Nahaufnahme von Händen bei Gebährdensprache
Nahaufnahme von Händen bei Gebährdensprache
Bild von einem Montessori Mathekasten
Bild von einem Montessori Mathekasten
Bild von einem kleinen Mädchen bei der Sprachtherapie
Bild von einem kleinen Mädchen bei der Sprachtherapie
Bild von Kindern mit Behinderung bei Lernspielen zur kognitiven Entwicklung
Bild von Kindern mit Behinderung bei Lernspielen zur kognitiven Entwicklung

Sonderpädagogik (Teilstudiengang im B.A. Bildungswissenschaften)

Allgemeines & Profil

Aufbau des Studiums

Der Teilstudiengang Sonderpädagogik unterscheidet sich von den anderen Teilstudiengängen des B.A. Bildungswissenschaften.

Wenn Sie Sonderpädagogik studieren möchten, müssen Sie sich bereits bei der Bewerbung für den B.A. Bildungswissenschaften für zwei der vier sonderpädagogische Fachrichtungen entscheiden. 

Diese sind:

  • Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung (ES),
  • Pädagogik bei Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung (GE),
  • Sonderpädagogik des Lernens (L) und
  • Pädagogik bei Beeinträchtigung von Sprache und Kommunikation

Zusätzlich zu den zwei sonderpädagogischen Fachrichtungen studieren Sie ein Unterrichtsfach. Das Unterrichtsfach und die beiden sonderpädagogischen Fachrichtungen führen Sie im M.Ed. Lehramt Sonderpädagogik weiter.

Bitte beachten Sie: Alle sonderpädagogische Fachrichtungen sind zulassungsbeschränkt.

Allgemeine Informationen

Abschluss Bachelor of Arts (B.A.)
Regelstudienzeit 6 Semester / 180 CP
Studienart Vollzeitstudium
Studienbeginn jedes Herbstsemester
Unterrichtssprache(n) vorwiegend Deutsch
Studiengebühren Studiengebühren werden nicht erhoben, jedoch wird jedes Semester ein Semesterbeitrag fällig.

Profil

In diesem Teilstudiengang erwerben Sie bildungstheoretische, psychologische und medizinische Kenntnisse, kennen wissenschaftstheoretische Modelle und haben fachdidaktisches Wissen für professionelles Vorgehen in schulischen und außerschulischen Handlungsfeldern der Pädagogik bei Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung.
Sie erwerben Kenntnisse zu ausgewählten Sprach- und Kommunikationsstörungen.
Sie lernen Beeinträchtigungen im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung im Kontext von Unterricht, Schule, Gesellschaft und Wissenschaft zu lokalisieren und zu reflektieren.
Sie kennen professionelle Kommunikations- und Kooperationssysteme.
Sie kennen Grundbegriffe, Theorien und Ergebnisse der angewandten Legasthenie-, Lese-Rechtschreib- und der Dyskalkulieforschung sowie Befunde bezüglich gestörter Entwicklungsprozesse des Zahlbegriffs.
Sie kennen psychologische Konzepte des Erziehens und Unterrichtens in sonderpädagogischen Arbeitsfeldern.
Sie verfügen über grundlegendes psychologisches und medizinisches Fachwissen zur differenziellen Entwicklung.
Sie lernen die Bedeutung anderer Fachdisziplinen für die Sonderpädagogik einzuordnen.

Informationen zu den sonderpädagogischen Fachrichtungen

Prof. Dr. habil. Joachim Bröcher

Die Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung bezeichnet einen der klassischen Förderschwerpunkte der Sonder-, Förder- oder Inklusionspädagogik. In den 1970er und 1980er Jahren sprach man hier an deutschen Universitäten auch noch von "Erziehungsschwierigenpädagogik", "Verhaltensauffälligenpädagogik" oder "Verhaltensgestörtenpädagogik". Mittlerweile wird, nicht nur an der Europa-Universität Flensburg, auf solche Begrifflichkeiten vollständig verzichtet, weil diese Begriffe stigmatisierend, pathologisierend und kategorisierend wirken.

