Theaterpädagogisches Zertifikat

Das Zertifikatstudium vermittelt erste theoretische wie ästhetisch-künstlerisch-praktische Grundlagen zu Darstellendem Spiel, Theater und Performance als ästhetische, künstlerische und kulturelle Bildung. Das Zertifikatsstudium ist für Studierende sowie andere Interessierte zugänglich (auch für Gaststudierende oder als Fortbildung für Lehrende). 

Struktur und Module

Das Zertifikat umfasst 20 Credit Points und gliedert sich in die beiden Teilbereiche "Theater und Spiel als kulturelle (Bildungs-)Praxis" und "Theaterpädagogische Spielpraxis / Vermittlung und Transfer". 

Der Schwerpunkt im Teilbereich a) liegt auf theoretischen Grundlagen sowie der eigenen ästhetisch-künstlerischen Praxis. Angeboten werden Seminare und Kolloquien mit Schwerpunkt auf Theorie bzw. Theaterrezeption, Werkstätten mit Schwerpunkt auf ästhetisch-künstlerischer Praxis sowie Seminare mit dezidierter Theorie-Praxis-Verzahnung.  

Im Teilbereich b) steht die Praxis theaterpädagogischer Vermittlung im Vordergrund. In den Seminaren und Praktika geht es um die Frage, wie Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene ins performative Spiel kommen, sei es in Projekten, die auf Aufführungen zielen, sei es zur spielerischen Vor- oder Nachbereitung von Theaterbesuchen. Neben der Strukturierung der Probenpraxis geht es dabei auch um die Reflexion der eigenen Rolle in der Spielleitung.

Weitere Informationen zu Inhalten und Struktur des Zertifikats finden Sie hier als Download.

Bitte melden Sie sich zum Zertifikatsstudium per email an: eliana.schueler@uni-flensburg.de. 

Aktuelles Lehrangebot im HeSe 2020/2021

Teilmodul "Theater und Spiel als kulturelle (Bildungs-)Praxis"

Kolloquien & Seminare

Sexy, cool und revolutionär: Jugend als Revolutionsfigur in theaterpädagogischen Inszenierungen | 2 SWS

In dem Seminar beschäftigten wir uns mit theaterpädagogischen Inszenierungen mit Jugendlichen, die auf einem dramatischen Stoff beruhen. Ein Klassiker, auf den gerne zurückgegriffen wird, ist beispielsweise Friedrich Schillers "Die Räuber". Dieser Stoff scheint insofern gute Anknüpfungspunkte zu bieten, als die Zeit des Sturm und Drang als Metapher der Lebensphase Jugend gilt im Sinne eines jugendlichen Aufbegehrens bzw. jugendlicher Revolte.

Anhand von Videoaufnahmen von Theateraufführungen mit Jugendlichen sowie Begleitmaterialien (Textbücher, Pressematerial) wollen wir uns mit Fragen zum Inszenierungskonzept, der Dramaturgie und den theatralen Mitteln beschäftigen: Wie wurde der Schiller’sche Stoff auf die Bühne gebracht? Welche Themen werden verhandelt? Welche Bilder wurden wie inszeniert? Und welche Vor-Stellungen über und welches Verständnis von Jugend geben sich in den Inszenierungen zu erkennen? Dabei wollen wir uns auch an alternativen Inszenierungskonzepten und Szenen versuchen.

Das Seminar findet online statt und bietet die Möglichkeit zum praktischen Erproben. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

  • Lehrende: Ina Driemel
  • Termine: montags 12.00-14.00 Uhr (wöchentlich)
  • Beginn: 19.10.2020
  • Ort: online via webex
  • Teilnehmer*innenzahl: 15

Drama auf der Bühne: vom geschriebenen Wort zur Inszenierung - theoretisch, rezipierend, praktisch | 2 SWS

