Theaterpädagogisches Zertifikat

Lust auf Theater, Spiel und Vermittlung? - Das Zertifikatsstudium "Theaterpädagogik" vermittelt erste theoretische wie ästhetisch-künstlerisch-praktische Grundlagen zu Darstellendem Spiel, Theater und Performance als ästhetische, künstlerische und kulturelle Bildung. Das Zertifikatsstudium ist ein Angebot an alle Studierenden der EUF, für Gaststudierende oder z.T. als Fortbildung für Lehrende an Schulen. 

Struktur

Das Zertifikat umfasst 20 CreditPoints/Leistungspunkte, die in zwei Teilbereichen erbracht werden: "Theater und Spiel als kulturelle (Bildungs-)Praxis" (Teilbereich A) und "Theaterpädagogische Spielpraxis / Vermittlung und Transfer" (Teilbereich B). 

Der Schwerpunkt im Teilbereich A liegt auf der eigenen ästhetisch-künstlerischen Praxis sowie den theoretischen Grundlagen zu Theater und performativen Praxen. Angeboten werden Werkstätten mit Schwerpunkt auf ästhetisch-künstlerischer Praxis, Seminare und Kolloquien mit Schwerpunkt auf Theorie bzw. Theaterrezeption sowie Seminare mit dezidierter Theorie-Praxis-Verzahnung. In diesem Bereich belegen Sie mindestens drei Seminare/Werkstätten nach Wahl. Dabei sollten Sie eine sinnvolle Balance zwischen künstlerisch-ästhetische Praxis und theoretischer Auseinandersetzung anstreben. 

Im Teilbereich B steht die Praxis theaterpädagogischer Vermittlung im Vordergrund. In den Seminaren und Praktika geht es um die Frage, wie Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene ins performative Spiel kommen, sei es in Projekten, die auf Aufführungen zielen, sei es zur spielerischen Vor- oder Nachbereitung von Theaterbesuchen. Neben der Strukturierung der Probenpraxis geht es dabei auch um die Reflexion der eigenen Rolle in der Spielleitung. In diesem Bereich belegen sie insgesamt mindestens vier SWS, entweder mit einer, zwei oder mehr Veranstaltungen. 

Zusätzlich zu den sog. Kontaktzeiten in den Seminaren (2 SWS = 1 CP) werden Sie im sog. Selbststudium die Seminare, Projekte, Werkstätten, Kolloquien zuhause oder im Team vor- oder nachbereiten, Texte lesen, Werkstatttagebücher führen, Präsentationen erarbeiten oder sehr oft ins Theater gehen etc. Diese Workload-Zeiten werden als CP in den Lehrveranstaltungen unterschiedlich sein und dort im Vorfeld besprochen. Darüber hinaus können eigeninitiierte Projekte z.B. in Kooperation mit Partnerinstitutionen mit entsprechender Dokumentation nach Absprache als Studienleistung angerechnet werden. 

Sie erhalten nach der Anmeldung (s. unten) einen Laufzettel, auf dem Sie Ihre Seminare und Studienleistungen/Präsentationen (in CP/Leistungspunkten) im Verlauf von bis zu vier Semestern 'sammeln'. Nach erfolgreicher Teilnahme schließen Sie das Zertifikatsstudium mit einer Hausarbeit (3 CP) ab - und erhalten dann das Zertifikat. 

Die einzelnen Lehrveranstaltungsangebote finden Sie auf dieser Seite unten. 

Weitere Informationen zu Inhalten und Struktur des Zertifikats finden Sie hier als Download.

ANMELDUNG: Bitte melden Sie sich zum Zertifikatsstudium und den einzelnen Lehrveranstaltungen per email an: marianne.irmak@uni-flensburg.de. Anmeldefrist für die Seminare und Werkstätten, die nicht über Studiport erreichbar sind, ist der Beginn der Start der Veranstaltungen selbst. 