Der sorgfältige Umgang mit Sprache führt bereits mitten hinein in die zentralen Fragestellungen dieses Studienfaches, denn es macht einen Unterschied, ob ich ein Kind oder einen Jugendlichen, noch ganz im Sinne des psychiatrischen Paradigmas, als "gestört" bezeichne, und dann nach vermeintlich "wissenschaftlich fundierten Interventionen" suche, um dieses Kind oder diesen Jugendlichen hinsichtlich seines "unpassenden" Verhaltens, seiner "abnormen" Persönlichkeit etc. zu "reparieren" oder zu "therapieren" und wieder auf den "richtigen" Weg zu bringen versuche, oder ob ich meinen erweiterten Blick auf die Analyse der überaus komplexen sozialen und kulturellen Prozesse in der Gegenwartsgesellschaft richte und dadurch versuche, die biografischen Themen, Lebenskonflikte und Bewältigungsstrategien von heutigen Kindern und Jugendlichen, einschließlich ihrer soziokulturellen und sozioökonomischen Lebensbedingungen tiefergehend zu verstehen und dieses Verstehen zur Grundlage meiner pädagogischen und didaktischen Bemühungen zu machen, um dann von hier aus Brücken in die jeweiligen Lerncurricula zu schlagen.

Das beinhaltet auch einen kritischen Blick auf die Prozesse in heutigen Bildungsinstitutionen. Lehrkräfte in Grund- und Sekundarschulen sind oftmals damit überfordert, Kindern und Jugendlichen aus problematischen Herkunftsmilieus, die Förderbedarfe in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung zeigen, Bildungsangebote zu machen, von denen diese auch tatsächlich profitieren können. Hier setzen dann Absolvent/innen des Faches emotionale und soziale Entwicklungsförderung unterstützend an, indem sie etwa in inklusiven schulischen Settings im Team-Teaching Impulse geben oder in sonderpädagogischen Settings mit den Kindern und Jugendlichen so arbeiten, dass diese in ihrer individuellen Entwicklung tatsächlich gefördert werden.

Doch wie sehen solche Bildungsangebote aus? Zentral auf dem Gebiet der Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung ist das Herstellen von tragfähigen, förderlichen pädagogischen Bindungsbeziehungen. Das ist sozusagen das tiefere Fundament, auf dem alles Weitere aufbaut. Sodann brauchen wir eine Pädagogik und eine Didaktik, wo Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung ihre sozialen, biografischen und kulturellen Erfahrungen und die hiermit verknüpften Emotionen reflektieren und einordnen können. Hierzu werden handlungs- und projektorientierte, nach Möglichkeit auch fächerübergreifende Unterrichtsmethoden angewandt. Spiel und Gestaltung bei den Jüngeren sowie Alltagsästhetik und Jugendkultur bei den Älteren sind hier bewährte und erfolgversprechende Zugänge in der schulischen und außerschulischen pädagogischen Arbeit. Weitere Klassiker des Fachgebietes sind Erlebnispädagogik, Outdoor- und Abenteuerpädagogik.

Es geht also zum einen darum, eine Pädagogik anzubieten, in der Lebenserfahrungen reflektiert und verarbeitet werden können. Hier ist insbesondere an Themenhintergründe wie Flucht und Migration oder soziale Marginalisierung zu denken, zum anderen sollen die Kinder und Jugendlichen auch neue, positive, entwicklungsförderliche Erfahrungen machen, im Kontext Schule und darüber hinaus.