Als ‚Drama‘ wird aktuell Vieles bezeichnet - doch, was hat es mit dem ganz großen ‚Drama‘ auf der Bühne auf sich? Warum ist es so ‚dramatisch‘? Was soll die ganze ‚Dramatik‘ für die Zuschauenden bringen? Welche ‚Dramaturgie‘ steckt dahinter? Und, was fasziniert immer noch an den großen Dramen der Literatur des 18. Jahrhunderts? Anhand einiger Werke (u.a. ‚Maria Stuart‘ von Schiller, ‚Götz von Berlichingen‘ von Goethe, ‚Nathan der Weise‘ von Lessing) suchen wir exemplarisch die Logiken zu erkunden, um schließlich unsere ganz eigenen ‚Dramen‘ zu kreieren. Dabei sind der eigenen Phantasie keine Grenzen gesetzt und in Form und ästhetisch-performativer Übersetzungen so ziemlich alles zur Erprobung möglich.

Das Seminar findet in einem Mix aus Blended-Learning Elementen, Online-Treffen und viel praktischem Erproben im eigenen Kontext statt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Lust am Erproben, Experimentieren und Eintauchen in die Welt des ‚Dramas‘ sind von Vorteil.

  • Leitung: Miriam Baghai-Thordsen
  • Termine: donnerstags 10.00-12.00 Uhr (wöchentlich)
  • Beginn: 22.10.2020
  • Struktur: Mix aus Blended-Learning Elementen, Online-Treffen
  • Ort: online via webex
  • Teilnehmer*innenzahl: 25 

Theater zur Sprache bringen | in Kooperation mit EULE | 2 SWS

Was passiert bei einem Theaterbesuch? Wie schauen, erleben oder verstehen wir Theater, Spiel oder Performance? Wie können wir theatrale oder performative Ereignisse verstehen? Müssen wir alles verstehen? In welchen Rahmungen oder Kontexten findet unsere Betrachtung und Teilnahme statt? Ist Theater nur im Theater? Wie lassen sich performative Ereignisse in Worte fassen, wie können wir theatrale Eindrücke in Sprache, Bildern oder Geräuschen festhalten, diskutieren und auch kritisch reflektieren?

Im Kolloquium erkunden wir kulturwissenschaftliche (u.a. semiotische, ästhetische, historische, diskursanalytische, hermeneutische, praxeologische, feministische, postkoloniale) Perspektiven auf Theater und Performance und führen sie mit Techniken des Kreativen Schreibens und Denkens sowie anderer ästhetisch-künstlerischer Praxen zusammen. Gegenstand sind gemeinsame und individuelle Theaterbesuche, Video-Dokumentationen von Aufführungen und Performances sowie nicht zuletzt Inszenierungen des ganz alltäglichen Lebens.

Wir gehen ins Theater oder auf die Straße und sehen, was passiert. Wir beobachten, dokumentieren, schreiben und diskutieren mit Mitteln der Künste und erproben dabei zugleich Verfahren der (kritischen) Reflexion. Es geht um eine experimentierfreudige Kultur des Austauschs und des Feedback. 

Das Kolloquium wendet sich an Studierende, die gern unterschiedliche Formen der Rezeption und Reflexion von Theater, Performance, Tanz und Zwischenformen, Grenzgängen zu anderen Künsten mit anderen teilen möchten.

  • Leitung: Tania Meyer
  • Termine: mittwochs 16.00-18.00 Uhr (14-täglich)
  • Beginn: 21.10.2020
  • Struktur: Online und individuelle und gemeinsame Exkursionen in unterschiedliche Theater in der Region Flensburg und 14 tägl. Treffen
  • Teilnehmer*innenzahl: 20

ReflActing Racism. Rassismuskritische Erkundungen in schulischen Räumen | 2 SWS

Interdisziplinäres Kolloquium für Lehrende im Schuldienst oder in der Ausbildung (Referendar*innen, Lehramtsstudierende) wie auch für Lehrende in der akademischen Lehramtsausbildung

Schule ist nicht frei von Rassismus. Theater, Literatur oder Geografie als Künste, Wissenschaften oder Schulfächer ebenso wenig. Rassismus ist keine persönliche Ideologie, Meinung oder Intention. Rassismus ist ein nahezu allgegenwärtiges gesellschaftliches Phänomen, besser: Problem, dessen Struktur zu unterbrechen eine Herausforderung für alle darstellt. Rassismus ist außerdem in seiner intersektionalen Verschränkung mit anderen Diskriminierungsformen zu verstehen, z.B. Ausgrenzungen und Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht, Sexualität, Behinderung, Religion, Alter etc.. 