Bei inhaltlichen Nachfragen wenden Sie sich bitte an miriam.baghai@uni-flensburg.de

Lehrangebot im Frühjahrssemester 2021

Teilbereich a) "Theater und Spiel als kulturelle (Bildungs-)Praxis"

Kolloquien & Seminare

ReflActing Racism. Rassismuskritische Erkundungen in schulischen Räumen | 3 SWS

Interdisziplinäres Kolloquium für Lehrende im Schuldienst oder in der Ausbildung (Referendar*innen, Lehramtsstudierende) wie auch für Lehrende in der akademischen Lehramtsausbildung

Struktur: 3 – 4 Blocktermine (voraussichtlich als Online-Kurs): 19./20. März, 16./17. April (optional); 21./22. Mai und 11./12. Juni 2021

  • Zeiten: Freitagnachmittage ab 14.00 – 17.00Uhr // Samstage von 10 – 16 h.
  • Ort: WebEx/Hybrid (wenn möglich: Exkursionen)
  • Teilnehmer*innenzahl: max. 20
  • Leitung: Tania Meyer, Eliana Schüler, Inken Carstensen-Egwuom

Theater - Kolloquium zur Rezeption | 2 SWS

  • Leitung: Tania Meyer
  • Termine: Mittwochs, wöchentlich von 16.00 -18.00 Uhr (14-tägl. online) und ab 19.00 Uhr Exkursionen vor Ort) oder online: Materialsichtung (14-tägl.)
  • Ort: online via Webex und Exkursionen/Einzeltermine in Präsenz (Aufführungsbesuche in Flensburg und Umgebung je nach Angebot)

Teilnehmer*innenzahl: max. 25

Einführung in die Theaterpädagogik | 2 SWS

  • Leitung: Tania Meyer
  • Termine: Dienstags, wöchentlich von 14.00 -16.00 Uhr
  • Ort: online 

Teilnehmer*innenzahl: max. 15

Faust II | 2 SWS

  • In unserem Projektseminar werden wir uns der Herausforderung stellen, Faust II zu lesen und zu verstehen. Dabei werden wir uns dem Text und seinem Deutungspotenzial auf doppelte Weise annähern: erstens durch eine dichte Lektüre und Interpretation der Akte zweitens durch eine performativ-praktische Annäherung. Im ersten Teil der Sitzungen werden wir Faust II Akt für Akt besprechen, dabei auch kontextuell erforderliche Schwerpunkte setzen, so wie es die Arbeit am Verstehensprozess erfordert. Im zweiten Teil geht es um Praktiken der ästhetischen Aneignung (u.a. um stimmlich-rhythmische Experimente und Prozesse des kreativen Schreibens), die den Text weiter auszudeuten vermögen.
  • Lehrende: Tania Meyer und Jörn Bockmann
  • Termine:Donnerstags, wöchentlich von 14.15-15.45 Uhr
  • Ort: online

Teilnehmer*innenzahl: 30

(bitte nur diese Ausgabe vor Beginn des Seminars anschaffen):

Johann Wolfgang Goethe: Faust. Zwei Teilbände. Texte und Kommentare. Hg. von Albrecht Schöne. 8. Aufl. Frankfurt am Main 2017 (Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch 52).

[Zwei Bände, 2000 Seiten, zusammen EUR 29,80. ISBN 978-3-618-68052-9.]

Praxis & Werkstätten

Performatives Archivieren als dekoloniale Praxis. Eine Sommerresidenz zur Praxis des szenischen Forschens | 3 SWS

In Kooperation mit der Theaterwerkstatt Pilkentafel und flausen – young artists in residence

Flausen-young artists in residence ist ein vierwöchiges Forschungsstipendium, das Kunstschaffenden die Möglichkeit bietet, frei von Aufführungs- und Ergebniszwängen, zu einem Thema zu forschen oder dabei kollektive Arbeitsweisen zu erproben. Vier Performerinnen aus Windhoek, Brüssel, Berlin und Hamburg begeben sich vom 7.7. bis 4.8. 2021 in eine Flausen-Residenz in die Theaterwerkstatt Pilkentafel, um zu Strategien des performativen Archivierens und der Rolle von Frauen in der deutschen Kolonialgeschichte in Namibia zu forschen.

Parallel zu der Flausen-Residenz findet eine einwöchige Werkstatt statt, bei der wir uns in die Bühnenwerkstatt Schloßstraße begeben, um miteinander zu forschen und zu experimentieren.