Neben die Themen "Emotion" und "biografische Erfahrung" tritt das Thema "Verhalten". Von Bedeutung sind hier schulweite verhaltensbezogene Interventionssysteme, um positives Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten systematisch zu vermitteln und zu festigen. Denn wenn immer nur einzelne Pädagoginnen und Pädagogen versuchen das Lebensschicksal von einzelnen Kindern und Jugendlichen zum Besseren zu wenden, dann ist das weniger effektiv als wenn ein ganzes Kollegium mit vereinten Kräften in diese Richtung arbeitet und eine schulübergreifende Reflexion von pädagogischen Prozessen und eine gemeinsame Schul- und Konzeptentwicklung stattfindet. Speziell das Thema Verhalten erfordert schulübergreifende Systeme. Das Fach profitiert hier derzeit besonders von nordamerikanischen Forschungen, die freilich für Deutschland eine Art kulturelle Adaptierung erfordern.

Weitere Themen sind dann das Einsetzen von diagnostischen Verfahren, das Entwickeln von Förderplänen, das Konzipieren von inklusions- und sonderpädagogischen Unterrichtseinheiten, kollegiale Fallberatung, die Schule als lernende, sich selbst reflektierende Organisation u.a.

Ein besonderes Merkmal des Förderschwerpunktes der emotionalen und sozialen Entwicklung, wie er an der Europa-Universität Flensburg gelehrt wird, ist der wissenschaftstheoretisch breite Zuschnitt. Hierbei kommen empirisch-quantitative, d.h. evidenzbasierte, wie auch qualitativ-forschungsbasierte sowie historisch-hermeneutische und gesellschaftskritisch-ideologiekritische Forschungsmethoden und Theorien zum Tragen.

Der Förderschwerpunkt der emotionalen und sozialen Entwicklung wird in Flensburg ferner in weit aufgespannter nationaler wie internationaler und globaler Perspektive gelehrt. Von Anfang an fließen daher zahlreiche englischsprachige Publikationen aus Nordamerika, Großbritannien etc. in die universitäre Lehre ein, um die Vielfalt der Sichtweisen auf den Gegenstand der emotionalen und sozialen Entwicklung in den Blick zu bekommen und sich konstruktiv-kritisch mit den Theoriefeldern auf diesem Gebiet auseinanderzusetzen.

Sodann ist das Fach transdisziplinär angelegt und bezieht seine Inspiration unter anderem aus Forschungsfeldern wie Place-Based Pedagogies, Critical Literacy Pedagogies, Teaching for Social Justice, Urban Education, HipHop– und Rap-Pedagogies, Gender– und Queer Studies sowie Kulturethnographie, Kulturgeographie, Stadtsoziologie, Stadtökologie und Metropolenforschung.

Die Studierenden werden durch die reflexiven Prozesse in den Lehrveranstaltungen darin gefördert und unterstützt, sich diese vielfältigen Theoriewelten in eigener Initiative anzueignen, schon beginnend mit dem ersten Bachelorsemester, um schrittweise zu einer eigenen fachlichen Position zu gelangen und beständig Fragen zu entwickeln. Dies schließt gewisse Selbsterfahrungsanteile auf der eigenen biografischen Ebene, inklusive der durch die Studierenden selbst gemachten sozialen und kulturellen Erfahrungen ein, die auch Gegenstand von bestimmten Teilmodulen sein werden.

Die Weiche kann dann entweder Richtung Schuldienst oder aber in Richtung außerschulischer Arbeit (z.B. sozialpädagogische Handlungsfelder, Jugendkulturarbeit, Jugendstrafvollzug, Arbeit in Stadtteilzentren, Projekte mit jungen Flüchtlingen etc.) gestellt werden. An der Europa-Universität Flensburg wird in jedem Fall ein auf dem Bachelor Sonderpädagogik aufbauender Master-Studiengang im Förderschwerpunkt der emotionalen und sozialen Entwicklung vorgehalten.

Professor Dr. Steffen Siegemund-Johannsen

Das Studium der Sonderpädagogik an der Europa-Universität ist als ein konsekutiver Studiengang angelegt. Das Bachelor-Studium vermittelt Basiswissen der schulischen und außerschulischen Sonderpädagogik.  Es wird Grundlagenwissen und -können zu den zwei gewählten sonderpädagogischen Fachrichtungen angeeignet, das in einem Master-Studium vertieft werden kann. Die Konzeption des Studiums ist somit konsekutiv angelegt und sichert die Fortsetzung des Bachelor-Studiums in einem Master-Studium, das für ein Lehramt Sonderpädagogik befähigt. 