Das wissen viele. Und dennoch stellen viele auch immer wieder fest, wie schwer es ist, rassistische und rassifizierende Praxen in der Schule, in den Klassen- oder Lehrer*innenzimmern, oder gar in einzelnen Fachkulturen (von der Geografie oder Geschichte über Sprachen und Literatur bis hin zu Theater, Kunst oder Sport) überhaupt zu thematisieren. Das interdisziplinäre Kolloquium setzt hier an. Um dem Gefühl der "Vereinzelung" oder eines "Einzelkämpfertums" im Alltag der Schule zu begegnen, möchte dieses Angebot als kollektive Form des Austauschs einen Gegenpol setzen. 

Das Kolloquium umfasst neben (Vortrags-)Impulsen von Lehrenden, die sich aus verschiedenen Fachdisziplinen mit Rassismuskritik in der Schule beschäftigen, offene Diskussionsformate als Einladung an die Teilnehmenden, eigene Erfahrungen und Herausforderungen aus der Praxis zu teilen. Um gemeinsam Strategien der rassismus- und machtkritischen Arbeit an der Schule (weiter-) zu entwickeln, erproben wir außerdem Zugänge der ästhetischen Bildung, insbesondere der Theaterpädagogik, mit denen Wissensbildungen reflektiert und erfahrbar gemacht werden können. 

In dieser Form versteht sich das Kolloquium als Beispiel dafür, wie Lehramts-Studierende und bereits in der Schule verankerte Lehrkräfte gemeinsam dem Leitbild einer forschenden und selbstreflexiven professionellen (Fach-)Lehrer*innenpersönlichkeit näherkommen können.

  • Leitung: Tania Meyer, Inken Egwuom-Carstensen, Eliana Schüler 
  • Termine: freitags, 14.00-17.15 Uhr (14-täglich) 
  • Beginn: 23.Ok.; 30.Okt. und dann alle 14 Tage 
  • Ort: online via webex
  • Teilnehmer*innenanzahl: 20

Kunst der Entgrenzung – Performance zwischen Bildenden, Darstellenden und Medien- und Tonkünsten | 2 SWS

Performance wird als oft als Kunst beschrieben, die flüchtig, prozesshaft, körperbezogen sei. Die Aktion als einmaliger Akt, der Körper in seiner Verwundbarkeit, die Entgrenzung von Raum und Zeit und nicht zuletzt die Entdeckung der Situation bildeten von Beginn an zentrale Aspekte performativer Kunst. Die Kunst der Aktion hat im Laufe des 20. Jahrhunderts Kunstverständnisse grundlegend verändert, indem sie tradierte Gattungsgrenzen in zum Teil spektakulärer, oft provozierender Weise überschritten hat. Eine besondere Rolle spielte dabei nicht zuletzt auch die immer schnellere Entwicklung technologischer und medialer Möglichkeiten, die schließlich auch das Moment der ‚Einmaligkeit’ und Präsenz selbst herausfordern.

Im Seminar werden wir unterschiedliche Formate und Ausrichtungen performativer Kunstpraxen kennenlernen und sie in ihren jeweiligen historischen Kontexten verorten. Erarbeitet werden Zugänge zur Rezeption, die neben theoretischem Verständnis auch eigene praktische Anteile sowie Überlegungen zu didaktischen Transfers einbeziehen.

Die Studierenden entwickeln eigene Ideen zur Vermittlung von Performance-Kunst, die sie im Rahmen des Seminars erproben. Mögliche Formate werden in den ersten Sitzungen des Seminars erörtert und festgelegt.