In unserer Mini-Residenz beschäftigen wir uns mit der Praxis des szenischen Forschens und mit Verfahren des performativen Archivierens. Dabei liegt der Fokus auf künstlerischen Bearbeitungen von Kolonialgeschichte und ihren Folgen. Teil der Werkstatt sind einerseits Probenbesuche in der Pilkentafel wie auch Workshops und Gespräche mit den vier Künstlerinnen. Daneben begeben wir uns selbst auf die Suche nach kolonialen Spuren in Flensburg und in der Schloßstraße.

Sprachen: deutsch/englisch

  • Leitung: Eliana Schüler und Ina Driemel
  • Termine:    08.07.2021: Einführung

                           26.07. - 31.07. 2021: Werkstatt (ganztägig; genauer Zeitplan folgt)

                           03.08. 2021: makingOFF

  • Ort: Bühnenwerkstatt Schloßstraße 28, 24939 Flensburg; Einführung und makingOFF in der Theaterwerkstatt        Pilkentafel, Pilkentafel 2, 24937 Flensburg

Teilnehmer*innenzahl: 10

Anmeldung unter: eliana.schueler@uni-flensburg.de und ina.driemel@uni-flensburg.de

Performative Praxis im öffentlichen Raum | 2 SWS

  • Leitung: Tania Meyer
  • Termine: Dienstags, wöchentlich von 16.00-18.00 Uhr
  • Ort: Bühnenwerkstatt der EUF (Schloßstraße 28; HH) und anderswo

Teilnehmer*innenzahl: 18 TN (unter Corona-Bedingungen max. 12 TN)

Teilbereich b) "Theaterpädagogische Spielpraxis / Vermittlung und Transfer"

Inklusion - Kulturelle Bildung / Theater - Schule. Befunde, Herausforderungen, Chancen | 2 SWS

Wie gestaltet sich das Verhältnis von Inklusion und Kultureller Bildung im Kontext Schule? Welche Diskurse, Erfahrungen und Perspektiven sind rekonstruier-, erfahr- und denkbar?

Wir begeben uns auf Spurensuche in Theorie und Praxis. Dazu laden wir Gäste ein, die selbst Inklusion und Kulturelle Teilhabe in Schule gestalten; Gäste, die sich selbst in Schule Inklusion + Kulturelle Bildung gewünscht oder erfahren haben; durchforsten die Literatur nach Befunden und setzen uns mit dem politischen Diskurs auseinander. Ziel ist, eigene Ideen, Gestaltungsräume, Perspektiven zu entwickeln.

Die Veranstaltung beinhaltet synchrone und asynchrone Settings. Sie findet komplett online via webex statt. Material wird flankierend auf Moodle bereitgestellt.

  • Leitung: Miriam Baghai-Thordsen
  • Zeit: donnerstags 12.00-14.00 Uhr (wöchentlich online via WebEx)
  • Teilnehmer*innenzahl: max. 15

"Kühn war das Wort, weil es die Tat nicht war" - Sprache und Text und deren inszenatorisches Potential im Drama des 18. und 19. Jahrhunderts | 2 SWS

Wie Wort und Tat, Wort auf Tat, Wort zu Tat, Tat auf Wort, Tat zu Wort u.s.w. wirken und werden kann, wird anhand klassischer Dramenliteratur experimentell erforscht, untersucht, erprobt. Dabei werden klassische Texte erarbeitet, interpretiert und neu bearbeitet. 

  • Leitung: Miriam Baghai-Thordsen
  • Zeit: donnerstags 10.00-12.00 Uhr (wöchentlich online via WebEx)
  • Teilnehmer*innenzahl: max. 15

Demenz*ionen - performativ-ästhetische Perspektiven auf das Erinnern | 2 SWS

Das Seminar wird in Kooperation mit der flausen+ Residenz ‚Demenz*ionen‘ angeboten. Die Künstler*innengruppe residiert im März und April 2021 an der Pilkentafel Flensburg und arbeitet ästhetisch, künstlerisch, forschend, experimentell zum Thema Demenz/Erinnern.