Zum Basiswissen trägt die Abteilung mit einem Modul bei, in dem Fachkompetenzen zu vielfältigen Erscheinungsformen und Erklärungsansätzen der Beeinträchtigung in der geistigen Entwicklung erworben werden und davon ableitend pädagogische Leitkonzepte begründet werden. Die Leitkonzepte werden exemplarisch an Möglichkeiten ihrer Umsetzung in pädagogischen Handlungsfeldern aufgezeigt und diskutiert wird. 

Mit dem dritten Semester wird das Studium in den zwei gewählten sonderpädagogischen Fachrichtungen fortgesetzt. Die Bestimmung von Bedarfslagen in den Entwicklungsbereichen (Denken, Wahrnehmung, Sprache, Motorik, Emotionalität, Sozialverhalten) ist eine Basis pädagogischer Arbeit. Daher steht die Vermittlung von Wissen über diese Entwicklungsbereiche am Anfang des Studiums der Fachrichtung. Die Aneignung des Wissens wird mit förderdiagnostischen Fragestellungen verbunden, um zugleich Handlungskompetenz für die Arbeit mit Förderplänen für Menschen mit Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung zu erwerben.  Die Auseinandersetzung mit didaktischen Theorien der sonderpädagogischen Fachrichtung zielt auf den Erwerb von Kompetenzen, Lern- und Sozialprozesse  für und mit Menschen mit Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung planen, umsetzen und reflektieren zu können. Die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen theoretischen Zugangsweisen und Theoriesystemen tragen zur Profilbildung zukünftiger Sonderpädagogen bei. Ergebnisse und Modelle internationaler Forschung für Menschen mit Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung werden analysiert, um Einblicke in aktuelle und perspektivische Forschungsschwerpunkte  zu erhalten sowie Forschungsmethoden zu erschließen, die u.a. der Forschung im Rahmen der eigenen Bachelor-Arbeit dienlich sein werden. Eine lebenslange Assistenz in allen Lebensbereichen  für Menschen mit Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung setzt grundlegendes Wissen über  diese  Handlungsfelder voraus. Im Rahmen des Studiums zur sozialen Netzwerkarbeit werden Kompetenzen über Modell und Konzepte erworben. Die Gestaltung der Netzwerkarbeit und die Zusammenarbeit im Mehrpädagogensystem an Förderschulen sowie in Schulklassen unter inklusiven Bedingungen erfordert ein kompetentes Kooperieren. Diese Kompetenzen werden in Modulen der sonderpädagogischen Fachrichtung erworben. Im Studium wird die Kompetenz zu selbstgesteuertem und kooperativem  Studieren angeregt. Vielfältige Lehr- und Lernformen sind vorgesehen, die eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis herstellen sollen.  Leistungsanforderungen mündlicher und schriftlicher Art tragen zur Selbstkompetenz bei, die für den Beruf des Sonderpädagogen angestrebt werden soll.

Nähere Informationen sind dem Modulkatalog sowie der Prüfungs- und Studienordnung zu entnehmen.

Professorin Dr. Marie-Christine Vierbuchen

Besonderheiten

Der Teilstudiengang Sonderpädagogik des Lernens zeichnet sich durch ein in sich stimmig aufgebautes Curriculum mit vielerlei Theorie-Praxis-Bezügen aus. Die Studierenden arbeiten teilweise in Schulen im Rahmen der Förderung des Schriftspracherwerbs sowie des Rechnens und des mathematischen Denkens und werden dabei individuell angeleitet.