BA Kunst M3: Spezialisierung: Kunst und Medien in Vermittlungskontexten // TM3: Kunst- und Medienwissenschaft -- Gestaltung einer Seminarsitzung und schriftliche Ausarbeitung - mindestens 8 Seiten. Die aktive Beteiligung an allen Lehrveranstaltungen ist obligatorisch.

  • Leitung: Tania Meyer
  • Termine: donnerstags 12.15 h – 13.45 h (wöchentlich)
  • Beginn: 22.10.2020
  • Ort: online via webxx + Exkursionen
  • Teilnehmer*innenzahl: 25 

Praxis & Werkstätten

‚Silent Orpheus‘ – Ästhetisch-performative Räume der Inklusion | 2 SWS

Kooperation mit der Theaterwerkstatt Pilkentafel  im Rahmen der flausen+ Residenz  von ‚Goldstaub e.V.‘

Um den großen Dichter und Sänger Orpheus ranken sich unzählige Mythen, Erzählungen und künstlerische Adaptionen.  Das Ensemble ‚Goldstaub e.V.‘ setzt sich mit einer Idee eines ‚Silent Orpheus‘ auseinander. Im Rahmen einer vierwöchigen flausen+ Residenz an der Theaterwerkstatt Pilkentafel (http://www.theaterwrede.de/flausen/residenz/53-silent-orpheus/) geht das Ensemble forschend-suchend Fragen des ästhetisch-performativen Einsatzes von Gebärdensprache auf der Bühne im Allgemeinen und hinsichtlich der Bearbeitung von Rilkes Werk im Besonderem, nach.

Im Rahmen dieses (Block-)Seminars haben wir die Option, das Ensemble bei seinen forschenden-suchenden performativen Aushandlungsprozessen zu begleiten (die Form wird im engen Dialog mit den Künstler*innen abgestimmt) und eigene ästhetisch-performative Ausdrucksformen forschend zu erschließen und zu erproben. Dabei steht die künstlerisch-ästhetische Fokussierung von Sinnen im Zentrum. ‚Orpheus’ kann auch hier zum Ausgangspunkt dienen – z.B. seine Musik bzw. die gleichnamige Oper in Dunkelheit erforschen, seine Geschichte in pantomimische Sprache übersetzen oder eigene Ausdrucksformen entwickeln, erforschen und erproben.  Das eigene Tun und Erfahren steht im Zentrum. Dabei schaffen die eigenen ästhetischen Prozesse inklusive Momente, die die Reduktion auf fünf oder vier Sinne als gewollte, gemeinsame performative Praxis begreift.

  • Leitung: Miriam Baghai-Thordsen
  • Termine: mittwochs
  • Beginn: ab 08.09.2020 online/moodle (Video-Einführung), 21.09.: Seminar
  • Struktur: Blended Learning Mix und Exkursion: gemeinsamer Workshop mit Goldstaub e.V. (Theaterwerkstatt Pilkentafel sowie voraussichtlich Bühnenwerkstatt Schloßstr. 28) / 4-Stündige Termine s.u.
  • Ort: online/WebEx; 24. Sept. Präsenz Pilkentafel (4stündig) , 7. Okt. 11. Nov., mit Präsentationsterminen am 25. Oder 29. Nov. 2020

radical absent. Exploring body, voice and cyber/space | Künstlerische Praxis | 2 SWS

Corona hat uns die Ko-Präsenz genommen: keine Versammlungen, kein körperliches Agieren im gemeinsamen Raum.

In dieser digitalen künstlerisch-praktischen Werkstatt erkunden wir die Möglichkeiten, trotz physischer Abwesenheit mit Körper, Stimme und Raum ins Spiel zu kommen. Wir machen die Abwesenheit zum Prinzip und erforschen, wie Distanz und digitale Kommunikation unsere Wahrnehmung und Interaktion verändern: Wie nehmen wir uns und andere durch die digitale Kommunikation wahr? Welche Atmosphären entstehen? Wie inszenieren wir uns in digitalen Räumen? Wie verändern sich Einsatz und Wahrnehmung von Körper, Stimme, Zeit und Raum? Können Räume der digitalen Ko-Präsenz entstehen?

