht zukunftsfähig.

Offen ist nicht, ob sich eine Transformation vollziehen wird, sondern vielmehr, ob sie von den Verhältnissen erzwungen wird oder ob sie von Menschen gezielt gestaltet werden kann. Kurz, ob Transformation by design or by disaster erfolgt. Doch wie ist es möglich, moderne Gesellschaften zu transformieren? Fest steht: Ein solch umfassender Wandlungsprozess erfordert weit mehr als technologische Veränderungen. Auch ökonomisch, institutionell und kulturell müssen sich Gesellschaften wandeln.

Im Master-Studiengang Transformationsstudien kann man diesen Wandel studieren: interdisziplinär, theoriegeleitet und praxisnah auf der Basis von Gegenwarts-, Vergangenheits- und Zukunftsanalysen.

Der Studiengang wurde am Norbert Elias Center for Transformation Design & Research der Europa-Universität Flensburg gemeinsam mit zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen entwickelt. Im Studienprogramm werden die Möglichkeiten und Grenzen gesellschaftlicher Transformation unter dem Leitbild der Nachhaltigkeit analysiert und reflektiert.

Master Transformationsstudien

 
Im Oktober 2010 barst in der ungarischen Kleinstadt Ajka ein Damm im Deponiebecken einer Aluminiumfabrik. Etwa eine Million Kubikmeter ätzender Rotschlamm überfluteten das Umland. Zehn Menschen starben, Dutzende wurden verletzt, Hunderte evakuiert. Der schwermetallhaltige Schlamm vergiftete Böden und Gewässer. Das Foto entstand sechs Monate nach dem Unfall. Aluminium wird unter anderem für die Produktion von Fahrzeugen, in der Verpackungs- und Elektronikindustrie verwendet. © Palíndromo Mészáros
Der Dharavi Slum in Mumbai, Indien, gilt als einer der größten Slums Asiens. Schätzungen der UN zufolge lebt gegenwärtig einer von acht Menschen in einem Slum. Weltweit wachsen irreguläre Siedlungen und nicht selten werden die Ärmsten in die gefährlichsten Gegenden abgedrängt: in die Nähe giftiger Müllhalden, in Überschwemmungsgebiete oder an rutschende Hänge. Die Jahr für Jahr steigenden Opferzahlen von Naturkatastrophen in Slums sind manchmal Ausdruck von Veränderungen in der Natur, schreibt Mike Davis, viel häufiger jedoch geben sie Auskunft über die Risiken, die verzweifelte Arme auf der Suche nach Überlebensmöglichkeiten eingehen müssen.

© David Pearson / Alamy Stock Foto
Der Gipfel des Huayna Potosi von El Alto, Bolivien aus gesehen. Die Bewohner*innen El Altos leiden unter großer Wasserknappheit. Während die städtische Bevölkerung rasant wächst, wird die Wasserversorgung zunehmend schwierig. Abhängig vom Schmelzwasser der Gletscher der umliegenden Andengipfel, ist die Großstadt besonders verletzlich gegenüber den Folgen des Klimawandels, der die Gletscher rasch schrumpfen, beziehungsweise gänzlich verschwinden  lässt.

© Ashley Cooper pics / Alamy Stock Foto
Palmölplantagen am Fluss Kinabatangan, Borneo, Malaysia. Zahllose Produkte, von Lebensmitteln und Kosmetika über Waschmittel, Farben und Lacke bis hin zu Biokraftstoffen enthalten Palmöl. Ölpalmen wachsen am besten in tropischem Klima, dort also, wo auch der Regenwald gedeiht, und so muss dieser oft (illegal) weichen. Die entstehenden gewaltigen Monokulturen stellen eine massive Bedrohung für die biologische Vielfalt dar.

© RGB Ventures / SuperStock / Alamy Stock Foto
Ölsand, Kanada: Die Förderung von Öl aus Ölsand verbraucht gewaltige Mengen Wasser und Energie und geht mit massiven Umweltzerstörungen einher, wie etwa der Rodung von riesigen Waldflächen, künstlich angelegten toxischen Abwasserseen, versauerten Böden und Wäldern durch Schwefel oder der Verunreinigung des Grundwassers. Das Abbaugebiet allein in Kanada erstreckt sich über eine Fläche von der Größe Englands. Aufgrund knapper werdender fossiler Ressourcen, steigender Rohstoffpreise und neuer technischer Entwicklungen wurde die Förderung von Ölsand in den vergangenen Jahren rentabel. Für die Extraktion von Öl aus Ölsand wird nahezu ein Viertel mehr CO2 ausgestoßen als zur konventionellen Ölförderung.

© Ashley Cooper pics / Alamy Stock Foto