Studienziel

Die Absolventinnen und Absolventen des Teilstudiengangs Sonderpädagogik des Lernens verfügen über

  • ein breites und spezifisches Fachwissen in den Bereichen Diagnostik, Unterrichtsplanung und Lernförderung,
  • anwendungsbezogenes Wissen in der Gestaltung individueller und klassenbezogener Settings in Kooperation mit anderen Lehrkräften,
  • relevante Ansätze, Konzepte, Prinzipien, Verfahren, Methoden, Medien, Materialien und Screening-Verfahren für den Bereich der Prävention von Lernschwächen bzw. Lernstörungen sowie deren Anwendung und Reflexion,
  • umfangreiche praktische Erfahrungen in der kompetenz-, entwicklungs-, ressourcen-, fachdidaktisch und pädagogisch orientierten Planung und Durchführung von Förderunterricht sowie deren theoriegeleiteter Reflexion,
  • die Fähigkeit zur Erstellung individueller Lern- und Förderpläne,
  • spezifisches Wissen und praxisrelevante Kompetenzen im Bereich der Lernverlaufsdiagnostik,
  • spezifisches Fachwissen sowie umfangreiche praktische Erfahrungen im Bereich der Legasthenie- und Dyskalkulietherapie inkl. Diagnostik sowie ADHS,
  • spezifisches Wissen, notwendige Kompetenzen und Praxiserfahrungen im inklusiven Unterricht.

Insgesamt werden die Studierenden befähigt, ihre spätere Praxis theorie- und empiriegeleitet zu durchdringen und zu bewältigen.

Sie haben die Möglichkeit, die gewählten Fachrichtungen ab 2019 aufbauend im Master Lehramt Sonderpädagogik zu studieren.

Künftige Tätigkeitsfelder

Im Regelfall befähigt der Teilstudiengang Sonderpädagogik des Lernens in Kombination mit den anderen Teilstudiengängen die Absolventen zum bundesweiten Einstieg in ein Referendariat für das Lehramt Sonderpädagogik.

Aufgrund der breiten Anlage des Teilstudiengangs Sonderpädagogik des Lernens befähigt dieser darüber hinaus allgemein zu Tätigkeiten im Bereich der Prävention, der Diagnostik, des inklusiven Unterrichtens und der (Früh-) Förderung sowie im Besonderen zu Tätigkeiten im Rahmen der Lerntherapie bzw. der Legasthenie- und Dyskalkulie-Therapie.

Professorin Dr. Solveig Chilla

Sprache und Kommunikation sind Schlüssel zu Bildung, Teilhabe und Persönlichkeitsentwicklung unabhängig von Alter, Entwicklungsbedingungen und Institution. Wir forschen und lehren, um den Erwerb und die Erweiterung individueller sprachlicher Handlungsfähigkeit zu unterstützen. Im Zentrum stehen der Abbau von Bildungsbarrieren für Menschen mit Beeinträchtigung in Sprache und Kommunikation. Handlungsfelder sprachpädagogischer Profession und Professionalisierung sind Unterricht, Prävention, Sprachen- und Kommunikationsdiagnostik, Beratung, Sprachtherapie und -förderung, Kooperation und Supervision.

Als Bildungsforscher*innen an der Europa-Universität Flensburg stehen wir für internationale, transdisziplinäre Forschung, die sich dem Abbau von Bildungsbarrieren im Kontext sprachlicher Heterogenität mit qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden nähert. So tragen wir mit unseren Projekten aktiv zur Konzeption und Entwicklung sprach-und sprechdiagnostischer Verfahren bei, formulieren Kriterien für eine sprachpädagogisch begründete Evidenzbasierung von Förder- und Unterrichtskonzepten und leisten unseren Beitrag für die Theoriebildung im Sinne von (veränderter) Sprach(en)didaktik für die Inklusive Gesellschaft.