In praktischen Übungen nähern wir uns diesen Fragen und begeben uns auf eine Recherche zur Bedeutung von Körper(n), Stimme, Raum in distanzierten Zeiten.

  • Leitung: Eliana Schüler
  • Zeit: montags 14.00-17.00 Uhr (14-täglich)
  • Beginn: 26.10.2020 / 02.11.2020 und dann alle 14 Tage
  • Ort: online via webex
  • Teilnehmer*innenzahl: 15

Ein Hut, ein Stock, ein Röckchen an … | Performative Spiele im Öffentlichen Raum | 2 SWS

Es gibt Anstandsregeln, es gibt Abstandsregeln, und es gibt Spielregeln. Wir erfinden sie neu, wir spielen mit Regeln und Aufträgen. Mit kleinen Anweisungen gestalten wir Situationen im Alltag un/heimlich um. Der öffentliche Raum wird zur Spielwiese, mit und ohne Technologie. Die Werkstatt ist ein offener Raum für alle, die Spaß haben am gemeinsamen Erfinden und Erproben von lustigen, experimentellen, altbekannten oder risikoreichen Erkundungen, Begegnungen und/oder Herausforderungen. Gemeinsam stellen wir uns vor, wir kennen uns lernen und bilden ein Team. Und dann geht’s los.

Im Rahmen des Zertifikatstudiums "Theaterpädagogik" besteht in dieser Werkstatt neben der Praxis des Kennenlernens (Ensemblepraxis) auch die Möglichkeit, Spiel im Öffentlichen Raum als performative Praxis aus unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen. Das bedeutet auch: beobachten und neugierig werden – letzten Endes auf sich selbst. 

Jeden Donnerstag um 16.00 h online (web-Ex), (voraussichtlich) live in der Schloßstraße 28 HH – Bühnenwerkstatt der EUF und eigenständige Exkursionen je nach Auftragslage.

  • Leitung: Tania Meyer
  • Zeit: donnerstags 16.00-18.00 Uhr (wöchentlich)
  • Beginn: 22.10.2020
  • Ort: online via webex, Bühnenwerkstatt Schloßstraße (unter Vorbehalt), öffentlicher Raum
  • Teilnehmer*innenzahl: 12 – 15 (abhängig von Möglichkeit der Präsenzlehre in der Schloßstraße)

Teilmodul "Theaterpädagogische Spielpraxis / Vermittlung und Transfer"

Was machen wir mit Lessing? | 4 SWS

Kooperation mit dem Landestheater SH und der Kurt Tucholsky-Schule Flensburg 

Immer wieder gern gesehen: Nathan, der alte Weise … kanonisch, universal, interkulturell. Passt (fast) immer und tut nicht weh. Mit Schüler*innen fast ein Muss… Oder nicht? Die Sprache ist sperrig, Kanon ist angezählt und ‚Aufklärungstheater‘ passt auch schon lange nicht mehr ins Bild derjenigen, die politisch Theater machen propagieren. Auch aus postkolonialer oder genderkritischer Perspektive lässt sich westliche Theater- und Kulturproduktion seit der frühen Neuzeit durchaus mit einer Tradierung von symbolischer Degradierungen von Menschengruppen in Zusammenhang bringen… Und was machen wir mit den Schüler*innen? 

In Seminar geht es um praktische Vor- und Nachbereitungen (und darüber hinaus) mit Schülerinnen und Schülern – dabei machen wir uns auf die Suche nach Möglichkeiten, mit auch Lessing (vielleicht sogar mit Lessing selbst) gegen den Strich zu bürsten. Die Studierenden konzipieren und realisieren ein Vor- und Nachbereitungsprogramm für einen Theaterbesuch am Landestheater SH mit Schüler*innen, das zugleich Ausgangspunkt für eigene Lessingbearbeitungen sein kann.