Diesen Schaffensprozess werden wir begleiten und ihn zum Ausgangspunkt des eigenen forschenden, ästhetisch-performativen, experimentellen Erprobens nehmen. Aktuell ist geplant, dass ein bis zwei Treffen (virtuell oder im Idealfall real) mit der Künstler*innengruppe stattfinden. Diese sind für den 31. März und den 14. April 2021 vorgesehen. Neben der Künstler*innengruppe werden auch Vernetzungen zu Künstler*innen aus Hamburg (Konfetti im Kopf, Demenzclown Rosalore u.a.) angeboten, deren Arbeiten wir durch Gespräche und Einblicke kennenlernen. Die Vernetzung erfolgt im digitalen Raum. Ziel ist es Ideen von experimentellen, performativ-ästhetischen Zugängen auf das Erinnern, das Gedächtnis und die vielfältigen Schleier der Demenz zu ermöglichen.

  • Leitung: Miriam Baghai-Thordsen
  • Zeit: mittwochs 12.00-14.00 bzw. 15:00 Uhr (Einzeltermine), Präsenz- und Onlinetermine

In den beiden Präsenzterminen soll die Begegnung mit der Künstler*innengruppe der flausen+ Residenz ‚Demenz*ionen‘ ermöglicht werden. In diesen gilt es zunächst den, von der Künstler*innengruppe geschaffenen ‚dementen Raum‘ kennenzulernen. Dieser wird im weiteren Verlauf der Residenz vollständig dekonstruiert. Daneben werden eigene performativ-ästhetische Übungen des Erinnerns gemeinsam erprobt. Diese werden alle mit Maske umgesetzt.

Im zweiten Präsenztermin geht es um die erinnernde Rekonstruktion eben dieses Raumes. Hier steht die Erinnerung - die vielfach eine räumliche, haptische, olfaktorische, visuelle, auditive Dimension hat im Zentrum. Die beiden Termine korrespondieren daher im hohen Maße miteinander. Bei beiden Terminen wird auf die Einhaltung des Hygienekonzeptes geachtet und die Masken werden nicht abgenommen.

Theatermachen mit Jugendlichen: Theaterfestival "Theatertreffen der Jugend" | 2 SWS

Die Theaterarbeit mit Jugendlichen ist innerhalb der verschiedenen Tätigkeits- und Arbeitsfelder der Theaterpädagogik weit verbreitet: So wird an Theatern, in der Schule oder im freien, außerschulischen Bereich mit Jugendlichen theaterpädagogisch gearbeitet und das in äußerst diverser Form. Einen Einblick in die Bandbreite der Theaterarbeit mit Jugendlichen bietet der jährlich stattfindende Bundeswettbewerb "Theatertreffen der Jugend". Der 1979 gegründete Wettbewerb ist Schaufenster und Impulsgeber für die Theaterarbeit von und mit Jugendlichen und repräsentiert ihr gesamtes Spektrum, von Schulklassen über Theater-AGs an Schulen und freie Gruppen bis zu Jugendclubs an Theatern wie auch Bürgerbühnen-Produktionen. Der Wettbewerb findet in diesem Jahr vom 29. Mai bis zum 5. Juni 2021 im Haus der Berliner Festspiele statt.

Begleitend zum diesjährigen Theatertreffen findet ein (Online-)Seminar statt, das sich dem Festival als einem spezifischen theaterpädagogischen Format widmet und dabei die Theaterarbeit mit Jugendlichen in den Fokus rückt. Wir beschäftigen uns mit der Geschichte, den Aufgaben und Zielen des Wettbewerbs wie auch mit den Kriterien der Auswahl. Überdies lenken wir den Blick auf theaterpädagogische Produktionsformen, wie dem Arbeiten nach Stückvorlage und den sogenannten Eigenproduktionen und setzen uns mit der Frage auseinander, welche Potentiale diese Produktionsformen jeweils bieten, aber auch welche Herausforderungen damit verbunden sind. Wir schauen beispielhafte Inszenierungen des "Theatertreffens der Jugend" und üben uns in der Analyse, (kritischen) Reflexion und Diskussion.

  • Leitung: Ina Driemel
  • Termine: online via webex

    28.05.2021, 16:00 - 18:00 Uhr

    29.05.2021, 10:00 - 16:00 Uhr

    28.05. - 04.06.2021: Festivalwoche, abends von 19:30 - 22:00 Uhr

    (ab 20:00 Uhr bis max. 22:00 Uhr livestream der Inszenierungen)

    05.06.2021, 10:00 - 16:00 Uhr

  • Teilnehmer*innenzahl: max. 15