Entsprechend vielfältig sind unsere individuellen Forschungsschwerpunkte und Interessengebiete. In unserem Lehrangebot entwickeln, planen und diskutieren wir Seminare und Übungen gemeinsam, um ein in sich stimmiges, aufeinander aufbauendes und vernetztes Curriculum anzubieten. Die Veranstaltungen sind didaktisch-methodisch auf die spätere sprachpädagogische Tätigkeit über die Lebensspanne ausgerichtet, wobei wir einen Schwerpunkt auf dem Bildungsauftrag schulischer Förderung legen. Die Studierenden erwerben und erweitern ihre Kompetenzen im Hinblick auf ihr späteres professionelles Handeln in verschiedenen kooperativen Lernformen und mit Hilfe digitaler Medien. Eine besondere Stärke unserer Ausbildung liegt in den wissenschaftlich begleiteten Praktika und zusätzlich der zweisemestrigen individuellen Sprachförderung mit Menschen mit Beeinträchtigung von Sprache und Kommunikation (Ambulanz), in der die Studierenden frühzeitig ihre kritisch-reflexiven Handlungsspektren auch in der Praxis erproben und ausbauen können.

Studieninhalt & Struktur

Empfohlener Studienverlauf 1. bis 4. Semester

1. Semester Bildung, Erziehung, Gesellschaft Modul BA-ES 01 Modul BA-GE 01 Modul BA-L 01 Modul BA-PMSKS 01 Fach B
2. Semester Bildung, Erziehung, Gesellschaft Fach B
3. Semester Bildung, Erziehung, Gesellschaft Modul BA-SP 01 Wahlpflicht: je gewählter Fachrichtung ist ein Modul zu studieren: Fach B
Modul BA-ES 02 Modul BA-GE 02 Modul BA-L 02 Modul BA-PMSKS 02
 
4. Semester Bildung, Erziehung, Gesellschaft Modul BA-SP 02 Fach B

Abkürzungen: Sonderpädagogischen Psychologie (SP) und Sonderpädagogische Fachrichtungen: 

  • Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung (ES),
  • Pädagogik bei Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung (GE),
  • Sonderpädagogik des Lernens (L) und
  • Pädagogik bei Beeinträchtigung von Sprache und Kommunikation
5. und 6. Semester:

siehe Spezialisierungsoptionen in den Modulkatalogen. Bitte achten Sie auf die richtige Version der Studienordnung, die zu Beginn Ihres Studiums galt.

zu den Studienordnungen

Wichtige Dokumente zu Ihrem Studium

Die Studienordnung legt für Ihren Studiengang sowie die Teilstudiengänge die Rahmenbedingungen für ein ordnungsgemäßes Studium fest. Anhand der Studienordnungen und Modulkataloge planen Sie Ihr Studium und wissen, was Sie in welchem Semester studieren. Die rechtlichen Rahmebedingungen hierzu sind in der Prüfungsordnung festgelegt.

Dokumente zum Studium

Fächerkombinationen

Bitte beachten Sie:

Im Studiengang im B.A. Bildungswissenschaften studieren Sie zwei Teilstudiengänge (Fächer) und dazu den Teilstudiengang "Bildung, Erziehung, Gesellschaft".

Nicht alle Fächer können miteinander kombiniert werden. Welche Kombinationsmöglichkeiten es gibt, ist abhängig von der Schulform, in der Sie später einmal unterrichten möchten.

Die Schulform legen Sie erst im 5. und 6. Semester fest, doch sollten Sie diese bereits beim Start Ihres Bachelor-Studiums berücksichtigen.

Berufsfelder

Allgemeine Berufsperspektiven

Der Studiengang Bachelor of Art (B.A.) Bildungswissenschaften öffnet Ihnen unterschiedliche berufliche Wege.
Zu Beginn des Studiums wählen Sie zunächst zwei Teilstudiengänge. Je nach Fächerwahl können Sie dann nach erfolgreichem Abschluss des Bachelorstudiums

Berufsziel Lehramt

Mit Abschluss des B.A. Bildungswissenschaften mit dem Teilstudiengang Sonderpädagogik erwerben Sie die Zulassungsvoraussetzungen für die an der Europa-Universität Flensburg angebotenen Master-Studiengänge:

  • Master of Education für das Lehramt Sonderpädagogik

Auf den Master-Abschluss folgt das Referendariat in der jeweiligen Schulform.