  • Leitung: Tania Meyer/Miriam Baghai-Thordsen; Theaterpädagogik des Landestheaters SH sowie Lehrende der Kurt-Tucholsky-Schule 
  • Termine: dienstags 14.00-16.00 Uhr 
    Blocktermine
    a) Samstag, 28.11.2020, 10.00 – 16.00 Uhr (ggf. z.T. in Präsenz) 
    b) mit Schüler*innen in der Schule/Theater: Freitag, 4.12.2020, 12.00-23.00 Uhr, Samstag: 10.00-16.00 Uhr 
  • Beginn: 22.10.2020 
  • Struktur: Online/WebEx; Theaterworkshops/Theaterbesuche in der zweiten Semesterhälfte
  • Ort: online via webex und Exkursionen
  • Teilnehmer*innenzahl: 12

Theaterpraktikum – Kooperation mit Theaterschule Flensburg | Theaterpraxis & Begleitseminar | 4 (+) SWS

Regie, Kostüm, Maske, Requisite, Bühne, Licht und Ton und nicht zuletzt die Dokumentation der Probenprozesse und Aufführungen – die vielfältigen Aufgaben am Theater kennenzulernen, bietet das begleitete Theaterpraktikum in Kooperation mit der Theaterschule Flensburg. Für Studierende, die sich für die professionelle Praxis der Theaterpädagogik interessieren, ist das Praktikum die ideale Möglichkeit, Einblicke in spielpraktische Produktionsprozesse bis zur Aufführung zu erhalten und dabei auch gestaltend mitarbeiten zu können. 

Das Praktikum findet an festen wöchentlichen Terminen in den Theaterklassen statt (Präsenz). Das verpflichtende Begleitseminar vermittelt Grundlagen theaterpädagogischer Produktionspraxis sowie weiterhin Methoden zur Beobachtung von Spielprozessen im Theater mit Kindern und Jugendlichen. Eigene Schritte zur Anleitungspraxis werden unter Absprache mit den Kurs- bzw. Projektleitungen und der Seminarleitung erprobt.

Darüber hinaus besteht optional die Möglichkeit, an dem Einsteigerkurs ins niederdeutsche Theater Op platt für Erwachsene mit teilzunehmen (siehe: https://theaterschule-flensburg.de/start/theater-fuer-erwachsene/ ). Achtung: Beginn 1. Sept.! Aufgrund der sehr begrenzten Platzkapazität in der Theaterschule ist dieses Angebot beschränkt und bei hoher Nachfrage durch Kursteilnehmende ggf. auch nicht möglich. Wir versuchen, in dem Fall Alternativen zu finden.  

  • Leitung: Ina Driemel/Tania Meyer und Kursleiter*innen der Theaterschule 
  • Teilnehmer*innenzahl: 7
  • Zeiten / Räume / Struktur:
    Begleitseminar: wöchentlich | dienstags 17.15 h – 18.45 h | online/WebEx / Beginn: 20. Okt. 20 
    Praktikum – Theaterkurse in der Theaterschule: Kurstermine s.u. (unverbindlich) 
    Raum: Theaterschule Flensburg, Adelbyer Kirchenweg 1 
    Beginn: 1. September 2020 // Nacheinstieg ab Semesterbeginn möglich 
    Theater op platt (optional und nach Platzkapazität) 19.30 – 21.00 h Bühnenwerkstatt, voraussichtlich Schloßstraße 28 HH / Beginn: 1. September 2020
  • Zeiten der Theaterkurse:

·        montags 14.00-15.00 Uhr / Theaterstarter: Vorschüler und Erstklässler bei Elisa Priester

·        montags 15.00-16.30 Uhr - Grundschüler ab der 2. bis zur 4.Klasse bei Sameh Alkali

·        donnerstags von 15-16.30 Uhr  - Grundschüler ab der 2. bis zur 4.Klasse bei Elisa Priester

·        mittwochs von 15.00-17.00 Uhr / Jugendliche von 10-12 Jahren bei Sameh Alkali

·        dienstags von 15.30-17.30 Uhr / Jugendliche von 10-12 Jahren bei Beatrix Nierade

·        montags von 17.00-19.00 Uhr/ Jugendliche von 13-14 Jahren bei André Eckner

·        donnerstags von 16.30-19.30 Uhr / Jugendliche ab 15 Jahren bei André Eckner