Weitere Master-Studiengänge

Sie können je nach Fächerkombination ein interdisziplinäres oder fachwissenschaftliches Master-Studium an der Europa-Universität Flensburg oder einer anderen Universität im In- oder Ausland anschließen. Mit einem Master-Abschluss haben Sie außerdem die Möglichkeit zu promovieren.
Wichtig: Falls Sie Ihr Master-Studium an einer anderen Hochschule anschließen möchten, informieren Sie sich bitte rechtzeitig (ggf. bereits vor Aufnahme Ihres Bachelor-Studiums) bei Ihrer Wunsch-Hochschule über die dortigen Zugangsvoraussetzungen.

Beratung & Kontakt

Im Sekretariat sind für Sie da:

Ihre Fachstudienberatung:

Die Fachstudienberatung beantwortet Ihnen fachspezifische Fragen zum (Teil-)Studiengang. Für diesen Teilstudiengang ist das:

Bei Fragen zu Ihrem Praktikum:

Wenden Sie sich bitte an das

Praktikumsbüro

Bei Fragen zu Prüfungen:

Wenden Sie sich bitte an das

Servicecenter für Prüfungsangelegenheiten (SPA)

Zum Institut:

Mehr Informationen zum Studiengang finden Sie auf den Websites des Instituts für Sonderpädagogik

zum Institut

Bei allgemeinen Fragen rund um's Studium:

Allgemeine oder fachübergreifende Fragen zum Studium an der Europa-Universität Flensburg beantwortet die

Zentrale Studienberatung

Bewerbung & Zulassung

Besonderheiten beim Teilstudiengang Sonderpädagogik

Im Teilstudiengang Sonderpädagogik bewerben Sie sich für den B.A. Bildungswissenschaften mit zwei der vier sonderpädagogischen Fachrichtungen plus einem Unterrichtsfach.

Alle vier angebotenen sonderpädagogischen Fachrichtungen unterliegen einer Zulassungsbeschränkung.

Einen Studienplatz erhalten Sie also nur, wenn Sie das Auswahlverfahren (NC) in allen drei gewählten Teilstudiengängen (ein Unterrichtsfach plus zwei sonderpädagogische Fachrichtungen) erfolgreich durchlaufen haben.

Ein Wechsel der sonderpädagogischen Fachrichtung im Anschluss an das zweite Fachsemester (die Inhalte der ersten beiden Semester sind für alle Studierenden identisch) wird – nach aktueller Planung – nur im Rahmen eines internen Fachrichtungstausches möglich sein. Das konkrete Verfahren hierzu wird durch das Institut festgelegt.

Bewerbung & Zulassung

Bewerbung & Zulassung

Im B.A. Bildungswissenschaften bewerben Sie sich immer für zwei Teilstudiengänge (Fächer) und studieren als dritten verpflichtenden Teilstudiengang "Bildung, Erziehung, Gesellschaft". Hierbei sollten Sie immer die örtlichen Zulassungsbeschränkungen (Numerus Clausus) beachten. Es kann vorkommen, dass Sie sich für eine Fächerkombination entschieden haben, bei der das eine Fach zulassungsfrei und das andere zulassungsbeschränkt ist. Oder aber beide Fächer sind zulassungsbeschränkt, haben aber einen unterschiedlichen Numerus Clausus (NC).

Zudem müssen Sie für einige Fächer zusätzliche Qualifikationen nachweisen (z.B. in Form einer Eignungsprüfung oder durch Sprachnachweise).

Alle Informationen zur Bewerbung, zum Bewerbungs- und Zulassungsverfahren sowie zu den Zugangsvoraussetzungen und Zusatzqualifikationen finden Sie auf den Seiten des Studierendenservices unter

Bewerbung und Zulassung